Indiana Tribüne, Volume 1, Number 8, Indianapolis, Marion County, 5 October 1878 — Page 1
" v
' ' '7 1 . .: . . , . ... ' t , f . ' ' ' ' ' ' ' ' . ' J, y ' ' ' ' y - j ' ' ' ' ' ' ' " ' ' ' ' '' ' S" -J '"' " " s'-- .'" ' ' " ' " C'V ' sj sT' a . " ' '' ry 7s 's - ' v 4 " jS? " y ' At y jc Cc-y , . .,--f - ' - - r.- . i i- . . . . . w r w- . ...-.,..-.. w . , . V ' (yif7 PZ7- MV4 ' " MMMilMMM M r e&tVVEp IVKf W ll lllwlw
Audlans Frivnne (Ein sB4nlati.) Office: PBESS BUILDING, 4 elrcre u.N,rld.K (Zimmer 9, 3. Ctagt.) MonAenentS.!gre!se : I vuöbe,ahlung pro Jhr z.l Durch den TrägerinSHav gelrefettxer Monat , . ' 20 Ctl. ZnCo -':rlIjT:xrxo t!?? ?tttcttK. 0s.1C3 ? , - - PRESS BÜILD'G, Cor. CIr &llerid.t Boom 9, 3d Floor. Uatesof Subscript: PerAnn Adrv.ica 52.00.. Dellvered by CarrierperMonth . ,2Cts, Louis V. Hild, HcranSgebrr. Office : Ecke Cirele u. Meribian-Strajze. Jahrgang l No. 8. Zndianapokis, Zndiana. Samstag, den 5. HKtoöer 1878.
5 ,
t ir . t. s A i ) ! r ,X IX i
Die Zukunft der Republik. In dem gegenwärtigen Wahlkampfe für den nächsten Congreh herrscht im Allgemeinen eine lauwarme Stimmung ; eö fehlt die Begeisterung für hohe Ziele, und zwar darum, weil die trockene Finanzfrage : ob Baargeld oder Inflation von uneinlös barem-Papiergelde die Hauptfrage deS Parteiwahlkampfes ist. Es giebt jedoch ine.üuberst wichtige Frage, welche leider in den Hintergrund gedrangt worden ist. DaS.Haus der Repräsentanten, das wichtigste Element des BundeSgouvernements, besteht nämlich aus 293 Mitgliedern; die gesetzgebende Majorität deS Hauses besteht also auS 147 Mitgliedern. Der letzte Re bellionskrieg deS Südens war durchaus das Werk der demokratischen Partei, denn die Demokraten des Südens und des NordenS waren einstimmig in der beabsichtigten Trennung der Union. Die republikanische Partei nahm den Kampf zur Net tung und Erhaltung der Union aus, sie hat denselben siegreich durchgeführt und die Union der amerikanischen Republik durch Waffengewalt aufrecht erhalten. In Folge dieses mörderischen Kampfes herrscht zur Zeit noch ein unversöhnlicher Haß in der südlichen und nördlichen Demokratie gegen die republikanische Partei, der noch dadurch intensiver geworden, dab daS republikanische BundeSgouvernement die RegerScla verei ausgehoben und die Neger zu gleich berechtigten politischen Bürgern erhoben hat. Der Süden hat zu allen Maßregeln und Mitteln der Gewalt, des Massenmor deS gegen die Reger seine Zuflucht genommen, um daS republikanische Element im Süden auszurotten und eine comvacte demokratische Partei aus den RebellionS lementen im Süden zu bilden. In Folge dieser compacten demokra tischen Organisation wird der Süden im Repräsentantenhause mtt.106 demokra tischen Stimmen vertreten sein. Da die gesetzgebende Majorität des Hauses nach obiger Darstellung aus 147 Mitgliedern besteht, der Süden aber 106 demokratische Mitglieder zählt, so fehlen nur 41 Stim
