Indiana Tribüne, Volume 1, Number 15, Indianapolis, Marion County, 23 November 1878 — Page 4

I n d i a n

a T r i b ü n e."

ttbkna Hriöune. (W o d) t n b I a tt.) E- V- LH'MS, Redakteur. Cffiee: Ecke Girrte u. Meridianstr. lJm dritten Stock ) AdonnementsPreise. In der Stadt durch Träger in Hauö geliefert Per Monat .20 Cents. Per JaHi im Voraus $2.00 Per Nummer 5 Gent. Louiö P. Hild, Herausgeber. Indianapolis, Ind., den 23. Novbr. 1873. Herr Carl Baden, früher an unserem Blatte beschäftigt, steht in seinerltt Verhältnis mehr zu demselben und ist weder befugt, Geschäfte für uns abzuschließen, noch Gelder zu collektiren. Seine Quittung wird von uns nicht an erkannt. Herr Joseph König ist kür die Jndiana Tribüne- als Collector und Solicitor angestellt und befugt, Abonne mentsgelder und Beträte für Anzeigen einzukassiren und über dieselben zu quittiren. Lichtseiten deö ZeituugSwejenS. Eine der üppig wuchernden Blüthen des Unfugs, welcher mit dem AnzeigenWesen getrieben wird, ist das e r a u s nehmen in traäe." Dasselbe läßt stch in verschiedene Klassen eintheilen. Zunächst kommt das ausdrücklich, bei der .Hergabe der Anzeige ausbedungene Her ausnehmen von nützliche n, für Jeder mann brauchbaren Waaren. Ge gen einen solchen, an die primitiven Tauschgeschäste unserer Vorfahren erin- . iiciuiil vutU" tupi IU llfcltl4Uf II. U VIII mV CVmmVaY TCil tl it 11 1 Jf nAl V . a s einwenden; sehr viel aber gegen die Unlust, Verdrossenheit und häufig gegen die unehrlichkeit. mit welcher der Anzeigende seinem Contrakte nachkommt. DerZeitungs mensch oder an seiner Statt, seine Anweisung auf "in trade" herauszunehmende Waaren, ist nur in den seltensten Fällen bei dem betreffenden Auftraggeber gerne gesehen; man läßt ihn entweder fühlen, daß er seine Waare gleichsam geschenkt be kommt, oder man fordert ihm einen Höhe ren Preis, oder stopft ihm geringeren Stoff in die Hände. Bei einzelnen Patro' nen ist eö geradezu nothwendig, daß man sich nicht eher zu erkennen gibt, als bis der Gegenstand ausgesucht, eingewickelt, und der Preis festgesetzt ist. Präsentirt man sich dann als Zeitungsmensch, welcher ein Recht hat, die Waare als Zahlung zu for dern, oder zeigt man dann die Anweisung deS betreffenden Herausgeber vor, so ist es häufig äußerst komisch zu sehen, wie der eben noch so aalglatte, bezaubernde Ladenjüngling sein Gesicht in die Länge zieht, und verblüfft und mit innerem Widerstreben die Ordre zum ttassirer bringt. Wer sich über das Unwürdige einer solchen Be Handlung hinauszusetzen vermag, kann sich königlich amüsiren und Lavater'sche Stu.dien machen. Sodann ist zu verzeichnen, die Zumuthung der Herausnahme in trade in un brauchbaren, oder wenlgstens nicht für Jedermann brauchbaren Artickeln oder Leistungen, z. B. im Verkehr mit Zahn ärzten, Hebammen, Lehranstalten. Patent-Medizin-Fabrikanten, Leichenbestatter, und dergleichen. Es gibt viele' Zeitungsherauögeber, namentlich unverheirathete. welche auch auf solche Geschäfte eingehen und denken : waS nicht ist, kann ja noch werden und doch einmal der Fall eintreten, daß ein solcher "Trade" seine guten Seiten hat. Die letzte und unverschämteste Gattung endlich ist die Anzeige, für welche der ZeitungSmensch nicht allein