Indiana Tribüne, Volume 28, Number 170, Indianapolis, Marion County, 11 March 1905 — Page 1
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, Erscheint feden gtarfTmiitag, ' . . i Jahrgang 28. Indianapolis, Ind., Samstag, li. Marz 1905. No 170. . . . . . . . '
Blntspnreu aufgefunden.
Maifeier-Conferenz. Die Delegaten der verschiedenen deut-
. A. Baker in Chicago. Nachrichten aus Jndiana.
Die beiden Neger, welche sich mit der Polizei an der Pine Str. und den Big Four Geleisen in ein Revolverduell einließen, sind soweit nach nicht gefunden. Daß einer der Beiden jedoch getroffen wurde, ist mit Sicherbeit anzunehmen. Tim Sheehan, 1130 Bates Str., der also in unmittelbarer Nähe des Kampf, planes zwischen der Polizei und den fliehenden Negern wohnte, fand gestern früh einen Revolver, eine Anzahl Nach, schlüjsel, mehrere leere Patronen und einen Neberzieher, der auf mehreren Stellen Löcher aafwieZ. Auch Blut, spuren fanden sich vor. Dieselben wurden eine Strecke weit östlich verfolgt und führten wieder zum Geleise zurück, wo sich Diesel
den dann verloren. Anscheinend wurde einer der beiden fliehenden Neger ver wundet. und zwar so, daß er nicht wei ter laufen konnte und sein Kumpan lief allein weiter und lockte so die B amten von ihm fort. Um dann allen Verdacht von sich ab zulenken, warf er Ueberzieher Waffe und Schlüffel von sich und brachte sich dann auf irgend welche Weise in Sicherheit. Die Polizei setzt die Verfolgung fort. Gut Blatt ! Das regelmüßige Turnier der SkatSektion des Deutschen Hauses findet Sonntag, den 12. d. M. statt. eschmackoolle Preise winken den Siegern. Damen-Berekn des MännerChors. Die Damen des Münnerchors ergin aen fiü aestern Nachmitiaa in der MännerchorHalle beim Euchre Spiel ES wurde an 30 Tischen gespielt und trugen nachstehend Genannte schöne Preise davon : 1. Frl. Nettie Frick. 2. Frau O. C. ForbeS. 3.. Frl. Anna Lindeman. 4. Frau W. H. AdamS. 5. Frau L. Jungclaus. 6. Frl. Frieda Happersberger. 7. grau I. Rauch. 8. Frau O; Deluse. 9. Frau E. C. Reyer. Marion. Ein Nitroglycerin? Lagerhaus der St Mary's Torpedo Co., eine Meile östlich von Fomler town, explodirte gestern Abend 6 Ub Glücklicherweise befand sich Niemand in dem Gebäude, fo daß keine Todes fälle zu verzeichnen find. John Smith, der etwa eine Meile entfernt im Gehölze arbeitete, wurde durch fliegende Trüm mer zu Boden geschleudert, jedoch nicht gefährlich verletzt. Neunhundert Quart Nitroglycerine flogen in die Luft. - K i l S b o r o. Alonzo Richardson. 22 Jahre alt, der beim Baumfüllen letzten Samstag schwere Verletzungen davontrug, blieb bis zu seinem gestern erfolgten Tode in bewußtlosem Zu stände. Der Baum war auf eine Schiene gefallen, hierdurch in die Höhe geschleudert worden, Richardson am Kopse tödtlich verletzend. Anderson. Richter McClure erließ gegen LewiS I. Ponce, einen Grant County Farmer, einen Ein haltSbesehl, der ihm verbietet. Zohn Bottorff, dem Verwalter der Magnet Glas Co., Schwierigkeiten zu machen. Ponce soll damit gedroht haben, den Oelbedarf der Company abzuschließen New C a st l e. Frau Sarah Byrket, eine Pionierin von Henry County, kam kürzlich durch ein Pferd schwer zu Schaden und man glaubt nicht, daß fie m wieder genesen wird. ES wurden ihr 6 Rippen ge brechen, außerdem trug fie innerliche Verletzungen davon. Colonisten Tickets nach dem Wegen und Südwesten. via Pennsyl vania Linien. Februar 21. und März 21 werden spezielle einen Weg, zroeite Klasse Colowsten Tickets verkauft nacd alle' Punkten im Westen ud Eüdroesten, via Pennsylvania Linien. Für döllioe Einzelnheiten hinsicktlich Raten und Fabrzeit etc. spreche man bei dem nächsten Ticket-Agenten dieser Linim vor.
