Indiana Tribüne, Volume 1, Number 1, Indianapolis, Marion County, 17 August 1878 — Page 2

Indiana „Tribüne."

Republikanische taatßlat

form, ausgestellt von der am 5. Juni 1878 abge haltenen Staats-Convention : Die in Csndention versammelten R?publika ner don Jndiana geben folgende Prinzipien klärung ab :

1. Die Aufrechterhaltung der Prinzipien der

republikanischen Partei als unerläßlich für den

Frieden, die Erhaltung und Prosperitär der Na tion.

2. Da Recht der freien Rede soll sorgfältig

gewahrt werden, aber allen Autschreitungen, die

den öffentlichen Frieden bedrohen und esetzlosig seit herbeiführen, soll kräftige Opposition entge gengesetzt Werden.

8. Gleiche Rechte vor dem besetz und gleichen Schuh durch d'i Gesetz für Alle, ohne Unterschied

der Rasse, Farbe, Nationalität und Stand.

4. Kewe Privilegien für Individuen oder

Klassen, d. h. keine Klassen-Gesetzgebung. 6. Opposition gegen alle Subsidien, nationa lc, Staat, oder muni ipale.

6 Unsere V,lkschulen sollen heilig gehalten und da System

aufrecht erhalten we rden, der Schul fond d ars nun und nimmer zu sec tirerischen Zwecken verwendet wer den.

7. Strengste Sparsamkeit in allen Zweigen

der öffentlichen Verwaltung.

g. Eine gerechte Einlheilung und Limitirung der Steuern, sowohl municipaler, nationaler etc.

9. Opposition geg! Vermehrung der muni eipalen Schuldenlast.

10. Strenge Verantwortlichkeit der öffentlichen

Beamten.

11. Eine gerechte Reduktian und Aequalisation

der Gebühren der öffentlichen Beamten.

12. Einführung von Gesetzen, die an und für

Eisenbahnen oder andere Eolporationen arbei tenden Leuten den verdienten Lohn sichern. 18. Eine gerechte Ermäßigung der Srundei genthum betreffenden Beschlagnahme- (Sxecu

tion) Gesetze und Einführung eine liberalen

Heimstättegesetze. 14. Gesetze zum Schutze der Bergleute und Kohlengräber und sonstigen Arbeitern, die lebensge'ährlichen Beschäftigungen obliegen. 15. Einführung strenger Registrirung. und Wahlgesetze durch ein Amendement zur Constitution. 16. Sympathie mit allen auf individuelle Reform hinzielenden Anstrengungen. 17. Solche Gesetze zum Schutze und zur För derung der amerikanischen Industrie, durchweiche gleichzeitig dem Arbeiter der volle Gegenwerth für seine Arbeit gesichert wird. Ib. Wir erklären un ferner für Beibehaltung und g'gen Entwerthung der Greenback-Currency. 19. Eine gesunde Gold-Currency gleichwertig mit Silber und Papier, (d. h. Gold, Silber uud Papier müssen den gleichen Werth haben und Pavi.rgeld derzeit in Gold und Silber umtauschbar sein.) 20. Dundesgesetze, welche Bezahlung von Zollen und Einlösung von Bindö mit Greeubacks gestattet. 21. Opposition gegen alle weitere experimentale Finanz.Gesctzgebung ; Stabilität ist uner läßlich für die Prosperität von Handel und Industrie. 22. Unisnssoldaten sollten in Ehren gehalten werden und die Handlungeweise deö demokrati schen Haulet : Absetzung und Ersetzung derselben durch eonsöderirte Soldaten, sollte von jedem Patrioten verdammt werden. 23. Opposition gegen alle auö der Rebellion entspringenden Ansprüche (Southern or Uebel Claim.) 24. Wir verdammen die Handlungsweise d e demokratischen Hauset det Eongresset, welche Bezahlung von Rebell en-Ansprü. ch e n zum Gesammtbetrage von üb er $200,000,000 forderte, alt eine Verschwörung gegen die Regierung, nicht so offen wie bewaffnete, aber nicht minder gefährlich. 2ö. Wir hallen die Handlungsweise detdemo kratischen Hause, welche rechtmäßig erwählte republikanische Repräsentanten ihrer Sitze beraubte und Parteigager in deren Platze ein. fchmuggelte, .ohne die geringste Rücksicht auf die Rechte de Volke zu nehmen, für im höchsten Grade ungerecht. 26 Die Führer der demokratischen Partei versuche eine redolu!ionäre Partei aut derselben zu machen; sie lassen dem Volke nicht die ihm so nöthige Ruhe, durch fortgesetzte Agitation und Hetzerei untergraben sie den Friede de Volke und stellen dem Wiederaufleben von Handel und Wandel Hindernisse in den Weg durch ihre Wühlereien, die aus weiter nichts hinzielen, alt poli tische Capital für ihre Partei herauszuschlagen j (Potter'scher Untersuchungö.Schwwdel.) Der Frieden und die Prosperität det Landet sind ih. nen uichtt, politische Capitalmacherei allet. Der Ruf: Schwindel und Betrug" in Bezug auf die Präsidentenwahl dient ihnen alt ein Deckmantel, unter dem man die Gewaltakte im Sü dendurch welche Tausende von Bürgern ihre Stimmrechtes beraubt und corrumpirt wurden, verstecken will : die unscruvulöfe Art und Weise.

