Indiana Tribüne, Volume 1, Number 18, Indianapolis, Marion County, 14 December 1878 — Page 4

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I

indiana Tribüne.

(Wochenblatt.). ' ß. 'R' LkZlNS) Redakteur.. Office : Ecke Circle u. Meridianstr, (Im dritten Stock.) , Abonnements-Preise. In der Stadt durch Träger ins Hauk geliefert Per Mouat 20 Cents. Per Jahr im Voraus $2.00 Per Nummer 5 Kents. Louis P. Hild, Herausgeber. Indianapolis, Ind., den 14.Dezbr. 1378. Die Alabama Frage. Wie wir als allseitig bekannt voraus setzen dürsen, vurde auf der internatio nalen Conserenz in Genf. England Denn theilt, die Summe von 15 Millionen Dollarö an die Ver. Staaten als Ersatz jür solche Verluste und Schäden auszuzahlen, welche durch, in England ausgerüstete und mit Waffen versehene Rebellen-Dampfer dem Handel und der Marine der Ver. Staaten erwachsen waren. Von diesem, Gelde, welches England prompt bezahlte, sind sechs Millionen zur Auszahlung an Beschädigte gelangt, neunMillionen nfir fiffinhen firh nack in den Händen der HM V VI MVttf -wwj wj www w wt ww Regierung, weil der Congreb die Anerken nung der Berechtigung weiterer Ansprüche verweigerte. Die gegenwältige Sitzung hat sich mit der Prüsung dieser Ansprüche nochmals zu befasien ; lehnt sie die Geneh migung wiederum ab, so steht dercourt of Claims die Appellation an das Bundes Obergericht zu, in dessen Hand dann die endgültige Entscheidung liegt. Gesetzt oen au, oag aucy ott nuanz SW. m . . r-t w P - C P A Pl weitere Reklamationen von Entschädigun gen als unbegründet abweist ein Fall, ' welcher durchaus nicht unwahrscheinlich ist so entsteht die Frage; was soll mit dem Gelde geschehen ? Die Beantwortung die ser Frage steht dem EongreK zu, doch fehlt es jetzt schon nicht an Vorschlägen, wozu man das Geld verwenden könne und solle. Uns will eine jede Benutzung der über .schießenden 9 Millionen zu eigenen Zwecken als ungerecht bedünken. Wenn alle Instanzen einschließlich des obersten Viciiuji3ijuey iiuc ucceuiiyic micgaoi ra ixisc.t.o t . jci: -i. rrirx v ; gunzs - Ansprüche im Betrage von sechs Millionen festzustellen vermochten. Eng land aber zu deren Befriedigung 15 Mil Honen zahlen mußte, so erheischt es die Ehrlichkeit und die, Nationalvürde, daß man an England das zu viel Gezahlte zurückgibt. Es ist dies vielleicht eine be schränkte, spießbürgerliche Ansicht, aber wir halten dafür, ein Gebot der Ehre. Die Entscheidung wird in der nächsten Zeit fallen und hat die ganze Nation ein In teresse daran, daß sie ihr nicht zu Schande gereicht. vin Kapitel für Temperenzler. Wer einer TemperenzVorlesung bei gewohnt, wer die Predigt eines Tempe renZ'Psanen geyört oder emes lyrer mas senhäft ins Publikum geschleuderten Trak -tätlein gelesen hat, der kennt zur Genüge oie Kampfweise der Wassersimpel, ihre Argumente, ihre Schlagwörter. Es ist nicht die Unmäßigkeit allein, welche siebe kämpfen, sondern auch den vernünftigen. Maaß und Ziel einhaltenden Genuß be rauschender Getränke, welche noch jeder vorurtheilSfrele und in seiner Wissenschaft bewanderte Arzt für zuträglich, nahrhaft uno.oen eoensorgunismus ciuaucnu ci v iv r .r . o . ! o ri v. klärt. Die Taktik des Muckers dagegen geht davon auS, jeden Genuß als den ersten Schritt zum Verbrechen zu erklären, keinem