Indiana Tribüne, Volume 1, Number 18, Indianapolis, Marion County, 14 December 1878 — Page 2
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s. MSKellogg vonLouisiana kürzlich von wem Berichterstatter über seine Ansicht kezüglich des AuSganges der letzten Wahl gefragt wurde, antwortete er: ES ist die alte Geschichte des Betrugs, der Beste-' chuvg und aller erdenklichen niedrigen Mittel, die verworfene, corrupte Politiker Anwendung zu bringen vermögen, nur war der Unterschied diesmal der, dafc diese Mittel in einer unverschämteren Weise (more bare-faced manner) olS je vorher , angewendet wurden. Wenn Kellogg nicht selbst einer von dieser Sorte wäre, könnte an versucht sein, ihn für einen anständi gen Menschen zu halten. Daö Knkipglöckchen wird nächstens auch in seiner Heimath Virginien ausge klungen haben. ES bringt nichts mehr ein.. So lange die Sache neu war, konnte der Staatsschatz etwas daraus machen, jetzt aber meldet man, bafe es ein Fehl schlag sei, der Gewinn daraus werde von Monat zu Monat geringer, und es sei als sicher anzunehmen, daö die nächste Legis- . latur das betreffende Gesetz wieder aushe den werde. Auch im Staate Louisiana haben sie bekanntlich ein Gesetz zur Ein führung des Glöckchens erlassen, aber es ist nie ausgeführt worden, und der New Orleans Demokrat" schreibt, es - werde diesen Winter widerrufen werden. Vier Jahre Festungshaft für einen Kuß. Man hat bisher allgemein ange nommen, daß der Dichter Christian Schu barth, dessen trauriges Schicksal Schiller zu seinen Räubern- anreqte, und der mit seinen Gedichten Nach Afrika- und Die Jürstengrust" in die Kategorie der Büchner und Herwegh rangirt, aus politischen Gründen aus dem Hohenasberg eingeker kert wurde, aber Pfaff erzählt in seiner Geschichte von Würtemberg" eine andere, " von Augenzeugen bekräftigte Version. Schubarth gab dem schönen Fränzchen, der Maitresse des Herzogs von Würtemberg, Karl Alexander, der nachmaligen Gräsin von Hohenheim. die auch - das Ur bild von Schiller's Lady Milford" ist, Klavierunterricht und ließ sich in einer schwachen Stunde hinreißen, ihren üppi gen Nacken zu küssen, als eben der Herzog eintrat.' Der Rest war vier Jäbre Festungshast. Mehrere englische Blätter berichten mit einer wahren Wollust über eine öffent liche Anspeitschung eines Frauenzimmers in Richmond, Va., das wegen Diebstahls von altem Eisen zu 25 Peitschenhieben ver urtheilt wurde. Mit einem Cynismus wird der Hergang der Sache geschildert, welcher sehr bezeichnend sür die Charakter eigenschast dieser "Penny a liner" ist. Von dem Moment an, als die Deliquentin die Stelle der Exekution betrat, wird eine jede ihrer Bewegungen aus das peinlichste . geschildert, die Lösung eines jeden KnopseS, die sie machen mutzte, um ihren Oberkörper zu entkleiden, ihre Blicke, ihre Worte, dann ' die Prügelei selbst, dies alles wird mit ei ner Genauigkeit geschildet, daß man den Verübern ordentlich ansieht, wie ihnen der Fall gar so inniglich behagt! Und diese Presse, die auf solch niederem moralischen Niveau steht, macht die öffentliche Meinung die davon gemachte ist aber auch dar nach! Ein Methodisten.Pfaff aus Piqua, Ohio, besuchte neulich Dayton und verursachte dort eine Sensation, indem er sich erst einen horrenden Haarbeutelantrank und nachher auf die Straße ging und dort jedeö Frauenzimmer mit handgreiflichen