Indiana Tribüne, Volume 1, Number 11, Indianapolis, Marion County, 26 October 1878 — Page 4

Indiana Tribüne.

(Wochenblatt.) Lffice: Ecke Circle u. Meridianstr, (Jm dritten Sock ) Abonnements-Preise. -Inder Stadt durch Träger in Haus geliefert Per Monat - .20 Centö. Per Jahl im Voraus 12.00 Per Nummer K KentS. Lon'S B. Hld, Herausgeber. Indianapolis, Ind., den 26. Oktbr. 1878. Die November-Wahlen. Am Dienstag über acht Tagen, dem 5. November, wird die große Wahlschlacht geschlagen, von deren Ausfall die Zusammer.setzung des nächsten Congresses und gewissermaßen das Schicksal der nächsten Präsidentenwahl abhängen wird. Alabama wählt an diesem Tage acht Congreßmitglieder. Die damaligen sind Demokraten. Connecticut wählt Staatsbeamte, die Hälfte des Staatssenats und des Hauses, denen zusammen die Wahl eines Bundessenatoren obliegt. Außerdem werden vier Congreßmitglieder gewählt. Von den gegenwärtigen sind drei Demokraten, ein Republikaner. Delaware wählt den Gouverneur, die Legislatur und ein Congreß'Mitzlied, an Stelle des gegenwärtigen, der T emo krät ist. Florida wählt einen Theil seines Senates und sein ganzes Haus, sowie zwei Congreß'Mitglieder. Die damaligen sind einer Republikaner und einer Demokrat. . Georg ia wählt neun CongreßMit , glieder. Die jetzigen sind Demokraten. Illinois wählt einen Theil seiner Stäats'Beamten, die Hälste des Senats und sämmtliche HauSmitglieder; außer dem 19 Congreß-Mtglieder. Von den dermaligen sind acht Demokraten und elf Republikaner. Kansas wählt zehn Congreß-Mit Glieder; seine dermalige Vertretung ist vollständig demokratisch. Kentucky wählt zehn CongreßMit glieder an Äelle der zehn abgehenden De mokraten. Louisiana wählt einen Theil der Staatsbeamten, die Hälste der Senatoren und das ganze Haus; ferner sieben Con g'reß'Mitglieder. ES ist dermalen in Was ington von fünf Demokraten und zwei 'Republikanern vertreten. Mary land wählt an Stelle seiner jetzigen sechs demokratischen Congreß'Ver:re:er neue. M a s s a ch u s e t s wählt seine Staats oeamte, die Legislatur und elf Congreß Mitglieder. Von den jetzigen sind zehn 'Republikaner, einer Demokrat? Minnesota wählt einige Staats beamte für untergeordnete Stellungen, eine Legislatur und drei Congreß-Mitglie der. Vie oermailgen und nepudluaner. Mississippi wählt sechs Congreß. Mitglieder an Stelle der gegenwärtig de 'mokratischen. - Missouri wählt einen Oberrichter, 'die Legislatur und dreizehn Congreß'Mit 'glieder. Es ist dermalen sm Congreß durch Tuirn Demokraten und vier.Republikaner vertreten. Rebraska wählt Beamte, eine LegiS latur und zwei Congreßmitglieder. Die Vertretung war bisher republikanisch. Revada wählt Staatsbeamte, seine Legislatur und ein Congreß Mitglied an Stelle des dermaligen Republikaners. Rew Hampshire wählt den Gou verneur, rne Legislatur uno orei ongrek Mitglieder. Die dermaligen sind zwei Republikaner und ein Demokrat. New Jersey wählt acht Staats Senatoren, sein ganzes Haus und sieben Congreß'Mitglieder an Stelle der derma 'ligen vier Demokraten und drei Republi 'kaner. NewPork wählt die volle Legislatur und 34 Congreß-MltgUeder. Die der maligen sind genau zur Hälste Republik ner und zur Hälste Demokraten. Nord