Indiana Tribüne, Volume 1, Number 2, Indianapolis, Marion County, 24 August 1878 — Page 5
Indiana „Tribüne."
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Lokal.
Im Laufe diese? Woche wurden eine Menge Bankerottgesuche eingereicht, darunter auch die des Herrn Paul Schuster von hier. Activa $50,000, Passiva 25,000. err Fred.Ruschhaupt ist, anstelle des Herrn McJntyre, der Firma A u g u st M. Kuhn u. Co. beigetreten. Wir wünschen der neuen Firma, die bekanntlich in Kohlen macht, besten Erfolg. LS-Herr E d w i n M a y , Architekt des Capitols, übermittelte uns gestern eine wohlgelungene vhotographische Abbildung des Staatshauses. Das Original ist in der Kunsthandlung von H. Lieber u. Co. zu finden. In dem Eisenwaarengeschäft der Herren G. Martin u. Co., früher C.Fleese u. Co., ist ein von einem St. Louiser Deutschen erfundener, äußerst finnreich construirterAepselschaler ausgestellt. Eins, zwei, drei und der Apfel ist geschält und die Kerne heraus. Das Ding arbeit-t prächtig. tF Wir können Herrn G. B o h n als Bauzeichnerund zum Anfertiger von Plä nen, Plats, Modell-Zeichnungen für das Patentamt und ähnliche Arbeiten bestens empfehlen. Aufträge möge man in der Office des CivilJngenieurs aufgeben. Der Uhrmacher August Mai arbeitet gegenwärtig an einer Monstre Uhr, die er genau nach dem Muster der be rühmten Straßburger herstellen und derselben in allen Einzelheiten gleichen soll. In ungefähr .4 oder 5 Jahren hofft Herr Mai das großartige Werk vollendet zu ha ben. Die .News" hat kürzlich die A x ch ers" todtgesagt. Die Archers" leben noch. Es ist ein geheimer politischer Orden, der sich durch sein Prinzip : Abschaf fung der Interessen auf Capital," zu den Sozialisten hinneigt und gewissermaßen als eine Vorbildungsschule für den Sozia lismus betrachtet werden kann. Viele Na tionale gehören den Archers an. Der Orden, der mit ungeheurer Schnelligkeit em porblühte, ist wie alles, das zu schnell wächst, lm Sinken begriffen, aber tobt wie die .News" sagt ist er noch lange nicht. W. Ueber das Benefiz-Concert für Frl. Julie Stein, das am Donnerstag Abend stattsand, können wir nur Gutes berichten ; das Publikum hatte sich, wie nicht anders zu erwarten war, zahlreich einge funden. Die junge Dame, die in Leipzig Studien gemacht, sang vortrefflich und erntete reichen und anhaltenden Applaus. Sie verfügt über eine kräftige, schöne Stimme, der früher nur Schule fehlte. Die Mitwirkenden, Herr Duprez als Cello spieler, Herren Sprengpfeil als Sänger u. Helms als Posaunist und das Beissenherz sche Mufikcorps ernteten mit ihren Vor trägen wohlverdientes Lob. Dem Concerte folgte eine Theatervorstellung, Das Fest der Handwerker." Die geschmackvollsten Tapeten, Roulleaux :c., findet man beiCarlMoeller, Ost-Washington Straße. Auf eine in Einzelnheiten einge hende Anfrage des M a y o r C a v e n Ob unserer Stadt Gefahr durch das gelbeFieber drohe und wenn so, was für Vorsichtsmaßregeln getroffen wer den müßten, hat der Gesundheitsrath eine sehr berubigende Antwort gegeben. Aus derselben geht hervor, daß Indianapolis keine Gefahr droht, es liegt, wie die Be richte verschiedener prominenter Aerzte, die das gelbe Fieber und deffen Ursachen und geographische Grenzen :c. zum Gegenstand ernstenStudiums gemacht haben, außer halb des. Bereiches dieser fürchterlichen Seuche. Gleichzeitig beantwortet der Ge sundheitsrath die Fragen, welche Vor fichtsmaßregeln getroffen werden follten. in erschöpfender Weise. Sollten vom Süden Patienten kommen, was in nörd lichen Städten bisweilen der Fall ist, dann sollen dieselben imPesthause u. nicht imHos pital untergebracht werden. Als Grenzen des gelben Fiebers werden die Virginische Küste im Osten, ferner die nördlichenTheile vonAlabama, Mississippi :c. und imWesten resp, im Misüssippithal, Memphis be trachtet. Letztere Stadt ist der nördlichste Punkt im Misstssippithal. Nördlich und westlich hinaus über die als Grenze ange gebenen Linie hat sich das gelbe Fieber noch nicht gezeigt. In den nächstenTagen wird der Sanitätsrath Vorschläge betr. gründlicher Reinigung aller schmutzigen Plätze machen und wahrscheinlich Empseh lungen betr. der westlich von der Stadt liegenden Sümpfe beifügen.
