Indiana Tribüne, Volume 1, Number 9, Indianapolis, Marion County, 12 October 1878 — Page 1
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Indian Tribüne. .lSwOschendlatt.) Offce: PRESS BUILDING ES,E!r,u.Vk,rld.Str. kZimmer 9. I. Etage.) Nonnenents-Preise : In LorauSdkzahlung pro Jahr....... 2.00 Durch den Trägerin Havi ekefert xexlonat 20 CtS. Ind. Tribun o H pls? ?bttett,. Office : PRESS BUILD'G, Cor. Circle & Meridn Boom 9, 3d Floor. Rates of Subscript: Per Ann in Advance $2.00. Delivered by Carrier per Month..20 Cts, LoüiS Hild, HerauSgebkr.' Öfsice: Ecke Circle u. Meridian-StralZe. Jahrgang ! No. 9. . Andianapolis, Zndiana, Samsiag, den l2. HKtoöer.l878.
Indiana Tribune.
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Geh' deine Bahn ! Seh' deine Bahn und laß die Leute schwatzen. Die Sahn ist lang die Leute schwätzen diel, Mag Unverstand von Ort zu Ort sie hetzen, Veh' deine Bahn ! Deur an dein hoheö Ziel ! Mag mancher H eb dich hart und schwer verletzen. Der schonungilos in deine Seele siel ; Wirf ab von dir, was deine Stirn umwittert, Seh deine Bahn, - Aufrecht und unerschuttert ! Geh' deine Bahn ! Ob sich mit tausend Krallen Der blinde Haß an deine Ferse häogt, Ob die Bnläumdung dich, gefloh'a von Allen, Bit en den Rand dei tiefen Abgrund dräng, Seh' deine Bahn ! Dn kannst, du darfst, nicht fallen. Ob's deine Seele auch zusammenzwängt ; Kopf in die Höh' ! Mit keinem Glled gezittert! Eeh' deine Bahn ! Aufrecht und unerschüttert! Seh' deine Bahn! Laß nnr dieDummen schwätzen, Daß dies nicht möglich, da nicht thunlich sei. Laß sie getrost sich hintern Ösen setzen, Mit ihrer blöden Kannegießerei, ' Geh' deine Bahn und folge den Gesetzen, In deren Sieg die Welt wird schön und frei, Vor deren Macht das Sklavenjoch zersplittert ; Seh' deine Bahn! Aufrecht und unerschuttert ! England, Afghanistan und Nußland. . Die Zurückweisung der britischenGesandtschaft nach' Kabul durch einen Offizier des Emir Schir Ali Khan von Afghanistan und der damit dem britischen Reiche angethane Schimpf fangen bereits an, ihre Folgen bemerkbar zu machen. Die Nachrichten . aus Indien. lassen kaum noch Zweifel darüber zu, daß es in Folge desien zwischen England und Afghanistan zum Kriege kommen wird, aus dem sehr leicht sich ein englisch russischer Krieg entwickeln dürfte, wobei Fürst Gortschakow versuchen mag, die durch den Berliner Vertrag erlittene diplomatische Niederlage an England wett zu machen. Die russische militärische Expedition nach Afghanistan, welche vor einiger Zeit beabsichtigt war, ist aufgegeben worden, da die diplomatische vollständig den erwünschten Zweck erreicht hat"und ie ' Beziehungen zwischen Rußland und Afghanistan sich jetzt so gut gestaltet hahen, wie es besser durch eine militärische Aktion nicht zu erreichen gewesen wäre. In der Situation, wie sie sich jetzt in Eentralasien gestaltet hat, dokumentirt sich so recht wieder die punische Treue Rußland's, für welche die Geschichte schon zahlreiche Belege geliefert hat. Als während des russisch-türkischen Krieges auch ein Krieg zwischen Rußland und England seinem Ausbruche nahe zu sein schien, bot Rußland Alles auf, um in Afghanistan einen prädomirnrenden Einfluß zu erlangen. Dies war ihm nicht zu verdenken, jetzt aber ist jene Gefahr vorbei und das Verhalten Rußland's muß von einem anderen StandPunkt aus beurtheilt werden.Es hat der rufsischenRegierung wieder einmal gepaßt, eine eingegangene Verpflichtung nicht zu beachten und sie hat das Abkommen, keinerlei Einfluß auf den Emir von Afghanistan auszuüben, gebrochen und dadurch England Zu einer Politik gezwungen, welche dieses unter anderen Umständen schwerlich verfolgt haben würde. Wie die Verhältnisse in Eentralasien sich gestaltet haben, ist es für England von größter Tragweite, obdie Unabhängigkeit des Emir, nach der von Lord Salisbury als Eolonialminister schon betonten britischen Politik, gewahrt, oder - ob derselbe ein Werkzeug in Rußland's Händen wird. Es ist die klare, wenn auch vielleicht schwer zu erfüllende Aufgabe England's, dafür zu sorgen, daß dieß nicht geschieht. Afghanistan ist der Schlüssel zu BritischIndien und England darf dasselbe unter keinen Umständen in Rußland's Hände gelangen lassen, wenn es nicht befürchten will.
