Indiana Tribüne, Volume 1, Number 19, Indianapolis, Marion County, 21 December 1878 — Page 2
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s. Ferdinand von LesZeps, der Erbauer deS Suez:nals, untersucht augenblicklich an Ort und Stelle die Frage, ob das Pro jekt der französischen Regierung, einen Theil der .Sahara durch die Jluthen des mittelländischen Meeres zu überschwem men, ausführbar erscheint oder nicht. Das .Phil. Volksblatt- meldet: Die russischen Kriegsschiffe W und .Europa sind bereit zur Abfahrt. Der russische Geistliche segnete Schiffe und Mannschaft der Asia" ein unter Absingen russischer Hymnen, Besprengen mit heiligern Wasser und Anrufcn?deS Segens Gottes. Die.Asia" unö die .Europa" egeln zuerst. Die Africa-ist noch nicht ertig, wird aber mit größter Eile vollen det. Die Truppe der berüchtigten britischen Blondinen der Ladv Fiske wurde in den Zeitungen Montreals wegen ihrer dekolletirten Tracht Gegenstand all gemeiner Entrüstung, so daß sogar meh rere der moralischen" Zeitungen dagegen protcstirten. Lady Fiske erklärte in einem Eingesandt in einer dortigen Zeitung, dab die Tracht ihrer Damen keinen anderen Schnit! habe, als d'e der Damen des vice königlichen Hofes. Aus diese Erklärung in ist die moralische- Presse verstummt. Men, der Schmutzige, von Louisiana, soll sich in der gegenwärtigen Ses sion des Repräsentanhauses in Washing ton der allgemeinen Verachtung seiner de mokratischen College erfreuen. Seit wann sind die Hernn so dissicil geworden? Fehlt es ihnen etwa an anderen Subjekten ejusdera sarinae? Wenn heute aus dem Repräsentantenhaus in Washington alle Mitglieder ausgeschieden werden sollten, die nicht zu den anständigen Menschengehören, so würden morgen mindestens fünfzig zu einem bloßen Quorum feblen ! Ueber Gilmores Garten in New V o r k, wird von dort geschrieben : Der Contrakt der Herren Shook und Palmer ist bis 1. Januar abgelaufen und diese Herren sind nicht mehr gewillt, 60 tausend Dollars Miethe per Jahr zu bezahlen. Man spricht davon, daß ein reicher Braver ein großartiges Etablissement daraus zu machen gedenkt, wo der Besucher Alles findet, was zur Unterhaltung des Publi' kum beiträgt : Billards, Kegelbahnen, 2t sezimmer, Speisezimmer, Tanzsäle, Con zerte und Varietiesvorstellungen je. :c. ES wäre ein großes Unternehmen, das sehr verständig zu managen wäre, um selbst in New tyoxl einen Erfolg zu haben; wenn es aber in kosmopolitischer Weise betrieben wird, wäre allerdings ein derartiges Etablisiement in New Vork etwas Neues und würde bei den Tausenden von Fremden, die hier täglich aus allen Weltgegenden zusammenströmen, jedenfalls für eine ge wisse Zeit rentable Geschäfte machen. Baron 36 reist mit dem Expreßzug von Paris nach Nizza und nimmt seinen Bedienten mit. Da er nicht zu dem Bedienten sitzen kann, weist er diesen an, sich in einem andern Coupe des Zuges, der nur erste Klasse führt, einen Platz zu verschaf fen. Mit demselben Zuge reist auch dir Marquis Z. nach Nizza und giebt seinem Bedienten eine ähnliche Anweisung. In Lyon, wo der Zug einigen Aufenthalt hat, treffen sich beide Herren, dieBekannte sind, und tauschen ihre Reise-Elsahrungen aus. Jch fahre da," erzählt der Baron, mit einem charmanten jungen Manne, der zur besten Gesellschaft gehört. Nach feinem Aeußern und nach der Gewandtheit zu ur theilen, mit der er über Alles spricht, muß er ein Diplomat sein!