Indiana Tribüne, Volume 28, Number 17, Indianapolis, Marion County, 12 September 1904 — Page 4

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Jndiana Tribüne. HerauZgeAeben von der tndes s. Indianapolis, Ind.

Hany O. Thndium t t Präsident. Geschäftslocal: No, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269. Enteret at the Post Office of Indianapolia &s second dass matter. Das Fricvensparlamcnt. Dem Congreßabgeordneten Richard Barthold von Missouri, der Ehrengast unseres Deutschthumö bei der Feier des deutschen TageS ist die hohe Ehrung zu Theil geworden, vom Parlament der Parlamente, welches nun in der WeltauSstellungsstadt St. Louis tagt zum Präsidenten dieser Convention der bedeutendsten Parlimentarier aller Lünder erwählt worden zu sein. Das Parlament der Parlamente ist unstreitig die wichtigste der Zusammen künfte, welche die Weltausstellung mit sich brachte, denn als eine der hohen Aufgaben dieser Vertreter der Parlamente, steht die Erhaltung des inter nationalen Friedens auf dem Programm. Die Westliche Post" schreibt dazu: Unter den zahlreichen Kongressen, die während des Verlaufs der hiesigen Weltausstellung in unserer Stadt abgehalten werden, wird einer der wich tigften der interparlamentarische Congreß sein, der am kommenden Montag zusammentritt und der sich das ideale Ziel gesetzt hat, die Ausbreitung und Kräftigung der Schiedsgerichtsidee in internationalen Zwistigkeiten zu für dern. Auf das Betreiben der Mitglieder der amerikanischen Gruppe soll der hier zusammentretende Congreß die Möglichkeit einer zweiten Jriedenscon ferenz besprechen, an der sämmtliche Mächte der Welt theilzunehmen aufgefordert würden und deren Tagung in den Vereinigten Staaten gewünscht wird. Wie die Haager Eonferenz soll auch diese (Konferenz in erster Linie darauf hinwirken, daß ein interna tionaleS Schiedsgericht in Zukunft Kriege unmöglich macht. Sie soll sich ferner mit dem Vorschlage einer allge meinen Abrüstung und drittens mit der Frage des Schutzes von Privateigenthum neutraler Personen vor Beschlagnehmung auf hohe? See beschäftigen. Alle diese Fragen sind von weitreichendster Bedeutung, zumal in gegenwärtiger Zeit. In dem sich versammelnden Friedens Eongreß wird auch, wie man hört, eine starke An strengung gemacht werden, dem entsetz lichen Blutvergießen des ostasiatischen Krieges durch Vorschläge für eine schiedsgerichtliche Erledigung ein Ende zu machen. Vielleicht würden sich die beiden kriegführenden Mächte gegen diese Vor schlüge nicht ablehnend verhalten. Ja pan hat so ziemlich Alles erreicht, was eS in dem gegenwärtigen Krieg zu er reichen vermag und im Stande sein wird, ' festhalten zu können, während Rußland wahrscheinlich bereits zu der Ansicht gekommen ist, daß es den Krieg nicht gewinnen kann; eS wird vielleicht nicht ungern diese Gelegenheit benutzen. die ihm ein allzu ruhmloses Ende des Krieges und weitere ungeheure Opf:r an Menschenleben und Geld ersparen würde. Die Mitglieder der Conferenz geben sich keineswegs übertriebenen Hoffnun gen hin, daß der Weltfrieden in einer nahen Zukunft, oder daß er überhaupt erreicht werden kann. Wenn eS ihnen aber auch nur gelingt, der Schieds gerichtsidee immer mehr Anhänger zu gewinnen und das Interesse daran in immer weitere Kreise zu tragen, so wird schon viel erreicht sein. Wznn man im Auge behält, wie neuzeitlichen Ursprungs die Schiedsgerichtsidee ist und wie kräftig sie sich schon ausge breitet und entwickelt hat, da ist man anscheinend zu großen Hoffnungen für sie berechtigt. Vielleicht bringt sie der Culturwelt eine wenigstens theilweise Erlösung von dem eisernen Druck des Militarismus. Die internationale Friedensliga der Parlamente, deren Congreß am Montag hier beginnt, ist nicht viel älter als ein anderthalbeS Jahrzehnt. Im Jahre 1883 traten dreißig Glieder der Deputirtenkammer and des englischen Parlaments in Paris zusammen, um die Grundzüge einer Organisation aufzustellen, die sich die Erhaltung deS Völkerfriedens zur Aufgabe machte. Im Jahre 1889 konstituirte sich diese

Gesellschaft als die interpalamentarische Vereinigung für internationale Arbitration."