Daö Gespenft der Commüne,
die rothe Fahne zeigte sich am vergangenen Sonntag zum erstenMale in Jndiana. Einer zu Ehren des californU schen resp, irischen Anarchisten Dennis Kearney veranstalteten 'Prozession, wurde dies Symbol der Commüne vorausgetragen. Ein Erfolg war die Demonstration, die von den Führern der hiesigen extremen Arbeitei'Organisationen ausging, sicherlich nicht. Das Publikum erwartete, nachdem pompöse Ankündigungen in allen Blättern vorausgegangen waren, etwas ganz anderes. Von den ArbeiterUnio nen, die sämmtlich eingeladen waren und laut publizirtem Programm mitparadiren sollten, nahm nicht eineeinzige Theil; die Polizei, welche vom Festmarschall erjucht wurde, an der Spitze der Prozession zu marschiren, lehnte die sehr freundliche Einladung dankend ab. In dem Zug marschirten, alles eingerechnet, ungefähr siebenzig Personen, den Schluß bildeten mehrere Expreßwägen. Kearney marschirte mit. Auf dem Fest Platze angekommen, auf dem sich im Ganzen etwa 400 Personen eingefunden hatten, bestieg Kearney die Rednertribüne und ließ eine seiner bekannten Haranguen vom Stapel. Von Argument keine Spur, nichts als maßloses Schimpfen auf die besitzende Klaffe. Nichts von Vorschlägen zur Befferung der Arbeiterverhältniffe, nur Schimpfen, Donnern, Schimpfen ! Und das ist das Beste das der Mann thun kann, um s i ch s e l b st unschädlich zu machen. Was wir nicht begreifen können, ist, daß einige deutsche Männer, die wir als gebil dete tüchtige Arbeiter und überzeugungSgetreue Sozialisten und wohlmeinende Leute kennen und als solche bekannt sind, an dem Zuge Theil nahmen. Was haben s o l ch e L e u t e mit einem rohen, aller Bildung baaren Jrländer wie Kearney. einem Anarchisten und Irrlicht wie der ist, zu thun ? Wir glauben, die Herren begingen einen Fehler. Um ihnen dies zu beweisen, publiziren wir an anderer Stelle einen Artikel über Kearney aus der sozial demokratischen Ohio Volkszeitung" in Cincinnati. Aus diesem, einem sozial-demokratischen Or gane, können die Herren ersehen, daß an dem politischen Grabsteine für Kearney der die Inschrift a t ihm schon!" trägt, von den Leuten, die er zu befreien und erretten" vorgiebt, gearbeitet wird ! Die Ursache, warum die Arbeitermaffen sich nicht an der Kearney Demonstration betheiligten, glauben wir nicht, wie viele annehmen, in der Furcht vor Entlaffnng suchen zu müffen, sondern in dem gesun den Menschenverstände der Arbeiter. Sie ließen sich nicht verblenden, sie wußten, daß sie es nur mit einem Abenteurer, einem aufgespielten, nicht aber einem wahren Freunde ihrer Sache zu thun hatten. Das dem Arbeiter angeborene Ehrgefühl und Takt hielten sie davon ab, sich zum Spielball und Werkzeug seines abenteuerlichen Weltenunstürzlers zu ma chen. Eingesandt. An den Redacteur der Tribüne." Durch die Chinesen droht unsern Arbei tern gewiß die größte Gefahr, mit ihnen. den Reis und Rattenfreffern, kann ein an die Bedürfniffe der Civilisation gewöhnter Arbeiter nicht concurriren. Und trotzdem jeder Arbeiter das weiß, und trotz der wei teren Thatsache, daß eine massenhafte Chi neseneinwandernng ein Versinken der Ar beiter in barbarische Zustände zur Folge haben müßte, tragen doch viele Arbeiter ihre Wäsche in die chinesischen Laundries und unterstützen dadurch diejenigen, von denen ihnen die größte Gefahr droht. Und wo sich einmal die Chinesen Wohlbefinden und eingenistet haben, da kommen noch mehr. Wer im Princip gegen die Chine sen ist und das muß jeder Arbeiter sein der sei es auch im Geldbeutel. Gebt das Geld, das ihr für eure Wäsche bezahlt, an deutsche, irische und schwarze Waschsrauen u. s. w., nur nicht an Chinesen! Denkt an das Sprüchwort: Kleine Ursachen, vr im große ZUZiriungen. E i n A r b e i t e r. Das ist ziemlich starker Tabak" und fieht beinahe aus, als wolle der Einsender den Rasienkrieg predigen. Aber es liegt viel Wahrheit d'rin! LSN ächsten Freitag, den 30. d. Mts., findet in Jack C r o n e's City Garden eine Benefiz-Vorstellung für die Mundschenken des Herrn Crone, Frank Gisler und Georg Rieß, statt. Die Be. nesizianten find sehr populäre Leute und werden sonder Zweifel ein volles Haus ziehen."
