Indiana Tribüne, Volume 1, Number 9, Indianapolis, Marion County, 12 October 1878 — Page 3

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Eigenthum repräsentiren roerdon, rnd von denen einige wel he dieser prachtvollen Prämien ziehen werden: der Smeck ist ein dreifaches Benefiz ; rer'önllche Entlastung durch Verkauf werthvollen Eigenthums; gro?e össent che Wohlth-tigkeits-Anstalten erhalten die Nettoaeberschüfse und die Inhaber der Antheilsscheine können für

eine rtttne vumme lne guie zger narq nrn einem unvktaneren erhalten. Allgemeine Beschreibung deS EigeuthuraS.

ose Hil Farm liegt in Warrick County. Ind.; sieben iüeilen von EvanSville, zwei Meilen nördlich von ZZewbura, enthilt Acker, auf welchen elf Hä ser und sieben Scheunen erbaut sind, bat Obstgärten und andere

ertchvolle Verbesserungen.' Da Land ist von erster Q

desten t , .ounty. wenn nicyr im ganzen luvucyen Jnviana, verraqret. S:e m in iecyz vkrlcyieden Farmen e:n, . .in r- . r . t s. i.I.v. m . . f . . . , .....' . ' - . V. . . . .

geiflcui i?le,, von racuger eine ioz jum gewognen Die Indianapolis Lot sind sämmtlich gutes Eigenthum And sie mehr e,th, lS die Tabellenzadlen zeigen. Die Evansville L?tZ gelten in ihrer Lokalität ali erste 9 . r A W . L k.tftf

etmaly so viet weriy, ai cte jagten er xaoeue oeagen. Der Theil, elcher das G?ld betrefft, bedarf kriner weiteren Beschreibung und genügt ea zu sazen daß alle ; t t ; r a m . r ri l "

aar-Pramlen in aiimooiiin- rrr oas oejau Die NettoUeberschüsse dieser Verkäufe sollen zu

xolia WatsenAnstalt verwandt werben, Wegkauoigungen.

IZ wird bierdurch beschei liat. lai bi3 in der Liste aentbümern bei Weitem mehr an baarem Seide kostet, daß ei wohl verdient, als eine Heimstätte auSermählt aufdneze vauromnen gemaqr. iezelqner)

Ich bezeuge hierdurch, k aß die Kaufbriefe für alle? in dieser Liste aufgeführte Eigenthum gehörig ereeutirt ,nd beglarigt mir übergeben wurden, um von mir bis zur Ablieferung an dre Personen, welche unter der.Or,

vhan eneftt Drawtng- dazu derecht gk vnd, tn Verwahrung gehalten zu erden.

tnzens iauonu anr, vansvme. In., den zs. ezetqnet) , ZZürger - Wir haben die Stellung als ein Bürger.Committeea .e..r,. - c n e r i sicher gehalten werde, die Lertheilung richtig eifolge und

'ezetcynet) I o . I. l e tn e r, Äavor der tadt EoanSrnlle. e o. H. S t o ck w e l l, von Viele, Stoclwell u. So., EvanSville. Peter Simnon, von Simnon u. Dickson, Evaniville. i Austin H. Brown, Elerk von Marion Eounty, Indianapolis, Ind. . . I. C. W alker, M. D., Präsident pro tem. Stadtrath, Indianapolis.

u. s o i e , dea nas mvsang oe Verrag s. Man sende durch die ierdurch Exvreß. Um Irrthümer oder erzözerung ,u . l rm - t . &. jl tf c 1 & a w a &. . amen uno Woynung oculticy irciocn uno ravi, nettung ttlrenenv und Auftrage für ian sauren Tsext izt .

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Freihandel und Schutzzoll. ..

