Indiana Tribüne, Volume 27, Number 193, Indianapolis, Marion County, 6 April 1904 — Page 7
Jndiana Tribüne, . April 1004.
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Roman von Eufemia v. Adlersseld-Ballestrem. Fcrtsejnng. Jcy yabe einen Traum von einem Collier," sagte sie, als hätte sie die Ein würfe der Anderen gar nicht gehört. Ein Collier, das den Hals ganz eng umschließt und aus Gliedern, hohen, schmalen Gliedern besteht, die in Dia mantfassung von Spinellen, Beryllen, weißen Saphiren und schwarzen Diamanten gebildet sind " Onkel Zells Halsband!" rief Trix dazwischen. Wenigstens so ähnlich ist eS'" 'Wo? Wie? In deinem Besitz?" fragte Phroso interessirt. Trix nickte, denn es war ihr eingefallen, daß das Halsband eine Geschichte hatte und daß sich daran ein gewisser Nath ihres Onkels geknüpft. Sie hatte sich eigentlich vorgenommen, das unheimliche Erbstück lieber ganz geheim zu halten, damit fremde Neugier nicht Unheil daraus erntete; we nigstens jo lange geheim, bis man der Sache auf die Spur gekommen war. Ich komme morgen zu dir. damit du' mir das Halsband zeigst," sagte Phroso hastig, fast athemlos. Trix schüttelte mit dem Kopfe. Ich kann dir's nicht zeigen." sagte sie ernsthaft. Wenigstens nicht mor gen und nicht übermorgen. Später einmal " Wann?" Ich weiß noch nicht. Sobald als möglich, weil du es gern sehen willst." Aber Phroso ruhte nicht eher, bis Trix ihr eine möglichst genaue Schilderung des Halsbandes gegeben und erfahren hatte, aus welcher Epoche es stammte. Mehr ließ Trix sich aber nicht abfragen, sie war entschieden abgeneigt, die Geschichte zum Besten zu geben, die ihr Onkel aufgezeichnet, und es reute sie, daß sie von dem Erbstück überhaupt gesprochen. Es liegt also auf der Bank derwahrt, weil du es mir nicht zeigen kannst?" sagte Phroso, auf dem Thema beharrend, von dem Hans den Eindruck hatte, daß es Trix unangenehm war oder mindestens unbehaglich. Es ist ganz sicher verwahrt," war Trixens indirecte Antwort. O, Justizrath Klaus . wird dafür schon gesorgt haben," sagte Frau v. Graßmann, ein Gähnen unterdrückend. Hoffentlich!" bestätigte Truchseß. Es wäre wenigstens sträflicher Leichtsinn von dir, Trix, dergleichen Kostbarkeiten herumstehen zu lassen." Trix sagte nichts als nochmals: Das Halsband ist ganz gut derwahrt!" Nicht nur, daß sie unheimliche Geschichten nicht liebte, nein, es war ihr auch ein Gedanke gekommen, ein großartiger Gedanke, der sich aber vor läufig, wie sie es selbst ausgedrückt hätte, noch als Kuddelmuddel" in ihrem Kopf: herumtrieb. Phroso, deren Interesse sick mit voller Verve aus Arixens entzyum geworfen, in einen ungeduldigen Seufzer aus und kehrte zur Jnspection der Blechkiste zurück, deren Inhalt, meist goldene Schmucksachen, ohne sonderlichen Werth und in den konventionellen und zum Glück überwundenen Formen einer geschmucklosen Epoche, geziert mit kleinen werthlosen Steinen, Saatperlen und Emaille, mit einer Verachtung von ihr beiseite geschoben wurden, die sie auch nicht einmal mit irgend welcher Redensart zu bemänteln versuchte. Nur eine doppelte Schnur mittelgroßer Perlen als Halsband mit einer großen, rosa Koralle als Schloß wurde gnädigst für würdig befunden und als krutti di niare" acceptirt. Man könnte das übrige Zeug da," meinte sie, auf die beiseite gelegten Etuis deutend, gut als Geschenke für unser weibliches Personal gelegentlich unserer Hochzeit verwerthen. Meinen Sie nicht auch, Hans?" Hans legte die Etuis aber wieder zurück in den Kasten. Ich möchte die Sachen doch lieber aufheben, sie sind ja Niemand im Wege," sagte er sehr ruhig und ohne auf seine Gründe naher einzugehen. 