Menschen so viel Willenskraft und Eharakter-Stärke zuzutrauen, daß er im Stande sei, mäßig zu bleiben und nicht zum versoffenen Lump auszuarten. Wir beneiden diese Zeloten nicht um ihren Eifer und nicht um ihre Logik; sie müssen sich selbst am Besten kennen. Aber ihrer Logik kann es nicht schaden. wenn man ihr etwas auf die Finger steht. und dazu bietet der Jahresbericht des süd lichen Zuchthauses eine ganz besonders günstige Gelegenheit. Nach dem Mucker Grundsatz, daß der Genuß berauschender Getränke entweder - zum Galgen, oder zum Selbstmord, oder . tmm mm D tl tfy f Alt fi fltfc tn 1t -i 1 fit uuu juui juuytiuu utyu; uiuqiv wi Weitem der größte Theil der Zuchthaus Insassen aus Säufern bestehen. Nun be finden sich aber in Jeffersonville, nach der amtlichen Statistik der Direetoren, unter den daselbst am 1. Nov. internirten 626 Gefangenen 136 Trunkenbolde und 208 Temperenzler. Will der Rev: Bay !'b, vill John W. Ray, Aurettchen Hoyt und wie dieLichter alle beißen, uns erklären die es zugegangen, daß 33 Prozent mehr Auserwählte, Enthaltsame, Wasser schlucke?, den Weg ins Zuchthaus gefun den haben, als Trunkenbolde ? Der Be trunkene begeht ein Verbrechen, weil er sich umseinenVerstand gebrachthat; der über legende, nüchterne Temperenzler kann aber einHerbrecher nur mit Vorbedacht und bei vollem Verstand begeben und doch sind 33 Prozent mehr Wassersimpel im Zuchthaus, ? l!nfcnb0lbe- Bitte, erklärt unö die. seS Phänomen. - -

(SonesxondtUt Ux Tribüne") Washington, 12. Dez. '78. Die erste Woche der Eongreß-Sitzung

wurde durch nichts Außerordentliches auö gezeichnet. Wood, der Vorsitzende des Comites fürMittel und Wege, und deßhalb als Führer der demokratischen Majorität anerkannt, kochte schon am ersten Tag über und verschüttete schon von vornherein daS Kind mit dem Bade, wie er eS bereits vor drei Jahren ähnlich gemacht. Da malS bearbeitete ihn nach Schluß seiner Rede Blaine und nahm ihn so hart mit. daß er lange an seiner Wiederherstellung arbeiten mußte. Die Servllltat dlefeS Vertreters der Five Points Demokratie gegenüber den alten Demagogen auS dem Süden, fiel selbst den Teiggesichtern aus, welche von der alten Demokratie des Nordens in den Congreß geschickt worden und. Im Verlauf der Jahre scheint er noch mehr geneigt und bereit geworden zu sein, sich den Forderungen seiner Mandatare zu fügen. Er versuchte seine, durch Randall erfolgte Ernennung an bic Spitze des erwähnten Comites dazu zu benutzen, sich den Ruf eines Reformers zu erwerben; aber die herausfordernde Art, in welcher seine College die von ihm so sorgfältig vorbereitete Bill zur Revision deö Tariss in letzter Sitzung über Bord warfen, nach, dem er Monate dazu gebraucht hatte, um sie spruchreif zu machen, verletzte seine Ei. telkeit auss Tiesste. Dieses. Resultat war ein empfindlicher Stoß für seine Stellung als Staatsmann und ein verständlicher Protest gegen seine Führerschaft in der Partei. Er versuchte seinen Einfluß wie', derzugewinnen und betrachtete, die milden Aeußerungen des .Präsidenten über die Lage deö Südens als . ein ihm von der Vorsehung zu Hülse gesandte Schlcklals sügung zu diesem Zweck. Kaum war die VorlesungderPräsidial.Botschaftbeendet, als er sich erhob, die Wahrheit der Be hauptung jeglicher Einschüchterung