Indiana Tribüne, Volume 1, Number 31, Indianapolis, Marion County, 15 March 1879 — Page 4
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I n d iana r i b ü n e."
Sndiana Hribüne. (Wochenblatt.)
Cffice: Ecke Circle u. Meridianstr. (Im dritten Stock ) Abonnements-Preise. In der Stadt durch Träger in Hauö geliefert Per Monat 20 Cents. Per Iah, im Voraus 52.00 Per Nummer 5 Gents. Lou'S P. Hild, Herausgeber. Indianapolis, Ind., den 15. März 1879. DaS neue ,Libel"-Gesetz. Unsere Legislatur hat ein Gesctz passirt, Vonach in der Folge daS Schreiben, brüsken und Veröffentlichen von böswilligen Verleumdungen ein Vergehen ist, worauf ine Geldstrafe von nicht mehr als $1000 und eine Gesängnißstrase von nicht mehr S 1 Jahr steht. Wie verschiedenartig dieses Gesetz ausgcfabt wird, läfct sich leicht erkennen, wenn man die Ansicht des Sentinel- mit derjenigen des Journal" vergleicht. Der .Sentinel- behauptet, das Gesetz vernichte die Prebsreiheit. Es sei fernerhin nicht mehr möglich, notorische Spitzbuben blob zustellen, wenn man deren Schlechtigkeit nicht haarklein beweisen kann. DaS Ge setz sei im Interesse der Verbrecher, welche man nicht mehr blobstellen kann u. s. w. DaS Journal" dagegen behauptet, daS Gesetz sei ein vorzügliches, in den östlichen Staaten beständen ähnliche Gesetze, deren Wirkung eine vorzügliche sei; das Gesetz zerstöre nicht die Freiheit der Presse, sondern bestrafe bloß Verläumder. u. s. w. Wären wir boshaft, dann könnten wir aus diesen Anschauungen Schlüsse auf die Kampsmeise der verschiedenen Parteien zle den. wir könnten behaupten, die Demokrat ten bedienten sich bit Verleumdung, die Republikaner aber nicht. Dies fällt uns jedoch nicht ein, wir überlassen das Urtheil darüber unseren Lesern. Unsere Absicht besteht darin, unsere Ansicht über das Li belGcsetz Ausdruck zu geben. Wir finden e3 vollständig in der Ordnung, wenn der moblosen Verleumdungssucht eines großen Tbeiles der amerikanisch? Presse ein Ziel gesetzt wird. Für manche Zeitungsschreider besteht die Ausgabe ihres Beruses lediglich darin, den Privatcharakter renommirter oder ihnen miklieblgen Personen in 'den Schmutz zu ziehen, und es gibt immer Leute genug, welche dergleichen mit Gusto lesen. Vielfach hat sich in der Presie ein höchst unanstäudiger Ton geltend gemacht, und besonders waren ,s Zeitungsheraus. geber, welche durch Mangel allen Besitzes über jeder Schadenersatzklage erhaben wa ren. Anderen die Ehre abschnitten, und 'Journalisten zweiselhasten Charakters g statteten ihren Geiler gegen persönliche Feinde zu spritzen. Die Verleumdungssucht der Presie ließ von je an keinem Can didaten ein gutes Haar und glaubte man allen Angriffen derZeitungen, dann müßie man annehmen, daß alle unsere Beamtin Diebe und Spitzbuben seien. Es ist ganz gut, daß diesem schmutzigen Treiben ein Ziel gesetzt wild. T as neue Gesetz hindert nicht die Bloßstellung wirklicherVerbrecher. Es ist dazu nicht nöthig, daß eine Zeitung ihrer Sache vollkommen gewiß ist. Wahr scheinlichkeitsgründe sind genügend, . die Annabme der