Indiana Tribüne, Volume 1, Number 13, Indianapolis, Marion County, 9 November 1878 — Page 6
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Mein erster.. Tag im wil-
-.'.'fall Westens t Neiseskizje: von Fxtedri Zinnensann (Schluß.) .Gut sagte ich, nachdem wir zu dieser Ansicht gekommen, .und was verlangt Ihr fffctäS MaultbierZ-Stellt den äußersten 4 ' ' ' ' . . r' T.? ? " v c " '.in ..7 Preis roic iino mcqi im öianoc, in zu zahlen." Der Amerikaner qualmte erst wieder einige Minuten, ehe er sich zum Antworten entschloß. t : , , .. .Nun, antwortete er dann, ich denke achtzig'Dollars wäre gerade der Preis für ein solches Thier, wie das da !" AchtzigDollars !" ries ich, erstarrt über dieseUnversrorenheit, .man hat mir gesagt, ich würde sür zwanzig Dollars einen guten TexaSpony bekommen. Zwanzig Dollars will ich auch allenfalls sür daS Maulthier zahlen." ; Der Amerikaner lächelte geringschädig über dieses Angebot. .Da kauft nur Eure Thiere wo anders. Mann ! Tiefer im Land drin hier ander Bahn halten wir andere Preise!" Dabei drehte er sich halb zur Seite, alö wünschte er die Verhandlungen abzubrechen. .Gut," sagte ich,- .so zeigt unS wenig stenS den Weg zur nächsten Farm." . ' . Der Amerikaner deutete mit der Pfeife über seine Schulter aus esnen Weg. der sich von den Feldern aus in den Wald hinein og. .Da eine halbe Stunde gerade aus aber ich sage Euch, werdet da auch nicht finden, waS Ihr sucht. Guten Tag !" ..Erhalte sich wahrend dieser Worte wie der bequem zurechtgelegt und schien sofort einzuschlafen. Wir verließen den fleißigen Ackerbauer mit siebenzig Pferden u.zwan zig Maulthieren, um seinen Nachbar auf zusuchen, mit dem sich vielleicht eher reden ließ. Unsere Erwartungen wurden jedoch auch dort getäuscht, ebenso bei Nummer drei, so daß wir spat am Nachmittag un verrichteter Sache, dagegen äußerst er schöpft, im Wilhelm Tell" wieder anlang ten. ' . - Ehe ich zur Erzählung der folgenden Begebenbeiten schreite, muß ich die Lokalität ein wenig näher. beschreiben, was das Verständniß wesentlich erlelchtern wird. Wie schon erwähnt, besteht Texarkana aus dreiparallel nebeneinander liegendenStra ßen öder besser gesagt, Häuserreihen, woräuS erhellt, daß jedes Gebäude nach zwei Straßen hinausgeht. Wie alle übrigen, hatte auch unser Wirthshaus zwei Aus gänge. 'Der vordere ging nach der Bahn zu, der hintere führte in die zweiteStraße. Vetrat man das HauS durch den vorde ren-Eingang gelängte, so man über die Veranda durch eine große, stets geöffnete Stfür in ein längliches Gemach, den söge nannten Speisesaal, der sein Licht einzig und allein durch ' jene Thüre und zwei kleine, rechts und links davon angebrachte Fensterchen erhielt. Vom Speisesaal ge langte man direkt in die Küche und von dort aus in die zweiteStraße. Auf der einen Seite des halbdunkeln Saales be fanden sich noch zwei kleine Zimmerchen die Privatwohnung und dieVorrathskam mer des Wirthes. ' Eine halbe Stunde etwa mochten wir von unserem Ausflug zurück sein, als die Glocke das Zeichen'zumBeginn deSAbend mahleS gab. Auf einer langen Holztafel ohne Tischtuch standen Teller .sür einige dreißig Personen bereit, nur langsam beg'annen sich die Gäste, eben jene vorher er wähnten ' Eisenbahnarbeiter, einzusinden. Ich muß offen gestehen, mxi war es un heimlich en der Gesellschaft ' und der Um gebung meinen Freunden erging eS nicht besser. Der Wirth hatte uns sein Privat zimmer zurAusbewahrung unsererBüchsen und Taschen zur Verfügung gestellt aber eine Art von .Ahnung hielt 'mich ab, von keinem Anerbieten Gebranch 'zu 'machen. Ich fühlte mich, nicht sicher, ohne .mein treueS Rohr imÄuge zuhaben. Wir lehn ten daher unsere Gewehre in die Hintere Ecke'deS Saales, legten die Taschen und