Indiana Tribüne, Volume 30, Number 52, Indianapolis, Marion County, 23 October 1906 — Page 1

Jndiana

Triliüne.

Tage und V fn,-., nnft G B onsNaasblatt $10o per Woche. Sonntagsblatt 10:'r Woche. V. GdGSM

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Erscheint seden Nacknnittag. C Jahrgang 30.' Indianapolis, Ind., Dienstag, 23. Oktober 1905 No. 52. M - i 1 i ; i

Wm. Jcnlliligs Bryan In Indianapolis eingetroffen. Am Dienstag früh verlief der Jnter. urban - Spezialwagen, auf welchem William JenningS Bryan und fein Ge. folge den Staat bereift, den Union Bahnhof, wo derselbe daS Eintreffen des roßen demokiatifchen Bannertra gerS erwartet hatte. Hr. Bryan langte aus EvanSville mit der Vandalia Bahn an. Der prächtige Jnterurban-Wag-gon erregte auf den Straßm allgemei nes Jntereffe. Sin schneller Fahrplan !ft arrangirt, und alle Jnterucbanzüge werden bis zur Vorüberfahrt des Epe zial-WaggonS das Seitengeleise be fahren. OHr. Bryan war in auSg?:!chneter Verfassung. Ein leichter CftfSfeKgai fiel, als der Waggon den Bahn Hof verließ. In Tipton. tou Herr Bryan eine Rede hielt, hatte fich eine enorme Menschenmenge eingefunden, welche den Worten desselben mit Spannung lauschte. Der Redner wurde häufig durch ftür mischen Applaus unterbrochen. Die Reise des großen Demokraten und Staatsmannes im Staate Jndiana gab Tausenden von Freunden desselben die Gelegenheit ihm in nicht enden wollenden Demonstrationen ihre An hünglichkeit zu bezeugen. Alle Städte und Ortschaften hatten fast ihre gesammt? Bürgerschaft zur Stelle. , Heute Abend trifft Herr Bryan aber, mal? hier ein, um im Ball Park um 8 Uhr seine Rede zu halten. Die Sitz. Plätze find alle mit wasserdichtem Segel tuch überzogen, und auch die Seiten find alle mit Segeltuch umspannt, so daß der Grand Stand, sowie auch die übrigen Sitzplätze mit der Rednerdühne thatsächlich zu einem großen Zelte um gewandelt wurden.

Grnndeigenthnm wird steigen. a3 ist die Ansicht erfahrener Grundeigen : thumshändler. GrundeigenthumSküufer in allen Thei len des Staates haben ihr Augenmerk auf Beech Grove, die neue Industrie ftadt im Südoften von Indianapolis gerichtet, und mit Gewißheit läßt flch voraussagen, daß dort innerhalb Iah reSfrift eine Stadt von 20.000 Sinwohner entstehen wird. Daß viele der in jener Stadt arbeitenden Leute fich dort Gundeigenthum erwerben werden, ist selbstverständlich, und da fast aus schließlich große Unternehmen fich in Beech Grove ansiedeln werden, läßt fich voraussehin. daß die auf 20,000 Sin wohner geschützte Zahl eher noch zu' klein bemessen ist. Die Lage der neuen Stadt ist eine in jeder Beziehung ideale. ' DaS Gelände ist eben, zugleich auch hoch und gefund belegen; daS gefundene Wasser ist ge fund. Die Eisenbahnverbindung, so weit Frachtverladung in Betracht kommt, ist die beste im Staate. Soweit fich bis jetzt voraussehen läßt, wird die Excurfion, welche morgen früh vom UnionBahnhofe abfährt, eine der beftdesuchteften werden, die seit langer Zeit von hier unternommen wurde. Alle Theilnehmer an derselben werden ihren Lunch an Ort und Stelle frei erhalten, so daß voraussichtliche Käufer und auch Andere kostenfrei nach Beech Grove hin und zurückfahren können, ohne auch nur einen Cent Un kosten zu haben. Um auch Denen, welche den 8'Uhr Zug verpassen, eine Gelegenheit zu ge den, dem Verkaufe beizuwohnen, wur den Droschken zur Stelle beordert, um zwischen den Jnterurban'WaggonS der Shelbyville.Linie, die an Stop 3" anhalten werden, und Beech Grove regel rechte Verbindung aufrecht zu erhalten. Ein großes wasserdichtes Zelt wurde errichtet, um im Falle ungünstiger Witterung die Auktion unter diesem abhalten zu können. Die Bahnpoliziften Hage, dorn und Eroyle brachten gestern Jfaac Willis. 2113 Alvord Straße, nach der Baftille, wo er wegen Klein diedftahls gebucht wurde.

