Indiana Tribüne, Volume 1, Number 16, Indianapolis, Marion County, 30 November 1878 — Page 2
vermischtes. Inland. Ob Leichenraub einträglich ? Jack Easton in Zanesville, O., hat gestanden, daß er seit 7 Jahren mindestens 70 Leichen jährlich zu dem Preise von $25 an das College in Columbns verkaust habe. Macht $1,750 jährlich, während die Auslagen fast gleich Null sind. (.Toledo Expreß") Die Maschinenhalle, welche von der Stadt Philadelphia sürAusstellungszwecke gebaut wurde, hat seit dem Schluß der Centennial - Ausstellung unbenutzt dage standen. Wind und Wetter, .sowie Spitz duben, die Alles, was nicht niet- und nagelfest war, herausgerissen und verkaust haben, spielten seitdem der Halle böse mit, viele Fensterscheiben sind zertrümmert und an allen Ecken regnet es durch, so daß es einer sehr kostspieligen Reparatur bedürscn würde, wenn man das Gebäude wieder in Benutzung nehmen wollte. Der letzte heftige Sturm hat eien großen Theil des Blechdaches abgedeckt, so daß es mehrere Tausend Dollars kosten würde, wenn man auch nur diesen Schaden repariren wollte. Die gegenwärtigen finanziellen Verhält nisse der Stadt Philadelphia erlauben jedoch derartige Ausgaben nicht, welche zur Erhaltung einesGebäudes dienen wärden, das doch nur leer stehen würde, und deshalb hat das Finanzcomite des Stadtraths beschlossen, eine Verordnung einzuberichten, durch welche der Commissioner für städtischeSEigenthum angewiesen wird, die Maschinenhalle zu verkaufen und die daraus gelöste Summe in den Schulden Tilgungs-Fond der Stadt einzuzahlen. Die .Westliche Post" vom Montag schreibt : "The Owl", ein Schmutzblatt in des Wortes verwegenster Bedeutung, ist mit dem vorgestrigen Tage eingegangen, oder vielmehr eingegangen worden. Der Wisch erschien wöchentlich und war seit seinem zweimonatlichen Bestehen das of-
siciöse Organ lüderlicher Dirnen und ver kommener Subjekte. Es wurde mit 10 Cent pro Exemplar in schamloser Weise nicht nur in obscuren Buchhandlungen oder Cigarren. Laden, sondern neuerdings sogar auf osfenerStrabe verkauft und nicht selten Frauen und Mädchen unbemerkt in die Marktkörbe oder die Taschen practicirt. Die Nachforschungen nach den Verübern blieben lange erfolglos, bis es GeheimPolizisten am Donnerstag endlich gelang, in einem, in den Bordells an der Christy Ave. wohlbekannten Individuum Namens Harry Monroe, den Redacteur" zu ver haften. Vorgestern Nachmittag brachten die Detectives in Erfahrung, daß das Päper" an der 9. Straße, zwischen der Washington und Christy Ave. gedruckt wurde. Sie statteten dem ihnen bezeichneten Hause einen unerwarteten Besuch ab und fanden auch wirklich den vollständigen, zum Druck einer Zeitung nöthigen Appa rat. Die Formen waren bereits geschlossen, und nur dem rechtzeitigen Erscheinen der Polizisten ist es zu verdanken, daß die Stadt nicht, wie seit den letzten beiden Monaten wöchentlich, auch vorgestern Abend wieder mit Hunderten von Exemplaren eines Schundblattes überschwemmt wurde, dessen Lectüre auch einem in der Sünde ergrauten Wüstling die Scham röthe ins Gesicht treiben könnte. Das DruckereiMaterial wurde mit Beschlag belegt und der Eigenthümer, W. P. Kramer, verhaftet, um gemeinschaftlich mit Monroe wegen Veröffentlichung einer obscönen Zeitschrist prozessirt zu werden. Der Viehtranspori aus dem Westen nach demOsten uud die