Liebesbezeugungen attakirte. Ein Diener der heiligen Hermandad ward in Kenntniß gesetzt, wie eS der verliebte Hirte treibe, und atrapirte ihn, wie er eben wieder ein Frauenzimmer umärmelte und sonstige LiebeSbezeugungen bei ihr versuchte. Der Polizist erklärte ihn für seinen Gefangenen, aber dieser schien zu den muskulösen Christen zu gehören, denn er machte eS dem Diener der Hermandad gewaltig isarm, ehe dieser ihn unterkriegte. Beide sollen dann ausgesehen haben, als hätten sie einen Straßen-ReinigungSContrakt gehabt und den Dreck mit ihrer Person wegzuschleppen versucht. Im SttionS hause kam Katzenjammer und Reue über den Mann Gottes. Die Brücke zwischen New Jork und Brooklyn soll angeblich so hoch angelegt sein, daß Seeschiffe aller Gattungen selbst bei dem höchsten Wafferfland unter dersel den passiren können. Dem scheint jedoch nicht so zu sein; wenigstens schreibt die Brooklyn Freie Preffe : Die vorderen Bramstangen des ClipperlöiffeS Farragut welches gestern von zwei Schleppdampfern den East River aufwärts geschleppt wurde, collidirte mit inem der Kabel der East RiverBrücke an einer Stelle, wo dieselben 155 Fuß über dem Flußspiegel sind. Die an dem Kabel beschäftigten Arbeiter Entgingen nur mit knapper Noth dem Sturz in die Tiefe, .obgleich die Schwankung, die durch die Collission entstand, sehr bedeutend war. Die Bramstangen des' Schiffes'' brachen wie Schvefelhölzer ab. Da die ausgehende Ebbeströmung sehr stark und daS Schiff nicht geladen war, so war eS dem. Steuer mann kaum möglich, seinen CoürS au galten, und stieß die Windfahne. deS Mittel. masteS bei dem zweiten Versuche, die Brücke . zu passiren, nochmals an die Kabel, dies mal jedoch, ohne beschädlgt? zu werden. Die Brückenkabel haben kelnerlei BeschS digung erlitten.
Vermischte
Die in Rußland internirt gewesenen türkischen Gefangenen, die sich auf 53,000 Mann beliefen, sind jetzt bis auf 5,000 Mann, sämmtlich nach der Türkei zurückbesördert worden. Die übrigen 5,000 e fangenen werden noch in nächster Zeit nach der Türkei expedirt werden. Unter den Gefangenen befanden sich sechs Division' generäle, zwölf Brigade .Commandeure und 183 höhere Ossiziere. Herr Beecher hat in einer seiner jüngst gehaltenen Predigten sich sehr wohlgesällig und lobend über ein römisch'katholischeS WohltätigkeitS-Unternehmen. in Brooklyn ausgesprochen. Ob der Mann vielleicht die Ambition hat, Papst zu werden, nachdem er vom Leben genug gesehen und erfahren hat, um ihm den ihm beschiedenen Rest des. selben ohne besondere Ueberwindung d?r Frömmigkeii und Keuschheit widmen zu können? Ein am 15. November wüthender orkanähnlicher Südsturm hat über die In. sei Helgoland grobes Unglück gebracht. Von 34 Fischerschalupven, die zum Fang ausgelaufen waren und des Unwetters wegen die schützende Rhede suchten, wurden 15 losgeriffen und kenterten, so dab sie unrettbar verloren waren.. Ueber 60Men schenleben sind dabei zu Grunde gegangen und Helgoland ist in große Trauer ver setzt, wozu noch kommt, datz mit dem Ver lust von Menschenleben auch der von Hab und Gut verbunden ist, denn dieSchaluppe mit ihrer Ausrüstung bildet in der Regel das Vermögen des Helgoländers. In Chicago starb plötzlich der rühmlichst bekannte deutsch amerikanische Schauspieler Emil Laßwitzim Alter von 44 Jahren. Herr Laßwitz war einer der hervorragendsten