Schlug seine eigene Mutter. Al!e Frau in ärztliche Pflege genommen.

Ed. Horn. 1819 Elder Ave., wurde gestern von den Radlerpoliziften Müllen und Woodward festgenommen und nach der Baftille abgeführt, wo er wegen thätlichen Angriffe auf feine Mutter, mit der Abficht zu tödten, gebucht wurde. Horn, der nach längerer Ab. Wesenheit nach seiner Wohnung zurück gekehrt war, fing Händel mit seiner Frau an. Da der Streit hitzig zu werden schien, so legte fich die Mutter in'S Mittel und suchte den streitenden Gatten zu beschwichtigen. Der erboste Sohn, dessen Wuth uus'S Höchste ge stiegen war, wandte fich nun gegen seine Mutter und versetzte ihr zwei wuchtige Hiebe, daß die schwache Frau augenblicklich zu Boden sank. Dr. McMillan, der .ivm Beistand der der letzten Frau gerufen wurde, konftatirte einen Schlag auf den Kopf und einen anderen in die Mazengegend, und ver ordnete die größte Pflege für die Mut ter, widrigenfalls das Schlimmste ein treten könnte. Horn, der nach der That flüchtete, w urde später von der Polizei in einem Gehölz in der Nähe der Stadt, wo er fich zu verstecken suchte, ergriffen und hinter Schloß und Riegel gebracht, wo er nun über sein Bergehen nachdenken kann. Tnrnschnler des Sociale Turnvereins Veranstalten eine Unterhaltung. Eine recht hübsche Unterhaltung der anftaltete die zweite Müdchenklasse des Sozialen Turnvereins unter Leitung de? Turnlehrers OScar Sputh am Montag Nachmittag. Nach Schluß der Turnstunde gab'S ein recht netteS Tanzvergnügen, dem ein guter Lunch" folgte. Die Veranstaltung wurde größten theils zu dem Zwecke arrangirt, die lungen Maocyen nayer mn emanoer bekannt zu machen, was auch gut ge lungen sein scheint; denn erst nach 7 Uhr trennten fich die Kleinen mit dem Wunsche, daß doch mehr dieser herrli chen Nachmittage folgen möchten. Farmer-DetettivS Liefern einen Gefangenen ein. Samuel GoinS, 213 Toledo Str. der gestern in der Nachbarschaft von Valley Willö während der Abwesenheit deS Hausherrn in der Wohnung von Alonzo Hoffman erschien und von Frau Hossman und deren Mutter 15 EentS und daS Privilegium, daS Telephon zu benutzen verlangte, wurde nach kurzer Jagd von JoS. Foltz und I. H. Pter son, zwei Mitgliedern der Farmers Detektiv-Vereinigung, eingefangen. GoinS hatte gerade daS Buggy der Lehrerin Frl. Eva Nelson bestiegen, als die beiden Beamten angesprengt kamen. Ein Kampf entspann fich, der natürlich zu Ungunften von GoinS ausfiel. Nachdem man dem Gefangenen Handschellen angelegt, wurde er mittels Jnterurbanbahn nach hier befördert. i Ang. Kraaznsch. t Im Alter von 56 Jahren ist gestern August L. 5 rzusch, 311 Iowa Str., gestorben. Der Verstorbene kam im Jahre 1383 von Stolberg in Pommern nach hier, und war jahrelang ein Angestellter der Big Four Eisenbahngesellschaft. Die Beerdigung findet morgen Nachmittag von der Ev. Luth. St. Paulus Kirche, Ecke McCarty und New Jersey Straße, aus statt. Mänerchor-Daetzerei. Am Fritag Nachmittag, 2z Uhr, fin det abermals eine Versammlung der Comite zur Veranstaltung eine Ba zarS deS Männerchor Damen Vereins statt.

