Indiana Tribüne, Volume 28, Number 205, Indianapolis, Marion County, 21 April 1905 — Page 1

Ta.nau ' - T r". , ilWM I I H i II T --rmi. lldimm Tribüne MBiN R läge und roimttig5bsatt lOclKl Woche. r nntaas Man Ä lOc fipnc Woche. .A. af R SS- ÄÄ Grsckxetnt feden Matxn,ittag. Jahrgang 2. i Indianapolis, Ind., Freitag, 21. April 1905. No. 205.

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Das letzte Opter zu Grabe getrage. Louis Schiigert. das vierte und letzte Opfer der Katastrophe in der Ma sonic Halle, wurde heute beerdigt. Viele der Zeitungsträger betheiligten sich an dem Leichenbegängnisse. Reiche Blumenspenden,sowic auch die zahlreiche Betheiligung zeugten von der Beliebt heit des Knaben und von der tiefen Sympathie, welche man den Eltern desselben in dieser ihrer schweren Stunde entgegenbrachte. LouiS Scheigert war ein Neffe des Polizei-Sergean-ten Scheitert. Verlangt 810,000 Schadenersatz.

Eine Schadenersatzklage in Höhe von SW, 000 machte Charles E. Hurldert gegen Newton Claypool und John C. Wright anhängig. Hurlbert giebt an, als Buchhalter der Indianapolis Hard wäre Co., in welcher die Verklagten die meisten Aktien besaßen, engagirt gewesen zu sein. Hurbert giebt ferner vor, durch Newton Claypool mündlich als Geschäftsführer genannter Gesellschaft engagirt worden zu sein, sowie daß dieser ihm S1500Jahreögehalt und $5000 in Aktien anbot. Nach sechs Monaten Dienstzeit als Manager" will Huri" b:rt zum Abdanken gezwungen worden sein, worauf man ihn dann nach der Rate von 81200 pro Jahr adlohnte und $150 als Interesse an den Aktien gutschrieb. Seine Note, für die Aktien, sagt er weiter, wurde ihm mit der Post zurückzesandt. Auch giebt er noch an, daß ihm $150 vorenthalten wurden, daß er seine Anstellung verlor und be hindert wurde, Aktien in dem Unternehmen zu erlangen, sowie obendrein noch erniedrigt und blamirt wurde. Die Indianapolis Hardware Co. gab vor einiger Zeit das Geschäft auf. Zur letzten Ruhe. Floyd Poland, 815 Sanders Str., der dritte der umS Leben gekommenen Zeitungsträger, wurde gestern be graben. Auch hier zeigten die Freunde durch die rege Betheiligung und durch die reichlichen Blumenfpenden, daß das tragische Ende deS Knaben einen tiefen Eindruck auf sie gemacht. Sechs Altersaenoüen deS Knaben waren die Bahrtuchträger. Damen-Lerein des Socialen Turnvereins. - Die 11. Section veranstaltet Sonntag, den 23. April, nach der Ofterfeier der Sonntagsschule ein Kaffeekränzchen und AbendS um 8 Uhr eine KartenPartie für Herren und Damen des Ber eins, und am 27. April, Nachmittags, eine Kartenpartie für Damen, zu der auch Gäste Zutritt haben. Schöne werthvolle Preise winken den Siegern. Der nördliche Stadt t e 1 1 wurde gestern Abend von einem schweren Hagelfturme heimge sucht. In Lawrence, Ind., war das Unwetter das stärkste seit Jahren. Auch auS anderen Theilen des Staates wer den schwere Hagelstürme gemeldet. Brownston, 21. April. Ein frecher Versuch wurde heute früh unternommen, SilaS Guthrie in seiner Wohnung nahe LeeSville zu berauben. Herr Guthrie wurde durch einen Schuß schwer verwundet. Guthrie und seine Frau befanden sich während der Düm merung im Hofe ihres Anwesens, als ein Fremder sie anredete und nach wenigen Worten, einen Revolver ziehend, sie zur Ablieferung ihres Geldes auf forderte. Er trieb die beiden Leute mit der Waffe in's Haus und schoß dort Herrn Guthrie, als dieser ihm sagte, er habe kein Geld. Die Frau flüchtete auS dem Hause und schrie, worauf der Kerl dann der Fliehenden zwei Kugeln nachsandte. Nachbarn eilten zu Hilfe, jedoch war der Bandit bereits entflohen.

