Indiana Tribüne, Volume 1, Number 27, Indianapolis, Marion County, 15 February 1879 — Page 4
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Indiana Hribüne. (Wochenblatt.) g. V. LZzZus, Redakteur.
Ofsice: Ecke Circle u. Meridianstr. (Im dritten Stock ) Abonnements-Preise. In der Stadt durch Träger ins Haus geliefert Per Monat 20 Cents. Per Jahr im Voraus $2.00 Per Nummer ö KentS. Louis P. Hild, Herausgeber. Indianapolis, Ind., d. 15. Februar 1879. Schulgesetze. Das Repräsentantenhaus beschäftigte sich dieie Woche mit einer Bill, welcheHon. Humphreys einbrachte und einer Commis sion von Fünfen zur Berichterstattung übergeben wurde. Diese Bill beantragt, daß der Stats-Board des Erzietzungswesens eine Liste von Schulbüchern ausstellen soll, au? welcher die Counly'Boards gezwungen sein sollen, ihre einzuführenden Schulbücher zu wählen. Andere Bücher als solche, welche auf dieser Liste stehcn, dürfen in denSchulen nicht gebraucht wer den. Dieser Gesetzentwurf riecht sehr ver dächtig. Wir haben seit zwei Jahren ein Geset; in Krast, welches verbietet, vor Ablauf von fünf Jahren einen Wechsel in den Schulbüchern vorzunehmen. Dieses Gesetz passirte damals, um endlich einmal den Eltern unserer Schulkindern Ruhe vor den spekulationswüthigenSchulbuch-Verlegern und den zugänglichen Schulbehörden zu verschaffen ; welcher Verleger am besten zu schmieren verstand, dessen Bücher wurden eingeführt; kam dann ein Anderer, der den Ersteren an Schmier-Capazität über bot, so w.irde dessenVerlag eingeführt und die eben erst in Gebrauch genommenen Schulbücher mußten weichen. Die Eltern hatten den Schaden davon und wurden mibmuihiz. Diesen Uebclstand zu beseitigen war sei Zweck des 1877 angenomme neu Keicßes. mit welchem Jedermann zu fricden war. Was will nun Hnmphreys mit seinem neuen Gesetzentwurf, welcher 1882 vielleicht am Platze wäre, jetzt aber durchaus überflüssig ist? Ein Interesse an der Annahme seines Gesetzes haben nur solche Schulbücher-Verleger, deren Schulbücher dermalen in unserem Staate nicht eingeführt sind ; bekanntlich lassen es sich diese großen Geschäfte etwas kosten, um ihre Artikel einzuführen ; liest man den in Rede stehenden Antrag, so fühlt man sich unwillkürlich versucht zu fragen : "how rnuch, Mr. Ilumphrcys ?" Wir erwar ten zuversichtlich, daß diese Bill zur ewigen Ruhe bestattet wird, und zwar so bald als möglich. Bei dieser Gelegenheit erwähnen wir eines Umstandes, welcher die große Mehrzahl der Eltern, deren Kinder unsere öf sentlichen Schulen besuchen, sehr unmuthig macht und zwar mit Recht. Wenn auch für denUnterricht direktSchulgeld nicht be rechnet wird, so verstehen es aber doch un sere Lehrer, die Eltern so auf Kosten zu treiben, daß die Ausgaben für schulpflich liqe Kinder einen ganz anständigen Posten bilden. Es müssen Schreibheste von der und der Beschaffenheit gekauft werden, mit so und so viel Linien, so und so viel Blät tern, dem und dem Umschlag etc. Diese Hefte kosten so viel, daß man das zehnsache Quantum von solidem Schreibpapier dafür kaufen könnte, wenn man seinen Kindern solide, dauerhafte Schreibhefte selbst machen dürste, wie es in der guten alten Zeit der Fall war. Aber nein diese Fancy-Hefte müssen um hoben Preis bei dem oder jenem Buchhändler gekaust werden. So ist es mit dem Lineal, dem Blei ftift, der Stah'.seder. dem Gummi, sogar mit dem Tafelschwamm