daß dieses den so errungenen Vortheil bei der ihm passend erscheinenden Gelegenheit nach besten Kräften ausnützen wird. Daß Rußland danach strebt, in Afghanistan fe sten Fuß zu fassen, ist wohl jetzt nicht mehr zu bezweifeln, wenn sich auch nicht behaupten läßt, daß sein Einfluß die Ursache der Zurückweisung der britischen Gesandtschaft war. Ein solcher Schritt wäre eine sehr kurzsichtige Politik gewesen, da England im ' Stande ist, fast seine ganze Land- und Seemacht gegen Rußland ;u verwenden. Allem Anschein nach spielt dagegen Rußland in Eentralasien dasselbe Spiel, wie bei dem ' Vischen Herzegowina," aus dem sich spä- . ter der rusnsch-türkische Krieg entwickelte, nachdem der kleme Gernegroß von Serbien . vergeblich versucht hatte, für den russischen Bären die Kastanien aus dem Feuer zu holen. ; Wenn dem Schir Ali Khan von Seitm der russischen Politik eine ahnlicheRolle zugedacht ist, würde er sehr wohl thun, sich
an dem Füchen Atilan ein Beispiel zu nehmen, dessen Errungenschaften durch den Berliner Vertrag die in den letzten drei Jahren seitens Serbiens gebrachten Opfer an Blut und, Geld bei Weitem nicht aufzuwiegen im stände sind. Der Emir von j Afghanistan ; hat die Wahl zwischen England als Freund und Beschützer sein.s Gebietes oder als Gegner, und aller Wahrscheinlichkeit nach wird England zu letzterer Rolle gedrängt werden, wobei allerdings die fernere Unabhängigkeit Afahanistan's stark in Frage gestellt werden mag. Es läßt sich schwer erkennen) wo dem Kriege, wenn er einmal ernstlich begönnen, Einhalt gethn werden kann und . welchen Umfang derselbe annehmen mag. An ein Nachgeben des Emir auf die Forderungen Englands ist vorläufig nicht zu denken, da die Eroberung von Afghanistan keine leichte Aufgabe ist; wiewohl die Mittel dazu in Indien vollauf vorhanden sein mögen. England hat wenigstens Alles schon in Bereitschaft gesetzt, um. den Krieg, gegen den Emir beginnen zu können. Seit vierzehn Tagen schon marschiren die indischen Truppen an die indisch-afghanische Grenze, um in das Land des Emir von vier verschiedenen Punkten einzudringen. Die Nähe des Winters und die Ungewißheit über die Haltung der Grenzstämme sind allerdings zwei Hindernisse" von bedeutender Tragweite, doch läßt, sich erwarten, daß es trotzdem den indischen Truppen gelingen wird, einzelne strategisch-wichtige Punkte in Afghanistan vor Eintritt deS Winters zu besetzen, um eine feste Basis für die dann im Frühjahr wieder aufzunehmenden Operationen zu haben. Es wird indeß nicht leicht sein, dieses Ziel zu erreichen, namentlich da ein beträchtlicher Theil der Grenzstämme in Afghanistan, deren Neutralität zu sichern der Vice-König von Indien seit dem Affront im Khyber-Paß eifrigstbemüht war, auf Seiten des Emir Vchu' Ali Khan stehen soll. In früheren Kriegen mit Afghanistan hat England die Erfahrung machen müssen, daß seine Gegner nicht leicht zu unterschätzen waren und hat diese Erfahrungen und die hinsichtlich der Grenzstämme begangenen Irrthümer so theuer bezahlen müssen, daß sich erwarten läßt, daß dieselben bei der Leitung deZ zu erwartenden neuen Krieges werden beherzigt werden. Wenn England in diesem ' Kriege schnellen und dauernden Erfolg erwartet, so darf es nicht wieder die früheren Zehler begehen, sondern der Widerstand, den die britisch-indischen Truppen