Böswilligkeit c.uszuschließen. Das Gesetz schützt den Privatcharakter deö Bürgers vor böswilligen Angriffen durch die Pnfi? und wird einen feineren und anständigeren Ton in der Presie zur Folge haben. Vom Reichstag. Während drr Debatte im deutschen Reichstag über die Rindeipest sprang Bis marck wieder einmal vom Gegenstand ab, UM mit einem Hinweis auf die Einschmug gelung von Vieh die L'bera'en zu beschuldigen. sie hatten das Strafgesetz so milde gemacht, daß es statt die Bürger die Verbreche? schütze. Lasker bemerkle.Bismarck'S Angriff zeige, wo das wahre Element der Unordnung in den Debatten lei. Erdeutete an, daß der ttsteZweck desKbelungs. gesetzes der sein sollte, die Sprache der Re gierung zu controlliren. Da Bismnrck in sehr gereiztem Tone entgegnete, entspann sich eine hestige Controvclse. Während derselben Debatte verließ der Reichskanzler zweimal das Sitzungszimmer, um der im angenehmen Nothwendigkeit zu entgehen, die Rcden des Herrn Richters (Fortschritt, ler) mit anhören zu müssen. Diese De
monstration verursachte im Hause große Heiterkeit, nur einige der Mitglieder legten der Sache mehr Wichtigkeit bei. Die Sitz, ung hinterließ den Eindruck, daß Bismarck den Reichstag mit Vorbedacht zu reizen suchte, um sein Vorhaben, den Reichstag aufzulösen, nur um so leichter ausführen zu können. Daß die gegenwärtige Situation nicht lange fortdauern kann, läßt sich auch sicher annehmen, ob sich aber der große Staats mann nicht doch verrechnet, wird die Zu kunst lehren. Die persönlichen Reibereien haben die Sachlage bedeutend verwickelt und wenn bloße persönliche Erbitterung inErwägung käme, hätte der Reichskanzler genugGrund für eine prompte Appellation an das Volk. Es liegt jedoch bis jetzt noch nichts vor, webhalb daran gezwetselt werden könnte, daß wenigstens die Finanzmaßregeln dem jetzigen Reichstag vorgelegt werden. Sogar die Regierungsblätter theilen die Ansicht, daß Bismarck um jeden Preisdie Auflösung desReichstages herbeiführen will. Die National'Zeitung gibt zu, daß Bismarck imBundesrath allmächtig ist und dieser sosort eine Einwilligung erlheilen würde, wenn er eineAuflökung vorschlagen wollte; oberste fügt in ominöser Weise hinzu, die neuen Wahlen würden gegenwärtig nur zur Herstellung der radikalen Partei führen, die letzt nicht existire, außer die Sozialisten könnten als solche erachtet werden. Dieses hat jedenfalls Bezug auf die Absichten Laskers und anderer Rationalliberalen, sich den vorgeschrittenen Libe ralen anzuschließen. Die neuesten Depeschen versichern, daß die Auflösung des Reichstages nicht vor kommendem Herbst stattsinden wird. Bis marck stützt sich nun noch hauptsächlich auf die unwissende Landbevölkerung und wird deshalb die Wahl nach der Erte ansetzen, um die Bauern an die Wahlurne zu locken. Der Reichskanzler glaubt also nach der Ernte auch eine reiche Ernte für sich einheismen zu können, wir glauben aber, daß er viel zu schlecht gesäet hat, um auf gute Früchte rechnen zu dürfen. Wer weiß, ob er nicht in manchen sauren Apfel zu beißen hat. öitoriellc Ilotisen.
