Indiana Tribüne, Volume 1, Number 19, Indianapolis, Marion County, 28 December 1878 — Page 4

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Mana Hriöüne. i ' ' ....

' (Wochenblatt.) ' i . . g. V- LiZ'wS, Redakteur. ' cfstce: Ecke Cirrle u. Meridianstr, kJm dritten tok ) AbonnementsPreise. In der Stadt durch Trager in Haut geliefert Per Monat .20 Cent. per Iahe im Voraus 52.00 Per Nummer 5 Keutö. LouiS P. Hild, Herausgeber. Indianapolis, Ind., den 23. Dezbr. 1873. Ein Vorschlag. Die bevorstehende Ankunft der auö Deutschland ansgewiesenen sozialistischen Führer, und die unausbleibliche Nachfolge einer großen Anzahl von Gesinnungsgenoffen derselben, hat verschiedentlich Anlaß zu Reflexionen darüber gegeben, ob eS nicht opportun sei, dem SozialiSmuS in den Ver. Staaten ein Feld anzuweisen, aus welchem ihm die beste Gelegenheit gegeben würde, durch Verwirklichung seiner Ideen und Verpflanzung derselben in däs reelle Dasein die Richtigkeit sozialer Lehren der Welt ad oculos zu demonstriren. Noch bietkt die Union LSndereien ersten Ranges, ausgestattet mit allen Reichthümern der Natur, des Pflanzen-, Thier- und Mine ralreichS genug, um einen ganzen Staat zu bilden, welcher den einheimischen wie den zureisenden Sozialisten zur Errichtung eines sozialen, selbstständigen Staates übergehoben werden könnte; eineSStaateS, in welchem der Gouverneur, die StaatSbe amten, die Legislatur, die Stadtcollegien, die Richter, Geschworenen, Lehrer, Kauf leute. Industriellen, Arbeiter, Künstler, Gelehrte Alle ohne Ausnahme Sozial! sten wären und Gelegenheit hatten, ihre Theorien in's Praktische zu übersetzen und durch ihr lebendiges Beispiel mehr zu wir ken, als alle sozialistischen Zeitungen, Wanderlehren, Agitatoren und Heißsporne durch ihre Propaganda zu erzielen im Stande sind; einStaat, in welchem Besitz, Erwerb, Industrie, Heerwesen, Justizver valtung, Gesetzgebung,Bestimmungen we gen Familie, Ehe, Erbfolge, Kindererzie hung etc. ganz nach sozialistischen Prinzi pien, ohne Opposition und ohne fremde Einmischung regulirt werden könnten. 'Es sind zwar schon verschiedentlich ahn liche Versuche im Kleinen gemacht worden. 'delche aber alle scheiterten, so die Eolo nien in Texas, in Nauvoo (Illinois) ilnd andere mehr. Man gab da rnalö den kleinlichen Verhältnissen die Schuld, welche jede gedeihlicheEntwicklung erstickte, und ließ die Beispiele nicht gelten. Deßhalb wäre es geboten, ein Beispiel im 'Großen zu statuiren und wohl kein Land 'der Erde wäre hierzu geeigneter, als die -Union mit ihren gigantischen Verhältnis sm. Der Kampf um Erlangung der Ma 'joritSt, welcher die soziale Partei in allen Staaten zu den größten Anstrengungen aneifert, wäre in einem solchen Staate überflüssig. Widerstand wäre nicht zu über. :vinden. Alles wäre ein Herz und eineSee :le, und das leuchtende Beispiel eines glück 'lichen Erfolges, eines Paradieses auf Er -den, würde die ungläubige Welt viel schnelle? bekehren, als alle Theorie und der -mit so großer Erbitterung geführte Kampf um die Oberhand. Mit dem Recht der StaatSgesetzgebung in Händen, könnte der Zuzug oppositionellerElemente verhindert, die Auswanderung solcher, welche ihren Sinn geändert, erzwungen werden, so daß in den Grenzen dieses sozialen Musterstaa teS nur Einigkeit und Eintracht herrschte. Alle nur an einer Ausgabe arbeiteten, nach ' einem Ziele trachteten. Wie die eingewanderten Mennonilen geschlossene Ansiedlungen errichteten, wie in Deutschland' die Herrenhuter ihre eigenen Gemeinden bildeten und verwalten, könnten die Sozialisten einen Musterstaat in's Leben rufen, in welchem sicherlich alle ihre Gesinnungögenossen,welche unter dem Drucke feindlicher Elemente so schwer lei