zu überwinden haben werden, darf nicht unterschät werden und die Stärke der Invasionsarmee muß diesem Widerstand entsprechend sein. Die Invasion von Afghanistan wird sich nicht zumSpaziergang nach Kabul gestalten. Die Art und Weise der Zurückweisung der. britischen Gesandtschaft berechtigt en dem Schluß, daß der Emir sich der ganzen Tragweite dieses Schrittes wohl bewußt war und sich in Folge dessen auch auf die Folgen dessen vorbereitet hat. Ob und wie weit Rußland ihn gegen Eng land unterstützen wird, läßt sich noch nicht sagen, soyiel aber läßt sich behaupten, daß man an betreffender Stelle gut thun wird, diese Eventualität in's Auge zu fassen, um auch für diejenigen Ereignisse, die sich daraus entwickeln dürften, entsprechend gerüstet zu sein. . - ' -.. . (N. Z. Stztg.) Daö Coatraktionö'Eeheul. i f Die Greenback-Partei(sagt der D. Correspondent") lamentirt speziell über die Courant-Eöntraction und schreibt dieser alle Uebelstänce zu, welche unser Geschästsleben bisher betroffen haben. Die Contraction oder Zusammenziehung ist allerdings ' seit, dem gron Krach sehr bedeutend gewesen, aber diesem steht die Thatsache gegenüber, daß die 5!aufkraft unserer'Greenbacks in fast gleichem Verhältniß gewachsen ist; ferner daß die Geschäftswelt heute mehr Geld zur Verfügu7.z hat und . zu geringeren Zinsen Geld Halm kann, als vor 5 Jahren. Es fehlt u,J an Geld, sondern an Vertrauen und da: ' vertrauen kann nicht "hergestellt werden l .durch, daß man die Werthe welche jet l"lf sicherer Basis angelangt sind, abermals ins Schwanken bringt. Unsere Notenci'. llation beträgt heute mit dem Geld? Nationalbanken zusammen etwa 6740,0 : ,000. Dies genügt für alle legitimen, 'ecke und gibt un5 ein Courant von 017 : Kopf. Rechnet man, daß die Kausl. ' ' unseres heutigen Geldes um mehr als 01": 000,000 c:" c') die des massn. ' .:n Ccra:." i;n 1C35 bar, so sehe:: n:;' ein, lr: i;;r t ha
ben sollen. Stellt daS Vertrauen her, damit daS Capital wagt, Arbeiter zu beschäftigen. Dies ist entschieden besser, als wenn man das Geld des Arbeiters durch MassenEmission entwerthet und alle Lebensbedürfnisse muthwillig vertheuert.
Unangenehme Erlebnisse deS Yly-mouth-Veccher iu Omaha. (AuS der .Omaha Post., Es war erst 5 Uhr, als Henry Ward Beecher am Freitag früh der Stadt Omaha in Begleitung seiner besseren Hälfte und Tugendwächterin den Rücken kehrte und seiner' östlichen Heimath entgegendampfte. Ist das aber ein ungeschliffenes Volk m diesem Hinterwäldlerdorse am Missoun" wird der Wüstling in der Predigerkuttegedacht haben, als er sich wieder jenseits des Big Muddy" befand. Es war ihm aber auch gar zu' übel hier mitgespielt worden. Kam da zuerst die deutsche Post" .drohte den Namen einer jeden deutschen Frau oder Jungfrau, welche die Vorstellung des Ply-mouth-Bullen besuchen werde, in der Zeitung zu veröffentlichen. Natürliche Folge: keine