in welcher die demokratische Führer Elektoral-1

stimmen zu kaufen suchten, macht dieselben de

Vertrauent det Volket unwürdig. 27. Da Absprechen de RechUtitel de Prä Ndenten Ladet auf sein Amt ist ein detperate

Parteiaet, und der Versuch, ihn aut seinem Amte

u entfernen, ist revolutionärer Widerstand gegen

die Cesetze. Wenn derselbe nicht von dem Vslke

verdammt wird, dann wird derselbe einen Praze

denzfall lief rn, auf den sich alle geschlagenen

Parteien stützen können, die gegen Recht und Ge setz ankämpfen und ihre Anhänger zu Sewaltak ten hinreißen, durch welche Anarchie und Zu

stände herbeigeführt werden, wie sie in Mexiko

herrschen. 28. Die Elek oral-Commission (Schiedge

richt) war mit Zustimmung der demokratischen

Mitglieder im Kongreß durch einen Akt det Con gresset geschaffen norden; die Entscheidung der

selben wurde vom Congreß bestätigt und wurde

dadurch endgültig. Ueber dieser Entscheidung

kann Niemand hinaus, nur Revolution ktnnte sie umstoßen; durch diese Entscheidung wurde

der Rechtttitel Hahet ebenso fest und unantastbar

wie der einet jeden der früheren Präsidenten

Wirerblicken in seiner persönlichen Integrität

und in seiner Administra'ion die Garantie dafür.

daß er die Ehre det Landet wahren und die Pro-

fperität der Nation erhohen werde.

29. Wir erklären feierlieh, daß wir Präsident

Hayet und die gesetzlichen Autoritäten unter-

stützen und gegen alle revolutionären Angriffe

schützen werden.

3 Und bei dieser, der ersten sich unt dsrbie.

tenden Gelegenheit gedenken wir der großen Verdienste det selig entschlafenen Oliver P.Mor-

t o n, unvergeßlich für die Partei. Wat er für

diefe, den Staat und dat Land gethan, ist jetzt

Telchlchte. Wir werden sein eminentet Fuhrer

talent und seine neigennützig n Dienste im Inteiesse der öffentlichen Wohlfahrt nie veraessen

können. Da Volk von Jndiana wird sei

nen Namen und sein Andenken, auf den Ut Na-

tion stolz ist, in Ehren halten.

Apborismen. In der Musik will die Masse Massen. Passive Völker sind ausgestrichen aus

dem Buche der Geschichte.

Wer fremde Sprachen nicht kennt, weiß

nichts von seiner eigenen.

Edel denken ist schwer, wenn man nur

denkt um Brod zu erwerben.

Dat ist der Fluch der Armuth, daß alle ihre

Handlungen, mögen sie noch so uneigennützig

sein, niedrlgemJntesse zugeschrieben wer-de.

Die Menschen haben in der Regel die

Schwäche, lieber Andern, welche übernatürliche

Quellen vorgeben, alt ihren eigenenttöpsen

zu trauen.

DieRegiernngen, welche die Freiheit der Rede

unterdrücken, weil die Wahrheiten, die sie derbreiten, ihnen lästig sind, machen et wie die Kin-

der, welche die Auge verschließen, um nicht

gesehenzuverdeu.