'Aber als er bei seiner Arbeit einmal aufsah, begegnete sein Blick den großen, auf ihn gerichteten Augen Trixens. J.ch habe Alles fortgeben müssen, was meiner Mutter gehört hat und meinem Vater auch," sagte sie ernsthaft. Es war sehr hart." Ich glaub' dir's, Trix erwiderte er und setzte mit einem Lächeln hinzu, das gar nichts von seiner sonstigen freundlichen Harmlosigkeit hatte: Willst du mir, uns meine ich, wie der etwas auf der Geige vorspielen?" O. ein anderes Mal, wir müssen doch jetzt das Haus sehen!" protestirte die Gräfin mit einem Blick auf ihre Uhr. Mich fordert er nicht zum Spielen auf. der Barbar," meinte Phroso lä chelnd. zu ihrem Verlobten aufsehend, siegesbewußt. Auf dem alten Klapperkasten?" fragte Hans, das Lächeln nur halb beantwortend. Ach. er ist pikirt!" rief Phroso. ganz entzückt von dieser Entdeckung, indem sie aufstand. Haben Sie den Klapperkasten gemacht, Sie großes Baby Sie, mit Ihrem Gardeschnurrbart? Nein! Nun also ! Und nun, auf zur Besichtigung, sonst sind wir zu spät zum Diner in Weißenrode und das würde Papa in seinen heiligsten
Gefühlen kränken! Kommen Sie mit uns. Hans? Heut' nicht? Alfa dann auf morgen. Allons!" Trix, ich hab's ganz gut verstanden, was du auf der Geige gesprochen haft,"
sagte Hans eine Stunde später, als er zur Heimfahrt der Herrin von Frauensee in ihr Jackett half. Er war etwaZ roth im Gesicht, denn mit Ausnahme weniger Stucke des Ameublements war so ziemlich Alles im Hause Kroschwitz von dessen künftiger Herrin verworfen worden. Auch die mit dem holdesten Lächeln gegebene Versicherung, daß daö Haus trotzdem sich unter Zuhilfenahme ihres eigenen exquisiten Geschmackes noch ganz hübsch würde gestalten lassen. war nur ein dürftiges Pflaster auf den vielen harten Tadel gewesen, der rücksichtslos Alles traf, was der aus feinen Himmeln gerissene MajoratsHerr bisher für gcnz hübsch und gemüthlich gehalten. Aber natürlich, Phroso hatte ganz recht und er un--recht, das war klar, nur nur hätte sie das Alles vielleicht etwas milder sagen können. Trix antwortete nichts, aber die blauen Augen sahen ihn an mit einem gemischten Ausdruck von erschrockener Scheu und naiver Freude. Als dann bei der Heimfahrt Frau v. Graßmann die Bemerkung hinwarf: ..Die schöne Phroso wird dem armen Hans noch manche harte Nuß zum Knacken geben zunächst in der Form der Rechnungen für die Umgestaltung des Kroschwitzer Hauses " da hatten sich die moralisch gesträubten Federn des armen" Hans schon wieder bedeutend geglättet, weil er beim Abschied ein süßes Lächeln der schönen Phroso erhalten hatte und einen Gruß, den die schönste Hand mit dem das Perlhalsband enthaltenden flachen Maroquinetui ihm vom Wagen aus zugewinkt. Aber es war doch ein schwerer Seufzer, mit dem er sein Zimmer wieder betrat, und dieser Seufzer galt weniger feinen gekränkten Gefühlen als der Summe, die von der Neueinrichtung des Hauses verschlungen werden mußte. Das geht an's Capital," murmelte r und sein Auge fiel dabei auf Phrosos Bild im silbernen Rahmen. .Natürlich geht's an's Capital." nickte zr. Ich kann auch nicht verlangen, daß eine Lilie sich in ein Strohblumenbeet pflanzen lassen soll. Eine Phrofo in diesem Hause, wie es ist wie ich dos auch nur einen Augenblick habe Voraussetzen können!" Und dann fiel sein Auae auf das süße Bild des Van Dyck'scben Ruppert v. d. Pfalz" auf der Staffelei in der Ecke und unverweilt trug ers wieder in sein Schlafzimmer zurück. Trix mag mich so viel einen komischen Kerl" nennen, wie sie will," dachte er mit seinem alten, unverfälschten Lächeln. Der Ruppertbleibt hier, denn der letzte Blick beim Schlafengehen und der erste Blick beim Aufstehen, das ist doch der wahre Jakob" für Phrosos Geschenk." Trix aber war für den Schluß dieses Tages beunruhigt und innerlich beschäftigt; sie sprach wenig und hatte keinen Appetit. Frau v. Graßmanns triumphirende Benachrichtigung, daß die Perle von einer Kammerzofe" eingewilligt habe, sich Trixens äußerem Menschen zu widmen und in den