- Ich habe es ähnlich getroffen,- sagte der MarquiS. mein Reisegesährte ist ungemein gebildet, versteht sich persect auf Kunst und Wiffen schast und waS er für ausgezeichnete Cigarren führt Der Zug geht weiter. Man kann sich die Ueberraschung beider Herren denken, als bei der Ankunft in Nizza Jeder seinen charmanten Reisege sährien sich mit den Reise-Utensilien seines Bekannten bepacken sieht! Sie waren mit ihren beiderseitigen Bedienten gereist. Das Rituale für die Feuerbestattung in Gotha ist von der dortigen Kirchenbe hörde nunmehr veröffentlicht worden. Es trägt keinerlei konfessionellen Charakter und so wird die Feuerbestattung tote, den Angehörigen aller Länder auch den Änge hörigen aller Bekenntniffe hier ermöglicht sein. Die Feierlichkeit beginnt, nach der kirchenamtlichen Verordnung, in der Leichenhalle .mit einem Chorale, welchen der Geistliche zu bestimmen hat, falls nicht die Angehörigen des Verstorbenen Bestim mungen getroffen haben. Dann hält der Geistliche die-Leichenrede, und nach Ab singung eines der Würde der Feier ent sprechenden (durch einen ständigen Kna benchor auszuführenden) Gesang's, wel cher wiederum von den Leidtragenden aus gewählt werden kann, erfolgt die Einsenkung des Sarges in den unter derLeichen Halle befindlichen Vorraum für den Appa rat zur Feuerbestattung. Der Geistliche spricht "us den Segen. Die kirchen-e-mtliche - Verordnung sagt am Schlüsse : .Vttwandten und Freunden deS Verstorbenen' bleibt unbenommen, bei dem Akte .der Begattung zu reden, doch haben sie sich zuvzr mit dem betreffenden Geistlichen zu verständigen.- Zur ersten Feuerbestat tung mnd als Laienpreoiger Gottfried Kinkel erwartet, allerdings wohl derberusenste Redner für den geschichtlichen Akt.
Vermischte
JnYorkville droht ein Geschäfts, mann, einen Blatternkranken a!S Colleklor zu seinen Schuldnern zu schicken wenn ihn diese nicht bezahlen. Herr Bayard Taylor, der amerik' nische Gesandte in Berlin, liegt gefährlich erkrankt darnieder. Eine Wendung zum Befferen ist jedoch eingetreten. Das von Frau Marie Wolf Liese gang geleitete ausgezeichnete deutsche Theater in C i n c i n n a t i wird laut Anzeige des Geschäftsführers Major Jsen stein nächstens eingehen. Das Publikum ist harthörig. . . ' Die Brooklyn Elektric Light Com pany, welche elektrisches. Licht herstellen will, wurde in der Supreme Court incorporirt. Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt 52.500.000 und soll in Aktien I100 aufgebracht werden. Die Compagnie ist auf -50 Jahre incorporirt. Zum deutschen Gesandten in Wash ington soll nach einer ttabeldepesche an Stelle des Dr. C. v. Schlözer Fürst Alexander von Lynar, ein Standesherr aus der Ober-Lausitz, der 44 Jahre alt ist, in den Ver. Staaten Bescheid weiß und mit einer Amerikanerin verheirathet ist, bestimmt sein. ' Ende dieses Jahres wird für ganz Schweden eine Normalzeit eingeführt werden. Am 31. December, 12 Uhr Nachts, werden alle StaatSEisenbahn und Telegraphen'Uhrenregulm und Neu jahrsmorgen sollen alle Uhren an Kirchen, Rathhäusern usw. nach der gemeinschast lichen Zeit gestellt werden. In Stockholm müssen die Uhren 12 Minuten zurückgestellt werden, um den Anforderungen der neuen Zeit zu entsprechen. Der gestohlene A. T. Stewart kaufte vor längerer Zeit einen früheren Kirchhof in derAmitystr.in N e w I o r k und lieb die auf denselben sich noch besindlichenGebeine beim Ausgraben ohne Weiteres fortschaf fen; es sollen dazumal mehrere Nochkom men Solcher deren Gräber dazumal entweiht wurden, gelobt haben, auchStewartS Leichnam keine Ruhe zu gönnen; daß ist eine andere Leseart, bei welche eS natürlich auf GeldmacUn nicht abgesehen wäre; eS ist jedenfalls komisch; früher hatten sie kein Mausoleum sür die Millionäre, und jetzt, da die Kirche nebst Mausoleum in Garden City mit einem Aufwand von bei nahe einer Million gebaut sind, ist ihnen der todte Millionär abhanden gekommen. Vor Kurzem hat ein Windstoß den
