Indiana Tribüne, Volume 1, Number 19, Indianapolis, Marion County, 21 December 1878 — Page 4
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(Wochenblatt.) - g. A. Lizlus, Redakteur. Osfice: Ecke Circlc u. Meridianstr. kJm dritten Stock ) - Abonnements-Preise. Ja der Stadt durch Träger in HauS geliefert Per Monat- 20 Cents. . Per Jahr im Voraus ..52.00 Per Nummer 5 KentZ. LrmS P. HNd, Herausgeber. Indianapolis, Ind., den 21. Dezbr. 1873. Die Senatoren ILahl. Die bevorstehende Wahl eines Bun des'Scnators an Stelle des Dan VoorheeS. dessen Mandat am 3. März 1879 ab laust, beschäftigt die politischen Kreise und die Presse sehr lebhaf:. Die Chancen Voorhees' sind vorläufig noch die günstigs!en, da seine Paitei numerisch di eMajorität in der Legislatur hat ; da aber viele 'seiner eigenen Parteigenossen mit seinen Mnar.ztheorien und Irrthümern durchaus Glicht einverstanden sind, und bei einigen derselben die Opposition hiergegen so weit geht, daß sie sich lieber entschließen würden "für einen CoMpromib'Candidaten als für Voorhees zu stimmen, erachten wir die Posaunenstök? der Befürworter seiner Candidatur sür verfrüht. Der Cincin nati Gnquirer" läßt sich von hier schreiben: ist kein Einfluß, weder in politischer, noch socialer oder finanzieller Beziehung stark genu, um 'dies Resultat zu verhin dern. Alle Geschichten vom Gegentheil dienen nur da,u, die Linie noch fester zu Gunsten von Boorhces zu ziehcn. Dab verschiedenartige Einflüsse und die Hoff nung aus Beute andere guteAbsichten ver eiteln mögen, welche die Demokraten im Auge haben, ist möglich, aber dadurch kann dieser Zweck nicht verhindert werden, der von gemeinschaftlicher Abstimmung beider Häuser abhängt. Herr Voorhees wird sür den kurzen und für den langen Termin erwählt werden Der Ev. Demokrat" will die Pläne kennen, welche von republikanischer Seite gehegt werden, um Voorhees zu schlagen und 'zwar soll dieses durch eine Abmachung mit ' denD?ationalen erzielt werden, derenStim vrnen allerdings den Ausschlag geben wür den. Er schreibt : .Aus Indianapolis kömmt dieNachricht, '.'.daß mehrere prominente Republikaner des - Staates ein Schutz und Trudbündniß mit den Nationalen in der Legislatur ab zuschließen suchen, um die Wiedererwäh- ' kling deö D. Voorhees zu verhindern. Es eißt, daß ein Vertrag zu Stande gekom ' mn ist, wonach die Nationalen den Bundessenotor sür den kurzen Termin vom 20. Januar bis zum 4. März und alle mit der Orgavisirung desSenats und der gemein schalllichen Sitzung der beiden Häuser ver- ' bundene Patronage haben sollen, wofür sie ' dem republikanischen Mayor von Jndia. " napolis.ZöhnCaven, als Bundessenator ' für den langen Termin, ihre Stimmen ge 5'ben sollen. Herrn T'Pto", dem Vorsitzer des Staats-Central-Comites derNationalen, sollen Anerbietungen betreffs des kur. zen Termins gemacht worden sein. Vor läusig handelt e3 sich natürlich nur um Gerüchte und es könnte diesen Schachermeiern leicht passtren, daß sie das Fell des Bären vertheilen, ehe sie ihn erlegt haben." In einer späteren Nummer schreibt das selbe Blatt: .Aus Indianapolis wird als das Resultat äußerst sorgfältiger Untersuchungen und Nachfragen gemeldet, daß die Wiedererwählung desSenators Voorhees über allen Zweisel gesichert ist. Man berechnet. daß er schon beim ersten Ballot 77 Stim men erhalten wird was zwei Stimmen mehr