südli cher Wähler bestritt und die Behauptung ausstellte, daß er genügende Kenntniß von Einschüchterungen nordstaatlicher Wähler habe. Seine Rede war ein unverblümtes Betteln um die Gunst des Südens und die darin ausgedrückte Unterwürfigkeit unter die Befehle der consederirten Führer so widerlich, daß er damit selbst seine erge bensten Anhänger vor den Kops stieß. Von den Republikanern wurde dieser Fehl, griff mit Geschick benutzt ; die Demokraten arbeiteten vier Tage vergeblich um ihre außer Ordnung gerathenen Reihen wieder zu schließen und sich auf das fernerhin einzuschlagende Verfahren zu einigen. Die Republikaner scheinen sich vollstän dig mit dem Feldzugsplan einverstanden zu erklären, auf welchen sich Blaine, Ed. munds, Dawes, Howe und Chnstiancy, welche von einem SenatsCaucu3 als Comite zum Entwurf eines solchen ernannt wurden, geeinigt haben. Er ist kühn und direct auss Ziel losgehend. Edmunds wurde mit dem Entwurf betraut, und Re. solutionen, werden in einer demnächstigen Sitzung der Legislatur vorgelegt werden, in welchen die Beschränkung der Vertre tung gewisser südlichen Staaten im Con greß und in dem Elektoral-Collegium in dem Verhältniß verlangt wird, in welchem Wähler der betreffenden Staaten durch Legislatur.Beschlüsse ihres Wahlrechtes beraubt und entrechtet wurden. Auch wird Blaine'5 Resolution eingebracht wer den, durch welche er eine Untersuchung der Gesetzlosigkeit und Verbrechen beantragt, welche bei der letzten Wahl vorgekommen sind. Da diese Resolutionen in Ueber, einstimmung mit den Empfehlungen der Botschaft deö Präsidenten stehen, wird eine Trennung der republikanischen Mitglieder von den Anhängern der Admini. stration wohl schwerlich stattfinden. DaS Comite für JndianerAngelegen heiten hat umfassende Zeugenvernehmun gen abgehalten, darunter die des Generals ShermanS, der zu Gunsten, und des Secretär Schurz, der gegen Uebertragung des Indianer . Departements auf das Kriegsministerium ist. Die von dem letzten Congreß noch herübergelangte Bill für Errichtung von Postsparbanken und für eine weitere Vertheilung der Genfer Entschädigung wird in kürzester Frist zur Verhandlung kommen.' Ziemlich allgemein ist man der Ansicht, daß das Land einer wiederkehrenden Pros, perität entgegen geht und zwar durch Er öffnung unserer eigenen Hülfsquellen, durch eine Ausdehnung unserer Handels. Verbindungen über ljlte und neue Gebiete. Die Erschließung der weiten Länderstriche, welche von der TexaS.Pacisic.Bahn durch schnitten werden, deren Zugänglichkeit für den Viehzüchter, den Farmer und den Bergmann, wird als kein geringer Schritt in dieser Richtung angesehen, dem an Wichtigkeit noch dadurch Vorschub geleistet wird, daß durch den Bau dieser Bahn das Monopol der Central.Pacific.Bahn in seinen Grundvesten erschüttertwerden wird. Hieraus erklärt sich auch das außerge wöhnliche Interesse, welches sich der Matthews'schen Befürwortung einer Staats beihülfe für denAuöbau der TexaS.Pacific Bahn zuwendet. : , U.D.E. Ein neues englisches Abendblatt hat sein Erscheinen gemacht, der.Evening Citizen", herausgegeben von den Edi toren des irisch . katholischen .Western Citizen," den Gebrüdern McSheehy. Die .Evening Ne3" glauben die ihnen erstan. dene Conkurrenz ständen" zu können.

Gdiiorielle Noksen.