kein Geld be- , " -. L (.aVi.M ?!, IMaTX I lOuluiI, lUiiuciii iiuty iui uui vyuu V"" -rausgeben soll, wenn er "in trade" be'zahlt sein will. Hierher gehören Vorzugsweise Nähmaschinen, Orgeln, Pianos und dergleichen. Der Fabrikant läßt sich herab, dem ZeitungSherauSgeber eine Anzeige so und so groß, illustrirt, ambesten Platz unterzubringen, anzubieten unter der Bedingung, daß er als Zah'lung einS der angezeigten Exemplare nimmt und dafür so und so viel Dollars Cash h e r a u S b e z a h l t. In der Regel übersteigt die geforderte Baarsumme den Herstellungspreis des betreffenden Gegenstandes. Die Spekulation ist nicht dumm. Der Anzeigende wird in der Welt bekannt gemacht und verdient noch Geld obendrein. Es ist so mancher Zeitunasmensch schon auf diesen Leim gegangen und es gibt thatsächlich wenig Zeitungöosficen, auf welchen nicht Nähmaschinen und Orgeln stehen und billig zu haben sind. Leider kann man mit diesen schönen Sächelchen weder die Arbeitslöhne, noch die Type Foundry und den Papierfabrikanten bezahlen, und da stehen sie dann, bis irgend ein erfinderischer Kopf auf den Gedanken geräth, P r a m i e n für die Agenten auö den Verdrußkasten zu machen. Wer nach dem Absatz von Orgeln an ZeitungSverleger einen Schluß auf deren musikalische Begabung ziehen wollte, würde weit fehlschießen. Derartige Orgeln entlocken viel eher dem Zeitungsmenschen einen Kernsluch, so oft er sie ansieht, als daß dieser dem Instrument zauberische Melodien entlockt.

. Wo soll daö hinaus ! Am Mittwoch wurde die preußische Kammer eröffnet und hielt der Vice-Kanz. ler die Eröffnungs'Rede. Aus derselben geht hervor, daß die so lange Jahre mustergiltige Finanz - Verwaltung des preußischen Staates den an sie gestellten Anforderungen nicht gerecht werden kann, wenn die Kammern keine Mittel ausfin dig machen, die Staats Einkünfte zu vermehren Mit anderen Worten, die Steuerschraube soll um einige Umdrehungen angezogen und die Steuerkraft des Landes noch mehr angestrengt werden. Wenn dieß nöthig ist, trotzdem Deutschland sieg reich auS dem Kriege mit Frankreich hervorging und trotz der Milliarden, welche es von dem Besiegten als Kriegsentschädigung empfing, so müffen wir uns unwillkürlich fragen, was wäre erfolgt, wenn Deutschland in dem Kampfe erlegen wäre? Die Steuerkraft eines jeden Landes, selbst des reichsten, hat eine Grenze. Was wird werdenwenn diese Grenze erreicht ist ? -Sparsamkeit. Einschränkung der Ausgaben und Herstellung eines richtigen BerhältniffeS derselben zu den Einnahmen, wären das einzige Mittel, einem unaus bleiblichen Krach vorzubeugen. An eine Anwendung dieses Mittels ist aber nicht zu denken, so lange der Militär-Etat den Riesen-Antheil an den Staatseinkünften der Nation für sich in Anspruch nimmt, und die Blüthe der Nation, ihre kräftige Jugend, in beschäftigtem Müßiggang Jahre lang der Arbeit entzogen wird. Armselige Knauserei in allen, dem Erziehungswesen, dem Handel und der Industrie gewidmeten Verwaltungszweigen sollen dem Verderben steuern, während der Militär-Etat zehnmal mehr verschlingt, als die Abstriche ersparen, und dabei noch jährlich unersättlicher wird. Die Steuerschraube hat, wie jede Schraube, cinEnde; das Gewinde geht nicht mehr weiter ; und was dann? Die Ueberhandnahme republikanischer Ideen, dieUmtriebe der Sozialen und die ausgestachelten Leidenschaften der Unzufriedenen mögen, über kurz oder lang eine Revolution herbeiführen, der finanzielle Ruin eines, durch Steuerdruck ruinirten Volkes thut es ganz gewiß und zwar wahrscheinlich früher, als alle andere Faktoren. Das Defizit deö preußischen Staates wird von dem Vize-Kanzler auf 70 Millionen Mark veranschlagt; der MilitärEtat aber beträgt mehrere hundert Mark. An keinem anderen Ausgabeposten könnte das Defizit erspart werden als an diesem. Leider ist es eine traurige Thatsache, daß Angesichts der drohenden politischen Lage Europas, Angesichts der in Waffen starrenden, Deutschland mit mißgünstigen Augen und schlecht verhehltem Neid anblickenden Nachbarstaaten, Deutschland allein nicht abrüsten kann. Somit bleibt die einzige Aussicht auf Herstellung eines richtigen Gleichgewichts zwischenAusgaben und Einnahmen versperrt, und immer wieder kommt man zu dem traurigen Resultat: wo soll das hinaus? Gditorielle ülotisen.

Das in Philadelphia erscheinende Arbeiter-Organ, das Ph. Tageblatt", trat am Montag seinen zweiten Jahrgang an. ZurFeier desTages fand ein solennes Conzert mit darauf folgendem Ball in der Rothmänner-Halle statt. Lord Salisbury hat auf die Depesche des Sekretär Evarts in Bezug auf die Fischereifrage erwidert. Salisbury ist der Meinung, daß die amerikanischen Fischer sich den Lokal-Gesetzen fügen müffen, so lange dieselben nicht im Widerspruche mit dem Washingtoner Vertrage stehen, und Herr EvartS habe in seiner Note keine darauf bezügliche deutlicheErklärung gegeben. Wenn dies wirklich der Fall sei, so würde die englische Regierung bereit sein, Vorstellungen entgegenzunehmen und'zu einem friedlichen Einverständniß zu gelangen. Sekretär Evarts hat eine Replik hierauf bereits an Minister Welsch abgesandt, über den Inhalt derselben verlautet indeffen nichts und ist man in Regerungskreisen sehr zurückhaltend über diesen Gegenstand. Zwei Mordansälle auf Kaiser MilHelm, ein Attentat gegen den König Alphons von Spanien und kaumeine Woche später ein Dolchstoß nach König Humbert von Italien sind Beweise genug für die Existenz einer weitverzweigten Verschwörung gegen das Leben der Souveräne und werden auch allgemein als solche aufgefabt. Sämmtliche vier Mörder sind Mitglieder der Internationalen oder Sozial-Demo-kratie, und was auch der ehrliche und besonnene Theil dieser politisch ebenso be-I rechtigten Partei, wie die reactionäre, monarchische, liberale oder wie sie heißen mögen, thun mag um die Verantwortlichkeit für die Meuchelmorde von sich abzuwälzen es nutzt nichts, die Maffe macht sie dasür haftbar. Man will einer Conspiration gegen das Leben aller Fürsten auf die Spur gekommen sein und sollen die Fäden dieser Verschwörung bei dem Exe-cutiv-Comite der Internationalen in London zusammenlaufen. Ob man nun in dieser Richtung Beweise stnden wird oder nicht, so viel steht fest, daß die Völker aller europäischen Staaten darunter werden leiden müffen und daß der Reaction der wei teste Spielraum zur Unterdrückung der geringen Freiheiten geöffnet ist. deren sich die Staatsangehörigen nach langjährigem Kampfe und Streben erfreuten.