Alles fancy, geckenhaft, weniger zweckmäßig, als schul meisterlichen Launen entsprechend, aber durch die Bank theuer. Wird ein Kind versetzt, so müsien neue Bücher her. Anstatt die Lesebücher, das GeographieBuch, den Leitfaden für Musik, das Rechenbuch etc. so einzurichten, daß sie für einen mehrjährigen Cursus ausrei chen, das Schulkind in seinem Vorrücken in den Klassen auch in seinen Lehrbüchern weittr geht, müssen hier Schulbücher für alle Grade angeschafft werden, und wenn auch der Unterschied zwischen den zunächst liegenden kaum wahrzunehmen ist. Der 1., 2., 3., etc. Reader, der 1., 2., 3. etc. Loomis, und wie die Bücher alle heißen, sind ebenso viele Schröpfungsversuche aus den Beutel der Eltern. Was z.B. in allen
Loomis steht, könnte recht gut in einem einzigen Buche zusammengefaßt und zu demselben Preis verkaust werden, was jetzt ein einzelnes Hest kostet. Aber allerdings, wo bliebe da der Buchhändler und alle Jene, welche er schmiert? Unser Schulwesen wird so aunerordent lich gerühmt, aber es hat noch gewaltige Schattenseiten. Unsere Volksschule ist unter den Schulen ungefähr das, was die Watteau'schen Hirtinnen Daphne und Phyllis unter denSchäfern waren- lancy, viel zu viel fancy, und viel zu wenig volks thümlich. Schöne Aussichten. Aus dem Süden kommen beunruhi' gende Nachrichten über das Auftreten einzelne? Gelbfieber-Fälle. Es hat den An schein, als ob dieSeuche nie ganz erloschen wäre und nur während der großen Kälte einen Winterschlaf gehalten habe. Unter solchen Umständen gebietet die Pflicht der Selbsterhaltung, daß aller Orten die strengsten Maßregeln ergriffen werden, um nötigenfalls gewaltsam die Bevölkerung der Städte zur größten Reinhaltung ihrer Grundstücke anzuhalten. Wahrhast un glaublich klingt, was man über den Zu stand der Straßen und die Saumseligkeit der städtischen StraßenPolizei von N e w O rl e an s vernimmt. Die Schilderung des Schmutzes, der Masie der verwesenden Stoffe in den belebtestenStadttheilen, und ganz besonders in der unmittelbaren Umgebung des Gesundheitsbeamten, füllt tag lieh die Spalten der New Orleanfer Blät ter, welche nicht müde werden, zu warnen und die pflichtvergesienen Beamten und Behörden zu mahnen. Aber es geschieht nichts, und es wird nichts geschehen, bis daß die Seuche wieder mit einem Satze inmitten der leichtsinnigen Bande erscheint, und die Burschen nöthigt, durch schleunige Flucht ihr theures Ich wenigstens in Sicherheit zu bringen. Bis dahin tanzt man auf einem Vulkan und stürzt sich kopfüber in die Fasching-Freuden. Eine Vernachlässtgung der gebotenen Vorsichtsmaßre
geln in Louisiana muß für viele Staaten verhängnißvoll werden und wäre es sehr wünschenswerth, daß in solchen Fällen die einzelnen Staaten von der obersten Bun desgewalt zur Erfüllung ihrer Pflicht ge zwungen werden könnten. Dagegen sträubt sich aber die demokratische Souve ränetät der Einzelstaaten, die gewahrt werden muß, selbst wenn durch Pflichtvernach lassigung zwanzig andere Staaten Schaden erleiden. In Memphis soll das gelbe Fieber seit letztem Herbst noch niemals ganz erloschen gewesen sein. Auch in einigen Gegenden Mississippis glimmt der Funken unter der Asche und bedarf nur des Eintritts der wärmeren Jahreszeit, um sich zu entfachen. Ob unter solchen Umständen die Seuche bei ihrem Vormarsch am Ohio Halt machen oder weiter nördlich vordringen