Indiana Tribüne, Volume 1, Number 1, Indianapolis, Marion County, 17 August 1878 — Page 3
Indiana „Tribüne." 3
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Pennsylvania u; b Market-Sraße. HauptquarUc. $ Feuer Departements. Ost und New n Michigan und Noble. r MassachusettsAd. und New-Jersey. norb und Winston. 2 Engine Hau, Massachusetts Av. u. d He. sne Av. und Delaware. 'Av. und New Jersey. . , Av. und Peru, j zlv. und Ash. 7 tu. .'. und Dutler. U Blrrowö und Malott Av. f 9 Arber und John. 23 Colege-Avuue und Siebente Str. Alckama und Siebente' 6 Meüdian und Siebente. i oa X.. m . v o: f.. " eumuo uuu ciiuuin. hl AutMungS-Sebäude. 28 Centra Avenue und Achte Straße 31 Alabaina und Morrison. Rohamton und Achte Str. 14 College Adenue und Zehnte Str. lS5'Home Av nue und Delaware. . Michigan. mse, St. Joseph, und Pratt. Zweite. 2b 3C0.3 Cngme House, Sechste.. 26 MsissiPPiund St.Clair. 27 Jlinoiö und Michigan. 23 some Av. und Pennsylvania. 29 idinte und Mississippi. 212 Tennessee und William. 2l 3 Pennsylvania und Michigan. 214 Illinois und Herbert. n e.l, Engine Haus, Jndiana v 2 ....u)ian und Walnut. 4 C -lifornia und Vermont. 5 Äake und New Vork. jndiana Av. und St. Clair. u Ctadt-Hospital. . . Bkke und Nord. 39 Miäigan und AgneS. 512 Wet, und Walnot. m Wlstund Dritte. N Siebnte und Howard, ilrt- A e cm n im 1 1 t .. j , sie o gine youie, Wen Zwajymgron. p Geifendsrff'S Washington Str. m:k? ..v. a o MUVUll UHU 5 Meridian und Washington. 6 Illinois und Ohiv. 7 Tennessee und Washington. SLingan'S Pork-HauS. waidianola fStrinntnhinV j,v 7 lUffonri und Maryland. Mississippi und Wabash. JjttQüoni PorkhauS. (121 I. 35. und W. Round Hauö. t23 Jnsane Asylum. VI No.4. Engine HauS, Süd Jll. 2 Illinois und Louisiana. V Missouri und McCarthy West und Süd. eorgia und Tennessee. eridian und Ray. adison Avenue und Coburn. Nadisan Av. und Dunlap. West und Rockwocd. Kentucky Ave. un Merril. Umon und Morris. Illinois und Kansas. C Morris und Dakotah. W 2 Hacken und Leiter HauS Süd Str. Pennsylvania nd Louisiana. iLelaware und McCarch. Dst und MeCarty. Alabama und Virginia Av Virginia Av. und Bradshaw. Oft nnd Coburn. Madison Av. und Pennsylvania. McKernan und Dauherty. No. 8 Engine HauS, Virginia v. vüt uno V eorgia. .. .t uuu ajtuwu, eorgia und Benton. Korest Av. und Pine iDillon und BateS. xTirginia Av. und Dillon. jDillon und Hurou. Spruce und Prospekt. Englisch Ave. und Laurel. Orange und Olive. Schelby nnd Beecher. Äarket und New Jersey. Washington nnd Delawar.. Washington und East. iNev Vork und Davidson. Taubstummen-Jnftitut. Ver. St. Arsenal. Washington und Oriental. StaatS.BesscrungSanstalt. No. 8 HoSe Co. East Washington Str. Market und Noble Ohio und Harbey. Naryland nahe Meridian. endlan und Seorgia. JnSt. Louis werden die Leichen feit mtx auf Eis gelegt, sondern in Kä 1 in welche Luft von solch niedriger vveratur gepumpt wird, drk die Leich Dies ist der neueste Fortschritt ?z?.m.)lr
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Deutschland.