Z vergoldeten Hahn, welcher die Spitze deS Dachreiters der Notredame Kirche zuParis schmückte, von seinem luftigen Stand punkte herabgerissen und man hat ihn seit dem nicht wiedergefunden. Wenn diese Zierrath nicht gerade in die Seine, son dern, waS viel wahrscheinlicher, einem un ehrlichen Finder in die Hände gefallen ist, so hat der letztere einen glücklichen Fang gethan; denn der Hahn trug in seinem Leibe eine ganze Sammlung von französischen Gold-, Silber und Kupfermünzen vom Centime bis hinauf zum Hundert sranc-Stück, sowie Gold- und Silbeistücke mit den Bildnissen aller europäischenSouveraine der Gegenwart. Der englische Sabbath, welchem Bismarck in Hull Eins pfeifen wollte, spielt jetzt eine Hauptrolle in einem Streit zwischen der deutsch-amerlkanischen Prima Donna Minnie Hauck und dem Opern Unternehmer Mapleson. Minnie ist bekanntlich mit der Gerster die Hauptsängerin in Mapleson's italieni scher Oper in New Bork. Nun war sie auf den Abcnd des vorletzten Sonntag von Mapleson auch als Conzertsängerin für ein in Booth's Theater abzuhaltendes Conzert angekündigt. Wer aber in dem Conzert nicht erschien, war Minnie. Sie sucht den schlimmen Streich, den sie einer großen,durch ihrenNamen herbeigezogenen Zuhörerschaft spielte, so zu rechtfertigen : Sie habe ihren Contrakt mit Mapleson in England abgeschlossen, wo am Sabbath keine öffentlichen Conzerte stattfinden und wo kein Contrakt einem Künstler ein Auftreten am Sonntag zumuthe; wiederholt habe sie dem Mapleson angekündigt, daß sie au3 diesem Grund am Sonntag nicht austreten werde; und wenn er dennoch ihr Erscheinen angekündigt habe, so sei dies nicht ibre Schuld. ' Mapleson aber, obgleich selbst ein Eng. länder, behauptet, daß der Vertrag mit Minnie in Bezug auf Amerika und nicht aus England abgeschlossen sei, daß sie sich daher hiesiger Sitte' anzubequemen habe, daß er ihr aus Grund des ContrakteS wegen Ungehorsams das Gehalt einer Woche abziehe, daß er aus nächsten Sonntag ihr zweimaliges Austreten in einem Conzert anzeige, daß er ihr. wenn sie dann' wieder nicht a'ustrete, daS Gehalt für zwei Wochen abziehen, sie dann zum dritten Mal als Conzertsängerin für den Sonntag ankündigen und falls sie wieder nicht gehorche, ihr den Abschied geben werde Alles laut Contrakt. : ' Auch in Bezug aus einConzert dcö alten Ole Bull hat Minnie Streit mit ihrem Boß". ' Mapleson hat ihr Austretcn mit dem alten GeigenVirtuosen an einem Wochentage angekündigt, sie aber erklärt, daß sie nicht mit Bull austreten werde, ersten weil er sie inEuropa beleidigt habe, und zweites weil ihr Name in der An nonce kleiner gedruckt sei als der Bullys und sie nikht gelohnt sei, neben einem Geiger gl len. sichsam die zweite Geige zu spie-
DaS Gesetz, betreffend die Einfih rung des Mosset'schen Kneipglöckchensjin Louistana, ist von Richter RogerS voni 5. Kreisgericht für constitutionell erklärt war den. Die N. O. Deutsche Zeitung- be merkt hierzu: Natürlich appelliren run die von der Moffet'Jnfamie bedrohten 0eschästsleute an dieSupreme Court, wo sich ber."Case" Jahrelang hinschleppen mag wenn die nächste Legislatur nicht interne nirt, und dem elenden Bankert den Halö umdreht, indem sie daS Gesetz wiederrust, und dadurch eine der gröbsten Gememheiten der letzten Legislatur wieder gut rn'jcht. In Deutschland ist kürzlich wlchttges Material zur Geschichte deS amerikanilchen RcvolutionökriegeS entdeckt worden.' ES ist dies daS Tagebuch eines hessischenOssizierS. welcher in Amerika während des Re volutionskriegeS von 1770 bis 1780 in der britischen Armee diente. Man sagt. eS enthalte einen vollständigen Bericht über alle täglichen Vorfälle im Lagerleben die von Tag zu Tag eingehenden Neuigkttten und umlaufenden Gerüchte, befonderS aber über dje Expeditionen und Gefechte,' an denen der Verfasser, Capt. F. vonj der MalSburg. Mitglied eines angesehenen Adelsgeschlechtes in Kurhessen, theilnzhm. Das Tagebuch sollte von einer der aneri konischen historischen Gesellschaften erivor ben und durch den Druck veröffentlicht werden. j Der Dichter der Nmrzi&", des vor gestern öder die Bühne gegangenen Trau