Mißbräuche, welche dabei obwalten, waren der Gegenstund einesAussatzeS, welcher der "International Humane Society", die kürzlich in Baltimore tagte, vorgelegt ward. Darm wird angegeben, daß der Preis des TranS portö einer Wagenladung Vieh auf allen Linien, die von Chicago und St. Louis nach dem Osten führen (mit Ausnahme der Baltimore & Ohio Bahn) $115 ist. Hiervon erhalten die s. g. .Eveners" $15, was im Jahre etwa eine Million ausmacht. Die Eveners" sind große Viehhändler, welche mit den EisenbahnGesellschaslen einen Vertrag haben, wonach sie sich verpflichten, ihre Viehsendungen in der Weise zwischen sie zu vertheilen, daß ein gewisses Verhältniß in den Leistungen hergestellt wird. Sie müssen sich also bei den Sen düngen nach den Vorschriften der Bahnen richten und dürfen sich die Bahn, welcher sie den Vorzug geben wollen, nicht aus suchen. Dafür jene Entschädigung von $15 auf die Wagenladung, eine Zahlung, die jedoch außer allem Verhältniß hoch ist. Die Einnahme der großen östlichen Bahnen aus dem Viehtransporte gehen in eine gemeinsame Kasse und werden in dem Ver hältniß vertheilt, daß die N. Y. Central 40 Prozent, die Erie 30 Prozent und die Pennsylvania ebenfalls 30 Prozent er hielt. Das Vieh wird auf dem Transport sehr vernachlässigt und dii Viehhändler zahlen den Bahnen alljich eine Million Dollars für Heu und Korn, daß nie verfüttert wird. Das Vieh von Minnesota beispielsweise ist bis New York acht Tage unterwegs, die Viehhändler müssen Fut .'tuaeld, für jeden Tag zahlen, das Vieh virv öer nur zweimal gefüttert, in Bus , falo uud Pittsburg. Die Gesellschaft ? vm Schritte zur Abstellung Dieser Miß brauche thun.
Die Leute in den alten Staaten werden uns kaum glauben, schreibt die Granbury Vindetta wenn wir ihnen die volle Wahrheit über die Ausdehnung eines texaNischen Senatorial-Distriktes mittheilen. Der unserige z. B. erstreckt sich von seiner östlichen Grenze volle 150 Meilen west. wärts, und Kandidaten, welche in den unbesiedelten Regionen herumstöbern, um Stimmen aufzugabeln, laufen Gefahr, von den Comanches skalpirt zu werden oöer vor Hunger umzukommen. Wir hfa ten vor kurzem eine traurige Geschichte über einen unserer Senats'Candidaten, der sich mit seinem Hunde in den Staked Points verirrte. Zu esien war weit und breit nichts zu haben; s- schnitt er denn seinem Hunde den Schwanz ab, kochte sich daraus eine Suppe, und fütterte später den Hund mit besten eigenen Knochen." Es gibt verschiedene Methoden, wie Betrunkene in verschiedenen Städten be handelt werden. In New York bringt man sie nach der Polizeistation. In Newark fährt man sie auf einem Schubkarren heim. In Denver gießt man ihnen Kerosinöl auf die Kleider und steckt es in Brand. In Wilkesbarre wird der Bekneipte in die Kohlenminen hinabgebracht. In New York haut ihn der Polizist mit dem Knüppel halb todt. In Boston waschen sie ihm den Kopf und lesen ihm eine psychologische AbHandlung vor über den schädlichen Ein sluß des Genusses geistiger Getränke auf das System. In Toronto wird er auf drei ßig Tage verdonnert. In San Francisco lasten sie ihn rubig liegen. In Omaha scheeren sie ihm die eine Hälste des Kopfes. In Vanceburg, K. bauen sie einen großen Käsig von Eisenbahnschwellen um ihn herum, aus dem er nicht entschlüpfen kann, wenn er zu Sinnen kommt. In Toledo wird er in einen Sumpf getaucht. In Eincinati muß er ein Conzert anhören. In Chicago ist es etwas so Gewöhnliches, daß sich kein Mensch darum bekümmert. Die Returns" aus anderen Städten sind noch