Carolina wählt acht Con greß.Mitglieder. Es ist jetzt durch sieben Demokraten und einen Republikaner ver treten. Pennsylvanien wählt Staats beamte, einen Theil des Senats und das das ganze Haus; außerdem 27 Congzeß Mitaieder an'Stelle der dermaligen zehn Demokraten und siebenzehn Republikaner. R h o d e I s l a n d wählt zwei Congreßmitglieder; die. abgehenden waren Republikaner. Süd Carolina wählt Staats beamte, die Legislatur und fünf Congreß. Mitglieder. Die gegewärtigen Vertreter sind drei Republikaner und zwei Demo kraten. T e n n e s s e e wählt seinen Gouver neur, die Legislatur und zehn CongreßMitglieder ; die vermaligen sind acht De mokraten und zwei Republikaner. Texas wählt Staatsbeamte, die Hälste seines Senats, das ganze Haus und sechs Congreß Mitglieder. Die dermaligen sind sämmtlich Demokraten. V i r g i n i e n wählt neun Congreß Mitglieder an Stelle der abgehenden acht Demokraten und emem Republikaner. Wisconsin wählt seine Legislatur

und acht Congreß'Mitglieder. Von den

dermaliaen find fünf Rcvublikaner und drei Demokraten. Siernacd werden an jenem Tage 225 Conarek Mitalieder aewäblt: von der gleichen Zahl Landesvertreter, deren Amts zeit abläuft, waren 126 Demokraten und 99 Republikaner. Den neu zu wählenden Legislaturen von Connecticut, Florida, Illinois, Kansas, Louisiana, Missouri, New Park, Pennsyl vanien, Süd. Carolina u. Wisconsin liegt die Wahl je eines Bundes .'Senators ob. M , M Cin englischer Staatsmann über die Zukunft der Ver. Staaten. Der geistreiche Wiener Correspondent der Westlichen Post", Heinrich Börnstein, schreibt an genanntes Blatt: Gladstone hat jüngst einen sehr bedeutenden Artikel veröffentlicht: Unsere Verwandten jen seits des Meeres" worin er eine böse Prophezeiung ausstellt. Er bespricht darin die Stellung und den Charakter der Ver. Staaten von Amerika, das Volk und die Verfassung unserer Republik und er kömmt zu dem Schlüsse, daß Amerika höchst wahr scheinlich eines Tages England seiner Oberherrschaft im Handel und avs den Meeren berauben und an dessen Stelle treten werde. Murren darüber thue er, Gladstone, nicht; gelange die Union da hin, so thue sie das nur durch das Recht des Stärkeren, aber in diesem Falle sei die Stärke gleichbedeutend mit dem-Besten. Die Union werde wahrscheinlich das wer den, was Großbritannien jetzt sei, die erste Dienerin in dem großen Welthaushalt, die Beschäftigen aller Beschäftigten. Ein Vorrecht besitze England so wenig wie Ve nedig, Genua oder Holland im Wettstreite mit England gehabt haben. Uns liegt eine große Pflicht ob, die wir unglücklicher weise vernachlässigen, die Pflicht nämlich, uns durch eine entschlossene und starke An strengung darauf vorzubereiten, unsere öffentlichen Lasten zu erleichtern in Hin blick aus jenen Tag, wenn ton wahrschein lich weniger Fähigkeit haben werden, als wlr tekt haben, jene Lasten zu tragen. Gladstone vergleicht dann die amenkam schen und die britischen Einrichtungen. Englai d und Amerika seien wahrscheinlich die zwei stärksten Nationen der Welt; ein Zweifel könne aber kaum darüber sein, daß Amerika in nicht sehr ferner Zeit die star kere sein werde, so daß von ihr mit kleiner Veränderung ein Horazischer Ausspruch