chen Gewerkschaften find ersucht, stch
betreffs Arrangirung der dieSzährlgen Maifeier, morgen Vormittag prompt 10 30 Uhr in der Columbia Halle zu versammeln, da die Aufstellung der verschiedenen Comites und sonstige wichtige Geschäfte zu erledigen find. Diebesjagd in Jnterurbauvagen. Bürger, Passaziere und Bahnangestellte die Verfolger. Eine DiebeSjagd mittelst Jnterur. banwagenS, an der fich die Paffagiere beteiligten, wurde gestern zwischen hier und Plainsield in'S Werk gesetzt. Kurz nach Mittag fuhr ein Wagen der Plainsield-Lini? hier fort. In der Nähe von Ben DaviS angelangt, be. merkten Motormann und Conducteur, daß fich mehrere Männer mit dem Drahte der Gesellschaft beschäftigten und anscheinend im Begriffe standen. eine größere Quantität deffelben fortzu schaffen. Mit rasender Eile fuhr darauf der Wagen nach Plainfield, wo fich Motormann und Conducteur bewaffneten und dann ging eS zurück. Die Männer, welche augenscheinlich die Fahrgeschwindigkeit deS daherrasenden Wagens miß trauisch gemacht hatte, wandten fich zur Flucht. Motormann Jos. Wyatt und Conductor H. Lynch sprangen ad und eilten den drei Männern nach. Herman Holton, ein Paffagier, schloß fich ihnen an und es gelang einen der Männer zu stellen. ExCounty'Schatzmeister 0s car Hadley aus Danville. der im IndianapoliS Schützen-Clubhause gewesen war, der Custodian de? Schützen-Club-bauseS I. E. Clerk, und der frühere StaatS-Senator JameS Barlow aus Plainsield, alle kamen vom Clubhause mit Flinten bewaffnet und! während Schatzmeister Hadley Wache stand, setz ten die anderen, mit Ausnahme der Wagenangestellten die Jagd fort. Der Gefangene, welcher seinen Namen als Otis ElduS, 977 W. Washington Str.. angab, wurde dann nach hier gebracht und der Polizei übergeben. Nach zwei Stunden langer Jagd kehrten dann später die anderen Ver folger enttäuscht wieder zurück, die Flüchtlinge waren ihnen in der Nach barschaft von Maymood entnommen. Später gelang e5 der Polizei noch William Alderson, 97 West Washing ton Str. wohnhaft und Carl Taggert, 21 Bloomington Str.. die bei den Diebstühlen implicirt sein sollen, zu verhaften. . Reichte Beschverdr ein. I. I. Lippert benachrichtigte die Behörde öffentlicher Arbeiten, daß ein Wagen der Plainfield Bahn, dem er das Signal zum Halten gab, an der Ecke der McCarty und Diviflon Str., mit einer Geschwindigkeit von 20 Meilen per Stunde an ihm vorbeifuhr, die Beschwerde wurde mit dem Gesuche, eine Erklärung abzugeben, der Compagnie zugtstellt, worauf dann die Sache vor der Behörde zum Verhöre gebracht wird. In'S Irrenhaus gesandt. Emma JoneS, die seit etwa einer Woche in der Polizeistation gehalten wurde, ist gestern nach der Irrenanstalt überführt worden. Während der Zeit ihres VerweilenS in der Station,, war es oft nur unter Beachtung der größten Vorficht, daß man fie abhielt, fich selbst Schaden zuzufügen. Ihre Kleidung hatte fie fich vom Leibe gerissen und es nahm die Dienste zweier Radlerpolizj sten, die Frau daran zu verhindern, fich an den Eisenstäben ihrer Zelle zu ver letzen. Die gepolsterte Zelle, welche bereits vor Monaten versprochen wurde, ist noch immer nicht gebaut, obgleich bereits mehrere Unglückliche fich inigewöhnlichen Zellen verletzten.
