Indiana Tribüne, Volume 1, Number 33, Indianapolis, Marion County, 29 March 1879 — Page 6
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Monika
aldvogel. Novelle von Wilhelm I ensen. (Schlub.) Die intellectuelle Urheberin desselben blickte ihr stumm nach, ging mit heftiger Vorwärtsbewegung einigeDutzendSchritte weiter, blieb wieder stehen, preßte auf einmal, wie Susanne Feldhase die Schürze an die Augen, ihre Hand auf die schmerzhaste Stelle, die das Hämmern darunter nicht zur Ruh kommen ließ, und urplötzlich brach Fräulein Monika Waldvogel in ein lautes, unverhaltenes u. noch viel krampfhäfteres Weinen aus,, als die in ihren Hoffnungen enttäuschte Braut des Flur warters Fritz Faulhaber. Ohne sich einen Grund dasü? anzugeben, setzte sich die junge Grundherrin aUerHerrlichkeiten umher auf den weichen Moosgrund und weinte ganz laut fort so lange, bis eine Stimme dicht über ihr verwundert fragte : Was für ein fremdländischer Vogel ist denn das, der hierleine Katzenjamer-Me-lodie pfeift V Nun blickte Monika auf, doch nicht erschreckt, nicht zornig, sondern groß und wie Zustimmung mit dem Kopf nickend inHans Waldvogels Gesicht, und HansWaldvogel sah mit wirklichster Verwunderung auf die wie von lauter Thauperlen glänzenden Augen seiner Cousine. Doch nur einen Moment, denn er sagte gleich darauf : Bah, eine Spottdrosiel," und machte eine Bewegung weiterzugehen. Aber gleichzei tig streckte Monika ihren Arm deutend aus und erwiederte durchaus ruhig : Es ist gut, grad' recht setz' Dich einen Augenblick dahin " Erstaunt that er's, setzte sich ungefähr einen Schritt von ihr auf das Moos und sie fuhr fort : Da Du grad' kommst, kann ich's Dir auch hier sagen. Ich hab' die Landwirthschaft satt und geh' fort. Du kannst als der Herr hier bleiben. Das iffs ja, was Du willst und damit können wir ja dann beide zusrieden sein." Hm antwortete Hans Waldvogel, mit eigenthümlich forschendem Blick über ihr Gesicht hinstreisend, Du bist ja bei vor. trefflicher Laune heut', viel bester als gestern. Da hätten wir uns weit früher ver ständigen können. Allerdings, das läßt sich hören. Geht's nicht so, geht's vielleicht anders, hab' ich mir immer gesagt. Guts besitze? sein, ist nicht übel. Und ohne jede Bedingung V Nur die, daß Du mir noch sagst, wes halb Du mich gestern unter dem Baum fortgetragen hast? Mich däucht, wenn Du mich noch eine Minute dort sitzen gelasien, hättest Du Deinen Zweck noch einfacher erreichen können und derselbe wäre nicht von meiner heutigen Laune abhängig gewesen. Dachtest Du nicht, daß wenn der Zufall es wollte, daß der Blitz dort auf mich herunter " Führe ergänzte Hans Waldvogel, Dukein Testament hinterlassen haben würdest" Oh-das dachtest Du V sagte Monika unruhig. Und demgemäß Dein Besitzthum gesetzlich aus Deine nächsten Verwandten über gehen würde" O das dachtest Du " Und Dein nächster und einziger Verwandter Dein Vetter Hans Waldvogel sei-" O-das " Doch statt der beabsichtigtenBeendigung der Fragwiederholung begab sich in diesem Augenblick etwas höchst Merkwürdiges, Ueberraschendes,Unglaubliches, denn plötz lich fiel Monika Waldvogel ihrem Vetter Hans Waldvogel um den Hals, schlug ihre beiden kleinen Hände sest um seinen Nacken zusammen und küßte ihn aus den Mund. . Und zwar küßte sie ihn gerade so, wie Su sänne Feldhase denJlurwächter FritzFaul haber geküßt hatte, nämlich nur mit der unumgänglich nöthigen Unterbrechung, um nicht atbemlos zu ersticken. UndHans Waldvogel schien dies Unglaubliche ebenso selbstverständlich zu finden, wie zuvor der Bräutigam der Justentochter,denn erhielt die junge Gutsherrin gerade so mit der Hand umfaßt, zog sie an sich und wiegte sie an seiner Brust. Und erst nach einer lan gen WeilealS er, auch die andere Hand -nutzend, saate : Habe ich Dir hier wirklich gestern weh gethan?" schien Monika von einir dunklenErkenntniß gefaßt zu werden.