Polizei hindert Cultursortschritt. Mit rauher Hand wurden gestern Abend durch die Polizei die literarischen Anwandlungen einer Anzahl Bürger unserer freien Republik zu Nichte gemacht. Sergeant Sandmann und die Poliziften Stoddard und Christ hörten, als sie an der Jndiana-Avenue entlang gingen, aus dem Zimmer über Mike Welch's Wirthschaft, No. 310 JndianaAvenue, dumpfes Stimmengewirr zur

Straße dringen, und. sofort Unrath witternd, machten sie sich auf, die Sache zu untersuchen. Vierzehn farbige Mitbürger wurden trotz ihres Protestes verhaftet und unter die Anklage gestellt, eine Spielhölle besucht zu haben, einer derselben wurde als Spielhalter verhaftet. Mehrere der Besucher des Lokals sprangen auS den Fenstern des zweiten Stockmerkes, fielen aber den unten wartenden Polizisten in die Hände. Einzelne behaupteten, daß fte sich versammelt hatten, um einen literarischen Club zu gründen. Das Merkwürdige bei dem literarischen Club ist dieses, daß man weder Bücher noch irgend welche Anzeichen einer literarischen Thätigkeit vor fand. Mehrere Würfel sowie auch ein Betrag in Kleingeld wurden später von der Polizei unter einer Sophadecke versteckt vorgefunden. Polizeiliches. BBaBaaaH L a f a y e t 5 e R o b i n s o n, ein Marion County Farmer, wurde wegen Trunkenheit eingesteckt. Robinson m .chte einen ungeheueren Krakehl als man ihn verhaftete, doch nützte ihm die Geschichte nicht viel, er mußte mit. Hinter schwedischen Gardinen denkt er über die Wechsel des Altagslebens nach. Albert Wheaton wurde unter gleicher Anklage gleicherweise behan delt. AlS man sich zur Jnventuraufnähme der an seiner Person aufgefundenen Werthsachen begab, fand es sich, daß Albert noch gerade einen Nickel in der Tasche hatte. Der Nickel erwies ftch übrigens bei näherer Betrachtung als falsch. Seine Adresse konnte Albert nicht angeben, da zur Zeit seiner VerHaftung seine Gedanken mit anderen Sachen beschäftigt waren. Joseph Sinker, 2133 Mafia chusettS Ave., meldete der Polizei, daß seine grau ihn verließ, nachdem sie alle ihre Sachen zusammenpackte. Zugleich mit der Frau soll auch Charles Rush, der in der Nachbarschaft wohnt, verschwunden sein. Herman CordiS, der an der Süd Meridian Str. wohnt, wurde unter der Anklage seine rau geschlagen zuhaben verhaftet. Alice Patton, 365 Lafayette Str. wurde unter derBeschuldigung der Ruhestörung und der Profanität und Sadie Henderson, 430 Walden Str. unter Anklage des Angriffes und Schießens mit mörderischer Absicht ver haftet. Alice beschuldigte ihren Gatten sich mit Sadie abgegeben zu haben und sie sah sich veranlaßt, Sadie Vorwürfe zu mächen. Sadie verstand den Spaß schlecht und warf eine Bierflasche nach Alice und sandte dann noch 2 Schüsse hinter die Fliehende drein. Durch das Geschrei und die Schüffe ausmerlsam gemacht, benachrichtigte man die Polizei uwd die Radlerpoliziften Hall und Shine machten der Schlacht dann ein Ende. Vereint wurden Alice und Sadie nach der Station gebracht, wo sie Gelegenheit erhielten, über ihre ge genseitigen Sünden nachzudenken. V i n c e n n e S, 20. April. Die Großgeschworenen, welche sich gerade vertagt haben, weigerten sich, eine An klage gegen Louis A. Mayer, einem der bekanntesten Anwälte deS südlichen Jndiana, zu erheben, der vor kaum einem Monate Col. AyreS I. Taylor, einen Wirth und Lokalpslitiker erschoß. ES wird gesagt, daß die Großgeschworen nach dem vorhanden Beweismaterial überzeugt waren, daß Mayer in Selbst Vertheidigung handelte. Raucht die Tish I Mingo.

Ein Augenzeuge des Unfalles.