nicht eingetroffen. Am Sonntag fand in S t. L o u i s l die Enthüllung derStatue H u m b o l d i' im Tower Grove Park statt. Noch nie seit dem Sängerfeste im Jahre 1872 wurde daselbst eine Feier abgehalten, bei welcher sich das Deutschthum in solcher Zahl und Uebereinstimmung eingefunden. Es mögen wohl über 30,000 Personen zugegen gewesen sein. Die Statue ist ein Geschenk des Herrn Henry Shaw, von Ferdinand von Miller in München modellirt und gegössen, und als Gegenstück zum Standbild Shakspeares, von demselben Künstler, behandelt. Alexander v. Humboldt ist in der Frische und Kraft des jugendlichen Mannesalters, in der kleidsamen, auss geschickteste verwertheten Tracht jener Zeit, rückwärts an einen Baumstamm gelehnt. über den sein Mantel gefallen ist, und mit einer Karte in der Hand, vom Künstler dargestellt. Die drei Basreliefs des Sockels, links eine tropische, rechts eine Gebirgslandschaft und derMedaillon-Kopf Henry Shaws auf der Rückseite, stnd gleichfalls mit vollendeter Meisterschaft ausgeführt. Der greise Stifter dieses Kunstwerks, Herr Shaw, .welcher in einem Wagen der Enthüllungsseier beiwohnte, wurde durch die Großartigkeit, in welcher dieselbe begangen wurde, durch die Begeisterung, die sich dabei kund gab und durch die ihm selbst dargebrachte Ovation aufs Tiefste erschüttert. Dem Ansehen des Deutschthums hat diese imposante Festbegehung emen mächtigen Vorschub geleistet, Ausland. Bismarck machte das Bier zuerst salonsähig. Jetzt ist es auch in Frankreich zu dieser Würde gelangt. Bei dem Minister Teisiereuc du Bort stand neulich eine ungeheure Neuerung auch Bier an dem Büffet. In Hamburg liegt dem Senate ein Antrag auf Errichtung ärztlicher Nacht stationen vor, welcher von diesem hochwei sen Körper für entbehrlich gehalten wird. Zur Illustration der Nothwendigkeit einer derartigen Einrichtung berichtete der Dr. Föhring, Mitglied der Bürgerschast, nach stehenden empörenden Fall: Die Frau eines hiestgen vermögenden Pferdehändlers sah ihrer Entbindung entgegen. Um 8 Uhr Abends am verhänaniß vollen Tage schickte der Mann zu einem Arzt, da der Zustand der Frau nach An gäbe der Hebamme bedenklich wurde. Ztt Arzt erschien und verordnete eine Medicin. Um 11 Uhr Abends nahte die Entbindung, und die Hebamme erklärte, daß eine solche ohne ärztliche Hülfe nicht vor sich gehen könne. Darauf wurde sofort ein Dienst Mädchen zu dem Arzt geschickt, und dieses erhielt die Antwort, daß der Arzt es zu so später Stunde verweigere. Kranke zu be suchen. Es wurde der Hausknecht hinge sendet, der eine ähnliche Antwort erhielt, und nun machte stch der Mann der Frau f mit einem Wagen selbst aus den Weg. Er legte dem Arzt als Honorar einen Tausend markschein aus den Tisch. Der Mann flehte den Arzt an, seiner Frau beizustehen, aber auch er erhielt die lakonische Antwort: Mir ist meine Nachtruhe lieber und mit Geld nicht zu bezahlen." Der Mann stürzte voll Ingrimm und Verzweiflung aus dem Hause des hartherzigen Mannes und fand nach längerm Suchen einen be reitwilligen Arzt, der sofort den Wagen bestieg. Als Beide im Hause der Wöchne rin ankamen, hatte diese eben ihren Geist ausgehaucht."
Kumoristisches.