ausmacht, als zu einer Wahl erforderlich sind. Die vielbesprochenen An strengungen der östlichen Geldbrozzen, Voorhees um jeden Preis zu schlagen, -scheinen gänzlich für die Katz' gewesen zu sein. Dies? Erscheinung freut unS, s o venig wir auch sonst von den finanziellen Irrlehren des Senators halten, denn sie be weist, daß die Demokraten von Jndiana ihre eigenen Angelegenieiten auch ohne den Rath der östlichen Geldwölfe zu erlebtgen wissen Hieraus erhallt, daß die Demokraten die Erwählung von Voorhees über'allen Zweifel erhaben ansehen und dieselbe be grüßen, trotzdem sie ihren Candidaten für - einen .Jrrlehrer" halten. Consequenz ist -dieSerade nicht, aber bezeichnend für den 'Corpsgeist unserer Gegner. In republi konischen Kreisen ist man von der unbe zweifelten,Ernennungdes großen Finanz humbu. ers Voorhees noch nicht so bom bensest überzeugt, und die selbständige Haltung einer Anzahl -von Demokraten, welche ihre bessere Ueberzeugung auch nicht von einer Parteipeitsche beeinträchtigen lassen, geben der Hoffnung Raum, daß ein Würdigerer wie Voorhees den Sitz ein nehmen wird, den so lange ein Mann.wie Morton einnahm.
t James Bayard Taylor. Der Tod. der unerbittliche, hält eine fürchterliche Erndte unter den Besten aller Länder. Noch ist die Dinte nicht irocken, mit welcher wir den Hingang Gutzkows niederschrieben, und schon wieder haben wir das Ableben eineö Mannes zu melden, deffen Ruf und Ruhm zwei Welttheile er füllte. Bayard Taylor starb vorgestern in Berlin. Er war längere Zeit krank, wie es scheint an der Wassersucht; östers brachte, das Kabel Mittheilungen über sein Befinden; die letzte Depesche meldete, der Kranke befände sich auf dcr Besserung. Um so unerwarteter traf uns die Nachricht von seinem Tode. Sein Veilust ist sür die junge amerikanische Literatur ein schwererSchlag ; sie hat nicht viel Männer wie Taylor zu verlieren. Aber auch wirDeutsch'Amerikaner erleiden durch seinen Tod einen großen Verlust, denn der Verstorbene liebte Deutschland und die Deutschen, er schätzte unsere Geistesheroen und unsere Sprache hoch, er erkor sich ein deutsches Weib zu seiner Lebensgesährtin und als der Tod an seine Thüre klopste, ereilte er ihn mitten an einer Arbeit, an einer Biographie der deutschen Helden deö Parnasses. Schiller und Göthe. Taylor wurde nicht alt; er hätte der Wissenschaft und den Musen noch manches Jahr in ungeschwächter Körper und Geisteskraft dienen und die Literatur noch um manche Perle bereichern können; er würde am bevorstehenden 11. Januar 54 Jahre alt geworden sein. Er war. in .Pennsylvanien geboren, wählte die Buch druckerkunst zu seinem Beruf und fing be reits im Alter von 19 Jahren an. sich literarisch zu beschäftigen. Von dieserZeit an bis jetzt ruhte seine Feder nicht ; wenn er auch nicht zu den Vielschreibern gehörte, so zeitigte doch der Verlauf weniger Jahre die Früchte seines Schaffens und wie sie reif geworden, übergab er sie der Oeffent - lichkeit, welche sie mit Freuden entgegen nahm. Taylor liebte daöReisen. und war so glücklich, seiner Neigung volle Genüge leisten zu können. Er durchwanderte fast ganz Europa, einen großen Theil zu Fuße, er besuchte den Orient, dssJnnere Afrikas, Ostindien, China, Japan, und legte das Resultat seiner Beobachtungen und Erlebnisse in anziehend geschriebenen Reisebe richten seinen Landsleuten vor. Schon frühzeitig wurde man höheren Ortes auf ihn aufmerksam und übertrug ihm diplo matische Stellungen; so bei der Gesandt-