Die erste wirklich klare Beschreibung des Vorfalles in der Masonic Halle am Odiger Club hielt gestern Abend in Montag gab gestern Nachmittag W. I. Keller's Halle seine sNonatsversamm Mather, Eigenthümer der türkischen lung ab, in welcher die neuerwählten Badeanstalt deS Gebäudes, ab. Beamten inftallirt wurden. Die VerDurch den Lärm, welchen die Jun- sammlung war, trotzdem die Mitgliegen auf der Treppe verursachten, wurde der durch ein Mißverftändniß nicht beer aufmerksam gemacht und er stellte nachrichtigt worden waren, gut besucht; sich in die Nähe der Treppe unten hin fünf neue Mitglieder wurden vorgeund beobachtete. Die ersten Knaben schlagen und aufgenommen. Die neuen kamen zu zweien herab. Bald jedoch Beamten, die in der letzten Versamm-

füllten die Jungen die ganze Breite der Treppe aus. Andere Knaben gingen zur selben Zeit nach oben. Eine ganze Anzahl Knaben war bereits draußen angelangt, als sich das Unglück ereignete. Die Sturmthüre der engen Treppe war mit einem Keile befestigt, Einer der Jungen verwickelte sich an der Thüre mit dem Arm und siel; die Knaben hinter ihm wurden weiter geschoben. Einzelne der Knaben fielen, und andere sielen über sie. Das Schieden von hinten hörte nicht auf, bis die Jungen völlig über die vorne schon liegenden hinweggeschoben, die Stufen hinabrutschten. Das Unglück ereignete sich nicht unten auf der Treppe, sondern in der Mitte derselben bei der Sturmthüre. Zeuge lief die von seinem Geschäfte nach oben führende Treppe hinauf, half die JungenS zurückdrängen und betheiligte sich dann am Rettungswerke. Calvin W. Prather, Sekretär der Großloge, F. & A. M., der die Aufsicht über das Gebäude führte, sagte Herr Mather, habe ihm erzählt, daß er das Gebäude an Cooper's Agenten erst dann vermiethete, als dieser ihm gesagt habe, er werde 15 Männer dort haben, welche die Aufsicht über die Jungen führen würden. Ray Youngs, ein Zeitungsträger, bezeugte, daß er den Rufe Feuer" erst nach dem Unglücke gehört habe. W. I. Howell, Cooper's Agent, wird heute sein Zeugniß abgeben. Howell hatte die Leitung der TheaterParthie in Händen. Zum Besten der verunglückten Zeitnngstraqer. Die Morton Stock Co., welche im Unique Theater Vorstellungen giebt, beabsichtigt zu Gunsten der verunglück ten Zeitungsträger während der nächr i rw t nr m .-. nen Wocye Bencnz-Aors.euungen zu geben. Herr Morton, der Geschäftsführer beabsichtigt, 50 Prozent der Gesammteinnahmen bis zu $1800, und alles was darüber ist, abzugeben. GeschüftZmänner des östlichen Stadttheils werden die Controlle über die Einnahmen führen. Röche st er, 20. April. Bert Diltz, der als Drahtspanner bei der Rochefter Electric Light Co. angestellt ist, kam so unglücklich zu Fall, daß er dielleicht sein Leben einbüßen wird. Er bestieg einen Pfosten bis zum äußersten Ende und sein Gewicht zusammen mit dem starken Wind verursachten, daß der Pfosten brach und er zur Erde stürzte, wodurch er sich schwere, wenn nicht tödtliche Verletzungen zuzog. Der Transport des kürzlich Gesunkenen qrönten Diamanten der Welt von Südafrika nach London kostete nur drei Schilling Expreßgebühren; aber als König Edward den Wunsch äußerte, den Stein in seinem Paläste zu Buchngham zu beaugenscheinigen, hielt e5 die Londoner Standard Senf für angemessen, den Stein für den einstü.ldigen Weg von ihrem Safe zum Könige für 125 Pfund Sterling zu versichern; sie dachte, sicher ist sicher", und nahm eine Versicherung von $2,500,000 heraus. Als der 5önig den Wunsch aussprach, den Stein für einen Augenblick in sein Privatzimmer zu nehmen, erklärte der Bankbeamt, der ihn gebracht hatte, in aller Ehrfurcht, daß dies nicht anginge, er tönne den Stein nicht aus den Augen lassen. Dem Könige machte dieses Mißtrauen gegen seine EhrlichInt" großen Spaß. Nach London war der Stein, der auf $5,000,000 geschätzt wird, einfach als eingeschriebenes Packet von der Premiers Mine ohne besondere Vorsichtsmaßregel mit einem ganzen Postsack anderer WerthPapiere geschickt und von dem regulä ren Postboten abgeliefert worden.