men; welche don d.er demokratischen Partei des Nordens geliefert werden. Die demo kratische Partei des Repräsentantenhauieö besteht demnach in grober Majorität aus südlichen Demokraten. Berücksichtigt man nun noch, daß im nächsten Congreb auch der Bundessenat aus einer demokratischen Majorität besteht, in welcher ebenfalls die südlichen Demokraten die Hauptstimme führen, so sehen wir klar vor unS die zu künstige Suprematie des Südens über die Union der Republik. Welchen Gefahren dieRkpublik unter der Majoritätöherrschast einer südlichen Demokratie ausgesetzt ist, geht nicht nur aus der von ihr angezettel ten Rebellion, sondern auch daraus hervor, daß der Süden rücksichtlich der Kultur, der Bildung und des Fortschritts das Blei gewicht der Republik bildet. Denn nicht nur die Neger, sondern noch weit mehr die 'zahlreiche weiße arbeitende Bevölkerung ist ohne allen Schulunterricht, die frühe ren Sclavenhalter herrschen, von Achtung vor dem Gesetz, von' einer freien Wahl, von Rede und Preßfreiheit im Süden kann nicht die Rede sein. Daher kommt eö, dab die stimmberechtigten Neger und Republikaner von bewaffneten weißenBan den an der Wahl gewaltsam verhindert werden, daß sogar di: Eintreibung der Bundessteuern durch bewaffneten Wider stand gehemmt wird, daß d?r Maffenmord gegen Neger und Republikaner unbestraft geblieben ist. Die Gesetzlosigkeit der süd. lichenLustände ist neuerlich auch noch durch die Thatsache angezeigt, daß in den südlichen Staaten, wo daS gelbe Fieber so fürchterlich wüthet, auch nicht das Geringste von den ganz schlecht organisirten Muni cipalbehörden zum Schutz der Kranken ge than ist. Der Süden befindet sich in einer Anarchie; er ist der Antipode des Nordens, wo das Gesetz geachtet wird, wo freie Wah len, freie Rede und freie Presse ungehindert stattfinden, wo Kultur Wiffenschast und Industrie das bewegende Element des eö Volkslebens bilden. Wer kann an eine glückliche Zukunft der Republik stiernben, wenn der Süden, der Repräsentant der Unwiffenheit, der Gesetzlosigkeit, der Gewalt und besonders des Hasses gegen die Union zur Herrschaft über die Union gelangen wird? Wer kann aber auch an eine materielle Wohlfahrt der Republik glauben, wenn der Süden, durch seine eigene Schuld in dem Rebellionskriege ver wüstet und verkümmert, Hunderte bis Tausende von Millionen Dollars Schäden- . Ansprüche aus dem Bundeöschatze fordert und gezahlt erhält? Wer kann noch an cesunde Finanzzustände und an einen siche ?ren Nalional'Credit glauben, wenn das künstig demokratische BudesGouverne - ment daS Land mit uneinlöslichem Papier ; geld überschwemmt und die Nationalschuld 'repudiirt? AuS allen diesen schlimmen Umständen chellt die Wichtigkeit der bevorstehenden x ongretzwahlen.