Assessor Hadlv betreffend. Von verschiedenen Seiten wirk Herrn
Hadley, unserm stadtischen Affeffor wahr scheinlich aus Unkenntniß der Verhältniffe der Vorwurf gemacht, als verlange er von der Stadt, indem er eine gewisse Summe, $660, für die Platbücher fordert, etwas das ihm nicht zukommt. Besagte Platbücher, welche genaue Zeichnungen und Beschreibungen des Grundeigenthums in der Stadt enthalten, sind eine ExtraArbeit des Herrn Hadley, eine Arbeit, zu der er n i ch t verpflichtet ist. Herr Hadley ließ die Zeichnungen von zwei tüchtigen Zeichnern auf seine eigene Kosten an fertigen, ebenso ließ er die Vermesiungen und sonstigen zur Herstellung der Bücher nothwendigen Arbeiten auf eigene Kosten vornehmen. Die Bücher werden in sammt lichen Officen im Courthause gebraucht, und eß ist Thatsache, daß mon ohne dieselben nicht mehr sein könnte. Was Herr Hadley von der Stadt verlangt, ist weiter nichts als seine Auslagen. Es ste hen ihm die Zeugnisic von Fachmännern zu Gebote, durch welche er jederzeit bewei sen kann, daß die Stadt, wenn sie derartige Bücher ansertigen lassen müßte, sie mindestens $1000 $1200 bezahlen muß. Zu einer solche nAus gäbe würde die Stadt früher oder später gezwun g e n werden, wenn der Stadtrath seine durchaus liberale Offerte abweist. Der alte Herr Hadley ist als ein gewiffenhaster Beamter bekannt und seine allgemein an erkannte Rechtschaffenheit ist genügende Bürgschaft dafür, daß er nichts Unrechtes verlangt. LS-Herr G e o. W. Pitts, der alte, wohlbekannte Eismann, führt alle Beste! lungen prompt aus. Wohnung Ecke 4. Straße und I. C. u. L. Bahn. S Aus der Buchhandlung des Herrn Franz Goldhausen sind uns die neuesten Nummern von Frank Leslie's Jllustrirter Zeitung" und der deutschen Conditor und Bäckerzeitunq zugegangen. jt Getränke aller Art, frisch und vom besten Geschmack, jederzeit zu finden bei Max Herrlich, 28. Nord'Delaware Straße. Herr Herrlich verzapst ausge zeichnetes Bier. j&gr Joseph Welburg, ein in der Nähe des deutschen Waisenhauses wohnhaster deutscher Milchmann, verunglückte am Montag in schrecklicher Weise; eine Mäh Maschine schnitt ihm beide Füße über den Knöcheln ab, als er versuchte, etwas in Ordnung zu bringen. Durch den neuen Contrakt, den die Stadt mit der alten Gas Compagnie eingegangen ist, wird keine Reduktion im Preise des Gases herbeigeführt, sondern nur eine Verminderung in der Anzahl der Lampen. Gegen 700 sind abgeschafft wor den, wodurch llerdings eine nicht unbe deutende Ersparniß erzielt wurde. LWir machen hiermit auf die Anzeige des Herrn F r a n k F e r t i g, deffen Ge schäftslokal an der Ecke von Circle und Marketstraße gelegen ist, aufmerksam. Herr Fertig ist der Nestor der deutschen Frescomaler und Firmenschreiber in der Stadt und hat als Geschäftsmann einen ausgezeichneten Ruf. Alle in die oben genannten Fächer einschlagenden Arbeiten werden prompt und billigst besorgt. TH ü l f e für die vom gelben Fie ber heimgesuchten Ortschaften. Im Saale des Bundesgerichtes fand am Don nerstag Abend eine Versammlung von Bürgern statt, in der über Mittel und Wege zur schleunigsten Unterstützung der vom gelben Fieber heimgesuchten Orte be rathen ward. Ein aus den Herren Her mann Bamberger, I. I. Bingham, General Love, Thomas H. Sharpe, T. F. Ryan und A. H. Brown bestehendes Comite wurde ernannt, welches Herrn Sharpe, vom Bankhause F l e t ch e r und Sharpe, zum Schatzmeister ernannte. Alle, welche zu diesem Unterstützungsfond