Indiana Tribüne, Volume 1, Number 21, Indianapolis, Marion County, 4 January 1879 — Page 2

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I n d i a n a T r i b ü tt c."

Vermischtes. Inland. Bei der vorwöchzntlichen Auktion von Kohlen in New York fielen die Preise für alle Sorten um durchschnittlich 70 Cents pro Tonne. Ein östliches Blatt erklärt die entschieden Parteinahme des New York Hc rald" für General Grant dadurch, daHr. Bennett, der Herausgeber des genannten Blattes, eine Schwester Grant's heirathcn volle und im Falle von Grands Wiedererroählung Marinesekretär werden solle. In Jdalzo fehlt's an Frauen ; unter dreißig Männern ist nur einer verhei rathet, und die Ucbrigen finden ihr Junggesellenleben daselbst so langweilig und unchristlich, daß fie fich entschlossen haben, in das benachbarte Mormonenland einzufallen und ihre Sabinerinnen dort zu rau ben, wenn ihnen nicht von anderer Seite her liebevoll unter dieArme gegriffen wird. Hoffentlich gibt's im Osten noch barmher zige Schwestern, welche die alleinstehenden Brüder in ihrem Elende nicht umkommen lassen wollen. In tfero Aork fand kürzlich eine Auktion statt, welche in mehr als einer Bez:e hung bemerker-.swerth ist. Verkauft wurde nämlich die gcsammte Bermögensmsse der McKlUop & Spragüe Co., Commercial Agency welche bekanntlich im vorigen Sommer mit einer halben Million Schulden fallirte. er Ä!assenverwalter eigriff sofort Besitz von der ganzen Einrichtung, den Büchern und allen Papieren .brachte diese mit allen Rechten und Forderungen sowie mit dem gutenWillen" desGesä!ästS gum ösfmllichen Verkauf. Das Resultat gibt eine ekgenthümliche Illustration von dem Werthe eines Geschäfts und beweist. daß dieser in dem praktischen Betriebe, nicht in dem todten. Materia! desselben besteht. Der .gute Wille" eines Geschäfis. welches noch vor vier Monaten als ein äußerst cintlä.Uichcs betrachtet wurde und thatsächlich $25.000 Bruttoeinnahmen pro Monat brachte, ist bei der erwähnten Auk 'tion für sage und schreibe : sechszehn Dollars, losgeschlagen worden. Die Bücher der Agentur, die Tausende von Dollars gekostet hatten, brachten einige wenige Cents! Der Opernunternebmer Maplcton, welcher in den letzten Monaten innern Bork mit seiner italienischen," aber großen Theils aus nicht'italieniscken Künstlern fosbhenden Gesellschaft guteGeschäfie machte, hat behufs des Tran-porls seiner Gesellschaft nach den Hauptp!ätzen der Ver. Staaten mit den betr. Elseubahngesellschaslcn einen Vertrag abgeschlossen, der folgendes bestimmt : Ein besonderer Bshnzug für die Besör derütt'g der ganzen aus 24G Personen be j siebendenGesettschaft wird für die auf 4000 Meilen berechnete Reise zu $15,000 geliefert. Ter von Mapleton zu benutzende Privatwagen ist neu und in der elegantesten und üppigsten Weise eingerichtet. Er enthält Eiupsangszimmer,' Schlafzimmer, Rauchzimmer, Badezimmer usw., und hat an seiner auj'sEcschmalkvollsie vollendeten Außenseite die Inschrift : Opern-Gesell- j schüft Ihrer Majestät Diesen Titel bat Mapleton als guter Engländer und engli scher Oberst seiner Truppe gegeben. MaPleton's Wagen folgt ein Wagen mitKüche und Speisesalon. Drei weitere Wagen, welche besonders für die Reise neu hcrgerichtet wurden, sollen die Namen Ger ster" .Roze- und Hau! der drei Hauptsängerinnen, tragen. Die ganze Gesell schast wird während ihres Aufenthaltes in den verschiedenen Städten an Bord des Zuges wohnen. Ein eigener Wagen wird für die Mitglieder der Presse reservirt; aus NewZZork machen verschiedene Zeitungsmenschen die ganze Reise mit. Die Gesellschaft reiste am 28. Dezember zunächst nach Boston ab und wird später Chicago, St. Louis, Louisville, Cincinnati, Baltimore, Phila