Deutsch Amerikanischer Demokraten-Club.

lung erwählt wurden, hielten Ansprachen, welche mit größtem Interesse von den Mitgliedern angehört wurden. Der neuerwählte Präsident, Herr O. R. Wald, sprach dem Club in herzlichen Worten seinen Dank aus für die ihm erwiefene Ehre, und betonte, daß er es sich während seines Termins zur Aufgäbe machen' werde, dem Club zu der Stellung in der Politik zu verhelfen, zu welcher er berechtigt sei, und daß er sein Möglichstes versuchen wird, mit Hilfe der Mitglieder die Zahl derselben auf möglichst 1000 zu bringen; dann könne der Club als ein noch stärkerer Faktor auftreten und dem Deutfchthum der Stadt von noch größerem Nutzen sein. Sekretär George Schauer ermähnte die Mitglieder zu festem Zusammenhalten, hauptsächlich wenn eS gilt, für jene Ideen einzutreten, welche zum Vortheile des DeutschthumS der Stadt find. Der Club habe Verpflichtungen dem Deutfchthum gegenüber, denen er gerecht werden müffe. Aehnliche Ansprachen wurden gehalten von den Herren Louis C. Brandt, Wm. Roesinger, Michael Robinius, Julius Reinike, Joseph Bayer, ChaS. Drewes, Paul Kroesing, Fred Schra der. August Tamm, Joseph Schaub und Jakob Buenagel. Zum Schluß ersuchten dann ver schiedcne der Mitglieder Herrn Alber Sahm, Ihnen betreffs Gebrauchs seines Namens für die Nomination als Mayor Aufschluß zu geben. Herr Albert Sahm sprach in fol genden launigen Strophen seinen festen Entschluß aus, kein Kandidat für das Mayorsamt sein zu wollen: Es ist bekannt, daß jede Stadt Auch einen Bürgermeister hat, Auch ist bekannt, daß auf die Dauer Sein Leben wird ihm oft recht fauer. Ein jeder sitzt ihm aus dem 'backen, Jrländer, Russen und Pollacken, Franzosen, Deutsche und Italiener, Eo mmerzienräthe, Tagelöhner. Männer, Frauen, Mädchen, Kinder Und sogar der städtische Schinder, Groß und klein, auch jung und alt, Ob's Wetter warm, ob's Wetter kalt. Taub und taubstumm, lahm und blind, Onkel, Tante, Enkel-Kind, Alle geh'n mit ihren Klagen Dem Bürgermeister an den Kragen. Doch klagen nennt man das nicht mehr. Der Ausdruck klingt schon etwas leer, Um sich jetzt deutlich auszudrücken. Da thut man jetzt ganz einfach kicken. Wer jetzt zum Bürgermeister wandelt Und ihn dann ganz gemein behandelt. Sei's langer, kurzer, dünner, dicker, Den nennt man heut zu Tag 'nen Kicker. So groß wie jetzt war auch och nie. Die städtische Kicker-Kolonie. Man kickt auch aber alles an. Kickt rüstig was man kicken kann. Der eine hat 'nen riesi gen Kick Ä hat daö Steuerzahlen dick, Jetzt kommt ein and'rer schnell herbei. Der kickt nun auf die Polizei. Ein dritter kommt von ungefähr Und kickt die ganze Feuermehr, Nun kommen Kickers vier, fünf, sechs, Die wollen elevated tracks. Viel lieber hätt' es Kicker sieben Wenn alle Tracks schön liegen blieben. Dem Kicker acht ist's Gas zu theuer, Dem neunten fehlt Schutz gegen Feuer. Dann kickt man über schmutz'ge Straßen, Auch über neue Verbess'rungsmaaßen, Man kickt, weil nicht, wie jener Mann Man für die Stadt arbeiten kann. Kickt, wenn man wirklich angestellt. Weil man nicht Lohn genug erhält, Auch kickt man schließlich dann und wann Nur weil man eben kicken kann. Der Temperenzler kickt am Montag Weil Kneipen waren auf am Sonntag, Der Wirth der kickt dann desto schlimmer. Weil er muht geh'n in'S Nebenzimmer.