einzige deutsche Dame war zu sehen. Ueberhaupt war die Baptistenkirche, wo Beecher seine geistreichen heuchlerischen R edensarten zum Besten gab, nur sehr schwach besucht, während das Courthaus, wohin in allerletzter Stunde noch ein Comite des Arbeitervereins ein Anti-Beecher-Meetin'g" berufen hatte, bis auf den letzten Platz gefüllt war. Erst gegenAbend wurde es durch Zettel bekannt gemacht, daß eine derartige Versammlung abgehalten werde. Die Hauptredner waren John Ables und I, R. Furlong von Council Bluffs. Ables sah in dem Gesicht Beecher's nichts Anderes, als die Physiognomie eines wohlgemästeten Bullen, der, wenn er von Wasser u. Brod, wie er es vom Arbeiter verlange, gelebt hätte, schwerlich den häuslichen Frieden seines besten Freundes untergraben habe. Das vorher ernannte Comite unterbreitete sodann eine Reihe von Resolutionen, in denen Beecher in ebenso kräftiger als richtiger Weise an den Pranger gestellt wird : 1. Während wir die Freiheit der Rede und der Presse über Alles hochhalten, beanspruchen wir dennoch das Recht, die Worte und Thaten von Männern, die vor die Oeffentlichkeit treten, zu kritisiren. .2. Wir erkennen in Henry Ward Beecher den Feind ehrlicher Arbeit und wahrhafter Moral und halten ihn für einen Vernichter öffentlicher Tugend. ' 3. Er kommt hierher als ein Vertreter dervonlü ds Aristokratie, der größten Feindinder Republik. 4. Wäre er ein würdiger Nachfolger seines geistlichen Meisters, so würde er Brüderlichkeit und kein Raubsystem predigen (droUierQooä anä no roddernooä.) . 6. Nur in der allgemeinen Sittenverderbniß können wir die Ursache seiner Anziehungskraft finden. 6. Im Namen der Menschenwürde, der Wahrheit und der öffentlichen Moral stellen wir ihn demnach an den Pranger und ersuchen alle Arbeiter in den Ver. Staaten, diesen Wolf in Schafskleidern zu verdammen. ' Diese Beschlüsse wurden einstimmig an genommm. Das heutige Regenwetter allein verhinderte den beabsichtigten Fackelzug, hingegen . einen - Theil der Arbeiter nicht, sich mit einer Menge von Transparenten'am Eingange ' der Baptistenkirche aufzustellen. . Unter den verschiedenen, recht gelungenen Inschriften seien nur folgende erwähnt ..; i Bread and water a sure preyentative of nest-niding. - , -;. . ' ' . Tnou shalt not covct thy neighbor's wifa. " ... Go to hear ttie boss of the Plymouth brothel. 3 . I $1,T)00 a night for Beecher ; .$1.00 g dayfor the workingman tö get fat on. ". Beecher, the enemy of the popr man, and King of the adulterers. ;j ' Was der Plymouth Pfaffe Wohl geda: hat, als '.er mit :seinem'Auditorium di: Kirche verließ und -diese schönen ),Puffs"im hellsten ''Lichterglanze - lesen 'müßte ? Wir wetten einen abgelegten Strohhut ge-' gen eine neue Pelzmütze daß der Freund und Seelsorger" von Elisabeth Tiltc:: während der nächsten zehn Jahre nicht mehr in Omaha , Mischern" wird. ": - Als Zeichen der Zeit wich Uti: daß sowohl in Deutschland, wie m ir.C;r.n land fast -ftircanb r.t5r in t:r c:::."!:'.. der Eisenbahn srt. Cinjtlr.V Giiv.T nen hratrn t:::U: lzz::Ux, c0 r.:-i; . ) niassr v.kA c-ni tl:: "t:::l:Z:z s:":::.