sich brauchen läßt : "0 m&ter sorii filia sortior !" Wenn Gladstone's Prophezeiung mehr als eine gewöhnliche Behauptung ist, wenn das Seherauge des Staatsmannes und Philosophen aus der gegenwärtigen Lage der Dinge die kommenden Ereignisse rich tig voraussieht, dann stünde es allerdings schlimm um England, denn mit dem Ver luste seiner Handelsoberherrschaft würde es auch bald seinen politischen Einfluß verlie ren und ausbören eine Weltmacht zu sein. Erst, als Venedig, Genua, Holland ihre große Macht im Welthandel verloren, ihre Colonien nach und nach aufgeben mußten, sank auch ihr politischer Einfluß und sie wurden, was sie jetzt sind. Der Aussatz Gladstones ist in jeder Hinsicht höchst inter. effant und wenn wir auch die Rathschläge, die er den Amerikanern ertheilt, nicht zu befolgen brauchen, weil wir uns immer er innern, daß Gladstone zur Zeit unseres Secessions Krieges auf Seite Jefferson Davis und der SclavenhalterOligarchie des Südens stand, so sind seine Aeußerun gen als die eines bedeutenden britischen Staatsmannes doch immer beachtenswerth. Die Pointe der Reformen, die er für die Ver. Staaten.Republik vorschlägt, gipfelt in dem verhüllten Rathe die Executiv Gewalt der Republik umzuwandeln und die Daily News", sein Organ, commen tirt diesen Vorschlag dahin, daß Gladstone solche Rathschläge ertheile in Folge des Schmerzenden er beim Anblick der Kämpfe empfunden, in welche die Ver. Staaten in den alle vier Jahre wiederkehrenden Präsidentschästs'Wahlen gestürzt werden und das Blatt fügt hinzu : Er (Gladstone) ist zwar weit entfernt den.Amerikanern zur Einsetzung eincs erblichen Präsidenten (!) anstatt eines gewählten zu rathen; allein kein Zweisel kann darüber obwalten, daß die regelmäßig eintretenden Auslegungen weniger gewaltthätig und gefährlich für den Landessrieden wären, wenn der Prä sident ob er nun durch Erbrecht oder kraft einer Wahl herrscht - mittelst eines dem Congreffe verantwortlichen Minister raths regierte, so daß wichtige Entscheid, gen nicht von einer alle vier Jahre vorzu nehmenden Abstimmung der Nation ab bängig gemacht würden." ES ist nun wohl wenig Wahrscheinlichkeit vorhanden, daß daS amerikanische Volk sich durch britische Rathschläge auf die monarchische Bahn werde leiten laffen und es ist vielmehr an zunehmen, daß, wenn Aenderungen in im seren Präsidentschasts und KabinetsEin richtungen einmal nöthig geworden sind, wir diese nach amerikanischen Anschauun gen und nicht nach europäischen vorneh men werden. Aber bei allem dem sind Gladstone'S Aeußerungen über die Eng land bedrohenden Gefahren von großem Jntereffe für unser Volk. Wenn, wie es in England geschieht und ost schon gesche hen ist, daß trotz aller freisinnigen Jnflitu tionen es gar nicht schwerst, daß nach einem anderrr Ausspruche Gladstone ein englischer PremierMinister sich ganz leicht

in einen allmächtigen Groß-Vezier umgr stalten kann, dessen, eigenmächtiges Ver