Ein Vorirag von Philipp Nappapon. tzg hat noch keine Zeit gegeben, zu wel cker nickt Klagen über die allgemeinen Zu ftQn0C aut wurden, und es wird auch Nie ' . . . . o.h a-W . ctQb noch Mals eme solche Zelt geben , es stOv nooj niemals ein Staatswesen, das nach jeder .... i- ti. t Richtung hm befriedigte, unv es wno aucy niemals ein solckes Staatswesen aeben ; ..n soeben. es r u ""!. iU UVUy Ö " U 1 lracylei wuroen, uno es rouu uuu, uicum fnIA Zustände aebe'n. es bat noch niemals . OT nnm .srien 'V'' WM! -i Js, .5 iVf war, und es wnd auch niemals eln solches geben, und wie immer Staatswesen Zustünde uno 2üoii ve,cyanen waren, uju- . . I f!VA t a4 9 aKa ittin 1t 0 TTIf J I"ev".eu!- imm . u. oen auru mcmui cyu. Es ist einmal nichts auf Erden vollkom. t r 9 V. k a O m! if men, uno so vraurqi es uns u mun Wunder zu nehmen, wenn die Unzusriede nen'auch manchmal Recht haben. Da es aber immer Unzusriedene giebt, und nicht Vlles auf Erden schlecht ist, haben die Un m . . r i r jr. - JL i Oft .. JC l Sufkievenen ieyr yaung auw num Natürlich ist es, daß die Unzufriedenen slch zunächst unter den Wenigerbemlttelten finden. Der Reiche befindet sich nicht in solcher Abhängigkeit von der Gesellschaft wie der Arme, er vermag es öfter gleichgültig zu se,n und fünf gerade fern zu lassen. Und weil der Natur der Dinge V " Z Tl anzueignen im Stande ist, so ist es natür lich, dab Demagogen mit der Masse der Unzufriedenen ihr Spiel treiben, und sie zu falschen Schritten verleiten können. Da diese Demagogen meistens bloß ihr eigenes Interesse im Auge haben, so sind die Mittel, die sie zur Abhilfe vorschlagen, auch meistens derart, daß sie für Alles eher, als für Abhilfe geeignet sind, und dies um so mehr, als die meisten Dema gogen gerade nicht zu den in Wissenschaftlicher Beziehung Bevorzugten gehören. Indem ich dieses sage, habe ich besonders soziale Verhältnisse im Auge. Wie Viele von denen, die als sogenannte Volks männer Paradiren, hben Volkswirthschaft zu einem Studium gemacht, ja, wie viele derselben haben nur eine Ahnung davon. dab es überhaupt eine Wissenschaft . giebt, die Volkswirthschaft heißt? Wie aber Alles in der Welt nach be stimmten Gesetzen vor sich geht, so regeln auch gewisie Gesetze unsere gesellschaftlichen Verhältnisie, und da wo es Gesetze giebt. giebt es auch eine Wissenschaft. Freilich sind in keiner Wissenschaft die Avsichten so verschieden, als in der, .Volks I wirthschaft" oder Nationalökonomie" ge heifceneit Wissenschast, weil keine andere Wissenschaft