wird, ist mehr als menschliche Berechnung vorherzusagen vermag. Eins ist aber gewiß, daß wir nämlich die schönste Aussicht ha hen, sie auch unter uns zu sehen, wenn wir nicht mit ängstlicher Gewiffenhastigkeit Alles beseitigen, was dem Fieber zum Anhalt dienen könnte. Ein anderes Mittel, der Seuche den Stachel zu nehmen, gibt es nicht. Editodielle HSlolizen Die Absperrung Englands gegen die Einfuhr amerikanischenRindviehs hat aufgehört, nachdem sich die Regierung über zeugte, daß das Gerücht von ' hier herrschenden Seuchen unbegründet war. Der Entladung der im Laufe dieser Woche in Liverpool angelangten ViehTransport Dampfer wurde keinerlei Hinderniß in den Weg gelegt. Senator Sarnighausen feierte am Mittwoch den Triumph, seine ebenso nothwendige wie sachgemäße Bill, welche den ärztlichen Instituten undLehranstalten tie nöthige Anzahl von Leichen zu anato mischen Zwecken sichert, trotz verzweifelter Anstrengung des muckerischen, scheinheili gen Elements, passiren zu sehen. ES un terliegt kaum einem Zweifel, daß dasHaus sich hierin demSenat anschließt und damit ein Zustand geschaffen' wird, welcher von jedem vernünftigen Menschen seit -Jahren für dringend nothwendig erachtet, aber niemals ernstlich in Betracht gezogen wurde. Aeußerungen der Entrüstung über Gräberschändung und Leichenraub waren dafür um so zahlreicher und auch billiger. Nach Annahme der Sarnighausen'schen Bill gewinnt erst das Gesetz seine volleBedeutung und Berechtigung, welches den Leichenraub mit schweren Strafen belegt.
Während des Monats Januar wur-
den 148 Millionen der neuen vierprozenti aen Anleihe gezeichnet, an welchen künftig $2,900,000 Zinsen jährlich erspart werden. Und doch gibt es Menschen, welche diese Finanzoperation bekrittelten, nur um dem revublikanischen Schaksekretär, welcher sie durchgesetzt hat, keine Anerkennung zollen zu muffen. Der erneute Angriff der Knownothings auf den deutschen Sprachunterricht in St. Louis war wieder einmal ein Schlag in's Waffer. Das Obergericht entschied, daß die Gerichte, welche um eine Einstellung des fremdenSprachunt'rrichts angegangen waren, hierin keine Eompetenz besäßen, und nur durch die Legislatur eine Aende rung verfügt werden könne. Es bleibt nun abzuwarten, ob die Fremdenhaffer sich an die Legislatur wenden werden. In unseren östlichen Hasen macht sich schon eine vermehrte Thätigkeit bemerkbar, welche mit der, am 1. Oktober in Australien zu eröffnenden Weltausstellung in Zusammenhang steht. Unsere rührigen Fabrikanten undJndustriellen sind mit der Fertigstellung ihrer Ausstellungsgegen stände beschäftigt und von Philadelphia aus sind schon mehrere Schiffe mit solchen Gütern abgegangen. Man verspricht sich in merkantilen Kreisen eine bedeutendeZu nähme unseres Exports in Folge dieser Ausstellung. Die Zulukaffern sind auf dem besten Weg, ihren Namen wieder zu Ehren zu bringen, nachdem er so lange zum Gespött der Europäer gedient hat. Sie haben den Engländern am Cav eineSchlappe beigebracht, an welcher diese lange zu kauen haben werden. Die Kaffern übersielen ein Detachement des 24. Regiments, eineBat terie Artillerie und 600 eingeborene Hülsstruppen, tödteten 49 englischeOssiziere und gegen 500 Soldaten, erbeuteten 102 bela dene Wagen, 1000 Ochsen, 2 Geschütze, 1000 Büchsen, eine UnmaffeMunition und die Fahne des 24. Regiments. General Bartle Frere hat um