nächsten Tagen ihren Einzug in der Abtei halten würde, ließ sie kalt und rang ihr nur die tiefsinnige Bemerkung, ab: Na, das ist ja schön; wenn sie kommt, dann ist sie da." Als sie dann aber zum Schlafengehen in ihr Zimmer trat, kam ihr ein Gedanke, dem sie natürlich sofort die That folgen ließ: sie drehte sich auf dem Absatz um und rannte mit einer Eile, als ob sie schon etwas versäumt hätte, gefolgt von Seiner Excellenz, der mit seinen krummen Beinen so schnell gar nicht folgen konnte, nach des Paters Zimmer. Der würdige Herr saß, eine lange Pfeife im Munde, natürlich noch an seinem Studiertisch und schrieb; er machte vor Schreck einen Klecks auf's Papier, als seine Brotherrin plötzlich die Thür aufriß und hereinstürmte, als wäre die wilde Jagd hinter ihr drein sie hatte in der Eile natürlich anzuklopfen vergessen. Ist etwas passirt? Doch nicht etwa Feuersgefahr?" fragte er aufstehend, mit einem angstvollen Blick auf seine Papiere. Ach bewahre, ich komme nur etwas zu fragen," fing Trix an und schwang sich auf die Ecke des Sebreibtisches, Pater Müller seufzte, legte die Fcder hin und setzte sich auch wieder. Etwas sehr Wichtiges, scheint es," sagte er resignirt. Mhm!" nickte Trix. Sie müssen das wissen, Sie sind Seelsorger und kennen Ihre Pappenheimer ich meine, was rechts und links ist. Nehmen Sie mal an, daß Sie mit Jemandem verlobt sind, Hochwürden " Ist viel verlangt, Baronesse. Aber es sei ich nehme es an," sagte der alte Herr, .indem sich im Lächeln die pergamentene Haut seines Angesichts in Tausende von Fältchen legte. Bitte bringen Sie mich nicht aus dem Text, rief Trix ungeduldig. Ja also, nehmen Sie mal an, daß Sie mit Jemandem verlobt sind. Bon! Warum hoben Sie sich mit Jemandem verlobt? , Natürlich, weil Sie ihm gut I sind und ihn heirathen wollen. Klar wie Tinte, nicht wahr? Also. Sie gehen
zu dem Jemand in sein Haus und sehen es an würden Sie dann Alles dort schlecht machen? Haben Sie den Menschen lieb, bei dem Sie im Stande sind. Alles häßlich und ridikul" und altmodisch und geschmacklos zu finden?" Der Pater nahm eine Prise. Das ist eigentlich eine Gewissensfrage, die man für Andere kaum beantworten darf, wenn man die näheren Umstände nicht kennt," meinte er milde. So schlimm wird es ja auch nicht geWesen sein!" Na, ich danke!" rief Trix. Heiß und kalt konnte es einem werden, zuzuhören und zu sehen, was der arme Kerl für ein betrippstes Gesicht dazu machte! Ist dasLiebe, frage ich, ist das
recht? Heirathet man einen Menschen oder heirathet man sein Haus? Leider oft genug nur das Letztere und dann endet's so wie bei Rudolf Zell," murmelte der Pater. Aber," setzte er mit erhobenem Zeigefinger hinzu, aber man muß sich durch ein paar scheinbar rucksichtsloseWorte nicht voreinnehmen lassen. Die Gräfin Phroso ist jedenfalls um ihre Ansicht gefragt worden und man soll aus seinem Herzen keine Mördergrube machen " Nee. aber man braucht doch nicht gleich Alles lausig, grausig, ruppig, struppig, hundsgemein" zu finden," ereiferte sich Trix. Das heißt finden meinetwegen mag sie's doch so finden, aber man kann's anders ausdrücken, und man drückt's auch anders aus, wenn man den lieb hat, dem es gehört. Das heißt, das ist so meine Ansicht und ich wollte gern wissen, ob's auch Ihre ist, Hochwürden." 