Indiana Tribüne, Volume 1, Number 13, Indianapolis, Marion County, 9 November 1878 — Page 3
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Z w ei Ä rü d er. '. , i . ' ' . : - , Erzählung von A. Serstel.' ! '. " . ; : (Schluß ) . 5301 derFischerdirne V höhnte derFrei.
Herr. ' Mach' mich nicht rasend, Detleff ! Ja, vor der Fischerdirne, die Gott Herr seider geadelt durch Herzensreinheit und unver-' gängliche Schönheit der Seele! Weißt Du noch, Detleff, was Du damals thatest? Du stießest sie mit dem Fuße fort, als sie bat und flehte. Deinen Groll gegen uns enden zu lassen, und als ich später von weitem Ritt nach Hause kehrte, als mir die zitternden Diener erzählten, was unterdessen hier vorgefallen, als ich zu Dir trat, um Sühne Deiner Frevelthat von Dir zu fordern da ließest Du mich Tod und Hölle, daß ich's gedenke! daließest Du mich von bereitgehaltenen feilen Schergen gleich einem Verbrecher in's NarrenhauS schleppen ! Die AnneMarie aber lag ein paar Tage darauf kalt und starr am Strande der See, und ihren alten, sieben zigjährigen Vater ließ der allmächtigeFrei Herr Detleff von Meerfels auf das feuchte Stroh des Gefängniffes werfen, auf dem der alte Mann mit einem' Fluche wider unser ganzes Geschlecht nach kurzer Zeit seine müdeSeele ausgehaucht. Wahrlich, Du bist ein ganzer Schurke, Detleff, Du verschmähst es, halbe Arbeit zu machen!" HastDu's drauf abgesehen, mich zu rei zen, so spare Dir die Mühe ! Als ob mich ein solcher Bursche beleidigen könnte! Mach's kurz, was willst Du von mir?" Ich kam, um Rache an Dir zu nehmen. Mit Deinem Blute solltest Du mir den freventlichen Raub an demLebensglücke dreier Menschen zahlen erschrick nicht, feiger Mörder, die Nacht an dem Grabe meiner AnneMarie hat mich auf andereGedanken gebracht. Gib mir das Erbtheil heraus, das Du mir widerrechtlich vorenthältst, und ich will damit fortziehen, weit, weit über's Meer, zu fremden Menschen, deren Gesichter mich nicht an mein Elend erin nern, will Andere glücklich machen, um auf kurze Stunden zu vergeffen, daß mein ei gen Glück tief unten ruht im Schooße der mütterlichen Erde Ei, steh' da," höhnte Detleff, wie man plötzlich den Menschenfreund spielt, nach dem man kurz vorher Gott und der Welt frech in's Antlitz gelacht ! Ja, daö hast Du! Schweig mir mit Deinen komödi antischen Phrasen von der Engelreinheit derFischerdirne" Detleff, sei auf Deiner Hut ! Meine trauernde Liebe zu der Todten duldet kei nen Hohn, am wenigsten aus Deinem Munde!" Und sein Erbtheil begehrt der Vaga bund? Kommt geraden Wegö aus dem Irrenhaus und fordert sein Erbtheil zu rück? Bist Du von Sinnen, so bin ich's nicht ! Detleff von MeerfelS drückt einem Tollhausler keine Waffen in die Hand. Mach' Dich fort, Bursche, und ich will um unseres Namens Willen Dich nicht mitGe walt dahin zurückbringen lasten, wohin Du gehörst!" Waldemar's Gestalt hatte stch in ihrer ganzen, gigantischen Höhe aufgerichtet. In seinen Augen glühte ein unheimliches Feuer und mit heisererStimme,die sebnige Rechte krampfhaft um den Stock geklam mert, fragte er den Bruder : Jum