Verstärkungen gebe ten und zwar um wenigstens sechs Jnfan terie-Regimenter und eine Cavallerie-Bri gade. Das Prestige der Engländer in Süd-Afrika ist stark erschüttert. Am Mittwoch eröffnete KaiserWilhelm m m . . & . m w ln Perion Die Vltzung oes oeutjazen Reichstags unb hielt die Thronrede, in welcher er der Landesvertretnng für ihre Beihülfe in der Knebelung des Volkes und der Unterdrückung der Volksrechte dankte; ferner die Hoffnung aussprach, daß die bö sen Social-Demokraten mit Stumpf und Stiel ausgerottet werden möchten ; sodann mittheilte, daß der Paffus des PragerVer trags, laut deffen eine Volksabstimmung in Nord-Schleswig darüber entscheiden sollte, ob die Bevölkerung dänisch oder deutsch sein wolle, annullirt worden sei. trotzdem daö darin enthaltene Versprechen verbrieft und besiegelt war etc. etc. Die Rede schloß mit den üblichen Floskeln von dem guten Einvernehmen, was zwischen den Völkern herrsche und den Bemühungen der deutschen Regierung, den europäischen Frieden zu bewahren. Ein neues Projekt wird von der ande ren Seite des atlantischen Oceans gemel det, und zwar nichts Geringeres, als die Absicht einer Auswanderung der Juden nach Amerika in großen Maffen, um hier Colonien zu bilden und die noch brachlie genden Länderstrecken der Cultur zu er schließen. Diese Einwanderung soll sich aus dem Osten und Südosten Europas in Bewegung setzen und zwar mitEintritt Des Frühjahrs. Wir wollen gewiß den Juden keine gu ten Eigenschaften absprechen, welche sie be sitzen, aber Ackerbauer sind sie wahrlich nicht, und ebensowenig Colonisten unter sich selbst. Der Jsraelite arbeitet hart und schwer, viel härter wie mancher, ja die Mehrzahl Andersaläublger, aber diese Ar beit darf nicht mit denFäusten undHänden vernchtet werden müffen. Wie viele Ju den hat man hinter dem Pflug hergehen oder am Ambos den Hammer schwingen sehen ? Wo sind die jüdischen Schuhma. cher, Schreiner, Schloffer, Maschinisten Ingenieure, Lokomotiv-Führer? Wir fia ben noch keine : gesehen, wenn wir auch überzeugt sind, daß eS solche Ausnahmen geben mag. Ein jüdischerFarmer, welcher Schweine fett nacht, pflügt, egat. säet und drischt, ist ein fast undenkbares Ding und wenn es mit der Errichtung jüdischer Co lonien im Westen Ernst werden sollte, sind wir neugierig, wie lange diese Colonien bestehen werden, bis sie nothgedrungen in andere Hände übergehen.
Das bankerotte M e m p h i s, welches seinen StadtCbarter aufgab, um dadurch seinen Creditoren einSchnippchen zu schlagen, ist von dem Kreisgericht unterCuratel eines Maffenverwalters gestellt worden, deffen angenehme Arbeit es zunächst sein wird, die enorm aufgelaufcneSumme rück ständigerSteuern einzutreiben. Die lau biger des bankerotten Concerns haben eine Vereinigung behufs Einschlagens gemeinschaftlicher Sch'itte gebildet und repräsen tiren eine Totalforderung von 24 Millionen Dollars.