spielS, A. E. B r a ch v o g e l, ist am 27. November in Berlin plötzlich am Schlag fluß gestorben. Am 28. Avril 1824 zu Breslau geboren, hatte er sich, nachdem er seine Schulbildung im Magdalenen Gymnasium erhalten, der Schauspieler kunst widmen wollen, aber zu einem G?a veur in die Lehre gehen müssen. Nach dem Tode der Mutter, wandte er sich dennoch der Bühne zu, doch gleich sein erster Ver such in Wien mißlang so vollständig, dab er den Beschluß faßte, sich fortan derTiev' logie zu widmen. Doch hielt er nicht aus, wurde wiederGraveur u. begann alsAato didakt eifrig zu studiren. Als er 1847 nach Berlin übergesiedelt war, verlor er sein ganzes von der Mutter ererbtes Vernögen und gerieth in so schwereNoth, daß er 1853 die Stelle eines Sekretärs am Kroll'schen Theater annehmen mußte. In diesem Amt dichtete, er 1856 das TrauerspielNar ziß mit welchem er glänzende Bühnen erfolge, aber keineswegs so große Einnah men erzielte, wie man ihm hat nachrechnen wollen. Nur das berliner Hostheater und die wiener Hosburg, letztere erst von 1862 ab, haben ihm Tantiemen bezahlt; .die übrigen Bühnen bewilligten nur Pausch summen, das kaiserlich deutsche Theater in Petersburg z. B. nur 5 Thlr. für den Akt. In fast alle europäischen Sprachen über setzt und durch die bedeutendsten Künstler (Dcssoir, Davison, Bandmann, Ristori, :c.) getragen, machtedaö Stück seinen Weg durch die ganze Welt. Er schrieb außer diesem Drama zahl reiche Bühnenstücke, deren keines indessen die Anerkennung fand, wie sie dem Erst lingswerke zu Theil wurde. Seme Ro mane, Gedichte und Biographien füllen eine stattliche Reihe von Bänden. Seine Schaffenslust und Arbeitskraft schienen unermüdlich. Das Werk, daS ihn zuletzt beschäftigte, war eine Geschichte des berliner Theaters, welche er im Verein mit dem früheren Hofschauspieler und Regisseur v. Lovallade bearbeitete., WaS bis jetzt da von erschienen, reicht bis ins Jahr 1796, das Weitere wird v. Lavallade nun wohl allein besorgen. Der Tod ereilte ihn mit ten in seiner Arbeit ; er sank an seinem Schreibtisch entseelt zu Boden. Es dürfte nicht uninteressant sein, et was Näheres über das Familienleben des EmirS Schir Ali zu erfahren. Derselbe bewohnt in Kabul das Schloß Bala His san, daS aber mehr einem Castell als einem Palast gleicht. Außerdem hat er noch zwei Paläste in dieser Stadt, und zwar Mo gul Hissar" und Tadfch ELOmrah," und zwar wohnen im ersteren die verheirathet-n Kinder des EmirS, sofern sie in der Rest' denzstadt leben, und im letzteren die nach dem Tode seines Vaters Dost Mohamed zurückgebliebenen Frauen, ebenso auch die emeritirten Sclavinnen und Diener des Emirs selbst. Die Mutter dieses Fürsten, die schon eine hochbetagte Frau ist, befindet sich noch am Leben. Schir Ali hat nur noch einen Sohn, Jakub Khan, da der zweite Sohn, Abdullah Jan, am 17. August d. I. gestorben ist. Dagegen hat derselbe achtzehn Töchter, von denrn zehn schon verheirathet sind, und zwar mit Lehnssürsten des EmirS. Nach einem u? alten Brauche in Afghanistan erhält jede Tochter desEmirs bei ihrer Verheirathung irgend eine Stadt als Mitgift, deren Ein künfte sie Zeit ihres Lebens genießt, die aber nach ihrem Tode wieder an denStaat zurückfällt. Zehn afghanische, Städte ge hören somit jetzt den Töchtern des Emirs. Was nun dessen Frauen anbelangt, so soll sich die Anzahl derselben auf dreihundert belaufen. Dieselben stammen jedoch fast alle aus Afghanistan, welches Land be kanntlick im ganzen Orient der Schöndeit seiner Töchter wegen berühmt ist. In diesem Lande ist der Sclavinnenhandel ein Monopol der Regierung, und Jeder, der ihn betreibt, muß dafür, wenn er in einer großen Stadt lebt,, an den Harem des Emirs, in den kleineren Städten dagegen an den Harem jenes Fürsten, dem . die Stadt gehört, eine Anzahl Sclavinnen abliefern.