gerollten Decken davor und nahmen aus den Stühlen zunächst Platz, dergestalt, daß wir unsere Waffen mit dem Rücken deckten. Ich' dachte nicht an Lebensgefahr, aber ich war nie in so verdächtiger Gesellschaft ge vesen, und so ist es ganz natürlich, daß ein gewisses Gefühl der Unsicherheit mich an triehdZeerwähntenVorsichtSmaßregeln zu gebrauchen. Außerdem wollte ich mir nicht gern mein Eigenthum stehlen lassen. ES liegt eine zu große Versuchung für einen Amerikaner deS Westens im Anblick einer fchönenBüchse, die vielleicht fürdaSFort nehmen" zu haben ist, und ich hielt ja meineTischgenossen insgesammt fürStrol che und Wegelagerer oder solche, die eS werden wollten. Binnen einer Viertelstunde war die Ta felrunde vollzählig. Die Eisenbahnarbei ter haNen sich in kleinen Trupps nach und nach emgefunden. Die Pfeifen wurden ausgeklopft, in die Westentasche gesteckt und daS Essen begann. Mir zurSeite saß ein kleiner, breitschul teriger Mann mit dickem, rothem Gesicht, den ich daher sür einen Engländer oder Jrländer hielt. Ich hatte kaum den ersten Bissen genossen, als er mich schon,nachdem er verschiedene musternde Blicke auf mich geworfen, anredete.
u -- Attentat auf uns beabsichtigte. Außer den beiden erwähntenPerfonen nahm Niemand von der Tischgesellschaft, die in gruppen weiser Unterhaltung begriffen war, auch nur die geringste Notiz von uns. .Ihr seid mein Mann," rief Bill ver gnügt. mich dabei aus die Schulter schla gend. .Wirth, noch ein Glas Whiskey so und nun laßt Euch erzählen." Meine Freunde saßen still bel ihrem Abendessen, da ste ja keinWort verstanden. Nur von Zeit zu Zeit warfen sie einen un gewissen Blick über die Tafel auf die schwatzenden und lachenden Gestalten und dann auf mich, um sich zu überzeugen, ob ich nicht auf dem Punkte stand, in eine, tödtliche Rauferei verwickelt zu werden. Mein aufgeregterNachbar flößte ihnen au genscheinlich keine geringe Besorgniß ein. Ich muß herzlich lachen, wenn ich jetzt an jenen Tag zurückdenke. Wir müssen in unserer übertriebenen Ängstlichkeit zu drollige Figuren gespielt haben. So, Fremder, nun hört die Geschichte," wiederholte mein Nachbar, .sie ist lehrreich
.Wollt nach iWesten, ! Gentlemen, nicht wahr?" fragte er, mit einem Blick auf unS alle Drei. ' - .Ja," sagte ich lakonisch, ohne von mei nem Teller aufzusehen. .: i, ; Ich kannte bereits aus Erfahrung die unausstehliche Neugier der Amerikaner, die diejenige deutscher Kleinstädter, bei weitem übertrifft, so daß ich, deS ewigen .Ausge fragtwerdenS müoe, den festen Entschluß gesaßt hatte, mir fortan so wenig als mög lich entlocken zu laffen. .Schon lange im Lande?" fuhr mein Nachbar in seinenAuspumpungeversuchen, wie man das in Amerika nennt, fort. .Nein!" .Gerade waS ich dachte," grinsteer, .habt so' verdammt altländischeS Ausse hen, wie ich, als ich vor sechs Jahren der kam. Indeed, Sir ich bin auch von drü ben aus Old England, man sieht mir's aber nicht mehr an, nicht wahr V Ich antwortete nicht, sondern aß mit verdoppelter Energie. .Werdet's draußen im Westen verdammt komisch finden, ganz anders, alsJhr'SEuch vorstellt. Fremder !" lachte mein Nachbar, der sich durch mein Schweigen durchaus nicht irritiren ließ, .ganz anderes Leben dort, als Jhr's gewohnt zu sein scheint. 'Well schadet nichts wenn Ihr zurück kommt, habt Ihr andere. Hände und ein anderes Gesicht als heute, verlaßt Euch aus mich!" .Stop Deinen verdammten Unsinn, Bill," rief ein anderer derArbeiter,der mir gegenüber saß, ein hagerer Amerikaner mit schwarzem Haar und dunklen Augen, .langweile den Gentleman nicht. Du siehst ja, er hat's eilig mit dem Effen. Reich mn lieber auch einmal daS Fleisch her über!"