Bestrafte Heuchelei. Zwei frohe Gesellen gingen einst aus die Wanderschast. Der Eine, ein lustiger Schneider, hatte immer mehr Durst als Geld und drückte deßhalb fleißig die Thür
klinken und focht wie ein tapferer Sieger in der Arena. Der Andere, von Profes. sion ein Buchbinder, hielt sich hübsch or dentiich und nüchtern und da er von HauS aus nicht mit leerem Beutel ausgezogen war, kam ihm auch nie daS Bedürfniß an, gleich seinem ReisegesShrten zu- fechten. Warum willst du nicht mitfechten sagte eines TageS der Schneider, wie sich'5 für einen ordentlichen Handwerksburschen geziemt; bist zu stolz dazu und zu hochmü thig ? Pfui, schäm' dich, solltest schon auS Kameradschaft mich nicht immer fechten lasten. Komm'mit in den Pfarrhof. Wenn du auch an anderen Tbüren nicht klopfen magst, da bei dem hochwürdigen Herrn haben schon ganz Andere zugesprochen als du und seine Küche ist weit und breit be rühmt, komm, geh' mit mir herein, den Herrn Pfarrer freut's wenn er ein Almosen geben kann l So sprach der Schneider, als sie an einem stattlichen Psarrhose an langten und ihnen ein köstlicher Speise durst vom Küchensenster in die Nase zog. War es dieser Duft, oder deS Schneiders Beredsamkeit, kurz der Buchbinder, dessen Magen einen nicht geringen Appetit ver spürte, ließ sich bereden und trat mit seinem Genossen in'S Pfarrhaus. Man hatte dem Pfarrer den Besuch zweirr fechtender Handwerksburschen gemeldet und alsbald trat der gutmüthige, heitere Hochwürdige aus seiner Stube und begrüßte die Fecht brüder. Welcher Confession ?" sagte der Pfar rer zu dem Ersteren. Ein Schneider !" lautete die Antwort. Ich meine nicht die Profession,' ich meine, welchen Glauben Ihr habt. Seid Ihr katholisch oder protestantisch? sagte der Pfarrp? lächelnd. Natürlich katholisch geboren antwortete der Schneider, sicher, chaß er dadurch die Gunst des PfarreS gewinnen werdet Der Buchbinder aber antwortete auf die gleiche Frage, der Wahrheit gemäß, er sei protestantisch. Der Pfarrer ging in die Stube zurück. - Dummer Kerl!" sagte der Schneider, als sie allein waren, zum Buchbinder, warum sagtest du nicht auch, du seist katholisch? Da wird's schlimm aussehen mit dem Essen, das du bekommst !" Der Buchbinder sagte: Ich werde doch nicht um eines Frühstücks willen meinen Glauben verleugnen!" Es war aber nn dem Tage da dies ge schab, just Freitag und daher Fasttag im Pfarrhause. Nach einiger Zeit kam der gastfreundliche Herr Pfarrer wieder in die Hausflur und hinter ihm trug die Magd eine, Schüssel mit Reisbrei und auf einem Teller eine halbe gebratene Ente, die von gestern übrig geblieben war. So." sagte der Pfarr zum Schneider, hier ist für dich eine Fastenspeise und für den Ketzer da eine halbe Ente, für ihn giebt's kein Fastengebot Da machte der Schneider ein langes Gesicht, der Buch binder aber lachte vergnügt, während er den tresflschen Braten sich schmecken ließ und dachte bei sich : Dein Glaube hat dir geholfen' Eingemusterter Arbeiter-Verein. 