letzken Male : willst Du mir ge ben, waö mir gebührt?" Was Dir gebührt? Ja, bei Gott, das will ich : die Hetzpeitsche dem frechen Bu ben, der mich räuberisch überfällt, um von dem Wehrlosen Geld zu erpreffen !" Detleff!" schrie Waldcmar,.und der Schrei entrang sich seiner Brust wie der Schrei eines wilden Thieres. Mit beiden Händen hob er den wuchtigen Stock und stürzte sich gegen den Freiherrn. Detleff schleuderte denLehnseffel zwischen sich und den Rasenden. Von der Wand riß er ein Pistol und feuerte es auf den wuthschäumenden Bruder ab. Waldemar schwankte der hoch geschwungene Stock entfiel leinen Händen und mit der Rechten griff er nach 'dem durchschienen linken Arm. Weit' auf flog die Thüre und her ein stürzten zwei todtbleiche Diener, hinter ihnen weinend, und schreiend Gerda und Jrmentraut. Greift mir den Mörder!" kreischte Detleff, und wies mit dem noch rauchenden Pistol auf Waldemar. Gleich einem Tiger fuhr derVerwundete empor. Weg von ' mir, wem sein Leben lieb ist !" Vom Boden raffte er hastig den Stock und schwang ihn mit dem unverletz ten Arme hoch über seincm Haupte. Der Waldemar hat verspielt, Bruder Detleff, sieh' zu, wie Du die nächste Parthie ge winnst!"' Stolz erhobenen Hauptes, indeß der zer schoffene Arm kraftlos und blutüberströmt hin und herschlenkerte, schritt er an den sprachlosen Dienern vorüber und ver schwand draußen, mit langen Sätzen im abendlichen Dunkel. Ihm nach !" befahl der Freiherr in ge waltiger Erregung. Tölpel, ' die Ihr seid, was hieltet Ihr ihn nicht zurück? Feige Memmen, wenn e3 gilt, bereit sein zu rascher That, Prahlhänse im Muths hause hinter dem Bierkrug ! Nun, was steht Ihr und glotzt mich an? Fort, ihm nach, oder ich mache Euch Beme." Mit großen Schritten durchmaß der Freiherr den Saal. Die beiden Binder drückten sich ängstlich in einen Winkel.
Detleff zog die Klingel. Gellend tönte' daö Zeichen durch das Schloß. Ein alter.
weißhaariger Mann, Thränen in den gerötheten.Augen, trat herein. In der aus Furcht und Altersschwäche zitterndenHand trug er einen Armleuchter mit brennenden Lichtern, den er 'nach einem Winke des Freiherrn auf dem Marmorkamine nieder setzte. Was ließest Du denWahnsinmgen herein ?" herrschte ihn derFreiherr an. Gilt Dir die Gnade Deines Gebieters so wenig, daß Du sie frevelhaft auf's Spiel setzest ?" Ist er nicht Euer Bruder, der Freiherr Waldemar?" fragte bebend der weiß köpfige Diener mit einem seltsamen Zucken um die Mundwinkel. Der Freiherr schwieg, aber er stampfte zornig mit dem Fuße. Lautlos wollte stch der Alte wieder entfernen. Halt! Gib Auftrag, daß man mir den Mentor sattle. Ich will fort nach dem Flecken. Auf den Buben muß eine Treib, jagd angestellt werden, sonst flammt mir der rothe Hahn auf dem Dache." .Freiherrliche Gnaden, eS ist spät, der Weg weit und unsichir, ich will einen Bo ten senden" ' .Damit mir die Nachtmütze die wenige Zeit vertrödelt ? Nichts da, thu' waS ich befohlen ! Ich selbst reite nach Seedorf. Der Bursche ist . leider weder hörig noch unfrei und steht daher nicht vor dem Ge richte des Grundherrn. Mach' fort