schaft in Petersburg, und bei derjenigen in China. Seine Einennung zum Vertreter der Ver. Staaten bei der deutschen Regierung ehrt nicht sowohl den Präsi denten, als auch die Deutschen selbst und zu allermeist den Schriftsteller Taylor. Wenn bei Besetzung der Gesandtenposten bei den anderen Höfen der Großmächte darauf gesehen werden mußte, daß dip'omatische Befähigung, hervorragende ge scllschastliche Stellung, Reichthum und Verdienste um die herrschende Partei den Candidaten auszeichneten, so mußten den Gesandten nach Deutschland intellektuelle Vorzüge empsehlen, denn einem Manne wie Bancrost konnte man unmöglich einen Geringeren zum Nachfolger geben. Die Wahl Taylors war die glücklichste, welche getroffen werden konnte. Er war in den Kreisen, welche ihm als Schauplatz seiner Thätigkeit angewiesen wurden, kein Fremdling, denn man kannte den Mann, der Göthes unsterblichen gaust" in die englische Literatur einsührte und in dessen Übersetzung einMeisterwerk !iese?te,welches dem Original nicht nachstand, lange bevor man ihn persönlich kennen lernte. Die meisten seiner prosaischen Schriften wur den von seiner Gattin, der Tochter des Astronomen Hansen in Gotha, ins Deutsche übersetzt und errangen sich in der deut' schen Literatur einen ehrenvollen Platz. Die Theilnahme, welche sein Hinscheiden unter der amerikanischen Nation hervorrust, wird ein lautes Echo in vielen deutschen Herzen wachrufen. Friede seiner Asche. . (Corresxondenz der Tribüne-) Washington, D. C. 18. Dez. Professionelle Propheten in Congreßan gelegenheiten erklären es für ausgemacht, daß die Bill des Senator Edmunds, welche bestimmt ist den Wahlmodus des Präsi denten abzuändern, und in ihrer ursprüng. lichen Fassung am letzten Freitag vom Senat angenommen wurde, wenig oder keine Aussicht hat, die Zustimmung der mißtrauischen Demokratie im Ünterhaus zu erhalten. Ihre fast unzweifelhafte Niederlage im Hause benimmt ihr das all gemeine Interesse, welches sich sonst ihren Einzelnheiten zuwenden würde. Unser knappes Entrinnen der Gefahr einer U strittenen PräsidentenNachfolge, welche nur durch Zustandekommen eines, in der Constitution nicht vorgesehexen Com promisses vermieden wurde, ist genügender Beweis für die Nothwendigkeit gesetzlicher Besticnmung'en welche eine Wiederkehr ähnlicher Zustände verhindern könnten. Die relative Stärke beider Parteien im Congreß würde die dermalige Sitzung ganz besonders geeignet machen, die Frage durch ein Gesetz zu erledigen, in welchem keiner der beiden Parteien überwiegende Wortbeile zuerkannt sindi Aber gerade dieser Umstand ist die Veranlassung, webhalb die Majorität des Hauses ihre Zustimmung zur Edmund'lchen BlU verweigern wird, weil sie hofft, nachdem sie dle
Majorität in beiden Häusern erlangt haen ! wird, die Bill derart zu sormuliren, daß ihre Wirkung dem unverfälschten Bourh, nenthum zu Gute kommt. Dieser .Grund einer Opposition ist sicherlich wenig schmei chelhaft für dasUebermaaß vonJntelligenz, welches die tonangebendenFührer und Juristcn an eine mikroskopische Untersuchung und Prüfung der Bill bis in ihre kleinsten Details verschwendet haben. Obgleich sie mit bewaffneten Augen nichts Anstößiges in der Bill zu finden vermochten, beslirchtcn sie doch