Indiana Tribüne, Volume 1, Number 8, Indianapolis, Marion County, 5 October 1878 — Page 2
Republikanische Staars-Plat-form, aufgestellt von der am 5. Juni 1878 abge haltenen StaatsConvention : Die in'Convention versammelten 'Republikaner vonJndiana gebcn folgende Pnnzipiener Klärung ab : . 1. Die Aufrechterhaltung der Prinzipien der republikanischen Partei als unerläßlich für den Frieden, die Erhaltung und Prosperität der Na
tion. 2. Das Recht der freien Rede soll sorgfältig gewahrt werdcn, aber allen Aue schreitungen, die den öffentlichen Frieden bedrohen nd ffesetzlosig seit herbeiführen, soll kräftige Opposition entgcgengesetzt w.rden. 8. Gleiche Recht? bor dem besetz und gleichen Schutz durch d's Gesetz für Älle. ohne Unterschied der Rasse, Farbe, Nationalität und Stand. 4. Keine Privilegien für Individuen oder Klassen, d. h.eine Klassen-Eesetzgebuno. 5. Opposition gegen alle Subsidien, nationale, Staats- oder muni ipale. 6. Unsere Volksschulen sollen heiliggehalten und daö System auf recht erhalten w e rd en, der Schulfand darf nun und nimmer zu sec tirerischen Zwecken verwendet wer-den.-1 7. Strengste Sparsamkeit in allen Zweigen der öffentlichen Verwaltung. 8. Eine gerechte Einteilung und L mitirung der Steuern, sowohl municipaler, nationaler etc. 9. Opposition gegln Vermehrung der municipalen Schuldenlast. 10. ' Strenge Verantwortlichkeit der öffentlichen Beamten. 11. Eine gerechte Reduktion und Acqualisation der Eebühren der öffentlichen Beamten. 12. Einführung von Gesetzen, die an und für Eisenbahnen oder andere Corporationen arbeitenden Leuten den verdienten Lohn sich. 18. Eine gerechte Ermäßigung der Srundeigenthum betreffenden Beschlagnahme- (ExccutionS) . Gesetze und Einsührnng eines liberalen Heimstättegesetzes. 14. Gesetze zum Schutze der Bergleute und Kohlengräber und sonstigen Arbeitern, die lebensgekährlichen Beschäftigungen obliegen. 15. Einführung strenger Registrirungs. und Wahlgesttze durch ein Amendement zur Con.. stitution. 16. Sympathie mit allen auf individuelle Re form hinzielenden Anstrengungen. 17. Solche Gesetze zum Schutze und zur gördernng der amerikanischen Industrie, durch welch? gleichzeitig' dem Arbeiter der volle Eegenwerth für sewe Arbeit gesichert wird., v, s 18. Wir erklären uns ferner für Beibehaltung und gegen Entwerthungder Greenback-Currency. 19. Eine gesunde Gold-Currency gleichwertlig mit Silber '' und Papier (d. h. Gold, Silber und Papier müssen den gleichen Werth haben und Padi'rgeld jederze't in Gold und Silber umtauschbar sein.) 20. Dundesgesetze, welche Bezahlu'g von Zöl len und Einlösung von. Dondö mit Ereeubacks gestattet. 21. Opposition gegen alle weitere ezperimen. tale Finanz.yes tzgebung; Stabilität ist uner. läßlich für die Prosperität von Handel und Industrie. 22. Unionssoldaten sollten in Ehren gehalten j lt . . rcv. werden und Die Hanotungswee oes vemoiranscheu HauseS : Absetzung und Ersetzung derselben durch confoderirte Soldaten, sollte von jedem Patrioten verdammt werden. 28. Opposition gegen alle auS der Rebellion entspringenden Ansprüche (Southern or Rebel Claim.) 