BühnenkünstlerAmerikas und hat seit einer Reihe von Zah ren in fast allen größern amerikanischen Städten glänzende Proben seiner vorzüg. lichcn Begabung abgelegt. Sein- Tod wurde durch den übermäßigen Genuß von Morphium, welchem er sich zur Vertrei bung nervöser Kopsschmerzen ergeben hatte, herbeigeführt. In der Seitentasche seines Rockes fand man einen Brief, in welchem er den Coroner ersucht, ihm, falls man ihn eines Morgens todt im Bette sin den sollte, die Adern zu öffnen, um zu con. statiren, daß sein Tod infolge des über mäßigen Genuffes von Morphium eingetreten sei. Herr Emil Laßwitz war der Sohn des Breslauer CommerzienratheS und Mit. gliedes des preußischen Abgeordnetenhau ses Laßwitz. Er absolvirte das Magdale. nengymnasium seiner Vaterstadt, widmete sich dann dem Bergfache und später der Schauspielkunst, für welche er von Jugend auf eine lebhafte Neigung besaß. Nach, dem er sich zu Berlin unter der Leitung BerndahlS zum Charaktendarsteller aus gebildet, wanderte er in 186) nach Amerika aus, worauf er bald nachher im New Borker Stadttheater gastirte. Später trat er abwechselnd in Cincinnats, Milwaukee, New Orleans, St. Louis, LouiSville und Chicago auf, überall große Erfolge errin gend. Kurz vor seinem Tode hatte er Unterhandlungen angeknüpft mit dem bekannten Theaterunternehmer Härting, um in LouiSville ein Theater zu errichten. Bon Vh i l a de lp h i a wird ge meldet, daß die vier russischen Dampser, welche aus Cramp SonS Schiffswerste gebaut werden, rasch ihrer Vollendung entgegen gehen. Die Europa- Asia" und .Afrika", werden bald in See stechen, um nach Rußland zu fahren. Die Europa fährt in der nächsten Woche und er. hält gegenwärtig auf dem Trockendock die letzte Politur; daö Schiff fährt direkt nach der Ostsee; die beiden andern Schiffe sah. ren gleich nach der Europa". Nahezu fertig ist der russische Kreuzer Zabiaca Er wird zwei Kanonen führen nebst 100 Mann Besatzung. Diese stattlichen KriegSdampser werden auch mit amerikanischen Waffen versehen. In den letzten 2 Monaten ist für sie von Springfield, Maff., und Providence, R. I., eine Menge Schießedarf nnd eine große Anzahl Geschütze unter der Adresse ruff. Ossiciere inPhiladelphia eingetroffen. Diese Kriegsvorräthe wurden in Magazi. nen im Schiffsbauhof untergebracht, bis die Schiffe bereit waren, sie in Empfang zu nehmen. Unter den Geschützen sind viele Gatling.ttanonen. Diese Sendun gen erfolgten ganz im Geheimen. Erst am 3. December hat der englische Consul in Philadelphia Wind von ihnen bekommen. , Am Samstag Morgen wurde in demsel selben Etablissement der Dampfer'State of California" vom'Stapel gelassen, wozu die umfassendsten Vorbereitungen getroffen worden waren . .. ..' . . , Ende letzten Mai wurde der Bau des Schiffes begonnen. Dasselbe ist 320 Fuß lang und 37 breit und hat 26 Fuß Tief, gang. ES wird ausgezeichnet eingerichtet werden und Raum für 250 Cajütenpaffa. giere erster Klaffe haben, und ist so gerSu. mig, daß eS ein ganzes Regiment Soldaten von San Francisco nach Portland, Oregon, befördern kann, wie eineEskadron Kavallerie nebst Pferden und Ausrüstung, oder Artillerie mit ihrenKanonen. Wahr scheinlich wird der nach dem Styl des eng. lischen Lloyd gebaute Dampser am 10. Februar 1879 seine Fahrten antreten. Er ist Eigenthum der "Pacific Cpast Steara Navigation Co. (DampfschifffahrtS.