Dann kickt 'ne Schaar von alt un jung Für Straßenbahn-Perlängerung, Ein and'rer Kicker will durchaus Kee Straßenbahn vor feinem Haus. Dem einen brennt das Licht zu hell. Dem andern läuft die Cr zn schnell, Dem dritten ist die Straß' zu naß. Dem vierten mangelt's an der Kass'. Doch alle kommen mit 'nem Kick, Das sieht schon mit dem ersten Blick Der Bürgermeister und deshalb Belegt er sie auch gut mit Salb'. Mir Salb', man soll's fast gar nich denken. Läßt manches wilde Thier sich lenken. Deshalb muß oft mit leisem Pfeinen, Ter Mayor sich an der Salb' vergreifen. Er reibt sie ein, dünn oder dick, Ganz angemessen mit dem Kick, Doch wird die Salberei zu groß, Dann geht daö Kicken erst recht los.

Deswegen wird auch auf die Dauer, Dem armen Mann das Leben sauer, Trotz alledem, es bleibt dabei. Es leb die edle Kickerei. Das Sonntag Baseball macht die dicken. Wohlbeleibten Pastors kicken. Hingegen kickt der Basevall-Mann, Weil er nicht Sonntags spielen kann. Zweirädler kickt halt, weil die Straß', Mitunter ist bestreut mit Glas, Der Mann zu Fuß kickt dann mit Wuth, Weil elfterer ihn verdrängen thut. Dann kommt das leidige Aut'mobil, Durch das kommt's Kicken gar zu viel. 'Nem jeden Mann ist es gefährlich. Man kickt und's hilft jedoch nur spärlich. Und so bringt jeder neue Morgen, Dem Bürgermeister frifche Sorgen. Vergißt ein Kicker feine Pflicht, Dann heißt's,Mensch,warum kickst du nicht; Dem Bürgermeister Amt und Ehren, Will ich getrost den Rücken kehren Und freu'n mich dann, ganz ungemein, Wenn ich nur darf ein Kicker sein. Kleine Stadtnachrichte. Ben Teal, Henry Stock, Fred. Escott, Jas. Mann und Erneft Jnglc bright wurden gestern dem Polizeirichter vorgeführt wegen Uebertretung des SonntagsgesetzeS durch Verkauf geifti ger Getränke. Kläger soll die Good Citizens League" sein. Die Fälle wur den bis auf den 26. April vertagt. 9. sWl j i m A e r w a g o x ymt aenern eme Conferenz mit dem städtischen Gesund heltsbeamten Dr. Keene und den übrigen Angestellten des GesundheitsamteS ab. Die Conferenz wurde anberaumt, um den Angestellten vorzuführen, sich durch die diesjährigen Wahhm nicht in der Ausübung ihrer Pflicht beeinflussen zu lassen. BunoesVeputyMarschall Tom Martin kehrte heute von Jasonville zurück, wo er Fied Stal cup, der der Uebertretung der Postgesetze angeklagt ist, verhaftet hatte. Stalcupp wurde dem Bundeskommiffär in Terre Haute vorgeführt und unter $500 Bürgschaft gestellt. Er soll in Jasonpille eine Geldanweisung, die für einen Hotelclerk ausgestellt war, in seinem Namen einkasfirt haben. Stalcup leugnet die Anschuldigungen. G e st e r n wurde eine Einigung in der Wahl eines ClerkS für die Staats druckerei-Kommission erzielt. Thomas Clifton, der von Gouverneur Hanley und Auditor Sherrick unterstützt worden war, zog unter Dank für die gewährte Unterstützung feine Kandidatur zurück. Daraufhin wurde Harry Slough, ein Union Drucker, einstimmig gewählt und wird derselbe sein Amt sofort antreten, da der bisherige In Haber deS Postens, ThomaS I. Carter, den Wunsch geäußert hat, so bald wie möglich abgelöst zu werden. Straßenbahnwagen kollidirt mit Eisenbahn. Ein Wagen der Oft Washington Straßenbahn kollidirte an der Noble Straßen Kreuzung mit einem Eisen bahnzuge. Anscheinend versagte die Bremse deö Straßenbahnwagens und derselbe glitt auf die Eisenbahngeleise, direkt in den Weg eines einlaufenden Zuges. Die Passagiere kamen mit dem Schrecken davon. Das vordere Ende des Wagens wurde völlig zertrümmert.