In verschiedenen europäischen Haupt städten hat diese Friedensliga in den letzten Jahren getagt und immer neue Mitglieder schlössen sich an. Congreßmann Bartholdt wohnte den Sitzungen in den Jahren 1899 in Cbristiznia und 1903 in Wien bei. In Wien waren 600 Parlamentsmigglieder aus verschiedenen Ländern zusammen. Bartholdt griff die Gelegenheit beim Schöpfe und lud die Herren ein, ihre zwölfte Sitzung zur Zeit der Weltausstellung in St. LouiS abzuhalten. Er war kühn genug, diese Einladung ergehen zu lassen, obwohl er von niemand dazu autorisirt war. Im Vertrauen auf die Regierung versicherte er die Herren, daß man in Amerika nichts unversucht lassen werde, um ihnen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zn machen. 55er Congreß würde ohne alle Faage die nöthigen Ausgaben in der Höhe von $50,000 bewilligen. In seinem Vertrauen auf die ame rikanische Gastfreundschaft sah sich Bartholdt nicht getäuscht. Präsident Roosevelt empfahl dem Congreß, $50,000 für den Empfang der Gäste zu bewilligen, der Congreß ging ohne weitere Diskussion darauf ein, und so war dann die Abhaltung deS FriedenscongresseS in St. Louis ermöglicht. Die Theilnehmer an dieser interparlamentarischen Conferenz geben sich keineswegs übertriebenen Illusionen hin. Vielleicht wird trotz aller Friedensbestredungen das Schwert das ewige Symbol deS Völkerlebens" blei ben. Wie alle Friedensideen durch die brutale Gewalt der Zeitereignisse bei Seite gedrängt werden können, hat ja in' letzter Zeit erst wieder der mörderische Krieg in Ostafien erkennen lassen. Andererseits ist auch zu wiederholten Malen schweren internationalen Conflikten mit unberechenbarem Ausgang durch Schiedsgerichte vorgebeugt worden. Die Idee ist eine so schöne und ideale, daß sie den allgemeinsten guten Willen findet, selbst bei Jenen, die ihr nur eiue beschränkte Ausbreitung zutrauen. Einen Warnruf erbebt Dr. R. Henning im Berliner Lokalanzeiger": Die außerordentliche Dürre, welche in diesem Sommer Central-Europa heimsucht und durch Waldbrände Schaden an Feldfrüchten, Festlegung der Schifffahrt :c. fchon unberechenbaren Nachtheil angerichtet hat, läßt naturgemäß allenthalben die Frage nach den Ursa chen und der Verhütung so abnormer Witterungsverhältnisse entstehen. Oft genug ist in den letzten Jahren und Jahrzehnten angesichts der stets weiter fortschreitenden Entwaldung weiter LandeZstrecken von Sachverständigen darauf hingewiesen worden, daß die Ausrodung großer Forsten und die stete Verkleinerung der bewaldeten Gebiete sich nothwendig schließlich in einer Verschlechterung des Klimas, in stets zu nehmender Dürre äußern müsse, da nachgewiesenermaßen große Wälder reichliche Regenfülle verursachen, EntWaldungen dagegen Trockenheit zu bedingen pflegten. ES ist ganz sicher, daß die seit 2000 Jahren unzweifelhaft eingetretene Verschlechterung des Kli maS in den südeuropäischen und orien talischen Ländern, insbesondere in Griechenland und Kleinasien, mit dem unsinnigen Raubsystem einer schran kelosen Entmaldung Zm engsten Zu sammenhange steht. Diese hat es in erster Linie bewirkt, daß jene einst so gesegneten und fruchtbaren Länder heutzutage so heruntergekommen sind. daß Dürre und furchtbare Sonnen gluth dort allsommerlich Wohlstand und Geistesleben ertödten, dort, wo emst der heltere Mittelpunkt menschli cher Kultur und feinster Geistesbildung zu finden war. Erklären wir diesem Raubfystem nicht den Krieg, so wird's uns mlt der Zelt gerade so ergehen. Grob. Frau (heiter): Denke dir nur, mein Männchen, heute bin ich mehrere Male als Fräulein angeredet worden." Mann (brrlmmig): Na, wer könnte wohl auf den Gedanken kommen, daß dich einer geherrathet ya ben könnte!" Ein Fleißige r."A.: Was. fünfundzwanzig Cigarren rauchen Sie täglich; lch bnng s nur auf fünfzehn! B.: Ja, ja, lieber Freund, da muß man auch etwas früher aufstehen, wir Sie!" Kasernenhofblüthe. Feldwebel (zu den Rekruten): Kerls, wenn ich Stillgestanden commandi rt, dann müßt ihr so stille stehen, wie . . Ort . n c m i. ' rroer xzernano eines siuoenien im amen."