in Folge des selbstbemubtcn, zuversichtlichen Auftretens Edmunds' in eine Falle zu gehen. Mit dieser Entsckul' digung hoffen sie sich vor ihren Coystituenten gegen den Vorwurs zu wahren, einem dringend gesühlten Bedürsniß in Legenwärtiger Session nicht abgeholfen zu ha ben. Allmählig macht sich die Ansicht g'ltend, daß man bei Passirung der Bill, z durch welche man hoffte die Ausschreitungen und Ueberhebungen der Eisenbahnen zu be schränken, übers Ziel hinaus geschossen hat. Viele ihrer Bestimmungen sind unleugbar zu weit gehend und unreif; ekonnte auch nicht gut anders sein,! wenn man bedenkt, daß das Verlangen nach einschränkenden Maaßregeln gegenüber den Eisenbahnen im Westen allgemein war; daß die Bedrückungen der Bahnen die Produzenten im Innern des Landes zur Revolte trieben, und daß der Erste, welcher diesen aussaugerischen Gesellschaften einen Damm entgegensetzte, die schönste Aussicht?n hatt?, bei der Messe der Wähler als Held zu gelten. , Was aber immer die praktische Wirkung der Annahme der Bill sein mag, sie wird nicht ohne wohlthuende Folgen sein. Der so häufig gehörte Vor wurf, der Congreß tanze nach der Pfeife reicher und mächtiger EisenbahnCorporationen muß veistummer', und die lieberzcugung, daß der Congreß zur Anwendung seiner Macht in einer gewissen Richtung durch kräftige Kundgebung der öffentlichen Meinung gezwungen werden kann, hat auch sein Gutes. Nächst Blaines Rede, welche noch immer die Gemüther beschäftigt, ist e der Bericht des, Comites für Armee-Reorganisation, welcher die Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt, und das Tagesgespräch bildet. Die Ansichten gehen natürlich hierüber weit auseinander und die Bestürzung, welche unter dem hiesigen Militär.Stab herrscht, unter welchem gewaltig ausge' räumt werden soll, ist groß. Einige Slellen des Berichts sind außergewöhnlich; so z. B. diejenige, in welcher der Vorschlag gemacht wird, das Kriegsdepartement, resp, den Kriegssekretär ganz abzuschaffen. Welches auch die Meinung über die vorge schlagen? Mittel zur Abstzllung eingerissener Mißbräuche sein mag, so sind nur Wenige dagegen, daß unter den Drohnen, alten und jungen, welche zum größten Theil den Stab in Washington bilden einmal Kehraus gehalten werden soll. Viele derselben verstehen vom militärischen Dienst so viel, als dieKuh vom Spanischen. Wegen ihrer Anstellung sind sie die Günstlinge der Gesellschaft;- sie tragen einen Kastengeist zur Schau, der ebenso beleidigend ist,,alö ihr Pochen auf .edles Blut" lächerlich. Sie kosten die Steuerzahler Tausende über Tausende, und sind doch nichts mehr als Zierpuppen, Staffage in den Salons der ShoddyAristokratie, Tanzbären, Ornamente und Nippsächel chen. ; In den Kreisen der sich hier mäh rend der Congreß-Sitzung versammelnden Elite spielen sie die Plaisirpeter und Hanswursten, und treiben jedem dieSchamröthe ins Gesicht, der an Republik und republj kanische Institutionen denkt, Das wohlbekannte Factum, daß die Männer, welche die republikanische Wahlcampcgne diesen Herbst leiteten. Alles vermieden wa? an den Krieg und die Recon struction erinnern konnte, über Versöh nung" schwiegen, und sich enthielten, die Männer anzuschuldigen, welche ihre Versprechungen und LoyalitätSgelübde mit