so sehr die individuellen In teressen, wlil keine so sehr die materiellen Interessen jedes Einzelnen berührt, als diese. Hohe Preise und niedriger Lohn sind im Interesse des Fabrikanten, dem entgegen gesetzt wünscht der Arbeiter hohen Lohn und, niedrigen Preis der Bedürfnisse; der Grundbesitzer wünscht hohen Pacht im Ge gensatze zum Pachter, derso wenig Pacht wie möglich bezahlen will; während der Kapitalist sich üb'er 'einen hohen, Zinsfuß freut, ärgert sich der Borger darüber, ebenso wie der Consument den hohen Preis verwünscht, den der Droduent verl'anat. So sehen wir anscheinend .im ungeheure I m j.! . t i. v' cvi 7k. cyjt r I ' cimicuenucu ucc Nlerenen. a) Illge, anscheinend, weil im Grunde genommen, diese Verschiedenheit nicht besteht, denn dem Kapitalisten nützt der hohe Zinsfuß ebensowenig, wenn der Borge? es nicht in seinem Jnteresie findet, ihn zu bezahlen. wie der hohe Preis dem Consumenten gut thut, wenn der Käufer nicht da ist. Der Grundbesitzer hat den Pächter ebenso nöthig', wie der Pächter den Grundbesitzer, und der Fabrikant ist ohne den Arbeiter so schlimm daran, wie der Arbeiter, ohne den Fabrikanten. Im Grunde genommen hangt die Wohlfahrt des Einzelnen von der Wohlfahrt des Ganzen ab und die Wohlfahrt, des .Ganzen ist nicht denkbar ohne die Wohlfahrt des Einzelnen. Die gesellschaftlichen Interessen sind daher ge meinschaflliche, die Verschiedenheit dersel den ist blos eine scheinbare. Eine der Aufgaben der Volkswirthschast ist es, die Gemeinschastlichkeit der Inte resse'n zu zeigen und zu untersuchen, welche Einrichtungen nothwendig sind, um das Interesse desGanzen zu wahren, ohne den Einzelnen zu bevorzugen, , oder zu benach theiiigen. Ist man erst einmal allgemein zu der Ueberzeugung gelangt, daß die Interessen Aller gemeinschaftliche sind, dann wird die Feindschaft zwischen den verschiedenen Klassen der Gesellschaft aushören,, eine friedliche Lösung der gesellschaftlichenFra gen im Interesse Aller wird früher oder später erfolgen und Demagogen werden die längste Zeit ihr Spiel getrieben haben. Eine jener sozialen Fragen, in welcher je nach richtig,. oder falsch verstandenem Interesse für die eine oder die andereSeite I .' Partei ergriffen' wird, ist die Frage zwi schen Freihandel und Schutzzoll. Der Schutzzoll ist ein Zoll, der durch die Regierung von allen aus dem Auslande eingeführten Waaren erhoben wird, um deren Preis künstlich so zu erhöhen,: daß eine Concurrenz in der Anfertigung solcher Waaren mit dem Auslande möglich ist,