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daß e rathsam sei, das Beispiel Susan ne's auch noch in anderer Richtung recht
zeitig nachzuahmen, und sie machte sich. doch nur halb, von ihm los und fragte mit glühendem Gesicht : Du abscheulicher Mensch Du hast mir noch keine Antwort gegeben warum lie ßest Du mich nicht unter dem Blitzbaum sitzen ?" Weil Du Schlehenaugen hast, die für einen Waldvogel Lockspeise sind." Es war der beste Vergleich für dieAugen Monika Waldvogels, noch bezeichnender als der mit den dunklen Kreisen auf den gelben Flügeln deö Nagelflecks." Wie zwei große, reife, von schwarzblauem Dust überwebte Schlehen leuchteten die Augen eigenthümlich geheimnißvoll ausMonika's dunkelfarbigem Antlitz, und sie küßte erst wieder eine Zeit lang die Lippen, welche den Vergleich ausgesprochen, bis ihr der Athem verging oder ein neues Bedenken sie wieder zum Innehalten und zur Wieder holung der Frage veranlaßte : Nein, warum?" Weil das Gut für jeden Anderen ohne Dich vielleicht recht hübsch gewesen wäre, nur nicht für den, der nun einmal von dem Unverstand besessen ist, lieber Dich als das Gutzuhaben. Das muß in der Family liegen. Ich sagte es Dir gleich den ersten Abend, wenn die Waldvögel sich erst ken nen lernen, da haben sie sich so lieb, daß sie ja daß sie gar nicht anders können, als sich küssen als sich küsien sich küssen und sich heirathen." Heirathen ? Mein Himmel" halb erschreckt, halb widerstrebend bog Monika ihren Kopf zurück. Heirathen ? DasTesta ment die Clausel ich darf wir dürfen uns ja nicht heirathen dann verlieren wir ja-" Das Gut-die Erbschaft," ergänzte Hans Waldvogel und sah sie zum ersten Mal von diesem Gedanken starr-betroffen an. Das darf nicht sein darf ich nicht. Wo hatte ich meinen Kopf? Du hast Recht, wir dürfen uns nicht mehr küssen" Warum nicht küssen? Wir brauchen uns ja nur nicht zu heirathen" Trotz der über ihn gekommenen Betrof fenheit konnte Hans Waldvogel nicht um hin, zu der Antwort ein höchst komisches Gesicht zu machen. Wir brauchen uns nur nicht zu heirathen," wiederholteer; ein kluges Mädchen findet doch immer das Richtige heraus. Wir brauchen ja nur keinen Wein trinken zu wollen, wenn wir durstig sind, sondern mit Master vorlieb nehmen." Nun, wäre denn das ein Unglück ? Doch höchstens eine nützliche Enthaltsam keit sür Dich und nicht für mich !" lachte Monika und sah ihn fragend-verwundert dabei an. Aber dann rann es slötzlich durch ihre Schlehenaugen, wie wenn ein leise zitternderSonnenstrahl um denDuft überhauch der kleinen dunkelblauen Frucht hinfliegt, und Monika Waldvogels ganzes Gesicht umher loderte in noch vollerem Purpurschein aus, als es gestern von den Flammen des blitzentzündeten Eichbaums überglüht worden war, und Hans Wald vogels Hand fastend sagte sie, mit halb abgewandter Stirn : Weißt Du, Vetter Hans, waö die Susänne meinte? Sie würd's doch thun und er auch sie ließen's sich beide nicht verbieten und.wenn ich sie wegjagte, daß sie beide nichts mehr hätten, als die Kleider aus dem Leibe. Verhungern würden sie nicht, denn sie hätten vier Arme, um zu arbeiten, aber um Geld und Gut ließen sie nicht von ein ander und wollten noch heut', gleich gehen. Die wollen sich nämlich auch heirathen, Hans und