delphia, Washington etc. besuchen. Ob sie auch hier auftreten wird, ist noch nicht entschieden. Auf einer Station der Jron Moun tain Eisenbahn im Staate Arkansas hatte sich einer jener Unglücklichen, die heimaths und obdachlos arbeitsuchend imLande hermziehen, in einen: Frachtwagen der erwähnten Eisenbahn zum Schlafen niedergelegt.. Während der Tramp" fchlief und von den gehabten Strapazen ausruhte, war die Car von einem Eisenbälhnbeamtea, der den Schlafenden wahrscheinlich nicht bemerkt hatte, verschlossen, darauf aber an einen nördlich fahrenden Zug gehängt worden. Niemand hatte eine Ahnung da von, dak ein Mensch in der verschlossenen Car imSterben liege, bis der Frachtwagen im Depot der Jron Mountain Eisenbahn zufällig in St. Louis geöffnet wurde. Vollständig erstarrt, mit erfrorenenFügen. dem Tode nahe, wurde Louis Klemm so heikt der Unglückliche in der Car liegend aufgesunden. Drei Tage und drei Nächte hatte der Bedauernswerthe, dem Hunger und demDurste, sowie der grimmigenKälte preisgegeben, in dem verschlossenenFrachtwagen, in welchem er von ArkansaS bis St. Louis gelangte, zugebracht. Louis Klemm wurde nach dem stadtischen Hospiiale transportirt. Wenig, sehr wenig Hoffnung ist dafür vorhanden, daß der Unglückliche am Leben erhalten werden kann.

Seit dem 1. Januar wurden allein von Philadelphia aus 7l.913.288a!Ionen Petroleum exportirt. Das Scharlackfieber fordert zahlreiche Opftr in Rm Bork; in voriger Woche stürben daran 180 Personen, meiflenSKinder. Die Inhaber der falliten Bankstrma C. F Adae & Co. 'N Cincinnati, Adae u. Scinecke, werden von einzelnen ihrer Deposttäre wegen Betruges gericht lich verfolgt und sind diescrhalb schon zwei' mal verhaftet, jedoch in beiden Fällen ge gen Börgsckaft auf freien Fufc gesetzt worden. Die Klagen wurden bisher nur von Frauen eingeleitet, welche sick nicht gutwi! lig um ihr kleines Vermögen bringen las sen wollen. Der Mayor von San Francisco will der Clnneseneinwanderung jetzt auch mit' telst der Quarantäne Einhalt thun. Er verlangt vom Gesundheitsrathp.Hongkong wege.i der dort heischenden anst'ckenden Krankheiten sür einen insizirten Hafen zu erklären und den Quarantäne Beamten anzuweisen, alle von dort in San Fran cisco eintresfen)en Schiffe unter Quarantäne zu stellen und solche davon, diePassa giere an Bord haben, nicht länger als dreißig Tage in Quarantäne zu halten. MavB:yant sagt offen, ba& er durch sei nen Vorschlag die Chinesen E.nwanderung zu hemmen suche, da der Gesundheitsrath ohne Zweifel die Macht habe, eine solche Anordnung durchzuführen. Nach einer längeren Debatte über die Möglichkeit der Dursührung des Vorschlags, wobei der persönlich anwesende Mayor noch erklärte, das; er gerade jctz, da der verf.'ssungsge bende Staatsconvent in Sitzung sei. die Aufrrerksamkeit dcs Publikums auf diese Frage richten wolle, wurde der Antrag bis zur nächsten Sitzung im Januar zurückgelegt. Ausland. Jarthobel nennt fich eine Erfindung von W. Kranz in Augsbura; dieBrhandlung uno Handhabung dieses i'obels, des' sen Schneide auf das Sorgfältigste ge' schont werden muß, ist leicht. Man seist fich mit guter Kernseife ein und bearbeitet dann ohne alle Zaghaftigkeit die Bartstel len. Neben dem M,ff angebrachte Nöll chen verhindern das Einschneiden in das Fleisch; selbst über die gefährlichste5lipp', das Kinn, rollt man den Hobel ruhig hinweg ; gut ist es. die Haut etwas anzuipan nen. Auch dos Abziehen dcs Nafirmcssers vollbringt fich. leicht und das Nafiren geht ganz vonufflich' von Statten. Vor ciniaen Tagen stieg in Me tz ein französischer Gensdarm in voller Uniform m t Dreimaster. K inonenstiefe! u. Schlepp säbel aus, auf den Armen sorgsam ein