wenn andernfalls, die Verhältnisse derart

sind, daß die vom Auslande bezogenen Waaren billiger im Lande verkaust werden können, als die selbstproduzirten. Der Freihandel dagegen weist jede künst liche Nachhilfe zurück, und überläßt die Coneurrenz sich selbst. Die Freihändler meinen, die Regierung brauche sich nicht in die geschäftlichen Arigelegenheitcn des Volkes zu mischen, sie sehen diese Einmischung als den Ausfluß des sogenannten väterlichen Systems an, und meinen, der Verkehr zwischen den An gehörigen verschiedener Nationen müsse gerade so ungehemmt sein, als der Verkehr zwischen den Angehörigen einer und derselben Nation. Außerdem verführt sie das Wort frei". Wie die Worte .Frei. Hut", Freisinn," Freidenker" u. s. w. ihrem Ohre schmeicheln, so meinen sie auch Freihandel" müffe untrüglich gut sein, wie Alles, das mit dem Worte frei" in Verbindung steht. Dies ist um so mehr eine Täuschung, als es auch Worte giebt, die die Silbe frei" enthalten und die doch keinen freiheitlichen Klang haben, wie Freibeuter," .vogelfrei," .Freiknecht." Nun würden diese Vertreter des FreiHandelsprinzips vielleicht gar nicht so un recht haben, wenn sie nicht Eines über sehen, oder vielmehr falsch deuten würden. Ich meine die Verschiedenheit der Ver Hältnisse und Zustände in den verschiedenen Ländern. Hätte die Natur in gleicher Weise alle Länder begabt, so wäre keine künstliche Nachhilfe nothwendig, da aber Klima und Bodenverhältniffe gar oft einem Lande einen Vortheil vor dem anderen verleihen, so ist zur Ausgleichung solcher Vortheile und Nachtheile die An. Wendung künstlicher Mittel, wie z. B. des Schutzzolles sehr häufig geboten. Dage gen sagen freilich die Freihändler, daß es kein Land gebe, das nicht irgendwie be sondere Vortheile habe, deren Ausbeutung eö ihm mözlich macht, der Vortheile eines anderen Landes zu entbehren und auf Ärund dieser Idee wollen sie den Ver. Staaten eine Stellung als Agrikultur staat anweisen. Sie sagen, Amerika könne der Industrie entbehren, sein ungeheures Territorium mache es ihm möglich, die Welt mit Baumwolle und Getreide zu versehen, und dafür die Jndustrie.Erzeug. nisse anderer Länder.einzutauschen. Wes. halb, meinen sie, sollen wir die Preise der Jndustrieerzeugnisse künstlich erhöhen, wenn wir sie billig kaufen, und mit den Erzeugnissen unserer Landwirthschast be zahlen können ? . Diese Ideen scheinen auf den ersten Blick sehr plausibel zu sein. Bei näherer Pru fung finden wir jedoch, daß die Anerken. nung'und praktische Durchführung dieser Idee den unvermeidlichen Ruin unseres Landes zur Folge haben würde. Die Gründe dafür sind folgende, die ich im Laufe dieses Vortrags näber erörtern, und durch Beispiele beleuchten werde : 1) Ein Land, das sich ausschließlich mit Ackerbau beschäftigt, wird den Boden so ausnutzen, daß er schließlich nichts mehr trägt und das Land ruinirt ist. 2) Der Preis der Bodenerzeugnisse wird vom Auslande regulirt, wird unstetig und so niedrig sein, daß er schließlich die auf den Feldbau verwendete Arbeit nicht mehr lohnt. '3) In einem Land, das sich ausschließ lich der Industrie widmet, werden sür die Bevölkerung nicht genügende SubsistenzMittel existiren, der Werth der Arbeit sinkt und Noth und Entbehrung bei einem großen Theile der Bevölkerung werden tägliche Gäste. 4) In den Ländern, die sich ausschließlich der Industrie, oder ausschließlich dem Ackerbau widmen, wird der Grundbesitz sich in den Händen Einzelner ansammeln, und die große Mehrheit des Volkes wird von der begüterten Minderheit abhängig, die Klust zwischen den Armen und Reichen wird von Tag zu Tag größer. 5) Die Annäherung der Preise desRoh Materials an die Preise der Jndustrieer Zeugnisse ist ein Zeichen der Civilisation. 6) Es ist nur scheinbar, daß der Schutz zoll die Preise der Jndustrieerzeugnisse erhöht, im Gegentheil, er setzt sie herab, .er erhöht aber den Werth des Rohmaterials und bringt so eine segensreiche Annähe rung der Werthe Beider hervor. 7) Ackerbau allein treibt die Menschen auseinander, Verschiedenheit der Beschäf tigung führt sie zusammen und ist somit einer der Grundpfeiler der 'menschlichen Gesellschaft. , Ich will Ihnen nun vor Allem an zwei Beispielen zeigen, daß diese' meine Behaup hingen nicht auf bloßer Einbildung be ruyen. Als die amerikanischen Colonien noch unter englischer Oberherrschaft standen, betrieben sie ausschließlich Landwirthschaft, der Süden beschäftigte sich bis auf den heutig: Tag ausschließlich mit Landwirthschaft, da haben wir also ein Beispiel zur näheren Beleuchtung nach der einen Seite hin. England ist ein Land, das sich ausschließlich der Industrie gewid met hat, es bietet uns also ein Beispiel zur Betrachtung nach der andern Richtung hin. . Die Baumwollenkultur in Süden hat eme kolossale Ausdehnung gewonnen, waö wir dabei profitirt, beweist folgende Sta tistik über den ErPort von Baumwolle und die dafür erzielten Betröge :