beitragen wollen hoffentlich sind es derer viele sind ersucht, ihre Beiträge bei Herrn Sharpe niederzulegen. Herr E. B. Martindale reichte am Montag seine Bankerotterklä' rung ein. Activa Zö13,000, Passiva Z344,000. Herr M. ist, wie viele andere, durch Grundeigenthums Speculationen in'3 Unglück gerathen. Das Journal," desien alleiniger Eigenthümer er früher war, wird durch sein Fallissement nicht asfizirt. Die gegenwärtigen Eigenthümer sind Emma, Lynn B. und Charles Martindale und wird das Blatt unter der Firma E. B. Martindale & Co. weiter geführt. George C. Hitt ist Verwalter der Bankerottmasse. unter der neuenVerwaltung des Journal ungnt Nlchter Martmoale als Geschästsührkr und Managing Editor.
W-Der Gouverneur hat W. H. Mc
Millan von Mergan County. welcher im Mai 1877 wegen Diebstahls zu 2 Jahren Zuchthaus verurtheilt wurde, begnadigt. 7" Wer seinen Zimmern ein geschmack. dolleö Aussehen verleihen will, der suche sich seine Tapeten bei Herrn Carl Moeller, 161 Ost.Washingtonstraße, auö. Preise billig, Be. dienung coulant. C3T Als nach 48 und 49 die Reaction über Deutschland hereinbrach, mußte der hier durch seine journalistische Thätigkeit allgemein bekannte Herr C. Beyschlag, der als Literat unerschrecken für die Rechte des Volkes eingetreten, Deutschland verlassen und fand, wie viele bor und nach ihm, ein Asyl in unsrer Republik. Kurz vor seiner Flucht au dem geknechteten Vaterlande hatte er eine Chronik bonNördlin ge, seiner Vaterstcdt, vollendet, hatte aber leider weder Zeit noch Gelegenheit sein Werk in Geld umzusetzen. Freund- nahmen den Ver trieb desselben an und da sich zahlreiche Käufer fanden, so war bald ein hübsches Sümmchen beisammen, das dem Verbannten nach dem Orte, wo er sich unter .politiscker Aufsicht" aufhalten durfte, geschickt wurde. Der Erlös aus dieser seiner Chronik von Nördlingen", lieferte ihm die Mittel zur Auswanderung nach Amerika. 3n unserer yeungen Nummer puduzuen wir einen kurzen Abschnitt aus dem interessante Schilderungen des deutschen Lebens und Treibens in der guten alten Zeii" enthaltenden Werkes. Herr Beyschlag, der wegen der sich daran knüpfenden, alten Erinnerungen, diel auf das Buch hielt, war erst kürzlich im Stande, ein Exemplar desselben aufzutreiben. Vor kurzem erhielt er ei von Deutschland. In dieser während der finstersten Periode der Reaction geschriebenen Chronik, läßt sich Herr Beyschlag, mit prophetischem Blick in die Zukunft schauend, am Schlüsse solgendermaßen hören : Gleichwohl wird, ob Nordlingen will oder nicht, der Fortschritt hier wie anderwärts, nicht zurück gehalten werden können. Es ist. eine neue Zeit angebrochen, wenn auch in ossiziell politisch. reli giöser Beziehung die Bewegung retograd ist. Wer dieö hier nicht glauben will, der begebe sich nach dem B a h n h o f e der Stadt, der ringsum schon mit neuen Bauten, freundlichen Privat und Wirtbsckaftsaebäuden versehen ist. Vor einigen Jahren war hier noch alles stille und nur das Korn wogte träumerisch, von Zephyren im Hochsommer hin und hergefchaukelt. Jejt zieht aus schnaubendem, Feuer ans den weiten Nüstern sprühenden Rosse, Lokomotive genannt, der neue Geist der Zeit einher, jeden Wiederstand brechend und die knurrenden und schmollenden Zeithaderer vethöbnend. Neben den eisernen Schienen ziehen sich die pfeilschnellen Träger des Gedankens, die riesigen, tausend und abermals tausend Fuß langen Zeittitanen, Telegraphen genannt, hin, die mit einem Drucke den