Unser Gesandter in London, Mr. Welsh, händigte vorgestern der englischen Regierung den Betrag der Entschädigung ein, zu welcher die Ver. Staaten von der Fischerei-Commission in Halifax verurtheilt wurde Fünf und eine halbe Million Dollar. Viel Geld für faule Fische. Den Gaöaktien - Besitzern ist eine schwere Last von derVrust genommen ; mit der elektrischen Beleuchtung des Prof. Edison hat eö noch vorläufig gute Wege. Der berühmt! Erfinder hat seine Experimente einstweilen eingestellt. Einige sagen wegen Kränklichkeit in Folge von Ueber, arbeitung. Andere sind der Ansicht, wegen der Unmöglichkeit einer Theilbarkeit und Regulirung des elektrischen Lichtes, an welchem Problem schon so Mancher gescheitert ist. Nun werden die Gasfabriken wieder übermüthig werden. Die in St. Louis erscheinende Volksstimme des Westens" lebt seit langer Zeit mit der Westlichen Post"' in einem Prinzipien-Streit, der sich während der Wahlperiode zu einer unerquicklichenPolemik zuspitzte. In voriger Woche fand zwischen beidenBlättern etwas Statt, was lange nicht dagewesen, die Volksstimme" erklärte sich mit einer Mei-nungs-Aeußerung, die in der Westlichen Post" abgedruckt war, einverstanden und brachte den betreffenden Artickel unter der Ueberschrift mZtt Wahrheit die Ehre." Dieser Artikel, der so Großes bewirkte, war kein anderer, als unser in Nummer 13 veröffentlichter Aussatz über die Schattenseilen des Zeitungswesens welchen die Westl. Post" abgedruckt und dabei übersehen hatte, ihre Quelle anzugeben. Der S t e w a r t'sche Leichen diebstahl bildet in New Tork noch immer das Tagesgespräch. Die Polizei hat mehrere Personen verhastet und läßt eine Anzahl anderer überwachen. Die Verhafteten machten theilweise Geständniffe, führ ten die Beamten Meilen weit an Plätze, wo die Leiche verborgen sein sollte, aber man fand nichts. Entweder erlaubten sich die Kerle einen Scherz, oder die Leiche ist wirklich zum zweiten Male gestohlen worden. Die Familie hat die ausgesetzte Belohnung auf $20,000 fül jeden, zur Bestrafung gelangenden Theilnehmer am Leichenraub erhöht; für den Kadaver selbst bezahlt sie keinen Cent. Dadurch droht das Geschäft und die Spekulation der unternehmenden Hallunken oberfaul zu werden. Jntereffant ist, daß die PrivatDetectives ihre regulären College überall, wo sie können, verrathen, um ihnen den Job nicht zukommen zu lasten. Hätte man den alten Drygoods'Millionär verbrannt, so hätte man stch all' den Trubel erspart. Der Jahresbericht des Revenue Marine - Bureaus läßt ersehen, daß im Lause des Etaisjahres die Zollkutter zusammep 5278.505 Meilen gekreuzt, daß ihre Ossiciere 31,096 Schiffe gebordet und untersucht haben, von denen 2009, wie sich fand, in der einen oder anderen Hinsicht das Gesetz verletzt haben. Dieselben wurden daher entweder saisirt oder den betrefsenden Behörden angezeigt. Es wurden 192 gescheiterten oder in Noth befindlichen Schiffen, auf denen 926 Personen waren, von den Zollkuttern Beistand geleistet. Der Werth des durch sie geretteten Eigenthums wird auf 51,700,000 veranschlagt, außer den thatsächlich vomErtrinkungstode geretteten 142 Personen. Der General-Jnspector des DampserJnspectionsdienstes, Jas. A. Dumont sagt in seinem Jahresbericht, daß am 31. Octb. der Dienst von 109 Beamten, Clerks und Boten versehen worden sei. Es wurden 4137 Dampsboote