4 In der Bundeshauptstadt bildet sich eine n e u e Gesellschaft unter dem Namen "The Enlisted Labor Association". Die selbe will in den Congreß dringen, ein Ge setz anzunehmen, durch welches 100,000 Freiwillige auf fünf Jahre angeworben werden mögen, die für Militär und Agri cülturzwecke auf einer Regierungs'Neser vation dienen sollen. Zwölf geschickte Handwerker oder Kunstarbeiter sollen jeder Compagnie eiaegeben werden, und ein Regiment eineS jeden Corps soll ausschließ lich aus Ingenieuren bestehen. Sobald 10,000 Mann angeworben sind, sollen sie auf eine Reservation geschickt werden, und sobald' sie dort ankommen, sollen sie das Land vermessen, als eine Stadt auslegen, mit der Errichtung angemessener Quar tiere für eine permanente Ansiedelung be ginnen, den Boden iür Agriculturzwecke herrichten und die Mineral'Reichthümer des Landes entfalten. Jedes Corps soll von der Regierung mit Sämereien, Vieh, Ackerbaugeräthschasten und Werkzeugen versehen werden. Die Freiwilligen sollen denselben Sold wie die Soldaten der regulären Armee erhalten und Jeder, der sich so anwerben läßt, soll, wenn er ehrenvoll verabschiedet wird, zum Empfange eines Patents für 160 Acker Land berechtigt sein, wie es jetzt daö Heim stätte-Gesev verordnet, oder er soll statt desien, wenn er es vorzieht, eine Baulotte in besagter Stadt erhalten. Berlin hat 1,032,000. eine Bevölkerung von
Joyn Ai RrinKmann und De ta Watyr. Als in demokratischen Kreisen die Idee austauchte, Dr. de la Matyr, den Candi däten der Nationalen, zu indosstren, begab
sich Herr John ff. Brinkmann, der wäh rcnd der Festlichkeiten deS deutschen katho lischen Centralreins als Festmarschall fungirte. zu einem einflußreichen demo erotischen Politiker und fragte, ob etwaö Wahres an der Sache sei. Die Antwort lautete : Dr. de la Matyr wird von uns indossirt werden." Wenn daS geschieht erwiederte Herr Brinkmann, dann werde ich alles thun was in meinen Krgsten steht, um ihn schlagen zu helfen. Einen Mann der stets ein Feind der Eingewanderten und der Katholiken war und der amSonn tage, da die Prozession des Central-Ver eins vor sich gehen sollte, in seiner Kirche sagte : Ich danke Gott, daß er Regen schickte und diese papistische Demonstra tion verhinderte", einen solchen Fanatiker kann ich nicht unterstüden." Herr Brink' mann hat seitdem seine Ansicht nicht im Mindesten geändert; Herrn Thomas Sheehey, den Redacteur der Western Citizen- gegenüber äußerte er: Sie haben vollständig Recht, wenn Sie De la Matyr bekämpfen, solch einen Mann können wir nicht brauchen." ES ist sehr natürlich, daß Herr Brinkmann, welcher Katholik ist, die Erwählung deS De la Matyr bekämpft, als Katholik und Kirchenmitglied kann man ihm doch nicht zumuthen, für einen Mann zu stim men der stets die katholische Kirche bitter bekämpfte. Am 31. Januar äußerte sich De la Matyr in einer Pudigt folgender maßen über die katholischen Priester: Sehet den höllischen Priester, wie er sein verdammtes Bier trinkt und grinsend sich an den Qualen seines Opfers weidet" (Siehe Sentinel" vom 1. Februar 1875.) Ferner sagte De la Matyr in einer in Iowa gehaltenen Predigt : Die Folgen des CölibateS der katho lischen Priester zeigen sich aus dem Wege in die Nonnenklöster.- Wir kennen noch eine Menge ähnlicher Citate aus seinen Predigten.' Unter solchen Umständen kann man es Herrn Brinkmann nicht verdenken, wenn er von De la Matyr nichts misten will. Herr Brinkmann steht zu ihm in demselben Verhältniß wie die deutschen Veteranen, die Wirthe und die Deutschen überhaupt. die De la Matyr sammt und sonders be schimpste und zur Canaille stempelte. Werth deS LandlebeuS. Senator Thomas F. Bayard von Delaware hielt am 25. September bei der Maryland Agricultur Ausstellung zu Pimlico eine höchst interestante