Der Staat KansaS hat 'im verflösse nen Jahre . $23,000 für die eingebrachten Felle von Wölfen, Wildkatzen Füchsen und Hasen bezahlt. Das systematische Züchten dieser Thiere soll ein ganz einträglicher Erwerbszweig sein und von ..schlauen 'TtacFMdmeii" betrieben werden. ' Joseph K. E m m e t, der Darsteller deS German Fritz,- welcher vorige Woche auch hier auftrat, begoß sich in Buffalo am'Donnerstag derartig die Rase, daß er zwar vor einem vollen Hause austrat, aber vor Besoffenheit nicht spielen konnte. Er ging mit seiner Gesellschaft sofort nach Albany ab und wird sich so bald in Bus salo nicht mehr blicken lassen. Man schreibt aus New Bork: Von einem deutschen Kausmanne am obern Broadway ist ein Aufruf erschienen, der unter den Bürgern jenes Stadttheils viel Beifall gefunden hat. der aber nur in Amerika ernstlich erlassen werden konnte und gewib einzig in seiner Art dasteht, und zwar nicht nur der Aufruf, sondern auch das, was er bezweckt. Es soll nämlich eine Bürgerschutzgesellschaft aegen die Poli zei gegründet werden. Das scheint lächer lich, aber es ist nicht nur ernstlich gemeint. sondern nothwendig geworden, da die Kaufleute jenes Stadttheiles sich nicht anders gegen die Btutalität und Willkür der .gemeinen- Polizisten schützen können; gegen die Ossiziere haben sie nichts weiter einzuwenden, als dab sie ihr Recht dort nicht finden. Die Wiener MontagsRevue er zählt:. Man hat in Mostar (Herzego wina) ganz andere Begriffe von Etikette als inWien ; man ist dort selbst als Bischof von einer Ungebundenheit, die über die urwüchsige Kraft des Stammes der Herzegovzen keine Zweifel lasten kann. Da war in der nach Wien gekommenen Devu tation der kath. Bischof ein sehr hübscher und ungewöhnlich juvger Mann, der mit seinem gut civilinrten Schnurrbart eher einem Ossicier der Eavallerie als einem Knechte des Knechtes Gottes ähnelte.
Selbstverständlich spricht der Bischof beim Cardinal in Wien vor, und dieser treibt seine Liebenswürdigkeit so weit, dem Bischof seine Gala-Equipage anzubieten. Sie wird acceptirt, und der Bischof von Mostar läßt sich von dem Kutscher in der AllongePerrücke zu einem Wiener fahren, den er vor Kurzem kennen gelernt. Auf dem Wege dahin wird aion3ignore hungrig, und kaum daß er dessen innege' worden, klopft er auch schon an's Fenster und läßt vor einem kleinen Gasthause hal ten. Der Bischos steigt ab, tritt in die Schwemm" und nimmt mitten unter den Fiakern die erforderliche Stärkung zu sich. Draußen aber vor der Thür harrte die Gala'Equipage des Cardinals von Wien mit dem Kutscher in der AllongePerrücke wohl eiue halbe Stunde! - Humor der Statistik. In Nr. 9 der Allg. deutschen Gabelsberger'schen Stenographenzeitung" finden sich folgende, von Mitgliedern des stenographischen Bureaus desReichstages zusammengestellte Notizen: Seitdem Lasker im Jahre 1865 die par lamentarische Bühne betrat, hat er am Dönhossplatz und am andern Ende der Leipzigerstrabe im Ganzen 927.745.323 Worte gesprochen, 1541 Mal soviel, als das ganze alte Testament (exl. Apogryphen) enthält, oder 422mal soviel, als Göthe geschrieben, oder 3912mal soviel, als Cicero in den von ihm ausbewahrten Reden gesprochen. Wenn man Lasker's sämmtliche in den verschiedenen Parlamen ten gesprochenen Worte hintereinander auf einen Streifen schriebe, so würde dieser 9' mal um die Erde reichen, d. h. 9mal von Berlin aus über den Atlantischen Ocean, Amerika, den