Geaen Rußland hat man wegen der Pest seitens der westwärts angrenzenden Staaten einen Cordon gezogen, dabei aber anscheinend verabsäumt, die Absperrung auch gegen jene Gegend anzuordnen, aus welcher bekanntlich die Seuche nach Ruß land eingeschleppt wurde. , Wie es heißt, wurde die Pest nach Astrachan durch einen hawl gebracht, welchen ein heimkehrender Kosak seiner Geliebten zum Geschenk machte und welchen dieser in der Türkei er beutet hatte. Es ist nunmehr festgestellt, daß die Pest auch t in Türkisch Thessalien sich ausbreitet und die Vermuthung liegt nahe, daß jener Shawl ius Theffalien stammte und bei den beliebten Plünderungen mitgehen geheißen wurde, wiewohl russische Truppen nicht so weit südlich vor drangen. Eine strenge Absperrung gegen die Türkei und Bulgarien wird hierdurch in Oesterreich und Rumänien zur Nothwendigkeit und mag dicsePlage möglicher weise dazu dienen, die Lösung der orientalischen Frage zu beschleunigen. M fT V . V 'Ffr.. m Jiiui vunuii uiiu uyi9ULllcl l a m riTinni .nrt ick i ir & r , verpools drohen ernsthaste Verwickelungen und Verluste. Die Hafenarbeiter standen dort zuerst aus wegen höherer Löhne, ih. nen folgten die Schiffszimmerleute und neuerdings die Matrosen. Der Verkehr im Hafen ist auf Null reduzirt, die Docks werden streng bewacht, da man für die darin liegenden Schiffe besorgt ist. Segele fertige Schiffe liegen fest, da sie keine Ma trosen bekommen können, und beladen ein gelaufene Fahrzeuge können nicht entladen werden, weil es an Arbeitern fehlt. Im Hafen zu Queenstown liegt eine ganze Flotte amerikanischerGetreideschiffe. welche sich die Adreffaten in Liveipool nicht ge trauen, dorthin kommen zu lasten, aus Furcht vor dem Mob, der bereits einen Theil der Landung zerstört hat. Die städtische Polizei ist dem gegenüber ohn mächtig und das Militär beschenkt sich strenge nur auf die Aufrechthaltung der öffentlichen Ordnung und den Schutz des Eigenthums. Tritt in diesen Zuständen nicht bald eine Aenderung ein, so wird der Schaden sich nur nach Millionen berechnen lassen. Die Westliche Post" schreibt : Wan liest fast in allen deutschamerikanischen demokratischen Zeitungen von Zeit zu Zeit die Anschuldigung, daß nur die Republikanische Partei der Temperenzgesetzgebung Vorschub leiste. Hundertmal haben wir und andereBlätter bewiesen, wie dieDemo kraten in dieser Beziehung nicht bester seien, aber das wurde natürlich den Lesern jener Organe sorgfältig verheimlicht. Ei nen neuen' Beweis, daß Temperen; narren Sitz und Stimme in der demokratischen Partei haben, liefert unsere jetzt tagende Staatsgesetzgebüng. Ihr kann man das echte Bourbonenthum sicher nicht ab streiten, und doch ist Gefahr vorhanden, daß sie zu ihren anderen Niedertrachtigkei ten auch noch ein Temperenzgesetz schaffen mag, wie man sich ein solches nicht strenger und ungerechter denken kann. SenatorMajor hat einenGesetzvorschlag eingereicht, der jetzt dem Justiz-Ausschub zur Prüfung vorliegt, in welchem folgende Bestimmungen getroffen sind : Sect. 1. Wenn irgnd Jemand in Folge der Betrunkenheit irgeud eines Menschen in seiner Person, seinem Eigenthum oder seinen Mitteln beschädigt wird, soll der so Beschädigte das Recht haben, gegen irgend Jemand aus Schadenersatz zu klagen, der tbeilweise oder ganz diesen Zustand der Betrunkenheit durch den Verkauf oder das Herschenken von berauschenden Getränken verursacht hat, der auch der wissentlich seine Gebaulichkeiten zum Zwecke des Ver kaufs oder Herschenkens solcher berauschen der Getränke vermiethet oder vermuthen läßt. Sect. 2. Wenn Jemand in Folge von Verletzungen stirbt, die er durch eine betrunkene Person oder Personen erhielt, soll derjenige, der diesen Zustand der Trunken heit theilweise oder ganz durch den Verkauf berauschender Getränke verursacht hat, zu sammen mit dem Besitzer des Hauses, der
Agentur-Wechsel.