Fußen traten, ist genügender Grund die demokratische Beschuldigung Lügen zu strafen, Blaine und seine politischen Freunde im Congreß seien bemüht, den Haß gegen den Süden wieder anzufachen. Die Verbrechen zegen die" Menschlichkeit und die Wahlbetrügereien, welche endlich Präsident Hayes nöthigten, sich zu rühren, kamen alle während der Herbstcamvagne vor. Sie wurden den Republikanern im Congreß von den Demokraten aus eine so herausfordernde Art unter die Augen und vor die Nase gehalten, daß erstere Notiz davon nehmen mußten, wollten sie nicht den Vorwurs der Feigheit aus sich laden; ihreStellung als Vertreter republikanischer Ideen und Gleichheit vor dem Gesetz würde gefährdet worden sein, wenn sie die Herausforderung nicht angenommen hätten. Die Demokratie mag sich bei sich selbst be danken, wenn sie bei den bevorstehenden Untersuchungen rn ihrem wahren Licht der Barbarei vor der Nation blosgestellt wer den wird. - ' U.D.E. : Nachdem Gold während 16 Jahre höher stand als - GreenbackS, ist es zum' ersten mal am 17. Dezember zu Pari ver. kauft worden. Seitdem mit Agiotage mchts mehr zu verdienen ist, verW eS die Berstecke, m welchen es bisher verborgen gewesen und hört auf. ein Handels-Artikel zu sem. Dle Aufnahme der Baarzahlungen findet am U Januar unter Umständen statt, wle sie sich Sekretär Sherman nicht günstiger hatte wünschen können.-
Gditorielle "Motiven, v. Eine ersreuliche Erscheinung ist, daß durch das Unglück, welches die Pomme rania betroffen, weder das Vertrauen der Exporteure, noch das des reisenden Publi kums in die Solidität und scemSnnisck't Führung der deutschen Dampfer im Ge ringsten erschüttert wurde, trotzdem die Deutschen-feindliche Presse, die Sun- an der Spitze, ihr Möglichstes that, um die deutschen Dampserlinien in Mißcredit zu bringen. Seit dem Untergang des Dam Psers hat noch kein Schiff der deutschen Linien den Hafen New ZZrk verlassen, welches nicht ein volles Cargo Fracht und Passagiere mit sich führte. DieEntscheioung der Supreme-Couri, daß der 4. Juli kein Festtag im Sinne des Gesetzes sei, welches den Verkauf von geistigen Gctränken an solchen Tagen verbie tet, veranlaßt das Journal", aus einen Akt vom 5. März 1877 aufmerksam zu machen, labgedruckt auf Seite 92 der Sitzungk-Protokolle von 1877,) welcher lautet : Es soll ungesetzlich sein anSonn tagen, am 4. I u l i, a m 25. D e z e m b e r, am 1. I a n u a r, Danksagungs tag, sowie an den allen Wahltagen für Staats-, Tom nship-, Prima ry und städtischen Wahlen berauschende Getränke zu verkaufen, wegzugeben etc." In demselben Gesetz wild auch den Apothekern untersagt Liquors anders als gegen ürztliche Verordnung an solchenTagen zu verkaufen. Das Journal" vermuthet, daß der Fall über welchen die Supreme Court damals zu entscheiden hatte, vor dem Inkrasttreten dieses Gesetzes stattgefunden haben müsse, da sonst der Getichtshof unerklärlich gehandelt habe und das Untergericht die Akten noch einmal revidiren müsse. Die Angelegenheit ist für vieleGeschästs. leute wichtig genug, um sie unseren Lesern mitzutheilen, da nur sehr wenige die Gesahr kennen, welcher sie sich aussetzen, wenn sie an Tagen wie demWeihnachtsfest,Neu jähr, selbst an Wahltagen sür die Wahl von Mitgliedern des Schulboard oder von Township-Bcamten, ihr Geschäftfoffen betreiben. Das Gesetz erstreckt sich auf den ganzen Staat und wäre es Pflicht der Prcffe, das Publikum auf daffelbe ausmerksam zu machen und vor Schaden zu warnen.