fahren das Land an den Rand des Ab' grundes bringen dürfte, dann haben wir aber keine große Ursache, unsere Einrichtungen der Executive nach englischem Mu' ster umzugestalten Die europäischen Zustan e und die deutsche Einwanderung. Der volitische Horizont in Europa, welcher kaum durch die Berliner Conferenz aufgeheitert schien, umzieht sich wieder mit Gewölk und hat es ganz den Anschein, als könne sich die Atmosphäre drüben ohne ein tüchtiges, die Lust reinigendes Gewitter nicht ausklären. Im Südosten gestalten sich die Dinge wieder so drohend, wie sie vordem Ausbruch des russisch-türkischen Krieges waren. Die Russen rücken in Bulgarien wieder südwärts und nehmen die Stellungen röieder ein, welche sie kaum verlassen, trotz Berliner Vertrag, trotzdem die englische Flotte sich zurückgezogen hat, trotzdem ihnen Bessarabien überantwortet und die Türken die Festungen Silistria, Varna, Rustschuck und Schumla geräumt haben und Batum ihnen übergeben worden ist. Den Vorwand zu diesem durch Nichts gerechtfertigten Vorgehen muß die Rege lung der Kriegsentschädigung und die de stnitive Abschätzung eines Schlußlraktats liefern, doch ist derselbe zu durchsichtig um über die wahren Absichten Rußlands zu täuschen. Der Zusammenstoß zwischen Rußland und England, wacher unvermeidlich schien, wurde durch die Bemühungen Bismarcks und das Zustandekommen der Berliner Conferenz vorerst zwar verhindert, derselbe scheint aber in Folge der Vorgänge in Af ghani''tan nicht mehr vermieden werden zu können und wenn auch das Kriegstheater vorläufig auf asiatischem Boden aufge schlagen werden wird, so ist es doch unver weidlich, daß schließlich Europa und die europäischen Gewässer den Schauplatz der Kämpfe abgeben müssen. Oesterreichs Vorgehen in Bosnien hat zur Folge ge habt, daß der kaum oberflächlich verkittete Riß zwischen den beiden Reichshälften wie der weiter klafft, als je zuvor. DaS Da naer Geschenk, welches die Conferenz Oesterreich in der Gestalt einer Provinz Bosnien in den Schooß warf, kann zur Folge haben, daß das ohnehin der Auflö sung nahe Kaiserreich an der Donau, sei nem unvermeidlichen Schicksal früher anheimfällt, als man erwarten durfte und die sich diametral entgegenstehenden Na tionalitäten Oesterreichs dem Kaiserstaate 'in seiner jetzigen Gestalt ein jähes Ende machen. Die Sozialistenjagd in Deutschland, die Beschränkung der Rede und Prcßfreiheit und des Versammlungsrechts, das De nunziantenwesen, das Liebäugeln mit dem Vatikan und die mehr als wahrscheinliche Nachgiebigkeit Rom gegenüber, der Steuerdruck, die Verdienstlostgkeit und last, but not least, die Blutsteuer, welche Deutschland in Form der Militärpflicht zu entrichten gezwungen ist; dazu obendrein noch die Aussicht auf eine trübe politische Zukunst, machenden Aufenthalt im alten Vgterlande zu keinem beneidenswerthen. Wie. in Folge des glücklichen Ausgangs des französischen Krieges und des danach stattgehabten Aufschwungs aller Geschäfte sich die Auswanderung verminderte, so ge hört wenig Prophetengabe dazu vorherzu sagen, daß sie sich ln den nächsten Zeiten bedeutend vermehren wird. So traurig dieses! für unsere Landsleute im alten Vaterlande auch ist, so sehr haben wir alle Ursache uns besten zu freuen. Ein Stillstand in der Einwanderung deutschen Ele mentes bedeutet für die Deutschen in den Ver. Staaten ein Rückschritt; würde die deutsche Einwanderung durch irgend wel che Veranlassung eine Reihe von Jahren aushören, so liefe unser amerikanisches