Indiana Tribüne, Volume 1, Number 29, Indianapolis, Marion County, 1 March 1879 — Page 1
Louis P. Hild, Herankgtbkr.
Office: Ecke CireZe u. Meridian-Straße. Jahrgang 1 No. 29. India-apokis, Indiana. Samstag, den 1. Warz 1879.
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neuen Einrichtungen. Ne Studententumulte in Peteröbürg. (Ori inal,orresxonden, des 31. Wr. dendblatt.-Z Petersburgs. Jänner. Die Zarenstadt an der Newa wurde abemalg sum Schauplätze bedeutungsvol ler llnruhen. Es ist abermals ein Symp tom freiheitlicher Regung in Rußland zu verz ichnen, ein Symptom des volksthum liche i Bestrebens, die fesseln der Despotie, wen l nicht zu brechen, so doch leichter und ertäglicher zu machen. Diesmal waren es wieder die Studenten, welche eine srciheit licheDemonstration in Szene setzten, eine Denonstration, die sicher in ganzRubland eineil mächtigen Wiederhall finden wild. cr '. i t i u . cr..u u L niUMuiiniiuuic ociuiuuun yictju uui die jrausame Maßregelung der auö Anlah der Ueberreichung einer Adresse an den ruf ' sischm Thronsolger vor etwa sechsWochen verhiafteten Studenten. Die Regierung des Zaren sprach nämlich .im administra tivej, Wege- ein Urtheil über zweiunddreiKig dieserStudenten, demzusolge dieselben. ohn? irgend welchem Gerichtshose gestan den M sein, am 19. d. M. nach Sibirien V -'. - r , n -. fi oepiiiin roeroen jouien. vit ylovspojl kam schon am 17. d. M. zuOhren der hiesigenStudentenschast, welche gleich auf die erste Kunde von der Maßregelung ihrer verhafteten Kollegen sich sofort einer ge Heimen Berathung in der Wohnung eines Studenten in der Nacht vomN.aus den13. d. versammelten. Hier wurde beschlossen. abermals eine Bittschrift an den russischen Thronsolger zu richten, um ihm dieselbe am nächstfolgenden Morgen durch eineDe putation zu überreichen. Die von denStudenten delegirteDeputa tion hat sich um die besprochene Zeit vor daS Palais des Thronfolgers begeben, während die zahlreich versammelten Kolle gen in den benachbarten Gassen Posto nahmen. Die Deputation wurde nicht vorgelassen. Die Thore des Palais waren verschlossen und bald fand sich ein Polizei beamter ein, welcher die StudentenDepu tation sür verhastet erklärte. Diese ließ sich aber nicht verhaften. Aus mehrere Pfiffe erschienen die auspassenden Kollegen zur Hilfe, welche dem Polizisten ihre Op fer entrissen und die letzteren auf Händen nach Hause trugen. Allein es dauerte nicht lange, als den heimkehrnden Studenten eine aus zehn Mann bestehende Polizei Patrouille in den Weg trat und allsogleich mit Kolbenhieben die Menge, welche mitt lerweile stark angewachsen war, auseinan derzutreiben begann. DieStudenten mach ten gegen die Polizei'Soldaten Front : es kam zum Handgemenge, nnd als das Volk den Studenten zum Entsatz herbeieilte waren bald diePolizeisoldaten in dieFlucht gejagt. Daraushin erschollen aus dem Volle Rufe : .Warum will man euch ver
hasten?" Man will uns verhaftenlautete die Antwort .weil wir umBegna digung unserer Kollegen, welche im ad ministrativen Wege nach Sibirien depor-