Die Agentur der Western Assurance Co bon Toronto, As.ets $ 1.600,000, ist den Herren C l e a d e l a u d &, 6 o., No. 1 Cleaveland Ge baude, gegenüber der Handelskammer, übertra gen worden und vertritt genannte Firma nun mehr folgende Gesellschaften: ,' Britisb America, Western von Toronto, CitizenS von St. Louls Mo. Man spreche bor und informire sich don den Pramiensätzen. sein Eigenthum zum Ausschank solcher Ge tränke vermiethete, $2500 jeder bezahlen, wenn er verklagt wird. Hiezu haben das Recht : 1) der Mann oder Frau des Ver. storbenen ; 2) wenn es stch nicht um Mann oder Frau handelt, oder wenn er oder sie eS Unterlasten, innerhalb sechs Monaten zu klagen die minderjährigen Kinder, oder 3) wenn der Verstorbene ein Kind und un vecheirathet war, der Vater und die Mut ter. die gemeinsam klagen mögen, und beide solen ein gleiches Jntereffe an dem Urtheil haben; oder wenn eins der beiden todt ist, das Ueberlebende." Das gäbe bald eine theure Geschichte un's Wirthschafthalten, und die Advokaten hcöten gute Zeiten. So oft einer z. B. zu vul Geld ,m Wirthshause sitzen ließe, also an seinen "ÄIean8", wie das Gesetz sagt, geschädigt würde, weil er vielleicht mit ei nem etwas angetrunkenen Freunde zusam nun sich die Getränke hätte schmecken las sm, könnte seine Verwandschaft auf $5000 Schaden klagen gegen jeden Wirth und dessen Hauseigenthümer, bei dem der An getrunkene im Laufe des Tages eingekehrt äre. j Das ist ein nettes Stück demokratischer Gesetzgebung. ; Am kommenden Dienstag wird im Sinate die Neueintheilung unseres Staa tes in Wahldistrikte den wichtigsten Ge Anstand der Tagesordnung bilden. DaS (mite hat einen Plan ausgearbeitet und in seiner Majorität adoptirt, welcher an gcklich wieder gut machen soll, waS die Gerrimanderei von 1874 verbrochen hat. Mr geben auf diese Versicherung nichts, solange wir die Neueintheilung nicht kar tut vor uns haben und mit-Beihülse statistischer Thatsachen prüfen können. Tie Ehrlichkeit einer so wichtigen Hand lmg ist eine mehr als zweifelhafte Sache, v'knn .sie als Partei-Ausdruck zu Tage tritt. - Wir halten dafür, daß eine Aende ung in der Eintheilung des Staates am Jesten ganz unterblieben wäre bis die rächste CenjusAusnahme vollendet tst. Das Repräsentanten'Haus hat die Ange igenheit in seiner vorgestrigen Sitzung kreits erledigt, indem es die Bill mit 66 gen 33 Stimmen passirte. Daß ste auch in Senate schließlich durchgehen wird,un erliegt keinem Zweifel. i Eine der vielen Bills, welche sich mit der Unterdrückung des Liquor-Verkaufs be shäftigt und von rabiaten Temperenzlern mf die Legislatur losgelasten'wurden,hat m Senat bereits die wohlverdiente ewige Zuhe gefunden. Das Comite für Tempe inzwesen empfahl, ste auf den Tisch zu gen und dort liegt sie. ' .Hoffentlich erhält !e bald Gesellschaft in Gestalt des Restes 'er noch unerledigten WafferstmpelAn rage. i : ! Nach vier und einhalbjährigem Beste en sah sich der Herausgeber der Cincin ati F r e i e nH r e s s e Alexander Tor es, genöthigteine der'- größten Hoe'schen öoppel.Cylinoer'Dampfpresten aufzustel en, um den Anforderungen desPublikums erecht werden zu können. Als wir vor ier Jahrendas Sanktum der Freien Zreste an Ecke Vinestraße undCanal, be uchten, kämpfte das junge Blatt noch den chweren Kamps um's Dasein, hatte stch er Mißgunst der bestehenden älteren und zohlfundirten deutschen tählichen Zeitun en zu erwehren und hielt sich damals lacker., namentlich bei der Bewerbung um ie deutschen Anzeigen. Es war sehr frag ich, ob es denHerausgebkrn glücken würde, ie Krisis, welche keinem jungen Blatte er )art ist, zu bestehen ; aber der Ausdauer, em Fleiße, dem Festhalten an dem einmal khobenen Panier der republikanischen ?ache ward doch der Sieg zu Theil. Die lusstellung dieser Presse wurde Anlaß zu ner Ovation, wie sich deren nur wenige llätter zu rühmen haben. StädtischeBe inten, Legislatoren, Senatoren, deutsche tereine aller Art und MusikKapellen I. - je i trtn y. t je . v - v . 5 raazlen rare Vtuamunlqe oar, uno roay end die erste Nummer des vergrößerten jlattes auf dieser HoePreffe gedruckt Arde. ward die Office der Herausgeber vn Besuchern und theilnehmenden Freun da nicht leer. Wir beneiden den Chef deS Cabliffements und seinen Stab um die Mühle, welche ihre Brust bei dieserKundgung allgemeiner Theilnahme geschwellt en müssen.
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