Con, tinent erschüttern Und ihr glaubt die Wel heut zu Tage mit Ammenmärchen rückwärts schieben zu können ? Mit Nichten : vorwärts scbreitet die Geschichte, die der Städte, Länder wie der Welt selbst ! . ch Staat. Nächsten Dienstag beginnt die Fair in Knightstown. In der stähe von M ichig an City er. tranken zwei Kinder von .Friedrich Schwark und Jacob Stiefle. David W. Joneö, ein früherer Bürger von Greencastle, ist in New Orleans dem g elben Fieber erlegen. Am 19. September findet die jährliche Reunion deö elften Jndiana Regimentes in D an ville statt. Am 9. September beginnt die Fair in Fort Wahne, dauert eine volle Woche und ist mit gn. ßen Wkttrennen verbunden. Der 8jährige Sohn des Dr. Glaß zu Buena Vista, gerieth unt'r einen Visen, bahnzug und wurde sofort getödtet. In Evanöville ist Herr John Camphausen, welcher sich durch einen Sprung schwere Verletzungen zuzog, gestorben. In Evansvile wurde Chas. Kitzler von Dick Hodson und John Schrank in einem Saloon angefallen und entsetzlich zugerichtet. In TerreHaute hielt kürzlich die Na. tional-Greenback-Partei in der Nähe der Stadt ein PicnZc, ans welchem eini furchtbare Keilerei stattfand. Ein Mann, Namens Foleh, erhielt eine Kugel durch den Kopf. Mehrere Personen, darunter zwei. Frauenzimmer, wurden erheblich verwundet. Shanklia, der demokrctische Candidat für Staatssekretär, läßt Reden vom Stapel, die selbst Boß" Fleming, demokratischer Candidat für Staatöschatzme'.ster und Eigenthümer des Fort Wahner , Sentinel," nicht billigen kann. Der genannte SenHnel" und der New Alb an h Ledger-Standard," das beste englische demokratische Blatt im Staate, ziehen gegen ihn zu Felde. Ueber die kürzlich auö dem Irrenhause ent lassene Barbara Degitz, die dort angeblich grau. sam behandelt worden sein soll, berich tet die Staatszeitung" in Fort Wahne, (die Heimath der Deg'tz), daß dieselbe eiaem Reporter der Staatszeitung" gegenüber sich ganz vernünstig benommen habe. Allerdings schließt dies die Möglichkeit nicht auö, daß die Degitz temporären Tobsuchtsanfällenunterworfen ist.
Aus dem Süden kommende Dampfer wer.
den in N e w A l b a n h und Gvansville angehalten und von den Sanitätsbehörden in spizirt. Bei Vineennes e schoß John Kinneh den William Burgard im Strei e. Der Streit entstand wegen eines Mädche t. Der Mörder entkam. Der Tel! City Anzeiger hat sei. nen 13 Geburtstag gefeiert und erschien in ei tm neuen Gewände. Möge der .Anzeiger" noch lange leben und gkdeihen! In T e r r e Haute sprang Henry Strauß, ein alter geachteter deutscher Bürger, in einem Anfalle von Wahnsinn in seinen Brunven und ertränkte sich. Bischof Chatard wird morgen (Sonntag) den katholischen Kirchen von E v a ns v ill e einen Besuch abstatten und eine Woche darauf die neue Schule in Columbus einweihenDer .EvansvilleDemokrat er. schien am Sonntag in einem neuen, stattlichen Gewände, ein Beweis der Prosperität des ge. nannten Blattes. Genehmigen Sie, werther Herr College, unsern Glückwunsch für ferneres Gedeihen! Ed. Suiliban, ein in de: Nähe von W a b a s h wohnender alter Farmer, fiel in betrunkenem Zustande von seinem Wagen und brach den Hals. In GreenCounly kam der Lehrer John W. R e a d auf gliche Weise um's Leben. Die Furcht vor dem gelben Fieber hat in den am Ohiostrome liegenden Städten unseres Staate die gute Folge gehabt daß man unber. züglich an die Reinigung aller schmutzigen Ab. zugskanäle, Straßen, Allehs und Plätze ging. Daö Schlimmste hat manchmal