Ei eschästt-Genie

Von der Polizei in Haft genommen. Den vielen verschiedenen Erwerbs zweigen, welche das Leben in einer Großstadt so mit fich bringt, wurde gestern ein ganz neuer beigefügt. Rosa Josephs, 808 Willard Str., ist die unternehmende Frau, derem findigen Geiste diese neueste Idee mtsprang. Rosa hat fich nämlich auf den Deckel diebftahl verlegt. Nicht etwa Deckel von Kochtöpfen oder vielleicht sogar Stadtdeckel, welche Gouv. Hanly für die bösen Gaftwirthe im Borrath hielt nein, ganz gewöhnliche Abzugs kanaldeckel, auf Deutsch Lewer lids" waren es. mit denen Rosa einen Han del zu eröffnen gedachte. Die Polizei zeigte für das Geschäft nicht daS geringste Verständniß und verhaftete Rose unter Diebftahlsanklage, und Polizeirichter Whallon, der mehr in daS DtebftahlSende des Ge schäfteS, wie auf die Neuheit und Ort ginalttüt desselben interesfirt war, ver donnerte die Angeklagte zu $50 Kosten nebst 30 Tagen Haft. Zu dem be. reitS festgesetzten Preise von 20c pro Deckel hätte Rose ganz schöne Geschäfte machen können. DaS Gerücht, daß Rose die Dinger für die vielbeschriebenen Stadtdeckel gehalten habe, ist völlig unbegründet. Für die Sanfirer-Lizens Sprachen sich die Grocer aus. Ein Comite der GrocerS Association erschien gestern Nachmittag vor dem zu ständigen Comite diS StadtratheS. um die Argumente für die eingereichte Hau ftrerOrdinanz besser zu erklären. Die Ordinanz empfiehlt jedem Haufirer. oer mit einem Einspünner-Fuhrwerle die Straßen der Stadt deführt. eine LizenS von 850 aufzuerlegen, während ein zweispännigeS Hauftrer.Fuhrwerk bis zum Betrage von 875 besteuert wer den soll. Die Grocer find für diese Ordinanz. weil dieselbe jenen Haustrern das Hand werk legen würde, die nur einmal oder zweimal imJahr mit gemiethetem Fuhr werk die Straßen durchziehen und ihre Kunden mit schäbiger Waare bedienen. Die Ordinanz würde denjenigen Han delsleuten. die eine ständige Kundschaft haben, dagegen sehr gelegen kommen. California Reise verschöbe. Howard Meyer, 2421 Oft Michigan Straße, der beabsichtigt hatte, in Kürze nach San Francisco abzureisen, und I. E. Recker. alias A. K. Edaar. der seine Adresse im Morton Hotel angiebt. zwei Elektriker in Diensten der San born Marsh Co., wurden gestern durch die Beamten Wilson und Golnish ver haftet. Laut Aussagen der Beamten ist Recker geständig eine GasolinLöth lampe rntwendet zu haben, die er in Meyers Werkzeugtasche steckte. Meyer ist beschuldigt, diese Lampe, als er die selbe unter seinen Sachen auffand. nicht an die Eigenthümer zurückgegeben zu haben. F e e r. Ein beschädigter Schornstein in der Restauration von 'Smith an der Nord Illinois Straße, hatte gestern Abend gegen 8 Uhr Feuer gefangen, welches jedoch kurz nach dem Erscheinen der Feuerwehr gelöscht wurde. Da der Alarm aus dem Centrum der Stab eingesandt wurde, so war betnahe die ganze Feuerwehr zur Stelle geeilt. Die selbe kehrte jedoch gleich nach Ankunf zu den Spritzenhäusern zurück. Polizeichef Schröder von Peru, Ind., meldete gestern der Poli zei, daß Merle Apt. 18 Jahre alt, von Peeu, seine elterliche Wohnung flüchtig verlassen hat. Er ersuchte die hiesige Polizei, Recherchen nach dem Flüchtling anzustrengen. ,