-. .Langweilen ich V entgegnete Bill entrüstet, .ich bin überzeugt, daß die Frem den nicht gelangweilt sind, wenn ein alter Texasmann,wie ich, ihnen guteRathschläge gibt." . .Durchaus nicht bemerkte ich, ängstlich besorgt, um ja keine Meinungsverschieden hakn, die vielleicht zu einem Streit führen könnten, auskommen zu lassen. "All riM gerade was ich dachte!" rief Bill. .Ihr gefallt mir. Fremder hollah. Wirth ! Whiskey !-Jch trinke mit diesem Gentleman." Dabei zeigte er aus mich. Ich wußte, ich durfte die roheEinladung nicht auSschlagen, wollte ich nicht beleidi gen, wo man keine Beleidigung gegen mich beabsichtigte. Man muß mit den Wölfen heulen so ergab ich mich denn in das Un vermeidliche. Nachdem der Engländer einen tüchtigen Zug deS scharfen Getränkes genommen und eS mir dann zugereicht, begann er wie der. .Well, Sir Ihr seid der Mann, der sür Amerika taugt und mit dem sich reden läßt, 's wird Euch schon gefallen draußen, nach und nach. Nur nicht zimperlich thun, sondern fest zugreisen, da3 ist die Hauptsache. Thut erst noch einen Schluck und dann will ich Euch erzählen, wie ich hier hinauskam. Verdammt komischeGeschichte ich versichere Euch !" .Störe doch den Fremden nicht beim Essen mit Deinem albernen Gewäsch, Bill !" fiel hier der Schwarze ' von gegen über wieder ein. .Ich sage Euch,- wendete er sich an mich, .wenn Ihr ihn so gehen laßt, kommt Ihr vor lauter Schwatzen bis morgen früh zu keinem Bissen." .Du würdest besser thun,Dich un Deine eigenen Angelegenheiten zu kümmern, an statt mich zu stören, wenn der Fremde meine Geschichte höien will rief Bill er bost, .oder willst Du mich beleidigen?" .Keine Spur, Bill," erwiederte der Ame rikaner launig, .wollte nur dem Gentle man auch einen gutenRath geben Never mind that, old fellow !' .Guter Rath ? DaS ist wag Anderes gerade wie ich, to be sure," sagte Bill be friedigt. .Und nun paßt auf. Fremder, ganz putzigeGeschichte, die von mir. Oder langweilt'S Euch?" - " .Durchaus nicht," lächelte ich, .JHreEr zählung ist gewiß interessant." DieSache fing an, mir Spaß zu mächen. Ich sah, daß mein Nachbar ein durchaus harmloser Kauz war,' den zurückzustoßen Unrecht ge Wesen wäre.. Mein Mißtrauen begann ei nem Gefühle verhältnißmäßiger Sicherheit zn weichen, da ich sah, daß man keinerlei
und kostet keinen Cent.-ES sind' so sechs Jahre zurück ich war gerade an'S Land gekommen, in Baltimore, und war ein re gelrechteS Grünhorn gerade ' wie Ihr, Fremder' Never niirid thatsir," unter brach er sich, mir sein ' Whiske'yglaS hin-, schiebend. .Das ist keine Beleidigung sür Euch ich bin überzeugt. Ihr seid in einem Jahr a regulär ein so tüchtiger Back woodsman, wie je einer in seinen eigenen Schuhen stand. Also ich war ein Grün Horn und" - .Horch !" rief der Amerikaner von ge genüber, .horch, Bill! Draußen gibt'S was ich glaube, sie raufen!" Durch das Geräusch im Saale hindurch hörte man deutlich erregte Männerstimmen von der Straße her. .Laß sie rausen und verdammt sein, waS geht das mich an !" rief Bill ärgerlich. .Ich will nicht immer gestört sein god daml" ' .Also, Fremder wo war ich doch gleich richtig, in Baltimore. Ich war so etwa acht Tage imLande und fing an, mich nach Arbeit umzusehen. Hätte keine Idee, daß ich nach Westen hinauskommen würde, denn Ihr müßt wissen, ich hatte keine Lust, mir die Finger abzuarbeiten und mich obendrein von den Rothhäuten skalpiren zu lassen hahaha, wahrhaftig! das dachte ich damals skalpiren ! nonsense ! Also ich bummelte in Baltimore herum, als" Krach ! Krach ! ging eS draußen und eine verirrte Revolverkugel pfiff haarscharf über unsere Köpfe dahin und schlug klat schend in die Hinterwand deSHauseS, wäh rend ein Wuthschrei auS mehreren Kehlen bewies, daß der eine der Schöffe sein Ziel erreicht hatte. Die Scene, die jetzt folgte, läßt