Mit Bedauern ersehen wir auS der EvanSville Union- daß deren Redacteur E. Wilkom seine Stellung aufgegeben hat und Abschied vom Publikum nimmt. Die .Union" verliert in ihm eine tüchtige Arbeitskraft, die Presse ein fähiges Mit glied. Joseph Pulitzer, früher von St. LouiS und Theilhaber an) der Westl. Post", jetzt in Washington, woselbst er sich ein Weib auS den Kreisen der Upper tens zulegte, soll das St. LouiS Morning Journal- auf dessen gerichtlicher Auktion erstanden haben. Herr Pulitzer stumpte während der jüngsten Wahlcampagne auch hier im Interesse Sam I. Tildens. Einem Artickel des alten Pioniers F r. Münch an die Westl. Post" entnehmen wir folgende Stelle : Der Erfolg der Wahl 1880 wird ent scheidend sein für die Geschicke dieses Vol. keö in der nächsten Zukunft. Sollten wie bereits angedeutet wird die Drath ziehe? es dahin bringen, daß wirklich dem Volke zugemuthet würde, zwischen Uebeln rechts und links, d. h. zwischen Grant und Tilden zu wählen, dann möchte ich Fol gendes vorschlagen : Möglichst bald nach solchen widerwärtigen Drathzieher-Ernen ungen treten die besten, von Parteileiden schast unbeeinflußten Männer u.- wenn eö nur zwei Dutzend sind--zusammen und schlagen dem verständigeren Theile des Volkes zwei Kandidaten für die höchsten Bundesämter vor, Männer mit gutem Klänge ihres Namens, bekannt als ehrliche Volksfreunde und fähig zur Ersül lung ihrer Aufgaben, und man wird sehen, wie bereit das bessere Volkselement ist, müde derGängelung'durch das Partei seil, solchem Rufe zu entsprechen und unser Land vor Schimpf und Schaden zu be. wahren. Geschieht nicht Etwas der Art unter Umständen, wie sie eintreten mögen, so werden immer mehr gerade die besten unserer Bürger von der Betheiligung an den öffentlichen Rechten und Pflichten sich zu. rückziehen, ihre gesammte Thätigkeit nur ihren eigenen Angelegenheiten widmen und sich der widerlichen und unwürdigen Noth. wendigkeit fügen, daß das öffernlicheWohl geriebenen Handwerks-Politikern in die Hände fällt, welchen eö um nichts mehr gilt, als daß die Einen den Andern die Beute streitig machen. Wäre es wirklich der Mühe werth, wenn man einem solchen Possenspiele sich fügen müßte, in dem großen neuweltlichen Freistaate zu le ben? Man mag sagen was man will, für daS Schemen eines eingebildeten Rechtes Millionen aufgeben, ist Zeichen eines energischen Charakters; wenn auch seine Willenskrast an einem leeren Wahn sich erschöpft, so liegt doch eine Consequenz darin, die Achtung einflößt. Der Krön Prinz von Hannover, der auf feine, vor aussichtlich auf unbestimmte Zeiten ver eitelten Aspirationen auf den hannöver schen Thron nicht zu verzichten sich entschließen konnte, obgleich ihm der Besitz ergreisung einer Summe von 16 Millionen Thaler in diesem Falle in Aussicht stand, hat nach dem Ableben seines Vaters fol gendes, jetzt erst bekannt gewordenes Schreiben an den König von Preußen ge richtet: Durchlauchtigster, Großmächtigster Fürst, freundlich Lieber Bruder und Vetter ! Mit tief betrübtem Herzen erfülle Ich die traurige Pflicht, Eurer Majestät die Anzeige zu machen, daß es Gott in seinem unerschöpflichen Rathschlusse gefallen hat, Meinen vielgeliebten Vater, Se. Majestät Georg V., König von Hannover, König' lichen Prinzen von Großbritanien und Irland, Herzog von Cumberland, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg :c., zu Paris am 12. Juli dieses Jahres nach längerem Leiden aus diesem Leben ab zurufen. In Folge dieses Mich und Mein HauS tieferschütternden Todesfalles sind alle Rechte, Prärogative und Titel, welche dem Könige, Meinem Vater, überhaupt und insbesondere in Beziehung auf das König, reich Hannover zustanden, kraft der in Meinem Hause bestehenden Crbfolgeord. nung auf Mich übergegangen. Alle diese Rechte, Prärogative und Titel halte Ich voll und ganz aufrecht. Da jedoch der Ausübung derselben in Beziehung auf das Königreich Hannover thatsächliche, sür Mich selbstverständlich nicht rechtsverbindliche Hindernisse entge genstehen, so habe Ich beschlossen, sür die Dauer dieser Hindernisse den Titel Herzog von Cumberland, Herzog von Braun, schweig und Lüneburg" mit dem Prädikate Königliche Hoheit" zu führen. Indem Ich auch hiervon Mittheilung mache, wird es einer besonderen Erwäh nung nicht bedürfen, daß Meine und Meines in voller Selbständigkeit verhar. renden Hauses Gesammtrechte durch den zeitweiligen Nichtgebrauch der dieselben bezeichnenden Titel und Würden in keinerlei Weiseaufgehoben oder eingeschränkt werden können. Gmunden, Juli 1878. Ich verbleibe Eurer Majestät, . freundvilliger Bruder und Vetter Ernst August.