Lehrer: Sage mir ein Wort in de Einheit und dastelbe in der Mehrheit. Schüler: Kümmel, Doppelkümmel! Ein junges Mädchen erklärte, ste würde niemals einen Wittwer heirathen, niemals einen Landprediger und niemals einen Mann, der Meyer heiße. Schließ lich heirathete sie den verwitlweten Land Prediger Meyer. Mißverständniß. Unterof fizier: In wieviel Theile zerfällt das Gewehr? . Soldat: Ja Herr Unteroffizier, da kummt doch ganz darop an, wie man dat hensmieten deiht. Na ch theil. Jnstructions'Ofsicier zu seiner Compagnie: Wir kommen j?tzt zu den Vortheilen und Nachtheilen desHinterladungsgewehrs, denn bei aller Vor züglichkeit hat doch bis jetzt jedes Hinter ladungsgewehr noch ein oder mehrere Nachtheile. Soldat Schmidthuber, kannst du mir sagen, was überhaupt ein Nachtheil ist? Soldat: Ja a Nachtheil is halt so a Vogl, der bei der Nacht uma nanda fliagt. Höflichkeitsabstufung auf den Eisenbahnen Deutschlands. 1. Klaffe. Con dukteur: Wollen sie, gnädige Frau, gütigst hier Ihren Platz wählen ! 2. Klasie: Bitte einzusteigen, meine Herrschasten! 3. Klasse: Einsteigen, einsteigen! der Zug geht ab ! 4. Klasse; Was gasft ihr Bauern? Euch soll das Donnerwetter in den Wagen schmeißen ! Ein Zweikampf. Das große Plakat an einer Schaubude verspricht dem Jahrmarkts-Publlkum einen ganz außer ordentlichen, interessanten Genuß: den Zweikampf zwischen einer Schilokröte und einer Klapperschlange. Endlich schlägt die vierte Stunde. Die Bude füllt sich jchnell. Richtig, da harrt schon dieSchild kröte auf dem Tisch, vorläufig allerdings noch bewegungslos, aber bereits in stillem Kampfesmuthe vor sich hinbrütend. End lich erscheint der Thierbändiger. Tiefe Stille tritt ein. Er verneigt sich vor der Versammlung mit den Worten: Hat vielleicht einer von den verehrten Herr schaften eine Klapperschlange bei sich, dann kann der Kampf sogleich losgehen." Eine Berlinerin, die von Hühnerau gen entsetzlich gequält wird, findet in einer Zeitung das Inserat : Unter Garantie werden Hühneraugen sür's ganze Leben beseitigt, gegen Einsendung von 1 M. 50 Pf. in Briefmarken sub A. X. postlagernd Genf", und wendete sich sofort in einem mit 1 M. 50 Pf. beschwerten Briefe an den Wundermann in Gnf. Fünf Tage später erhält ste folgende Antwort : Genf, den 10. Oktober 1878. Gl ehrte Frau! Sind Ihre Hühneraugen groß, So daß vor Schmerz Sie schwitzen So sägen Sie die Zehen loö, . An denen solche sitzen. Ich empfehle Ihnen hiezu meine Knoch ensägen im Preis von 10 bis 30 M. Dr. Eisenbart. Eine Frau haben meinte in einem London Blatt neulich ein Humorist heißt so viel wie neugebackenes Frühstück, dampfender Kaffee, runde Arr.le, rothe Lippen, freundliches Geplauder, ein Hemd an dem die Knöpfe nicht fehlen, bereit stehender Stiefelknecht, Glück, Wohlbefinden :c. :c Keine Frau haben bedeü tet Matratzen mit gesprungenen Federn, blaue Nasen, ungeheizten Ofen, Eisstück chen im Lavoir, die Wäsche nicht zurechtgelegt, Strümpfe ohne Fersen, den Mor genimbib zäh wie Guttapercha, Hühneräugen, Rheumatismus, Husten und Schnupfen, kalt gewordenes Mittagesten, Kolik, Rhabarber, kurz jedes nur erdenk liche kleinliche Leiden des menschlichen evenö. Der Perron des Düsteldorfer Bahn Hofs war vor Kurzem der Schauplatz einer außerordentlich komischen Scene. Es standen zwei Züge zur fast gleichzeitigen Abfahrt bereit, und die Päsiagiere hatten schon Platz genommen. Ein Herr nur war aus dem einen Zuge wieder herrausgestie gen, um sich beim Schaffner irgend welch, Auskunst zu holen. Hier erfuhr er denn daß er in einen falschen Zug gerathen war in welchem auch seine bessere Hälfte, mit Vornamen Anna, noch saß, in der Gefahr mit falschem Billet allein nach Elberfeld und vielleicht Holzminden anstatt Esten zu fahren. In der Aufregung konnte er nun ihr Couve nicht sogleich wiederfinden und wußte sich dann nicht anders zu belken. als daß er an dem Zuge entlang lief mit dem lauten Rufe : Sinne raus ! Anne raus !! Die darin fitzenden Pastagiere verstände, dies als den von einem Beamten ausge henden Ruf: Alle raus!" Vielleicht drohte dem Zuge die Gefahr eines Zusammen stoßes. Genug, alle stürzten Hals über Kopf aus den engen Thüren. Der In spector lief hinzu und fragte, was daö be deute, der Zug müste abgehen. . Da wurde dann das Mißverständnis aufgeklärt; die verlorene Anna war aber auf diese Wess wieder mit ihrem Gatten vereint und Jche konnte seinen rechten Platz wieder einneh men. j
Uebcrtünchte Gräber.