'Ganz bestimmt ist es die meine, in diesem Lichte betrachtet," nickte der Pater freundlich. Ich kann mir nur gar nicht denken, daß die Gräfin Phroso in der That solche epitheta ornantia gebraucht haben sollte, wie Sie eben citirten " Ach, das war ja bloß aus so einem Mordgeschichtenliede, das mein Vater immer sang das Lied vom Friedrich Wilhelm Schulze, der an Allem schuld war" Phroso und etwas lausig - grausig" finden!" lachte Trix, weil ihr das spaßhaft schien. Wenn sie es so gesagt hätte, ich wette, Hans hätte gelacht und ihr womöglich recht gegeben. Ich glaub's zwar nicht, aber möglich ist's schon. Aber nein, das Nasenrümpfen und horrid" rufen und Nicht-begrenen-können, wie die Leute früher so einen schlechten Geschmack haben konnten, und den Flügel einen alten Klapperkasten nennen. nachdem versichert worden war, daß der Kantor ihn extra für sie gestimmt - ich hätt's nicht über das Herz gebracht und ich wollte Sie fragen, ob Sie's gekonnt hätten!" Mir scheint, nein auch wenn die Person, der die Sachen gehörten, mich gar nichts anginge," erwiderte der Pater. Na also und ist das Liebe, wenn man's kann?" fragte Trix gespannt. Wer kann das sagen?" meinte der Pater nachdenklich. Die Liebe äußert sich so verschieden wenigstens das. was viele Leute Liebe nennen und dafür halten, ja, die ganz überzeugt davon sind, daß es Liebe" ist, womit sie ihre Angehörigen oft recht sehr quälen " Halt, keine vorschnellen Schlüsse. warnte der Pater. Ich redete im Allgemeinen. Und im Besonderen ich wußte wirklich nicht, aus welchem anderen Motiv' als aus dem aufrichtiger Zuneigung Gräfin Phroso gewillt sein sollte, die Gemahlin des Freiherrn v. Truchseß zu werden, und wenn sie ihrer Mißbilligung der Einrichtung seines Hauses einen von ihrem Gesichtspunkt ausgehenden mündlichen Ausdruck derleiht, der Ihnen nicht ganz opportun erscheint, so dürfen wir daraus noch nicht schließen, daß sie den Besitzer damit hat kränken wollen. Ich sehe es Ihrem Gesichte an, Baronesse, daß diese Auslegung Ihnen nicht genehm ist, das heißt, daß ich Sie nicht überzeugt habe, aber wir dürfen unseren Nächsten nicht auf den bloßen Anschein hin verurtheilen." Trix rutschte von ihrer Tischecke herab und reichte dem Pater die Hand. Danke schön," sagte sie noch einmal. Was ich wissen wollte, haben Sie mir schon gesagt das Andere ist Beiwerk. Aber Sie haben recht ich wüßte auch nicht, weshalb Phroso Hans gewählt haben sollte, wenn sie ihn nicht liebte. Er sagt selbst, daß er nicht reich ist, und Phroso ist so derwohnt. Aber hübsch war es doch nicht von ihr. Na, gute Nacht, Hochwürden!" Gute Nacht, Baronesse, und schlafen Sie gut und ruhig, trotzdem Sie vielleicht zum ersten Mal vor den Wegen der Weltkinder" gestutzt. Die Welt ist wie ein Geizhals, der seine Schätze vergräbt, damit der Nachbar sie nur um Himmels willen nicht sieht, und über das vergrabene Gold säet sie den Egoismus. Das Unkraut wächst auf jedem Boden, aber auf dem schlechtesten am liebsten. Gold aber bleibt Gold, auch wenn's vergraben ist, und der Rost kann es nicht fressen.- Ein richtiger Schatzgräber wartet auf seine Stunde, dann gräbt er das Gold und das Unkraut Egoismus ist ihm kein unüberwindliches Hinderniß, mag's auch noch so dicht gewuchert sein. Sie
Die aber keine ist. meinen Sie, nicht wahr?" fiel Trix ein. Danke schön, das hab' ich ja nur wissen wollen."
haben verstanden, was ich meine, Baronesse?" Ich denke ja. Hochwurden, und ich denke auch, daß' Hans wohl wissen wird, wo das Gold Veraraben liegt in Phrosos Herzen. Na. hoffentlick stört ihn das Unkraut nicht zu sehr mich würde es rasend argern!" Ein richtiger Gärtner'weiß, daß es ohne Unkraut nicht geht und daß es immer wieder wächst, wo es ben entfernt wurde. Wenn ein Gärtner sich darüber aufregen und erbittern wollte, dann gäb's längst keine Gärtner mehr." Na, ich Hab's auch nie verstanden, wie man das ganze liebe lange Jahr hindurch auf demselben Beete immer wieder und wieder jäten und raufen kann. Zwei dreimal, ja! Aber wenn dann das Zeug wieder wächst, spränge ich darein und trampelte Alles zusammen!" Mitsammt den Blumen?" fragte der Pater lächelnd. Ja. ja ! Die Geduld ist leichter verloren als bewahrt!" Geht's Ihnen also auch so damit?" fragte Trix naiv. Bei mir ist sie immer gleich wie weggeblasen, ich glaube, ich habe überhaupt keine. Na, also nochmals gute