Die Verschiedenheit der Meinunaen ift.

denke ich, eine große Ursache det fforsckrittet der

Menschen, weil sie zur Untersuchung undErörter-

una fuhrt. Ich b n der Ansicht, da die D u l d-

u n g aller Meinung e n sowohl in büraer-

liche alt in religiösen Fragen, wahre Weitheit

sei ; davon bangt aller Frieden, ich hätte beinahe

gesagt, alle Tugend und folglich alle Glück der

mit ab. Dieser menschenfreundliche Lehrsatz ist der große Sauvtma in dem milden und wobl-

wollenden System det Christenthumt, und er hat

bkigetragen, et zu einem unschätzbaren Segln für

die Menschheit zu gestalten. (For )

Wat ist di: öffentliche Meinung ? Sie kann

eine große Macht sei, die unw'iederstehliche

Kraft det Nationalgefühlt, welche in sturmbeweg-

en, großen Zeiten die Schritte einer Staattre-

gierung lenkt. Sie kann eine starke Macht sein.

ttelch: in ruhigen Zeiten die Richtung derStaattregierung bestimmt durch den gleichen Pultschlag

öffentlicher Corporatiouen, die in gleicher Weise

und gleichem Geiste gemeinschaftliche Pflichten er-

üllen. Allein sie ist etwat sehr Kleinet und

u n z u v e r l ä s si g e , wo sie nichts ist alt die Summe der n ä ch st e n Eindrücke, welche aroie

und kleine Erwerb gefellsch asten, d!e Abonnenten

großer und kleiner Zeitungen von den Tageier.

elgnissen empsinden.

Geht, Ihr Prediger de zufrie-

denen, ehrlichen Stolz et, int Bergwerk,

in die Mühle, die Schmiede, in die schmutzigen

(iesen der tiefsten Unwissenheit und den tiefsten

Abgrund der Menschenvernachlässigung und sagt dann, kann eine hoffnungsvolle Pflanze gedeihen in einer Luft, die so faul ist daß sie die helleFackel der Seele auslöscht so schnell alt sie entzündet worden? Und Ihr Pharisäer det neunzehnten Iahrhundertt det Christenthumt, die Ihr mit

kohlklingen' en Worten die menschliche Natur anruft, seht doch erst, ob sie wirklich erst merklich

ei. HabetAcht, daß sie nicht, während Ihr schlaft

und während Generationen schlafen, int Bestia-, lische verwandelt werde. (Dickent.)

(Au der socialdemokratischen Verl. Fr. Pr) ____ Der Vasall der Monarchie.

Mit Schrecken sehen die dem Hofe nahe-

stehenden Persmen die schnelle Abnahme der Monarchismen Gesinnung im deutschen Volke. Mansucht zwar, diese ofsenkun

dige Thatsacht möglichst zu vertuschen.

gestebt stch dieselbe aber im Geheimen ein.

und sucht nich Mitteln zur Abhilfe. Schon treten die Hofprediger in den Ar

beiterversammlungen auf und suchen den

Arbeitern weiß zu machen, dafc nur aus

dem Boden der Monarchie und de Chri stenthums das Heil zu finden sei.

Vergebliche Mühe! Der Glaube an die alleinseligmachende Kraft der Monarchie ist im Abnehmen begriffen, und geradezu komisch ist es, daß man den Grund nicht findet oder den Muth nicht hat, ihn offen

auSzusprechen. !- Das deutsche Volk hing mit unS unbe

greiflicher Zähigkeit an den monarchischen

Traditionen. DaS hat daS Jahr 1848 recht schlagend bewiesen. Ueberall hatte das Volk die Macht und nirgends mit Ausnahme deö kleinen Badens wurde

auch nur der Versuch gemacht, die Re publik zu proclamiren.

Der Nationalverein, der Deutschland

politisch fester einigen wollte, hing an den 48er Traditionen , von der vreubischen Spitze; ein Kaiserreich war das Ideal,

dem er in seinem phantastischen Prsgramm

nachjagte. AlS König Wilhelm bei seinem Regie

rungöantritt nach KönigSburg ging, stch dsrt selbst die Krone auszusetzen, als ein

äußeres Zeichen dafür, daß das VotteS gnadenthum in Preußen bestehe, da jubel

ten noch die Massen diesem Acte zu, der

ja thatsächlich der Ausdruck der damals roch bestehenden Gesinnung deö Volkes war!

