Indiana Tribüne, Volume 1, Number 10, Indianapolis, Marion County, 19 October 1878 — Page 3
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I n d i a n a T r i b ü n e."
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besten trt- Eount?. wenn nicht im ganzen südlichen Jndiana. betrachtet. Sie ist in sechs verschiedene ffarmen ein i r .-f r .t . r;.-- i.t- cn . t m . . , . V.. ...
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jpcxinauj o ici iücii, iu 01c aicn er ,aotuc ocagen. Der Theil, elcher das Geld betrifft, bedarf kriner weiteren Beschreibung und genügt es zu sagen, dak alle an . I r .l ir x . rr t a w . rr . IW m
aarPramien in aaraooijen- reei vaas orzaou werven louen. Die Netto-Neberschüffe dleser Verkäufe sollen zum Besten der EoanSville Waisen.Änftalt und der Jndiana roliS WaisenAnftalt verwandt werben. R e g ka u 0 i gun g en.
ES wird hierdurch bescheiiiat, da-, daS in der Liste Eiaentbiimern bei Weitem mehr an baarem Selbe kostet, daz eS wohl verdient, alS eine Heimstätte auSermäHlt zu kaufbrie'e allkom nen gemacht. (Sezeichnet)
- Ich bezeuge hierdurch, raß die Kaufbriefe für alles in diefer Lifte, aufgeführte Eigenthum- gehörig ereeutirt und beglaubigt mir übergeben wurden, um von mir bis zur Ablieferung an die Personen, welche unter der Dr
ryan enenr raunn dazu oerecht gt nd. tn Verwahrung gehalten zu werden. - EitizenS National Bank, SvanSville, Jnd den 28. August 1878. (Gezeichnet) S. ?. HilseU, Sassirer. Aüraer-Lommittee.
Wir haben die Stellung als ein Bürger-Eommittee O .-fm AiVitifM tnVj W Q L:r..M .:xi - t t
rw bi.i4h wn, uHtuunj ticyixg e:sv.ge uno exe f3nc9 ejiui9 uocrroieien werven, 'Sezeichnet) JoS. I. le tn e r, a?or der Stadt SvanSville. e . H. S t o ck w e l l. von Viele, Stockmell u. So., SvanSville. Peter Simnon, von Simnon u. Dickson, SvanSville. Austin H. Bromn. Slerk von Marion Eountv, Indianapolis, Ind. I. C. W a l k e r, M. D., Präsident pro tem. Stadtrath, Indianapolis. - 23. D. R 0 l e v. Devuto StaatSakmeister. ?!iianal,lj. enk.
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,er durch Ervreß. Um Jrrthü-ner oder Serzöaerung zu vermeiden, wollen die Eo5respondentkn gefälligst ihr Namen und Wohnung deutlich schreiben und Stadt. Lountq und Staat angeben. Alle Mitteilungen, dre er. . , t m c ? . , m ? ? . . . . ' w
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Freihandel und Schutzzoll.
Ein Vortrag von Philipp Rappaport. (Fortsetzung.) Man braucht deshalb nicht erstaunt zu sein, das die amerikanische Landwirtbschast auf so niedriger Stufe steht. In New Noik. wo noch vor 80 Jahren der Acker 25-30 Bushel Weizen brachte, ist jetzt der Durchschnittsertrag 14 Bushel, m Oh.o blok 12 bei fortmährender Verminderung; in den Distrikten von Virginia, die nicht als die reichsten im Staate galten, betragt der Ertrag sogar bloß 7 Bushel. In Virginia und Kentucky zog man Tabak bis der Boden total ausgesaugt war ; und in den Baumwollen.Ländereien finden w:r einen Grad der Erschöpfung ohne Gleichen in der ganzen Welt, zumal nach einer so kurzen Periode der Bebauung 'Daß es so sein mub und nicht anders sein kann. das begreift wohl Jeder, der sich in seinem Leben nur Etwas mit Naturwissenschaft beschäftigt hat ; jeder Bauer weiß, daß der Boden aufhört fruchtbar zu sein, wenn er für das ihm Entzogene nicht durch Dünger Ersatz bekommt, ja schon zur biblischen Zeit erkannte man die Nothwendigkeit dem Boden in gewissen Perioden Ruhe zu ge statten. Wenn die Erzeugnisse Millionen Acker Landes in's Ausland wandern, so fällt damit die Möglichkeit weg, dem Boden das Entnommene wieder zu ersetzen, blei ben diese Produkte aber im Lande, so müssen sie in der einen