der scharfe Ritt in der kühlen Abendluft wird mir wohl thun!" Wenige Minuten vergingen und der Freiherr sprengte auf seinem feurigenLieb lingsrosse gen Seedorf. ES war spät ge worden, als er nach langem Gespräche mit dem Justitiar den Heimweg, einschlug. Die Sterne waren längst heraufgezogen und goffen ihren hellen Glanz auf die weite, sandige Ebene. In der Ferne rauschte die wilde Brandung der See und vom Tannenwald her, dem der Freiherr jetzt entgegenritt, tönte ein langgezogener schauriger Eulenruf. Detleff beflügelte den Lauf seines edlen Rosses. Es ward ihm sonderbar unbeim lich um'S Herz und der sausende Ritt be nahm ihm fast den Athem. Sei keine Memme, Detleff !" rief er sich selber zu, und ließ das Roß wieder in seine frühere Gangart fallen. DerTann wald war erreicht. Gleichsam drohend streckten sich ihm die düsteren Zweige ent' gegen. Der Freiherr begann eine kecke Weise zu pfeifen. Man hört stch selber gern aus so einsam schaurigemWege. Aber dieMelodie kam nur bruchstückweise über die schmalen. gespitzten Lippen. An der Biegung des WegeS stutzte das Roß und wollte nicht weiter. In nächster Nähe scholl der häß liche, gellende Eulenruf. Er klang wie höhnendes menschlichesGelächter, und dem Freiherrn trat kalter Schweiß auf die Stirne. Vorwärts, Mentor!" rief er mit halbunterdrücktem Fluche, und Gerte und Sporn trieben das störrische Thier zu neuer Eile an. Doch nur wenige Schritte und wieder stand das Roß mit zittern den Flanken und weit geöffneten Nüstern, denn abermals klang der gräßliche Ruf wie Hohngelächter durch die stille Nacht. Der Freiherr hieb auf das Thier ein hoch auf bäumte eS stch mit kurzem, schmerzlichem Gewieher und wie angewurzelt stand es wieder in dem sandigen Boden. Da huschte es gespensterhaft über den Weg ein dunkler Schatten flog dem zitternden Roste entgegen, hellauf glänzte es imSter nenschimmer und von tödtlichem Stoße getroffen sank das Roß in die Kniee. Der Uebersall war so rasch, so unerwartet ge schehen, daß es demFreiherrn kaum gelang aus dem Sattel zu springen. Stirb, Elender!" schrie er in wahnwitziger Wuth und das Feuer seines PistolS erhellte blitze artig den Kampsplatz. Praffelnd schlug die Kugel in eine der Tannen, und Haha, Brüderchen, der Elende lebt noch !" gellte es demFreiherrn entgegen. Detleff wandte stch mit raschem Entschluffe. Er kannte die riesiae Krast Waldemar's ; er wußte. daß dieser mit einem einzigen Schlage seines gesunden Armeö einen Stärkeren als ihn niederzuschmettern vermöge. Er floh den Weg zurück, den er gekommen. und eine entsetzliche Jagd begann. Hoiho," kreischte es hinter ihm her, hoiho, der Eber ist dem Luchs auf dem Nacken!" Kürzer, immer kürzer ward der Zwischenraum, der die Beiden 'trennteschon hörte der Freiherr deutlich das Ken chen des Verfolgers, schon fühlte er, wie es ihm arm aus Mund und Nase xxv fette. Blas't dasHallali!" jauchzteWab demar in gräßlicher Freude-ein wuchtiger Schlag sauste hernieder und mit zerschmet tertem Schädel stürzte . der Freiherr vorn über. Eine gebückteGestalt schleppt eine