stch nur schwer beschreiben. In einer Sekunde war alles durcheinander und voll Aufregung. Die Arbeiter sprangen auf und drängten unter Ausrufen des Unwillens, der Neu gier, deS Zornes nach der vorderen Thür. Mein Nachbar, der nun doch nicht zur Be endigung seiner interessanten Erzählung kam, warf mit einem kräftigen Fluche sei nen Stuhl hinter sich und war im nächsten Augenblicke aus der Straße. Der Wirth war mit einem mächtigen, affenartigen Satze hinter dem Schenktisch, auS der Schublade desselben seinen Revolver rei ßend, bereit, wenn nöthig, sein Eigenthum zu schützen. ' Der Tumult nahm immer größere Di mensionen an. Ein Theil der Arbeiter, der die Straße erreicht hatte, schien Parte: zu nehmen und stch an der Rauferei zu be theiligen, die dadurch in ein Gefecht aus zuarten drohte. Krach ! tönte abermals der scharfe Knall einer Drehpistole, dem ein Wuthgeschrei aus einem Dutzend Kehlen folgte.' Auch unter den im Saal Zurückgebliebenen' sah ich Pistolenläufe blinken und daS Messer schlich sich sacht auS der Scheide. .Gentlemen," schrie der Wirth durch den wüsten Lärm, seinen schweren Revolver in der Hand, .Gentlemen, wer fechten will, hinaus auf die Straße ! Wer in meinem Hause ein Messer oder 'so ein verdammtes Schießeisen zieht, beim Teufel! dem jage ich eine Kugel durch den Kops !" Alles dies ereignete sich selbstverständlich fast gleichzeitig im Laufe weniger Sekun den, weit schneller, als irgend Jemand im Stande ist, eS zu erzählen. Ich war einen Augenblick konsternirt über die plötzlich hereinbrechende Gefahr, faßte mich aber sofort und war mit schnellem Sprung bei meiner Büchse. .Hinaus!" 'schrie ich meinen Freunden, zu, .schnell !" während ich zugleichGewehr Decke und Tasche ergriff. Nach der Straße zu war einEntkommen unmöglich, wir hätten den Kampfplatz'pas siren müssen, und ich hatte durchaus keine Lust, mich von einer aufs Gerathemohl herumfliegenden. Kugel für eine mir gänz lich fremde Sache anscyießen zu laffen. Also nach der Küche der einzige Ausweg! Wir kamen noch gerade zur rechten Zeit. Die Frau des Wirthes war, eben im Be griff, sich in ihremTerritorium zu verram mein, als ich mit krästigem Ruck die Thür aufstieß. Die würdige Matrone fuhr mit einem Schrei zurück und ' flüchtete hinter den Herd ich warf ihr, ohne mich aufzu halten, einenDollarschein für unserAbend brod aus den Küchentisch und gewann, ge folgt von meinenFreunden, dieAuSgangS thür auf die zweite Straße, in der es völlig ruhig war. Niemand schien sich zu beküm mern um daS, was nebenan vorging. Wir waren indessen zu sehr alarmirt, um UNS jetzt schon dem Gesühl der Sicherheit hin zugeben. In gutem deutschen Turner dauerlauf durcheilten wir die dritte Straße und erreichten in kürzester Zeit den Wald rand. Hier hielten wir einen Augenblick an, uns von der Anstrengung des raschenLau fes zu erholen. Mir wurde oldentlich wohl um's Herz, als ich,den düsterenWoh nungen der Menschen entronnen, die Wöl bungen der hohen Urwaldbäume über mir erblickte. Die hehre Waldesruhe, ungestört von dem Streit der Mensckensöhne, übte einen unendlich beruhigenden Einfluß auf mich aus. Ich ließ mich in's hohe GraS niedergleiten und lauschte, an eincnBaum flamm gelehnt, nach der Stadt hinüber, von wo noch verworrenes Geräusch zu unS her drang, wie das Murmeln eines ent fernten Wasserfalles. Aber kein Schuß fiel mehr das Gefecht war vorüber. Die feindlichen Parteien waren jetzt wohl be