den, eine Zuflucht suchen und eine freund liche Aufnahme . als Mitarbeiter finden .würden. Turnerisches. Einen Artickel über die, im nordamerikanischen Turnerbund abgehaltene Urabstimmung über die neue Platform schließt die osfizielle Turnerzeitung" mit . folgenden Worten: , Daß die Zahl der Stimmenden im Vergleich zu der Mitgliederzahl eine geringe war, ist nicht zu läugnen. Wir können aber diesem Umstände nicht den Werth beilegen, wie man dieses nun von unpoliti scher- Seite thun will. Die Zahl der Theilnehmer an der Abstimmung entspricht genau der Zahl derjenigen- Turner, , die mehr sind als blöke Namenöturner, Fest , turner oder Geschäftsturner, also derjeni. gerrdie als ziemlich regelmäßige Besucher der V-'sammlungen gelten können. Es ist gerad?''! thöricht aus der geringen Zahl der.'.u. 'mmenden Schlüsse betreffs der Stimmung gegen Platform und Beschlüsse ziehen zu wollen. Keine Vereinigung die

ser Republik hat mehr Parasiten als der Turnerbund. ES gehört zum guten Ton.

Turner zu sein. Man schloß sich einem Turnverein an, um gelegentlich daraus politisches" Kapital zu schlagen, wovon namentlich die jetzt sich .unpolitisch- nen. nenden Turner ein Liedchen singen können. Man wurde Mitglied, weil man glaubte, geschästliche Jnteresien zu fördern oder weil man sür den Winter sich freien Zu. tritt zu Vergnügungen schaffen wollte. Zwei Drittheile der turnerischen Mitglied. schaft rekrutiren sich auö derartlgen Elementen, welche nie oder nur höchst selten in Versammlungen zu treffen sind und gewiß am allerwenigsten, wenn eS gilt, lörperlichen oder geistigen Arbeiten obzuliegen. ES ist das ein Uebelstand, nach besten Ur sachen man aber in der Vergangenheit suchen muß. Kann etwas zur theilweisen Hebung desselben beitragen, so gewiß nichts mehr, als regelmäßige geistige Bethäti' gung, DiScussionen und Abstimmungen über Fragen von allgemeinem Jntereffe! Gleichviel ob alle oder nur ein Theil der Beschlüffe angenommen wurden, so haben wir eS doch immer mit einem erfreulichen Fortschritte zu thun. Die Thatsache der Urabstimmung allein ist schon Fortschritt genug ! Von individuellem Zwang, wie die, unpolitischen" Windsäer nun vorspie' geln wollen, kann keine Rede sein. Die Freiheit individueller Ansichten wird nirgends mehr geachtet, als von der Demokratie. Wohl aber haben die Beschlüffe für die Körperschaft als solche bindende Kraft, d. h. sie weisen ihr Ziele an, sür welche erzieherisch und agitatorisch eingetreten werden muß. Die Zeit der poli tischen Drahtzieher im Turner-' bunde ist zu Ende und diejenige einer erzieherischen und agitatorischenWirksamkeit für ächt republikanische Grund säde kann beginnen! Erinnerungen an Bayard Taylor. Bayard Taylor schrieb eine schöneHand. Er haßte undeutliches und nachlässiges Ge schreibsel und pflegte zu sagen, jeder Mann könne klar und deutlich schreiben, wenn er sich nur Mühe gebe. Sein Manuskript entzückte die Setzer. Jeder Buchstabe war wie in Stahl gestochen. Dabei fehlte es aber seiner Handschrift nicht an Charakter und keineswegs glich dieselbe jener Hand schuft, die in den sogenannten Schön schreibcschulen gelehrt wird. BayardTay lor arbeitete ruhig und stätig und prödu zirte viel mehr Manuskript in einer gege denen Zeit, wie man bei der legeren Art und Weise, in welcher er arbeitete, hätte erwarten sollen. In seiner Kleidung war er wenig sorgsam, trieb die Nachlässigkeit aber nicht soweit, daß sie aufgefallen wäre, wie beispielS.t eise bei Horace Greeley. Er kleidete sich mit Vorliebe in einen einfachen Anzug von starkem, wenn auch nicht seinem Tuche, der möglichst lange getragen wer den konnte. Dazu kam ein einfacher grauer Ueberzieher und ein breitrandigerSchlapp Hut. Er