dunkle, lebloleMasse durch den Wald. TleseFur. chen ziehen stch hinter ihr her und ein schwärzlicher, feuchter Streifen sticht seit sam ab von dem weißen trockenen Sande Durch die dichten Nadeln der Bäume blickt verstohlen der Mond, doch die Sterne ver. hüllen ihr Antlitz, als der Brudermörder das Ende des Waldes erreicht und spähend hinaushorcht in die stille, verschwiegene Nacht. Kein Ton, kein Laut nur das Meer rauscht und -brandet, und der Wmd klagt leise, leise über die Dünen. Dort erhebt sich ein steil gegen die See hin ab fallender Hügel. Keuchend erklimmt ihn
der Mörder, sein blutendeö Opfer mit ge
waltiger Kraft nach sich schleppend. Jetzt hat er denGipfel erreicht jetzt ruht er von der schrecklichen That dann faßt er die' Leiche und kehrte ihr entstelltes Haupt dem LiSte des Mondes zu. . Einen kurzen Au genbllck zuckt es wie ein tiefes, unsagbares Weh über seinAntlitz. Bruder !" flüstert er leise und streicht dem Todten das blut getränkte Haar aus der Stirne dann knirschte er wleder in hellaufloderndem Zorn, mtt jäher Hast reißt er die Leiche empor. Anne Marie !" schreit er hin aus in das Rauschen der See vom Hügel fliegt'S hinab, schwer hinab, und der weiße Glscht spritzt zischend diS zu des Mörders Füßen empor. Tag. heller, sonniger Tag. Im Schloßhofe wogt eine fragende, klagende Menge. Vom Tannwald der tönt lautcS Rufen und Schreien. Sucht Ihr den Freiherrn und seinen Bruder ?-Die Leiche deö Freiherrn treibt m der Fluth und dort auf dem Hügel liegt starr und kalt der Jüngste und Letzte deS ernst so stolzen Geschlechts. - Der Gesetzeskundige. Dr. Blake zählte zu den jüngsten Advo katen der Stadt. Deffenungeachtet war er bereits ein Gegenstand des Brodneides bei vielen seiner älteren Collegen, die wegen Mangel an Praxis auf allerlei industrielle Kunststückchen verfallen mußten. Jung, von gefälligem Aeußern, feinen Manieren, aus angesehener, reicher Kaufmannsfamilie, talentvoll, ein gewandter Redner nnd dabei wohlbewandert in allen Quer gängen und Schlupfwinkeln deS Rechts und Unrechts, konnte es nicht fehlen, daß er bald eine ansehnliche Schaar von Clien ten zu vertreten hatte. Sorglos blickte er in eine heitere Zukunft, mit der süßen Hoff nung, binnen wenigen Jahren zu den ersten Anwälten der Stadt zu gehören. Eines schönen Vormittag das Datum kann sich der freundliche Leser selbst denken war e8 in Dr. Blake's Vorzimmer und Bureau ungewöhnlich still. Er dnrchstö berte emsig hohe Aktenstöße, die vor ihm aufgeschichtet lagen, bis endlich ein leichtes, schüchternes Klopfen seine Aufmerksamkeit ablenkte und ihn zu einem lauten Herein !" veranlaßte. Eine Frauengestalt schwebte mit graziöser Verbeugung in das Zimmer, Ueberrascht sprang der junge Mann auf
und stieß die Akten über den Tisch hinab Eifer verschmähte sie den angebotenen Sitzdaß sie nach allen Seiten auseinanderflo und erzählte sogleich : Dank, besten Dank,
gen. Wer will es ihm verargen ? Em so hübsches, geistreiches Gesichtchen, so schwär ze, schelmische Augen, eme so geschmack volle, elegante Toilette hatte er lange nicht