Die Heuchelei, welche sich in gewisten Kreisen deS AmerikanerthumS breit macht. ! denen fromm verdreht: Augen und sittche Entrüstung über jede natürliche Aeußerung der frischen Lebenslust einen Deckmantel über die darunter schlummernde Verderbtheit abgeben muß, wird cht ,mmer mit Conscauenz beobachtet. und nur zu ost steht der Pferdefuß unter dem erborgten Gewand derTugend hervor. Man hat aus europäischen Großstädten Blume.tlesen aus den zweideutigen Anzeigen zusammengestellt um daraus den hohen Grad von Schamlosigkeit gewister Klaffen der Gesellschaft zu illustriren. Wir brauchen nicht so weit zu gehen um dasselbe hier zu Lande zu finden. Nach stehend elmge Pröbchen. entnommen der vorwöchentlichenSonntagsnummer des, so fehr auf Sittenreinheit sehenden Globe Demokrat :n St. Louis. Zimmer zu vermiethen, wo keine Fragen gestellt werden, No. Umgezogen. MikAdy ist nach No. umgezogen und wird sich freuen, dort lhre alten Freunde begrüßen zu können. E r n e j u n g e D a m e, die ihr eigenes Hauswesen hat, wünscht die Bekanntschaft eines älteren Herrn zu machen, der ihr etwas pekuniären Beistand zu Theil lasten werden könnte. Ob der Betreffende auch kahlköpfig sein muß, wird nicht dabei gesagt. Eine junge hochgebildete Dame (im englischen heißt es "rcflned", was allerdings auch rasfinirt" heißen könnte), wünscht die Bekanntschaft eines älteren Herrn, der Vermögen hat, zu machen. Ein junger Herr, der Sputzen" hat, wünscht die Bekanntschaft einer verschwiegenen jungen Dame zu machen. Es ,st auffallend, wie von Damen in der Regel nur ältere Herren'" gesucht werden, junge Herren aber, u)ie aus Obigem hervorgeht, ihrerseits suchen" müsten. Jetzt kommt einer, der entschieden "Business meint". Er schreibt: Ein Herr, der bereit ist, wöchentlich eine bestimmteSumme zu bezahlen, wünscht die Bekanntschaft einer jungen oder auch älteren Dame. Dies ist übrigens der einzige Fall, wo statt eines älteren Herrn" eine ältereDame gesucht wird. Recht offen kommt Saddtt" heraus. Ihre Anzeige lautet: Ich wünsche noch einige Herrenbekanntschaften zu machenZweck: Vergnügen und Hülfe. Man adressire : Saddle, Office des lobe Democrat." Praktischer, und in pekuniären Versprechungen viel vorsichtiger, ist dagegen der folgende ältere Herr" : Ein älterer Herr", der Geld. eine gute Position und ein anständiges Aeußere hat, wünscht die Bekanntschaft einer Dame zu machen. Sie muß hübsch sein. Liebe für Liebe. Die niederträchtigste von allen ist überdies die folgende, ebenfalls im lobe Democrat" enthaltene Anzeige ; Eine Wittwe, die eine ausgebreitete Bekanntschaft unter bemittelten Herren besitzt, wünscht die Bekanntschaft von eini gen verschwiegenen, jungen Damen zu machen. Man adressire Mrs . .. G lobe-Demoer a tO ffice! Nicht ganz so schlimm, aber'immer noch schlimm genug, macht es der Republican", wenn auch nicht, weil er moralischer ist, als der