Nacht, Hochwürden!" Und damit schlüpfte sie zurück in ihr Zimmer und schlief ausgezeichnet, trotzdem sie noch eine Weile wach lag und sich klar zu machen suchte, warum sie eigentlich ein so vages Gefühl der Beunruhigung empfand, das des Paters Kritik der Herzen eigentlich hätte zerstreuen müssen .... Dein Brief, mein lieber Junge," schrieb Frau Graßmann vierzehn Tage später an ihren Sohn, hat mich lächeln gemacht durch die darin ausgesprochene Ungeduld, die ich indeß voll begreife und zu würdigen weiß. Ich verstehe, daß du zum Handeln drängst, aber du mußt auch versuchen, mich zu verstehen, die den Weg zu bahnen hat. Uebereilung bedeutet für uns Mißerfolg und vor diesem Artikel müssen wir uns hüten, weil solch' eine Chance nicht zweimal kommt, und einmal verspielt für immer verspielt hieße. Mein erstcr Schritt hier war ein falscher und hätte uns fast das völlige Scheitern unserer Pläne bedeutet, denn ich habe in Beatrix Dornbergs Augen, den mir so schrecklich . antipathischen, Porzellanblauen Zell'schen Augen, Rebellion gelesen gegen das Ehrendamenregime im Allgemeinen und gegen meine Person im Besonderen und gegen meine Stellung in der Abtei hat Hans Truchseß Front gemacht und seine Gegnerschaft auch aufrecht erhalten, ohne ein Hehl daraus zu machen. Nur mit Rücksicht auf dich habe ich die Büchse hier nicht in's Korn geworfen, habe den Degen mit dem jungen Dinge gekreuzt und gesehen, daß ein Einschüchterungssystem hier nicht zog, nur mit Rücksicht auf dich habe ich verleugnet, was von Truchseß'schem Stolz noch als heau reste in mir zurückgeblieben ist, habe das Kriegsbeil vergraben an einem sicheren, rostfreien Ort für bessere Zei-
ten und die Schleusen meiner LiebensWürdigkeit geöffnet. Auch damit hätte ich vielleicht nur wenig erreicht bei dem merkwürdigen Charakter Beatrix Dornbergs, aber ich hatte den gluckli chen Gedanken, die im tiefsten Dorw röschenschlaf in ihrer Seele schlummernde Eitelkeit zu wecken nein, aber etwas aufzumuntern; habe ihr die Abter behaglicher gemacht und da mit Boden gewonnen, so viel Boden, daß ich heut' etwas fester stehe, aber beileibe nicht etwa stabile cornrne un rocher de bronze" und Alles wagen kann. Im Gegentheil, ich habe das Gefühl, als ob man mir, die ich, wie du weißt, zunächst bis Neujahr fest engagirt bin, am 1. October mittheilen wird, daß man meiner sonst höchst werthvollen und schätzbaren Dienste bei der Baronesse Dornberg vom neuen Jahr ab nicht mehr bedarf", und ich täusche mich sicher nicht. Erstens hat meine Schutzbefohlene nichts für mich übrig: zweitens sieht Hans Truchseß meine Stellung zu ihr ungern und drittens hat Gräfin Rüblonowska sie vor ein paar Tagen erst zu sich nach Berlin eingeladen, um sie dort bei Hofe vorzustellen und in die Gesellschaft einzuführen." (Fortsetzung folgt.) Einerschütternder T odesfall ereignete sich dieser Tage in Krakau. In der St. Barbarakirche pflegte der Pfarrer Moritz Peter jeden zweiten Sonntag in deutscher Sprache zu predigen, wozu eine alte Stiftung die Kirche verpflichtete. Seine letzte Predigt behandelte das Thema, wie man sich auf den Tod vorzubereiten hätte. Er sprach mit ungewöhnlichem Feuer. Plötzlich jedoch schwankte er, griff mit der Hand nach der Brust und fiel nach rückwärts um. Eine begreifliche Unruhe bemächtigte sich des Publikums, welches die Kirche füllte. Aus der Sakristei eilte man dem Geistlichen zu Hilfe. Alle Belebungsversuche erwiesen sich tedoch als erfolglos. Ein Herzschlag hatte dem Leben des Pfarrers ein Ende aemacbt. Eine Salz - Gesellschaft aus Lyons, Kas., hat fünf riesige Blöcke Steinsalz zur Weltausstellung nach St. Louis geschickt, um das Kansas'er Mineralien-Produkt dem Publikum dort vor Augen zu führen. Das größte Stück ist sechs Fuß lang, fünf Fuß breit und drei Fuß dick, und wiegt fünf Tonnen. .