I n U n g a rn hat sich nun zu den schon dagewesenen Uebeln noch ein neues gesellt, nämlich daS einerUeberschwemmung in der großen Handelsstadt Szegedin. Ueber 8000 Personen stnd obdachlos. Eine Art Belagerungszustand ist erklärt. Jeder, der dazu aufgefordert wird, muß bei Todesstrafe arbeiten. Der Wind wird stärker, daS Wasier steigt am Damm und bedarf nur noch einiger Zoll Höhe, Alles zu zerstören. Die neuesten Depeschen melden, daß der letzte Damm der Theiß brach, daß in Folge dcsien große Verheerung angerichtet wurde und eine Menge Menschenleben zuGrunde gingen. . Der bekannte Generalpostmeister Sto phan. auf den die deutsche Regierung so stolz ist und dem nach eigener Aussage das Briefgeheimniß so heilig wie die Bibel auf dem Altar ist, hat nun an alle Postanstal ten in Deutschland einen Erlaß gesandt, nach welchem die Postbeamten berechtig, sind, alle diejenigen Briefe, bei denen sie vermuthen, daß dieselben verbotene Zei tungen, Broschüren u. s. w. enthalten könnten, in ihrer Weiterbeförderung auf zuhalten und an die Adressen nicht abzu liefern. Wenn diese Nachricht begründet ist, was w'r dem HerrnStephan ja leicht zutrauen, so haben alle übrigen Mächte ein Recht zu verlangen, daßDeutschland aus demWelt postverein ausscheide. Sollte der berühmte Mann daran gar nicht gedacht haben? Washington 12. März. Der Schatz. amtS Stkretärhatdatdic folgendenBondS zum Betrage von 10 Millionen Dollars einberufen, auf welche mit dem 21. Juni dieZinszahlung eingestellt wird : Couponbonds vom 1. Juli 187 $50 Wo. 105.001 bis 111.000 incl.. $100 Ro. 195001 bis 203,000 incl., $500No. 104,001 bis 103.000 incl., $1000 Ro. 185,001 bis 194 000 incl. ; Reg'strirte BandS. zahlbar nach dem 1. Juli '72 $100 Wo.23.65l bis 23,700 incl., $500 Wo. 11.551 incl.. $1000 Ro. 44 50l bl? 44 5 0 incl., $5000 Na. 15,701 blS 15, 00 incl. Im Schatzamt wurden heute die Ange böte zur' Lieferung von Silber eröffnet. Der SchatzamtSsekretär hat 200.000 Unzen I ekaufk, die zu San Francisco abzuliefern IND.
Der Reichstag hat am 11. März den
Antrag zuGunsten eines europäischenCon gresteö zur Herbeiführung einer allgemei nen Entwaffnung verworfen. Nur dreiUltramontane, dieSozialisten undHerrSon nemann unterstützten den Antrag. Gouverneur Williams sandte eine Botschaft an die Legislatur, worin er den Herren Gesetzgebern ganz gehörig denText liest, dab ste in den 60 Tagen, welche ste beisammen waren, eigentlich so viel wie Nichts gethan haben. Er zankt ste ganz gehörig wegen ihrerPflichtvernachlässtgung aus und meint, das Volk würde sich schon Diejenigen merken, welche an der Berzöge rung schuld stnd. Der Gouverneur drückt die Hoffnung auö, oafe die Extrasitzung nur eine sehr kurze sein werde. Im an zen behandelt er die Herren Legislatoren wie Schuljungen und im Grunde genommen, haben ste eö nicht viel bester verdient. Aus einem Bericht deS statistischen BureauS geht hervor, daß die Einfuhr in die Ver. Staaten im Jahre 1877 stch aus $504017.515. im Jahre 1873 dagegen nur aus $460,680.326 belaufen, also um über43 Millionen abgenommen habe. Dagegen belirf stch die AuSsuhr im Jahre 1877 aus $663.621.979 und im Jahre 1873 auf $764.020.811, hat also um über 95 Millio. nen zugenommen. Die Handelsbilanz zu unseren Gunsten beträgt also jetzt über343 Millionen nnd hat gegen daS Vorjahr um über 138 Millionen zugenommen. Das ist sehr günstig. Trotz alledem aber allgemeine Noth und Arbeitslosigkeit. ES müssen also nur sehr Wenige sein, welche den Nutzen dieser Handelsbilanz einstecken. Der Arbeiter und kleine Geschäftsmann bekommt merkwürdig wenig davon zu c hen. . Unter dem gegenwärtigen Gesetz ist der Schuldner bis zum Betrage von dreihundert Dollars vor