GlobeDemokrat," sondern weil er wenigerInzeigen hat. Ein ächtes Weib (sie) sucht die Bekanntschaft eines älteren, alleinstebenden Herrn, der ihr pekuniäre Unterstützung zu Therl werden lassen kann. Alice wohnt No. . Give her a call. ' Das langt" hoffentlich, um den hohen moralischen Standpunkt darzuthun, den die englische Preste einnimmt, dieselbe Preste, die in dem Sonntagsblatte, in welchem obige Anzeigen enthalten waren, ihren Lesern auch noch ein paar Predigten auftischt. Zehn Gebote für junge Männer. 1. Fasse ein heißes Schüreisen stets am kalten Ende an. 2. Gib kein Geld aus, wenn Du etwas umsonst bekommen kannst. 3. Verachte eine zwanzigCents-Cigarre und ein $2.00 Mittagesten nicht, weil ein Anderer dafür bezahlt. 4. Bedenke, daß es billiger kommt, eine Vorstellung in Szwirschina's Theater zu besuchen, als Mitglied der "Young Mens Christian Association" zu werden. 5. Was Andere für Dich thuen können thue niemals selbst. 6. Bezahle Niemand heute, wenn Du ihn bis morgen hinhalten kannst. 7. Thue niemals für einen Andern, was dieser ebensogut selbst thun kann. 8. Wo man trietet, Iqb dich ruhig nie der, doch kannst Du' vermeiden, triet' nicht wieder. 9. Wenn ein Anderer Zahnweh hat, brauchst Du Dir nicht die Backe zu halten. 10. Wenn Du zornig bist, so sei über, zeugt, daß Du dem Anderen gewachsen bist, ehe Du ihn Lügner schimpfst. -Vor Gericht. Also Sie sagen, der Angeklagte habe Sie mißhandelt ? Ja, Herr Präsident, er hat mir einen Fußtrttt gegeben in den. ... Setzen Sie stch auf dieses Wort hin, das Gericht hat ste verstanden.
Erste Liebe Ward untreu dir dein str Lixb Laß fahren, Knab', laß fahren ; Was schadet ein geknickter Trieb Dem Baum in jungen Jahren? Wi,ch' ab die Thränen, Milchgesicht, Die deine Wangen netzten ! Die erste Liebe tödtet nicht Man stirbt nur von der letzten. Auf dem Heimweg von der Singstunde kam der Troubadour vor ihrem Fenster vorbei, und intonirte : 3n stiller Nacht, tvenn's Hz noch wacht Hier wurde er unterbrochen, indem sich eine Stimme von der Höhe vernehmen ließ : Dann schnarcht Sie, daß daö Zimmer kracht." Das war das Ende vom Liede. ? Von einem interessanten Scheidungöpro. zesse wird nus Ev an sbille berichtet: 3m Superiorgericht wurde Fanny Coby von ihrem bisher'gen Gatten Chas. Coöby geschieden. Daö ist der berühmte Fall, in welchem eö nöthig war, zwei Aerzte zu engagiren, um festzustellen, ob in den Adern der Fanny, welche von alleu gewöhn, lichen Menschen für eine Weiße betrachtet wurde, afrika, ischeö Blut rolle oder nicht. Die Ent. scheidung der Sachverständigen lautete nach einer