Gesellschaft der Paeisic-Küste).
. " Orpille Grant wurde; am; Mittwoch auS dem' Irrenhause in MörriS PlainS entlasten und 'befindet 'sich' jetzt in der Wohnung seines SohneS in Elizabeth, N. I. Im Uebrigen soll er noch lange nicht vollständig geheilt sein. Man hat nur Hoffnung, daß die zärtliche Pflege seiner Verwandten in seinem jetzigen Zustande besser aus ihn wirken werde, als der Auf. enthalt im Irrenhause. Ueber, eine Musterbeantin im Mini, sterium deS Innern in Washington wird Folgendes mitgetheilt: Im eigentlichen Amtszimmer d-S Ministers deS Innern erblickt der Besucher eine anmuthige junge Dame, die an einem Pulte sitzend cisrig mit Schreiben beschäftigt ist. Es ist kiies Miß Anna B. Jrisb. welche die in franzö stscher, deutscher, englischer und anderen Sprachen abgefaßten Briefe an den Mini ster in den betreffenden Sprachen beant wortet. Sie gewinnt Alle, mit denen sie in Berührung steht, durch ihr seines und bescheidenes Austreten. .Während die meisten jungen Damen in Washington in den lieben langen Tag hinein schlasen und die Nacht dazu verwenden, von einer Ge sellschast in die andere zu rennen und sich die Schwindsucht an den Hals zu tanzen, lebt Miß Jrish zurückgezogen und studirt. Als Sprachgelehrte wird fle wahrscheinliS, von keiner ihres Geschlechts in diesemLande übertroffen, da ste sowohl in den alten als den neuen Sprachen große Fertigkeit be sitzt. Obgleich erst zwanzig Jahre alt, hat die talentvolle Amerikanerin doch schon den schwierigen Austrag erhalten, sammt liche Werke Auerbach's in's Englische zu übersetzen. ', Ben Butter soll trotz der ungeheuren Ausgaben, welche ihm sein verzweifelter und vergeblicher Kampf um das Gouver' neursamt von Massachusetts verursachte, einen reinen Geldgewinn von $50,000 von diesem Kampfe haben. Aus $150.000 werden die Summen veranschlagt, welcheBut ler für den Wahlfeldzug ausgab. Aber zugleich will man aus seinem eigenen Munde Folgendes wiffen : Ihm sei es schon mehrere Wochen vor der Wahl, als noch Viele seine Erwählung sür ganz wahrscheinlich hielten, klar gewesen, daß er geschlagen würde; und schon damals habe er daher seinen Agenten in New Vork $200,000 zugestellt, damit sie gegen seine Wahl wetteten ; dieses Geld sei denn auch alles in Wetten gegen Butler's Wahl untergcbracht worden, und schmunzelnd habe seit dem Wahltage Old Ben" mit den ans'S Spiel gesetzten $200,000, die dadurch gegonnenen $200,000 eingesackt. Der Gedanke eines Kandidaten, unter derHand gegen seine eigene Wahl zu wetten, um nickt nur dieWahlkosten herauszuschlagen, sondern aus seiner Wahlniederlage einen Geldgewinn zu ziehen, der sür sich selbst ein stattliches Vermögen darstellt, ist jeden salls neu. Ein 'Bostoner Blatt brachte dieser Tage eine Washingtoner Correspondenz, in der das traurige Schicksal der dortigen Grant-Bande" Graut crwd) beschrie ben ist. Shepherd, Babcock, Kilbourne, Williams, Robeson und wie sieAlle heißen, sind entweder bankerott oder ohne Bänke rott verarmt und verkommen, werden aber von der Hoffnung aufrecht erhalten, daß Grant einen neuen Termin erhalten und ihnen wieder auf die Beine helfen werde. Mit Grant's eigenenFinanzen soll es nicht viel bester stehen und es heißt, daß hiesige, Philadelphier und , San Francisco Finanzmänner, welche