Der Va. er und die Qpahen. Diebe ? was thut ihr denn dort ? Macht euch aus den Kirschen fort ! Wo es was zu naschen gibt, Sitzt das Bettelvolk und piept : Auf dem Felde, wenn gesit wird, Wenn es reift und wenn gemäht wird. In dem Garten, vor der Scheune, Auf dem Kirschbaum', wle im Weine ! Spricht das Spätzlein : Liebe? Man, Seht unö nicht so grimmig an ! Was ihr erntet, was ihr pflückt, Hat der liebe Gett geschickt, Und für uns zu Luft und - Leben Auch ein Bischen zugegeben, Spatz und Bauer, keiner minder. Sind des Herrgotts Bettelkinder "
.-. iDaö gelbe Fieber in New Orleans. I i Ranm daß die Geisel des gelben Fiebers ! t dem schwer heimgesuchten New Orleans chzülassen schien, droht der Stadt eine h:ue Gefahr durch die Rückkehr der Persos.:n, welche vor der Epidemie geflohen wai:n. Die dortige Deutsche Ztg." schreibt: Die Epidemie hat im Laufe dieser Woche !.urch die verfrühte Rückkehr einer großen ahl von Personen, die beim Ausbruch der Htttche flüchteten, neue Nahrung er)lten, und an Stelle der in den Listen Tagen der Woche signalisirten connten Besserung unseres Gesundheitszu Landes, ist eine Verschlimmerung desselben ztreten. Aehnliches meldet man aus licksburg und Memphis. Leute, die sich aus den insicirten Städten auf's Land geflüchtet hatten, retten sich buchstäblich zurück in die Städte, wo sie bessere ärztliche Be'Handlung und sorgfältigere Pflege erwarÄn, seitdem das gelbe Fiebe.r bis in die entlegensten ländlichen Distrikte gedrungen Eine nicht geringe Anzahl der RückEhrenden bringen bereits die Keime der Krankheit mit, und legen sich gewöhnlich 1 wenige Tage nach der Rückkehr. Daher einerseits die bedeutendeZunahme der neuen Erkrankungsfälle, und andererseits die unverminderte Sterblichkeit, welche sich in den letzten Tagen hartnäckig in den fünfzigeren behauptet hat. ' ; Es würde erfahrungsmäßig nutzlos sein, vorder Rückkehr der vielen Tausenden, die sich noch auswärts aufhalten, zu warnen. Der Mehrzahl sind die Mittel ' zu einem längeren Aufenthalt in theuern Hotels und Badeorten ausgegangen und sie besitzen eben noch gerade genug Geld, um die Reisekosten hierher zu bestreiten. Jeder von diesen rechnet auf das baldige Aufhören der Epidemie, und riskirt die Rückkehr in der stillen Hoffnung, daß Er ja nicht nothwen? digerweise erkranken müsse. Ebenso calcu liren abwesende Geschäftsleute, die nicht gern die Eröffnung derSaison missen möchten. Und so bringt uns denn jeder Eisenbahnzug, jedes Flußboot eine große Zahl rückkebrender Flüchtlinge, denen wir in ihrem wie in unseremJnteresse nur wünschen, daß sie sich in ihren Beregnungen nicht täuschen mögen. ' Wer aber weder durch Nothnoch durch unabweisbare Geschäfte gezwungen ist, hierher zurückzukehren, dem rathen wir ernstlich soweit unsere Stimme reicht zu verweilen, wo er sich befindet, und die Rückreise nicht eher anzutreten, als bis wir mit gutem Gewissen versichern können, daß alle Gefahr vorüber sei. Virchow über Viömarck. Die Londoner Timeö" veröffentlichte ne Charakteristik Bismarck's aus der Fe der ihres Pariser Correspondenten (BloWitz), welcher während des Congresses in Berlin war, wo er vom Fürsten Bismarck zu Tisch geladen wurde. Der Times-Correspondent schildert den persönlichen Zauber des Kanzlers im Privatverkehr und preist feine Größe als Diplomat, fügt aber hinzu, Bismarck habe eine so große Meinung von seiner. Unfehlbarkeit, daß er Lob als Impertinenz und Tad.l als Blasphemie ansieht. Der Times"-Correspondent hatte dem Führer der Fortschrittspartei, Virchow, einen Besuch gemacht, und führt an, wie Virchow sich über den Reichskanzler geäußert . hat. Wir tadeln Bismarck," soll Virchow gesagt haben, weil er eine bismarckische und nicht eine deutsche Politik ausführen will. Bismarck's Hauptziel besteht darin, an der Spitze der Geschäfte zu bleiben. Bismarck gab uns .Ruhm, aber er nahm uns .unsere Freiheit, ohne uns auch nur Prosperität zu verschaffen; er kennt Europa, aber nicht Deutschland ; er behandeltes, als ob er un5 erobert hätte;
er berücksichtigt nicht unseren gerechten Stolz und begreift nicht, daß wir gerade so viel wie er an der Politik unseres Väterlandes interessirt sind. Er buhlte mit allen Parteien und ließ alle im Stiche. ; Ich bin nicht sein Feind, ich opponire nur seiner despotischen Politik. Bismarck's 'Politik machte Deutschland größer, allein er wird niemals Politik treiben, welcheDeutschland freier oder glücklicher machen wird. ? Bismarck verletzt fortwährend unsere Gefühle; wir sind kein besiegtes Volk, wir wollen uns führen, abe: nichp treiben lassen. Ausnahmegesetze widerstreben uns ; wir wollen nicht Bismarck's Rücktritt, allein wir wünschen doch ein wenig unsere eigene Geschicke mit zu bestimmen und unsere eigenen Interessen zu. discutiren." ' So und noch viel schärser sprach Virchow. Der Times-Correspondent kommt nach genauerer Prüfung und nach Aufzählung aller Verhältnisse, obwohl er srüher an Virchow's Tadel zweifelte, zu dem Schlüsse : Virchow habe Recht. Wie groß auch der Genius eines Mannes sei, er verfehlt seine Mission als Führer einer Nation, wenn er seinen Willen allein dem collectiven Willen der Nation substituiren will, und wenn er versucht, anstatt die weise Ausübung der Freiheit zu lehren, seiner Nation das traurige Loos jener Völker zu bereiten, welche zu Gunsten eines einzigen Mannes abdiciren.