Unter den für die nächsten zehn
Tage vor den Marion County Geschmorenen zu verhandelnden Fällen befindet fich, glaubt man, auch eine An klage gegen O. A. Baker, wegen an geblich versuchter Bestechung des LegislaUrmitgliedeS A. Baker. Bekanntlich war ersterer von dem Augenblicke an verschwunden, als sein Namensvetter AnaniaS, der Jndiana Legislatur die freimüthigen. Enthüllungen machte. Diese Körperschaft setzte $5000 sttr Ergreifung O. A. BakerS aus,, der fich nach Canada begeben haben sollte. Fred. Edward,Leiter der Marion Jce Cold Storage Comp. will jedoch gestern O. A. Baker, den TabakLobbyisten auf einem Bahnhof in Chicago gesehen haben. Höchst' wahrscheinlich wollte fich Baker nach Marion begeben, doch verlor ihn Edward außer Sicht, sodaß er nicht mit dem Manne sprechen konnte. Da Eoward Baker sehr gut kennt, dürfte kein Zweifel hinsichtlich deffen Identität be. stehen. Durch HilsöstaatS-Anwalt Groniger wurde nun bekannt, daß die unter suchung noch zu keinem Abschluß gelangt sei und enthielt er sich irgend welcher Angaben inbezug auf daS fei tenS Louis Defchler'S gebrachte BeweisMaterial. Von letzterem will man wissen, daß er sich den Geschworenen gegenüber geäußert, nichts von der Baker'schen Angelegenheit zu wissen, daß er sich ferner irgend welcher Angaben enthalten habe, dahingehend, der TabakSTrust würde dafür Sorge tragen, daß in der In diana Legislatur keine Gesetze'vorlage ähnlich der ParkS'schen passirt würde. tZT Raucht die BONANZA. Pferd und Wagen im Flusse aufgesunden. Hilferufe, welche vom Fall Creek kamen, wurden Donnerstag Nacht von Frl. Flora Kroh, die bei ihrem Bruder I. H. Kroh an der Nord New Jersey Str., in der Nähe des Fall Creek wohnt, gehört. Eine Zeitlang wurden dieselben fortgesetzt, um dann plötzlich zu enden. Gestern nun wurde in im geführ derselben Richtung Pferd und Wagen aufgefunden. DaS Pferd' lag in einer Sandgrube am Rande des Flußbettes, das Buggy lag theilweise in einer anderen, etwa 15 Fuß ent fernt. DaS Sattelzeug zeigte, daß das Pferd ausgespannt war, da keine der Stränge zerrissen waren. Ein Sack mit Brod und ein alter Ueberzieher la gen in dem Buggy. Die Sandgrube, welche durch Herauspumpen deS Fluß bsttsandeS entstand, befindet fich der New Jersey Straße gegenüber, an der Nordseite des Flusses. Der Weg auf der Nordseite iß nlcht gepflastert und nur ein einziges Haus, das der Familie Kroh, befindet fich in der Nähe. Eine Brücke giebt eS dort nicht. Die Spuren deuten an. daß der Fuhrmann vom Wege aus in's Fluß bett gerieth und daß er verschiedentlich umkehrte, um zum Wege zurückzuge langen, und da ihm dieses nicht gelang. scheint er sein Pferd ausgespannt zu haben. Wie das Pfer ertrank, ist nicht bekannt, doch scheint eS als ob dasselbe zuerst in die Grube, in welcher fich daS Buggy befindet, hineinfiel. dann vom Fuhrmann ausgespannt wurde, fich dann wieder auf die Beine arbeitete, in die zweite Grube gerieth und dort ertrank. Der Fluß ist auf dieser Stelle nur seicht und auSgenom men, der Fuhrmann gerieth ins tiefe Wager, so ist kein Grund anzunehmen, daß derselbe verunglückte. Die Polizei ermittelte, daß daS Buggy wahrscheinlich einem Farmer Namens John Witte gehörte, welcher an der Illinois Str. und Williams Creek wohnt. Die Polizei durchsucht jetzt den Fall Creek. um zu sehen, ob Witte nicht vielleicht doch noch in dem Flusse' ertrank. William steifer, Art Nachbar Witte'S, ist pofitiv sicher, daß daS vorgefundene Buggy diesem ge. hörte.