war, wie BiSmarck, ein starker Esser und liebte daS Bier, von dem e? ge wohnheitsmäßig bei den täglichen Mahl zeiten genoß. In religiöser Hinsicht ge hörte er zu den Rationalisten, hegte aber große Verehrung sür den Glauben seiner Quäkervorsahren. Von allenStädten des Erdballs, die er bereist, scheint ihm New Bork am besten gefallen zu haben. Seiner Vorliebe für diese Stadt verlieh ee wtnia stenS häufig mit den Worten Ausdruck, (x gebe New Pork vor allen europäischen Hauptstädten den Vorzug. In der .Tribune.Ofsice stand sein Pult, als er zum letzten Male activ an der Redaktion jenes Blattes theilnahm, zwischen denen der Redakteure Bromley und Congdon gerade vor einem Fenster, von welchem er die herrlichste Aussicht aus den Hudson aus Jersey City und andere Vorstädte ge noß. Er erschien gewöhnlich um els Uhr Vormittags im Arbeitszimmer und war mit kurzen Unterbrechungen bis sünf Uhr Nachmittags thätig. In Bezug auf feine Ausgaben war er äußerst sorglos. Erver brauchte gewöhnlich, was er verdiente und erübrigte leiten beträchtlichere Summen Auch er machte die eigenthümliche Ersah, rung, welche sast keinem Schriftsteller vor behalten zu sein scheint. Seine Werke welche ihm den meisten Ruhm eintrugen waren die, welche kaum einen pecuniären Ertrag abwarfen. Die Bücher hingegen mit welchen er Geld verdiente, waren die welche er in aller Eile verfaßt hatte und kaum als seine Werke anerkennen mochte Frau Taylor, eine Tochter dcS Astrono men Hansen in Gotha,eineDame von um fastender Bildung und bedeutenden schuft stellerischen Fähigkeiten stand ihremGatten bei seinen literarischen Arbeiten treu zur Seite und übersetzte erst kürzlich eine von ihm versaßte Geschichte Deutschlands, die sur amerikanlscheSchulen bestimmt ist, in' Deutsche. Herr Murat Halstead, welcher die Dame persönlich kennt, ist der Ansicht daß Frau Taylor bei ihrer genauenKennt niß der Absichten und des Materials ihres Gatten, im Stande fern nnrd, dessen be reits begonneneBiographie Götheszuvol lenden. Ein höchst verdienstvolles Werk durste so der Literatur mcht ganz verloren geyen. (E. B.) Wie kaum anders zu erwarten war wurden die Olkiziere der Rnmmernnin der Cavitän- einaeicklossen. von htm m it der Untersuchung des Schiffsbruchs beauf rragien Aomrattlatsgerlcht ehrenvoll frei geiprocyen. n

lErr,sxndNI r .Xriüne") Washington, D.E. 26. Dez. Unter den wichtigeren Vorlagen, welche

dem Congreß nach dessen Wiederzusam' mentritt am 7. Jan. zu erledigen bleiben, sind: Die Vertheilung des ResteS- der Genfer Entschädigungssumme, die Zinsgarantie sür die Bau Obligationen der TexaS Pacific Bahn, die Edmunds'schel Bill sür Abänderung deS Präsidenten WablmoduS und die Bill sür Einrichtung von PostSparbanken. EinHauS'Comite war beaustragt. eine Methode der Verchei. lung deS noch verfügbaren Theils derGen ser Entschädigung unter die Reklamanten zu entwerfen ; die Verschiedenheit der Ansichten innerhalb dieses Comites führte zu einem MajoritStS und einem MinoritätS Gutachten, welche beide in letzter Woche im Hause eine animirte DiScussion hervor riefen. Man schätzt, daß noch mehrere Millionen im Schatzamt verbleiben wer. den, nachdem alleVerluste bezahlt sein werden, welche durch die Kreuzer Alabama, Shenandvah und Florida bezahlt sind. Um diesen Rest bewerben sich zwei Kategorien von Reklamanten, deren jede ihreFür spreche? und Freunde im Congreß hat. ES sind dies einerseits die VersicherungS-Ge sellschasten, und andererseits die Personen, welche den ersteren die hohen KriegS'PrS mien- bezahlten, die sie für KriegS'RisikoS während der Kampagne bezahlen mußten Der MajoritSt?Beschluß befürwortet eine Verweisung beider Kategorien vcn Rekla manten an die vourt ot