eigentlich haben sie mich auf das Küsten gebracht und da sie doch immer noch obendrein heirathen wollen, so verstehen sie eö auch vielleicht bester und ich meine-wenn wir beiden auch noch heut', gleich von hier auS gingen,Hans, da wär's abgethan und es hätt' uns keinTod ter und kein Lebendiger auf derWelt etwas zu verbieten, da ich Dir lieber ohne das Gut bin, als das Gut ohne mich, denn Du könntest das ja auch nicht küsten und auch nicht nicht heirathen." Auf der Landstraße, die vom Gut in die benachbarte Stadt führte, gingen Hans Waldvogel und Monika Waldvogel Hand in Hand. Anfangs machte.der'Thaulan den Rispen und Blättern des WegwartS ihre Schuhe naß, dann trocknete dieSonne sie und dain legte sich gelber Staub dar auf. ' Aber sie nahmen von dieser Wände lung nichts wahr, denn sie hatten sehr viel mit einander zu reden, so daß' Mund und
Augen sich in unausgesetzter Thätigkeit be fanden. Nur von dem Zweck ihrer gemein
samen Mörgenwanderung sprachen sie kein Wort; er mußte sehr untergeordneter, ne bensächlich-r, durchaus nichtsbedeutender Natur sein. Einzig, als sie an die Thür des Gerichtsgebäudes kamen, vor dasMo nika im Mai mit ihrem Koffer gefahren, sagte sie lachend : Damals, als ich zuletzt von hier abfuhr, war ich toll, und wie ich am andern Tag zurBesinnung kam, dachte ich, ob es noch einmal etwas im Leben ge ben könne, was im Stande sei, mir den Kopf nochmals so verrückt zu machen ? Ich glaube, es steckte in demSchlüssel wieTau mellolch und ich konnte erst wieder zurVer nunft kommen, wie ich ihn loswurde." Und fle hob den großen Schlüstel, den ste wie damals in der Hand trug, und sie tra ten in das Haus ein Drin war auchAlles wie damals ; der Amtsdiener, den Monika nach dem Herrn Gerichtsactuar befragte, führte sie in das nämliche graugedielte Zimmer, das nach Motten aussah und nnchActenstößen roch, in dem an der grün verschossenen Tischdecke derselbe kleine Mann saß und auf den Gruß der Eintre tenden den Kopf drehte und ste mit der Brille über der Geschästsmiene ansah, für die jedes Ebending vom Leben bis zum Tode, zwischen Wiege und Grab sich nur durch die Rubrik unterschied, in der es auf seinem Terminjournal einregistrirt stand. Monika Waldvogel aber schritt auf ihn zu, nannte ihren Namen und sagte mit heiterem Tone : Ich bin gekommen, um Ihnen die Anzeige zu machen, daß ich die Clausel 2 des Testaments des Herrn Silvan Aviarius nicht länger zu halten beabsichtige, da ich zu heirathen gedenke und deshalb auf die mir zugesprocheneErbschaft Verzicht leisten muß." Clausel 2 des Testaments des Herrn Sllvan Aviarius nicht länger zu halten zu heirathen gedenke deshalb aus die zugesprochene Erbschaft Verzicht leisten muß natürlich," wiederholte der Gerichtsactuar mit methodisch näselnder Stimme, und er schien nicht den leisesten Anhauch einer Unnatürlichkeit darin zu finden und streckte die Hand nach einem Depositenschrank aus. Hier ist der Schlüstel sagte Monika, den genannten Gegenstand fast wie etwas, destenBerührung ein widerwärtigesGefühl errege, auf die grünverschostene Tischdecke legend, Sie liefern ihn wohl den neuen Erben aus. Wir empfehlen uns." Und ste ging nach der Thür. Liefere ihn den neuen Erben aus," sprach der kleine Mann, das gesuchte