Gutes im Ge. folge! In Newcastle und Umgegend hat ein Schwindler, der sich Blake Blakenh nennt und sich für einen Agenten der Continental FeuerVersicherungS.Gcfellfchaft ausgab, drei Wochen lang sein Wesen getriebm und eine Menge G r a n g e r beschummelt. In Versail les drang in der Montag Nacht eine Bande Vermummt'? in die Jail ein, und erschossen den eines Nothzuchtiversnches an. geklagten Tom Bohd. In seiner Leiche fand man 17 Kugeln. Bohd hat wegen des gleichen Verbrechens 10 Jahre im Zuchthause zu Jeffer. sonville zesessen. Evansvill e-N n i o n" : Ein jun. ger Mann, Namens Pat. Ragon, ist nach elf. jähriger Abwesenheit wieder zu seinen hier woh. enden Elte-n zurückgekehrt. Pat. ist ans Furcht vor einer Tracht Prügel als 11 Jahre alter Junge durchgebrannt, die ihm sein Vater jetzt gnädigst erlassen hat. Den Schlußverhandlungen der lutherischen Shnodal.Conferenz in Fort Wahne entneh. men wir folgende Notizen : Die vorgeschlagene Mission unter den französisch redenden Negkrn in New Orlevns konnte man für jetzt noch nicht in Angriff nehmen. Bei der Rechnungsablage stellte sich heraus, daß die Kasse eine Schuld von etwa $600 hat, und daß von den $1400, die im Ganzen aufgebracht worden sind, seit einem Jahre gegen $lOrO aus der Missouri-Synode gekommen sind, die außerdem die fehlenden $600 vorgeschossen hat. Zum Redacteur deö neuen Missionsblattes wurde Herr Pastor F. Lothner in Springfield, III., erwählt. Ueber den Shaffer'schen Sensationspro. zeß schreibt da .Cinc.nnati Volksblatt" : -Wir berichteten vor einigen Wochen über den durch eine aus einer Pistole abgeschossenen Kugel der. ursachten Tod der jungen Frau deö John Shaf. fer in Nebraska und theilten mit, daß die offent. liche Meinung an keinen Selbstmord glauben wollte, sondern den John Shaffer und dessen Zu. hälterin Sad. Jackson der ruchlosen Tbat bezich. tigte. Wir berichteten ferner, daß die Genann. ten verhaftet und, während in der Obhut eines Constablerö, von einem Vigilanz.Comite dem. selben entrissen und getheert worden waren und daß dann eine Klage wegen Mordes gegen sie anhängig gemacht wurde. Vor ungefähr einer Woche wurde der Versuch gemacht, Shaffer's Freilassung auf Grund eines Habeas Corpu. Befehls zu erwirken. Dieser Versuch mißlang jedoch, da Richter Burshire die von den Advoca. ten vorgebrachten Argumente nicht anerkannte. Einem in Jennings Counih gebildeten Vigilanz. Comite nun drängte sich der Verdacht auf, daß Shaffer sich binnen Kurzem in irgend einer Weise der Haft entziehen werde. Um einer solchen Eventualität vorzubeugen, begaben sich etwa 40 Mitglieder des Comites, maSkirt und bis an die Zähne bewaffnet, Ponnerstag Nacht vor daö Eefängniß in Bernon, wo Shaffer inhaftirt ist, und versuchten die Thür zu stürmen und sich des Ge. fangenen zu bemächtigen. Zum Glück für Shaf. fer widerstand die eiserne Thür allen Austren. gungen des Vigilanz Comites ; andernfalls würde er sich sicherlich jetzt nicht mehr unter den Leben, den befinden. Nach dielfachen vergeblichen Ver. suchen, die Thür zu öffnen, mußten die Maökir. ten von ihrsm Vorhaben.. abstehen, umsomehr, da die Bewohner des Städtchens, welche alar. mirt waren, herbeieilten und daö Vigilanz. Comite vertrieben. Eines der Mitglieder deS Comites nahm so schnell Reißaus, daß er sein Pferd zurückließ. Gestern Morgen wurde Shaf. fer in das Gefängniß von Columbus, Ind., tranöportirt, wo er vor den Händen deö Vigilanz. Comites ficher sein dürste.