Desperate Neger

Durch ..gütliches Zureden" bezwungen. Nach desperatem Kampfe gelang eS den Polinnen Georae Stewart und Fred Anderson, den Neger Henry O'Bannon und seine Dulzinea Bertha BoleS zu verhaften. Das Weibsbild trug zur Zeit eine brennende Petroleumlampe, und O'Bannon hatte eine Bierflasche in der Tasche. Beide, die Flasche und die Lampe erwiesen fich als gute Waffen. Anderson erlitt nur leichte Brandwunden undStewart, der mit der Bierflasche zu Boden geschlagen wurde, setzte dem Neger nach, bis er denselben im Mili ürPark einholte und durch gütliches Zureden" zur Umkehr bewog. Henry und Bertha wurden trotz ihrer heftigen Gegenwehr in die Station befördert, um dort dem Polizeirichter vorgestellt zu werden. Gesäugnikschlöffel ud TinteAnstatt der obligatorischen Blumensträuße. Fast scheint eö, als ob in der Office der PolizeiMatrone ein HeirathS'Bu. reau eröffnet wäre. Der vielen dort bisher ftattgefundenen Trauungen reihten fich gestern zwei weitere an. Nellie W. Walker, 1107 Oliver Ave. und Albert G. Feygh. sowie auch Jo ephine Wingard. 1428 Alvord Str. und Hezekiel Douglaß, wurden dort in die osenfeffeln der Ehe geschmiedet. Rev. Wheeler von der Reöcue Mission hielt den Trauakt ab. Die Polizei Matrone, welche als Brautjungfer den beiden neuge backenen Gattinnen zur Seite stand. Überreichte verwirrt zum Schlüge an statt der obligatorischen Blumen, der einen der Braute du fetfuütrn zum Gefängnisse, der anderen daS Tinten faß. Von den in der Station geschürzten Ehen haben fich soweit noch alle als stichhaltig erwiesen. Beide Braut paare traten nach der Trauung fröhlich den Heimweg an. Wilhelm Tell In neuerer Auflage. Während Leutnant Sandmann der Polizeiforce. den Verlust eineö Dollar betrauert, ftolzirt Al. Smith, der Humanitätö'Beamte jetzt als der aner kannte und erprobte Wilhelm Tell der Polizeimacht umher: Die Sache ereignete fich gestern Nach mittag, als beide Beamte fich hinter der Station trafen. Smith hatte gerade ein neues Schießeisen erhalten und zeigte dasselbe dem Leutnant, der die Behauptung machte, daß Smith mit dem Dinge nicht einmal ein Scheuer thor zu treffen im Stande fei. Ein Wort brachte das andere und zuletzt kam man dahin überein. daß Sandman den Dollar in die Höhe hal ten und Smith denselben treffen sollte. Gesagt, gethan. Beide begaben fich zum Schießftande. Sandman hielt den Dollar hoch und Smith schoß. Der Dollar wurde getroffen und ging verloren. Smith hat fich als Schütze bewährt nnd Sandmann betrauert den Verlust des Geldes, welches trotz eif rigen SuchenS bisher noch nicht ge funden wurde. Alter schützt vor Thorheit nicht. August Walter, 58 Jahre alt, 833 Süd Meridian Straße, der vor einiger Zelt verhaftet würde, weil er einen thätlichen Angriff auf ein 14.jkhrigeS Mädchen gemacht haben soll, wurde gestern auf einen VerhaftSbefehl, der von Artie Gtderfon ein 17jährigeS Mädchen erwirkt wurde, abermals in Haft genommen und der Verführung beschuldigt. Die Verhaftung wurde von den Beamten FieldS und O'Con nor ausgeführt. Frank Weilacher's Sample Roo, Ecke Columbia Ave. und löte Straße.