oder anderen Form immer wieder zum Boden zurückkehren. Die Spindel muß neben demBaumwollen felde, die Eisenwaarcnfabrik neben der Schmelzhütte sich befinden, der Tuchfabn kant muk der Nachbar des Schafzüchters sein. In Belgien z. B. wo das der Fall ist, und wo die Bevölkerung dichter als in irgend einem andern Lande Europa's ist, erzeugt der Boden mehr als das Land bedarf. Dies zeigt, daß nicht eine spärliche Bevölkerung, sondern eine dichte Bevölke rung. besser besteht, und eine starke Bevölkerung ist nie da möglich, wo keine In dustrie ist, wo die Bodenerzeugnisse nicht im Lande verbraucht werden. Wenn wir uns nun nach England, dem Lande der ausschließlichen Industrie wenden, welche Verhältnisse finden wir da Z Wir finden da, wie in keinem Lande den größten Reichthum neben dem tiefsten Elend der Armuth bei nahezu gänzlicher Abwesenheit eines Mittelstandes. Der Grundbesitz ist in den fänden weniger Aristokraten, fast keiner von denen, die das Land bebauen, ist Besitzer desselben. Die Arbeiterbevölkerung des Landes bildet den größten Theil derselben und in keinem Lande der Welt ist der Arbeiter schlechter gestellt, als in dem industriellen England. Die in den Baumwoll-Fabriken angestell ten Arbeiter begeben sich um 6 Uhr an die Arbeit, um 8 Uhr haben sie Stunde oder 1 Stunde für Frühstück. Dasselbe besteht aus Thee oder Kaffee und einem Stücke Brod. Manche, besonders Män ner, essen Hafergrütze. Der Thee und der Kaffee sind natürlich von der allerschlechtesten Beschaffenheit. Dann geht es wieder an die Arbeit bis 12 Uhr. Eine Stunde ist für das meist aus nichts Anderem als gekochten Kartoffeln und einem Stückchen Speck bestehenden Mittageffen erlaubt. Nur die beffer Situirten können sich zwei oder drei Mal die Woch? Fleisch erlauben. Um 1 Uhr geht es wieder an die Arbeit bis um 7 Ubr, manchmal auch 8 Uhr, worauf das karae, aus denselben Materialien, wie das Frühstück bestehende Abendeffen ein genommen wird. Diese Stelle ist Kay's social condition of the people of Eng land and the continent" entnommen. Ein anderer Schriftsteller schildert den Zustand der Arbeiter von Birmingham und Manchester wie folgt: Der Arme- muß arm bleiben, sonst könnte ein solcher Zustand nicht fortdau ern, Es muß Gesetze geben, um die Löhne zu reguliren, nicht nach dem Werthe der Arbeit, sondern nach dem Belieben des Herrn, Gesetze 'zur Verhütung der Orts Veränderung und der Auswanderung. Die Arbeiter würden sich nicht in heißen Räumen am Tag und in feuchten Kellern des Nachts zusammendrängen, sie würden sich nicht ungesunden Beschäftigungen, von Sonnenaufgang bis Sonnenunter gang widmen, sich nicht vor glühende Schmelzöfen stellen, und die tödtliche Luft einathmen, die Armen würden dies nie mals thun, wenn sie nicht so entsetzlich arm wären, wenn ihre Armuth nicht so schreck lich wäre, daß sie alle Hoffnung aus die Zukunft vernichtet. Der Lohn eines englischen Arbeiters U trägt 6-9 S., ungefähr $1.5 bis $2.25 per Woche. ES ist nicht möglich, heißt eS in Kay'S social condition o5 the people of England and Üie continent'', auch nur eine schwache Idee davon zugeben, wie diese Leute (die Arbeiter) in ihren Wohnungen zusammengepfercht sind, wie Frauen und Kinder die schwersten Arbeiten verrichten müffen, wie Frauen und Mädchen in den heißen Tiefen der Kohlenminen in Gesell schast der Männer ohne Bekleidung ar beiten. Und das, heißt es daselbst, in der Nachbarschaft der herrlichsten Landgüter, der prächtigsten Schlöffer. Nirgends wie in - - ' C. Carcy ; principles of social science." ,
England berühren sich so die gesellschaft