Im Durchschnitt

perJ'hr. Ertrag. $21,600,000 21,500,003 26,000,000 28,000,000 55,000,000 6,0 0,"00 92,000,000 88,000,000 '.81516... 80,00l,000 fi 182122. . . ' 184,000,000 ft 182729... 256.000.000 1t) 183032... 280,000,000 B 1840-42... 619,000,000 ft 1849 1,026,000, 00 ft 185001... 781.00 .000 R 1832 1.093.000.000 fc Wir sehen daraus, daß die BaumwollProduktion im Jahre 1852 14 Mal so groß war als im Jahie 1815. der erzielte Betrag dafür aber war nur 4 Mal so groß. Nehmen wir an daß man zu der Hervorbringung einer 14 Mal so großen Ernte eines ungemein größeren Aufwandes an Kapital und Arbeit bedarf, so darf man gewiß sagen, daß im Jahre 1852, 1093 Millionen Pfund Baumwolle nicht mehr eintrugen, lS 80 Millionen Pfund im Jahre 1815. Die Steigerung im Betrage hält nicht gleichen Schritt mit der Steigerung der Menge. Aehnlich so ging eö den Colonien srüher mit dem Tabaksbau. Weil sich jeder mit Tabaksbau beschäftigte, sank der Preis desselben schließlich fast auf Nichts herab. Im Jahre 1632 passirte die Legislatur von Virginia ein Gesetz das dem Anbau von Tabak gewisse Beschränkungen aus erlegte, um den Preis zu erhöhen. Im Jahre 1639, als der Preis aus 3 Pence das Pjund gesunken war, bestimmte die Legis latur, daß die Hälfte der Ernte verbrannt werden sollte. In 1666 passirten die Legislaturen von Maryland und Virginia ein Gesetz, welches für das betreffende Jahr den Anbau von Tabak ganz und gar ver bot, dennoch war im Jahre 1682 der Preis des Tabaks auf 1 Penny per Pfund ge fallen. Man versuchte die Errichtung vonFabri ken auf öffentliche Kosten, das Gesetz be fahl jedem County die Ausstellung eines Webstuhles und die Herbeischaffung eineS Webers, aber es half nichts, das Herr schende System machte Industrie unmög ich. Daraus sehen wir, daß die aus schließliche Beschäftigung deö Volkes mit Ackerbau nicht gewinnbringend ist. Ich habe aber ferner gesagt, daß Acker bau allein die Menschen zerstreut, das Land aussaugt und erschöpft, seinenWerth herabdrückt und, was das Schlimmste ist, zur Folge hat, daß sich der Grundbesitz in den Händen Weniger ansammelt. Daß Letzteres im Süden der Fall war,. daß die reichen Sklavenbarone fast ausschließlich dasLand besaßen, weiß Jeder, aber ich will Beweise bringen. Vor ungesähr20 Jahren erließ eineConvention von Landwirthen in SüdCaro lina eine Adrcffe, in der es unter Anderm hieß : Ihr Comite wünscht die Aufmerk samkeit dieser Convention auf die traurige Thatsache zu lenken, daß