Rede, wo rin er den Werth des Landlebens und die Bedeutung deS amerikanischen Ackerbau's auf meisterhaste Weise schilderte und damit die Finanz und Arbeitersrage in Verbin dung brachte und entwickelte. Seine Schluß-Bemerkungen lauteten: Neue Erfindungen mögen die alten werth los machen und verdrängen; unsere In stitutionen mögen andern ihren Platz ein räumen : aber die Grundlage des Wohl standes und des Glückes wird immer die gleiche bleiben. Die Eigenschaften, deren wir immer be dürfen werden, flnd Selbstvertrauen und Selbstbeherrschung, Fleiß und Mäßigkeit, Muth und Geduld, Wahrhaftigkeit und Ehrenhaftigkeit, Moralität und Religiöst tät. Das sind Tugenden, die am hauö lichen Heerde eingepflanzt werden müsten und von da aus daS ganze Gemeinwesen, die Gesetze und die Regierung durchdringen. Mütter Amerikas ! Welche Macht ist da in Eure Hände gegeben ! Wie unbedeu tend sind alle andern Rechte gegen diese wahren Frauenrechte ! Ihr habt den Cha rakter Derjenigen zu bilden, welche beru fen sind, die Regierung ihres Landes in die Hand zu nehmen. Die Uebel, an denen es jetzt leidet, die Lähmung der Industrie und des Handels, das Darniederliegen deS Wohlstandes führe ich auf den Mangel an diesen, am häuslichen Heerde zu erwerbenden Tugenden zurück und eine Besserung ist nur von der häuslichen Erziehung zu erwarten. Die Sorge für seine Familie ist die glücklichste und stolzeste Pflicht des amerikanischen Bürgers. In der Aus Übung genannter Tugennden liegt unsere hauptsächliche Hoffnung für individuelles und nationales Wohlergehen und Glück. Die Whiskey. Prozesie in Chicago wurden am Montag van Oberrichter Har lan entschieden. Im ersten Schub (Bateh) wurden zwei Parteien verurtheilt und sechs freigesprochen, weil denselben vom Distriktsanwalt für ihr Geständniß Straf losigkeit versprochen 'war. Im zweiten .Schub, zu welchem Hesing gehörte, wurden sämmtliche Parteien zur Zahlung der .;; jax.v: ... . . . t . i iuuiiuuuitjcn uucin uno Viraien ver 'urtheilt.
Allerlei. Aus Südafrika wurden im vergan genen Jahre Straußenfedern zum Werthe von 2.000.000 exportirt. In den kath. Kirchen der Diöcese Buffalo wurden $1,558.13 für die Gelb sieberkranken collectirt. Italien. Durch ein Erdbeben in Montefalco, in der Provinz Umbria, wur den 748 Häuser zerstört. Ole Bull will Amerika einen Besuch
und zwar den letzten abstatten. Seine Geige ist immer willkommen. 2,053 Nationalbanken giebt e? in den Ber. Staaten. Viele davon haben in den letzten Jahren keine Reichthümer gesam melt. Die schlechten Zeiten haben in New Pork auch etwas Gutes im Gefolge gehabt. Sie haben eine Menge professioneller Spieler ruinirt. Die Kaiser werden jetzt nervös. In Wien nurde ein harmloser Bittsteller arre tirt, der seine Bittschrift in den vorüber fahrenden Wagen des Kaisers warf. Der Senat der Berliner Universität hat 67 Studenten aus dem Verzeichnisse gestrichen, weil sie während eines ganzen Semesters nicht eine einzige Vorlesung be sucht haben. In der Schweiz bestehen jetzt 61 selbstständige altkatholische Pfarreien mit 76 Geistlichen, während im deutschen Reiche 122 Gemeinden mit 59 Geistlichen vor Handen sind. Bei Akron, O., wurden zwei Poli zisten, welche einen Tramp verhaften woll ten, von dreißig Tramps mit Revolvern zurückgetrieben. Es herrscht große Auf regung. Eine Compagnie des achten Re gimentS wird Jagd auf -die Kerle. machen. Einschränkung