lichen Extreme. Berge von Reichthümern, neben der entsetzlichsten Armuth und Ver lassenheit. Dies sind Zustände, wie sie gewiß nicht wünschenswerth sind. Aehnlich wie die Lage des Fabrikarbeiters in England ist die Lage des Faimarbeiters in Irland, wo Landbau fast die ausschließliche Beschästi gung der Bevölkerung ist. In dem so reichen Indien ist die Bevölkerung entsetz lich arm. In fast regelmäßigen Zwischen pausen entstehen Mißernten und in deren Gefolg? befindet sich stets die Hungers noth, die daS Volk zu Tausenden hinweg rafft. Und dies Dank der Politik Eng lands, das dafür sorgt, daß in Indien die Industrie keinen Boden gewinnen kann. Der Mangel an Industrie und die fast ausschließliche Beschäftigung des Volkes mit Ackerbau haben die Türken zu einem der heruntergekommensten ärmsten Völker gemacht. Dagegen herrscht in allen Län dern, in welchen Industrie und Ackerbau neben einander bestehen, wie in Frank reich, Deutschland, der Schweiz, Schwe den, Dänemark :c. verhältnißmäßig be deutender und ziemlich allgemein vertheil ter Wohlstand und Arbeiter und Bauer befinden sich auf dem Continente bei wei tem beffer, als in England. Nachdem wir nun gesehen, daß weder Ackerbau allein, noch Industrie allein zu Wohlstand führt, sondern, daß eine Ver schiedenheit der Beschäftigung der Bewoh ner eines Landes dazu nothwendig ist, entsteht die Frage, welches Mittel ange wandt werden muß, um diese Verschieden heithervorzubringen. Das ist nun meiner Ansicht nach ein vernünftiger Schutzzoll. Da Thatsachen bester als bloße Behaup tunaen sprechen, so will ich es Ihnen-durch Beispiele beweisen. England hat seine Industrie durch Schutzzoll aufgebaut, und wenn das Feu dalwesen in England nicht den rationellen Betrieb des Ackerbaues im Volke fast zur Unmöglichkeit gemacht hätte, dann wäre der Wohlstand des englischenVolkes wahr scheinlich größer al? der irgend eines an deren. Dagegen war England, immer sehr darauf bedacht, seine Colonien durch absoluten Freihandel in steter Abhängig keit von sich zu erhalten, und den Erfolg davon sehen wir in der Verarmung In diens. In Frankreich war die Bevölke rung arm und dürftig bis zum 17. Jahr hundert, als Colbert das Schutzzollsystem einführte. Sofort hob sich die Industrie, aber Ludwig 14. vermochte bei seinen fort währenden Kriegen und Bedarf an aus ländischen Waaren das System nicht durchzuführen und es blieb bei der unge heuersten Armuth im Volke und ebenso großer Verschwendung bei Hofe. Hundert Jahre später versuchte Turpot das Col bert'sche System wieder einzuführen. Es war ihm bereits gelungen, Frankreich auf den Weg zum Wohlstande zu bringen, als 1786 der Handelsvertrag mit England ab geschloffen wurde. Sofort füllten sich Dörfer, und Städte mit englischen Waaren, und noch ehe zwei Jahre um waren, hatte die ganze fran zösische Industrie, die mit so vieler Mühe aufgebaut worden war, aufgehört zu exi stiren. Die Arbeiter wurden überall ent lasten und sahen von allen Mitteln ent blößt, dem Gespenste des Hungers ins Ge ficht. Die Landwirthschaft lag darnieder und der Handel im Lande hörte beinahe auf. Die Noth war allgemein und bil dete den Ausgangspunkt der französischen Revolution. Napoleon I. kehrte wieder zum Colbert' schen System zurück und seitdem hat Frankreich immer Schutzzoll gehabt. Während unter dem Freihandelsysteme Ludwigs des Vierzehnten die Bevölkerung die Hälfte der Zeit über kein Brod hatte, ist Frankreich seit mehr als fünfzig Jahren in Bezug auf Volkswohlstand eines der best situirtenLänder. Selbst der letzte ent fetzliche Krieg und die Bezahlung einer Kriegsschuld von 5000 Millionen Franken an Deutschland, konnten es nicht ruiniren, ja e3 ist daS einzige Land, daS von der gegenwärtigen allgemeinen Krisis der schont blieb und in dem die Geschäfte