Wickelkind tragend, . dessen Schreien er durck) eine wohlgcsüllte Saugfläschc zu beschwichtigen versuchte. Das Krnd, ein jähriges Mädchen, welches er im Auftrage derPariscrPolizeibehö'de der hicfigendeut'schen Verwaltung überbrachte, hatte eine Wiesbadener Frauensperson bei ihremBe such der Weltausstellung der reichen Stadt als Andenken zurücklassen wollen ; da aber der Name der Mutter ermittelt wurde, so wird fie nun gesetzlich gezwungen, ihrKind, welches von hier nad) Wiesbaden weiter transportirt wird, wieder an sich zu nchmen. Der Direktor der Bank von Frankreich, Herr Rouland, ist plötzlich im Alter von 72 Jahren gestorben Er hatte des Abends seine ganze Familie zum Diner und arbeitete dann bis Mitternacht, zu welcher Zeit er einen Gichtanfall hatte, der um 4 Uhr Morgens seinem Leben einEnde machte. Rouland war unter Ludwig Phillipp GeneralProcurator gewesen, spielte 1848 eine Z.it lang den Republikaner und schloß fich später Louis Napoleon an. Im Jahre 1856 wurde er Unterrichtsminister, 1859 Senator. 1863 Staatsraths. P.äsl' dent und 1864 Gouverneur der Bank, welche Stelle er trotz der Revolution vom 4. September 1870 behielt. Als Unter, richts' und Cultus. Minister trat er ziemlich liberal aus und verwies damals fiebcn Bischöfe, welche Wahlcirculare erlassen hatten, wegen MMrauch der Amtsgemalt vor den Staatsrath. Bei den Wahlen von 1876 wurde er in der Seine Jnserieure zum Senator ernannt, obgleich die Radi calen diesesDepartements gegen ihn stimmten. Auch in dieser Stellung blieb er sei nen voltairianischen Ideen treu u. stimmte öfters mit der Linken des Senats. .. Ein russisches Sittenbild. Der Stadtverordnete Schischkin in Jekaterinoslaw hatte sich gelegentlich in einer Sitzung der dortigen Stadtverordneten- Versammlung eine Cigarre angezündet. Ein Kollege Schischkins machte dasStadthaupt darauf ausmerksam, daß Jemand imSaale rauche. Das Stadthaupt forderte hierauf Herrn Schischkin auf, daöRauchen zu unterlassen. Schischkin antwortete hierauf, er sitze neben Hebräern, die nach Zwiebeln und Knob lauch röchen, den Geruch dieser Gewächse könnten seine Nerven nicht vertragen, und deshalb könne er das Rarchen nicht unterlassen. Eine solche Ausführung rief allge meine Entrüstung hervor. Die Stadtverordneten'Bersammlung beschloß, demHrn. Schischkin den Besuch der Versammlung während', zweier . Wochen s zu verbieten. Hierüber wurde Hr.Schischkin so wüthend, daß erdasStodthaupt auf denKopf schlug. Er wrttde deshalb vor Gericht gestellt und zu zr?e Jahren ZuchtbauS verurtheilt.

Heinrich Bürgers, allen 48ern wohlbekannt als Mitglied des Vorparlaments und Mitbegründer der durch Marx. Engels. Frciligrath, Wertem eyrr u. a. so be . rühmt acwordencn Reuen Rheinischen Zei tung, starb am 10. d. Mts, zu Berlin. Shakespeare's W'rke sollen nun auch ins Chinesische übersetzt werden. Ein Sekretär der chinesischen Gesandtschaft in London, Mr. Ho, ist soeben damit beschäftigt, die Werke des großen Briten in seine Muttersprache zu übersetzen. Auf der Elbe haben dieser Tage Ver suche stattg, funden, um fstzustellen. in wie weit die Beleuchtung mit elektrischem Licht bei derSchifsfahrlAnwendung finden kann. Mit einem von Siemens u. Halske inBcr lin gelieferten Apparat wurde auf dem der E bdampsschisffahrt gehörigen Dampfer Deutschland an einem nebligen Abend eine Probe vorgenommen. Trotzdem zu dem Nebel noch ein stai kcs Schneegestöber trat, soll das Ergebniß sehr befriedigend gcwesen sein, so daß man die Hoffnung h-gen kann, daß das elektrische Ltcht den Schissen das Fahren c.uch bei Rachtzeit ermöglichen wird. In London wird an der Pflasterung einer Strafe gearbeitet, deren Unterlage ein aus dem Kanton Reufchatel (Schweiz) importirter Kalkstein ist. Der Stein cnthält 20 Prozent Bilumin. wird zu Pulver gestampft und in einemGlühofen von aller Feuchtigkeit befreit. . Darnach wird er mit hs'bem Eisen aus die Straße gestampft. Man hat den Stein in Paris, Berlin und anderen Städten mlt bcstemErsolg benutzk. Auch in Washington hat man Versuche damit gemacht. Ein aus demselben her gestelltes Pflaster zeigte nach sechs Jahren noch keine Spur drs Verfall. Der Chinese, dessen Aussehen machen-' dcs Erscheinen an der deutschen Grenz? in Metz bereits geschillert worden, ist am 1. cz. im Circus Salomonsly in Berlin zum erstenmale aufgetreten. Er mißt acht Fuß zehn Zoll ; er ist ein Mann von 40 Jahren, mit kräftigem Körperbau ; er er scheint irRationalsra cht und ii,Begleilüng der Clowns, die wie ttindcr gegen denChi nescn aussehen, in der Manege und c,cht dann durch die verschiedenen Plätze, fich den Zuschauern vorst.llend. Der Riete erregt allgemeines Staunen; große Leute reichen ihm kaum bis an die Schulter.. Der amerikanische Commodore Cbryne hielt in'd m Stadthause zu Glasgow eine Vorlesung üder seine beabsichtigte Reise nach dem Nordpol. Er will, wenn sein Schiff soweit als möglich gegangen ist. mit 6 Schlitten die Rcjse über das Eis eil e großeStrccke lang fortsetzen und dann ver suchen, mittelst dreier mit einander verbun dcner Lustballons'den Pol zu erreichen. Nach Anstellung vonBeobachtungn wurde er zwei Ballons zurücksenden und versnchen, mit dem dritten einen bewohnten Theil Rußlands zu erreichen. Es wurde ein Cvmile gebildet,, um ihn mit den nöihi' gen Geldmitteln zur Ausführung feines Projekts zu versehen. Wie reich die Rothschild c find. Wir wollen mit den ärmsten," denWicner Roihschilden, beginnen. Das Vermögen dieses Haus's würd 'von den Erbendes Freiherr AnselmSalomon von Rolbschild im Jahre 1874 bei der F'xirung der Erb' schajl?stcuer zu 400 Millionen Gulden österreichischer Währung angegeben, mit dem Bedeuten, daß ienes Vermögen, wd ches der Verstorbene im Auslande besaß, nicht mit einbegriffen sei. Von dem Pa riser Hause wurde 1850, gelegenllich dcs Austritts des Prokuristen'dcs Rothschild' schen Hauses, Herrn Pereire, bekannt, daß dafielbe etwa 3 Milliarden befitze, welche fich in den inzwischen verflossenen, für das Geldmonopol überaus einträglichen 23 Jahren um das drei bis vierfache vermehrt haben dürften. Das Vermöge derSöhne Nathan Meyer vonRothjchtld's in London wird von Eingeweihten noch viel höher geschätzt. Rechnet man dazu die enormen Reichthümer, welche die Lrankfurter Roih schilde und der jüngste Zweig in Neapel besitzen, so staunt man billig, wie es mög lich ist, so kolofiale Reichthümer in so kürzer Zeit anzusammeln. In der sogenannten guten altcnZeit, als der Scharfrichter eine ebenso verachtete als gefürchtete Person war, da durch seine Hand alle peinlichen Strafen vollstreckt wurden, lefleibigte man sich sorgfällig qe wählte? Ausdrücke für diese Verrichtungen, um das Abscheuliche in einem gesälligeren Lichte erscheinen zu lasten. Jemand mit dem Staubbesen züchtigen oder Stäuben hieb in der schalsrichterlichen Kunstsprache ganz unverdächtig ihn fegen- und wer dies recht geschickt machte, der fegte rein-lich.-Ein tüchtiger Scharfrichter mußte serner zierlich zeichnen d. h. brandmarken, vernünftig die Glieder zersetzen," d. uf der Slreckdank foltern, einen seinen Knoten schlagen d. h. kunstgerecht henken können Auch mubte.er rasch absetzen," d. h. köpfen können, desgleichen artig mit dem Rade spielen können d. h rädern, nett tranchiren d. h. enthaupten. Die hinzurichtenden Uebelthäter wurden nicht auf demScheiterhaufen verbrannt, sondern es wurde ihnen die Hitze abgejagt." Ja. die Höflichkeit des Scharfrichters ging so weit,' daß er die armen Sünder, bevor er zur Exekution schritt, um Verzeihung bat wegen deö LeideS, bad er ihnen anthun müsse, wozu er noch den Wunsch fügte : Kurze Noth, sanften Tod, Gnade bei Gott!" ,