24. Wir verdammen die Handlungsweise des demokratischen Hauses des Eongressek, welches I . ' . Bezahlung von Rebelle n-Ansprü-chen zum Gesammtbetrage von über $209,000,000 forderte, als eine Verschwörung gegen die Regierung, nicht so offen wie bewaffnete, aber nicht minder gefährlich. , 25. Wir halten die Handlungsweise ds demo ratischen HauseS, welches rechtmäßig erwählte republikanische Repräsentanten ihr?r S!tze beraubte '.und Parteigänger in deren Platze einschmuggelte ohne die geringste Rücksicht aus die Rechte deS Volkes zu nehmen, für im höchsten Grade ungerecht. -26 Die Führer der demokratischen Partei dersuchen eine revolutionäre Partei auS derselben zu machen; sie lassen dem Volke nicht die ihm so nöthige Ruhe, durch fortgesetzte Agitation und Hetzerei untergraben sie den Frieden deö Volkes und stellen dem Wiederaufleben von Handel und Wandel Hindernisse in den Weg durch ihre Wühleieien, die auf weiter nichts hinzielen, als politisch es Capital für ihre Partei herauszuschlagen, (Potter'scher UntersuchungS.Schwwdel.) Der Frieden und die Prosperität des Landes sind ihnen uichts, politische Capitamacherei alleö. Der Ruf: Schwindel und Betrugt in Bezug aus die Präsidentenwahl dient ihnen als ein Deckmantek, unter dem man die Gewaltakte im Süden, durch welche Tausende don Bürgern ihre EtimmrechteS beraubt und corrumpirt wurden, verstecken will; die unscrupulöfe Art und Weise in welcher die demokratischen Führer Elektoralstimmen zu kaufen suchten, macht dieselben des Vertrauens des Volkes unwürdig. 27,-'Das Absprechen deS Rechtstitels des Präsidenten Hahe auf fein, Amt ist ein desperater Parteiact, und der Versuch, ihn arS seinem Amte zu entfernen, ist rev"lutlonärer Widerstand gegen die Gesetze. Wenn derselbe nicht von dem Volke verdammt wird, dann wird derselbe einen Präzedenzfall lief rn, auf den sich alle geschlagenen Parteien stützen können, die gegen Recht und Gcsetz ankämpfen und ihre Anhänger zu Gewaltaklen hinreißen durch welche Anarchie und Zustände herbeigeführt werden, wie sie in Mexiko h-rrschen. . . , 23. Die Elekloral-Cemmission (Schiedsgericht) war mit Zustimmung der demokratischen Mitglieder im Kongreß durch ein? Akt des Con. ßresseS geschaffen rrorden; die Entscheidung der-
selben wurde vom Congrcß bestätigt und wurde dadurch endgültig. Ueber -dieser Entscheidung , . j. ' v "- kann Niemand hinaus, nur Revolution könnte sie umstoßen'; durch diese Entscheidung wurde der Rechtstitel Hayes ebenso fest und unantastbar wie der einrs jeden der früheren Präsidenten. Wir erblicken in seiner persönlichen Integrität und in seiner Administra'ion die Garantie dafür, daß er die Ehre des Landers wahrenund keProsperität der'Natio'n erhöhcnwerde. 29. Wir erklären feierlich, daß wir Präsident Hayes und die gesetzlichen Autoritäten unterstützen und gegen alle revolutionären Angriffe schützen werden. 3f. Und bei dieser, der ersten sich unS derbieicnden Ecleg.nhcit gedenken wir der großen Verdienfte deS selig entschlafenen Oliver P. M ort o n, unvergeßlich für die Partei. WaS er für diese, den Staat und das Land gethan, ist jetzt Geschill,te. Wir werden sein eminentes Führertalent und seine uneigennützig n Dienste im Intelesse der öffentlichen Wohlfahrt nie vergessen können. Das Volk von Jndiana wird seinen Namen und sein Andenkn, aus den die Nation stolz ist, in Ehren halten. Feuer-Alarm-Signale. 4 Pennsylvania und Market-Sraße. 5 Hauptquartier deö Feuer Departements. 6 Ost und New Nork, 1 Michigan und Noble. 8 MassachusettöAv. und New-Jersey. S Nord und Winston. 12 No. 2 Engine Haus, Massachusetts Av. u d Noble.. 18 Fort Wayne Av. und Delaware 14 Fort Wayne Av. und New Jersey. 15 Massachusetts Av. und Peru. 16 Christian Av. und Ash. 17 ark Av. und Butler. 18 Barrows und Malott Av. 19 Archer und John. 123 College-Av uue und Siebente Str. 154 Alabama und Siebente. 125 Meridian und Siebcnte. 126 Iaudas und Lincoln. 157 AulstellungS.Ecbäude. 123 Central Avenue und Achte Straße. 131 Alabama und Morrison.