Jeder unserer Leser hat schon so viel über die deutsche Militair . Macht und die Bismarklche Politik gehört und gelesen, daß wohl nichts Neues mehr zu sagen bleibt. Sie sind heute beide noch, was sie vor fünf Jahren waren, nämlich die ersten der Welt. Damit ist dieses Kapitel erschöpst. Dagegen tritt ein dritter Faktor jetzt häufig in die Discussion, der ebenso wichtich wie wenig bekannt ist. Wirmeinendie Frage : Er lauben esdie inneren Zustände Deutsch lands, erlauben es die ihm zu Gebote ste henden Hülfsmittel, dak eö in einem Kriege nöthigenfallS eine active Rolle spielen kany V Da man nach dieser Seite hm den jungen Kaiserstaat stets über die Achsel angesehen, und man sich, besonder hier in Amerika, ' daran gewöhnt hat, Deutschland alö ein poor country" zu betrachten, da unsere deutschen Landsleute, denen ja fast Allen im Laufe der Jahre die Zustände im alten heimathlande, wenn nicht gleichgültig so doch mehr oder roent ger fremd geworden, sich selbst daran gewöhnt haben, das alte Deutschland als ein Land zu betrachten, das weit hinter Frankreich und England zurücksteht, so dürfte es stch verlohnen, an der Hand ei nes französischen Statistikers, dem man gewiß nicht die Ansichten eines Optimisten zutrauen wird, diese Frage ei ner eingehenden Besrechung zu unterzie hen. Der Hauptpunkt bei der Prosperität eines Landes ist das Wachsen der Bevöl kerung. Hier wollen wir einfach die Zah len sprechen lasten und diese fördern daS erstaunliche, das großartige Resultat zu Tage, daß innerhalb 4 Jahren die Bevöl kerung des deutschen Reiches stch um z w e i Millionen Seelen vermehrt hat. Am 1. Jan. 1872 betrug die Einwohnerzahl 41 Millionen, am 1. Januar 1876, 43 Mi lionen. Also ein Zuwachs von IH , ein Prozentsatz, der wohl bei keinem Staate Europas bisher gefunden worden. Wir wollen flüchtig die Gründe dieses Emporblühens suchen, so sind sie zunächst i dem mit 1869 eintretenden jähen Ende dir Auswanderung zu finden; ferner ist dis Emporblüben der Industrie, welche allerdings von dem Jahre 1872 asficirt, vernicht niedergebrochen wurde, ein wei tcrer mächtiger Hebel gewesen. Für diese lchte Behauptung spricht der Umstand, daß aus dem Lande die Bevölkerung nur um 8jl0 Proz. stieg, in den Städten dagegen un 8 bis 9Proz. Nicht minder erfreulich steht es um die landwirthschaftlichen Fortschritte in Deutschlands ; wenn auch noch immer viel Land brach und unbebaut daliegt, so sizd doch die Fortschritte großartig und kennenswerth. Nach den neuesten Sta tistiken weideten 25 Millionen Schaafe auf deutschen Weidplätzen, während die Zahl des Hornviehs 16 Millionen überstieg. Worin aber Deutschland in Europa ein zij dasteht, das ist die Forstkultur, die ja auch ein spezielles Schooskind der deutschen Regierung ist. Ueberhaupt wird für die Landwirthschaft in Deutschland mehr ge than, als in irgend einem Staate. Da sind eine Menge Bankinstitute, die Gelder auf Land zu mäßigen Zinsen gegen Hvpo thek hergeben, wir finden landwirthschaft liche Vereine in jeder Provinz des Reiches, die landwirlhschastlichen Schulen endlich in Hohenheim, Würtemberg sowohl in Preußen, erfreuen sich eines Weltrufes. Sehr bedeutsam sind ferner die Fort schritte, die Deutschland in industrieller und kommerzieller Hinsicht gemacht. Der Gewinn von Kohlen stieg im Durchschnitt von 1869 bis 1874 um beinahe 300 Proz. 1869, um nur eine Zahl anzugeben, schach tete man 35 MillionenTonnenKohlen au?. 1874 über 