Deutschthum in Gefahr, auf den AuS sterbeEtat gesetzt zu werden. Verhehlen wir uns nicht, daß trotz deutscher Schulen, deutschem Sprachunterricht, deutschem Vereinswesen etc. unsere Nachkommenschaft eine amerikanische sein wird. ES ist trau rig, aber wahr. In einzelnen Familien mögen Ausnahmen stattfinden, im großen Ganzen aber amerikanisiren sich die hier geborenen Kinder deutscher Eltern so rasch und unaufhaltsam, daß wenn nicht in der zweiten Generation, so doch ganz bestimmt in der dritten der Wechsel ein vollständiger geworden sein wird und die Früchte all' der Kämpfe und Bemühungen, welche die. Eltern nicht scheuten, um ihre Nationali tät zu bewahren und zu Ehren zu bringen, verloren sein werden. Hiervon vermag unS nur ein stetiger Zufluß von deutscher Einwanderung zu retten, hört dieser auf, so lst dle Folge leicht vorherzusehen. Was dem alten Lande zumNachtheile gereicht, wird hoffent lich dem amerikanischen Deutschthum zum Vortheil ausschlagen. Wir erwarten, wenn nicht im Laufe der nächsten Monate eine wunderbare Wandlung in Europa vor sich geht, im nächsten Jahre einen be deutend verstärkten Strom der Einwände rung. Wir erwarten serner, daß die Deutschen, welche ihrem Vaterlande den Rücken kehren, weil sie die dort sich wieder breitmachende Reaktion' anekelt, jenen Klaffen der Gesellschaft zur 'Mehrzahl an gehören, wie sie nach 1843 den Ocean kreuzten um hier diejenige Freiheit deö Wortes und .des Gedankens zu finden.

welche man ihnen drüben geraubt hatte.

Wir erwarten ferner in diesen' neuen' An kömmlingen die uns so nöthige . Verstärkung, um den Kc:mps mit Nativismus und Intoleranz aufnehmen und erfolgreich sortführen zu können, eine Verstärkung, welche uns leider ln unserm hiesigen Nach' wuchs nicht in Aussicht steht. Von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet, haben wir mchts gegen eine gründliche und hoffentlich dauerhafte Ausfcgung des politischen Au giasstalles in Eurova'einzuwenden,' wenn nur danach die Zustande so werden, daß friedliebende, arbeitsame und intelligente Burger nicht ihrer Heimath überdrüssig werden müssen. i m i (SbiiatxAlc Hsloiizexx, Die New Pork Staatszeitung- be spricht die Aussichten von D a n V o o r hee s, wieder in den Senat gewählt zu werden und läßt sich aus unserem Staate schreiben, daß dem Mann vom Wabash in der Person des Bankiers English ein formidabler Gegner erstanden sei. Sie schließt ihren Artikel mit den Worten : ES wäre das glänzendste Zeugniß für das Eintreten einer Reaktion gegen den Fi nanzschwindel, wenn dessen prominentester Vertrete? um die Früchte des Kampfes in Indiana gebracbt würde. Sam I. Tilden weiß nichts vi den,, an den Tag gekommenen chiffrirten Depeschen nach Florida und Süd-Caro lina; er weiß nichts von den offerirten Bestechungssummen, noch von den gepflo genen Unterhandlungen. Jetzt kommt auch Havemeyer, an deffen Adresse dle Depeschen aus dem Süden gerichtet wa ren, und weiß auch nichts, rein gar nichts von der ganzen Geschichte. ES-fehlt jetzt nur noch P e l t o n , Tildcns Neffe, der die Depesche nach dem Süden absandte, um zu erklären, daß er auch nichts von der ganzen Geschichte wiffe, und die Know Xotlnns-Dreifaltigkeit ist