i 13Z R.hamton und Achte Str. 184 College Avenue und Zehnte Str. 135 Home Av nue und Delaware. 136 Delaware und Michigan. 21 No. 9 Reel House, St. Joseph. 23 Pennsylvania und Pratt. 24 Meridian und Zweite. 2ö No. ö Engine House, Sechste. 26 Mississippi und St. Clair. 27 Illinois und Michigan. 28 Home Av. und Pennsylvania. 29 . Vierte und Mississippi. 212 Tennessee und William. 213 Pennsylvania und Michigan. 214 Illinois und Herbert. 31 No. 1. Engine Hau, Jndiana ilv 32 Meridian und Walnut. 34 California und Vermont. 85 Blake und New Aork. 86 Jndiana Av. und St. Clair. 87 Stadt-Hospital. 88 Blake und Nord. 89 Michigan und Agnes. 312 West und Walnot. 313 Wcst und Dritte. 814 Siebente und Howard. 41 Na. 6 Engine House, West Washington. 42 Geisendorff's Washington Str. 43 Missouri und New Aork. 45 Meridian und Washington. 46 Illinois und Ohib. 47 Tennessee und Washington. 48 Kingan's Pork-Hauö. 49 Judianola (Stringtown) . 4l2 Missouri und Maryland. . 41 Mississippi und Wabash. 415 Fe.gusons Porkhaus. 421 I. B. und W. Round Haus. 423 Jnsane Ashlum. 61 No.4. Engine Hauö, Süd Jll. 52 Illinois und Louisiana. 53 Missouri und McCarthy 54 West und Süd. 56 Georgia undTennessee. 57 Meridian und Rah. 53 Madison Avcnue und Cobum. 59 Madisan Av. und Dunlap. 12 West und Rockwood. 518 Kentnckh Ave. und Merril. 514 Union und Morris. 516 Illinois und KansaS. 517 MrriS änd Dakotah. 61 No. 2 Hacken und Leiter Haus Süd Str. 62 Pennsylvania und Louisiana. 63 Delaware nnd McCarty. 64 Ost und McCarty. 65 Alabama und Virginia Ave. 67 Virginia Av. und.Bradshaw. 63 Ost und Coburn. 69 Madison Av. und Pennsylvania. 12 McKernan und Dauherty. 71 No. 8 Engine auS, Virginia Av. 72 Ost und Georgia. 73 Washington und Benton. 74 Georgia und Benton. 75 Forest Av.'und'Pine 76 Dillon und BateS. 78 Virginia Av. und Dillon. 79 Dillon und Huron. 712 Sruce und Prospekt. 718 Englisch Ave. und Laurel. 714 Orange und Olive. 715. Schelby und Brecher. 81 Market uud New Jersey. 82 Washington und Delawar. 83 Washington und East. 84 New Aork und Davidson. 85 Taubstummen-Jnstitut. 86 V5r. St. Arsenal. 87 Washington und Oriental. 89 StaatS-BesscrungSanstalt. 8! 2 No. 8 Hoöe Co. East Waskzington Str. 813 Market und Noble 814 Ohio und Halveh. ' 91 'Maryland nahe Meridian. 9?'MrdianundEem!a.