mit einem Tonnengehalt von 1.017,472 während des Jahres inspicirt und 14,489 Schiffsosficiere wurden licensirt. Mit dem Vorjahre verglichen ist dies eine Zunahme von 2519 Tonnen und von 76 Schiffen und 196 licenstrten Ossicieren. Der Bericht ist nicht ganz vollständig; wir vermissen, wie viel Keffel, trotz der Inspektion der 109 Beamte geplatzt, wie viel Schiffe in die Lust geflogeu, wie viel Menschen getödtet und verbrüht, und, w i e v i e l p f l i ch tvergessene Beamte bestraft worden sind. Klappern gehört zum Handwerk. Wenn man daher nach dem Klappern uctheilen will, kann man das modernefamerikanische Kirchknthüm nur alS Handwerk betrachten. Die New Vork Sun" bringt folgende Blumenlese von kirchlichem Klappern, welches zur Heranziehung von Kunden verübt wurde : Alle sind herzlich eingeladen." Fremde.sind willkommen." ,5itz' frei." - 500 junge Männer für diesen Gottesdienst verlangt." Jedermann möge kommen." Kommt früh." Aufmerksame Einführn (ushers.y Freie permanente Sitze angewiesen." Hymnenbücher für Alle." Keine Collectionen." DaS Publikum wird prompt Sitze erhalten." - Eine Predigt von blos fünfzehn Minuten." Dieö sind Proben der lockenden Winke, die in den Anzeigen und Ankündigungen ausgegeben wurden. In der Willetstraße Methodisten-Kirche wurde die Predigt durch prachtvolle Gemälde illustrirt" ; in der St. John Kirche gab's eine illustrirte Predigt", ebenso in der Pacific-Straße Kirche und in andern Plätzen. In der Kirche zum Heiligen Geist" war Musik von der höchsten Ordnung" garantirt, in dem Union BibelDienst war Gesang durch Carlos Floren-;

iin" angezeigt, und in andern Kirchen waren andere musikalische Berühmtheiten versprochen; so z. B. MrS. Wilson, Schwester deS verstorbenen P. P. Büß", rnd Mr. Miltauer, Cornetbläser," oder sonst mehr allgemein: ausgewählte Musik" und seltenes musikalisches Tataii". Andere anziehendeAnkündigungen waren eine intereffanteTemperenz.Lady", Hogan, der resormirteGambler(Hazardspiele,), die begabte Evangelistin, Jean Benson" ; während eineBrooklyner Kirche anzeigte, daß vier theologische Studenten vom Drew Seminary" engagirt seien, um während des Tages und am Abend den Gottesdienst zu leiten." Kommentar überflüssig. Der Krieg zwischen Afghanistan und England ist nunmehr beschloffene Thatsache. nachdem der Emir das Ultimatum der Engländer abschläglich beantwortete. Die englischen Truppen haben Befehl zum Vormarsch erhalten und wird einem Bericht über die Eröffnung der Feindseligkeiten entgegengesehen. Ein Winterfeldzug im Gebirge ist kaum ausführbar, deßhalb sind die Londoner Blätter der Ansicht, daß man englischerseits sich auf die Belagerung und Einnahme der Befestigungen, welche die Afghanen zur Sperrung des Khyberund des Khurum-Paffes errichtet haben, beschränken wird. Es muß sich nun herausstellen, welche Haltung Rußland gegenüber den Streitenden einnehmen wird. Durch russischen Einfluß wurde der Emir zu seiner feindseligen Haltung gegenüber der indisch-englischen Regierung aufgestachelt; daß ihm von Rußland Kriegsma. terial und Subsidien zufloffen, ist außer allem Zweifel. Dagegen ist es noch zweifelhaft, ob Rußland offen Partei für den Emir ergreifen wird, in welchem Falle der Krieg nicht auf Asten allein beschränkt bleiben würde. Die auswärtige Preffe beingt die Nachricht von der Ermordung WiU.Love'ö mit ' aller Ausstattung einer veritabeln Sensations - Geschichte. Es soll danach hier eine ungeheure Aufregung herrschen, drohende Masten umgeben das Gefängnißwelches von einer starken Polizeimacht bewacht wird. Man befürchtet die Lynchung des Mörders Warren Täte und der zahlreichen sonstigen imGefängniß eingefchlossenen Mörder zc. Nichts von allem dem,verehrteCollegen ! Auf das Jndianapoliser Publikum paßt das alte Dictum : Ruhe ist die erste Bürgerpflicht. Wir sind hier Philister, so schöne, wie man sie nur im Buch finden kann. Wir lasten in unseren Mauern rauben, schänden und morden, und machen dabei noch keinen Finger krumm. Wenn ein Mörder nach dem Gesängniß gebracht wird, so bewacht ihn bei uns nur deßhalb die Polizei in starker Anzahl, damit der plötzlich berühmt gewordene Mann . nicht von ZeitungSrcportern erdrückt, von sentimentalen verrückten Weibsbildern, Betschwestern und Missionaren erstickt, und nicht gar zu sehr um seine Photographie, seine Haarlocken und Stammbuchverse geplagt wird. Aufregung herrscht nur in den Kreisen, in welchen man die SturmPetitionen an en Gouverneur vorbereitet, in welchen die Begnadigung des holden Verbrechers erfleht wird. Hängen hat bei uns ausgespielt; es laufen hier die ungehängten Herren Verbrecher und die wiederholt zum Tod verurtheilte Nancy Clem frank und frei, und ohne Maulkorb h&nim. Unser prachtvolles Justiz - Gebäude hat zwei Millionen gekostet, aber unsere Justiz hat kein Geld übrig um die Mörderin Clem nochmals prozesstren zu lasten. Den im Gefängniffe detinirten Mördern wird auch wahrscheinlich kein 'Haar gekrümmt werden, so lange der Schwachkopf von Gouverneur den Urtheilsspruch der Gerichte zu Schanden macht, und nicht ein berittenes oder . unberittenes VigilanzComite aus einem benachbarten County einmal hier etwas unter unseren gar zu üppig ausschießenden Mördern aufräumt. Wir thun's wahrhaftig nicht. JnLivorno haben Schüler dortiger höheren Lehranstalten einen politischen Verein gebildet und denselben zu Ehren des KöitiasmSrders Nobiling den Carlo Nobiling Club" getaust. Ueber die Tendenz dieser Gesellschaft gibt ihrName genügende Aufklärung. Nachstehend der Wortlaut deö Aufrufs, welchen der Ansschuß erlaffen hat: Zukünftigen Geschlechtern das Änben ken jener großen Männer zu übermitteln, die sich mit Wort, Feder und That derBesreiung deS Menschengeschlechts widmeten daS ist die verdienstvolle Pflicht allerderer, die erhabene Gedanken in stch tragen. Von diesem Geiste beseelt, haben vieleStudenten in dieser Stadt einen Karl-Nobi-ling-Verein begründet, besten Zweck es ist, zunächst das Beispiel des unverzagten deutschen Philosophen (!) durch die gerechte Bewunderung des Volkes zu belohnen, dann aber unter seinem Namen eineGesellschast heranzubilden, die sich vornimmt, mit allen Mitteln für die vollkommene Befreiung der Menschheit von dem dreifachen Joche, nämlich dem politischen, finanziellen und religiösen, zu wirken. Studenten l Wie ihr gleich uns den Weg der Wahrheit, der Sittlichkeit und Gerechtigkeit angestrebt, so vereinigt euch mit unö unter dem Banner dieses Vereins und seid bereit, mit uns die kommenden Schlachten zu durchkämpfen, jenen greulichen Lindwurm, der aus seiner bleichen Stirn die drei nichts-