unter seinerAdmini. stration in die Höhe gekommen und ihre Habe bester zusammengehalten, als die Washingtoner Bande, auö Dankbarkeit oder Spekulation die Kosten seiner europäischen Tour bestreiken. Wenn man die Grant.Preffe mustert, so findet man über, wiegend Organe des Whiskey-RingS und ähnlicher korrupten Interessen, und wenn man auch zugeben will, daß eS Leute giebt, die in sentimentaler Ueberschätzung der militärischen Verdienste Grant'S und der Erhaltung einer solchen Union, wie sie auS dem Bürgerkrieg und der ReconstruktionSwirthschaft hervorgegangen die Flecken, die Grant als Protektor deS Halunkenthums während seiner Präsidentschaft sei. nem Charakter verursacht, und die allge. meine Unfähigkeit und Ungeeignetheit deS Mannes sür ein hoheS Civilamt übersehen, so , geht man nicht zu weit, wenn .man denen, welche der Rückkehr Grant's m's Weiße Haus das Wort reden, im Allge meinen den Wunsch zutraut, von einer Erneuerung der Corruption zu Profitiren, die unter Grant's Administration aus die Spitze getrieben ist. Im Allgemeinen hat Diejenigen, welche an jener Corruption früher theilgenommen haben, die Nemesis erreicht und die Gränt-Bande mag ziemlich überall das Bild darbieten, das der erwähnte Washingtoner Correspondent von den Washingtoner Resten derselben entwirft. Ihr Schicksal erinnert sehr an daß der Tweed-Bände. Man brauchte die Grant'Bande in der That nicht zu fluchten, denn sie ist weder heute in der Lage, noch wird sie m 13 Monaten in der Lage sein,Präsidentschastöcandidaten zu machen, soweit sie auf ihren eigenen Einfluß, be. schränkt bliebe. Die Pariser Weltausstellung ist im Ganzen von etwas über 16 Millionen Menschen besucht worden. In Oesterreich gibt eS 103 Männer und 226 Frauen, die das Alter von 100 Jahren überschritten haben.
räume für Baumwolle aus Eisen erbaut, welche für die Aufnahme von '2,000,000 Ballen eingerichiet werden. Von dem Dampfer Hermann Lud wig," der am 28. Sept.. von New York nach Antwerpen abgefahren ist, wir jetzt angenommen, daß er untergegangen. Er hatte drei Pastagiere, Frau Durt, die Gattin de'S CapitänS.rn. August St'em". mann, Bruder des RhederS, und den Hrn: Henry Greve; die Bemannung bestand aus etwa dreißig Personen. Ein Schisf hatte den Bericht gebracht, daß am 12. Oktober unter 46 Ärad 20' nördlicher Breite und 53 Grad westlicher Länge ein Dampfschiff unter Segel gesehen wurde. Damals muthmaßte man, daß dies der Hermann Ludwig" gewesen sei ; da aber mittlerweile 'nahezu acht Wochen verstri chen, ohne. .daß weitere Nachrichten über den vermißen Dampfer eingetroffen stnd, so wird jene Muthmaßung jetzt für eine irrige betrachtet. Das Schiff war ein eisernes von 1505 Tonnen Tragkraft und 1870 in Antwerpen gebaut. Das Cargo bestand aus 109,000 Bushel Weizen, 645 Tierces Schmalz, 242 Oxhoft Taback, 800 Faß Mehl und 250 Kisten Speck. Aus dem Staate. ? Ein wahrhaft riesiger Ochse ist v?n emem Farmer, Namens Löwe, der im östlichen Theile von Jaöper Counth wohnt, gezogen worden. Das Ungethüm wog am 1. Dezember 4100 Pfund und wurde zu dem enormen Preise, von tzl per Pfund, also zu 4100 Dollars derkauft. Dieser dem Gewichte desOchsen entsprechende riesige Preis wurde auf folgende Weise erzielt : E;n in der Nähe Lowe's wohnender Viehzüchter