mag derselbe ein noch so großes Genie sein. Die Howgate'sche Nordpolexpedition sollte eine wissenschaftliche Station und Colonie in den arktischen Gegenden gründen, welcheColonie von einem bestimmtenPunkte aus ihre Untersuchungen anstellen sollte. Nach diesem festen Punkte sollten dann all jährlich Schiffe mit Vorräthen etc. abgeschickt Werden und dessen Verbindung mit der Außenwelt sichern. Das kleine Schiff Florence" unter Capitän Tyson' fuhr im August letzten Jahres -voraus -um den Platz für die Station auszusuchen und dort die Haupt'Expedition zu erwarten. Da aber der Congreß die erwarteten Bewilligungen nicht machte, so wurde aus der Expedition gar nichts und die Florence" . unter Capt. Tyson ist aus den arktischen Gegenden zurückgekehrt. Capitän Tyson berichtet über feine letzte Reise: Er fuhr in seinem kleinen Schiffe Florence" am 2. August vorigen Jahres ab und kam in 41 Tagen nach detn Cumber-land-Golf, um Felle, Kleider aus Fellen, Eskimo-Hunde und Schlitten unh andere nöthige Vorräthe anzusammeln. . Dort waren sehr viele Schiffe, aber wenig Felle. Die Eskimos befanden sich auf der Renn-thier-Jagd. Da es schon spät in der Iahreszeit war, so blieb Tyson in dem Hafen Niantilic unter 65 Grad 10 Minuten nörd licher Breite und warttte auf die Rückkunft der Eskimos, die auch zahlreich ankamen, aber sofort wieder nach schottischen Schiffen abgingen, mit denen sie Contrakte abgeschlössen hatten. Am 23. September endlich konnte man einige Eskimos anstellen. und am 1. Oktober fuhr die Florence" nach der Einfahrt der Bucht, um dort zu überwintern, fern von den anderen Schif fen, damit die Eskimos nicht abspenstig ge, macht würden. Das Schiff ankerte dann im Annatook Harbor, 66 Grad nördlicher Breite, und blieb dort im Winter von '77 auf '78 und im Frühling.. Man bracht viele Felle zusammen und machte daraus Kleidungen, die übriggebliebenen wurden eingepackt. Mit fünf Eskimos, die fünf Weiber und fünf Kinder bei sich hatten, fuhr das Schiff dann uach der Küste von Grönland. Am 19. Juli segelte Tyson nach der Insel Disco ab,, wo er am 21 Juli und bis zum 22. August vergebens auf die Howgate'sche Expedition wartete. die er schon vorzufinden gehofft hatte. Da er keine Briefe und Nachrichten erhielt, so beschloß er, nach dem Cumberland Golf zu rückzukehren. Diese Fahrt war voll Ge fahren; das Eis war so 'massenhafi, daß kein schottischer Wallfischfahrer! durch die Milville Bai nach der Grönland Seite dringen und kein dänisches Schiff nach der oberen Colonie hätte durchdringen können. Mit größter Mühe arbeitete sich die .Florence" 200 Meilen weit durch das Eis und kam am 31. August im Cumberland Golf an. Der Winter war nun so nahe, daß Capt. Tyson seine Eskimos entlaß und am 2. September die Heimreise antrat. . - Feldmarschall Graf M oltke ist um seinen Abschied eingekomrzen. DerKaiser hat sich die Entscheidung vorb2lten. .
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