deS Luxus bei Leichen begängnissen. Weniger kostspielige Leichenbegängnisse wären im Allgemeinen zu wünschen. Wie manches Herz, daS durch einen eben ein getretenen Todesfall in die tiefste Trauer versetzt ist und durch die Unwiederbring lichkeit des durch den Tod Verlorenen von dem größten Schmerze durchbohrt wird, muß zugleich von Angst und Sorge erfüllt werden, wenn es bei unzureichenden Mit teln an die Kosten der Beerdigung, der theuren Grabstätte, des theuren, verzierten Sarges, des Leichenwagens und der lan gen Reihe von Kutschen denkt, ohne die eö nicht möglich erscheint, ein anständiges Begräbniß zu halten, die selbst bei zu reichenden Mitteln bester und nolhwendi ger für die Bedürfniste der Hintertastenen verwendet werden würden. In New Dork soll sich eine Reaktion gegen die pompösen und kostspieligen Beerdigungen geltend zu machen beginnen; eS werden die Blumen spenden verbeten und die Zahl der Kut schen beschränkt. Es wäre wohl an der Zeit, diesem Beispiele überall, uub na mentlich auch bier in Indianapolis, zu folgen und die Leichenbegängnisse wohl feiler und zugleich würdiger und sinniger zu-machen. In dieser Beziehung ist eS beachtungöwerih, wenn die ,N.?). Staats Zeitung" sagt : Wenn einer stirbt, mag er nun hoch oder niedrig gewesen sein, so hinterläßt er in den meistenFällen nur wenige Menschen, die ihm im Leben nahe gestanden, nur wenige, die ihn aus ganzer Seele betrau ern. Ihnen selbst muß der übermäßige Leichenpomp eine wahre Last sein. Alles in Allem kann es wenig schaden, wenn die Leute in der Art und Weise, wie ste ihre Todten zur Ruhe bringen, etwaö einfacher werden. Stelle Dir vor. Du liegest im prächtig geschmückten Sarg und seiest mäuschenstill und körest nicht mehr den Hufschlag der schneeweißen Pferde, dieDich zur letzten Ruhestätte bringen. In den nächsten Kutschen sitzen Weib und Kind und die nächsten Anverwandten, die Dir wohl noch eine aufrichtige Thräne nach weinen. Dann kommen 'Deine besten Freunde, die auch noch ernste Gesichter machen und Deinen Tod aufrichtig bedau ern, dabei aber denken, es sei bester. Du seiest gestorben und nicht sie. Sodann dann folgen eine Reihe anderer Kutschen und darin sieht man allerhand Volk, das wohl selber nicht recht weiß, wauum es zur Abwechslung nicht einmal in Kutschen fahren kann." Frauen und Jungfrauen unterhalten sich gemüthlich über den schwarzen Schleier Deiner Frau, über die unpastenden Kleider Deiner Kinder, über die Möglichkeit der Wiederverheirathung Deiner vielgeliebtenGattin, kurz über alles Mögliche. Wieder ein paar. Kutschen. Tarin strecken sich, einige Männer aus, welche Cigarren rauchen, und eS sich wohl sein lasten. DaS Ganze kostet Z200 bis 5300 und man sagt,' daß ser ein großer Leichenzug gewesen. Willst Du nicht lie ber bei Lebzeiten ein schlichtes, sinniges und billiges Begräbniß anordnen? '-
Der letzte Sonnenstrayk. Seht ihr sie mit andachtsvollen Zügen, In Gedanken tief und ernst versenkt, Neben ihr da Buch der Bücher liegen, Froh de Lichts, daß ihr der Tag noch schenkt ? Abend ist', das Stübl-in drinnen dunkelt. Und die Sonne draußen sinkt zu Thal, Abcr am belaubten Fenster funkelt Goldig noch der letzte Sonnenstrahl. . Lieblich steht ihr Silberhaar der Alten, Hell umsäumt vm goldnen Abendlicht ; Mild verklärt bi in die kleinsten Falten, Glänzt der Gr'isin ernste Angesicht ; Macht' d? Buch, da