Uebertriedene Anschuldigung

Von Dan. Washington entrüstet zurückgemiesen. Mit den Worten: Captain, eö waren ja nur 8 Vierteldollarftücke in dem GaSmeter drin, wie kann ich demselben da $4.00 entnommen haben!" besiegelte gestern Nachmittag Dan Washington, 1430 Bandes Str.. sein Schicksal. Dan hatte in dem Hause des 430 Nord Randolph Straße wohnenden Herrn Buenaqel gestern eine Ladung Kohlen abgeliefert, und gleich nachdem Dan die Kohlen abgeladen hatte und mit seinem Wagen um die Ecke gebogen wur, bemerkte man. daß der GaSmeter erbrochen und seines aus 8 Vierteldol larftücken bestehenden Inhaltes beraubt war. Man benachrichtigte die Polizei, und die Beamten Lancafter und Duncan machten fich zur Verfolgung auf. Dan wurde verhaftet, doch fand man in seinen Taschen auch nicht einen einzigen Vierteldollar vor, und entrüstet wieg er alle Beschuldigungen zurück. Als zu letzt Eapt. Bray ihm die Frage vor legte, was er mit den vier Dollars denn gemacht habe, da platzte Dan mit der Wahrheit heraus und wurde dann ins Loch gebracht. Dan ist übrigens ein alter Bekannter der Po izei, der zum letzten Male die Polizei besuchte, als er seiner Schwester einen Mantel gestohlen hatte. Die dem GaSmeter entnommenen QuarterS hatte fich Dan, wie er später gestand, in einem Geschäfte in großes Geld umwechseln lassen. Cox und Zenor. Keiner von beiden dürfte Congreßmann werden. Der Prozeß von W. E. Ccx gegen Congreßmann Zenor, durch den die Wahlcommisston von Crawford County abgehalten werden soll, den Namen ZenorS unter das demokratische Parteiemblem der offiziellen Stimzettel zu stellen, kam gestern wieder im KreiSgericht zu Englifh zur Verhandlung. Richter ZenorS Anwälte stellten prompt den Antrag auf Niederschlagung deS Mandats. Der Antrag wurde von neun bis zwei Uhr von den Anwälten beider Seiten argumentirt und schließlich von Richter Stillwell in Berathung genommen. Am Abend wies Richter Stillwell das Gesuch um Niederschlagung ab. und W. E. Ridley, Anwalt der Wahl, kommisfion. beantragte darauf Berle gung des Prozesses anderswohin. Rich ter Stillwell verwies die Sache nach Perry County. Das bedeutet, daß die Geschichte sehr komplizirt werden kann. indem nicht gesagt ist, daß der Fall dort vor der Wahl zur Entscheidung kommt. Cox' Name dürfte doch auf daS Ticket kommen. UedrigenS wurde gestern Abend noch ein Versuch unternommen, die Kon troverse zwischen Cox und Zenor güt lich beizulegen. Die beiderseitigen An wülte hielten eine dreistündige Be rathung hinter verschlossenen Thüren ao. Jnzwl men emarle ,senor, er werde AlleS thun nur nicht zurück treten. Auch Cor' Anwälte betonten dasselbe für diesen. Zenor meinte übri genS, er sei der Anficht, daß unter sol chen Umstünden weder er, noch Cox wahrscheinlich gewühlt werden würden. In der gemeinsamen Berathung der Anwälte scheint beschlossen worden zu sein, daß Cox wie Zenor zum Rück tritte von der Kandidatur bewogen wer den sollen. Zenor soll fich mit diesem Beschlusse zufrieden gegeben haben. Die Radlerpoliziften Bernauer und Kitzmiller brachten ge ftern den 19.jahrizen Farbigen Shelly Wadlington, einen Fahrftuhlbedienten in den Meridian FlatS, nach der Poli zeiftation, wo sie eine Anklage wegen Kleindiebftahl gegen ihn erhoben. Wadlington ist beschuldigt, dem Neger Harold WatkinS, ebenfalls in den Me riian FlatS angestellt, ewm Ueber zieher geZohlen zu haben.

Nachrichten aus Jndiana.