schästigt, sich unter Mitnahme ihrer Ver wundeten, vielleicht Todten,-vom Kamp7 Platz zurückzuziehen. ' ' : - - -; '' Mein 'Gedankengang' wurde plötzlich' durch einen Ausruf deö älteren meiner Freunde unterbrochen. ''.Alle Wetter," rief er. .ich habe meine Tasche in der verdammten Spelunke gelassen was NUN?" .: .Es wird nichts übrig bleiben, als sie zu bolen," entgegnete ich. .'".' .Den Teufel auch ! und sich todtschießen zu lassen," knurrte der Alte, .lieber lasse ich die Tasche im Stich !" .Dummes Zeug," sagte ich lächelnd, in dem ich mich erhob und die Büchse über die Schulter warf, .aus unS warS ja gar nicht abgesehen, wir haben unS im ersten Schreck einer unnöthigen Besorgniß hin gegeben. Außerdem ist jetzt Alles vorbei. Laßt mich allein gehen ich hole die Tasche !" Der jüngere meiner Freunde bestand darauf, mich zu begleiten. Indessen ge lang es mir, ihm seine gänzliche Nutzlosig keit bei diesem Gange, klar zu machen. . .Erwartet mich hier," sagte ich, .in einer halben Stunde spätestens bin ,ch zurück, dann wollen wir weiter sehen," und wäh rend sich schon Dämmerung über die Stadt zu lagern begann, wendete ich mich meinem Bestimmungsorte zu. In den Straßen war Alles still, nur hie und da sah ich ein paar Männer in halb lautem Gespräch bei einander stehen. Das Wirthshaus zum .Wilhelm Tell" war vollständig verlassen, wie es schien. Ich betrat die Veranda, ohne auf eine lebende Seele zu stoßen. Auch der Speise saal war leer und in der einen Ecke lag die gesuchte Tasche noch auf demselben Fleck, wo man sie hingelegt hatte. Ich nahm sie auf und war im Begriff, mich zu entfernen, als ein Geräusch im Nebenzim mer mich veranlaßte, stehen zu -bleiben. Ich hörte den Ton gedämpster Männer stimmen, und täuschte mich mein Ohr so klang es dazwischen wie das schwere Röcheln eines Leidenden. Von einem unwiderstehlichen Gesühl der Neugier und, ich will nicht ungerecht gegen mich selbst sein, der Theilnahme getrieben, näherte ich mich dem Zimmer, dessen Thür nur angelegt war. Als ich meine Hand sachte auf den Drücker legte, wurde sie von innen geöffnet und mein unermüdlicher Bekannter .Bill" erschien auf der Schwelle. , Ah, Ihr seid's, Fremder," flüsterte er, tretet näher, aber macht kein Geräusch" Dabei deutete er mit der Hand in eine Ecke deS Raumes, wo ich, der tiefen Dämme rung wegen, zuerst nichts bemerken konnte. Als ich aber näher trat, bot sich meinen Augen eine ergreifende Scene dar. Auf dem.Bette des Wirthes lag ein jun ger Mann, schwer röchelnd, die Augen ge. schloffen und die rechte Hand krampfhaft auf die entblößte Brust gepreßt, in der Gegend deö Herzens, wo der tödtliche Schuß eingedrungen. Zu seiner Seite saß, die Linke des Sterbenden in beiden Händen haltend, das sonnverbrannte Gesicht mit den eisernen Zügen starr auf daS Antlitz des Daliegenden geheftet, ein Zwei ter. Die grauen Haare hingen ihm in die Stirne herab, während er unbeweglich den Athemzügen des Verwundeten lauschte. Der Wirth mit einer dritten Person stand am Fußende des Lagers. Ich blickte Bill fragend an. .Hat einen bösen Schuß weg der arme Teufel," sägte er leise, .wird wohl nicht, davon kommen." . , '.Und der Andere?" .Sein Vater," flüsterte Bill und machte eine Bewegung gegen den alten Mann, .aber-still," der Kranke regt stch !" :Der junge Mann, der. bisher unbeweg lich dagelegen hatte,. öffnete plötzlich die Augen, mit 'wildem, wirren Blick seine Umgebung musternd, dann machte er eine Bewegung, als wolle er sich erheben. .Ruhig, ruhig, mein Junge!" sagte der Alte mit seiner rauhen, im verhaltenen Schmerz vibrirenden Stimme, die klang wie der Ton einer zersprungenen Glocke, .ruhig, der Doktor wird gleich da sein!" .Der Doktor ?" stieß der Verwundete kaum vernehmbar hervor, .was soll mir der er kann mir doch nicht helfen ! Da da sitzt das Blei des Schuftes, den Gott verdammen möge ." und .er. preßte die Hand fester auf die Wunde. , . Sag' das nicht. Harry," beruhigte ihn der.Alte, .halt'. Dich ruhig, mein Kind, wenn erst der Doktor die Kugel heraus gezogen