behauptete, daß das Gewicht des Ochsen niemals bis auf 4000 Pfund gebracht werden könne, und machte sich verbindlich, am 1. Dezember $1 per Pfund dafür zu bezahlen, wenn er bis dahin sodiel wiegen sollte. Am I. Dezember wurde der Riese gewogen und dem Uebereinkommen emäß zu tz4,100 verkauft. ? L a f a d e t t e hat in den letzten acht Tagen seinen Antheil an Unglücksfällen und Verbrechen gehabt. In der Nacht vom 1. Dezember wurde ein Mann, Namens Miller, bei dem Nachhausegehen von einem Eisenbahnzuge gefaßt und überfahren. Nach allen Zeugnissen liegt ein Unglücksfall vor, der wenigstens nicht durch dieSchuld des Verunglückten, dneS schon bejahrten und durchaus nüchternen, ordentlichen Mannes herbeigeführt ist. In Perry Township, östlich von Lafahette, ist ein Vatermord begangen ; Patrick Murphy, ein alter Jrländer, wurde von seinemSohne erschossen. Beide waren vor etwa einem Jahre auö Illinois gekommen, um sich dort anzusiedeln, und wohnken von aller Nachbarschaft getrennt, allein in einer elenden Hütte. Dienstag Nacht kam nun der Sohn zu einem 'gewissen ElliS, der etwa eine Meile von ihrer Hütte wohnt und sagte in ziemlich kühlem Tone, daß fern Vater Selbstmord begangen habe. ElliS eilte mit ihm nach Hause und fand den alten Mann ausgekleidet im Bett? liegen. Der Junge hob die Decke aus und zeigte auf eine Wunde in der linken Seite, indem er sagte : .Da schoß er sich Ein kleines Pistol lag neben dem Todten. . Die Erzählung, die er bei der Leichenschau wiederholte, klang denn , doch zu unwahrscheinlich und der junge Murphh wurde verhaftet, da die Geschworenen ihren Wahrspruch dahin abgaben, daß der Alte von den Händen seineö SohneS die Todeswunde empfangen. Der 19jährige Vatermörder hat sich inAnbetracht der gravirenden Umstände, die gegen ihn sprechen, denn auch bereits dazu entschlossen, ein theilweiseS Geständniß abzulegen. Er gesteht zu, daß er den todtbringenden Schuß auf seinen Vater abgefeuert habe, doch sei dies nicht mit Vorbedacht geschehen, er habe dielmehr im Scherze aus seinen Vater gezielt, und da sei der Schuß losgegangen. Im Uebrigen nimmt der junge Verbrecher die Sache sehr leicht. Nach den neuesten Nachrichten scheint sein ganzes Benehmen darauf hinzudeuten, daß er Geisteskrankheit vorschützen will. 7 In Terre Haute starb Richard Kowe in Folge eines Pistolenschusses, welchen er sich in selbstmörderischer Absicht au Eisersucht beigebracht. Der Gegenstand seiner Liebe war eine Prostituirte. Am Freitag Abend geriethen in einer SchnappSkneipe eine Anzahl Männer in der Trunkenheit in Streit, und Franz Kintz schoß dem Romus Bernhard eine Kugel in den Kopf. Die Wunde ist tödtlich und der Thäter entkommen. r Als ein öffentliches Gebeimniß wird in B o o n v i l l e, Warrick Counth erzählt, daß eine Frau daselbst ein vierzehn Jahre altes Mädchen gezwungen habe, sich einem Leben der Schande hinzugeben und das unglückliche Opfer nunmehr in guter Hoffnung sich befände. Troh der gemachten Versuche, diese Affaire zu verheimlichen, ist doch ein junger Mann bereits als Mitschuld!ger erkannt worden und wird jedenfalls zu einer Heirath mit dem mißbrauchten Mädchen gezwnngen werden. ? Herr Professor Keilmavn in Evanöville ist zum Organisten und Leiter deS Chor der St. Paulökirche ernannt worden. ? Dieser