blühen. (Jetzt auch nicht mehr. A. d. R.) Deutschland ist kein reiches Land, be sonders im Norden Deutschlands sind die Bodenverhältnisse ziemlich ungünstig, dennoch herrscht im großen Ganzen genom men ein ziemlicher Wohlstand daselbst. Nach den napoleonischen Kriegen führte Preußen eine Freihandelspolitik ein. Die Folge davon war ein fast totaler Ruin der Industrie, besonders in den fabrikreichen Gegenden des unteren Rheines. Man sah sich bald nach einer anderen Richtung hin gedrängt. Im Jahre 1818 führtePreußen einen Tarif ein, im folgenden Jahre be gann man mit der Gründung des Zoll Vereins, dem 1833 Baiern und Würtem berg und nach und nach alle übrigen deut schen Staaten beltraten. Von dieser Zeit an datirt der ungeheure Aufschwung der deutschen Industrie. Die Folgen sehen wir daran, daß während z. B. vor 70 Jahren Deutschland noch die Kornkammer Europa's war, es jetzt nur noch sehr wenig Getreide ausführt, weil es wohlhabend genug ist, das was es erzeugt,, selbst zu konsumiren ; während es im Jahre 1825, 28 Millionen Pfund Wolle nach England expörtirte, importirte es im Jahre 1851,' H. C. Carey ; principles of social science." '
34 Millionen Pfund, wovon es 12 Millio
nen Pfund importirter Wolle verbrauchte, was ein Zeichen bedeutender Hebung des Wohlstandes ist. Der deutsche Bauer ist fast allgemein Eigenthümer des Bodens, den er bebaut und ist meist wohlhabend, häustg sogar sehr reich. Die Stellung des Arbeiters dürfte allerdings noch in mancher Bezie hung eine beffere sein, im Vergleiche zu der des englischen Arbeiters aber, ist sie eine glänzende, und sehr schlecht gestellt ist der Arbeiter auch meistens nur da, wo der mangelhafte Ackerbau fast die ganze Bevölkerung zwingt, ihre Zuflucht zur industriellen Beschäftigung zu nehmen. Spanien huldigte lange Zeit dem Frei Handelsprinzip, bis es endlich dem vollstän digsten Ruin nahe war. Seit der Ein sührung eines Zolltarifs schwang sich auch Spanien zusehens empor. Dagegen ist Portugal in Folge seines Freihandelsystems, und des ausschließlichen Betriebes der Landwirthschaft noch immer eines der finanziell schlechtest gestellten Länder. Schweden ist von der Natur gewiß sehr armselig bedacht. Ein solch rauhes, gebir giges Land, hoch im Norden gelegen, mit unwirthlichem Klima, sollte man gewiß für ein Land halten, besten Bewohner durch schnittlich arm sind. In Schweden herrscht jedoch ein hoher Grad von Wohlstand, die Industrie, besonders die Eisenindustrie, ist sehr bedeutend und Grund und Boden sie hen überall hoch im Preise. Und das Alles neben einem stark ausgeprägten Schutzzoll system. Und nun vergleichen wir noch zwei Län der miteinander, eines, in dem das Schutz Zollsystem im höchsten Maße inAnwendung ist, nämlich Dänemark, und eines, in dem absoluter Freihandel herrscht, nämlich die Türkei. Ich entnehme einem Volkswirth schaftlichen Werke folgende Schilderung der in Dänemark bestehenden Verhältnisse. Selbst der Aermste hat einen Garten, ein Stückchen Land, und eine Kuh und überall findet man die Leute fleißig und zufrieden. Ueberall findet man Schulen, und die Lehrer werden gut bezahlt. Die Durchschnittsbildung des Volkes ist so hoch, wenn nicht höher, 'als sonstwo, selbst in ganz kleinen Städten findet man Bi bliotheken, Lesevereine, Theater. Ueberall findet man die Zeichen des Wohlstandes und der Zufriedenheit. Selbst das ärmste Haus entbehrt nicht des Schmuckes der Blumen. Ein aufmerksamer und sorgfäl tig'er Beobachter, der Nationalökonom Laing, erklärt das materielle und intellek tuelle Befinden der Dänen beffer, als das irgend eines andern Volkes in Europa. Man findet freilich nicht wie in England massenhaft die .Grundbesitzer mit fürst