In München bildet gegenwärtig die Wiedereröffnung des Hosbräuhauses das große Ereigniß des Tages. Das neue Bier soll sehr süsfig sein; was Wunder, daß das Holbrüubaus schon am ersten Abenb so vollgepfropft war, wie eineTonne mit Häringen. Wie das durcheinander wogt und schwirrt; natürlich ist kaum ein Drittheil der Gäste so glücklich, seine Füße unter einen der hier überschwemmtenTische stecken zu können, Hunderte. und Hunderte flehen und halten in der einen Hand den schwer erkämpften Makkrug. in der andern ein Stück kalte KüchV von welcher sie allerdings in nicht sehr salonmaßigcr, aber in Anbetracht der Umstände löchst praklischer Weise herunlerbeibcn. Trotz allem Gedränge ist es aber doch Thatsache, dak in keinem Wirlhshause München's wcnigir gestritten oder gar gerauft wird, wie im Hosbräuhaus. Der drohende Excek wird durch hundcrtstimmiges 'naus,' naus ! im Keime eistickt, und sollte dies nicht genügen, so finden sich alsbald mitleidige Hän de, welche den Krakehler mit derSchncllig' keit des pneumatischen Druckes an die srische Lust setzen. Am 10. De;. fand in Gotha die crile Leichenverbrennung statt und zwar wurden die sterblichen Ueberrcste eines Architcktcn Stier den Flammen überantwortet, welcher diese Art der Bestattung tcsta wentarisch verfügt hatte. Die Leiche war zu diesem Behufe ein Jahr lang bis zur Einführung der Verbrennung conservirt morden.- Interessant ist ;u erfahren, welche Stellung die Gelstllchleit dieser Neuerung gegenüber einnimmt. ;Die Magdeburger Zeitung schreibt hierüber: Die evangelische Geistlichkeit der Stadt, darunter Genera! Superintendent Dr. Schwarz, war ziemlich vollzählig crschieiien. Als der Sarg unter dem Gesänge eines Choralvcrses hereingetragen und über dem für Uneingeweihte kaum bemerkbaren Versenlungsapparate' niedergelassen wurde, hielt der Superintendent Seydel eine kurze.Ansprache. Er hob die Bedeutung dieser, seit Der Einsüdrung des Christenthums ersten, osficlellenLeichenverbren nung in , Deutschland hervor, betonte das fittlicke Moarent, das auch in dieser Bestat tungssorm liege, und jprach.es aus, daß die hicfige cvatigelische Geistlichkeit durch ihr Erscheinen bekunden wolle, daß sie in der Feuerbestattung gegenüber der Beerdi gung nichts finden könne, was gegen die gute Sitte vcl stoße. Aus diesem Grunde habe auch die evangelische Geistlichkeit der Stadt fich der gegenwältigen Feier nicht entziehen wollen, und darum sei er berufen worden, diese Feierlichkeit mit einrr ihrer Bedeutung entsprechendenRede anzuheben. O.) die irdische Hülle auf dem allmählichen Gange der Näkur zur Verwesung gelange, oder .ob sie durch die Verbrennung nach wenigen Stunden in ihre'einzclnen Theile aufgelöst werde, iei gleichgültig. Hier habe der Velstorbei'e in seinem letzten Willen die Verbrennung seiner irdischen Ueberrcste gewünscht, ;ud den Angehörigen sei dieser Wunsch so heilig gewesen, daß fie ihn auch zur Erfüllung gebracht hätten; o werde es auch in anderen ahnlichenFällcn zu hal ten sein. , , Un4er unsern Lesern gibt es, wie wir wifien, Viele, die dem edlen Solospiele" geneigt find und defien Pflege nicht vergessen. Ihnen wird jedenfalls der folgende Bericht über eine SoloConvenlion interessant sein. Man schreibt von Louisville : Im Saloon des HerrnFranz Walter an der Marki und Shelbystraße wurde gestern Abend eine Versammlung von SoloSpiclern gehalten, um die im Juli 1872 adoptirien Regulationen zu amendiren. Die Versammlung