bat, wirö Dir besser sein, Du mußt ja leben darfst ja Deinen alten Vater nicht verlassen !" Der junge Mann lächelte schmerzlich. JQß gut sein, Vater," sagte er leise, .einmal muß es ja doch sein. Wir schul den alle dem Schicksal' ein Leben und das ist nicht werth, darüber zu klagen. Aber nicht ungerächt will ich steben," 'fuhr er fort, indem feine Stimme lauterund schärfer wurde, .versprich mir Vater " .Alles, Alles, mein lieber Sohn," sagte der Alte in Tönen, die mich fast zu Thrä nen rührten. .Der Rodgers er- hat mir erst die Mary abwendig gemacht und als ich ihn zur Rede stellte auf mich geschossen, wie auf einen Hund, ehe ich mich's versah aber eS soll ihm vergolten werden!" Der Sterbende machte eine 'krampshafte Bewegung, während die erlöschenden Au gen noch einmal in wildem Zorn auf loderten.
Jetzt wurde mir Alles klar die alte, alte Geschichte! t'-i - .Versprich mir, Vater," fuhr er : fort, .mich an ihm zu rächen versprich mir ich werde ruhiger sterben, wenn ich weiß, daß ihm sein Schurkenstreich keine Früchte trägt." - ' ; ; ' ' Ich Versprecheies Dir bei dem Anden ken Deiner Mutter!" Des Alten Stimme klang hart wie bre chendes Metall, al8 er die einfachen Worte sagte. Mir schlich eS wie ein leiser Schau der den Rücken herauf. Der Mann, der bisher schweigend neben dem Wirth ge standen hatte, trat herzu. .Auch ich verspreche es Dir, Harry !" sagte er, die Hand des Sterbenden ergrei' send, .bei unserer Freundschaft der Mör der soll nicht entkommen, so lange ich noch einen Athemzug in mir habe !" Der junge Mann blickte den Freund dankbar lächelnd an. - .Dank Dir, mein braver Junge ich wußte ja. Du würdest mich nicht verlassen hätte es nicht gedacht alö wir zusam men hier nach dem Westen hinaus gingen daß ich so bald abfahren würde" und er machte, abermals einen schwachen Ver such, zu lächeln. .Schone Dich, sprich nicht so viel," suchte ihn der Alte zu besänftigen, aber die erlöschende Lebensflamme flackerte noch einmal grell empor. . ; .O, wenn mir noch Kraft geblieben wäre," rief er, während er sich mit gemalt samer Anstrengung halb aufrichtete, .ich hätte eure Hilfe nicht gebraucht. Der Elende, der mich betrogen er wäre nicht entkommen . doch er war zu schnell verwünschte Kugel! Er hat sicher ge troffen" Die letzteren Worte endeten in dumpsem Röcheln und der junge Mann sank zurück. Die Hand, die er bisher auf die Wunde gepreßt hielt, löste sich, ein Blutstrom ent quoll der verletzten Brust es war vor über. Mit einem wilden, unnatürlichen Schrei warf sich der Vater über den Körper deö Sohnes. .Er ist todt todt ein Harry Fluch dem feigen Mörder!" schrie er gel lend, dann sank er am Lager seine KindeS zusammen. r ' Ich ertrug es nicht länger, daS Herz wollte mir brechen vor dem Jammer, den meine Augen sahen. 'Ich eilte hinaus hinaus in die ruhige, klare Abendluft, in den Wald. Ich war bis in'S Innerste erschüttert. DaS alte Lied im Norden und Äiden, im Osten und Westen, im Geräusch, im Ge wühl volkreicher Städte, im Mittelpunkt der Civilisation, wie an der Grenze der Wildniß unter den rohen Pionierendes Urwaldes! Die Liebe dreht das Weltenrad, sie er schafft und vernichtet die Menschen sie ist die Urheberin der edelsten, schönsten Tha ten und der niedrigsten Verbrechen. In wehmüthig ernste Betrachtungen ver sunken, lenkte ich meine Schritte dem stil len, hohen Walde, zu, - in dessen Schatten ich Ruhe zu finden hoffte vor den Leiden schaften, dem Haß der Menschen und vor ihrer Liebe! So endete mein erster Tag im wilden Westen. ... . Pfarrer (zur Braut) : .Wie können Sie mit einem so betrunkenen Menschen vor den Altar treten V Braut (weinend): Richt meine Schuld, Herr. Wenn er nüchtern ist, zögen ihn nicht vier Pferde zur Trauung."