lichem Vermögen vom Schweiße Anderer lebend, aber daS Land ist in unzählige kleine Besitztümer getheilt, alle groß ge nug, ihren Besitzern zu Wohlstand zu ver helfen. In Bezug auf die Türkei heißt es eben daselbst : Die türkische Fabrikation wurde unter dem Freihandelsystem beinahe ver nichte Obwohl die Beschaffenheit des Landes es ihm möglich machen sollte, die Welt mit Seide, Tuch, Eisen und anderen Metallen zu versehen, besteht die Bevölkerung fast bloß aus armen Bauern und rei chen Händlern. Geld ist beinahe aus dem Lande verschwunden, die Regierung hat keinen Kredit und greift häufig zu dem Mittel den Feingehalt der Münzen zu ver schlechtem. Jeder Bauer erzeugt das Nämliche, deshalb braucht Einer den An dern nicht und ihre Erzeugnisse bringen nur einen geringen Preis. Ueberall trifft das Auge auf Zeichen der Armuth und des Elends.: Betrachten wir uns nun die Zollverhältniffe in unsettm eigenen Lande und die damit in .Zusammenhang . stehenden Zu stände, ;so wird uns die Erkenntniß der Wirksamkeit der verschiedenen Systeme dadurch eischwert, daß so häufig Aende rungen im Tarif vorgenommen wurden, dftß man so oft aus einem Extrem in' andere übersprang, daß keines Zeit hatte, sich genügend zu entwickeln. Von 1789, in welchem Jahre zuerstein Tarif aufgestellt wurde, bis 1816 bestand ein sogenannter Revenue-Tarif. Im Jahre 1816 wurden die Zölle bedeutend reduzirt. Im Jahre 1824 entschied man ssch ganz entschieden für. das Schutzzollsystem. Zehn Jahre später geschah wieder , eine Wand lung in der Richtung des Freihandels. Das TarifGesetz von 1842 dagegen war wieder ein entschiedener Schutzzolltarif, der im Jahre 1846, also nach vier Jahren, schon wieder in einen Freihandeltarif um gewandelt wurde. I Jahre 1857 wur den die Zölle noch weiter heruntergesetzt. Dagegen wurde im Jahre 1861 in Folge der bedeutenden, durch' den Beginn des Krieges entstandenen Bedürfnisse der Re gierung, wieder eine Schwenkung zu Gun sten des Schutzzollsystems gemacht, das nun auch bis heute . beibehalten wurde. Trotz der kurzen Zeit, welche jedes System bestand, hinterließ es dennoch jedesmal deutliche Spuren seiner Wirksamkeit. Zwar ließ man niemals einem System Zeit, zur vollen Wirkung zu gelangen. Kaum hat ten sich die Verhältnisse einigermaßen dem herrschenden System anbequemt, als der unaufhörliche Streit zwischen.' den Agri kulturstaaten deö Südens und den Jndu striestaaten des Nordens wieder eine Aen derung herbeiführte. Dennoch hinterließ.
wie gesagt, jedes System seine deutlichen Sporen. Was uns dieselben lehren, will ich im Kurzem berühren : Carey in seinen "Priuciple3 of social science" sagt über die Wirkung des Com promiß'Tarifs von 1834 Folgendes : Der Compromiß Tarif äußerte nun seine Wirkung.- Die Wanderung nach dem Westen begann, die Spekulation bemächtigte .stch der öffentlichen Ländereien und der Spekulant eilte dem Ansiedler voraus. Das Land fiel im Preis, die Hypothekenklagen mehrten fich massenhaft und Tausende. von Farmern wurden von ihrem Grund und Boden vertrieben; mit dem Bauen von Fabriken war es zu Ende und der Credit des Landes war so gesun en, daß die Regierung kein Geld mehr zu 6 Procent bekommen konnte, wo fie früher nur 3 Proccnt bezahlte, viele Staaten hörten auf, die Zinsen ihrer Schulden zu bezahlen und eine Bank nach der andern wurde bankerott. Die Zahl der bankerot ten Kaufleute war kolossal, und in vielen Gegenden sah man weder Gold noch Sil ber mehr. Kaum wurde im Jahre 1812 wieder Schutzzoll eingeführt, als die Fabriken wieder geöffnet wurden und die Arbeiter Beschäftigung fanden. Drei Jahre später finden wir wieder allgemeine Prosperität. Die Staaten fingen wieder an, die Zinsen auf