' r -S f d a f . i , :: ' . , , ' ?,3n Ereenöburg ist ! ine Milizccmpsgnie organisirt worden. ? In Laporte hat sich die 6Sjahrige Frau So Phia Iernt erhängt. 7 ?n Shelb yville .st Mathias Wright's Hauö abgebrannt. Verlust $6,000. ? Der .Brookville Leuchtthurm" steckt das
Sänct Jacdb's'Oel" unter die P o l i t i s ch e n Notizen: -..'..:',,('. : ?' In der Nähe von Ellioltsdillc wurde Thoö. Stimpson aus Versehen von seinem älteren Bru der erschossen. t , . - .' , ?JnPrinceton, Eibson County, sindet vom 22. 23. Oktober eine große Soldaien-Ne union statt. ? Die Cincinnati, Nockport & Western Bahn wird ihr Geleift heute noch biöHunting. b urg gelegt haben. 7 In S t. P a n l ist der des Mordes ange. klagte Dud Arnold, welcher Jamcs Bennet umbraute, freigesprochen worden. ? 4b0 Bürger von Vincennes haben denMayor auf dem Pet'tionsw?ge um strenge Durchführung der Sonntagsgesetze angegangeu. ? Das Missionsfest der lutherischen Gemeinde in Fort Wayne war ein großartigerE.-folg. Ueber 0 brachte die Collekte.in. ? In Mount Vernon '.st daö alte Overton House abgebrannt. Ein gewisser Bill'Ngsly wurde alö der Brandstiftung verdächtig verhastet. - ? Jn der Nähe von Ev anövill e legte sich der Holzhacker William Brownley mit seiner Schnappeflasche auf das Eisenbah. geleise schlafen. Eine Locomotive verhalf ihm zum ewige Schlaf., ? In Madison wurde der deutsche Wirth Joseph Dalenheim von einer Bande junger Loafcrs, welchen er Getränke verweigerte, entsetzlich zuz.richtet. . ? Der Strike der Küfer in Evanöville endete mit einer Niederlage der Striker, welche zum alten Lohne, 10 Cents per Barrel, die Arbeit wieder aufnahmen. 7 ZV Shelbyville versuchte sich grau Julia Dernbaucher' mit einer Dosis Laudanum um's Leben zu bringen. Nur durch die zeitige Ankunft eineö Arztes wurde die Dame gerettet. ? In Owenöville, Gibson Es , versohlte Herr Larkin gorbi'h seinen löjährigen Jungen, welcher sich dadurch revangirte, daß er seinem Vater am nächsten Tage mit den z w e i bestenPferden durchbrannte. ? In Evansville , stürzte , der Anstreicher Will. Weil von einem Gerüst an der katholi'che Schule herab, eine Höhe von 3ö Fuß. Er kam mit einigen garstigen aber nicht lebensgefährlichen Verletzungen davon. .... . ? JnBlü'menthal bei. Fort Wahne hat ein Frauenzimmer von 'zweifelhaftem Rufe Namer.ö Emma Snurr einen gewissen O'Neal, der mit zwei anderen Bummlern in ihr HauS eindringen wollte, erschossen. ? Die Felisiederci von Cs?s.Rykcr bei Franklin ist durch eine Dampskessel.