Wie schnell, wie energisch ' beginnt sich

der Umschwung geltend zu machen!

Das Ministerium BiSmarck kam an das

Ruder. Die völkerrechtlichen Vertrüe,

aufweichen der deutsche Bund beruhte.

für deren beabsichtigte Verletzung Hunderte der besten deutschen Jünglinge zu lang jährigen, zu lebenslänglichem Kerker, ja

zum Tode verurtheilt waren, sie wurden

im Jahre 1856 zerrisien. Ein paar sieg reiche Schlachten, einige tausend Leichen

genügten, um die ältesten legitimen deut

schen Fürsten, die auch von Gotteö Gna

den aus dem Throne saßen, aus dem Lande zu lagen ; die wenigen königs und für stentreuen Männer, die ihren angistamm ten Herrschern di Treue bewahrten, er hielten die schmeichelhaften Beinamen

Reptilien". j Die Arbeiter aber schauten diesem Trei-

ben verwundert zn. und ganz von selbst drängte sich die Frage auf, welch' ein Un

terschied denn sei zwischen dem Königthum in Hannover und dem in Preußen ?

Die kleinen deutschen Fürsten verloren

alle thatsächliche Macht; sie haben kein Militär mehr, keine Post, keine Xtltgxa

phen, der größte zTheil der Gesetzgebung

ging auf den norddeutschen Bund über und die große Partei droht hin und wie

der in ihren Organen mit Absetzung.

wenn irgend ein Fürst oder Volksstamm stch nicht unbedingt den Parteibestrebungen sögen will !

Jetzt lamentirj sogar ein früherer köniz

lich sächsischer, inzwischen zum königlich

preukischen Profeffor avancirter National-

liberaler, der bekannte Herr v. Treitschke,

es sei der Fehler des Jahres 1866 ewe sen, daß man Sachsen nicht auch annectirt habe. Das heißt doch auf gut deutsch nur, man hätte noch einen legitimen König vom Throne stcßen, aus dem Lande jagen sollen ! ! Die Arbeiter hören verwundert zu une fragen, welch ein Unterschied denn sei zwischen dem Königthum in Sachsen und dem in Preutzen ! Wenn die Geschichtsprofefforen es als einen Fehler bezeichnen, daß man einen Fürsten nicht vom Throne gestoßen hat, kann man sich denn da wundern, daß im Volke der Gedanke immer mehr Platz greift, solches Verfahren sei ein sehr vernünftig!, empsehlenöwerthes ! Freilich steht daS preußische Königthum gestützt auf den Knauf deS Schwertes-, wie sich Lassalle einmal ausdrückte. Wer aber gibt ihm die Garantie, dab nicht einmal ein neues Jena hereinbricht? Und wenn in solchem Momente das Volk, von Hannover, Heffen und Naffau denkt, wenn es sich der Lehren des Herrn v. Treitschke erinnert, was dann? DaS ist freilich früher auch so gewesen, aber daS Volk hat inzwischen denken ge

lernt; die Hannoveraner, Heffen, Naffauer und Schleswig'Holsteiner haben ja eigene Erfahrungen gemacht mit ihren Ange stammten, und die Preußen haben ge sehen, wie daS zuging. So hat sich das Volk durch die äußere Politik daran gewöhnt, daS Königthum Mr noch als. eine Machtfrage anzusehen. Aber auch in der inneren Politik derfährt man so ES war, wenn wir nicht irren, im constituirenden Reichstag des norddeutschen Bundes, wo der damalige Graf BiSmarck seine Ideen über die Stellung des Reichs kanzlers -ntwickelte. Darnach sollte derselbe die Machtvollkommenheit haben, wie z. B. der Generalstatthalter in den Nieverlanden. Daraus folgt, daß dem Kö nig Man lese die erste beste europäische Zeitung. Niemand spricht von der Politik des deutschen Kaisers oder der deutschen Fürsten, alleS spricht von BiSmarck. Bismarck wird'S schon machen ! Die Entscheidung liegt nicht in Berlin, sondern , in Varzin. So geht es mündlich und ge druckt in allen Tonarten durch ganz Europa! Kommt eine MinisterkristS, alle Blätter sprechen davon, daß BiSmarck diesen oder jenen Minister entlasten werde ; die Witz blätter bringen diese Anschauungen in drastischen Bildern zur Darstellung vom Königthum spricht mau gar nicht mehr, der Reichskanzler ist AlleS. Wenn BiSmarck geht, fällt daS deutsche Reich zusammen, lautet daS Glaubenöbe kenntniß der Nationalliberalen ob der Kaiser lebt oder stirbt, davon ist nie öic Rede. Und da wundern stch die Leute noch, daß der Glaube an die Nothwendigkeit der Monarchie von Tag zu Tag mehr schwindet und der republikanische Gedanke im mer mehr Platz greift ? Wenn dieser allmächtige Minister wenigstenS getragen würde von einer Paris mentarischen Majorität, wie in England, wo die Person der Königin über den Parteien steht und der Minister als Vertreter einer großen Partei im Lande erscheint ! Aber auch das nicht! BiSmarck hat keine einzige Partei, auf die er sich verlassen kann, weil er ja so, daS dürfen wir nicht sagen! Die Männer aber, welche als berufene Vertreter der Monarchie gelten sollen, ver-