Europäische Nachrichten. FrovZnz 'ZZrandenöurg. Berlin. Polier Friedrich Priem und der Maurer Robert Vartz stürzten

auf dem Neubau Esmarch StraßeK) bei Herstellung eines Balkons vom vierten Stock auf die Straße hinab. Während Priem nux leicht verletzt wurde, erlitt Bartz so schwere innere Verletzungen daß er bald darauf im Krankenhause am Friedrichshain starb. Das Tischlermeister Kunze'sche Ehepaar, welches hier einen grotzen Bekanntenkreis besitzt, feierte zu Gorgast, Kreis ,Lebus, das Fest der goldenen Hochzeit. Ihren Schußverletzungen erlegen ist die sechsundzwanzig Jahre alte Kassirerin Hulda ri- i - rL . .C lzoerivein, oit aus Hamvurg herkam, in einem großen Geschäft angestellt war und bei einem Verwandten in der Kronenstraße No. 22 wohnte. Sie schoß sich in ihrer Wohnung eine Revolverkugel in die rechteSchläfe.weil ein Capitän das Liebesverhältniß, da3 er mit ihr längere Zeit unterhielt, abgebrochen hatte. Beim Spielen er trank die Tochter des Schiffseigners Höppner aus Seddin, der mit feinem Fahrzeug am Lehrter Güterbahnhof liegt. Das Kind fiel über Bord in'3 Wasser und konnte nur als Leiche aufgefischt werden. Selbstmord verübte der 28jährige Arbeiter Kurt Goldmann von hier, indem er sich' m einer Bretterbude an der Waldlisiöre hinter den Weinbergen in Freienwalde c. O., seiner -Geburtsstadt, erhängte. Decorateur und Tapeziermeister Emu Schröder, Krausenstratze 61, Sachverständiger, feierte sein 40jähriges Meister - Jubiläum Der Kassirer der Oranienplatz - Darlehnskasse Mester beging Unterschlagungen m der Höhe von 70,000 Mark. Tödtlich verunglückt ist beim Turnen der 22jährige Schlosser Reinhold Grahlmann aus der Putbuser Straße 39. Er turnte auf dem Turnplatz in Schönholz an einem Barren, kam bei einem Ueberschwung zu Fall und brach den Wlrbelknochen des Genickes. Potsdam. Sein vOiahriges Dienstjubiläum beging der bei dem Oberpräsidium der Provinz Branden bürg angestellte Bote Ludwig Krüger. Bern au. Im benachbarten Ladeburg feierte das Großkopf'sche Ehepaar die diamantene Hochzeit. Der Jubilar ist 88, die Gattin 82 Jahre alt. Beide sind noch vollkommen rüstig. Charlotten bürg. Bei einer Spiritus - Explosion schwer verletzt wurde der 27jährige Kartograph Paul Müller aus der Schillerstrabe. Dieser hatte m seiner aus freiem Gebiet belegenen Laube einen Spirituskocher in Brand gesetzt. Plötzlich explodirte die Maschine, die Flammen' erfaßten seine Kleidung, die bis aus wenige Reste am Körper herunterbrannte. , Freienwalde a. O. Ein treuer Beamter des Kreises OberBarnim, der Kreisausschußsekretär Schweitzer, ist rm Augusta ViktoriaHeim zu Eberswalde nach schwerem Leiden gestorben. Er hat seine Dienste dem Kreise unter drei Landratben 30 Jahre hindurch gewidmet. Kemnltz (Werder a. H.). inen schrecklichen Selbstmord beging der 18jährige Sohn des Bauerngutsbesitzers Hübner. Der junge Mann hat die That anscheinend infolge eines Sonnenstichs begangen. Er hatte in glühendem Sonnenbrand auf dem Felde gearbeitet und klagte darauf über heftige Kopsschmerzen. Wie in trunkenem Zustande lief er fort und warf sich vor einen von Berlin kommenden Schnellzug. Er wurde von der Maschine des Zuges sofort getöötet. Oranienburg. Aus nichtiger Ursache Selbstmord begangen hat der Sattler Pritzkow von hier, der in Berlin beschäftigt war. Er hatte mit seiner Frau einen Streit darüber, daß diese mit den Kindern bei Verwandten in Berlin einer Familienfeier beiwohnen wollte. Als sie gegen seinen Wunsch doch nach Berlin fuhr, machte er seinem Leben