ihre Schulden zu bezahlen. .Eisenbah nen und Kanäle bezahlten wieder Dividen den, Land stieg im Werthe und die Zahl.der Hypothekenklagen wurde immer kleiner. Kaum aber hatte das Land sich wieder erholt, als im Jahre 1847 das Freihandel Prinzip sich wieder Geltung verschaffte. Die Fabriken wurden wieder geschlossen, das Geld verschwand, und eine ernste ttri sts wurde noch rechtzeitig durch die unge heuren Gold Entdeckungen in Californien verhindert. Bei den Debatten im Congreß über das Tarifgesetz im Jahre 1824 äußerte fichBuchunan von Pennsylvania wie folgt: Vor einigen Jahren noch hätte der Rei sende in den gebirgigen Distrikten von fennsylvania eine große Anzahl von ochöfen und Schmelzhütten in Thätigkeit
gefunden. Die Eigenthümer befanden fich im Wohlstand ringsumher. Diese Fabri ken bildeten sür die umherwohnenden Far mer den besten Markt, Geld zirkulirte und Fabrikant und Farmer waren zufrieden. Der gegenwärtige Zustand dieser Distrikte bildet einen traurigen Contrast mit dem eben geschilderten. Trotzdem dieser Theil von Pennsylvania reich an Erzen, Holz und Wasserkraft ist, verfielen diese Fabri ken dem Ruin und stehen nur noch da als Monumente der falschen Politik der Re gierung. Der Fabrikant und seine Arbei ter stnd ohne Beschäftigung und der be nachbarte Farmer besitzt keinen Markt für seine Erzeugnisse." So schilderte der Be treffende die Wirkung des Freihandel Systems. (Schluß folgt.) Eine schauderhafte Spekulation. Dies an gräßlichen Verbrechen so reiche Jahr ist durch eine entsetzliche That befleckt worden, die man als die Ausgeburt einer tollen Phan-tasie brandmarken würde, wenn man sie in einem Romane läse. Im Mai dieses Jahres verschwand plötzlich ein ge wiffer John Rufus, alias Stuttering Jack spurlos. Er war zuletzt am 12.Mai in der Nähe von East Bridgeport, Conn., gesehen worden. Am folgenden Tage erschien, wie jetzt ermittelt ist, ein gewiffer Frank C. Baffett im Pale College zu New Haven, Conn., und bot dem Dr. Sandford, Professorder Phystologie und Anatomie, eine Leiche, die er in einem Barrel mit sich führte, zur Section an. Der Professor lehnte den Ankauf ab, da kein Erlaubnißschein der zuständigen Behörde vorgelegt werden konnte, unterließ eS aber unbegreiflicher weise, der Polizei von der Sache Mitthei lung zu machen. Vor einigen Tagen gerieth Baffett in Zank mit einem Frauenzimmer, mit dem er zusammen lebte, und letzteres ging zum Polizeichef Marsh in Bridgeport, Conn., und denuncirte ihren ZuHalter wegen Er mordung des RufuS, indem sie zugleich Andeutungen behufs -Feststellung deS sb jectiven Thatbestandes gab. Man folgte ihren Angaben und entdeckte daS Barrel mit der Leiche drei Meilen unterhalb Der by im Flusse. Als der Mörder sah, daß er die Leiche schwerlich absetzen werde, von ihr jedoch noch leicht Unannehmlichkeiten ha ben könne, hatte er sie dorthin gefahren u. vom steilen Userrande hinabrollen lassen. Der Mord selbst ist, wie Bassett nach seiner jetzt erfolgtenVerhaftung eingestanden hat, - r . 1 cn - von Ilzm in einer mazi negr oenuvien Zkl genfabrik vollführt worden. ES ist absolut kein anderes Motiv der Abschlachung aufzufinden, alS Gewinn sucht, obgleich eS, wie- die N. Y. .Sun" richtig bemerkt, fast die menschliche Fas sungskraft übersteigt, anzunehmen, daß ein Mann und ein Weib sich verschwören, ei nen Dritten abzuthun, um seine Leiche ge gen Entgelt aus den Secirtisch zu liesern. Zügleich aber stellt dieser Mord die Noth wendigkeit heraus, der anatomischen Ois senschast, die ohne Sektionen nicht fort schreiten kann, Leichen aufreguläremWege zu besorgen, damit der geheimnißvolle Lei chenhandel aushöre, der schon v.znQtZ ähnliche Verbrechen veranlaßt hat.