war von Freunden eines Solo zum Zeitvertreib und zur Erholung nach des Tages Last und Mühen,' ziemlich gut besucht. Unter denselben befanden sich mehrere ergraute Veteranen des .Solo," die schon manchen .Nulln" umgeworfen, und wurden die vorliegenden Fragen mit Ernst und Ruhe besprachen und in Frieden und Freundschast die streitigen Punkte geschlichtet. Herr 5!akob Lcszinski wurde zum.Vorsitzer erwählt und Herr Theo. Bergo zum Sekretär. - ; -r Zunächst wurde eine Abänderung des 3, Artikel 2 der Regulationen sür Solv' spiel in Bezug auf Kreuz-Solo unterbreitet, jedoch verworsen: Artikel ö, 4, wurde also abgeändert Wenn Rullo angesagt worden, soll es kein muß" sein Hochzeit" zu machen. Wer es thut, hat das Risiko zu übernehmen, den Rullo" zu überbieten und wenn er das nicht fertig bringt, hat er mit seinem Partner den Nullo" zu schreiben. . Die obige Veränderung der alten Regel, daß unter allen Umständen Hochzeit den Rullo bietet, wurde.von allen Solofpie lern warm und' entschieden befürwortet. Sie . wollten nichts von den schlechten Hochzeiten wifien, wenn einmal Nullo angesagt worden. Einige jungeSolospie ler sprachen zu Gunsten der Hochzeit aber ihre Gründe fanden wenig Beifall u. wurde die obige Abänderung der alten Regel, wonach Hochzeit stets den Rullo" überbietet, wenn fie auch ganz klein auSfällt,' fast einstimmig angendmmen.' i Die folgenden Abänderungen der alten Regeln wurden einstimmig angenommen : Wenn bei einer Frage fünf Stich .gemacht werden und daö gerufene. Aß noch nicht ausgespielt worden, so soll derjenige, der

den letzten Stich hat,' berechtigt, sein, zu fragen, wer das gerufene Aß hat. Wenn er eire solche Frage "gestellt, soll er aber nicht das Recht haben, durchzuspielen. Wenn alle vier Spieler gepaßt haben, soll Kreuz Dame eine kleine Hochzeit" machen, die so viel zahlen soll, wie eine Frage. Die übrigen alten Regulationen bleiben unserändert und 11 heißt noch wie vor: Trumpf ist die Seele vom Spiel ! Aus dem Staate.

? Nahe New H arriöburg wurde der Farmer Jonas Lukenö von einem umstürzenden Baumstamme erschlagen. ? In S e y m o u r fiel Jobn Reddincer, als er in der Christnacht in b-trunknem Zustand nach Hause gehen wollte, in einen Teich un'd erfror sich lin Bein und einen Arm dcnnahcn, daß fk abgenommen werden mußten. ? $nf der Farm dcs Alex. Ell nahe I a s p e r in D ibois Coun y gerieth vor einigen Taen ein junger :Nann, welcher eine Klecsamenmaschine bediente, mit einem Fuße in dieselbe, wodurch das Glied auf eine so gräßliche Weise zcrfeht wurde, daß eS ampunrt werden mukte. ? Fred Brandon von Pleasant Nidge kam am 27. Dez. daduch ju, feinern Tode, daß er feine geladene Flinte mit dem Schlosse ins Feuer les.te, um eine Schraube zu lock.rn. Tic Ladung entzündete sich und brachte dem Unvorsichtigen eine köstliche Wunde bei, der er nach zrha M.r.u. ten erlag. ? Äus der 4 Meilen d?n Ro ckp ort belkgenkn Farm dcs Dr. Litllepage wure eile Frau Ere. mcl beim Brotbacken vom Feuer erfaßt und ob. wohl sie kür.:? Wälzen im Schnee die Flammen zu e. sticken suchte, verbrannte si- sich doch färch. terlich. Kurz nachdem 'sie ins Hauü gebraät worden war, wurde sie von einen Kinde cnibundeu. Ihr Zustand iii nah ocr Aussage des sie behandelnd n Arztes h ff.run.los. ? In der Jail zu O w c n e b o ro fand am Mittwoch Morgen eine Schla crri u ter den Gc fangei'e.' statt. Der Ecfan,icnwärtcr Akains hatte sich gerade in die Ja,l begeben, um die Ecsancncn zur Ruhe zu br r.c.ca. als dicf.'llen c'ncn Fluchtvcr'uch machten. Auf die Hiilferuse res Wärters kam der Polest Carter h rbci. Kaum ' Xom dieser jedoch in die Jail eingetreten, als ein r der Gefangenen, Tcnncy mit Namen, auf ihn losfpQing. Carter zöa h crauf sofort feindn No volver und jagte ihm eine Kugel durch kie linke Brust. Man zweife't an Tenney's Auf. kommen. :- ? Daö Phil. Vottsblatt enthält nachstehende Mittheilung : TheodorEdmund, der Sohn kines achtbaren deutschen Bürgers von Philadelphia, welcher sich in Cambridge City lt Jndiana be. findet, ließ sich von einem andern jl!n.