durch Erhangen ern Ende. S t e g l i tz. Barbier Gillner, Gubener Straße 31, brachte hier dem Gastwirth Hermann Schimrock hinterrücks mit einem Rasirmesser schwere Verletzungen bei. Er wurde von der Polizei in Haft genommen. Gillner war aufgebracht darüber, weil seine Braut, die Dienstmädchen bei Schimrock ist, von diesem gezüchtigt worden sein soll. Von einem Strahenbakinwagen überfahren und getödtet wurde die 11 Jahre alte Gertrud Gliese aus der Walhelmstraße. Provinz Hskpreußen. Königsberg. Die 23 Jahre alte Werksuhrersrau Elite Nelshaus aus der Sackheimer Hinterstraße 23 ging bei den Altstädtischen Wiesen am Sackheimer Thore in den Pr-l und nahm zwei Kinder, ein Mädchen von drer und emen Knaben von fünf Iah ren, mit hinab in die Fluthen. Spä ter wurden alle drei als Leichen geborgen. Das kleine Mädchen fand man dabei enge an den Arm der Mutter ge schmiegt. Wie verlautet, soll langwierige Krankheit der Frau sie lag bereits einmal zehn Monate an Schwindsucht schwer krank darnieder das Hauptmotiv zu der verzweifelten That gewesen sein. Im Seebade Cranz verschied der Inhaber einer weit über die Grenzen unserer yrovmz

hinaus bekannten Vrlvat - AuaenkNnik Professor Dr. Fritz Heisrachplötzlich. Er war von hier nach ßranz gefahren und benutzte einen Cranzer

Taxameter. Als das Fuhrwerk vor dem Hotel kielt, laa der 5?abraast regungslos in den Polstern. Kurz darauf ist Dr. Seisratd niolae e nes Schlaganfalls verschieden. Im Ver lauf einer Prügelei, bei der Stöcke, Schirme etc. als Waffen dienten, aoa plötzlich der Schornsteinfegergeselle Wein ein dolchartiges Messer und hieb auf seinen Gegner, den Arbeiter Sieg, so heftig ein. daß dieser blutüberströmt und bewußtlos zusammenbrach. Er war an Ärust, Arm und Kopf schwer verwundet. A l l e n st e x n. Der 20iä5r!ae Handlanger Franz Gusiei von hier, der von dem hohen Gerüst eines Neubaues in der Bahnhofstraße gestürzt war, ist seinen schweren Verletzungen erlegen. A l t-K u a e l n M e m e T). Wobnhaus und Stall des Kätbners Woitschull brannten vollständig nieder. lsrauenvera. Auf dem Bakndämm spielte das 3jährige Kind des Ackerbürgers Anton Federau. als der Zug heranbrauste. Die Puffer schoden das Kind beiseite. Es fiel zwischen die Schienen und blieb unverletzt, obgleich der ganze Zug über das Kind hinwegfuhr. H e r d e k r u a. Der GemeindeSchuldiener und Nachtwächter Wiesenberg hat sich, um einer gerichtlichen Bestrafung zu entgehen, durch einen Revolverschuß schwer verletzt. L a o l a u. Den Ebeleuten Backermeiste? Karl Riechert von bier. die das Fest der goldenen 'Hochzeit feierten, ist vom Kaiser ein Gnadenaeschenk von 30 Mark bewilligt worden. Mühlhausen. Das ljährige Kind des Abbaubesitzers Kroll fiel beim Spielen in einem unbewachten Augenblick in einen Teich und ertrank. 'Sensburg. Der GemeindeHirte der Ortschaft Muntowen zog sich eine Lungenerkrankung zu. Der Arzt verordnete ihm dreistündlich emen Theelöffel Medizin und Pulver. Da die. Frau zum Wochenmartt gehen wollte, gab sie ihrem Manne sammtliche Medizin und sämmtliche Vulver auf einmal ein. Als sie nach drei Stunden zurucnehrte, fand ste ihn todt vor. Warnakallen. 5m Teiche des PostVerwalters ertrank das fünfjährige Söhnchen des Briefträgers Pelludat. Provinz Wcstpreußen. D a n z i g. In der hiesigen Divisions Schwimmanstalt ertrank der Musketier Reinke von der 6. Compagnie des Jnf.