Kokomo. Sin VerhaftSbefehl wurde gestern für B. F. Wilkinion, einem wohlhabenden Farmer, erwirkt, in welchem er mit Brandstiftung be schuldigt wird. Er soll einen Stall seines Nachbars Wm. Devore in Brand gesteckt haben, wobei 6 Pferde umgekommen find. Wilkinson wurde auf die Aussagen seiner eigenen Kinder ver urtheilt. Dieselben wurden erst kürz, lich in einer Kirche bekehrt und ihr Ge wissen trieb sie dazu, den Vater preis zugeben. S u l l i v a n. Ein Feuer, wel cheS gestern Abend im dritten Stock werke des National Bank Gebäudes ausbrach, in welchem mehrere Organ! sationen und Vereine ihre Hauptquar tiere haben, richtete einen Schaden von 18,000 an. Die EagleS verloren $800, keine Versicherung; der Frank NeffS Posten der G. A. R. verlor seine biftorischen Aufzeichnungen und anderes Eigen thum, die Vereinigten MinenArbeiter, das WomenS! Relief Corps, KnightS und LadieS of Honor und DaughterS of BeteranS, verlorenlLogeneigenthum. I e f f e r f o n v i l l e. Ziemliche Besorgnisse hegt man hier für die Sicherheit von Leutnant Robert M. Beck, der mehrere?Monate als Jnspi zient imlRegierungSdepot weilte. Am 1. Oktober begab er fichnachZOrdreS des KriegSminifteriumS nach OCHicfa mauga Park, von woZ er nach Cuba abgehen sollte. Von Chickam auga ging er inach Newport NewS. und von da fuhr er letzten Sonntag mit einer großen Ladung Esel und Pferde nach Havana ab. Da man nichts von dem Schiffe gehört hat, so wird befürchtet, daß dasselbe bei dem Cyclon am Mitt woch Abend verunglückt ist. New A l b a n y. Weil seine große Körperfülle ihnZ bedrückte und ihn am' Erwerb seine. LebenSunterbal teS hinderte, vergiftete' fich im Heim feines Bruders, JameS Dennison. der bekannte Bürger Richard! Dennison. AlS Mitglieder der Familie ihn fanden. faß er auf einem StuhleZ im Hinter theile des HauseSZ und war schon seit Stunden todt und starr. Dennison war 59 Jahre alt und nicht verheira thet. Er war Gerber von Beruf und der größte und schwerste Mann in New Albany. Er wog etwa dreihundert Pfund. Seinen Verletzungen erlege, William Schleicher stirbt kurz Znach der Operation. William Schleicher, der Cumberland Farmer, welcher vor einiger Zeit beim Sturze von einem Apfelbaum fich die Genickswirbeln zerschmetterte und der hoffnungslos darniederlag, wurde einer Operation unterzogen, und man hegte Hoffnung, daß Herr Schleicher mit dem Leben davonkommen würde. Mehrere der zersplitterten Knochen, welche auf das Rückenmark drückten, wurden entfernt. Die Operation wurde aus geführt, doch erlag der Verletzte seinen Wunden am Nachmittag. Einbruch. Während die Familie I. D. Barn-, 907 Lelington Avenue, in einem Vor dlrzimmer ihrer Wohnung saßen, öffnete ein Ritter vom Stemmeisen ein Fenster an der Seite deö Hauses und kletterte durch das Fenster in vaS Innere. Mit Kennerblick hatte er sofort eine Börse entdeckt, aus welcher er 84.75 an sich brachte. So bereichert, suchte er das Weite. Bald nach dem Verschwur den des Diebes wurde der Diebftahl entdeckt und die Polizei benachrichtigt. Dieselbe suchte die ganze Gegend ad, von dem Neger. Strolche aber war nichts zu entdecken. Frau Barmführer, 1136 Süd State Straße, erhielt zu ihrem 62. Geburtstag eine schöne Ueberraschung von i'iren Logenfchivefter der Hertha Loge und PokahontaS Loge. Viele hübsche Geschenke wurden dem beliebten GeburtStagSkwd überreicht.