versiegelte Cvuvert aus dem Schranke ziehend, sah über die Brille und fügte hinzu: Halt, ich muß erst publiciren, wer die neuen Erben sind." Was geht das mich an V versetzte Mo nika achselzuckend. Wer stch hier anfindet, den geht's an. was die vorgeschriebene Rechtsordnung er heischt; ich muß Sie amtlich auffordern. der Vorlesung der anderweitigen letztwilligen Verfügung des TestatorS beizuwoh nen. i Und er brach das Siegel auf, schlug das Blatt auseinander und las : Da Ihr, Monika Waldvogel undHans Waldvogel, zusammen hierher kommt, um diesen Nachtrag meines Testament anzuhören, so kann ich Euch noch einmal sagen: Das ist ja Alles recht hübsch. Dich habe ich kennen gelernt, Monika Waldvogel, und weiß, daß Du zu d e r Hälfte der Waldvogellchen Sippe gehörst, die höchst solide und achtbar ihr Leben nach Vernunftgrundsätzen einrichtet und . ruhiges Blut vom Vater auf den Sohn und die Tochter sortvererbt. Es schien mir deshalb wünschenswerth. Dein Blut ein wenig unruhiger zu machen, und da Du augenblick lich hier, gewistermaßen noch vor mir stehst, ist das ja Alles recht hübsch. Dich, Hans Waldvogel, habe ich nie mit Augen gesehen, aber nach dem, was ich von Dir gehört, kenne ich Dich so genau, als hätten meine Augen Dich vor einem halbenJahr hundert täglich im Spiegel betrachtet. Du gehörst zu der anderen Hülste der Waldvogel'schen Sippe, welche das Unglück hat. Exemplare hervorzubringen, die nicht für ihren achtbaren Wandel taugen und deshalb, mit dem Namen Taugenichts belegt. aus ihrem reputirlichen Kreise ausgeschlos sen zu werden pflegen. Sie müssen darum in die Welt hinaus, sich durchbeißen, ; um zu etwas zu gelangen, ihren außer Credit gerathenen Namen ablegen und stch in einen reputableren einhüllen. Da sie aber nicht nur, unruhiges Blu, sondern auch Verstand im Kopse haben, kommen sie
schließlich draußen in der Welt zu etwas, können sogar angesehen und reich 'werden.
Nur verlieren sie inzwischen ihr Leben ohne Zweck und Inhalt, trocknen als Jungge sellen ein und werden alte, launenhafte. nichtsnutzige Geschöpfe, sich selbst und Andern zum Ueberdruß. Es schien mir deshalb wünschenswerth, rechtzeitig Dein Blut ein wenig ruhiger zu machen, was am Besten durch Heirathen geschieht, und da auch Du augenblicklich hier, gewistermaßen noch vor mir, stehst, so ist das ja Alles recht hübsch. Da Ihr beide Euch nicht zu Tode ärgern konntet, war es selbstverständlich, daß Ihr dazu kommen mußtet. Euch zu heirathen, und wenn ich noch Eins vorweg wisten möchte, wäre es das, wie lange Zeit Ihr dazu gebraucht habt, um zusammen hierher zu kommen. Weil Ihr dies aber lediglich um Eurer selbst willen gethan, da jeder durch meine Testament? Verfügung Dasjenige nun einbüßt, was ich ihm vorher zugesprochen ,und Ihr gegenwärtig beide wieder gerade so mittellos auf der nämlichenStelle" seid, wie vorher. so erkenne ich, daß meine Rechnung richtig gewesen und daß Ihr zu Eurem Glücke nichts weiter braucht, als Euch selbst. Das ist ja Alles recht hübsch und dazu 'nehmt von Herzen meinen posthumenSegen. Und deshalb übertrage ichZhiermit meine Euch nur als Last und Heirathshinderniß abgenommene Universalhinterlastenschaft auf meine Nichte, die Tochter meines verstorbenen Bruders, des weilandProfestors