-Regts. No. 128. Der Unglücksfall entstand durch Losreißen des Ringes, der den um den Körper geschlungenen Gurt und die Leine miteinander verbindet. In Krakau brannte die Besitzung des Landwirths Elsner vollständig nieder. Deuts ch-Eylau. Eine schwere Strafe verhängte das hiesige Kriegsgericht gegen den Musketier Wohlgemuth von der 2. Compagnie des Infanterie - Regiments No. 18 in Osierode. Als der Angeklagte auf PfingstUrlaub bei feinen Eltern in Riesenbürg war, hatte er versucht, auf der Chaussee zwischen Gunthen und Sonncnwalde an einem vom katholischen Confirmandenunterricht heimkehrenden Schulmädchen aus Sonnenwalde ein SittlichkeitZverbrechen zu verüben. Wohlgemuth wurde dafür zu zwei Jahren Zuchthaus Versetzung in die 2. Klasse des Soldatenstandes, Ausstoßung aus dem Heere und zwei Iah.ren Ehrverlust verurtheilt. E l b i n g. Der Sohn des Arbeiters Wilhelm, ein Kind von acht Iahren, wurde durch einen anderen Jungen in Weingarten in einen Teich gestoßen und ertrank. Graudenz. Die goldene Hochzeit feierte das Ehepaar Rentier WilHelm Janz und Henriette geb. Rachau. Janz ist 8212 Jahre, seine Frau 68 Jahre alt. Beide Eheleute erfreuen sich körperlichen und geistigen Wohlbefindens. , Dem Jubelpaare wurde durch Pfarrer Hammer die Ehejubiläumsmedaille überreicht. K o b i s s a u. Hier brannte das mit Stroh bedeckte Wohnhaus des Ansiedlers Emil Runge nieder. ' Lichtenthal. Ansiedler Bohlmann hatte eine alte Scheune gekauft. deren Abbruch von dem Zimmermann Bey vorgenommen wurde. Die Arbeit war kaum begonnen, als die Stützen nachgaben und zusammenstürzten. Ein Balken erschlug den im 16. Le bensjahre stehenden Sohn des Zimmermanns. Marien wer der. Die Be sitzersfrau Valewski in Rudolphshof bei Adl. Kamionken wurde durch eine Kuh derartig am Unterleib durch Hörnerstöße verletzt, daß an dem Auskommen der Aermsten. gezweifelt wird. , Neuenburg. Eine in Lubin gefundene Leiche ist als die des Swuhmachergesellen Schadowiks erkannt worden, welcher zu Pfingsten bei der Dampferfahrt, nach hier ertrunken ist. - T y o r n. Bankier Adam hat n der Weichsel Selbstmord verübt. Die Leiche wurde an einem Strick befestigt und mit einem Siein an den Füßen rm Wasser gefunden. . Das Gerücht, daß an dem Todten ein Raubmord verübt worden sei, erwies sich nach den polizeilichen Feststellungen als gründlos. ,

' Vom Jnlcmde. Ein'Straßenbahn - Condukteur Namens Chamberlain in La-

redo, Tex., sah neulich ein kleines Mexikaner - Mädchen unmittelbar vor feinem Wagen über das Geleise gehen. Anhalten konnte er seinen Wagen nicht mehr, so griff er denn mnunter, packte das Kind bei den Haaren und schleuderte es auf die Seite. Die Kleine entkam völlig unverletzt. Einen Streik von Tramps hatte kürzlich die Stadt WilliamsPort, Pa., aufzuweisen. Etwa 25 Landstreicher, die zum 'Steineklopfen verurtheilt waren, bildeten eine Union und weigerten sich, weiter zu arbeiten. Sie begründeten dies damit, daß sie an Quantität und Qualität der Nahrung nicht genuq erhielten. Der Streik dauerte von Morgens bis Mittag, als der Polizeichef Evans den Tramps erklärte, man werde sie bei Wasser und Brot in Einzelzellen einsperren, wenn sie nicht zur Arbeit gingen. Dies hatte die gewünschte Wirkung: der Streik fand ein rasches Ende. Nach langer forgfältiger Untersuchung sind die Beamten der New Yorker Kinderschutz - Gesellschaft zu der Einsicht gekommen, daß trotz der braven Jrländerin Mary McCann, die gleichlls mehrere Personen von dem Unglücksschiff rettete, dennoch als die erste Heldin der Slocum" - Katastrophe Fraulern Pauline Pütz zu betrachten sei. Diese junge Dame, die als Wärterin aus Rorth Brother Island angestellt ist, hatte