ihr in' Herze spendet Himmelölicht au Gottes Freudensaal? Kommt's vomGlanz, den ihr in'sFcnster sendet - Scheidend noch der letzte Sonnenstrahl? Glücklich, wem am stillen Abend, Wenn zur Ruh' sein Erdentag sich neigt, Hold und freundlich, Aug' und Herze labend, Noch 'in letzter Sonnenblick sich zeigt; Skttg, wer b.i seiues Abends Granen, Eh' d.e Nacht des Lichte Rest ihm stahl, Sich im Buch deö Lebens zu erbauen. Nützt deö Lebens letzten Sonnenstrahl. Ark He?k. (AuS der democratlschen Fort Wayner Staats- , Zeitung") Kaufkraft und Inflation. Daß eS bei dem Besitze von Geld nicht allein darauf ankommt, wie viel Geld Jemand hat, sondern auch, und zwar sehr wesentlich darauf, wie viel der Besitzer da für kaufen kann, also, wie man es zu nen nen pflegt, auf die Kauskraft, sollte, wie man meint, jedem verständigen Menschen auf den ersten Blick einleuchtend sein, ohne daß eS einer langen Auseinandersetzung deshalb bedürfte. Und doch wird diese handgreifliche Wahrheit jetzt von den Greenbackleuten und ihren offenbaren oder heimlichen bewußten und unbewußten AnHängern verdreht oder gar abgeleugnet. Der.JndianapolisSentinel", ein angeblich demokratisches Blatt, welches aber allen undemokratischen Lehren von Inflation u. f. w., die schließlich zu RepU' dation undBankerott führen müssen, das Wort redet, behauptete neulich ganz keck, dem Farmer, Arbeiter usw. sei an derKauf kraft des Geldes nichts gelegen. ' Ein oU
terer Unsinn ist wohl selten vorgekommen, jeder Farmer, Arbeiter usw. muß darüber lach:n. Wenn der Farmer mit fünf Dollars in die Stadt kommt, um sich Schuhe usw. zu kaufen so ist es ihm nicht gleich, gültig, ob er mit jenem Gelde ein oder zwei Paar Schuhe kaufen kann. Und wenn der Arb iter in einen Laden geht, um Muslin oder anderes Zeug zu kaufen, und der Preis ist 10 Cents per Yard, io behalt er, wenn er 20 Pards kauft, von sei nen süns Dollars noch drei übrig, die er zu anderweitigen Ankäufen verwenden kann ; kostet sie aber 25 Cents, so muß er alle sein Geld für den einen Artikel hinge ben. Zu sagen, daß es bei dem Gelde nicht auf die Kaufkraft ankomme, ist ein Unsinn, zu desien Widerlegung man gar nicht in die Geschichte z. B. der französischen Assignaten oder des consöderirten Papiergeldes zurückzugeben braucht, weil er sich von selbst richtet. Im Jahre 1865 bekam der Farmer 4 Bard Kattun für einen Bushel Weizen; jetzt kann er 30 Pards dafür erhalten. Der Arbeiter konnte in 1865 für seinen täglichen Lohn (tzl.60) 3 Yards Musielin kaufen, jetzt bei $1.00 erhält er für einen Tagelohn 12 Yards. ES macht einen großen Unterschied, ob man mit derselben Summe Geldes viel oder wenig kaufen kann; ein Mann, der 510 in demWrche einnimmt und feine Ausgaben mit $9.X) bestreiken kann, ist reicher, als wenn er 515.00 in der Woche verdient, aber sie auch zur Befriedigung seiner Bedürfnisse wieder ausgeben muß. Die Kauskraft deS Geldes hängt aber von der Güte deS Gel. des ab; die hohen Preise im Jahre 1865 waren FolgeunsereS schlechten entwerteten Papiergeldes, die niedrigen Preise sind "Folgen der Wertbzunahme desselben.' Jede unverständige Vermehrung (Inflation) des Papiergeldes hat aber eine Ent werthung desselben unverm eidlich zur Folge, denn daS Bertrauen auf Einlösung desselben und auf diesem Vertrauen beruht sein ganzerWerh wird vermindert und hört zuletzt ganz auf. - Eine unbeschränkte Menge