stillen Oceans Japan, Asten, Jerusalem wieder nach Berlin. Bleibt Lasker nur och 5z einer Legislaturperiode so thätig, wie bisher, so reicht der Strei fen vom Dönbofsplatz bis an den Mond. Anträge und Amendementö hat Lasker im Ganzen 7344 gestellt, wovon 7211 ange nommen worden sind. . An Bravo's ver zeichnen die stenographischen Berichte nicht weniger als 11.874, darunter stürmische 459. Zur Ordnung ist Lasker einmal ge rufen worden. Mathematische Ausgabe : Wie viel Jahre würde es erfordert haben vorstehende Zählen festzustellen, wenn in jeder Minute 100 Worte gezählt würden ? Milchbart. Gelbschnabel.' Back, sisch. Das Wort Milchbart" bezeichnet einen noch halb in den Kinderschuhen steckenden Knaben oder Jüngling, der aber schon denkt, Wunder was zu sein, der also in dem Alter steht, wo der Knabe keinen sehnlicheren Wunsch hegt, als den, einen Bart zu haben, der aber trotz etwa angewandte? Mittel nicht recht kommen will. Bei unseren altdeutschen Voreltern bestand eine eigenthümliche Sitte, unreisen jungen Burschen, die schon aus's Freien auSginr gen, die Heiraths gedanken zu vertreiben. Dieselben wurden nämlich von einem Sittcn.Gerichte gezwungen, öffentlich eine Schnitte Brod, welche dick mit weißen, durch, Milch verdünnten Käse bestrichen war, zu esicn. .Der dünne Käsebrei setzte sich an die Lippen und gab denselben einen Milchbart zum höhnenden Gaudium der Versammelten. Das man ein junges .Mädchen, das vorlaut und witzig ist und. in dem Kreise älterer Leute seine Weieit gern hören läbt, einen .Gelbschnabel nennt, kommt offenbar daher, daß die kleinen Vögel alle mit gelben Schnäbeln zur Welt kommen
und erst allmahlig die gelbe Hornhaut an den Schnäbeln verlieren. '' Der .Backfisch" ist das Gegenstück, zu dem Milchbart" und .Gelbschnabel.Wer kennt sie nicht, die kleinen, eben aufbrechenden Knospchen am Baume des schö nen Geschlechts, die so gern schon bewun derte Blumen sein möchten und sich ärgern,' dab das kleine Knöspchen so unbeachtet bleibt! Diese jungen Dämchen, denen die Röthe des Zornes und der Entrüstung in die Wangen steigt, wenn man sie liebes Kind" anredet, wo doch .mein Frauleinam Platze sein sollte ! Aber xot kommt eS, daß das unreife und noch frühreife Alter der beginnenden jungfräulichen Ent
Wickelung das Alter der Backfische- heibt ? j Die Sllbe .Baa" ist nicht eine Ableitung deS deutschen Wortes backen,- sondern ein englisches Wort, welches so viel bedeutet. als zurück oder hinter.- In dem Netze des Fischers fangen sich grobe und kleine, ausgewachsene und unausgewach sene Fische, von denen aber nur die Erste ren den Fischer befriedigen, während er die kleinen zurück- läbt oder hinter- sich wieder inö Waffer wirft, um sie noch wach, sen zu laffen. Daher der Name Back. M." 7 In Cratvfordville wurden im Laufe der vorigen Woche drei Pferde bei Hellem Tage von der Straße gefloblen. Sie wurden von den Pfosten, wo sie angkbunden waren, aufgelöst und dann machten sich die Spitzbuben mit ihnen da von. ? Auö New-Albanh wird ein Fall don Biga. mie berichtet. Ein gewisser Robert Walker, ein Glasbläser, wird van seiner kürzlich aus Sog'and angelangten Tochter beschuldigt, zwei Frauen zn haben. Es scheint, daß Walker dor etwa fünf, zebn Jabren England verllkß und dort eine Frau und drei Kinder zurückUcß. Er kam nach Boston und he'ralhcte dort die Frau, mit welcher er jetzt lebt und von der er sechs Kinder hat.' ? Vor einigrn