-en Manne überreden, ci'en versuch 'mit Opiumrauchcn zu machen. Sie kauften tür 2Z Cents Opinm und zogen sich auf ihr Zimmer zurück, wo sie cs ?u rauchcn bigann'en. Sie wurden belaubt und bewußtlos. Als die anderen Bewoh cr dts.Hau. scs der.n Abwesenheit bemerkten und mzn ErUi.d h 'tte,annchm.n zu können, daß sie fui) aus ihrem Zimmer be nnden, erbrach man di: Thü:e und fand Beide bewustlos Man versuch!?, sie in's Leben zurückzubringen, was aber nur bei dem Einen gelang. Cdmund gab '"päter feinen Geist aus und sein College wird wohl kaum mit dem ebcn davonkomm n. Die Ellcrn des jungen Mannes sino vo!r dem Falle benachrichtigt worden und sind, .rie auch leicht bcgreifllch, bon Schmerz sehr tief gebeugt. TYcoor Edmund war voi Fach cw Maschinenbauer und stand im Rufe erncs talentvollen, allgemeiner Beliebthe.t sich erfreu den jungen Mannes. Den Eltern unser liefzefüyttesBerlcid. ? 2outhbend wurde am Weih.'achlstag v n einem großen Brandunglück betroffen.. Der St. Charles Block stand um 10 Nhr Äbends i.l Flammrn. Der Courier-schreibt : Der erste Hydrant verfag'e, das Wasser wurde aus be eutcnder.Etttfcrnungen herbeigel.itct, und stellenweise fror dasselbe ia den Sch Suchen. Die Mannschaften halten harte Arbeil, eine unzähl. bare Vollsmasse hatte sich auf den Straßen cngesammelt und vor dem ungeheuren Qualm konnte einer den andern nicht schen. Es schien, als sollten alle heroischen Anstrengungen verxe. bens fein und die ganze Front bis an Market Straß - war in Gefahr. Stundenlang wogle ter Kampf hin und er. Nach unendlicher Mühe ge. lang es, das Feuer im NüZen und in der gront von oben her zu bekämpfen. Auf dem Nrrbende des Blocks ist Herrn Gco. Müssels Gebäude, eben, falls drei Stock hoch, durch eine Treppe, breite vo-r ersterem getrennt imf es galt vrr allen Dingen, dieses zu sichern, wenn überhaupt das Feuer nicht weiter greifen sollte. Funken flogen nach allen Windrichtungen, cö war ein Durcheinan. der, wie eö sich wohl, erleben, aber nicht befreiben läßt. Es war ein Brand im .Nessel, die fchneedcd ckten Dächer konnten zwcr einstürzen, aber nicht verbrennen, und die' ma,siven Wände hielt. das' Feuer in Schränken. Gegen Mor. gen, n'ch 9stü'.diger, übermenschlicher Arbeit, und nachdem Dach und obe.e Stockwerke iuncr. halb .der .Mauern einstürzten, wurde man des Feuers Herr. Um.. G. MsselS Gebäude zu schützen, wurde eine ungeheure Mrnge Wasser auf das Dach geworfen, das sich' alsbald in Eis verwandelte.- Gegen Morgen 7 Uhr, stürzte ein Theil desselben unter der furchtbaren Last mit einem f ürchterlic! en Krach zusammen, zur selben Zeit befand sich der Besitzer und Frau im Ge bäude, glücklicherweise auf der hinteren Seite. Die Gebäude und d'e Sront derselben siud in Eisberge vcrwandtlt, und gewähren .inen gro. teöken Anblick. Mehrere der Feuerlcu!e haben sich theils Ohren, Hände oder Füße erfroren, zwei wurden in bewußtlose Zustande betroffen, aber doch W Sicherh.it gebracht. Der Verlust 'oird mindestens 60,ocp betragen,' Versicherung blos $40,00 ,-. Einigen Miethern ist das samm!licheBesitzthu'm verbrannt. . Wm. V. Taylor von Whitehall, N. Y.. der N00.00 unter derBedingung erbt, daß er in Jahresfrist heiralhe, hat 300 Briefe von Damen erhalten, die nicht -ab geneigt" vären. Für das grobe Land venig. genug. Vielleicht ist die Sache nicht bekannt genug.