Tage ereignete sich in einer Stadt im südlichen Theil deS Staates ein Fall, welcher verdient, bekannt zu werden Ein Vankee kam'zu einem bekannten Salonhalter und gab sich für einen Whiskh-Händler auS, er führte einige Fäffer mit sich und gab dem Wirth von feivemWhiSky zu kosten, welcher vortrefflich war. Nach,, vielen Hin- und Herreden rief der Vankee den Wirth allein und sagte : Hören Sie einmal, dieser Whisky ist von Canada eingeschmuggelt worden, und verkaufe ich ihn daß Faß für $45. Sie dürfen aber bei Leibe Nichts verrathen. . Der Wirth biß an und kaufte zwei Faß und bezahltes Cafh. Nachdem er eineu Tag zapfte, lief nichts mehr aus dem Fasse durch den Krahnen, nach Oeffnung des Fasses fand man, daß ein Behälter, von der Große einer Gallone, um das Spundenloch, wo der Krähn eingeschlagen wird, dicht angebracht war, im übrigen war nichts als Wasser angefüllt, somit bezahlte der Wirth für 2 Gallonen Whisky $90.
In New Orleans werden jetzt Lager
kalifornische Lcbemü?5kr.
4 In einer Schilderung im .California Democrat"' wird genau dargethan, 'dafc noch heute, trotz der .schlechten Zeiten unter den Männern und Jünglingen in Californien, ohne Unterschied desStandes, ein üppigeres Leben herrscht als in allen anderen Theilen des Landes. Es sind - schreibt - der .California Demokrat- ,in Californien nicht allein die Reichen, welche einen übertriebenen Aufwand machen, sondern auch ein grober Theil des Mittelstandes und deS Arbeiter standes lebt Mer feine Verhältnisse und verabsäumt eS, sich in der Zeit des Ueber flufseö auf e'tvaigeNothfälle vorzubereiten. In Bezug auf Hauseinrichtung, Kleider u. s. w., wird ein weit gröbe.rer .Luxus entwickelt, als in irgend einer anderen Stadt der Union. Im Verhältniß zur Einwohnerzahl verbrauchen die Bewohner von San Francisco nachgewiesenermaßen doppelt so viel imvortirte Luxusartikel als selbst New York. Trotzdem der Staat die mannigfachsten und herrlichsten Früchte hervorbringt, Wildpret aller Art imUeber flub vorhanden' ist, die GebirgSflüfse, Sübwasserseen und das Meer die köstlichen Fische in größter Auswahl liefern, werde n noch von allen Himmelsgegenden Delica testen in schwerer Menge herbeigeschleppt. Außer den großen Quantitäten der, zum Theil vorzüglichen einheimischen Meine, des französischen Clarets und der Rhein-, Mosel und Haardtweine, vertrlgen die 700,000 weißen Bewohner Kaliforniens (den 150,000 Chinesen sind bekanntlich di Champagner-Zähne noch nicht geyachsen) alljährlich 20,000 Dutzend Flaschen tzham. pagner, etwa sieben Mal so diel als im Verhältniß zur Einwohnerzahl. inlden at lantischen Staaten verbraucht wird; der Champagne'r-Consum aber darf -mit dem lelben Rechte als einGradmesser der Wohl, habenheit betrachtet werden, wie, ipch dem Ausspruch Liebigs ; der Verbrauch von Seife als der Gradmesser der Cultir eines Volkes. , - ! ' Ebenso bezeichnend sind dieZahlen,welche der Verbrauch von Zucker, Kaffee und Thee in Californien ergiebt. Wäirend in Italien jahrlich etwa 7 Pfund. Zucker per Person verbraucht werden, in Deutschland, Frankreich, Holland 20, in den östlichen Staaten der Union 25, werden in Californien jahrlich 60 Pfund per Person ver braucht. In Deutschland, England und Italien braucht je ein Bewohner 3 Pfund Kuffee, in