In der östlichen Presse wird viel Aus

Hebens davon gemacht, daß die Elevated R. R. Company endlich die Frage der ungefährlichen und ökonomischen Wag gonS-Heizung glänzend gelöst habe. Man wird zu derselben den verbrauchten Dampf der Lokomotive benutzen, welcher mittels Röhren durch die Personen-WaggonS ge leitet werden soll. Diese Heizungsmethode ist eine schon allseitig in Deutschland be. kannte und schon seit 12 Jahren aus der Köln.Mindener Bahn eingeführt, wo sie sich vortrefflich bewährt hat. Unser Allerwelts-Bummler und Hof. schnorrer G r a n t hat in Spanien sich keine Lorbeeren gepflückt und bei dem nüchternen und so viel auf Etikette halten den Volk einen schlechten Geruch hinterlassen. Die in Madrid erscheinende "Mmicko Politico schreibt wenigstens : Es scheint, daß sich General Grant bei dem Banquet, welches der Premier CanovaS de Castillo in seiner Wohnung gab, der Unmäßigkeit schuldig gemacht hat, so sehr, daß er wenige Stunden später in der Loge der Minister im königlichen Theater em höchst beklagenswerthes Schauspiel darbot. Dieses Schauspiel fehlte noch. um der vielen ihm erwiesenen Höflichkeiten sich als unwürdig hinzustellen." Und der "Con8tUucIona1 Espanol": Wir hab?!, uns oft gefragt, warum man Grant überall, wo er in Europa auf taucht, als Helden des TageS feiert. Wir erkennen an, daß er sich in seinem Lande ausgezeichnet und große Thaten vollbracht hat, aber warum man ihm auf dieser Seite des Oceans so viel Ehre zollt, wenn er sich überall so betragen hat, wie hier, begreifen wir nicht. Nachdem ihm der Monarch und die Minister mit der größten LiebensWürdigkeit entgegengekommen, beging er den gröbsten Verstoß gegen gute Lebensart und Etiquette, indem er es verfehlte, den König nach seinem Entrinnen aus MörderHand zu beglückwünschen, weil er bereits Eisenbahnkarten nach Lissabon gelöst hatte und das Geld nicht verlieren wollte." Wird zur Benutzung in CampagneDo kumenten empfohlen. Vom Kriegsschauplatz in Afghanistan lauten die Berichte dieser Woche sehr wi versprechend und verwirrt. Aus denselben scheint indessen bervorzvgehen, daß der nordöstliche dichtbevölkerte Theil des Lan deö, welcher vorzugsweise bestimmt ist, den Kriegsschauplatz abzugeben, offene Sym pathie für England an den Tag legt. Es sollen die englischen Autoritäten eingela den worden sein, Kabul zu besetzen und eine neue Regierung zu installiren. An dere Berichte melden, der Emir habe um Frieden unter milden Bedingungen gebe ten. Im Parlament in London geht unter dessen der Kampf der liberalen Minorität gegen die konservative