(zplosion total zerstört worden. Ueber öl)00 Psund Fett gingen total verloren. Ein Arbeiter Namens Harrison wurde von der siedenden Fettmasse überschüttet und hat das Augenlicht verloren. ? Die Ackerbau - Gesellschaft von Allen Cuun ty (Fort Wayne Countysitz) hat die ihr vom Couuty letztes Jahr b. willigte $10 00 nur alö Darlehen betrachtet und kürzlich : 600 Zinfe bezahlt. Das ist wohl daö erste mal, daß so etvaö vorgekommen ist und verdient Anerkennung! ? In Grencastle wurde ein junger Indianer, der in Terre Haute um sein Geld und Ticket beschwindelt wurde man hatte ihm eine der in tren Cgmmercial Colleges gebrauchten Noten dafür ausgehangen vom Zuge gewiesen. Die Passagiere hattcn mit dem armen Teufel, der sich nicht verständlich machen konnte, Mitleid und kauften ihm ein Ticket nach Indianapolis. ir Der Extrazug der E. und C. Bahn, welcher die Odd F llows nach Terre Hante zum Be. gräbniß deö Col. Edward ö führte, stieß in der Nähe von Patoka auf zwei Kühe und evt. gleiste. Der ganze Zug' stürzte in einen 3 Fuß tiefen Graben. Wunderbarer Weise kam Niemand dabei zu Schaden. Die' Lokomotive wurte fast gänzlich zerstört. Eine Verspätung von zwölf Stunden war die Folge dieses Unfalles. ? Jn.der Nocht vom Samstag zmm Sonntag erschien eine Bande Vermummter in Campbellöburg, Washington County, und dersuchte daö Countygefängn ß niederzureißen, wöö ihnen aber nicht gelang. Die Bande schlug Zettel an die Mauern an, durch welche die Drohung ausgesprochen wurde, die Stadt in Asche zu legen, wenn weitere Verhaftungen vorgenommen und Geldbußen aufgelegt wurden. Dann ri'ten sie durch'ö Städtchen, dann und-wann Pistolen und Revolver abfeuernd. ? Auch die Stadt t b a n o n wurde am Mittwoch von einem furchtbar. Sturm heimgesucht. Eine Menge Gebärde wurden schwer beschädigt und stürzten theilweise zusammen. Der Schaden, belauft sich auf viele Tausende von Dollar. Major Eordon und Richter Buskirk von hier Wohnten gerade einer Verhandlung im Courthause bei, als da Dach desselben von der Gewalt des SurmeS weggerissen wurde. Beide Herren setzten sich m't S türme S'ile in Bew gung, um mit heiler Haut davon zu kommen. Dies ist ihnen auch gelungen. ? Eine lacherliche Spukgeschichte, die aber bei dielen Vettern auf dem Lande Glauben sindet, erzählt ein Hausirer, der kürzlich Harrison Co. durchwanderte. Er erzählt, daß, als ein Farmer in der Nähe von Elisabeth, Harrison Co., beim Pflügen fürchterlich fluchte und Gott lästert?, ein Blitzstrahl vom Himmel herabzuckt: und ihn niederschmetterte. Doch das Wunderbarste kommt noch : die Leiche verwandelte sich sofort in Stein!!! Der schlaue Haufrer hat mit seiner Wundermähr einen groß' Erfolg erzielt : Eine Menge englischer Zeitungen, für die die Geschichte ein gefundene Fressen war, nannten dabei seinen Namen und verhalsen ihn dadurch zu e'nem billigen Puff" und Berühmtheit. Dei jenige, welcher an seinen Freund schrieb: Jch habe nicht Zeit gehabt, mich kurzer zu fassen, wußte, daß in der Kunst der Darstellung nicht das Viele, sondern das W enig e schwer ist.