Sroker Zcharnsteia stürzt. Die Feuerwehr eilte gestern in Beantwortung eines Alarmes nach der Baumwollen-Spinnerei an der West New York Str. Ein neuer eiferner Schornstein wurde aufgestellt und Plötzlich, als eines der Seile riß, fiel das Monstrum mit donnerndem Gepolter nach unten. Eine Dampfwolke stieg sofort aus dem Maschinengebäude empor und Nachbarn, welche dieses mit angesehen, sandten den Alarm ein, der Schaden beläuft fich auf $1000, es wurden fünf Dampfkessel temporär außer Betrieb gesetzt. Der Schornstein war etwa 100 Fuß lang. Henry Heimbo und Thomas Roberts, zwei Heizer der Companie standen gerade außerhalb des Maschinenraumes und entgingen glücklicherweise jeglichen Verletzungen.
Schlug ein kleines Madchen. Die syrische Bevölkerung der Willard Str., war gestern zum Theile im Poli zeigerichte anwesend, um die Jntereffen van Selma Marcede. 818 Cbestnut Str., einem kleinen braunäugigen Mädchen, vertreten zu helfen. DaS Mädchen beschuldigte Jacob Joseph. einen Syrier, 508, Willard Str., fie geohrfeigt und ihr die Kleider zerrissen zu haben, weil fie ihm sagte, er solle ihr 75 cts., welche er ihr angeblich schuldet. zahlen. Joseph ist ein großgewachse ner Mann und die Selma ist nur ein kleines Mädchen und so war dann die Sympathie natürlich auf Seiten des Mädchens. Polizist Johnson sagt, Joseph sei ein Handelsmann, der seinen Landsleuten kleinere Waarenbeträge verkauft und aus einem solchen Verkauf soll der Streit entstanden sein. Der Fall wurde bis zum 18. verschoben. Die Trockenen" renomiren. Daß eS unter dem Moore Tempe renz-Gefetze durch eine Remonstranz der Mehrzahl derWähler von CenterTown fhih praktisch möglich ist, alle Wirth schasten inJndianapolis zu schließen, ist die Anficht des Superintendenten der Anti.SalooN'Liga, U. G. Humphrey. Er glaubt, daß daS Moore Gesetz eS möalich macht, daß die Mehrzahl der Stimmgeber irgend eines Township, ob fich innerhattder Grenzen deffelben um eine Stadt oder ein Theil einer Stadt befindet, oder nicht,) alle Wirth schasten schließen können. Eine An zaht prominenter Advokaten des Staa tes hegen seiner Aussage nach, dieselbe Anficht. Der Theil deS MooreS-GesetzeS au welchen fich Humphrey stützt, besagt, falls drei Tage vor einer regelmäßigen Sitzung der County-Commiffäre, eine Remonstranz, von einer Mehrzahl der Wähler eines Townships oder Ward mit dem Auditor des County hinterleg wird dann soll es ungesetzlich sein, sol chen Applicanten während einer. Periode von zwei Jahren, vom Datum der Rr Monstranz gerechnet, eine LizenS auszu stellen. Falls solche Remonstranz ge gen alle Applicanten gerichtet ist, dann soll eS ungesetzlich für die Commiffäre sein, irgend einem Applicanten eine Li zenS zu bewilligen. Wir hoffen, sag Humphrey, innerhalb der ersten zwöl Monate, im Stande zu sein, 75 Pro zent deS Territoriums des Staates trocken zu setzen. Hähne wie Hennen, die fich in der Zuckt bewährt haben, dars der Züchter nicht fortgeben, so lange er nicht vollen Ersatz dafür hat. tfann ein Hahn seines hohen Alters wegen keine 6 Hennen mehr begatten, so gebe man ihm 34. Beste Zuchthennen soll man behalten, so lange man noch ein yalves Dutzend Küken davon erhalt denn, diese kleine Nächzu5it ist mehr werth, wie drei Dutzend mittelmäßiger und geringer Thiere. Nun weift cr's. Herr: Aber hören Sie mal, Ihr neuer Gehilfe ist em fader Schwatzer F r i s e u r : Ja, verehrter Herr, Asrika-Reisende, die den Kunden Vorträge halten, kann ich mir allerdings nicht leisten." .