bei der Slocum"-Katastrophe sechs Personen von dem sinkenden Schiff gerettet, indem sie kühn und geschickt hinausschwamm, während Mary McCann im seichten Wasser stehen blieb. Und darum ist kürzlich von Seiten der genannten Gesellschaft die goldene Rettungsmedaille feierlich an Pauline überreicht worden. Eine unangenehme Geschichte ist dem Sheriff Moses von Butte County, S. D., passtrt. Er war hinter 'zwei Pferdedieben, Edward Iersby und Roscoe Moher, her und verhaftete den ersteren in Harding, Neb. Er fand auch den andern auf einer nahen Ranch und nahm ihn gefangen, da es aber Mittägszeit war. setzten sich beide unter die Leute, um sich auf dem Rückweg durch eine Mahlzeit zu stärken. Der Pferdedieb scheint einen Genossen unter den Leuten gehabt zu haben, denn aus einmal hielt Jemand dem Beamten die Arme fest, während im Moher den Revolver abnahm, sich in den Hof begab, und des Sheriffs Pferd bestieg, um dann eiligst davon ZU galloppiren. Moses hatte das Nachsehen, aber er setzte sofort dem Flüchtling nach. Bei den Ausgrabungen für ein Fundament für ein Pfarrhaus der Baptistengemeinde, Portage, Wis., wurden von. den Arbeitern die Gebeine von Pierre Pauquette, dem berühmten Kundschafter und Händler, gefunden. Seit Jahren haben Forscher nach den Ueberresten dieses Mannes gesucht. Pauquette wurde im Jahre 1796 in Mississippi geboren und verbrachte als junger Mann vie!e Jahre unter den Indianern als Pelzhändler und Fallensteller. Er verheirathete sich im Jahre 1814 mit Theresa Crelie und war dann Agent für John Jakob Astor in dessen Handelsposten in Portage, nahe dem Fort Winnebago. Später etablirte er einen eigenen Handelsposien auf der anderen Seite des Wisconsin - Flusses Am 18. Oktober 1836 verlor Pauquette an der Stelle, wo am 15. Mai 1901 ein Baum zur Erinnerung gepflanzt wurde, sein Leben in einem Streit mit einem Indianer. Unter einer Kirche aus Baumstämmen, die er 1833 erbaute und die 1840 durch Feuer zerstört wurde, ist er bestattet worden, und nach der Zerstörung der Kirche wurden die Gebeine auf dem Platz beerdigt, wo man sie jetzt gefunden hat. Frau Theresa Pre-cott von Caledonia ist die einzige lebende Tochter Pauquettes. Ihren hundertvierten Geburtstag gefeiert hat Frau Elizabeth Hunt aus Brooklyn in Middletown, Conn. Bei dieser Gelegenheit fand, wie es in den letzten Jahre regelmäßig der Fall war, eine Vereinigung der ganzen Familie statt, und Kinder sowie Enkel schaarten sich um die Greisin. Frau Hunt ist. noch sehr rüstig und zieht einen Spaziergang einer Wagenfahrt vor. Sie kann noch ganz bequem drei Treppen emporsteigen und sich im Haushalte nützlich machen. Seit zwei Jahren hat . ihre Seekraft etwas nachgelassen, und feit einem Jahre ist sie etwas schwerhörig, aber sonst sind noch keine Anzeichen eines Verfalles vorhanden. Frau Hunt ist von deutsch - englischer Abkunft. Sie wurde in dem durch große Fomilien und Lanalebigleit velanntenLancaster County, Pa., dem Heime der Pennsylvania Dusch", geboren und kam 1827 im Alter von 27 Jahren mit ihrem Gatten, Jacob Hunt, der vor etwa 46 Jahren starb, nach New Fork. 5cetzt wohnt sie bei ihrer Enkelin Frau.Wickes in Brooklyn. Sie hat während ihres langen Lebens nur wenig Krankheit kennen gelernt, und die Aerzte sind überzeugt, daß sie dereinst keiner Krankheit, sondern nui der Altersschwäche erliegen wird. Rcyelmäßige Gewohnheiten und strikte Beachtung der Regel: Früh zu Bett und früh auf" sind die Gründe, welche Frau Hunt für . ihr Erreichen eines so hohen Alters angiebt.