ewirus", wäh. rend daS MinoritätS'Gutachten die Ver. sicherungS . Gesellschaften von jeder Be theiligung an derVerlheilung ausgeschlos sen wissen will, wenigstens so lange, alS nicht alle berechtigten Ansprüche der Prä mien'Zahler noch nicht voll befriedigt sind. Zur Entscheidung über die gesetzlich oder technisch begründeten Ansprüche, welche hierin Betracht kommen, gehören umfas sende juristische Kenntnisse. Es muß zugegeben werden, daß die Actionäre der Versicherungsgesellschaften sich durch deren enormen Prämien, welche in einigenFüllen 30 Prozent betrugen, in wenigen Monaten bereicherten, trotzdem hohe Summen sür Verluste bezahlt wurden. Ebenso kann nicht geläugnet werden; daß viele GeschästSleute, welche sich in die Alternative versetzt sahen, entweder diese koloffalen Prämien zu bezahlen oder daS Kriegs. Risiko allein zu tragen, ruinirt'und auS dem Geschäft getrieben wurden. Da aber die in Reden stehenden VersicherungS'Gesellschasten reich sind und in Uebereinstimmung handeln, gibt Jedermann zu, daß sie einen großen Vortheil über ihre Mitbewerbe? voraus haben und allgemein ist man der Ansicht, daß die Partei, welche mit den größten Geldmitteln ausgerüstet vor den Con.'reß tritt, den Vortheil über die minder günstig situirte Gegenparthei erlangen wird, falls Beider Ansprüche sonst auch gleichberechtigt sein sollten. . ' Die Bill betreffs einer beschränkten Re gierungS'Unterstützung der TexaS Pacific Bahn ist erst einmal verhandelt worden und zwar im Senat durch MatthewS. Da die Regierung durch die, in dem Gesetzentwurf enthaltenen Garantien gegen jeden Verlust geschützt erscheint, hat sich die Zahl der Befürworter der Maaßregel wesentlich vermehrt, besonders unter jener Klaffe von Männern, welche die Pläne zur Aus. schließung unserer heimischen Ressourcen und die Ausdehnung deS Handels mit fremden Ländern in den letzten zwölf Monaten ausarbeiten und fördern halfen. Der Umstand, daß die zu bauende neue Linie sich unter derselben Controlle befinden wird, unter, welcher die bereits bestebende Linie steht, trug viel dazu bei, die Opposition zu vermindern. Man sieht allgemein ein, daß die schwereHand, welche daS Monopol der Pacific-Bahn auf den Handel legt, stets unerträglicher und erdrückender wirken muß, so lange eS nicht gelingt, den Bann durch daS einzig wirksame Mittel einer Concurrenz zu brechen. Wenn auch Senator Edmunds Bill im Senat passtrte, so verbietet doch die g' ringe Unterstützung, welche dieselbe in diesem Körper unter den Demokraten fand, und die Opposition, welche die Demokr. ten deS .Hauses offen aussprechen, jede Aussicht, daß dieselbe jemals zum Gesetz wird, trotzdem die Vorsälle in 1876 und die Gesahr, weiche das Land damals lief, laut nach einem Gesetz verlangen, welches die Wiederkehr derartigerZustände unmöglich machen würde. Die Stimmung zu Gunsten von PostSparkaffen ist günstiger als je zuvor, wenn auch die Angelegenheit durch wichtigere Geschäfte bisher in den Hintergrund gedrängt wurde. Nach Wiederzusammentritt deS HauseS werden die wenigen noch rückständigen ApropriationS'BillS von den betreffenden Comites einberichtet werden; fünf derselden haben daS HauS schon passirt und sind an den Senat gegangen, scheinen aber in diesem KörperAnstand zu finden wegen der Freiheiten, welche sich daS HauS mit den Voranschlägen der Departements erlaubte. In Anbetracht der Abstriche, welche die Verwaltungszweige derRegierung in ihren Etats bereits selbst vorgenommen haben, und welche bis an . die äußerste zulässige Grenze gehen, wenn der Dienst nicht dar. unter leiden soll, wird die Stellung, welche der Senat ferneren Reduktionen gegenüber einnimmt, allerseits gebilligt werden. .' i , " u. D. E.