gesehen. Endlich faßte er stch soweit, der zusammen, was vier Zeugen eidlich bestäDame einen Sitz zu offeriren und sich an tigen können. Er sprach mit mir wie in
gelegentlich nach ihren Wünschen zu er kundigen, während diese über den Eindruck, welchen sie hervorgebracht, sichtlich erfreut war. Ich möchte Sie in einer höchst eigen thümlichen Angelegenheit um JhrenMth und Beistand bitten," erklärte fast verlegen die Fremde. Von dem Gelingen oder Mißlingen hängt mein ganzes LebenSglück ab, und doch ist die Sache so delikater Na tur, daß es mich unendliche Selbstüberwin dung kostet, Sie in dieselbe einzuweihen Haben Sie Vertrauen, geehrtes Fräu lein," ermuthigte, nicht-wenig neugierig, der Anwalt, und bauen ne Mt auf meme Diskretion. Wir Advokaten sind halbe Beichtväter, je freimüthiger Sie sprechen, desto erfolgreicher werden sich meine Be muhungen m ihrem Jntereffe gestalten." .Nun gut, versetzte nach kurzer Pause erröthend die Dame, .so sei es ! Ich bin in einen jungen Mann verliebt. Er besitzt alle Eigenschaften mich qluckllch zu machen, Das .einzige Hinderniß unserer Verbin dung besteht darin, daß er reich ist und ich arm, denn sein Vater hatte Glück im Ge schafi, der memlge Unglück. Ware ich eme eben so reiche Erbin, würde seine Hand längst in der meinigen, ruhen und seine Familie mit Freuden, ,Ja' sagen." .Es ist wirklich unbegreiflich," entgegnete artig der Anwalt, wie ein gebildeter Mann so materielllund gegen so viel Anmuth und Schönheit blind sein kann. Unsere Lands leute sinnen und trachten,, reden und schwätzen, rennen und arbeiten, ja lieben nur das Geld. Wie können wir da helfen ? Was gedenken Sie zu beginnen? Ich wollte Sie um Ihren bewährten Rath bitten, mir Mittel und Wege anzu geben, wie ich e3 beginnen muß, um ken jungen Mann zu zwingen, daß er mich heirathet D Herr Doktor nicht wenig b.lcb. durch dieses naive GestSndniß. erklärte nach kurzem Bedenken: Ich werde mich
ttwvu hiqviii -vsvvv.i.vi. m a 1 v4J V V l V V UllUJ rvw . . i r a gemein glücklich schätzen Sie in einem $ "i"so lobenswerthen Unternehmen zu unter. achthatte- fKÄ stüben. Jedenfalls muh der jung. Mann ? dem öffentlichen Spott Pre.Sgeben ? ein ganz undankbare Jndwiduum in. ?"t " 4 , 6 h b : g -wenn er sich je überdie Listbeklag.n sollte ""d unk'''' Ehestandswelche ich Ihnen empsehlen werde. Ich '?nd'da,en I vermuth, mein Fräulein, daß es Ihnen ?! rfä? SfX. L'W's 1s .diesen Jungten Ä ÄS M l an.rn , st,d,.n fll.uhvul ob W JHrer ?lch z ihm seine Liede aus eine so ? S2ft suchen Sie also A u kennen gegeben hat... me halbe oder V.er.elstund. m.tihm be f Berichterstatter meldet, daß der sammen zu ble.ben. Plaudern Sie zur grö. ? Bü(al niemaI8 diesen .schönst. 6enSdjf,e, unserer Sache .m Ernst ch.Ssall seines Lebens" ,u bereuen hatte. oder Scher, mit , hm vom Heirathen. ent . locken Sie ihm, wenn möglich, eine anjüg Das 9. Gesangssest des Nordsest lich. Aeuszerung, .twa : Wie glZcklich mllr lichen Sängerbund.S' findet am Lg., 27., den wir sein!" oder wir gäben ein Pär 23., 29. und 30. Juni 1879 in Milwaukee chen!" oder .twaZ A.hnlich.S. Sorgen statt.