seitig. Die Seuche rm Suden ist am Erlö schen, die eingetretene kältere Witterung ht ihr ein Ende gemacht. In New Or leans ist die Zahl der Sterbefälle bedeu tend gefallen und in dem so schwer heim gesuchten Memphis sind sogar 24 Stun denverlaufen, ohne daß ein einziger To desfall angemeldet wurde. Die Unter stützungS. Comites wickeln ihre Geschälte ab und sind damit beschäftigt, dle von auswärts gekommenen Krankenpfleger wieder in ihre Heimath zu befördern. Zu guter Letzt kommt noch ein Scherf lein zur Linderung der Noth in den, von dem gelben Fieber dezimirten Distrikten von Deutschland an. Die N. O. Dtsche. Ztg. schreibt hierüber: Kaiser Wilhelm telegraphirte an den deutschen Gesandten in Washington eine Anweisung für 3000 Reichsmark zum Besten der Fieberleiden den im Süden. Diese Summe, etwa $750, ist unseres Wissens der erste Bei trag auS Deutschland; sie ist zwar an sich nicht bedeutend, aber den $100 des Präsi denten Hayes gegenüber fällt sie doch schwer ins Gewicht. Im Uebrigen ist Deutschland im Punkte der Wohlthätig keit gegen Frankreich noch weit zurück; während letzteres bereits gegen $20,000 beigesteuert, würde Deutschland, wenn nicht der Kaiser selbst in die Schatulle ge griffen hätte, noch immer mit einer gro ßen 0 aus der Liste verzeichnet sein. dier erscheinende "Beacon of progress", das Organ der Frauenrecht lerinnen, veröffentlicht eine Correspondenz aus Franksurt am Main, in welcher eine Amerikanerin ihre Studien über daS deut sche Familienleben und speziell über die Stellung des Weibes in Deutschland aus kramt. Die Oberflächlichkeit, welche-wir an untern Mitbürgern englischer Zunge in allen Dingen gewöhnt sind, die nicht in den Grenzen der Ver. Staaten oor: gehen, macht sich auch hier wieder breit. Der Correspondent tischt seinen Lesern folgenden Unsinn aus: ' Die deutsche Mutter überläßt die Pflege ihrer Kinder fast ganz den Dienstboten, die Kindermädchen bringen den ganzen Tag auf der Promenade zu, bekümmern sich dort mehr um die Soldaten als um ihre Pflegebefohlenen, woher es kommt, daß so viele Kinder krumme Beine haben. DaS kleine Mädchen kommt erst in eine Kleinkinderschule, dann in ein Pensionat, wo es Französisch, Eng lisch. Zeichnen, Malen, Musik, aber nichts Nützliches, WiffenschaftlicheS lernt. Mit fünfzehn bis achtzehn Jahren wird eS confirmirt und bekommt - dann meistens eine Uhr geschenkt. Wegen dieser Uhr hat eS ein großes Verlangen nach der Consir mation. Meistens besucht später die deut sche Jungsrau die.Kirche nicht mehr, oder nur bei ganz besonderen Anläffen. ' Be wirbt sich ein junger Mann um ein deut scheö Mädchen, so nähert er sich erst durch eine Mittelsperson den Eltern und erklärt sich erst nach erhaltener Einwilligung dem Gegenstand seiner Aufmerksamkeit. Nach der Hochzeit leben beide Gatten sthr unabhängig von einander. Die Frau halt jede Woche einen ' "coffee clatck", während deffen der Eheherr nicht wagen darf, auch nur den Kopf in die Thüre zu stecken. D-r Mann bringt unterdeffen seine Zeit mit Billiardspielen und Bier trinken zu, womit er verheirathet zu ' sein " . . J r scheint. . , . - - i Wo in aller Welt .mag.',die' geistreiche. Beobachterin ihre Studien flemacht haben ?