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würdigen Worte trägt: Autorität.Capital und Gott. Der Oreanisations-Ausschuß. Livorno. 26. October 1878." Die Gazetta d'Jtalia verfehlt nicht, diese Ausgeburt politischenWahnwitzes. die ernst zu nehmen wirklich schwerfällt, mit folgender Randbemerkung zu versehen: Der Barsanti-Clubs gibts wohl zu wenige, auch sind sie schon ein wenig in Verruf gerathen, wenn sich also in Italien der Held und das Vorbild ähnlicher Vereinigungen nicht findet, so muß man sich ans Ausland wenden. Lob also euch, ihr Nobilings, Hödels und Moncasis, die ihr die Freunde des wahren Fortschritts zu solcher Begeisterung entflammt habt. Ehrenweriher Cairoli, wirst du auch diesen unschuldigen Club sein Leben fristen lasten?" Noch wäre zu erwähnen, daß in Livorno eine eigent liehe Universität nicht besteht, daß also mit den Studenten bloß die Schüler einiger anderer höheren Lehranstalten gemeint sein können. Die Auslieferungs - Verträge mit fremden Nationen und der Telegraph sind für die Zerren Verbrecher sehr störend. Früher brauchte man nur über die Grenze oder übers Waffer zu flüchten, und man konnte sich seines Raubes in ungetrübter Sicherheit erfreuen. Das ist jetzt anders geworden. 4 Den diebischen Casster der Pullman Car Company, Augell, welcher mit $80,000 das Weite suchte, ist in Liffabon festgenommen worden und wird von Portugal ausgeliefert werden. Wie' viel Geld man noch bei ihm gefunden hat, meldet die Depesche nicht. Unser Landesmann, der amerikanische Konsul F o st e r in Mexico, giebt der Regierung und dem Volk der Ver. Staaten einige intereffunte Ausschlüffe über die Handelsbeziehungen zwischen den letztern und Mexico. Er zeigt, daß alle Bedin gungen für einen regen Tauschverkehr vorhanden sind und daß es zunächst nur aus eine zweckmäßige Finanzpolitik ankommt, um den Handel zur Blüthe zu bringen. Unsere Kaufleute sind freilich nicht im Stande, von heut auf morgen die Hinderniste zu entfernen, welche dem Güteraus tausch im Wege stehen ; allein etwas könnten sie immerhin thun, um denselben zu fördern. Herr Fvster macht auf den Umstand aufmerksam, daß der mexicanische Handel fast ausschließlich in den Händen der Spanier und der Deutschen liegt, während Amerikaner und Engländer das Nachsehen haben. Die Deutschen gründen in Mexico ihre Factoreien und machen die jungen Leute, welche bestimmt sind, in jenem Lande Handel zu treiben, frühzeitig mit allen Verhältnissen desselben bekannt. Die Amerikaner scheinen dagegen von der Ansicht auszugehen, daß ihre Produkte von selbst geeignete Märkte suchen und sinden werden. Wir denken, sie hätten alle Ursache, den Wink des Hrn. Foster zu befolgen. Muster eines "Puffs," abgedruckt in der Buffalo Freien Preffe": Permanent errichtet. Dr. Duff, Nt. 179 Ost Swansir., kann als für permanent anerkannt werden; er eignete das Eigenthums, welches in jeder Beziehung für seine große Praxis geeignet ist. Wm. Hassloch, HI. D. Deutscher Arzt, Wundarzt und He0nrtsyekftr, G Vorläufige Wohnung im Cirele Park Hotel, 27 und 29 Circle Str., Indianapolis. W y 0 $ e 9 u Wrn. H. Allen & Co., Ecke Pennsylvania und Market Str., der Postof. pce gegenüber, Indianapolis, Ind. Recepte werden mit der größten Sorgfalt ausSefübrt. LlseptSmt