100Millionen. Aehnlichen Auf schwung weist die Eisenindustrie auf. In der Leinen und Tuchsabrikation und dem Consum von Baumwolle finden wir noch erfreulichere Fortschritte. In commer zieller Beziehung fing man erst mit dem Jahre 1872 an, die Importe und Exporte zu controlliren, und es ergab sich die Werthsumme von einer Billion, vier hundert und neunzig Millionen Dollars. Im Jahre 1875 war schon .ein Auf schwung von zweihundert Millionen be merkbar, und diese Summe stieg, trotz aller schlechten Zeiten, mit jedem Jahre. Heute hat der Handel Deutschlands den der Ver. Staatenweitüberflügelt und steht er nur noch hinter dem Englands zurück. Dieses Factum wird wohl Manchen mit Staunen erfüllen. Zu seinerBekrästigung wollen wir hier wiederum die Zahlen ver
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gleichen und sprechen lassen. Im letzten Jahre betrug der gesamnlte Transport durch deutscht Schiffe auf Flüssen, See'n und dem Meere mehralifünfMil Honen und hunderttausend Tonnen, der der Ver. Staaten, laut amt licher Statistik, weniger denn eine h a l b e M i ll i o n Tonnen. Endlich bat daS deuticke Reick al solckeS keineNationalschuld und die aller'einzelnen Staaten zusammen beträgt kaum 750 Millionen Dollar und diese leichte Bürde wurde zum großen Theile für Eisenbahn bau contrahirt. Die ganzen Ausgaben mit derjenigen für die größte Militair macht Europas, betrugen m vergangenen Jahre kaum hundert und. zwanzig Millionen Dollars. Vergleiche wir die AuSgaden mit endeten Militairtaaten, so z. B. mit Rußland, so muß mal geradezu stau nen .über die Oekonomie der Reichkverwaltung. . ' i . ftic&t u vergessen ! Während des deutsch.swnzöstschen ttriegeS liebten es die Demokiat:n, die sich von ihrem Ekel gegen diejenigen, welche sie d d dutch nannten, wei sie der Union treu geblieben waren, noch nicht erholt! hatten, die glühende urd demonstrative Zuneigung der Deutsches sür ihr Vaterland zu verhöhnen. Urd doch ist diese Zuneigung einer der lobnswerthesten so wohl wie stärksten Ziieje des deutschen Charakters und es wäre politischer sowohl wie anständiger gegen die Deutschen gewe sen, sie nicht zu beleidigen. Allein die de kratische Partei ist wesentlich eine irische ultramontane und ihr wirklicher Geist brach sich durch alle Politik und jeden An stand während deS letzten großen KampseS Bahn. Jeder intelligente Deutsche wird sich des HohneS und Insults erinnern, der ihn zu jener Zeit in den Straßen und an den öffentlichen Platzen ierfolgte. Und wenn er sich deßhalb nichträchte, so hat er doch nicht den gehässigen Heist und die lü genhasten Angaben dec demokratische Presse vergeffen, die ängstich zu sein schien den Ruf französischer Organe sür sich zu ernten. Die gesammte demokraische Preffe ging in das französische Lager--warum ? Weil sie den Jrländern sich zu .Diensten erwei sen wollte, weil sie wesentlich eine ultramontane Partei ist, weil sie den Deutschen nicht ihre Loyalität verzeihen konnte, hier mitgeholfen zu haben, die demokratische Rebellion zu unterdrücken.' Als öffentliche Versammlungen gehaltn wurden, da zeigten die Republikane: ihre herzliche Sympathie während selbst die vorsichtigste demokratischen Führer, wezn sie nicht offen gegenDeutschland austratm, so handelten, wie Hendricks, der eingeladen in einer Versammlung zu Indianapolis zu sprechen, antwortete, es sei eine so wichtige Frsge daß er noch keine Zeit hatte, sich ein Ur theil darüber zu