Gditorielle "Motien.

Jedes Jahr bei Eintritt des FrosteS fordert der Leichtsinn, daS EiS bevor eS dick genug ist. zu betreten, zahlreiche M-nschen opser. Der 'schrecklichste UnglückSfall ereignete sich diesmal in Frankreich. . Bei Paris brachen 48 Kinder durch die dünne Eisdecke und ertranken. Spätere Nach, richten erklären die Depesche sür eine Ente. Wir hoffen, daß eS eine sei. Bayard Taylor wurde in seiner Krankheit von dem ihm engbesreundeten Dr. Löwe in Berlin behandelt. Dr. Löwe, bekannt a!S Präsident deS franksurter Parlaments und langjährigesMitglicd deS preußischen Landtages, führt zur Un terfcheidung von anderen Abgeordneten gleichen Namens die Bezeichnung Calbe (an der Saale, sein Geburtsort) hinter seinem Namen. Der Kabeljunge machte darausLöwk'Kalb und deutsche Uebersetzer beteten es ganz gemüthlich nach, wahr, scheinlich wegen der Wahlverwandtschaft. Binnen Kurzem wird der CensuS für 1880 in den Ver. Skaaten ausgenommen werden. Hoffentlich erläßt der Congreß vor dem 31. Dezember noch ein Gesetz, welches die Aufnabme in anderer, als der stherigen mangelhasten Weise regelt. voU ein Census zuverlässig sein, so muß er an einem Tag über die ganze Union aufgenommen und ganz besondereRücksicht aus die flottirende Bevölkerung genommen werden, was bisher nicht gescheben ist. Die alle 10 Jahre vorzunehmende Volkszählung ist dieseömal von besonderemJntereffe. Nach der ermittelten BevölkerungSzahl richtet sich die Anzahl der Vertreter jeden Staates im Congreß. Da seit 1870 die westlichen Staaten bedeutend an Seelenzahl zugenommen haben, muß von 1880 an ihre Vertretung im obersten gesetzgebenden Körper im Verhältniß stärker werden. Der politische Schwerpunkt rückt in demselben Maaße mehr nach Westen und daS so lange Zahre behauptete Uebergewicht deS Ostens wird vermindert. Hoffentlich wird diesesmal die Zahlung gewissenhafter und sachgemäßer vorgenommen und die enorme Summe, welche eine Census-Ausnahme in Anspruch nimmt, nicht zum Fenster hinansgeworfen. m i Die Stelle, an welcher Major A n d r.e in 1760 nach seiner Hinrichtung beerdigt wurde, ist neuerdings durch Zeugen festgestellt worden, welche der Ausgrabung der Leiche beigewohnt haben, als man dieselbe nach England tranöportirte, um sie dort in dem Pantheon berühmter Personen, der Westminster-Abtei, beizusetzen. Es war keine leichte Aufgabe, den Platz über alle Zweifel erhaben zu bezeichnen, wo die Ge. deine desMärtyrerö geruht hatten. Nach, dem die Leiche entfernt war, fand eine solchePilgerfabrt nach der geweihtenStätte statt, daß der Eigenthümer der ' umliegenden Felder beschloß fernerer Beschädigung seiner Ländereien vorzubeugen. Er verlegte denPlatz nach dem Fahrweg, pflanzte Bäume zu Häupten und zu Füßen des vermeintlichen Grabes und das Publikum ließ sich täuschen, bis jetzt durch ortskundige Personen und Augenzeugen, 80jährige Greise, die historische Stätte wieder aufgesunden und kenntlich gemacht wurde. Cyruö W. Field in New Bork läßt an diesem Platz, in der Nähe von Tappan, Rockland County, N. Y., sür eigene Kosten ein, des Todten würdiges Denkmal errichten, zu welchem Decan Stanley von Westminster die Jnschrist entwarf. Der Besitzer deS Grund und Bodens, Mr. Bartow, hat der historischen Gesellschaft von Rockland County eine Besitzurkunde über daS Grundstück ertheilt und daSWegerecht zu demselben verliehen. Die Errichtung des MonumentS wird mit aller zulässigen Eile gefördert werden. Seitdem hierzulande den Eisenbahnen Ländereien bewilligt wurden, sind aus diese Weise nahezu 200 Millionen Acres Land, und zwar zumeist bester