der Zoologie, Michael Waldvogel. Silvan Aviarius, Esq., ehemals Johannes Waldvogel. Nachschrift : Was mich zu meiner Testamentsanordnung noch im Besonderen ver anlaßt hat, ist die Fürsorge, daß Ihr als die beiden letzten Waldvögel den Beruf habt, dahin zu wirken, daß diese eigen thümliche Sippe nicht mit Euch ausstirbt. Zu diesem Behuf, so hoffe ich, werden das unruhig gewordene ruhige und das ruhig gewordene unruhige Blut sich als ein paar glücklich zusammentreffende Factoren er weisen und es wird mich nachträglich er freuen, wenn Ihr dem ersten hoffnungsreichen Producte meines Experimentes den Namen Silvanus beilegen wollt. Silvan Aviarius, Esq." Das hatte der Gerichtsactuar mit näselnder Stimme, etwa wie die InventarAufzählung einer Hinterlassenschaft abgelesen, blickte über den Rand seiner Brille und fragte : Ich erinnere mich, sind Sie nicht die Tochter des weiland Professors derZoologie Michael Waldvogel?" Die Gefragte sah ihn mit mehr als halb gedankenleerem Blick an und antwortete mechanisch: , Ja gewiß, die bin ich." So spreche ich Ihnen die Erbschaft rechtsgültig zu," erwiederte der Actuarius trocken, ohne jegliche Verwunderung und mit höchster Gleichgültigkeit und nur Hans Waldvogel unterbrach die eingetretene Stille : Nil admirari, sagt Horaz. Ich habe mich noch nie über etwas gewundert, als heut' zum ersten Mal, daß ich hundertmal den Namen Silvan Aviarius gehört habe ohne dahinter zu gerathen, was für ein deutscher Waldvogel in den Federn deS la teinischen stecke. An seinen Federn soll man den Vogel kennen. Diesen finde ich jedenfalls nicht übel, und was seinen letzten Wunsch angeht, so hat derselbe seine vollste Berechtigung und ich werde keinen Augenblick zögern, ihn" Er hatte den Kopf nach der Seite seiner Cousine gedreht und diese blickte auch ihn noch ungesähr in derselben Weise wie ebenzuvor den kleinen Brillenmann an, nahm den großen Schlüssel wieder von derTischdecke, legte ihn zuversichtlich in die Hand ihres Vetters, doch antwortete ebenso gedankenabwesend und mechanisch : Nun, wir wollen uns nicht vor der Zeit ängstigen." Erstaunt sah ste auf Hans Waldvogel, der in ein wundergar fröhliches Gelächter ausbrach: Das scheint mir auch das Klügste zu sein ! Geht's nicht so, geht's vielleicht anders; auf eine Weise geht's gewiß. Das ist ja Alles recht hübsch! Der Waldvogelpfiff des alten Silvan gesällt mir und ich werde .den jungen damit begrüßen und ihm ; denselben mit in die Wiegelegen." Dann gingen Hans 'Waldvogel und Monika Waldvogel wieder auf der staubigen, mittagsheißen Landstraße. , Sie waren gewiß ebenso nüchtern 'wie die junge Gutsherrin damals von dem nämlichen Gerichtsgebäude desselbigen Weges gekommen, aber um sie drehten stch die Zäu-
ne, die Felder, die Bäume in noch viel un klügerem Rundtanz als damals. Und plötzlich rief Monika : - Um Himmelswillen, wenn wir nicht schneller zumachen, laufen Frid Faulhaberund SusanneFeld Hase unverheirathet von unserem Gute fort, Hans !" und die Dringlichkeit dieser Gefahr schien ihm in völlig gleicher Weise einleuchtend, denn eilig und eiliger, Hand in Hand liefen jetzt , Hans und Monika Waldvogel durch Staub und Hitze dem zwischen den Bäumen aufsteigenden, weinumlaubten Herrenhause zu.