Vin Muster-Werk. Äiaffi jf iff 'MC A' v" . i V miuMm, MMyWWWWM j: r ' , , m r?i3Uif-i " &t$8vJ-l ,-- Ncklöl'8 Unabridged Dictionary. 3000 Abbildungen. . 1840 Seiten in Quarto. 1000 Wörter und Begriffe mehr, als in anderen Wör. . terbüchern. Vier colorirte Tafeln. . Eine ganze Bibliothek in sich vereinigend. . Unschätzbar für jede Familie, unentbehrlich für jede Schute. Im Verlag von G. u. E. Merriam. Springsteld, . Aess. Uvss Qärmfte empfohlen von Baneroft, - Preseott. Motley. George P. Marsh, ffitz.Grkene Halleck, John G. Whittier, N. P. Willi-, Ichn G. Saxe. Elrhu Burritt, Dan l Webster, . ufu hoste, tz. Co'.eridge, Smart, Horace Mann, mehr ai S0 Eollege.Prksidenten. und die hervorragendsten amenkanrfchen und euroxäi, ichen Gelettten. Enthält ein Fünftel mehr Stoff, alöirgend ein anderes ähnliche Werk. Enthält Illustrationen, dreimal so diel als irgend ein anderes Dictisnar. ' BT Man sehe nur die drei Zeichnungen von Schiffe auf Seite 17öl, welche allein mehr als 100 Worte -deutlicher erklären, als es in der Schriftsprache möglich ist. Ueber 30,000 Exemplare sind allein in öf. sentlichen Schulen der V. St. angeschafft worden. Empfohlen ist das Werk von tf Staak-Su. perintendenten vom Schulwesen, und von mehr alö 30 Präsidenten höherer Lehranstalten. E enthalt 10,000 Wörter und Begriffe, welche in anderen ähnlichen Worten nicht enthalten sind. - ES redrälentirt die Arbeit von 100?ahren und reicht weiter zurück, als irgend ein anderes Wör. terbuch. Sein Absatz ist 20 Mal o groß, als der irgend eines concurrirendea Bucheö. Mgust 4 1877. Das Wörterbuch, welchrö in der Rkgiervngs.Druckerei benutzt wird, ist Webster'S .Unabridged." Mit einem Worte eö ist Ein Muster-Werk !
FmlWoMmM.