seinen Gläubigern ge schützt. Unter dem sogenannten Exemp-tion"-Gesetz mufe einem Schuldner Eigen thum imWerthe von $300 gekästen werden DerLegislatur liegen gegenwärtig mehrere Vorschläge vor, diese Summe bis zu tau send, ja bis zu zweitausend Dollars zu er Höhen. Wäre es möglich, durch ein solches Gesetz das Creditsystem gänzlich zu ver. Nichten, so läge am Ende Sinr. darin. Da dies aber nicht der Fall ist. so kann es nur die eine Wirkung haben, den Credit aller Derjenigen, welche nur über ein kleines Vermögen Verfugung haben, zu vernich ten. Ein solches Gesetz kann nur reichen Schwindlern zu Gute kommen. Mensch lichkeit hat Nichts damit zu thun. Während es anscheinend eine Wohlthat für den Unbemittelten sein soll, kann es ihm in der Wirklichkeit nur zum Schaden gereichen. Credit ist ein Faktor im heutigenGeschäftSleben, der nicht abgeschafft werden kann, und den der Unbemittelte nöthiger hat, alS der Reiche. Wird ein so großer Betrag wie zweitausend Dollars außer den Bereich der Gläubiger gebracht, dann werden Die jenigen, welche nicht mehr als zweitausend Dollars wertb" sind, keinen Credit mehr haben, gerade wie heute Diejenigen, welche nicht mehr als dreihundert Dollars werth sind, keinen Credit haben. Viel vernünf tiger wäre es, dem Lohnarbeiter, der nicht mehr verdient, als er für des LebenS Nolh' durft nöthig hat, vor Verlust zu schützen. Bei Schulden für Arbeitslohn sollte keine ' exemption" gelten. In dieser Richtung könnte das Gesetz mit Vortheil verbesierl werden, unsere Gesetzgeber sind ober stets mehr bereit, den Reicklhum als dieArmuth zu beschützen. Mit dem Parlamentarismus ist eS in Deutschland schlecht bestellt. Trotz der zwei WaterlooNiederlagen, welche oieRe gierurg erlitten, bleibtBismarck aus seinem Posten. In E"gland wäre e in e solche Niederlage genügend, den Rücktritt des Ministeriums herbeizusühren. JnDeutsch land aber fragt die Regierung nicht viel nach dem deschränkienUnterthanenverstand. Bismarck bleibt, aber der Reichstag wird wahrscheinlich gehen muffen. Die Anstch ten der Volksvertreter haben vor der Regierung nicht viel Geltung. Das ist kein ächter Parlamentarismus, das ist Schein Parlamentarismus. Unter den Umständen märe es Zeit, daß Bismarck vom Schau Platze abtritt, so Elwaö ist aber von einem Manne, der gewohnt ist, sein eigenes Ich über den Willen des ganzen Volkes zu Nellen. nicht zu erwarten. Dennoch beweisen die letzten Vorgänge, daß der Einfluß ViS marct'Z im Schwinden ist. Die Tage sei ner absoluten Machtvollkommenheit schei nen gezählt zu ,ein. Unsere Ansicht ist, daß Bismarck sich überlebt hat.
Schlechte Controllirung der LebenöMittel. Die Controllirung der LebenSmittel sollte eine der Hauptaufgaben jederBehörde sein. Wo dieS Unterlasten oder'in irgend wel cher Weise vernachlässigt wird, läßt sich die betreffende Behörde eine Pflichtverletzung zu Schulden kommen, die gar nicht strenge genug gerügt werden kann. Auch bei unö ist die BundeS.Jnspektion ihrer Pflicht nicht nachgekommen; ste hat es versäumt, die sür die Ausfuhr bestimmten Waaren sorgfältig zu untersuchen und mußte erst durch ein englisches Einfuhrverbot aus die Thatsache aufmerksam gemacht werden, daß lungensüchtiges Rindvieh und Fleisch bei unS exportiit wird. Erst in Folge besten haben die Behörden in New York und Illinois Maßregeln ge gen dieses schändliche Versehen ergriffen. Diese Maßregeln sind freilich kommunisti scher Natur, sie hemmen den freien Mir werb. Aber wer will sie verdammen ? Zn verdammen ist. daß sie nicht durch Pflicht treue der inspizirenden Beamten unnöthig gemacht wurden. Und wer weiß, wie viel kranke Thiere im Lande verspeist worden sein mögen natürlich nur von den Ar men.