das Jnteresie, daö . unsere Bürger bisher an der Landwirthschaft nahmen, stillsteht; unsere Heimstätten vermindern sich in schrecklicher Zahl, unsere Söhne suchen die reichen ud fruchtbaren Ländereien des Südwestens auf, wo sie glauben, ihren Gewinn ver dreifachen zu können. Wir verlieren nicht nur unsere energischsten und nützlichsten Bürger, sondern verlieren auch unsere Sklavenbevölkerung, in welcher der Wohl stand desLandes besteht. UnsereSchweine, Pferde, Maulesel und Rindvieh werden kleiner und vermindern sich an Zahl, und wir müffen unsere Börsen bis zum letzten Cent leeren, um sie aus den nordwestlichen Staaten zu ersetzen. Verfolgende Paragraph ist einer Rede eines hervorrazenden Bürgers von Ala bama entnommen : Ich kann Ihnen in den älteren Theilen von Alabama, und in meinem eigenen County Madison die traurigen Beweise der erschöpfenden Baumwollen Cultkr zeigen. Nachdem unsere kleinen Pflanzer den Rahm von ihren Ländereien abge schöpft haben, und unfähig denselben durch Ruhe und Düngung Ersatz zu verschaffen, ziehen sie weiter nach Westen und Süden, um jungfräulichen Boden aufzusuchenden sie in gleicher Weise verderben und aus ziehen. Unsere wohlhabenderen Pflanzer, denen größere Mittel zu Gebote stehen, kaufen die Pflanzungen der Aermeren an und dehnen so ihre Ländereien aus. Die wenigen Wohlhabenden, die im Stande sind, sich mit kleineren Gewinnsten zu be gnügen und ihren Feldern hie und da etwas Ruhe zu gönnen, vertreiben so die Anderen und vermehren die Zahl ihrer Sklaven. Da3 Geld, das sie für Baum wolle einnehmen, legen sie in Ländereien und Sklaven an. So kommt es, daß die weiße Bevölkerung sich vermindert und die Zahl der Sklaven sich vermehrt. Wenn man das Land durchreist, entdeckt man zahlloseFarmhäuser, die meist freien weißen Männern zum Aufenthalt dienten, die aber jetzt von Sklaven bewohnt werden, oder ganz verlasien sind; Felder, die nicht fruchtbar waren, sind sich selbst überlasten und mit Unkraut bedeckt; da wo einst blü hende Dörfer standen, findet man verlas sene Häuser, deren Dächer und Wände.mit Moos bewachsen sind, und dieses Land, in dem vor 50 Jahren die Axt des Pioniers kaum noch einen Baum gefällt hatte, zeig bereits die Spuren des Verfalles, ähnlich. wie Virginia und' die Carolinas. Nichts ist mehr verderblich sür den Bo den, als die Baumwollen-Cultur. Ein Pflanzer in Alabama, pflegte zu sagen, daß die Baumwolle mehr zerstört habe, als feuerspeiende Berge und Erdbeben. Ein