Qitntut 'postbeförderung zwischen St. Louiö und New Orleans. Die, Nachricht, daß'Herr J.B. Price, Präsident der National Mail und TransPort Co.," den Contrakt sür die Besörderung der Eilpost auf dem Mississippi erhalten habe, hat bei den Post-, Bahn- und DampfbootBeamten große Ausregung wachgerufen. Alle bei der Sache Jnteressirten sind sehr erfreut, daß die Bundesgierung endlich die so wichtigen Maßregeln beschlossen hat und in St. Louis freut man stch, daß die Gesellschaft, die den Contrakt erhalten hat, daselbst ihren Sitz aufschlägt. Der Contrakt umsast alle Postämter am Fluste zwischen St. Louis und New Or leans. Der Contrakt ist aus vier Jahre vom Beginn des Dienstes, wahrscheinlich vom Isten September an, oder balder, falls die Dampfboote früher fertig werden, abgeschloffen. Die Bürgschaft für den Contrakt ist noch nicht unterzeichnet, der Dienst muß aber spätestens 140 Tage nach Unterschreibung der Bürgschaft beginnen. Die Bürgschaft beträgt $200,000. Für die dreimal in jeder Woche zu befördernden Postsachen müßen sieben neue Dampfboote gebaut werden. Ein täglicher Postdienst würde ISDampsboote erfordern. Die Hin nnd Rückfahrt muß in 313 Stunden bewerkstelligt werden, etwa 50 Stunden weniger als der bisherige Postdienst durch schnittlich erforderte. Die sieben Dampfboote werden etwa $200,000 kosten. Die selben werden 150 Fuß lang und zwanzig Fuß breit, als sogenannte Flieger" oder Schnellfurcher" gebaut. Ausschließlich Postsachen, Eilgut und Paffagiere werden auf ihnen befördert. Gefährliche Stoffe, wie Schießpulver und Schieß-Baumwolle und Dynamit stnd von der Beförderung ausgeschloffen. Die Verköstigung der Paffagiere geschieht durch Restaurants. Die Einrichtung der Boote wird lehr elegant sein. Der Postagent soll in Uniform sein und eine besondereWohnung erhalten ; die Postzimmer werden mit Zinkblech aus gefüttert und mit großen feuerfesten Schränken zur Verwahrung des Geldes, der Pakete und der registrirten Brise ver sehen sein. Sie werden nach den von der Regierung ertheilten Vorschriften gebaut ; drei Compagnien bewerben sich um den Contrakt für den Bau der Boote. Herr Price wollte vor der Hand keine Auskunft Über dieUnterstübung geben, die er von der Bundesregierung für die Beförderung der dreimal wöchentlichen Post erhalten wird, er fagt jedoch, daß sie für den späterhin einzuführeuden täglichen Postdienst $450, 000 betragen werde,und denkt, daß derselbe längstens bis im November in Betrieb sein wird. Auch über die Theilhaber an dem Contrakte und die Mitglieder der Gesellschaft verweigert er, Auskunft zu geben. Die Nothwendigkeit für die Eilpost auf dem Fluste kann aus dem Umstände erkannt werden, daß nur drei Plätze am Fluffe zwischenSt.LouiS und NewOrleans direkt durch Eisenbahn zu erreichen sind : Columbus, Cairo und Memphis. Diese Postschiffe werden aber an fast asten Landungsplätze anlegen. Es bestehen jetzt viele Contrakte für die Beförderung der
Postsachen den Fluß entlang und diese werden selbstverständlich nach dem Beginn der , Eilpost auf dem Flusse aufhören. Alle westlichen und Misstsstppithal-Se-natoren und Repräsentanten hatten der Maßregel ihre eifrigeUnterstützung gewidmet. . . . 'l' Aehnlich wie die Damenmoden, wechselt in Paris der Geschmack anHundearten. Vor einigen Jahren ' hieß es, die kleinen Pintscher seien im Aussterben ; da schaffte , i sich eine hohe Dame einen Pintscher an, und nach einem halben - Jahre sah man nichts als schwarznasige Pintscher. Ihnen folgten gelbe Rattenfänger, die zu wahn sinnigen Preisen verkauft wurden;, jetzt., sind sie im Preise gesunken, denn italieni sche Doggen kommen an die Reihe, die von schöner gelbe? und grauer Farbe ost
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