Aphorismen. . ; Die Tragödie .'idealisirt, daö Lustspiel muß Port raitire n.' Unter der Tonkunst schwillt daö Meer unsercs Herzens aus wie unter dem Mond die Flnth. - Musik allein ist die W e l t s p r a ch e und braucht nicht übersetzt zu werden, da spricht Seele CClC ' '"""" " ji -mW . ; . Um so h öh er die B lüthe der Sonne zustrebt,' um so tiefer schlagen sich chre'W u rz el n in den Boden, welcher sie trägt. """- Das Gelingen eines jeden' Unterrichts ist durch die Individualität des- Lehrers bedingt. Vergeblich ist die Hoffnung, öffentliche Schulen durch Gesetze zu einem blühenden Zustande zu bringen. Die Sprache die ich liebe, ist e i n f a ch unb n a i b inber Schrift sowohl als im Worte, sie ist eine saftige und nervige, bündige Sprache, nicht so sehr zart und geleckt alö heftig und uugestüm, eher wunderlich alö langweilig, entfernt von Ziererei, ungebunden, lose und kühn, jedes S'ück gehört bei ihr zum Ganzen; sie ist nicht pedantisch, nicht mönchisch, nicht advokatisch, sondern eher soldatisch. (Monta'gne.) Vaterland' ist kein Wort, daö etwa die Phantasie sich gefiele zu verschönern ; eö ist ein Wesen, dem man Opfer bringt, dem man sich wegen der Sorgen die es uns macht, jeden Tag inniger anschließt, das man erschaffen hat unter grrßen Anstrengungen, das man erzieht unter großen Kümmernissen und des man eben so sehr um dessentwillen liebt, was es ur.S gekostet als um das, was , wir von ihm hoffen; jeder Angriff auf dasselbe ist nur ein Mittel die Begeisterung dafür zu entflammen. tm Die Dienstmädchen und rie soziale Frage.Darüber macht ein westliches Blatt folgende vortreffliche Bemerkungen, welche ihre Bestätigung in der täglichen Ersah rung finden : Von den Mädchen drängen sich Tau sende und aber Tausende nach den Fabriken, am meisten natürlich nach solchen in denen die Arbeit leicht ist. Aber wenn es diese Mädchenarbeit ist, welche die sozia listischen Welthellkünstler abschaffen wollen, so werden sie vor allen Dingen einen har ten Strauß mit den Mädchen selbst auszusechten haben. Denn esen fällt es gar nicht ein, sich als Unglückliche weiße Sllabinnen" oder Proletarierinnen zu betracht ten, welche der Erlösung bedürfen. Die einzige Erlösut.g, nach welcher sie Verlan gen tragen, ist durch einen Mann, manch mal auch nur die durch einen bcau, der sie spazieren führt, mit ihnen in's Theater geht, sie mit "ice eream " traktirt und sich sonst angenehm macht. Hunderttausende von Mädchen in allen Theilen des Landes ziehen einen solchen Beruf als Fabrikarbeiterinnen der häuslichen Thätigkeit vor, auf welche sie, wenn die Frauenarbeit abgeschafft werden soll, beschränkt bleiben würden. Als Dienstmädchen (oder, wenn dieser Ausdruck zu veraltet klingt, als Stützen der Hausfrau") könnten sie eine weit zuträglichere, sie für ihren künftigen Beruf als Frauen vorbereitende und außerdem einträglichere Beschäftigung haben;' doch die verschmähen sie. Daher kommt es auch, daß während seit dem großen Krach