Die Sochbahugelelse. Mayor Holtzmann ist der Ansicht, daß alle Eisenbahnen, welche um daS
Recht in die Stadtgrenzen einzufahren nachsuchen, gehalten werden sollten, gleich Hochbahngeleise, ohne Kosten für die Stadt, zu errichten. Der Mayor opponirt der Idee, Freibriefe, Geleise zu ebener Erde legen zu dürfen, zu be willigen. Die Weichen- und Seiten' geleisePrlvilegien, welche in den letzten ahren bewilligt wurden, enthalten alle die Klausel, daß, falls andere Geleise n dem Distrikt erhöht werden, dieselben auch erhöht werden müssen. Die erste Eisenbahn, welche auf Hoch. geleifen in Indianapolis einlaufen wird, scheint die Jndpls. Southern zu werden, welche stets gesagt hat. daß fie hre Geleise hochzulegen gedenkt, um Straßenkreuzungen zu vermeiden. D. M. Parry, der Vize.Präfident. dieser Bahn, soll auf den Bau der Bahn als noch in diesem Jahre in Angriff zu nehmen, hingewiesen haben. Germanist Frau; Xaber Siffl. Dem verstorbenen Professor Franz Xaver Siffl, älteren Bruder unseres Mitbürgers John B. Siffl, widmet der Wendelstein" (Rosenheimer Tage blatt) den folgenden ehrenvollen Nach ruf: Am deutfch'französtschen Kriege nahm er als Fretwllltger und unterosftzler theil und erwarb sich die königlich baye rische silberne Militärverdienstmedaille und die Kriegsdenkmünze 187071 für Combattanten. In der Schlacht bei Loigny Poupry am 2. Dezember 1870 wurde er schwer verwundet und brachte nun ein halbes Jahr in den Hospitälern zu. 1872 unterzog er sich dem Staatsexamen und trat seine lehr amtliche Thätigkeit noch im November deffelben JahreS an als Gymnasial Assistent in LandShut. Seit 1875 wirkte er als Studienlehrer an den Gymnasien in Kaiserslautern und Speyer und wurde im April. 1889 zum Gymnafialprofeffor in Neuburg a. D. befördert. seinen cyulern war er Nets em milder, wohlwollender Lehrer, feine Freunde und College aber schützten seine Geradheit, .Offenherzigkeit und Schlichtheit, kurz seinen edlen, ritterli chen, durch und durch lauteren Charac ter. (Jahresbericht des königlich baye rischen humanistischen Gymnasiums zu Neuburg.) Er schützte seine Heimath sehr und suchte auch bei seinen Schü lern Liebe und Verständniß für die selbe zu wecken. Zu diesem Zwecke zeigte er vor Allem an den Eigennamen und Volksausdrücken die Entwicklung der deutschen Sprache vom Gothischen an bis in die neu-hochdeotsche Periode und forschte eifrig in der Spezialge schichte der Simösee-Gegend. In der Ableitung der Ortsnamen von Perso nennamen mag er theilweise etwas zu weit gegangen fein, zum Beispiel: PerS dorf.BerchtSdorf, Putting und Pietzing Bodo,' Schlipsing.Solifried, Tinning Degeno, Gögging'Gotger-, und andere Zu bedauern ist nur, daß uns von ihm keine schriftlichen Aufzeichnungen.bin terlassen sind, und dies um so mehr als gerade die Geschichte dieser Gegend noch sehr im Dunkeln ist. ES wäre von größtem Interesse gewesen, zu wiffen, was eine Autorität in germanistischen und geschichtlichen Studien, wie Proteffor Siffl anerkanntermaßen war, über seine Heimath er forschte. Anderson. Die Farmer beklagm sich zur Zeit, daß der White River hier, ebenso das Stauwasser in den Marschländen eine ' Oel überzogene Oberfläche zeigten und ist man schon da hintergekommen, daß eö von den Röh ren der Delaware County Oelfelder herrührendes Oel ist. Morgen kann in Indianapolis vielleicht auch schon diese Wahrnehmung gemacht werden. DaS Oel ist dick und schwarz und hat der Fluß daS AuSseben eines OelfeldeS angenommen, das Vieh trinkt ' kein fytY FT . 9 rf . . Wan.er aus oemielven. . sollte vtes o weiter gehen, so wird von den hiesigen städtischen Wasserwerken eine Unter suchung eingeleitet werden.