i IZigenartigeS Heilverfahre für nervenleidende eglische Samen. Eine Anzahl an Nervenüberreizung leidende englische Damen sind neulich nach der NubiZchen Wüste gereist, um dorten eine Wüstenkur" durchzumachen. Die Idee zu dieser Wüstenkur hat eine Masseuse gegeben, zu deren Kundschaft jene Damen gehörten. Da eine schwedische Massagetur nicht genügte, das Uebel zu heben, verfiel die Masseuse auf den Gedanken, ihre Patientinnen durch die reine Luft der Nubischen Wüste zu heilen. Sie wählte in der Wüste einen Ort, der weit genug von den regelmäßigen Karawanenweg:n entfernt ist, um alle Störungen zu vermeiden. Dort ward für jede Patientin ein Zelt errichtet. Zur Bedienung wurden mehrere Fellachenweiber engagirt. Nachdem das Lager fertiggestellt war, wurden alle Männer von diesem streng ausgeschlossen. Auch Briefe und Zeitungen dürfen nicht hinein. Die Diät besteht nur aus Früchten und Zerealien. Die reine Wüstenluft ist der Hauptfaktor der Heilung. Die Kleidung ist einfach und leicht, damit Luft- und Sonnenbäder ohne große Umstände genommen werden können. , Auch die" Ausstattung der Zelte ist einfach. Vergnügungen, feine Toiletten oder Zerstreuungen, wie, man sie in anderen Badeorten hat, sind nicht erlaubt. Nur etwas Malen ist den Damen gestattet, die sich früher damit beschäftigt haben. Den ganzen Tag lang athmen sie nur die lebenspendende Luft ein. Die Leiterin der Anstalt hat aber auch dafür gesorgt, daß ein Gefühl der Langeweile nicht Herrschaft über die Gemüther gewinnt. In der Wüste wird auch die Farbenkur ausgeführt. Nachdem festgestellt worden war, welche Farbe einen günstigen Einfluß auf jede Patientin ausübt, wurden Gläser von dieser besonderen Farbe, durch welche das Sonnenlicht hereinströmt, eingesetzt. Da wo sich solche Glasscheiben nicht im Zelt selbst anbringen ließen, gelangen die farbigen Lichtbäder auf eine andere Art zur Ausführung. Natürlich werden diese farbigen Lichtbäder, die sich auf Camille Flammarions Versuche an Pflanzen stützen, nur Morgens oder Abends genommen, da die Mittagshitze mehr Schaden als Nutzen stiften könnte. Die Kur dauert mehrere Monate. Fahrt auf einer Lawine. Eine Gesellschaft, bestehend aus zwei Engländern, einem deutschen Grafen mit seinem Kammerdiener, einer jungen Russin, einem Holländer und einem Schweizer als Führer, brach unlängst von Arosa auf, um eine Skipartie auf das Weißhorn im Schweizer Kanton Wallis zu unternehmen. Als sie noch ungewyr 700 Fuß vom Gipfel, wel cher 8710 Fuß Seehöhe hat, entfernt waren, loste sich über ihren Hauptern eine mächtige Lawine los und wälzte sich in unheimlicher Schnelle direkt auf die Gruppe der Skiläufer zu. Noch ehe sie recht zur Besinnung kamen, hatte sie die mächtige weiße' Schneewelle derart erfaßt, daß sie auf ihr zu liegen kamen. und nun ging s in rasendem Tempo über Felsen und Spalten hinab in die gähnende Tiefe. Mit donnerähnlichem Getöse langte die Lawine unten an und mit ihr die Skiläufer, welche die tolle Fahrt durch unfreiwillige Saltomortale beendeten und in den absonderlichsten Stellungen ankamen. Der deutsche Graf gerieth in unsanfte Berührung mit einem Felsen und erlitt leichte Schnittwunden im Gesichte, der Holländer stand aufrecht, bis zum Kinn in Schnee begraben; die Russin war We erste, die aus dem Schnee hervorkroch. Ihr folgten bald die Uebrigen. Abgesehen von Verletzungen geringer Art, kehrten alle wieder wohlbehalten nach Arosa zurück. Als großes Glück war es zu bezeichnen, daß die Ausflügler vor dem Ereignisse ihre Ski abgenomTütn hatten, sonst wäre eine Katastrophe wohl unvermeidlich gewesen. AvancemcntsvcrsÄiebung. Die Versiebung der AvancementsVerhältnisse bei den Offizieren der deutschen Marine innerhalb des letzten Jahrzehnts werden durch die folgenden Angaben beleuchtet: Das Durchschnittsalter eines Kapitäns zur See betrug vor einer Dekade 44 Jahre, heute ist es 48 Jahre; die Kontreadmiräle hatten vor zehn Jahren ein Durchschnittsalter von 49 Jahren, gegen dermalen 53, die Vizeadmiräle ein solches von 51, gegen jetzt 55. Der älteste dermalige Kapitän zur See hat ein Alter von 54 Jahren. Mit der Arme: lassen sich diese Verhältnisse nicht vergleichen, denn einmal wird der Seeoffizier viel früher aufgebraucht der älteste Offizier der deutschen Flotte ist reichlich 59 Jahre alt und dann ist auch der Dienst in den höheren Stellen ein ganz , verschiedener. Ein Korpskommandeur kann den Anforderungen bis zum 70. Jahre genügen, der Führer einer Flotte, welcher Tag und Nacht auf dem Posten sein muß, nicht, gar nicht zu reden von den Ansvrücben des Krieges. Das System des Springens in oer imannt einzuführen, gestattet aber die Kleinheit des Korps nicht. Ein '-uomirai ileyt im Stange emem kommandirenden Generale gleich. Der Schaden, der den Versicherungsgesellschaften aus dem Baltimorer Brande erwachsen ist, soll sich, laut Angabe der Underwriter," auf $35,000,000 belaufen.