bilden. Die Amerikaner gedenken dieser Dinge, ttell sie so deutlich den Geist und die Thaten . der demokratischen Partei zeigen, und vir glauben, die Deutschen haben sie auch nicht vergeffen. Einer Partei mit solche Gesinnungen werden sich die deutscher Stimmgeber nicht wie Schafe verkaufen lassen. , EM ' Zur Chinesensrage in Kalifornien. Ueber die Verschlechterurg der Arbeits löhne und, was unendlio) wichtiger ist, auch die Sitten der Califcrnische Bevöl kerung durch die Chinesen wird noch im mer bittere Klage geführt. Ein wohl unterrichtete Corresspondent nennt die da durch geschaffene Situation für alle Weiße höchst unbehaglich. Leider sind sie selbst oder wenigstens ihre corrupten Behörden, zum großen Theile an dem Änheile schuld. Das ganze Geschäft" des Imports- und der Verschacherung der gelben Leute liegt noch immer ausschließlich in den Händen der sechs reichen chinesischen Compagnien. Ehe deren Macht nicht gebrochen wird, ist an keine Besserung zu denkm. Denn ih nen gehören die Eingewanderten mit Haut und Haaren an. Nur durch die Compag nien können sie Arbeit und Schutz erhal ten. Die Compagnien sind die Sklaven Halter, denen sich der Kuli für freie Her und Rückfahrt (letztere eventuell auch für die Leiche vorbedungen) auf Jahre hinaus zu Leistungen und Gehorsam verpflichtet. Wehe turn Chinesen, der sein Wort bricht ! Der heimlichen Vehme des Mittelalters war weit leichter zu entgehen, als den mongolischen Geheimpolizisten, die den Abtrünnigen im verborgendsten Schlupf Winkel aufstöbern, ihn in ihre Gemalt zu bringen wiffen und ohne Gnade grausam ermorden. Sind nun den Behörden diese
SchreckenSzustände unbekannt ? Gewiß nicht! Was thun sie aber dagegen ? Gar nichts? Ja, wenn es nur dabei sein Be wenden hätte ! Nein, sie machen auS die sen entsittlichenden Zuständen ein unsau bere Einnahmequelle. ES ist notorisch, daß jeder Chinese außer den allgemeinen Steuern per Woche noch mit 50 Cents extra besteuert ist. DieS Geld wird von den Compagnien für die weißen Beschützer" unerbittlich beigetrie ben und mit musterhafter Pünktlichkeit ab geführt. Wer sind aber die .weißen Be schütze?" ? Mayors, Richter, Polizisten, Advocaten, einflußreiche Pslitiker, und Aemterjäger und Reverends. Die also eingenommenen Gelder beragen allein in San Francisco bei 40,(XX) männlichen Chinesen über 1,000,000 jährlich. So ist eö überall, die ganze Pacificküste entlang, und die von den Asiaten mitge brachten Leib und Geist zerrüttenden Vergnügungen gewinnen immer weitere Aus dehnung. Obenan stehen die berüchtig ten Opiumtänze, die alle Ausgeburten der tollsten .Cancans" weit hinter stch lassen. Sie sind zwar gesetzlich verboten, aber un ter der Aegide der .weißen Beschützer" sin
den sie in Dutzenden von Localen statt. Chinesen und Weiße beiderlei Geschlechts rauchen und tanzen dort, bis ste umstürzen und die Besinnung verlieren. Da liegen sie dann für lange Zeit neben und überein ander in thierischen Zuckungen und phan tastischen Träumen hingegeben, ein ent setzlicher Anblick ! Ebenso ist es in den Lot terien, den Spiel und andern Lasterhäu sern. Sie stehen alle unter sicherem Schu tze für 50 Cents die Woche. So geht da? Chinesengift nurch die ganze Bevölkerung. Die Lebensdauer der Land Wirthe. Daß die ländliche Bevölkerung im All gemeinen eine günstigere Sterblichkeit und eine größere Lebensdauer aufweist, M wohl längst bekannt. Bisher war aber diese Thatsache nur in sehr