Anderson. Frau Johanna
Heiden, 48 Jahre alt, schied gestern völlig unerwartet infolge Herzleidens aus diesem Leben. Nachdem fie stch AbendS, kurze Zeit vorher zu Bette be geben, bat sie ihren Mann, ärztliche Hülfe herbeizuholen, da sie sich sterbenS krank fühlte. Frau Heiden hinterlaßt außer ihrem Gatten 11 Kinder und wohnt die Familie schon 20 Jahre in diesem Ort. Marion. Kürzlich hier von Evangelisten abgehaltene GebetS'Ver sammlungen, zeitigten auf dem Gebiete der Buße gar sonderbare Blüthen. Die Wigger Buggy und Harueß Company kann hierüber mit entsprechenden Ge schichten aufwarten. Um nur einen Fall zu nennen, brachten nicht weniger als drei Personen gestohlene Sachen zurück und wenn fie dieselben nicht mehr zur Stelle schassen konnten, schickten sie sich an, das baare Geld dafür an die betreffenden Eigenthümer zu zahlen. Alte Bürsten wechselten auf diese Weise mit Jangen und Zaumgebissen ab. Ein jeder wollte eben vonnun ab, ein Gott und den Menschen wohlgefälliges Leben führen. A u b u r n. Nachdem auf' einer 10 Meilen langen Strecke der Balti more & Qhio Eisenbahn seit 1. Okto ber 1904 schon 9 Todesfälle zu ver. zeichnen gewesen sind, reihte sich diesen gestern ein weiterer Unglücksfall mit tödtlichem AuSgange an. Der nach. Westen bestimmte Schnellzug fuhr bei Mark Center östlich von dieser Stadt auf einen Güterzug auf. Der Loko motivführer Harry Hanson sprang dabei von der Maschine deS Schnellzugs ab und liegt jetzt im Garrett Hospital in sterbendem Zustande. Harry Cummms, oer veizer, wurve mge mn den nach dem Zusammenstoß unter den Trümmern leblos hervorgezogen. Bedford. Anwalt JameS Un derwood, der die Revision der Schäfer'schen Mordaffaire veranlaßt haben soll, entschied fich gestern dahin, die Untersuchung nicht mehr als HülfS : Staatsanwalt, wenn auch vielleicht als Rechtsanwalt und dies nicht aus persönlichen Gründen weiter zu füh ren. Er soll s. Z. nur durch die Umstände gezwungen worden sein, gegen Ebner Browning Anklage zu erheben, der, wie eS heißt, Dude"Cook gestand, in Gemeinschaft mit Frank EvanS Frl. Schäfer getödtet zu haben. . Staatsan-valt Miller und HülfS. ftaatsanwalt Fred. Fletcher wünschten' sehr, daß Unterwood die Angelegenheit in die Hand nähme. Dieser äußerte fich aber denselben gegenüber dahin, nur als Zeuge in diesem Proceß noch auftreten zu wollen, wenn dieS auch die Bürgerschaft mit gemischten Gefühlen aufnehmen würde. Auch ohne ihn könnten die Geschworenen eine An klage gegen Browning erheben. Ehe nun aber seitens der Großgeschworenen die Sache geklärt wird, dürften noch zwei Wochen hingehen, zumal .neuer dingS citirte Zeugen wie man annimmt, höchst wichtige Aussagen machen wer den. Bemerkenswerth hierbei ist noch, daß viele Personen, die früher Zeug niß ablegten, manches verschwiegen hatten, nur weil fie nicht besonders nach gewiffer Richtung hin befragt worden waren. Elmer Browning befindet fich inzwischen noch in der Jail und ist von ihm in der Mordaffüre, da er noch nicht vernommen wurde, noch nichts Bestimmtes verlautbar geworden, außer vielleicht, daß er seinen Anwälten irgend welche wichtige Mittheilung gemacht hätte. Sein Wunsch geht dahin, vor n v? fw . . - ! i oer vsranoiuro loaaio ms mogucu ver nommen zu werden. M i ch i g a n C i t y. Der wegen Mordes an Armiter Northrup aus Benton Harbor. Mich., zum Tode ver urtheilte Edward Donahue, ein zur Zeit seiner That.parolirter, vorbestraf, ter Verbrechers - .wurde gestern in'S i StaatSgefängnlß eingeliefert. Mit einem anderen Gefangenen an den Händen zusammengefesselt, wurde er vom Sheriff Daugherty und einem Gehülfen escortirt.