genauen Untersuchung bekanntlich dahin, daß Fanny von afrikanischer Abstammung sei und auf diese Entscheidung hin wurde die Eheschei. dung gewährt." Also geschehen in diesem auf. geklärten neunzehnten Jahrhnndert in dieser demokratischen Republik! ? Ja dem sonst so ruh gen kleinen Städtchen Greenöburg trug sich vorige Woche eine scankalöse Affaire zu. Als Adolf Donnell, Re. dakteur der Dekatur News" aus seiner Ofsice kam und zum Mittagessen gehen wollte, wurde er von Mart Zorzer, dem früheren Redakteur der Decatur Preß," angerempelt. Es entstand ein Wortwechsel, welcher damit endete, dajj Zorzer eine Pistole aus der Tasche zog und zweimal loö. drückte. Der Puffer wollte jedoch nicht losgehen woranf die Scene mit einer Retirade Zorzerö, dem sein Gegner einige Steine an den Kopfwarf, endigte. Die Dffizin der INDIANA t vT " 11 ttDUEC empfiehlt sich ttt Anfertigung von Rechnungen, Cirkularen, Briefköpfen, Preislisten, Quittungen, Programme, Eintrittskarten, Mitgliederkarten, Broschüren, Constituttonen, Adreßkarten, und allen einschlägttchen Ui titeln unter Zusicheruug ele ganter Ausfübrung bei billigem Preise. INDIANA
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TRIBUifJE
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Win. C. Larnb, Rechts - Anwalt. Office : Zimmer 18, Basemest deö Courthauseö. Indianapolis, Ind. 28sep3mt JOHN P. WOOD, Großhändler in allen Sorten von ßinpack-Vapierenapier-Säcken. 21 & 23 West GeorgZa.lr. Indianapolis. EXCEL8IOR Dampf - Wasch - Anstalt, 3 u. 5 Masonic Fempke, Tennessceilraße, Indianapolis. Kragen und Manschetten eine Spezialität. Alle anderen Artikel werden aus' Eleganteste hergestellt. Alle Bestellnngen per Post öder Expreß werden pünktlich ausgeführt MikJTOR, TAYLOR. ' SvktZmt Dr. H. SCuimiiigliam Arzt und Wundarzt. Osfice und Wohnung: 354 Süd Meridian-Straße. ölaugllhr "P-: vV i- tJtii,JF t ..."'. ': .Tr1 fV?i T Tim V wmmmmm't. '-J'-LJl ' "khV' Ciscnllahn-Zcit-Tabcllc. Ankunft und Abgang der Eisenbabnzüae in Indianapolis, an und nach Sonntag, den 26. Mai 1878. Cleveland, Columbus, Cincinnati und Jn dmnopolls Eisenbuhn. (Bee Line.) Abgang: Ankunft: L u St. 2 Ej.. 7m !Znd. W.u M. Gxw bö Vn Union Ace 4 00 Nm .u S. L. Ex . . 6 00 91 Col. u Ind. Er 00 Nm N.Y.uS.LEr 10&5tp E. Sp. u I E?j- 10 55 N NYBoEx-t- ..4: :l5Vm 3).Ä ss lf 4: Union Ace. ...5: ldLm 30 23m Tavt'n E Er. 12: :('0 M 3l)Nm N. ZI.B. Er.. 6: G. X Ft. W. Qif 6:30 3lm Brightwood Division, C., C., C. und I. 4 tb Vm 6 10 Nm 7 45Vm 6O0N 0 55 Vm 4C0 95rn 1130 m 10 65 Nm 8 Ob Vm 6 90'Jirn 11 21 Vm ...11 10 5m 12 00 M Pittsburg, Cincinnati und St. Louis Eisenbahn. (Pan Handle.) N Y u Schnll,. 4 20 Vm BaluLas-j- 4NBm Nichmond 9 Accomviodation. 9 St.L.uL.Schn'z-j-12 Tex uKan. - 12 Col. u Sp. Aec.. b Xeniau Da? Ae. 5 St.L.uTerSch'z-l-10 Kan.uPa.Sch'z-rlO 55 Lm 55 Vm 40 31m 40 Nm 40 Nm 40 Nm 45 Nm 45 Nm Daytu Sp El.. 4 20Va Da?t u X Ex ..11 00 Vm Tvttngs u Eol..l1 00 m Rich. u Dav. Ac. 3 4S Nm Tenia u Eol.Acc. 3 4z Nm N. Y. uB. Schnllz b 45 5im Bal.uW. Schnell 5 45 Nm Vandalia Eisenbahn. Mail 7 00 8 Tag Ex. pf 1 00 Nm Xttte Haute Acc. 4 00 Nm Pacific E .... 11 00 Nm Schnellzug-i-.... 