DaS Maulkorb. Gesetz wurde vom deutschen R ichstag verworfen. Dem Freidenker in Milwaukee ist nun auch die Ehre wiederfahren inDeutschland verboten zu werden. Zu einer Ehre kann stch'S jede Zeitung anrechnen, wenn ste in Deutschland nicht mehr eingelösten wird.denn daS freieWorl und die offeneMeinung können rm Reichs gebiete nicht recht vertragen werden und bekommen daher keinen Einlaß. Johann Jacoby sagte mit Recht, eS ist die Krankheit derKSnige.daß sie dieWahrheit nicht hören können. An dieser Krank heit leidet auch der deutsche Reichskanzler. Schon jitzi zeigen sich die Vorzeichen zu einem neuen Jndiane rK r i e g ! Dank der betrügerischen und civilistrtbrutalen" Behandlung, welch den Indianern von Seite der militärischen wie civilenRegierungsbeamten stetsfort genug of fentundig und ungenirt zu Theil wird, ha den wir auch in diesem Jahre wieder den Schaden und die Schmach einer neuen Schlächterei zu gewärtigen, um allmälig die angeblichenWilden durch die wirklichen Wilden durch die wilden derPolilikanten Zunst ausrotten zu lasten, eine un menschliche und jedes Jahr Millionen von Dollars verschlingende Prozedur, die kon statuter Maßen blos deshalb nothwendig ist, weil die letztere Gattung vonWilden bieder .civilisirten- nämlich ihre Raub thierNatur gar nicht ein wenig bezähmen kann. So wird denn neuerdings aus Dakotah gemeldet, daß an verschiedenenPunkten der auö Minnesota nach Pankton führenden Straße Jndianer-Abtheilungen sich haben blicken lasten. ES stnd schon so heißt es mehrere Gewaltthaten vorgekommen. Viele glauben, daß jene Banken aus jun genttriegern bestehen.die sich von denAgen turen von Rothwolke und Buntschwanz weggeschlichen haben. Andere schreiben die Uebersälle einerCheyenneBande unter dem kleinen Wols zu, welche sich zuSittingBull durchschlagen wolle. Z Sehr bezeichnend ist folgende Notiz, die uns soeben durch deutsche Blätter zu kommt :Die bairischeReichörathö. K a m m e r ist mit allen gegen 8 Stimmen dem im dänischen Abgeordnetenhause an genommenen Antrage Crämer gegen das Reichstags - Disciplin. (Maulkorb) . Gesetz beigctreten. Sämmtliche im Hause anwesenden und stimmberechtigten Mit glieder des Königlichen Hauses und Prinz Luitpold mit seinen beiden Söhnen Luit pold, auch der Herzog Ludwig stimmten mit Ja-, d.h. gegen das Gesetz; Prinz Luw'g Ferdinand, ältester Sobn des am 25. Sept. I872ik,stordenenPrinz,n Adal dert, hat in der PairSkammer zvtZ'it Sltz aber noch keine Stimme: DasMtrnsterium war durch dieMmister deö Innern und der Justiz, von Pseufe, uud Dr. von Fäusile vertreten; der Letztere schwieg, der Elftere bestätigte kurz und trocken die Annabme der Reichstags'Discipllnarvorlage durch cn Bundesrath unter Mittheilung des StimmkNVkrhältnlsts von allen argen 9 Stimmen. Von den geistlichen Mitglie? dern des Hauses stimmten der Augsburger Bischof Dr.Punkra, vonDinkel mit .Jader neueErzbischof vonMünchen.Freiflna. Dr. Anton Steickele. mit Nein- (also sür das Gesetz). Erzbischof Schreiber von Bamberg war nicht anwesend. AuchDöl linger stimmte mit 9hm" also für da? Maulkorb. Gesetz! ! Döllinger der erzlnfame Pfaff' m wie