Unser Artikel über den hiesigen Turn berein, welcher in voriger Nummer enthallitt war, veranlaßte ein' Eingesandt" in der Mittmochs-Nummer des Telegraph welches wie dies leider von gewisser Seite scheint nicht mehr anders gemacht werden zu können auf das Gebiet der Persönlichkeiten übergeht und sich dabei hinter Anonymität versteckt. Will der Biedermann, welcher dieses Eingesandt entweder aus eigenem Antrieb oder auf Bestellung anfertigte, die Güte haben, aus seiner Anonymität herauszutreten, so werden wir nicht verfehlen, ihm zu antworten, bis dahin wird er wohl erlauben, daß wir uns nicht entblöden," feine Jnvectiven für unhöfliche Leute würden sagen Lü gen," wir aber versteigen uns nur bis zu Irrthümer" und Abweichungen von dem Thatbestand erklären. Für heute erlauben wir uns nur die Bemerkung, daß eine Widerlegung prinzipieller Behauptungen auf verdammt schwachen Füßen stehen muß, wenn sie sich genöthigt siebt, zu persönli chen Angriffen und Entstellungen zu grcifen. Da unser in Rede stehender Artikel vielen Lesern nicht mehr ganz gegenwärtig sein wird und an gewisser Stelle so großen Anklang oTcr the lest gesunden Hat, drucken wir denselben aus der Jnseite dieser Nummer nochmals ab. 5 Ueber ein schlaues WaHlmanöver im Süden schreibt die ,Westl. Post": Sie sind im Süden erfinderisch in ihren Mitteln, dem Stimmrecht der Farbigen den Stachel zu nehmen und nicht überall greift man zur Büchse und dem Revolver zu diesem Zwecke, wie eS in Süd-Carolina, Louifiana und Mississippi der Fall ist. So z. B. haben sie in einer' kleinen Stadt in Alabama ganz friedlich ihre Zwecke erreicht. Als der Wahltag kam, halten sich die Stimmgeber auf dem Platze vor dem Courthause versammelt. Es waren zwei Haufen. Der eine bestand aus etwa 200 Weißen, der andere zählte ungefähr dreimal so viel Farbige. Beide standen stch getrennt gegenüber und Parlamentäre beriethen sich zwischen ihnen. 'Man kam überein, das erschien ja so billig, daß immer ein Weißer und ein Farbiger abwechS lungsweise stimmen sollte. Die arglosen Farbigen waren damit zufrieden und das Stimmen begann. Es dauerte nicht lange, da fanden die Richter an einem Farbigen und, da sie unparteiische (???) Männer wa ren, bald auch an einem Weißen, etwas auszusetzen, und eS nahm . oft ziemlich lange, bis die Sache erledigt und die Stimme abgegeben war. So wurde eA Mittag und endlich Abend. Der Haufen der Weißen, die nicht gestimmt hatten, wurde stets kleiner, und richtig, als es sechs Uhr schlug, hatte eben der letzte Weiße ab gestimmt, die Richter machten die Bude zu und 4(0. Farbige standen drauben, obne daß .man ihre Stimmzettel abgenommen hätte. Der Candidat der Weißen war mit einer Stimme Mehrheit erwählt, und Alleö war gesetzlich zugegangen. So wird eS gemacht.
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Gouverneur Williams scheint schließlich selbst zu der Ueberzeugung gelangt zu sein, daß seine Begnadigungen einen guten Theil von Unzusriedenheit hervorgerufen haben, und soll er sich entschlössen haben, die Einsetzung eines aus drei Personen bestehenden Beiraths in seiner demnächsten Botschaft zu empfehlen, welches Collegium dann berufen wäre, die Verantwortlichkeit mit . ihm. zu theilen. Wir haben gegen diesen Vorsä lag nichts zu erinnern und würden jede Aenderung des jetzigen Zustands freudig begrüßen, wenn nur durch eine solche die ausschließ liche Begnadigungs'Befugniß des Gouver neurs beschränkt und auf ein vernünftiges Maaß reduzirt' würde. Wie verlautet, will der Gouverneur denBorschlag machen, daß diese Commission aus drei Staatsbeamten bestehen solle. Gegen diese Propo sition haben wir sehr viel einzuwenden. Zunächst sind unsere Staatsbeamten nicht genügend unabhängig vom Gouverneur