Nachrichten aus Jndiana. Fort Wayne, 20. April. Nachdem das Experiment eines (operativen KohlengefchäftS fich als erfolgreich erwiesen hat, wird man einen gleichen Versuch in der Grocery-Branche versuchen. Angestellte der Ft. Wayne Electric WorkS sind die Aktieninhaber und Gründer des Unternehmens. Jede Aktie ist S5 werth und beträgt das Grundkapital 815,000. JaSper, 20. April. Einbrecher beraubten die Post in Jreland und ver schiedene Lüden daselbst. Der Geld schrank in Steinhart's Eisenwaarenge schüft wurde gesprengt; allerdings er hielten die Räuber wenig Baargeld, dagegen eine Anzahl Uhren, Revolver und anderes Eigenthum. Ein Mann, Namens George Fierft, der sich einmi schen wollte, wurde durch einen ge-

spannten Revolver in Schach gehalten und gezwungen in sein Haus zu treten. B a t e s v i l l e, 20. April. Wiederum ist eine Scheune, diesmal die deö Frank Forthoffer, in der Nähe von eunrnan, Jll., durch Brandstifter nie dergebrannt worden. Vor etwa sechs Jahren zurück war ein muthmaßlicher Brandstifter verhaftet worden, erhielt aber durch einflußreiche Verwandte bald seine Freiheit wieder. Seitdem find die Farmer in meilenweiter Umgegend bestündig in Angst und Schrecken gehal ten worden durch das Niederbrennen von Scheunen. Man sinnt auf gründliche Gegenmaßregeln. Milton, 20. April. Eine Uhr, welche ein wahres Wunderwerk darstellt, ist im Besitze der Frau H. C. Meeker hier, welche sie durch Erbschaft erhalten hat. Sie zeigt nicht nur die Tage des Monats an, sondern die Zeit jeder Nation, die Zeit in elf der bedeutendsten Städte der Welt und hat elf Sonnenuhren. Eine derselben gibt die Lokalzeit, die andere die in Peking. China, an. Sie spielt 12 Musikstücke. Das Ganze ist von einem Glaskasten, umgeben, durch welchen man von allen Seiten das komplzirte Werk beobachten kann. F r a n k f o r t , 20. April. Den Record" gebrochen hat hier Frau Minnie Boyer. Sie hatte gegen ihren Gatten Scheidungsklage wegen böswilligenVerlassenS eingereicht; der Richter bewilligte das Gesuch um 5 Uhr. Kaum war daS erlösende Wort ausgesprachen, als die geschiedene Frau Arm in Arm mit DartuS Q. HendrickS das Gerichtszimmer verließ ;i beide begaben sich nach dem Bureau deS CountyclerkS lösten sich einen HeirathSschein und wurden von Richter Boulden getraut genau 30 Minuten, nachdem Frau Boyer geschieden war. I o r t W a y n e, 20. April. Richter Vanghan von Bluffton, der als Spezialrichter fungirte, wies in seinem gestern abgegebenen Uriheil die Förderungen des CoronerS Dr. StultS für amtliche Untersuchungen ab, mit der Begründung, daß den Fall keine Verdachtömomente umgeben hätten. Der Richter sagte u. a., daß medizinische Thätigkeit größtentheilS ein Rathen" sei und der Coroner kein Recht Hütte, einzutreten, wenn ein Arzt mal eine falsche Diagnose gemacht habe. Der Eoroner habe nur in Unglücks und verdächtigen Fällen ein Recht, Untersuchungen zu veranstalten. Petersburg, 20. April. A. I. Loveleß, der kürzlich als Trustfür Logan Township gewählt wurde, wurde gestern vom Sheriff unter der Beschuldigung verhaftet, schwindelhafte Handlungen bei seiner Erwählung be Zangen zu haben. ES wird behauptet, daß Zeugen gefunden find, die beschwö ren wollen, daß ihnen von den Demo , kraten je S50 offerirt wurden, um für das demokratische Ticket" zu stimmen. Er Wird ferner gesagt, daß Loveleß 31400 für Wahlzwecke ausgegeben hat, und er sein Amt nicht ehrlich verwalten kann wenn er seine Auflagen gedeckt haben will. Einige der meiftbefteuer ten Bürger deS TownshipS sollen an dem Falle interesfirt sein. M Die beste 5 Cent Cigarre ln der Stadt, Mucho'ö Longfellow".