folgen eine unS ebenso unbegreifliche Praxis. Beweis, die vielen BiSmarck'S HochverrathS und MajestätSbeleidigungS Prozesse ! Die kennt man in England nicht, und die dortigen Republikaner huldigen der Republik nur auS politischen Gründen, nicht aus persönlicher Abneigung gegen die Monarchie. Aber bei unS : Wenn ein Mann wegen eines unbedacht gesprochenen oder geschrie denen Wortes Jahre lang eingesperrt, mit dem grünen Wagen wie ein Dieb oder Räuber nach Plötzensee oder sonstigen Zuchthäusern gebracht wird, wenn Jemand wegen indirekter Majestätsbeleidigung aus die Festung kommt, dann macht dieses Verfahren alle Familienmitgli.'der,Freun de und Bekannte des Betroffenen zu di recten Feinden der Monarchie, denn Jeder sagt sich, daß solche Bestrafung in einer Republik unmöglich sei. So arbeiten ste Alle darauf loS, das monarchische Gefühl im Volke zu unter, graben und wir stehen dabei und lachen ! " Aus Schrotz, in Rheinpreußen, er hält die Germania" die Nachricht, daß eS dem dortigen Staatspfarrer Lisas, obwohl er dort über ein Jahr weilt, nicht gelungen ist, auch nur eine einzige Seele auS der

3000Parochianen zählenden Gemeinde zum Besuche der Kirche zu bewegen.

Nicht nur in Sachsen, sondern auch

in Bayern wird jetzt gegen socialdemokratische Versammlungen mit größterEnergie vorgegangen. Wie der socialdemokratische Münchener Zeitgeist" berichtet, erschienen dort in einer ordnungsmäßig angezeigten Mitgliederversammlung der Ge werkschast der Schuhmacher zwei- Polizei, commiffarien und zwei Genödarmen,

welche die Namen aller Theilnehmer auf

schrieben, sämmtliche Bücher consiscirten

und die Versammlung auslösten. DaS VersammlungSlocal war von GenSdarmen mit aufgestecktem Bayonnet umstellt. Ein Mitglied, welches fragte, ob in Mün.

chen der Belagerungszustand proclamtrt

sei, wurde verhastet.

Jeder Bischof der Methodisten.

Episcopalkirche erhält ein jahrliche Salair

von $3000.

Die Prostitution n den ,höheren Stanlen. ? Eine höchst mtelente Tabelle sind' sich in den Leipziger Z:'ituoen, welche den Beruf und Stand der llne.,cqen Mütter der Stadt Leipzig vergl-hsweise, nack Jahren geordnet, feflsnUr. Wir drucken zunächst hier die Tabtlle ab, um daran ei nige Bemerkungen zu knüpfen :

Beruf u. Stand.

1871 1675 1876 Zahl der Kinder.

Dienstmädchen, Auf. Wärterinnen . 216 215 301 Wirthschafteriunen... 20 23 20 Goudernanten, Ge

i sellschafterinnkn. . 2 Näherin., Schneide. rin., Plätterin.. .. 70

jVäscherinnen 8

21 29 65 2 3

1876

Erste Fern. Kind. ind.