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5 S!o. 1 W. Washington Str (lerckaQts National Bank.) Ein europäisches Department. Wechsel, Creditbriefe und Postanweisungen auf alle Städte Europa?. Schisssscheine nacy und von Sureva. An- und verkauf ausländischen Geldes. wäre bedeutend leichte? wenn der Vortheil mehr allgemein erkannt würde der sich ergibt durch Deponirung der Ersparnisse zu einem ar Conto wo eine mäßige Zinsrate erzielt wcr 'N kann und man im Nothfall das Geld erhalte 1 kann. THB lslnnri! mm ofserirt jeden Vortheil für Diejenigen, welche (tin Spar Conto anzufangen wünschen. Kapital - - $1,000,000.00 Ueberschnß - 225,000.00 Ossicen im Compagnie Gebäude, Ecke Washington Str. und Virginia Ave. Big 4 Route .Excursioncn. Sonntag, 18. Sept. Cincumati und zurück. Spezialzug, (nach beiden Richtungen nirgends für Passagiere anhaltend) verläßt Indianapolis um 7 Uhr Morgens. Rückfahrt von Cincinnati 7 Uhr Abends. Für Information spreche in der TicketOffice No. 1 Ost Washington Straße oder Union Bahnhof vor. H. M. Vronson. A. G. P. A. St. Louis ettausftellung . .... Dia .... Big Four Route Raten von Indianapolis folgendermaben: Saison Fahrkarten, giltig für die Rück. fahrt bis 15. Dezember 1904 zu $12.00 Sechzig Tage Fahrkarten, giltig für Rückfahrt innerhalb sechzig Tagen, aber nicht später als 15. Dezember 1904 zu ... . 810.50 Fünfzehn Tage Fahrkarten, giltia für Rückfahrt innerhalb 15 Tagen zu. . . . 80.00 Waggon ExcursionS Fahrkarten, giltig für Rückfahrt innerhalb sieben Tagen werden nur verkauft für angekündigte Waggon Excursions Tage, Fahrkarten sind nur giltig in den Tag Waggons, ob regulärer oder Spezialzug, jeden Dienstag und Donnerstag bis 29. Sept. inklusive zu 80.00 Für völlige Information und Eivzttnheiten etc. spreche man bn den TickeUAgenten der Zvlz Four ahn vor oder schreibe an Unterzeichnete. Vrre J. Lynch, Gen. Pass. & Ticket Agt., Giacinnati, OHio. der H. M. B r o n s o n. A. S. P. ., Indianapolis, Ind. Chicago und der große Nordwesten feit WWMN 4 srsssssn ivriy; (ia W llara Hawaii PHiliHPine Insel. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. Von der Mono 47. Etr. Station, hlcagv. find s nur d Minuten mittelst elektrischer Ter nach den Union Biehdösen French IIck Springs, Indem Orange Eounty Hochland. ffamllltn-Hotel anter neuer Geschäslöleituna. Plutr. Proserrwe ,nd Bowle Quellen. Bestek Mineialvosser der Qelt. Zwei Züge täglich via ?ree7,?asile. Tiöet-Officen : Urion Station, Messachusettt Kv und 25 West Washington E trabe. R. P. A l g e o, Tistrist Dass. Agent, Jndianapoll. Ind. .H.McDvel, E.H.Rockwrll. Präs. und Gen. Vgr. Benitbileilk, Frank I. Reed, en.VAfs. gent. hicago. $tL ii i i 1 1

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