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Der Wüstling I. H. Acklen wird nun wohl oder Übel, als Congreß' Can didat zurücktreten müssen; das Parish Erecutiv' Comite von St. Mary hat in seiner Sitzung vom letzten Freitag den Bericht des von Acklen selbst ernannlen demokratischen Untersuchungs - Comites vollständig gutgeheißen und, da es sür den Augenblick unmöglich ist, eine congressio neue Convention im Drmen Dlflrm ab zuhalten, das demokratische Staats Cen tral Comite aufgesordert, einen Kandidaten an Stelle des I. H. Acklen aufzustel. len. Die jüngste -Tochter des Pariser R o th s ch ild hat sich mit dem Herzog von Guise, einem Sohn des Herzogs von Aumale und Enkel Louis Philipps, ver lobt. ES ist dieses die erste Heirath, wel. che die Familie Rothschild mit einem Hause von königlichem Geblüt verbindet. .Bor Jahren heiratheten die Rothschilde nur unter sich, um das BetriebSkapi:al des Ge schästes zusammenzuhalten. Die Theorie von den nachtheiligen Folgen der ehelichen Verbindung nnter nahen Verwandten, vulgärer: der Inzucht, ist durch diese Ehen zwischen Neffen und Nichten, wie sie seit fünfzig Jahren in der Rothschildschen Familie stattfanden, bedenklich erschüttert, denn nicht nur ist die jetzige Generation der Rothschild kerngesund, sondern es zeichnet sich dieselbe, namentlich was den weiblichen Theil betrifft, durch hoheSchön heit und Wohlgestalt auö. . Da die Nachkommenschaft der sehr kin derreichen Rothschilde mehr mit Töchtern als mit Söhnen gesegnet ist. und auch eine Rothschild keine alte Jungfer werden w'll, blieb'kein'anderer Ausweg, als außerhalb der Familie Freier zu suchen. Hierdurch drangen die schönen. Millionen mitbrin genden Töchter Rebeccas in den höchsten Adel Alt-Englands und fanden jetzt sogar den Weg in königliche Familien. Das Betriebskapital des Hauses Rothschild wird durch derartige Heirathen nicht berührt; kein .Rothschild kann etwas da von aus dem Geschästiehen es ist viel mehr jedes Mitglied der Familie auf sein Privatvermögen und den allerdings unge heuern Antheil am Geschäftsgewinn angewiesen Ueber den Ausfall der Wahlen in unserm Staate commentirt die auswärtige republikanische Preffe in verschiedenster Weise. Nachstehenden Artikel auS der Buffalo Freien Preffe" reproduziren wir. als einen Repräsentanten der Mehrzahl der' deutschen Blätter, und behalten wir unS vor, später darauf zurückzukommen: Das verhängnißvolle 3 spät" hat sich der republikanischen Partei gegenüber im Iloosier. Staate auf die empfindlichste Weise bethätigt. Die Einbuße der 3 Con. greßsitze, der Gesetzgebung und somit der Bundessenatur, und die Niederlage des Staatstickets sind lediglich der früheren schwankenden Haltung' der Indianer Republikaner in der Geldfrage zuzuschreiben. Die ganze republikanische Congreß-Dele gation des Staates hatte sich in den kindischen Wahn hmemgeduselt, dle Wieder einsührung des Silberdollars in den Ve?.' Staaten werde den Werth des Silbers im Wettmarkt in die Höhe treiben. Auf das hin stimmte sie flott darauf los für die heillose Silber. Bill, ja sogar für den Widerruf der ResumtionSAkte, und demoralisirte dadurch die Partei derart, daß es dann als der beffere Theil der Republi kaner unter Gen. Harrison's Führung den Kampf für gesundes Courant löwenmuthig Leicht, G e s'n n d Kein Tisch ist VhM's

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DaS b ste Diät bei rarmer Witterung. Bon Groeelisten für i Cents das Pfund ode?2Pfund für 25 Cents erlauft. Bryce'ö Wiener Brod

soll das beste im Rarkt sein. Fraget Suren Groeeristen , 5 14 und 10 dNttqe