um Vertrauen in die Selbständigkeit ihres Urtheils aufkommen zu lassen; sodann sind sie in der Regel derselben politischen Partei entnommen, welcher der Gouverneur angehört und es ist nicht über allen Zweifel erhaben, ob sie Partei-Rückstchten Einfluß auf ihre Handlungen gestatten werden, oder nicht ; und drittens sind sie viel zu sehr mit Berufspflichten überhaust um den Petenten und Anwälten der Sträflinge ihre kostbare Zeit opfern zu können. Gegen einen Beirath von angesehenen Bürgern, gleichviel welchen polltischen Glaubensbekenntnisses, hatten wir nichts zu erinnern, wenn nur die verschiedenen Parteien unter denselben vertreten sind. Dle Schwierigkeit besteht aber dann in der Art und Weise, wie diese Männer eewählt oder ernannt werden sollen. Der Senat hat die EdmundS'sche Electoral-Bill mit 35 gegen 26 Stimmen angenommen. Da deren Wortlaut' sür unsere Spalten zu umfangreich ist, geben wir nachstehend die Quintesienz der Bill in möglichster Kürze: Darnach sollen die Wahlen für Prisi. deuten und Vice-Prästdenten künftig am zweiten Diensiag im Oktober anstatt im November stattfinden und die Electoralcollegien sollen in den Hauptstädten der ver schiedenen Staaten am zweiten Montag im folgenden Januar statt im Dezember zu sammenkommen. Etwaige Streitigkeiten sollen in der Zwischenzeit von den Staaten selbst durch ein besonders dazu ernanntes Tribunal entschieden werden; die Art und Weise soll von den Staatslegislaturen vorgeschrieben werden. Die beiden Häuser des Congresics sollen, wie jetzt, am zweiten Montag im Februar zum Zwecke' des Zählens der Electoralstimmen in gemein, samer Convention zusammenkommen und die Aufgabe nach dem jetzt bestehenden Modus verrichten, mit einigen Ausnahmen wie folgt: 'Wenn mehr als ein Electoral Certificat von einem Staate' ' eingeschickt wird, so muß das von dem Staats Tribu nal gutgeheibene gezählt' werden; wenn aber mehr als ein Tribunal vorhanden ist und sich Streit erhebt,; welches gültig ist, so können nur die Stimmen gezählt wer den, die von einem Tribunal gutgeheißen werden, dessen-Gültigkeit von beiden Häü
1850.
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WsexUna 21sep2mt Präs. H. W. Bennett, See. u. Schahm. Etablitt im.
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Fabrikanten von n.HsHMm fern anerkannt wird. Liegen mehr ' als einetlei Electoral-Certisikate vor, ohne daß irgend welche von einem solchen Tribunal gutgeheißen sind, so können von solchen Stimmen keine gezählt werden, wenn nicht beide Häuser ihre' Zustimmung geben. Wenn mdeß nur ein Electoral'Certisikat von einem Staate vorliegt, so kann es nur urückacmiesen werd,n. wpnn A; ..s.. v w WftVV V 44 V V dles übereinstimmend beschließen. 'Äußer dem verkürzt die Edmunds'sche Bill die mettillzmelslgen evatten uoer Electoral streitigkeiten im Congreß und enthält ge naue Bestimmungen über Verzögerungen, nachdem das Zählgeschüft fünf Tage ge dauert bat. GeschenLe, die sowohl nützlich al eine Zierde sind, vie: Schwarze Seide, feine Kleiderstoffe. Mäntel und ShawlS, Schönes Tischleinen nnd Servietten, . Gettrickie Jacken für Kinder, Nubias und Fascinators, Seidene Taschentücher, Leinene qesticktcTaschentücher Neckties,-Schöne Nucheings, ferner eine volle Auswahl von Japanesischen Lackirtc Waaren V 200,.aufgcmachtc Hüte sür Damen und Kinder, neue und prächtige Waaren für halben Preis.' JD8 Geschäft. Lokal ist heute, Montag und Dienstag bis 10 Uhr Abends offen. Besonders vortbcilhaste Offerte in brochirten u- PaiSleh Sbawls. ET Das deutsche Publikum wird' von Hernr Armin Bahn bkdieat werden. ' .: i : : Hess,;' ; Bayloi1 ': ' ' & C0., : . : . J12,Ä' - WestMmlnnMni 1 u Straße.
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