kultursähiger Bo den, verschleudert worden. Der diesen Landschenkungen zu Grunde liegende Ge danke war ein ganz zweckmäßiger, nur sür die Ver.Staaten nicht, wo jeder guteZweck und jede reelle Absicht durch Schurkerei vereitelt und in ihr Gegentheil verwandelt wird. Man calculirte, daß sich längs den Eisenbahnlinien der Einwanderer, der westwärts ziehende Farmer ansiedeln, das Land und den Boden erschließen und die Entwicklung unserer Verhältniffe sördern würde. Bei natürlichem Verlaus dcrDinge wäre es auch so gekommen, man hat aber nicht mit dem ?)ankeecharakter gerechnet. Die überwiegendeMehrzahl dieser Länderstrecken ist, anstatt parcellirt und an Ansiedle? gegeben zu werden, in denBesitz von Kapitalisten übergegangen und wird zu Spekulationen verwendet. Ueber ein Viertheil dieser 200 Millionen AcreS sind au genblicklich der Besudelung noch absichtlich entzogen und verschloffen. DaS Vorgehen deS Senator Schurz, welcher allenBah nen die Landbewilligungen wieder entzieht, eiche den ihnen bei der Verleihung zur Pflicht gemachten Erschließung deffelben nicht nachgekommen sind, wird auch in dieser Hinsicht sür das Land von den segenö reichstenFolgen sein, wenn nicht wieder das Dankeethum der Maßregel dieSpitze abzu. brechen und sie in ihr direktes Gegentheil

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Ein hervorragendes. Mitglied der GreenbaS-Partei verbreitet das Gerücht, daß zwischen den G.reenbäcklern und den Republikanern eine Uebereinkunft zum Zweck der Controlle der bevorstehenden LegiSlatur-Sidung getroffen worden sei. Der Preis dieser Coelition soll darin be stehen, daß der Boß, der Papiermüller, James Buchanan, in den Bundessenat ge wählt werden soll. So bestimmt dieses Gerücht auch auftritt, so haben wir doch unsere Gründe, seine Richtigkeit zu bezweifeln, erblicken vielmehr in dessen Formulirung einen ballon d 'essay, welcher von der Papier geld-Partei steigen gelassen wird, um anzudeuten, auf welcher Weise ihre politische Mitwirkung zu erlangen wäre. Wir de fürchten, Boß James verrechnet sich. Noch ist Bayard Taylor's Leiche nicht der Mutter Erde überantwortet und schon schwillt die Liste der aufopfernden Patrioten mächtig an, welche sich darum bewerben, in die vakant gewordene Stellung eines Gesandten bei der deutschenRegierung einzutreten und die damit verbundenen $17, 000 Gehalt mit Anstand und Würde zu verposamentiren. Unter den Candidaten finden sich folgende Namen, mit welchen jedoch die Liste noch lange nicht geschlossen ist : Ex-Senator Frelmghuysen von New Jersey, Eugene Hall von Maine, ExSprecher Grow von Pennsylvanien, Col. Bob Jngersoll von Illinois, Senator Christiancy von Michigan, Minister Elihu Washburne von Illinois, Gouverneur Hartranst von Pennsylvanien, Ex.Gouv. Koerner von Illinois, Sen. MatthewS von Qhio, Gen. Banks von MassachusettS, Richard A. Dana jun. von Boston, Geo. Will. Curtes von New York. Ein Engländer äußerte kürzlich im Unterhaus, die Vereinigten Staaten seien bald im Stande, jeden Artikel zu expor tiren dessen das Ausland bedarf. Anlaß zu dieser Bemerkung gab die Lieferung von Pferden, welche Amerika sür die französische Kavallerie W auch theilweise über nommen hat. Der Mann hat Recht, .nur Schade, daß das Ausland gerade für die Artikel keine Verwendung hat, welche wir so gerne ' exportiren möchten: Fälscher, Einbrecher, Mörder, Abortisnisten, Mucker, Wassersimpel, Heuchler, Pfaffen, Blau, strümvfe, Politiker, Weiberrechtlerinnen, Hellseherinnen, Moskitos, MalariaS. Le gislatoren, Candidaten, Aemterjäger, Bankkajsirer, Literaten und Wanzen.