alle übrigen Arbeitslöhne im Verhältniß zu der Verlangsamung der wirtbschaftlichen Bewegung gesunken sind, die Dienstmädchenlöhne sich nicht allein auf ihrer früheren Höhe erhalten haben, sondern vielfach noch gestiegen sind. Ein Mädchen, welches (schlecht) .kochen, waschen und bügeln" kann, glaubt einer aus zwei Erwachsenen und zwei oder drei Kindern bestehenden Familie nvch einen großen Gefallen zu thun, wenn sie mit $3.50 bis $4.00 wöchentlich (frei Geld außer dem vollen Lebens unterhalt und Geschenken zu , Kleidern :c.) zusrieden ist; und ein junges Ding von 16 bis 17 Jahren, also in einem Alter, wo ein Knabe sroh ist, sein bloßes '-doarä" zu verdienen, rümpft die Nase, wenn man ihm für Beaussichtigung von Kindern, sür Stubenaussegen und Staubabwischen $2.50 frei Geld per Woche anbietet. Dabei wollen sie noch, die Köchin wie das zweite Mädchen", so vorsichtig wie rohe Eier behandelt werden ; denn sobald ihnen die Herrschast"'auch nur den leisesten Grund zur Unzufriedenheit giebt, sie z. B. auffordert, ihre Stube sauber zu halten, oder sie bittet, nicht gar zu viel Geschirr zu zertrümmere, setzen sie sich ihren Federhut auf und erklären (am liebsten ge rade mitten in der Wäsche, oder während daö Effen auf dem Herde steht), daß sie jetzt weggehen. Von zehn Dienstmädchen haben kaum drei Ehr und Pflichtgefühl genug, um sich auch ihrerseits an den Eontract gebunden zu erachten und wenigstens ihre Woche auszuhalten, wenn es ihnen in den Kopf kommt, sich zu verändern". Unter Alle; die hierzulande ihren Lebensunterhalt durch Arbeit verdienen, ist Niemand so unabhängig-. Niemand so sehr Herr, so oft der Tyrann seines Arbeitgebers, wie daö Dienstmädchen. . Und dennoch und trotz.alledem wollen Hunderttausende von Mädchen lieber zu weit geringerem Lohne 10 Stunden lang Schachteln kleistern, Papierbogen falzen, an der Maschine nähen oder dgl., als häuS liche Arbeit in Familien verrichten, wo sie wie Kinder vom Hause behandelt werden, wenn sie nur einigermaßen Pflichtgefühl zeigen und die Interessen der Familie, als ihre eigene betrachten, so daß man sich völlig auf sie verkästen kann. '
(AuS der Westlichen Post.) X v Preise und Löhne
. . -n . . . , .. In Folgendem geben wir ein weiteres Zeugniß für unsere Behauptung, dßdaS Steigen der Lebensmittelpreise dem Lohn, arbeite? verderblich ist. Wir finden es in einem Pamphlet eines Herrn W. H. Ban, Nortwick von New Jersey, der mit diesem' einen-sehrwichtigen Beitrag -zu der Be. sprechung der brennenden Finanzfrage geliefert hat. Ueber das Thema von Preisen und Löh nen sagt er in demselben : ' Im Jahre 1867-68 wurde eine amt liche genaue Erhebung darüber angestellt, wie die Arbeiter durch die Folgen desKrie geö betroffen wurden. Es zeigte sich hie bei, daß das durchschnittliche Steigen der Lebensmittelpreise über das Verhältniß von 1860 neunzig Prozent betrug, wäh rend die Löhne nur um 60 Prozent für ge schickte Arbeiter und nur 50 Procent sür Tagelöhner stiegen. Es geht also aus der Erhebung hervor, daß das Steigen der Lebensmittel das der Löhne um 30 bis 40 Procent übertraf. Daß allein schon mußte es den Arbeitern schwer machen, die gewohnten Bedürfniffe zu besriedigen, und es mußte nach und. nach zur Verarmung führen. Und nun kommen dieJnflations demagogen und halten den Arbeitern ein glänzendes Bild der Zeiten während des Krieges vor, da die Lohne um 60 Procent gestiegen seien, und behaupten, wenn die Eurrency wieder so billig gemacht werde, müsse das wieder der Fall sein. Nichts kann trügerischer sein, als solche Vorspiegelungen. Man nehme an, ein Arbeiter habe im Jahre 1860 neun Dollars die Woche als Lohn gehabt. Damals war sein Dollar 100 Cents werth. Im Jahre 18G war sein Lohn auf 14.40 per Woche gestiegen, aber wenn er ihn gegen Dollars in Gold, also zu 100 Cents, austauschte, bekam