Wichtig Reifende. VAIÜDALIÄ

GsW-BalMi

anerkannt die kürzeste und scl!ne7ste. die stchrrste nd m teste ' au perü't,te R 'Ute im 2Bsten S e reib n det sä mtliche östliche, mit lere, us f 'wichen klärte mit dem Westen. Drei ,jüge oehen lä. lich von Jntia ?ap.U4nacy x Ereencastle, Terre Hau e, St. 'ouis, Kanfa Ciih, St.Jos'ph, Lawrence, Topcka, Srdl. lra. Fort Sr, ,t. Tci ison, Dalla ,.jou. ston. Äustin u E5lvcston ( Zexas), Denver, Learcnwortb, Atch fon, Junct. Sily, ?!cdrs. Citr,. Lincoln. C'cl. Bl: ss?. Omaha, S Francisco und all?n Orten in Missouri, Kanfaö, Texas, Colorado u. Califom. Ticket? sind ,u hab? in allcnSau7t.Ba',n Of sicen de. Ost, Ätttel u. Sü'slaalrn. John E. Slm xson. Manager ?t. L uiö. k. G Folle tt, Gei-er'l-Pass .Age-t Ct. LouiS. Roht. Emett, östlicher Pssaz.er,A.'.,r,'t. Double-Ading, Hon-Fieezing Diese P. m.e ist so ftnUrt, b ti dem Moment in welchem d r Schwengel stille steh:, da? in de Nödre stchenve Wss m itn ,u"nen zu ücklä t'. Hier lU'ch g'kbt d'e Pu?n e sttS frisches .' r.ffer und Mu in d r Röhre stehen gebliebenes ; auch ln radurcd die Röhre nit irfri',e -. Cm Lcht uch kann enge schraubt und der Äasserstrohl ur B spiitz ira von 5?euer, Bu g es. Wa ?,, (arren, Lt'.aßen :c. benuZt werden. Man w nde sich an die National Pump Manufacturing Con 4 S. Peni.sylva.'.ia Str., Indianapolis, Ind. tnso'jhr George Grinstrincr, Zeichen - Bestatter, 276 Ost Marketstraße, zw. Ci und Liberty, Indianapolis, Ind. WR utf chen werden zu nicdngen Prüfen ausgcliehen. Nauall Horina'n ZInrton8, Händler ln . OilCIoth8, Cretonnefs. Rppss.Plain & Fancy öüaues xrbliaue Ujous . . in all, io ten. Ganz besondere Aufmerksamkeit widme ich den 'Aoksteraröeitcn und der Anfertigung von Ialrrdreriiiis, Cilt & Wood Cornicea & . Curtains. Aunkngs, Aekte und Yeertnche werden aus Bestellung unter Garantie angefertigt 32 Süd.Mendian.Strake. Geht nicht westlich, ehe Ihr Euch entweder brieflich, per Vokarie eder in eigener Person an I. S. L az aru S. Eeneral'Agent für den Osten der In dian avoll u. St. L out Eisenbahn Na. 134 Süd Illinois Strafe, I- diana, xolis, wegen niedrigsien PaZsage,Z!rrNen und . racht.Raten nach allep Puncten in Missouri, Texa, ArkansaS, KansaS, ebraska, Colorado u. Cal.fornien wendet. Vollkommene Information, Karten ele. werden auf Verlangen eingesandt. Neichwein's Halle! S. W. Ecke turn Markt und Nokle Str. 4 Die feinstenWeine, Liqueure, Ctgarren u. s. v. sind stet? vorräthig, auch empfehle ich meine Halle bestens für Konzerte, Bälle, Vereinkzwecke u. s w. Phil. Reichwein, I4f3mt. ' ' Eigenthümer. W&näs & Sutcliffe, 21 c v j t e, Hffice : 84 Hst Market-Straße. Ztfkpjmt ö H e ö.e. Wm. H. Allen Co., Ecke Pennsylvania und Market Str., der Postof. sice gegenüber, Indianapolis, Ind. Recepte werden mit der grcßten Sorgfalt ant. geführt. 21fepl8mt DKÄ "C3APPV r2 Vf 1111(3 HbrY U LalüU Lw- IM TUE MAnUCT. creoLD znnzxtvrvjzzizzz

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