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i ' Der Laden ist der hellste in der Stadt. Wir Leon Kahn, Eigenthümer. Wl6chWchV6w 21sep2mt annahm z u s p S t wer, um das einmal verlorene Terrain wieder'zuerobern. Wäre die Jr dianaer Wahl bis zum S. November ausschiebbar gewesen, so würden die Republikaner ganz unzweifelhaft die Demokra ten und Greenbackler in die Pfanne ge. hauen haben. Indessen hat die jetzige Niederlage positiv e i n Gutes : sie e ! n i g t die Republikaner im ttoogier-Staate auf eine endgiltige und entschiedene Hartgeld. undResumptions'Platform und ermöglicht der so in vollen Einklang mit der großen nationalen republikanischen Partei kom menden republikanischen Partei Indiana' einen glänzenden Sieg in 1880. Die Commission, welche im Auftrag der deutschen Regierung nach Washington kam, um unser System der Tabaksbesteue rung kennen zu lernen, hat ihre Arbeit daselbst beendigt und ist zu dem Resultat gelangt, daß sich das amerikanksche Ta'. baksstcuerwesen für Deutschland nicht eig. net. Die fremden Herren wunderten sich darüber, daß unsere billigsten Cigarren mit 5 Cents, der Rauchtabak im Verhält, niß, bezahlt werden und erblicken schon hierin allein ein unübersteiglicheö Hinder. nißder Einführung amerikanischerBesteue rung. Draußen raucht der Arbeiter und der Bürgersmann sein Päckchen A. B. Reuter für 15 und 16 Pfennige, seine Ci. garre für 2, 3 und 4 Pfennige ; eine Er höhung dieser Preise aus das drei und vierfache wäre mehr geeignet, ein Revolution hervorzurufen, als die Einführug des Anti'Sozialisten.Gesedes. , Die geld. bedürftige deutsche Regierung muß sich schon nach einem andern Stenerobject um. sehen und wahrscheinlich zu Luxussteuern' ihre Zuflucht nehmen, so ungern sie eS auch thun mag. Die Mitglieder der Enquete-Commission sehen sich, vor ihrer Rückreise, noch einen Theil der Ver. Staaten an; sie befinden sich augenblicklich in Chicago und werden auf ihrer Reise nach.Cincinnati auch durch unjcrc Stadt kommen. Der Vorsitzende des sogenanntenPot. ter'schen Comites, welches die Vorgänge bei der letzten Präsidentenwahl zu unter, suchen hatte, Clarkson N. Potter von New Vors, hat abgelehnt, wieder als Can. didat für Congreß aufzutreten.' Wir ver. denkend ihm nicht. Während seiner Amts, thätigkeit in diesem Comite, während des. sen , veraeblicher Jaad nach dem unsicht. baren, mythischen Sherman'schen Brief, ist Potter so sehr am Narrenseil herumge fuhrt worden, daß er genug hat. Nun blüht dem Comite 'auch noch die Unter suchung über die Tilden'schen Wahlschwin deleien. eine Aufaabe. welcher eS sich nicht 'entziehen kann, und da geht es dem Demo. kraten Potter wle dem Zauberlehrling, er kann die einmal entfcffelten Gewalten nicht mehr überwältigen. Der Ablauf seines Amtstermms als Congrctz'Mltglled mag ibm sebr aeleaen kommen. Er weigert sich. fernerhin Mitglied der Landesvertretung zu sein, um des Vorsitzes in dem, von ihm selbst veranlaßten Comite ledig zu wer den. Mög ein Anderer die schmutzige Wäsche waschen, welche durch eine Fügung des Zufalls sich so gewaltig vermehrt hat. Das Tabernakel von Moody und Sanken in Chicago, zur Bekehrung der Sünder erbaut, seitdem aber der -Schau vlan aller möglichen Stump- und sonsti gen Redner, als Concert. Salon benutzt, selbst von den bösen" Socialisten gele gentlich zu MaffenVersammlungen ge. braucht und schließlich von Beecher ent w-iht, soll in einen sünsstöckigen Dry. Goods'Store umgewandelt werden. u n d Nahrhaft! vollkommen ohne - tf-sioct 9 - Vi liy IVVV darnach. rerkerttLt in B rz e e's D m pf'Backe r , vAtnrake. V'ir