Die Wüstcnkur.
Feuer - Signale.
.4 Pennshiv und Markt 5 Englifh'S Opern-HauL S East und Nw Dork 7 Noble und Michigan 9 N. Jersey u. Mass Ave S Pine und Nortb 10 Market und Pin l Vermont nahe East 12 91$. 8 Spritzenhaus Maff. Ave nahe Noble tS DeuÄvare und Walnut 14 N. Jersey u Central A. 16 Mass undCornellAv i Ash m,d 11. Straß 17 Park Ave und IS Str .8 Columbia undHillsid i9 Highland Ave u.Pratt tl Illinois und St. Joe 3 Pennsvlv. und Pratt 11 Meridian und 11. Str 26 No.L Spritzenhaus 15. nahe Jllino 16 Senate Ave u. StClair Jllisis und Michigan i Pesylvania und 14 59 Senate Ave. und 13. n No. l Spritzenhau Jno ÄvencheMichiga Z2 Meridian und Walnut 4 California u ermont 35 Blake und New Fork 96 Ind. Av. u. Et. Clair 37 City Hospital 58 Blake und Norty 39 Michigan und Ägne tl No. Spritzenhaus Washmgton nahe West 2 Gsendorf u Wash. is Missouri u New Fork 5 Meridian u Wash 46 Illinois und Ohio 17 Capitol Av.u Waff 3 Kmga'S Porkhau i Straßenbahn Ställe W. Washington Str 51 92o. 10 Spritzenhaus JlltnoiS u Merrill Illinois u Louisiana 63 West und South 4 West und McCarty 5 Senate Ave. u Henry 87 Meridian und Ray S Ns. 4 Spritzenhaus MadisonAv.uMorri 6 Madison Av. u Dunlop No Hake Leiterhau South nahe Delawar 63 Penn, u Merrill 6 Delawar . McEart M kaft und MrSarrh 5 New Jersey u. MerrQ 7 Birg. Av. u radsha Eaft und Prospekt 69 Bicking und High tl No. 11 Spritzenhau Lir Ave. mche Huroa ft East und Georgia 73 Ceda, n td Elm 74 Davidsen u eorgia 7 English Av. u Pine 7 Shelby und Batet 'S No. 3 Spritzenhaus Prospekt nahe Shelbtz 19 gleicher Av. u Shelby Sl Market u. New Jersey 32 Delaware und Wash. 83 Cast u Washington 84 New York u.Davidsoe 86 Taubstummen AnstaU S Ver. Staaten Arsenal 87 Oriental und Wash. 69 Frauen-Resormat. n N. 13 Spritzenhaus Maryland nahe Mer. 69 Park Ave und 1 212 Capital Lve icnd Vs 213 Pennshlv. vu Mich 214 Illinois und 20. 215 Senate Ave und 21. 216 Pennkvlvania und X& 17 Meridian nd 1. 213 Capital Ave und 24, 1 Broadway und 19. 231 JllwoiS und BKLea 234 No. 14 Spritzenhau Kenwood und 30. 835 Illinois und 33 535 Annetta und 30 237 No. 9. Sprqenh Udell und Slaver 233 Udell Ladd Sork 269 Jsabel und 7. 241 Meridian und 24. 242 Illinois u Sr.CIÄ, 243 Eldridge und 23. 312 West und Walnut 313 West und 12. 814 Howcr.o und 16. 815 Torbet und Pac 316 Capital Ave und IV 817 Northwester Ave 318 Gent und . 319 Canal und 10. 821 Cerealin WorkS 824 Vermont und Ldn 325 BiSmarckurandvdi 26 No. 29 Sptzuch Haughville. 327 Michigan u. Holme, S2S Michigan u. Csnrorv 41 West und MeJnttzr, 412 Miffouri u. vtarzlaae 413 Missouri und 5Zhi 415 Capital Skve.Srga 416 Mifsoutt KentuckyA. 117 Senate Ave n. Wash. 421 P und nunfc0tt SB. Washineto. 423 Jrren-HoZpkZl. 424 Miley Av u.JDnZ 425 Wash and Harr 42 No. IS SpritzenZmch W. Washington 427 Oliver und Birch 42 Olwer und Osgook 429 Nordyke und Jork 431 Hadley Av . Morri 432 River Ave u. orr 484 River Ave und ah 435 Harding u. Big4Zs 436 Harding und Oliv 437 No. 19 SprttzenhqZ MorriS und &uMh& 9 45 w&3&B 49 StoSvar 461 RASner und 32 45 Howard und S 45 MorriS und M öS Lamvert und ! 