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'liiiU Sie zugleich dafür daß zwei Zeugen, zwei Freundinnen,' von dem ganzen Hergang Kenntniß nehmen, um denselben .vor Ge richt eidlich-konstatiren zu können.-Ge lingt Ihnen das, so stehe ich dafür, daß wir ihn zwingen werden, sich unter Hymens Joch zu beugen,. denn so einfältig wird. er. nicht sein, öffentliche Schande einem so J4i süßen Loose vorzuziehen!" .- Neugierig, wie alle Anwälte, gab sich der junge Dsktor der Rechte alle 'Mühe, den Namen des glücklichen Sterblichen zu er fahren. Die Fremde aber blieb verschlos sen und verabschiedete sich nach umfaffen der Instruktion mit dem Versprechen, in einigen Tagen wieder zu kommen, um ihren Beschützer.von dem Fortschreiten deS Planes in Kenntniß zu setzen und sich wei teren Rath zu erholen. Nach Verlauf von acht Tagen sah der Advokat seine hübsche Clientin wieder em treten und ließ ihr kaum Zeit sich zu setzen. Nun, meine Verehrtest?," rief er, sind wir rechi listig gewesen? Haben Sie be reits glücklich begonnen, dem Arglosen Schlingen unter die Füße zu legen V Jawohl, Herr Doktor; ich glaube, daß die Schlinge gut gelegt ist und, Ihnen sei. Dank, es wiro mir sicher gelingen !". .Haben Sie die zwei Zeugen?" .Was diesen Punkt anbetrifft, so habe ich zur größeren Sicherheit deren vier." ' .Bravo, bravo ! das ist recht !" jubelte der Advokat, entzückt über diese Aussicht, und rieb sich vor Vergnügen die Hände. ' Nun entspann sich eine lebhaste Unter Haltung. Die Dame war an diesem Abend weit weniger verlegen und der Doktor auch, Der Gegenstand wuroe mit großer Heiter keit noch einmal erörtert und die früheren Vorschriften noch einmal wiederholt. Ach, wie manches Stichwort, wie manchen bit teren Spott mußte das arme, unschuldige Ehestandsopser ertragen, das nichts ahnte ! Endlich wurden die Clienten im Vorzim mer ungeduldig und redeten mit Füßen und Stöcker. eine sehr eindringliche Spra cke. Bringen, Sie das nächste Mal Ihre Zeugen mit," bemerkte der Mann deS Ge setzes noch beim Abschiede, damit ich sie instruiren kann, wie sie vor dem Richter auszusagen haben." Kaum waren drei Tage verflossen, so erschien die Dame freudestrahlend wieder heute noch ungleich schöner und liebenS. würdiger, elS früher.' In ihrem freudigen Herr Doktor! Der Strauß ist vollkom kommen gelungen. Ich hatte zwei Unter. redungen mit ihm unter vier Augen und war jedesmal eine halbe Stunde mit ihm bestimmten Ausdrücken vom Heirathen und ich -wußte es so einzurichten, daß meine Zeugen auch die Schlagwörter hörten und' eidlicb beilätiaen können " Sie haben die Zügen mitgebracht, um sie informiren zu können ?" fragte der An walt hocherfreut über das Gelingen seines hübschen ProzeffeS. Sie sind zur Stelle. Wir haben. ver abredet, uns hier zu treffen." Können Sie auch fest auf deren Aus-' sagen bauen? Haben sie AlleS gehörig beobachtet?" Ueber diesen Punkt bin ich beruhigt. Dle vier Zeugen befanden sich vor dem Kabinete, worin wir zusammentrafen.' Köstlich, herrlich ! Sie sind wirklich ein reizendes Wesen und der junge Mann darf sich Glück wünschen zu dem Loose, welches wir ohne sein Misten ihm bereiten. Daö ist ja der schönste Rechtfall meines Lebens, Nun dürfen Sie sich auch nicht länger weigern, mir den Namen des beneidenS werthen Opfers zu nennen. Ich kann doch wirklich nicht plädiren, ohne die Gegen Partei zu kennen ! An ein Entwischen ist ja nicht mehr zu denken !' -Sind Sie deffen auch ganz sicher?' Vollkommen. Sie wisten ja selbst, wiesehr unsere Gesetze die Damen beschützen und die Ehe begünstigen. ES giebt keinen Ausweg, als Heirath, oder ein Prozeß mit dem schlechtesten Ausgange. Wie heißt er ? Kenne ich ihn vielleicht ?' .Ja, mein Herr." Nun, wertstes?" .Sie selbst!" antwortete das Mädchen und hohe Nöthe überzog ihre Wangen. .Die Zeugen stnd vier falsche Clienten, welche vor der Thüre sitzen." Sprachlos und wie vom Blitze getroffen ich der Mann des Gesetzes bei den Wor Ir" iniue cyrule zurua. veine eoan '5? , " , V Z. 'Ueberlegung zurück und er sah ein, daß der