SrzShlung von fit. nfLiAtt. I. -' i Bitte, Herr Conducteur. ein Coupe wo nicht geraucht wird ! V ' - ' , .' .Nicht geraucht ? ja wohl wohin ? .Bvenbura !" ' ; .Der Conducteur öffnete eines der näch flen Coupes des dicht mit, von der Leip ziger Messe kommenden, Fremden besetzten Zuges, und der junge Mann,' der sich ein Nicht-Rauch'Coupe erbeten hatte, lächelte still vor sich hin, alö er nur noch einen einzigen Paffagier in dem innern 'Raum entdeckte. Die in der Mitte befestigte Lampe verbreitete allerdings blos einen düstern Schein im Wagen, so daß sich sein Gesicht nicht deutlich erkennen ließ; das ist aber unterwegs auch nicht nöthig, denn eS kommt bei unserer jetzigen Eisenbahnfahrt in der That wenig darauf an, mit , wem man die kurze. Zeit der Neise beisammen ist. Lernt man sich doch 'selten oder nie näher kennen ' als eben ).nötbig bleibt Guten Morgen" zu sagen. Der junge ffremde schien übrigens kein Neuling unterwegs. In kurzer Zeit hatte er sein weniges Gepäck zweckmäßig , unter gebracht, und einen buntfarbigen wollenen Ueberwurf, der ein ausländisches Gepräge trug, zusammenrollend und unter den rechten Ellbogen schiebend, lehnte er sich be haglich in seine Ecke zurück, und sah still und schweigend vor sich nieder, bis der Conducteur die Billette coupirt und den Wagen wieder geschloffen hatte. " Dann aber sich zu seinem eben so schweigsamen Reisegefährten wendend, sagteer: Wir sitzen hier in ' einem Coupe, V5 nicht geraucht wird, nicht wahr V Allerdings " lautete die.lakonische Antwort. Aber eS ist Ihnen doch einerlei, wenn ich mir eine Cigarre anzünde?" fubr der Fremde fort. Einerlei ? nein erwiderte der Mitbe sitzer des Nicht'Rauch.CoupeS .einerlei ist es mir gar nicht, dem wenn Sie rauchen, rauch' ich mit." . DaS soll ein Wort sein !" lachte der junge Fremde, indem er auS seiner Brust tasche eine äußerst fein aus Stroh gefloch tene Cigarrentasche nahm und seinemNach bar hinübereichte bitte, versuchen Sieeinmal meine Havanas. Daß sie ächt sind, garantire ich Ihnen." Man kann es in den anderen CoupeS gar nicht aushalten," sagte der Erste, in dem er mit dankender Verbeugung eine Cigarre nahm sie sind gedrängt voll van valnisckkn dkn " W W Y W W W V W 9 AuS dem nämlichen Grunde habe ich mtr em!)clcytvtaucy' Coupe erbeten. Wenn wir nur keine Dame hereinbekommend sagte der zuletzt Eingetroffene. Das ist in der Nacht kaum zu fürchten; eö gehen zu viel Züge bei Tage, und nach der Meffe reisen Damen gewiß nicht in der. Nacht, wenn sie nicht nothgedrüngen müs t rr : . m " in .it.! . , rr ien. ,igarir vorigen vorirell lich." Schmeckt sie Ihnen?" Ausgezeichnet ich habe noch keine bessere geraucht." Sie wohnen in ZZvenburg ? ?tcb aedenke dort zu mobnen. 5lck ww m g . ,, V W komme von Würzburg, wo ich eine Zeit lang prakticirt, und will mich jetzt inJven. bürg als Arzt niederlaffen." Als Arzt ? vortrefflich. Da wünsche ich Ihnen oder vielmehr Ihren Patienten taiua. Wir können es zu beiden Theilenge brauchen," lachte Jener, und die beiden jungen Leute lehnten sich schweigend in ihre Ecken zurück, um von jetzt an ihren eigenen Gedanken nachzuhängen. An den verschiedenen Stationen, an denen ange halten wurde, ließ man sie auch ungestört. Unterwegs stiegen nur noch wenig Paffa giere ein, und die wenigen wünschten auf der Fahrt Alle ihre Cigarre zu rauchen, be lästigten sie also nicht. ? Der Tag dämmerte gerade, als sie stch dem Ziel ihrer Fahrt näherten. Haben Sie schon ein Logis, Herr Doc tor?" frug der Fremde, währender sein Reisegepäck zusammenlegte, um es beim Aussteigen gleich bei der. Hand zu haben. .Ich ? ja. Ein PrivatlogiS, das ich beziehen werde. Und Sie?" Ich will, einen Onkel von mir über raschen den ich seit neun Jahren nicht ge sehen habe. Ich komme allerdings noch ein wenig früh, und der alte Herr wird im ersten Augenblick nicht angenehm über ras'cht von der Störung sein. Aber '.daS schadet nichts ; die Freude ist nachher desto gröber." Sie waren längere Jahre verreist, wie mir scheint." Ich komme direkt aus Havana." Daher also die vortresflichen Cigar ren. Von denen ich Sie bitte sich noch eine anzuzünden' ,Aber ich beraube Sie." .Nicht im Mindesten ah, da sind wir!" ,,' Der Zug hielt : die beiden jungen Leutc stiegen aus, grüßten einander, und der Havanese fuhr gleich darauf in einer Droschke über die Brücke in die Stadt hin ein, während ihm der neue Doctor lang, samer und seinen Umständen mehr ent. sprechend zu Fuß folgte. f