den östlichen Staaten der Union und in Frankreich je 7 Pfund, dtr Cali fornier.jedoch thut es nicht unter lyPfund. Wo viel Kaffee verbraucht wird, wird ge wohnlich entsprechend weniger Thee verbraucht; aber auch im Theeverbraüch thun es die Californier allen anderen Nationen, sogar den Engländern zuvor; doch mag dieser Umstand wohl zum größten Theile auf Rechnung der Chinesen zu setzen sein. Während die romanischen Nationen Eu. ropas sich mit M Psirnd Tbee per. Kops das Jahr begnügen,:.' in Deutschland 1 Psund, in den östlichen Staaten der Union 2 Pfund, in England 4 Pfund Thee per Person im Verlaufe eines Jahres consu mirt werden, weist der jährliche Theeverbrauch Kaliforniens durchschnittlich 6 Pfund per Kopf nach. Hieraus ist ersichtlich, daß man trotzdem die Klagkn über schlechte Zeiten gegenwär tig nirgends so allgemein und so laut ge führt werden a,v in Californien, vaöEffen und Trinken anbelanqt, sich im Allgemeinen durchaus nichts abgehen läßt, daß man in diesen Dingen weniger sparsam verfährt als sonstwo. Da so viel von schlechten Zeiten in Californien die Rede ist, so darf man auch nicht unerwähnt laffen,daß SanFrancisco beieiner weißen Bevölkerung von 250,000 Einwohner über 2000 Wirthschaften unterhält, daß die Tingeltangels sich des üppigsten Gedeihens erfreuen und daß die .übelberüchtigten Häuser" nach Hunderten zählen. Das Alles sind Merkmale dasür, daß ein großer Theil der Bevölkerung sich nicht den Grad weiserBeschränkung auferlegt, der in ihrem persönlichen und im Jntereffe des Gemein Wohls geboten wäre. Selbst die Formel, unter welcher der Straßenbettel ausgeübt wird, zeugt für die californischeLeichtgläubigkeit. "leaso give me two bits, ßir, I want to .get a cup of coffee", so lautet gewöhnlich die Bitte.- oder richtiger die Forderung d?S californischenTrampS, während seinAmts bruder im Osten bescheidentlich um einen .Nickel" bittet'und froh ist, wenn erden erhält. Eine andere kalifornische : Spezialität, welche wohl auch auf die' allzuflotte cali fornische Lebensweise zurückzuführen ist, sind die Kahlköpfe, die noch bei Weitem nicht in dem Maße Gegenstand ernsten Studiums geworden sind, alZ sie. eS ver? dienen. Dem aufmerksamen Beschauer, der z. B. von dem .Dreß'Circle" eines Theaters aus Umschau hält, bietet, sich Gelegenheit zu den intereffantesten Cultur Studien auf diesem Gebiete. Wie ein wohlgepflegter Krautacker, von der Abend sonne lieblich beschienen,' leuchtet's da vom Parquet zu ihm. herauf; nirgends im ganzen weiten Weltall sind die kahlen Köpfe im Verhältniß zu den behaarten so zahlreich als in San Francisco, nirgends wuchert der .verfrühte" Kahlkops, die Glatze auf dem Haupte des Jünglings dem kaun der erste Flaum c:r?afen, so
üppig als hier. Und wenn auch gegen den Mondschein" des gereisten. ManneS. im. Prinzip nichts einzuwenden Ist so wird 'man doch im Allgemeinen nicht .fehlgehen, wenn man auS der mangelhaften .Be bauptung- des Jünglings, auf eine Ver geudung d-r Jugendkraft schließt, die mit ,t der münschenswerthen bürgerlichen .Solidität" im Widerspruch steht. Insofern , stnd auch die " californifchen Kahlköpse charakteristisch und bilden eine ernste Mah nung zur Umkehr und sittlichen Einkehr." r i
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