457 Nordyke ve . o Workt 612 West und Ratz 13 Kentucky Ave . Merrv 4 Meridian und Stari 61 JllinS nd ansät 17 Morris nd Dakot SIS MorriS und urch 19 Capital A. u SkMmv, 21 Meridian und Zaln 23 Pme und Lord 24 Madisor, Ave u Ltneod, 32 Meridian und Bett RR 627 Carlo und Ratz 28 Meridian und ZlrizR 29 Aridian u. Sta&mon 631 Meridian u. 3WEat t 32 No. 17 Spritzenh2 MorriS nahe West McKeraanund Dowch. SIS East u. Lincoln Sm 614 East und Beech 615 Wright und Sandat 17 McEarty und Beartz IS New Jersey u Sie 912 Spruce und Prospekt 713 Snglish Ave. u. aurd 714 Etat Ave . 715 Shelby und Beech 71 State Ave und Oranzx 718 Orange und Laurel 9 Shelby u. CvUdge X? 721 Lexington A. LaÄ 28 Fletcher Ave. Spruol 724 State Ave u. Pleas 7S Prospekt und ?leasat 726 Orange und Hnla 723 Liberty und Me 729 Noöle und South 1 No. 1 Spritzenhm Oft Wasbingtou V iz Market uzd Noble 14 Ohio u. Highland 8 816 Michigan u. Highla 816 Market rsenal 17 Ost 35t. Clair und Union Bahn Geleise. 821 Pan Handle Shq? 823 Vermont und Wal 824 Wash. und Stet . 826 Madden'SLoungeF 826 Tucker und Dorfetz 27 Wash. und SeZnlle 829 No. 1 Spritzenhaus Betritt nah Michig 631 Southeafter TSe und Woodsidk. 3 Wash. und $ 834 Sontheafter und Arsen! Ave. 3 New Dork und Teuchi, 12 JllinoiZ ndrtzl. 13 Jllinoi nd arkeb, 14 Penn, nd SH, 15 Dklawar, nd stets 2 Meridian u. Georqia. 93 Meridian und South t Pennfylv u. Louisian 6 Virgini Ave u. Alab. 96 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 93 Capital Ave und Chl 23 No. 16 Spritzenhau 16. und Ast). t24 Alabama und 16. (25 Central Ave und 15. 26 IsndeS und 15. 12,7 Brookside und Jupiter 123 Central Ave und 17. 129 Delaware und 19. 131 Alabama und 11. 132 Bellefvntain, und. 134 College Ave und 89. :s6 Delawar und 13. 136 Alabama und North 137 Newmann unb 19. 138 College Ave und 14, 139 Cornell Ave und 13. ui Yandes und 19. 142 Highland Ave und 10. 143 Tecumseh und 10. 146 New Jersey .md 22. 146 Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus Hikside Ave und '6. .4 College Ave und 22. 149 College Ave und 7, 152 Park Ave und 2. 153 L E u. W Bahn u. 22. 154 Ramsey Ave und l. 156 Stoughton u Newman 157 Alias und Pike. 158 Bloyd und Pawpaw. 159 No. 21 Spritzenhaus Lrightwood it' Arden und Depot 163 Brightwsod und 2S. 164 Rural und Bloyd 165 St. Clair u. Keystone 167 Arsenal Ave un 23. 168 Bellefontaine und 28. Spezial, Signale. ersten 2 Schläge, zweiter Alarm, Zweiten Schläge, dritter Alarm, Dritte Schlage, dierter Alarm. 1-2-1, Feuer aus und Schlauch aufgerelli. Schläge, Wafferdruck ab. 1 Schläge, 1 Uhr Mittags. Die so bezeichneten Signale werden nur ve un ächter angegeben da an de betregende Striche kreuzunge keine Alannwien angebracht find. Chicago und der große Nordweften vi fc-gilliH lfitllbd rMM5MzWMU JlSs! Jy ,dMxMNR m.jn l.r?W!Uk KUZM UlaSka Sawaii Pbilidvine Insel. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. Bon der Monon 47. Str. Station. Ebicaao. sind S nur S Minuten mittelst elektrischer Car nach den Union Biehböfen Frencli Lick Spring:, indem Orange County Hochland. Familien-Hstel unter neuer Geschäftsleitung. Pluto, Proserpine irn Bowies Quellen, weite 2itmeraima,i vn Welt. Zwei Züge täglich via Gree-.ieastle. Ticket-Offieen : Union Station. Massachusetts Ave und 25 West Washington Straße. R. P. A l g e , Distrikt Bss. Agent. Indianapolis, Ind. . H. 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