Ministerial.Partei seinen Gang fort. Die Minorität, welche den Krieg in Indien ebensowenig hatte vermeiden können und dürfen, wenn sie am Ruder wäre, wie es die herrschende Partei that, bekämpft die Politik der letzteren le diglich, weil es eine Politik der Gegner ist und eine Handhabe bietet, um dieStellung der Gegenpartei zu schwächen, ob darunter die Nationalehre leidet oder nicht. Einer der hervorragendsten Redner der Minori tät, Goshen, gibt selbst zu, daß in Afgha. nistan kein Raum für Rußland und Eng land zugleich sei. Nichtsdestoweniger greift er das Ministerium wegen seines Borge hens daselbst an und offenbart dadurch dem Lande, daß die Opposition keine Mit tel scheut, um an 's Ruder zu gelangen, selbst nicht die Gefährdung der Weltstel lung Englands. Tont cornrnechcz nous. Der Emir soll den' unglücklichen Com Mandanten deö von den Engländern ge nommenen Forts Ali Musjid vor der Mündung einer Kanone Haben in die Luft blasen lassen. Im Congreß wird der Antrag gestellt, den von Bancroft abgeschlossenen Vertrag mitDeutschland zu kündigen und an dessen Stelle einen neuen zu setzen. Dieser Ver trag war auf 10 Jahre abgeschlossen ; er folgt sechs Monate vor Ablauf desselben keine Kündigung, so läuft er stillschwei gend ein Jahr weiter. Eine Bestimmung ist es, welche große Unzufriedenheit mit diesem Bancrost'schen Vertrage hervorgerufen und den deutschen Behörden bis herunter zum Jlurschützen und Genödarmen die Macht in die Hand gegeben Hai, amerikanische, in Deutsch land lebende Bürger zu chifniren. ES ist die Bestimmung, daß jeder naturalisirte Bürger, welcher . zwei Jabre im fremden Lande lebt, als auf sein, durch Naturali sation erworbenes. Bürgerrecht Verzicht leistend angesehen werden soll. Unter die sen Paragraphen hatten und haben viele DeutschAmerikaner zu leiden, welche nach Jahre langem Aufenthalt .in den Ver. Staaten in ihre alte Heimath zurückkehr ten, um in derselben den Rest ihrer Tage zu beschließen oder um die Ausbildung lhrer Kinder zu überwachen, geschäftliche Interessen zu vertreten :c. Man traktirte diese Leute drüben als unter dem deutschen Polizeiknüppel stehende Unterthanen, zog sie zum Militärdienst heran und was der. artige Vorrechte mehr sind, deren sich ein richtiger deutscherSteuerzahler zu erfreuen hat. Dies soll anders werden; in Stelle des ominösen Vertrags soll ein solcher tre ten, welcher die Bürger beider Reiche auch länger als zwei Jabre beschützt und doch Bestimmungen enthält, welche verhindern, d:5 ein Bürger ins Ausland geht, lediglich um sich seiner Bürgerpflichten zu ent ledigen.