Abenden begaben sich zwei Tramps in die Wohnw'g deS Hcrrn C. Nupper, r er einige Meilen westlich von FortWayne wohnt und verlangten von der Frau, die mit 'einer 1.'jahrigkn Tochter allein im Haufe war, das im Huse befindliche Gcld. Frau Nuper begl'b sich an das Bureau, nahm $7 heraus urid flustclte ihrer Tochter zu, die Nachbarn zu be nachr'chligzn. Nachdem die Tramps das Geld hatten, verlangten sie ktwaö zu essen, worauf die Hausfrau ihnen das Beste im Haufe vorsetzte. Unterdessen hatte die Tochter einig, Nachbarn herbeizeholt und ehe die TramS das Essen ver. zehrt halten, trat. drei Farmer ein. Die Tramp ' wurdcn nach einen nahe gelrgevenWald gebracht, der Rücken entblößt, und mit Hickory Ruthen durchgepeitscht, bis daS Blut hervorquoll. Das Geld wurde zurückerlangt. 7 SnoZ Feltmsn, e'n etwa 22 Jahre alter Mann, wchn a vier Meilen hinter Euter Prise in Sprtttt County wohnt, erlitt am Freitag Morgen furchtbare Brandwunden, denen er noch an dtmsclben Tage erlag. Am Freitag Morgen um acht Uhr hörte ein Nachbar Felt. mannö einen durchdringenden Schrei und als er vor die Thüre lief, um zu sehen was es gäbe, sah er etwa 40 FardS von sich entfernt den Felt mann im Garten herumlausen, vollständig in Flamm? eingehüllt. Nach einigen Anstre?gun gen gelang e; dem Nachbar die Flammen zu löschen und den F-ltmann inö HauS zu tragen. Hier fand sichS daß daS Bett ebenfalls lichterloh brannte, indeß gelang eS du Flammen zu n st ckcn, ch: sich dieselben weiter verbreiten kann, ten. Wie das Feuer entstand, ist nicht bekannt geworden, da geltmann nicht im Stande war, irgend welche Auskunft darub.-r zu geben. Seine Verletzungen, welche. davongetragen hatte, waren derart, daß er noi) in derselben Nacht starb. ? Ds Musik.Fest deS Jndiana.Sangerbun d S, welches AnfanaS Juni nächsten Jahres in TerreHaute abgehalien werden wirst, verspricht großartige Dimensionen anmnebmen. Der Central.Auskchuß des Bundes hat b.rei:s don zwölf Gesangverein n Nachricht, dah sie sich ln corpore am Feste bctdiligen woll n Auch der dortige englische gemischte Chor, der nähern 1S5 Mitglieder zahlt, hat se.ne Mitwirkung zu. gesagt. ? Eine interessanka Entdeckung hat der in der Nähe von R ushville wodncnde Farmer Le. wis Offult gemacht. Auf sciuer Farm befindet sich ein Jndianer-Grabmal und vor einigen Ta gen entdeckte er nun, daß in dasselbe ein gr-ßcs Loch gegraben w ir, er beschloß teer er zu graben und mit Hülse einiger Nachbarn wurdcn dieNach. forschunien fortgesetzt In einer Tüfe von zehn Fuß stußen sie auf eine L lpe Asche, in der ein zelne kurferne Stangen lagen, zw.i Fuß tie'er lagen zahlreiche menschliche Gel-eine unö zweineden einanderliegenve. vollständige Skelette; da. neben lagen zahlreiche kupferne Ohrringe und Armspangen von großer Dimension und eigen, artiger Construknon. Die Skelett? sind außcr. ordentlich groß, einer der Hüflkncchcn ist . B. 80 Zoll lang und die Schädel haben den Anschein, als ob sie noch einmal so groß s-ien, wie die ge wöh rlichcn Sckäde'. Das Grab ist ungefähr ein Acker groß und Herr Ossutt und die Nachbarn be. absichtigen, die Nachgrabungen in gründlicher Weise durch das ganze Grab fortzusetzen. . DAVID E. ST0UT. fHÄTS FÜRS t GL0VES .n M s 03 3 DAVID E. STOUT I j k - - - u - ' --v . i " ?6 Ost Washington-Str. Büffel- und Wolf-BelzdeSen. Knaben.Schukmützen don 25 bis 75 Cts. 2Iseb2kJl
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