Beweis dafür sind die rothen Hügel von

Georgia und Süd Carolina, welche Baumwolle erzeugten, bis der letzte Ster beseufzer des Bodens jeden weiteren Ver such zur Anpflanzung verbot; und das Land erinnert den Reisenden in seinerVerWüstung an die Ruinen des altenGriechenlands." So schrieb schon vor 20 Jahren ein süd liches Blatt. (Fortsetzung folgt.) Forensische Nedeblüthen. Ein Wiener Journal stellt einige Redeblüthen aus den Plaidoyers dortiger Ver theidiger in Streitsachen zusammen. Wir entnehmen dieser Zusammenstellung folgendes : Der Staatsanwalt hat die An klage mit großem Feuer vertreten. Der Vertheidiger bemerkte deshalb : .Der Herr Staatsanwalt kommt mir vor, wie ein überhitzter Miffouridampfer, welcher über den Ocean nach Wien segelt !". Derselbe Vertheidiger apostrophirt die Geschworenen: Meine Herren! Ich empfehle Ihnen, die dritte Frage weder zu bejahen, noch zu verneinen !" Bei Vertheidigung eines Diebes äußerte sich ein Anwalt : Es ereignet sich manchmal, daß Jemanden etwas wider seinen Willen gestohlen wird Dieser tiefen Sentenz folgte die auf den vorliegenden Fall bezügliche sachliche Be merkung : Die Individualitäten, die in dem Kofser versperrt waren, sind uns nicht bekannt I" Als Beispiele meisterhafter vergleiche mögen folgende Aussprüche betrachtet werden : Die Anklage kommt mir vor, wie eine Seifenblase, welche auf dem Haupte desStaatsanwaltes zerplatzt, nichts zurück lastend, wie ein feines Drahtgitter, wel ches" :c. . . . Dieser Umstand erscheint mir als ein ' vereinzelter Halm auf dem Stoppelfelde der Anklage !" Die Frage erörternd, ob der Angeklagte mit einem Manne, der von Äeuaen am , Thatorte gesehen wurde, identisch ist, sagte em Aerlyeiolger: 'venn &t yunvert m IW1 e . . Personen nebeneinander stellen, werden .ie kaum Einen finden, der sich gleich. ieht !" Ein Vertheidiger besorgt, daß die äußere Erscheinung seitens des selbstver schuldeten Bankerotts angeklagtenKlienten auf den Gerichtshof ungünstig wirken könne. Sein Klient ist nämlich wohlge nährt und ein ansehnliches Bäuchlein gibt ihm ein behäbiges Aussehen. Der Ver theidiger bemerkt deshalb dem hohen Ge richtshose: Der Angeklagte hat das Unglück, so.gewachsen zu sein,daß er reich aus sieht !" Den Schluß dieser Sammlung macht das effektvolle Finale eines Plaidoy. ers.. Morgen ist Freitag !" ruft ein Vertheidiger aus, möge er für meinen Klien ten zum Freitage werden !" Diesem rei zenden Sträußchen können wir noch ein Blümchen hinzufügen, das wir jüngst in dem Berichte eines hiesigen Blattes über eine pikante Anklage" selbst gepflückt ha ben. Der Vertheidiger bemerkte da näm? lich von dem Hauptbelastungszeugen: Himmelhoch jauchzend" stürzte er sich, in die Arme der Angeklagten ; wenn ihn diese nfipr iin 9lirfririsffn. ihr Kind ZU UN v y 9 v y " terstützen. erinnerte, war er zu Tode be trübt." . - Die Vorzüge Amerikas werden von dem parlamentarischen Witz bold S. S. Cox in folgender Weise her gehalten: Amerika ist ein herrliches Land ! ES hat die längsten und zahlreichsten und tiefsten Flüffe, welche schneller fließen, höher steigen und mehr Geräusch machen, tiefer fallen und größeren Schaden anrichten. als die Flüffe irgend eines anderen Lan des. Es hat die meisten See', welche grö ßer und tiefer, klarer und näffer sind, als die aller anderen Länder. Unsere Eisenbahn-Waggons sind geräu miger und laufen schneller, gerathen öster von den Schienen und tödten mehr Menschen als alle Eisenbahn Waggons aller anderen Länder. Unsere Dampfer führen größere-Ladun gen, sind länger und breiter, verlieren öfter ihre Keffel durch Explosion, lasten ihre Pas sagiere höher in die Lust fliegen und haben krästiger fluchende Kapitäne, als die Dampfer eines andern Landes. Unsere Männer sind größer und dicker, prügeln sich häufiger, trinken viel mehr Schnaps, kauen mehr Tabak und spucken häufiger und weiter, als Männer jedes andern Landes. Unsere Damen sind reicher, schöner, kleiden sich hübscher, geben mehr Geld aus, brechen mehr. Herzen und richten mehr Unheil an, als die Damen aller anderen Länder. . Unsere Kinder schreien lauter, wachsen schneller, kommen früher aus den Kinderschuhen und werden nm einige Monate eher 20 Jahre alt, alZ die Mr.der irgend eines anderen Landes." Obgleich dieser HerzenLerguß mit seiner: Wortreichthum, seiner losen Cedankenverbindung an NichtZ mkhr.erinnert, alZ eine gewöhnliche Marktsreierei, so muß man ihn doch alS Selbstironie deZ ar:erikanischen HumorZ zu würdigen wisten. o Unverschämt eFrage. entschuldigen Sie die Frage, Herr Lus.iz : c:: trägt denn Jre Hemden so lar.: f.: sind?"