wenigen Fällen durch concrete Zahlen bewiesen worden. Im 14. Bericht des Registrar Generals von Großbritannien werden nun speciell sürLandwirthe die bezüglichen Zahlen ver öffentlicht, die von hohem Interesse sind. Unter den 12Bevölkerungsklassen des eng lischen Berichtes zeigt die Klasse der Land' Wirthe die längsteLebensdauer. Von 222, 749 Landwirthen waren 31,720 im Alter von 25 bis 35 Jahren, 93.378 von 35 bis 45, 53,063 von 45 bis 55' 45,5?5 von 55 bis 65, 26,660 von 65 bis 75, 11,363 von 75 bis 85 Jahren gestorben und 1,711 wa ren 5 Jahre und darüber alt. Die SterblichkeitSkeitsziffern, 1000 auf neben berechnet, ergaben fürdieAltelsklaf sen zwischen 35 und 45 Jahren 9, für 45 bis 55Jahre 12, sür 55 bis 65Jahre 25, für 65 bis 75 Jahre 55, für 75 bis 85 Jahre 143 und für 85 darüber 324. Wenn wir diesen Ergebnisten die Er fahrungen in der Arbeiterklastung gegen überstellen, so zeigen die entsprechenden Al tersklassen die Zrhlen 13,07,26, 68,174 und 419 pro Mille. Mithin zeigt sich die größere Lebensdauer der Landwirthe für das Alter über 35 ganz auffällig. Son derbarerweise hat ähnliches Verhältniß für die Altersklassen unter 35 Jahren aber nicht Platz, vielmehr stellt sich die Sterb lichkeit in denselben den Arbeitern günstiger als den Landwirthen. Während die Arbeiter in England zwischen dem 25. und 35. Lebensjahre eine Sterblichkeit von 9,70 ster Mille zeigen, ist die Landwirthe 10,15 per Mille. Aehnliche Resultate haben sich übrigens auch in Amerika ergeben. Im Staate MastachusettS sind die SterblichkeitS Er fahrungen von 30 Jahren zufammenge stellt worden, und bei dieser Gelegenheit kam man zu einer verhäloißmäßigen recht geringen Sterblichlichkeit für die Farmer. Unter den zehn Klaffen, in welche die Be völkerung von Maffachufettö zum Zwecke der Zählung gruppirt worden war, wiesen jene die längste Lebensdauer auf, indem sie
im Durchschnitt ein Alter von 65 Jahren eneichten, während die nächste Klaffe, die Kaufleute, nur ein solches von 49 auswies die mechanischen Arbeiter erreichten im Dirchschnitt 43, die Schuster nur 44 Jahre. m 7-In den holz und kohlenarmen Prai rien des Nordwestens wird gepreßtes Heu als. Feuerungsmaterial -gebraucht. DaS Pressen geschieht vermittelst einer verhält nißmäßig sehr billigen Maschine, die sich jeder Farmer leicht anschaffen kann. DaS gepreßte Heu brennt ähnlich wie Tors und ist vn billigeres FeuerungSmatenal als Kohlen oder Holz. '
Wie ein Jagdhund die
Fehlschüsse eines Sonntags schützen mißbilligt. - Ein jun ger Mann wurde von einem Freunde, der ein.'auSgezeichneter Waidmann war, zur Jagd auf Rebhühner eingeladen und nahm die Aufforderung an, obschon er in seinem ganzen Leben noch kein Wild mit dem tod bringenden Rohr erlegt hatte. H a s s a n. ein trefflich:? 'Hühnerhund, begleitete die Herren, und eS währte auch gar nicht lange so stöberte das gewandte Thür eine ziem liliche Anzahl Rebhühner ganz schußgerecht vor ihnen auf. Der Wirth ließ seinem Saste die Ehre deS Schusses . . . dieser glaubte gar nicht fehlen zu können, drückte rasch loS und die Vögel flogen lustig und unverletzt davon. Man wandte stch nach einer andern Gegend, und der Sonn tagöschüd nahm sich vor, beim nächsten Male kaltblütiger zu feuern. Haffan leistete leinen Dienst wieder meisterhaft. Der Gast legt an, folgt dem ausfliegenden Volk mit der Mündung des RohrS und der Schuß knallt, leider ebenso erfolglos wie das erste Mal. Der Freund