Die -Britisch Amerikanische BersicherungS - Compagnie, Die -Western VersicherungCompagnie, Dke-CitkzenS" VersicherungSCompagnie sind in dieser Stadt und Umgkgend durch Eleaveland 55 Co., No. 1 Eleaveland Block gegenüber dem .Board of Trad, vertreten, ''d beweiben sich hiermit um die Kundsä oft der hicsizen Deutschen. Peter Leser ist der deutsche Agent der genannten Firma in hiesiger Stadt und verdient besten Krfolg. ihn Heine so treffend nannte darüber werden sich immerhin noch einige Leute ein wenig verwundern können. Wir nicht. Der längst glückliche in den Sand verlaufene Altkatholicismus war für unS stets nur eine durch und durch reaktionirteBewegung deren Spieqelfeckter stets nur eine Volk? feindliche Rolle spielten. Da kann man nicht sagen : .Zum Teufel ist der (freisin niste) Spiritus- wenn auch der lreaktio nZre) Fusel- natürlich geblieben ist. rS'Auf Veranlassung derGrobgeschwo renen wurde der junge Thunichtgut Char les Tessler nach dem CorrektionShauS geschickt. "Charles Ratcliff. angeklagt, einem Angestellten des St. NicholaS Hotel meh rere Kleidungsstücke und $15 gestohlen zu haben, wurde am Dienstag Abend verhaf tet. LSDa es nicht möglich war, ein Co mite für ein Banquet, daS zu Ehren der Legislatur gegeben werden sollte, zusam men zu bekommen, lieb man daS Projekt wieder fallen. S-Eine Frau Namens Anna Cox, die allem Anscheine nach irrsinnig ist, wurde am Donnerstag von der Polizei in Gewahrsam genommen und einstweilen im Stationshause untergebracht. LS'Es scheint, daß die County.Com missäre sich entschlossen haben, vorläufig keine Jail zu bauen. Wenigstens behaup tet ein Reporter der Cincinnati Gazrtte, daß sie sich ihm gegenüber so ausgesprochen hätten. TS-Georg Miller. Robert Morgan und Charles Preston sind alle des DiebstahlS angeklagt. Die drei Kameraden wurden am vergangenen Dienstag dem Criminal richte? vorgeführt, bekannten sich jedoch nicht für schuldig. öE'm Neger Namens Buckley. der an der Nord Tenncsseeprasje wohnt, fand am vergangenen Mittwoch früh ein weißeS Kind vor seiner Thür. Wer sich der klei nen Bürde auf solch herzlose Weise entle digte, ist noch nicht ausgefunden. rSEine Extrasitzung ist nun doch einberufen, wogegen die Herren Le gislatoren gewiß nichts einzuwenden baben. Den Herren ist nun genügend Z?it gegeben, die zu erledigenden Geschäfte abzuwickeln, ob dies aber geschieht, ist den noch fraglich. W-Die Untersuchung gegen dieDokto ren Jamcson und Evarts vor einemComite der Legislatur ist noch immer im Gange. Fortwährend werden Zeugen verhört, da jedoch die Angeklagten noch nicht mit ihrer Vertheidigung begonnen, enthalten wir uns jedes Urtheils. LS'Die Farmer beschweren sich, dab der Marktmeister jeden Monat die Maobe stempelt und jedesmal 15 CenlS dafür berechnet. Das Gesetz gibt dem M,ltmei ster das Recht dazu, doch liegt dem Stadt rathe eine Ordinanz zur Abschaffung dieseS Gesetzes vor. rS-Freidenkerverein. Die ge seUige Abendunterhaltung deS Freidenker Vereins war trotz deS Gewitters, daS am Sonntag Abend hereinzubrechen drohte, sehr gut besucht und verlies in lustiger, gemüthlicher Weise. Der P.Sstoent deS Vereins wies daraus hin. dak die Unter Haltungen, welche nach Beschlub des Vor standeS nun'von Zeit zu Zeit wieder abge halten werden, lediglich den Zweck haben sollen, die Mitglieder und Fieunde deS Vereins dann und wann versammelt zu se hen, um dann im frohen Verein denAbend o vergnügt als iröglich zu verklingen. Die Leistungen, welche an solchenAbenden, iei eS durch Gesang. Musik oder komische Vortrüge von drn Anwesenden gemacht werben, fordern desba b keineswegs die Kritik heraus, werden vielmehr als einBei trag zur Gcmülhlichkelt mit Dank entge gengenommen. Wir Unterlasten eS deS bald, die Namen derer zu nennen, die ihr Schklflein zur geselligen Unterhaltunq bei trugen, rathen vielmehr all Denen, welche sich einmal recht nach Herzenslust amüsiren oder selbst einmal eineProbe ihr? TalenlS ablegen wollen, die Abendunterhaltungen deö Freidenkervereins zu besuchen.