tirt werden sollen, beim Thronfolger peti tioniren wollten. "DieHenker, dieHunde der Despotie !"Nieder mit ihnen !"-.Ver. lesen diePetition !" erscholl eö darauf wüst durcheinander in oenLüsten und bald stand auf einer herbeigeschleppten Kiste der Füh' rer der Deputation, der stuä. meä. Oz' rowski, und verlas den Versammelten die Petition. DaS Schriftstück, welches ich im Origi nale beschließe, lautet wörtlich folgendermaßen: .Erlauchter Thronfolger Czare witsch l Die traurigen Ereignisse, welche in Charkow den Anfang nahmen, sollten jetzt mit der Deportirung unserer verhafteten Kollegen nach Sibirien ihren traurigen Abschluß finden. Wir appelliren, erlauchter Herr, an deinen Gerechtigkeitssinn und an Deine uns bekannte Milde. Sei bei Deinem erlauchten Vater Fürsprecher un serer gerechten Sache und mildere dadurch die allzuharte Strafe, welche unseren ar men Kollegen zu Theil werden soll, beson derS da dieselben keinemGerichtsofe gegen über gestanden sind, also nicht aus gesktzliebern, sondern im administrativen Wege bestrast werden. Sollen denn so viele hosfnungsvolle Existenzen sür unser glmeinsamks Vaterland verloren gehen, deshalb, weil unsere Kollegen in uneigennütziger Weise sür ihre Charkower Kollegen eingestanden sind, deshalb, weil sie den despotischen Universitätsstatuten gegenüber sich alsMenschen sühlten und ihre menschlichen Rechte wahren und reklamiren wollten? Wir wollen überzeugt sein, daß Du, erlauchter Czarewitsch, uns Gerechtigkeit wirst'widersahren lasset und nicht zur Schmach yor der ganzen Welt zugeben willst, daß Rußland mit den besten, intet ligentesten seiner Söhne die eisigen Oeden Sibiriens bevölkere und die Blüthe seiner Jugend, seinen zukünftigen Stolz dort in den frostigen Gefilden verkümmern lasse. Wir verlangen blosGertchtigkeit zgewähre sie uns und wir sind bereit, mit Ausdauer und Opfermuth unseren Velpflichtungen nachzukommen, damit nir in der Zukunft dem liebenVaterlande nützlich sein können Das Schriftstück war!kaum zur Hälfte verlesen, als eineSotnie'Kosaken und eine starke Gensdarmerie-Abtheilung auf dem Platze von Newski-Proipekt erschien und Massenverhastungen vomahm. Nebflbei ist auch Blut geflossen, denn die K saken stachen mit ihren Lanzen sogar Frauen nie der, wenn sie ihnen gerade in den Weg ka men. Die Menge finß an, der Ueber macht weichend.sich zu flilchten und dasFa zit der Demonstration nar, daß diePolizei über dreihundert Personen aus dem Volke und unter denStudenteg verhaftete, welche allsogleich nach derCitadlle gebracht und in der Tiurma eingekerkert wurden. Am 19. d.M. saßen die unglücklichen phiunddreibig Studenten, welche den Anlaß zum Tumulte gaben, der Reihenach in mehreren Kabilkas und traten .in administrativen Wege" den sehr traurigen Weg nach Si blnen an. In ihrer Gesellschaft befand sich nebenAnderen auch derÄorstand derChar kower Provinzialvertre ung, Gordezenko, der Verfasser des Vtlsasiungspetition welche im vorigen Mnat kollektiv von mehreren russischenProvinzialvertretungen (Ziemstwo) dem Zaren, überreicht wurde. Der verpönte ConmuniSmuS. Ueber die christlich cßmmunistische Ge meinde .Aurora" im Staate Oregon be richtet die in Portland) Oregon, erschei nende .Deutsche Zeitrng": .Im Jabre 1857 wurde unter der Latung des unlängst verstorbenen Dr. Keil in Thale des Pud ding FlusieS eine Niederiasiung von Deut schen, hauvtsächlick Vennsylvaniern, ae gründet, deren beispietoser Erfolg wohl der Erwähnung werth sun dürfte. DieOr ganisation war eine geschlossene und so umsichtig entworfen unt geleistet, daß die unendlichen Schwierigsten, die sich den Einwanderern boten, diirch gemeinschast liche Anstrengung mit Leichtigkeit über wunden wurden. Wer das Städtchen Au