er nur $6.51 dafür, und die Lebens mittelpreise richteten sich stets nach dem Golde.' Während er also scheinbar einen um 60 Procent höheren Lohn hatte im Jahre 1861, war derselbe in Wirklichkeit um 27 Procent geringer als im Jahre 1860." , . . Daß das so ist und so sein muß, begreift jedes Kind, das ein bischen rechnen gelernt hat. Ebenso klar aber ist auch auf der andern Seite, daß bei bedeutendem Fallen 'der Lebensmittelpreise der Lohn nicht entsprechend fällt. Der gegenwärtige Uebelstand besteht nicht in zu niedrigem Lohne, sondern in dem Mangel an Arbeit überhaupt. Wer aber glaubt, daß mit der Vermehrung des Papiergeldes die Nachfrage nach Arbeitern steige, der ist in einem höchst bedauerlichen Irrthume begriffen. Es ist ja gerade diese Vermehrung des Papiergeldes während des Krieges, aus die besonders die Crisis und die schlechten Zeiten mit ihrem Man gel an Arbeit zurückzuführen sind.' Geld schafft kein Geschäft und keinen Handel. Dieser ist lediglich der Austausch der ver schiedenen Dinge, welche das Bedürfniß der Gesellschaft ausmachen. Nur dieses entscheidet über eine vermehrte Nachfrage nach .Arbeitern, das Geld macht da gar keirien Unterschied. Der Handel hat seine eigenen unwandelbarenGesetze und braucht nur Geld genug, um die Produkte von dem Producenten zu dem Consumenten zu schaffen. Man nehme z. B. Brodstoffe. Es ist statistisch berechnet, daß die heimische Consumtion dieser 7 Bushel per Kopf ausmacht, das gäbe also fast etwa 375, 500,000 Bushel. Nun mag man noch so viel Geld schlagen oder drucken, es wird sich das Bedürfniß nach Brodstoffen nicht über dieses Maaß steigern, der Farmer wird also nicht mehr verdienen können. Dagegen wird allerdings die Consum tion und damit die Produktion derjenigen Dinge steigen, die man nicht absolut zum Leben nöthig hat, wenn die, Preise niedrig und damit die Arbeiter im Stande sind, sich befferes zu gönnen als nur das Noth wendigste.' Damit schaffen sie mehr Nachfrage nach Produkten, und diese vermehrt wieder dieNachfrage nachArbertern. Billig sind aber die Lebensmittelpreise nur dann, wenn das Umlaussmittel einen normalen Werth hat und'die Verhältnisse desLebens überhaupt nicht durch außerordentliche Dinge gestört sind, sei das Mißwachs, Un glück oder ein verkehrtes Jinanzsystem. Man sehe z. B. wie sich in früheren Zei ten, da die Banken ebenfalls ungehemmt in der Ausgabe von Geld waren, das Verhältniß deö Circulations mittels, zur Zunähme der Bevölkerung und des Eigen thumswertheö verhielt. Von 1857 bis 1861 nahm die Bevölkerung der Ver. Staaten um 82 Procent, der Werth des Eigenthums um 329 Procent, der der Cir kulationsmittelmenge aber nur um 35 Procent zu. Diese enorme Steigerung im Werthe des Eigenthums müßte nach der Lehre unserer Demagogen ebensv enorm mehr Umlaufsmittel verlangt haben, aber die Lehre ist eben falsch, und es ist gewiß, daß wir jetzt Geld genug im Umlauf haben sür die doppelte Bevölkerung und für den doppeltenUmtrieb. Deshalb schadet Contraction nichts, wohl aber schadet ihr Ge gentheil, die Inflation. Wenn die Ersah rungen der letzten Zeit das Volk nicht davon überzeugten, so zeigt das eben argen Mangel an Verständniß. Möge es nicht dieselben traurigen Ersahrunaen noch einmal herbeiführen ! .. . , m 36 furjt, unsere allzu sorgfältige Srzle. hung liefert unS Zwergobst. (Lichtenberg.) .
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