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Unser Münz Directory Dr. Lind e r mann, gegen deffen Verbleib im Amte von seinen Gegnern offen und geheim aufS Eifrigste agitirt und gewühlt wurde und deffen Abgang schon als ganz sicher in die' Welt posaunt worden ist, bleibt trotzdem auf seinem Posten, und mird seine Wiederbestätigung nach demWiederzusammentritt des (Sonnreh. lehr finlh aiiftarfarnAtn - u - w ' W " werden. Vielen PankeeS convenirr der Mann nicht, weil er sein Geschäft zugut versteht und sich mit ihm nichts ansangen läßt; ein traitabler, erkenntlicher Ameri kaner ließe in' der Stellung als Chef deS MünzwesenS iedenlallS mit ffck lvreSenund für seineFreunde etwa, abfallen, aber' dieser starrköpfigeDeutsche ist zu garnicht zu gebrauchen. DaS ist sehr störend.Jn Cincinnati ist unter den deut- . schen und irischenttatholiken eine argeVer stimmung eingetreten, und zwar über finanzielleAngelegenheiten. Die deutschen rioicr:.... t. t ... t o-t uiMviiuii vuviu iiuii! yiVQiii tcyil. llll Ersparnisse bei dem Bankhaus Hemann deponirt gehabt; die irischen dagegen tru gen ihre Sparpfennige zu dem geistlichen Herrn Bruder des hochwürdigsten Erz bischofs Purcell, der ihnen hohe Zinsen diesseits und jenseits versprach. Nun hat'S gekracht und die Zinsen mitsammt dem Kapital hat ein durchaus nicht hochwürdi ger Herr geholt. WaS diese beiden Bank, brüche noch von Nothpfennigen geringer Leute verschont hat, nahm das Falliment von Adae mit sich, und so ist die schöne' Weihnachtszeit in einer bedauerlich großen Anzahl von braven Familien zu einer Zeit des Kummers und der Betrübniß gewor den. General Grant ist von der Administration eingeladen worden, an Bord deS Ver. St. Dampfers Richniond" die Reise nach Asien mitzumachen und hat, wie vor auszusehen war, dasAnerdieten angenom men. Die ihm angetragene Gastjreund schaft der Ver. Staaten erstreckt sich auch auf zwei Begleiter, deren Ausmahl Grant anheimgestellt wurde. Die'Auserkorenen sind zwei englische Zeitungs'Correspon denten. welche als Zeichen ihrer Erkenntlichkeit natürlich nicht unterlaffen werden, den Ruhm Uly688 deS Großen in alle Welt hinauszutrompeten und ihm dieWege zu seinen ferneren Zielen zu bahnen. Von China. Japan und Indien wird dan General Grant nächstes Jahr über Gsn Francisco wieder nach den Ver. Staaten zurückkehren, wenn seine Sachwalter und Managers den Zeitpunkt sür geeignet hat, ten, um in die Präsidial-Wahlcampagne wirkungsvoll einzugreifen. -

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