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Sonst heißt es immer: Die Kirche hat einen großen Magen. ' Sie nimmt es wo sie eö kriegen kann, von Todten und Lebenden, Christen und Heiden. Die Synagoge aber macht eine Aus nähme ; sie handelt nicht nach dem Grund, sah: Non olet! , Man riecht e3 dem Geld nicht an, wo es herkommt; wenn es nur da ist. Der Synagogen - Vorstand in London hat den Jahresbeitrag von 20 Guineen, welche Lady Roseberry, geborene von Rothschild, einsandte, derselben zurückgeschickt, weil sie nicht länger Jüdin, und deßhalb nicht mehr berechtigt sei, einen Beitrag zur Synagoge beizusteuern. Das ist Consequenz. Die .Jndiana Staatözeitung" nimmt Gouverneur Williams gegen den Vorwurs in Schutz, Mißbrauch mit dem Begnadi. gungSrecht zu treiben, und erblickt den Grund hierzu in der leichtsertigen Art, in welcher Petitionen um Begnadigungen in Cours gesetzt, mit Unterschriften bedeckt und dann dem Gouverneur alsMeinungsnusdruck der Unterzeichner' unterbreitet werden. Wir geben gerne zu, daß dieser Petitions.Unsug zu Gunsten unwürdiger Ver brecher sehr im Schwung ist und haben uns über die krankhaft.sentimentale Sym pathie gewisser Kreise mit der Verbrecher, welt schon zur Genüge ausgesprochen. Eine Entschuldigung für den obersten Staatsbeamten vermögen wir aber in die. sem Petitions-Schwindel nicht zu erblicken. In anderen Staaten sind die Verhältnisse ganz genau so,' wie in Jndian'a, dort aber stehen Männer an der Spitze der Regierung und keine Schwächlinge. Von einem Mann, der .sich den Pflichten des Gouverneur.Amtes gewachsen fühlt, hat man das Recht zu verlangen daß er kein Schwächling gegenüber sentimentalenBet' schwestern und Heulbrüdern ist, daß er das Recht und das Gesetz wahrt und die Gerichte respektirt.' Man hat das Recht vor. auszusetzen, daß er penug Grütze im Hirn. schädel hat, um zu wissen, daß der groß. artige Verbrecher viel mehr Aussichten hat. Petitionen zu seinen Gunsten in Umlauf gesetzt zu sehen, als der Unglückliche,, den vielleicht Noth und Mangel dazu getrie ben haben, ein Brod zu stehlen ; daß er weiß, wie ein diebischer Bankbeamter, ein reicher Todtschläger, ein Wüstling aus guter Familie über Petitionen zu versügen hat, wie er sie sich' nur wünscht, daß aber um den alleinstehenden, vielleicht sremdgedornen Mann der durch Verkettung unglücklicher. Umstände zum Verbrecher ward sich kein Mensch kümmert, keine Hand regt. Weiß das ein' Gouverneur nicht, und ist er nur ein Werkzeug in den Händen An derer so ist er eben seiner hohen Stellung nicht gewachsen und je eher ihm das Be gnadigungsrecht entzogen oder beschränkt wird, je besser für ; 5as Rechtsbewußtsein, die Achtung vor idcm Gesetz und vor den Urtheilen der Gerichte. . . ,' v,, ET Wer seinen 'Zimmern ein geschniackvolle Aussehen verleihen will, der suche siü seine Tapeten, bei Herrn Carl Moeller- 161 Ost'Washingtonstraße, aus. Preise billig, Ve dienung coulant.

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Aus dem Staate. 7 Die deutsche Odd Fellaw Loge, Schiller No. 88in Evansdille feierte am Dienstag ihr 2öjähriges Bestehen. , V' ? Letzten Sonntag wurden in Owensboro mehrere Wirthe wegen Ueberlretung des Sonn. agsgesetzes verhaftet und in daö Gefängniß ge. steckt, woselbst einige von ihnen einen wahren Höllenlärm schlugen. Einer der Feuerleute ging hierauf an die Thüre und gkbot den LeutenRuhe, , - alS Antwort wurden aber drei Schüsse auf ihn ' abgefeuert, von denen einer den Feuermann leicht . verwundete. Der.Marfchall, welcher die Schüsse ' geHort hatte, eilte sofort herbei und erkundigte tch bel den Leuten im Lockup, wer die Schüsse , , abgefeuert. Statt einer Antwort erfolgte aber. ' mal ein Schuß, dessen Kuael den Sal de .7 Marschalls