191 11

l

.

trickerinnen

Handarbeiterinnen.. Fabrikarbeiterinnen. Verkäuferinnen ... Händlerinnen

Schauspielerin.,Ma- ; lerinnen 5 Private 5 Brostiruirte 8 j Töchter von Handwerkern 31 Tage öhnern Markt. I hklfern.... 13 Subalternbeamten. . 8 Oberbeamten, Advo- ! katen Lehrern 6 ffausteuten, Baumei stern, Gastwirthen 11 Künstlern 3 Landwirthen 4 Privatleuten 1 Wittwen, geschied. u. getrennte Frauen. 86 Unbekannt 89

109 8 24 42 102 3 1

1C0 12 33 70 82 9 10

6 3 6 67 8

72 11 14 31 56 6 5 8 56 2

28 1 1

u

r. 8i, 25 8 5

11

15 .-

2 " --

18 2 $ 1 -

40 19

4 34

2 20

2 14

605 681 748 470 278 Beredte Zahlen ! Wer ste nur zu deuten weiß! Sehen wir uns nun die Tabelle etaö genauer an, so kommen wir zu dem sehr naheliegenden Resultat, daß alle diejenigenMädchen der unterenSchichten"

, cn -..in . 4 tt

oer evonerung, roeicoe mir oen yoyeren Ständen" in fortwährende Berührung kommen Dienstmädchen, Auf Msir'ritinn 5Tst itfifristf t rtm..

ne n ein verhältnißmäßig großes Conteng : ent ur VroMtion stellen, mabrend diera.

brikarbeiterinnen und Handarbeiterinnen)

der sittllchen Berwuderung Verhältniß mäßig wenigea zum Opfer fallen. Be trachten wir die oben angeführten Zahlen,

und nehmen wir dabei noch an, daß die

gr.ößtpZahl der D i e n s t m ä d ch e n ihi. t

Helmalysort außerhalb Lelbzigs hat, t welchem ste wieder gesandt werden, wi stch die Folgen der Prostitution zeig: während dies bei den Fabrik-und Handar beiterinnen nicht in solchem umfangreichen

Maße der Fall ist, so erhalten wir ein Res

ultat, mit welchem die höheren Stand?

in Bezug auf i wohl zufrieden se nicht umhin könn sür die sittliche jungen Mädchen Schichten dea B Herren und Herr den" zuzuschieber Sehen wir nur an : Töchter' löhnern, Oberb, so fällt uns sofort mäßig die Töd heren Stände in bedeutend mehr ! freien LiebeTöchter der nied Dann aber erst 1876 keine einzig

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finden ist, ote emem Fehltritt gemacyi uat Doch halt ! Blicken wir etwas höher auf die Tabelle, da finden wir, daß in der Jahren 1875 je 6 Private" notirt sind daß aber, während für 1876 die Tö ch t e r" gänzlich verschwinden, die Zahl det .Privat en" von 5 auf 67 aestieaen ist

Da haben wir die Töchter" derAdvokaten, Professoren, Oberbeamten, ?auflete,i w ? 7 . n v

anoiviriye, unnier ?c. it. aver nicvlrubricirt, nicht nach Ständen angeführt, er.

wischt, unter den Namcn Privat m

oic Schande" der höheren" Stande v tv deckt werden. Und wer NUN meiß, wie durch eine Reis in's Bad oder nach Italien oder in ein Entbindungsanstalt die Schande" Iv freien Liebe von der vornehmen Gesell schast fortwährend verdeckt wird, wer dl weiß, daß auch in den umliegenden Dörf fern Leipzigs viele Kinder in das Civil

standsreaister einaetraaen werden m

I WW"IJ --..ww.

d o rt die wohlhabende Leipziger Mutteu. r r r , r . r j

als uneoency aufgesuyrl wlro, also mcy in der oben stehenden Tabelle steht, de kann sich ein Bild machen von der Hei

lirfiffit hr Crh" hnn rr6tiSnrtrrtlit5l

..My.. v f , w. v. gtv)kivixiHiti die in der Hochburg des Nationalliberali mus in Leipzig herrscht und wer fetn;t weiß, daß gerade bei den höheren Stäns den" die Abortion ein immer und immei wiederkehrendes Strafobjekt der Gerichte bildet, das manchmal sich zu jMonstreproz zesien aufbuscht, der wird einen noch heren Begriffe von der Heiligkeit der Ebe'1

und der flttlicheu Verwilderung" gerade in den höheren Ständen erhalten. Und so) wie in Leipzig, sieht es überall auö ! ;v

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