Papier geldes. oder eine schwankende Menge, deren Belauf von allerlei politischen Con juncturen abhängt, ist e in Ru in für jedesLand. ' Die unabhängig demokratische New Yorker Staatszeitung" nennt den Jnfla tlonisten Dan. Vorhees den größtes Demagogen im Lande. Wie Herr Thomas A. Hendricks in seiner in der MasonicHalle gehaltenen Rede kundgegeben hat, ist Vor bees der Mann,' den eine demokratische Legislatur in den Senat erwählten würde. Eine Stimme für einen demokratisen Le gislotur. Kandidaten ist alio eine Stimme für Dan. Vorhees und Popiernüllerei, die zum Ruin deö Landes führen müßte ! '
Deutsches
heOtee - in der Männerchor Kasse. Direktor und Regisseur . F. S z w ir f ch i n a. , Sonntag, d. 6. Qktbr. 1870, Zum ersten Male : Das Mödcl ohne Geld.. Posse mit Gesang t.i 6 Biloern. von A. Berg unk . Jacobsohn. Musik von Lenhard. tg- Anfang Punkt 7tz Uhr, Schluß 10, Uhr. Kasscneröffnung 6 Uhr. Reserdirte Sie 85 Cent; allgemeiner Sin, tritt 25 Centö, Kmder 10 Cents. Uetropolitäu Theater Ecke Washington u. Tonnessee Et JcdcnMlld Vorstellung und Matinees jeden MitiwoH u. Krtitsö Eintritt so, 25 und 15 Cents. Simon McCarty, Manager ' Ms g V6tzM gegeben von der O Deutschen Unabhängigen Gculcinde, in der m7AKT-RALLE Montag, den 7. Oktober. ßintritt So ßents. Wieder -Eröffnung der BNVN-Gchn-tu Ind. Soc. Tilrnbcrcins: Die Kuäben'ttlasse turnt: Mittwochs von .45 Uhr.' Samstags v)n 7.)H3 4 Uhr. Die NaöchenKlasse turvt : Dienstags don . . . 4 -5 Uhr Samstags von " -. . . 45 Uhr. Eine Preisermäßigung hat wie folgt stattge funden : 1 Kind, 25 Cents ; 2 Kinder aus eir Familie 40 Cts.; 8 Kind?r auS einer Familie 50 Cents. Anmeldung? wnden während der Turnstnn. ' den von dem befähigte Leiter der Turnschule, Herrn Josedh Koma, entgegeng'nommen. DaS geehrte Publikum wird freundlichst gebeten, auch fernerhin feine Unterstützung zu gewahren. EXCEL8IOR " Dampf - Wasch - Anstalt, 3 n. 5 Masonic Femple, TennesseeSraße, Indianapolis. Kragen und Manschetten eine S" Alle anderen Artlkel werden au' hergestellt. Alle Bestelln pünktlich auS' .ora. 5ottZt Jl. .0ÜDER' ReinerAeischmarkt 234 Ost Washingtonstr. , ist da Hanpt.Dkpot für Frisches .kaltes Fleisch,. sowie für Wiener-, Bolognaund alle andere Sorten Würste. : . ttsextt. & t e w ö 3321 O. FRINK, No. 23 Mar!indale'S Block, N. Pennfqlvaniastr., Indianapolis, Ind. Solicitor für amerikanische und ausländische Patente. Mechaniker, Ingenieur, Zchner und c?xert in den genannten äcy?rn. Mein HaurtgeschLfk ist Erfinder Patente ju verschaffen und zu fidern. ferner prüfe ich alte Patente, um festzustellen, ob e,ne Srneuerung der, selben nothwendig t,t der n-cht ; aucd stehe ich in allen Patente betreffenden Rechtöfällen alt Anwalt ,u Dien ften. Ich liefere Zeichnungen für Erfinder und sickere strengste !erschwiegtnveit und S cbereir während Ln, fettigung derselben ,u : ich beschädige nie andere Leute für diesen Zweck Allen Erfindern und in Patenten intererten Perso nen sende ich aus Serlingen in uö g.atis ,u, welche wer.hsolle Information n Be,uz auf Patente enthält. Der Titer des Werkes ist : "Patent Nuts Cracked," von S. O. Frink. IMta Kleiner, Bottier von E. F. Schmidt'S Lagcr-Vier und aa.lteioxi XX Ale, t - Slo. 478 Ost Washington Str. . . Ulle Aufträge ach irgend einer Adresse verde prompt und pünktlich aufgeführt. ' 7sepljhr
mtiMn
V
4 f ?
t , I; 4 " t-. 1 ' ! ij .1 jf -
:t