rora jetzt sieht, den regen Geist, der überall herrscht, die unermüdliche Thätigkeit der Leute, welche anderen Ursachen als derEr
merbssucht zu entspringen scheint, die Ein sachheit der Sitten und Trachten und da bei doch die frohe Zufriedenheit, die auö allen Gesichtern leuchtet, dem wird es doppelt lieb sein, die Ursache zu erfahren, d nen ein so hoher Giad gesellschaftlicher Prosperität zuzuschreiben ist. Wie erwähnt, ist as Prinzip der Colonie ein rein com munistischeS : Jeder arbeitet sür das Ge meinwesen und bezieht seinen gleichen Antheil aus den Eii-.künsten. Der von den Mitgliedern gewählte Verwaltungsrath sührt die Aussicht über sämmtlicheEinnabmen und Ausgaben und seinem Einfluß weichen etwaige Streitigkeiten unter den Colonisten. Circa 100.000 Acker Landes gehören demGemeinwesen und werden von den Farmern der Gesellschaft bewirlhschaf tet. Eine bedeutende Sägemühle mitWasserkraft, eine große Mahlmühle. Schnei der-, Schuhmacher-, Schmiede undSatt ler-Werkstätten, ja sogar ein UhrmacherGeschäft werden von denColonisten betrieben und die Erträgnisse zum allgemeinen Wohl verwandt. Ein großes HandelshauS liefert alle diejenigenWaaren. welche in der Colonie nicht produzirt werden, und ein Hotel, dessen Küche und musterhaste Reinlichkeit so leicht nicht übertroffen werden dürste, sorgt für das leibliche Wobler gehen der Junggessellen unter den Mit gliedern und bedient auch Fremde gegen mäßige Bezahlung aus's Vortresflichste DasgemeldeteAblebendes früheren preußischen Kciegsministers,Grasen Roon, bringt gleichzeitig die Thatsache in Erinnerung, was diefer seltene Kriegs mann, der in dem Ruf eines unerbitterli' chenKämaschenhelden stand, für die preußische Armee getban. Roon war der eigentliche Schöpfer der Armee, welche durch die Siege der letzten dreißig Jahre berühmt und gefürchtet worden ist.. Daß der Feldzug gegen Oesterreich im Jahre 1L66 in sieben vollen Tagen abgemacht werden konnte und in der Entscheidungsschlacht von Königgratz verlief, war Roon's Verdienst, ebenso war auch die wunderbare Heeresorganisation die Ursache, daß deutscheTruppen in siebenMonaten mitFrankreich fertig wurden. Roon wa:: der Personisizirte Militärstaat und daß ?r die Mittel zu dem blutigenKriegshandwerk zu solcher Vollendung gebracht und in steter Bereitschaft hielt, war daß Hauplverdienst des ganzen Lebens des eisernen Soldaten, des sen Organisationstalent von Freund und Gegner anerkannt werden mußte. Schon vor einigen Jahren hatte der alte Herr sich vom Dienste zurückgezogen, um einer jüngeren Kraft Platz zu machen. Wenn man Moltke den Kopf der Bellonna nennen darf, so war Roon der Arm, der zuschlug. B.J.P. G r o ß e r MsöSöm - des INDIANAPOLIS or. Tmnvemm am Montag, 3. März '79, in der Manncrchor-Halle TiLete für Herr und Dame.. '..$i.M m Vl'aliedkr i.'i, Eztra Damen.TickttS so allerie Tickets... : . 25 Ticket t st-'d zu haben d,i S. Karle. 3 Osi.Washina. t,nttrakk; S. Ä nequt. 131 OstÄashinglnftraße, u. rm Circle Park Restaurant. .
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