04. OooH wird jejt in diesem Laden offenrt, delje Der Laden ist der hcllste in der Stadt. Wir C. C. KCERNER, Prop. T. Tc GOODIER (Torrelpondenz der Tribüne-) Washington, 20.Nov. Die Anzeichen, daß die Eröffnung der nächsten Congreßsitzung vor derThüre steht, mehren sich. Sprecher Randell hat seine bevorstehende Ankunft angekündigt. DaS Hauscomite für Bewilligungen tritt heute schon zusammen um die Vorarbeiten zu den verschiedenen Ministerial-Etats zu tx ledigen. Der Sekretär destelben hatte bereits Besprechungen mit btn verschiedenen Departement-Chefs um die Arbeiten zu beschleunigen. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß die Führer der Demokraten nur wenig Stoff zu Reduktionen finden wer den, da die Aemter bereits selbst Abstriche vorgenommen haben. Allem Anschein nach wird indeffen vor den Feiertagen wenig mehr am Etat geschehen, da andere Sachen vorliegen, welche zuerst erledigt werden müffen; darunter die Uebertragung des Jndianer-Büreaus vom Departement des Innern auf daö Kriegs-Mini-sterium, die Finanzfrage in verschiedener Gestalt, die Halifax Entschädigungö-An-gelegenheit, wahrscheinlich auch die politischen Fragen welche mit den jüngsten Wahlen im Süden zusammenhängen, ferner die Staatsbeihulfe zum Bau einer südlichen Pacific-Bahn. Letztere Angelegenheit kommt in Folge BeschluffeS am ersten Mittwoch der Congreßsttzung auf die Tagesordnung ; das Vertrauen in die Annahme der betreffenden Bill ist unter den Anhängern deö Projektes groß. In dem Gesetzentwurf sind vorgesehen: gegen eine Staats-Garantie derZinsen derCon-struktions-Obligationen der Texas Pacific R. R. cedirt die Gesellschaft die ihr gemachte Landbewilligung von 16 Millionen Acres wieder zurück; fie gibt der Regierung eine erste Hypothek auf all' ihr Eigenthum so lange, bis die Jntereffen bezahlt stnd; ste besorgt alle RegierungS-, Indianer-, Armee- und Post-Transporte ebensolange aus Gegenrechnung, und räumt der Regierung die Oberaufsicht über die ganze Geschäftsführung, denBau, die Tarife :c., ein. Diese Bill ist sehr zu Gunsten der Regierung abgefaßt und eS läßt stch nicht verkennen, daß der außerordentlicheDruck, welcher durch den bestehenden Paciflc Eifenbahn-Ring auf den Handel ausgeübt wird, dem neuen Projekt eine bisher unbekannte Sympathie verschafft hat. Der Gegenstand wird im Senate in aller Ruhe erledigt werden und den übrigen, zu erledigendenPunkten Platz machen. Im Ganzen dürfen wir einer lebhasten und intereffanten Sitzung entgegensehen. In Gotha ist "der erste offizielle Leichenverbrennungsapparat, ein sögenannteS Columbarium, auf dem Friedhofe aufgestellt und in diesem Monat seiner Bestimmung übergeben worden. Eine Verordnung schreibt vor, welche Dimenstonen die Särge nicht überschreiten dürfen und wie groß die, in dem Columbarium auszustellenden Aschenkrüge sein müffen. Die Kosten einer Leichenverbrennung belausen stch aus $7.25, wovon cirka die Hälfte auf Selbstkosten der Heizung, der Rest zu gleichen Theilen auf Bedienung und Äbnubung deö Apparats entfällt. Die Leichenbestatter werden die Conkurrenz bald spüren. Wenn eö doch hier auch schon so weit wäre ! Meichwein's Halle! S. W. Ecke von Market und Noble ex. Die feinstenWetne, Liqueure, Cigarren n. s. t. sind ftetö vorräthig, auch empfehle ich meine Halle bestens für Conzerte, Bälle, VereinSzvecke u. f. w. Phil. Neichwein, Nf3mt. Eigenthümer. John Weilacher, Saloon u. Billiard-Halle, 33 Vd. Pennsylvaniastr. ' 17aug5

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