streifte. ? Nachrichten au Vineennes zufolge hat ' ich herausgestellt, daß der muthmaßliche Mörder der Farmersamilie Vacelel, Pierre Provost . diesen Namen entweder angenommen hatte, oder nicht aus der von ihm als feine Heimath bezeich, neten Gegend stammt. Kurze Zeit . nach dem Selbstmorde Prodost'S schrieb ein junger, in Vincennes lebender Elsässer an den Maire von - Belsort und jetzt lst.dle Antwort' desselben ein. . getroffen, nach welcher nur eine Familie Probest in seinem Bezirke lebe, aber kein Glied derselben e - . i V i. , ft i ausgewanoerl ,ei. Don ren in oenacyoanen Bezirken lebenden Provoft's, habe aleichfalls Niemand das Land verlassen. ? In Vincennes will man auch eineSun. dert-Jahresfeier halten und zwar die Einnahme deS damaligen Fort Vincennes durch die Virgi. ' nischen Staats-Milizen unterGeneralPerrh Rod."' rr t k.i r ... ' . ger Miau, rnes virngnip uno cie ueoergave oer britischen Garnison und deS General Hamilton, -welcher dieselbe kommandirie und alsGouverveur deö nordwestlichen Territorinmö sungirte, fand -am 25. Februar 1?7S statt. Der Einfluß dieses Erfolges in der WUdniß war ein gewaltiger: denn er machte den Aufhetzereien der Indianer . vi. at :v -i i . v r ii gegen uic mcriluuer in uuo - c jie Dirgi nien in Besitz und. Controlle deS ganzen söge. nannten nordwestliche,' Territorium?, welches ? dasselbe 10 Iah spater an die Per, Staaten -abtrat. Die Einwohner, von .Vincennes wollen ' dies ufirrnilt frnlAftrr fitftnrtffi. rtr.tAnit m Ivcsten Jahrestage gebührend feiern. w www M 4 MW1 VM W -ZS fcU. M D r an vansvliie aevl ern lange aedea. teS Projekt der Ausführung entgegen : Die Bil. dung eines großen gemischten Chors zur Auifüh. rung größerer Werke, Oratorien etc. Dieser Chor wird ans den besten Kräften aller bestehen. den Gesangvereine zusammengesetzt sein, ohne das --' Vv" v iiyiiiii gu vnuiiiuillljiu. 4419 , Präsident ii Pastor Runck ersehen, als Dirigent i.fi.r.1J!. cfi. . f . .'.1 . . . , - .n.n nV I,fet.n , ) fÄ4ifMM II in lumjiuuiycc upoao enmann, als Veireiar Herr Barteuwerffer. Das Musikcomite wiro be. stehen aus Herrn Wack vom Liederkranz, Dr. milt von der Lyra, Herr Säbel vom Cäcilienchor, Herr Dausmann vom Mo.art.Vereia und Herr PrätoriuS von der Choral Union inMount Vernon. Eine solche Einigkeit unter den Sän. gern verschiedener Vereine zur Pflege klassischer Musik dürste nicht leicht anderwärts zu finden sein, nicht einmal in u serer Metropole Indiava. f' polis. (Stimmt, Verchrtester! Die Einigkeit, unter unseren Sängerbrüdern ist haarsträubend groß. D. N.) ? In der Mitternacht zwischen Sonntag und Montag wurden auf JesseGreen, Postagenten der Jndianavolis & Vincenneö Bahn, zwei Schüsse . in flis rtfirtf,itr Ynrifh k,in? Rtetihi V , V ft V VV4 I V I v . VvA n t v. X..Hd..CnAM zuiapr, oap es aus oas reoen es juBnizmui, abgesehen war. G. Pflegt onnlcgs ru rn. e e n n e s zuzubringen und in der Postcar, welche, aus ein Seitengeleise in einsamer Gegend ge. . bracht ist, zu schlafen Um die oben angegeb ne Zeit war er in Vorbereitungen zu seinem in Kürze . stattfindencen Eramea vertieft, als er durch einen Schuß nudNe ringsum ihn fliegenden Sdlrtter deö zerschossenen Fensters daraus emporgeschreckt wurde. Ehe er sich von seinem Schrecken erho. len konnte, siel ein zweiler Schuß und die Kugel fuhr nur wenige Zoll von seinem Kopfe in das Holzwerk des WaaenS Erschreckt wie er war. tbat Green daS in seiner Lage vahrscheinlichVer. nünftigste, indem er das Licht auslöschte und seine Cr nach besten Kräften verrammelte. Nach , , Tagesanbruch meldete er fein Abenteuer be! der Polizei, doch war es dieser unmöglich, irgend et. was bezüglich der Thäterschaft auszusinden.

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