3 45 23m Mail Acc 10 05 B Tag Expreß 5 35 51m Mail Ace 5 40 Nm Indianapolis uno St. Louis. . Tag Ex. V 8 00Bm I N. Y. Ex.-j- 4 05 Vm Local Ex ... . OO Nm Indianapolis Actl vO Vm N. Y. Er..f il 10 Nm Tag Expreß 5s5 Nm Indianapolis, Cincinnati und Lasayette Eisenbahn. Cincinnati Division. uSt.L.F.L.r 4 15 Bm Sineinnatl Acc. .11 20 Bm GreenSvura Acc. 4 25 m Z. St. L.Mail p 5 55 31 ist Greenöburg Acc. 9 30 Lm E.u-tL.Mail.12 20S:m W,st. Er S40S!m Elzi. u St. L. S'jlO SS Nm Lasayette Division P. u B Ex. ... ö 10 Lm Chicago Mail p..12 45 Nm West. Er v 55 Nm Ehicagoff.L ..11 15 Nm Chicagochnellz-j- 350 Vm rr- . . m At mt m . .lnclnnaii ucc.iu ou m EhicagoMail 5 35 Nm Lafaoetie Ac.... 8 35Nm I., C. und L. und L. M. und B. Eisen bahn. Unmittelbare Verbindung in Lasayette. 1250 Nm ö 30 Bm ' ..Indianapolis 310 31 9 00 23ra ..Lafayette 4 48Ä 10 37 m ..Hoooesto ... S4ZNM 1130VM ..Paxton 6 21 Nm I2 05N ..Gibfon 7!Nm 120 31m ..Bloomington. 5 40Nm ZISNM 2 22NM 12 37 Nm 12 05 Nm I050Lm Indianapolis, Bloomington und West liche Psenbahn. Pac. Ex. u Mail. 7s0 Vm CramfordSv. Acc 3 55 Nm . u T. Extra,.. 7VONm S. u . Er. 4 10 Lm hampaign AcllCOCm Tag Erpreß und 5ö. I. u SL. Ex. rcil oo NM äRaii 5 o vlxn Cincinnati, Hamilton und Indianapolis Eisenbahn. Mail Ein. Ex.. 4 15 Vm, Mail 12 15 Nm Westliche Erpreß 10 30Nm Aecom iöo Nm Indianapolis und Vincennes Eisenbahn. Mail u Cairo Ex. 8 00 Vm , Spencer Ac 9 05 m Spencer Ace.... 4 35 Nm . Mail u Cairo Ex 35 Nm Stock Yard" Züge. 6 00 ?m 6 40 Vm 6 30 Vm 8 25 m 8 35 Vm 10 20 V 10 00 Vm 12 10 Nm 125Nm 2 45Nm 225 Nm 33091m ZS Nm 60531 5 45 Nm 6 309!rn Indianapolis Peru u. Chicago Eisenbahn. M.C.F W. uT.Ml 7 25 Vm Ch.u T. I. Ex.. 12 25 Nm Peru u M. C. Ex. 6 10 Nm Dt. Tl. uEhi. Ex.ll 10 Nm Eh. u M. C. Erf 4 00Sm Peru Ac 9 35 Vm Tel. u Ft. W. ErlZ 00 M Cbi. t. u au. E. Er 5 25 Nm Jeffersonville, Madison und Indianapolis Eisenbahn. L. u S. Ex M. u L. Erf 410Bm Madison Mail ..10 00Lm 7 50VM , Mail unvrd!.Er.1Z 00 M Eol. u Mad. Ac.. 3 15 Nm TagExpreß 6 15 N S.u Ev.Ex. rc.. 6 00 Nm Nacht Expreß-r..10bONm Cincinnati, Lasayette und Chicago Eisen bahn. (KankakeeLine.) Westlich. Oestlich. Chi. NachtEx Ehi. Tag.Ex. Ein. NachtEx Ein. Tag Ex. Stationen. 3 0033m 1 55Vm 2NVm 3 ?OVm 3 3525 4 5'J23nt 7 OVm 3 lONm 3 005! 3 ?5Nm 4 35NM jßaf'omej Templeton . jSheldon 1 l8Vm 105? 12 308m 1130V 1125V lOlONnt 8 00N 2ivVm 25 5NM 2 20Jin 120NM l(5Nni 11 5023m 9 4033 nt 5 5031 ..Aankakee.. 8 00Nm I ..Chicago.. Fort Wayne, Muncie und Cincinnati Eisenbahn. (Verläßt JndiarapoliS ria Bee Line.) Nördlich gehende Z2ge. , Verläßt Indianapolis 6 30 51 Ankunft m Fort Wayne 12 15 Ln Südlich gehende Züge. Verläßt Fort Wayne 5 15 Vm Ankunft in JndianapottS 10 30 s? Verläßt Fort Wayne 5 40 5? Ankunft in Indianapolis 10 35 Nm Züge mit einem bezeichnet, bedeute it Schlaf, Wagen. Mit einem P., Parlar.Ear. Mit R. C.. Lebnfeffel.Car. Mit einem -j-, find taglich.