deß Sonntagschützen beginnt hierauf eine um standliche Belehrung, wie er sich in Zukunft zu verhalten habe ; er zeigt ihm die Hand griffe, läßt ihn anschlagen und bestimmt den Punkt, nach welchem er zu Visiren habe. Haffan, an dem man eine gewisse Niederge schlazenheit bemerkt, geht neben den Her ren her und spitzt die Ohren, als ob der Unterricht ihm selber gelte. Nach etwa einer Stunde treibt der Hund wieder einen Schwärm Rebhühner auf, der Sonntags schütz schießt wieder zu früh, und so geht ihm auch diesmal der leckere Braten ver loren. Bald kommt Haffan zurück und hat nun nichts Eiligeres zu thun, als dem Unglücköschützen seine höchste Mißbilligun gen auszudrücken. Worin bestand aber diese ? Er stellte stch vor den, der alle seine Bemühungen zu Schanden macht, aus, sieht ihn mit erhobenem Kopfe, auS großen Augen vorwurfsvoll an und macht sich schleunigst auf den Heimweg, ohne daß Rufen, Pfeifen und Locken seines Herrn den sonst so gehorsamen Hund zum Stehen bringen kann. DaS Spießeinrecken. Daß der gesunde Humor, der schon in alten Ta gen unser deutsches Volk auszeichnete, glücklicher Weise noch nicht verschwunden, lehrt uns auch ein uralter voigtländischer Brauch, der noch heutzutage in Oelnitz bei KindStausschmausereien üblich. Irgend eine Persönlichkeit erscheint mit einem Spieße am Fenster und hält denselben in die Stube hinein. Die Waffe trägt an ihrer Spitze einen Zettel mit irgend einem Verschen, ferner ist an ihr ein kleiner Sack und eine Flasche angebracht. In diese Behälter spendet nun der Kindtaussvater Speise und Trank, worauf die anspre chende Person" den Spieß wieder hinaus zieht und ausbricht. Häusig besteht der sogenannte Spieß auch nur aus einem Schleißenspane", an welchen ein mit wi tzigen, auf die Gäste paffenden Reimen be schrieben Blatt gesteckt ist. Mit diesem Spane wird nun in aller Stille an'ö Fen ster geklopft, bis die fröhliche Gesellschaft durch daS Geräusch aus ihn aufmerksam gemacht werdend Man ruft : cr Spieß ist draußen !"öffnet daS Fenster, langt den Span sammt Zettel herein, und einer der Gäste liest pathetisch die Verse vor. Er regen diese durch ihren Witz und ihre Harmlosigkeit ungeheure Heiterkeit", so ist man dankbar und stellt den Einreckern" eine Liebesgabe vor die HauSthüre, beste hend auS einer Flasche Branntwein, einem Kruge Bier, Brod und Braten. Sobald die Dorfpoeten dies bemerken, eilen sie herzu, verzehren behaglich die Spende, um später die leeren Gesäße wieder hinzustellen. Werden ste jedoch bei ihrer Rückkehr attra pirt und gefangen genommen, so pflegt man, namentlich wenn es gute Bekannte der Familie sind, sie in die Stube zu füh ren und als Gäste zu honoriren. Gleich zeitig gedenken wir noch eines andern voigtländischen Kindtausbrauchs, dem ge mäß bei jungen Leuten, die zum ersten Male Gevatter standen, ein Stück Papier,, etwas Werg oder ein anderer leicht ent zündlicher Stoff unter den Stuhl, der ste trug, geworfen und heimlich angebrannt wurde. Sobald der Rauch aufstieg, rief man : es brinzelt !" suchte unter den Stühlen und veranlaßte die auf diese Weise Gehänselten etwas zum Besten zu" aeben". Die jungen Gevattern durften sich nicht lumpen . lasten", was dann ge wohnlich Veranlassung zu einer lustigen Nachseier des KindtausschmauseS dar bot. Tilden trägt Stiefel No. 6 und ein Gewissen No. 17. Unter den Refor mern" gibt's noch mehr solche Leute.
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