Indiana Tribüne, Volume 26, Number 257, Indianapolis, Marion County, 20 June 1903 — Page 5
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khnngen deS Bienenstichs zu heumatiA mu und ervenschmer,. ."ine merkwürdige Heilmethode kam angst in einer Sitzung der Gesellaft der Aerzte in Wien zur Sprache. Perc hielt einen Vortrag über die Ziehungen des Bienenstichs zum eumatiömus. Der Bienenstich soll n Bolksmittel aeaen den Rbeumalsmus sein; seine Verwendung ist, wie an Vortragende bedauernd hervorhob, in der wissenschaftlichen Medizin nicht üblich. Dr. Perc will den Bienenstich als Heilmittel in etwa 500 Fällen mit gutem Erfolge erprobt haben und betrachtet ihn als ein spezifisches Gegenmittel gegen den echten Rheumatismus. Wenn die Biene einen gesunden Menschen sticht, so entsteht eine Quaddel und eine schmerzhafte Anschwellung; es können auch Kopfschmerz und Ohnmacht hinzutreten. Wird der Mensch wiederholt von Bienen gestochen, so gewöhnt sich s.'in Organismus allmälig an das Gift, so daß schließlich noch eine Quaddel auftritt, aber die Schwellung ausbleibt. Der Mensch ist gegen das Bienengift immunisirt. Wenn nun ein an Gelenkrheumatismus Erkrankte? von einer Biene gestochen wird, so tritt angeblich keine Schwellung auf, sondern diese stellt sich erst nach mehreren Stichen ein; dabei verschwindet aber der quälende Schmerz im ertrankten, mehrfach gestochenen Gelenk. Auf diese Erfahrung baut der Vortragende eine originelle Heuungsmethooe für Rheumatismuskranke auf. Er läßt den Patienten von Bienen, anfangs von wenigen, dann langsam steigend von vielen, an den Armen und Beinen in der Nähe der erkrankten Gelenke stechen, wobei er bis au 70 Bienenstichen in
theil einer Sitzung" gelangt. So wurden fahr.einer kranken Frau im Verlaufe der Bienenkur 6592 Stiche beigebracht. Die Kur soll mehrere Male wiederholt werden, bis der Organismus dauernd gegen Bienengift immunisirt ist; derselbe Organismus soll nach Angaben des Vortragenden dann auch gegen GeHtnkrheumatismus immunisirt sein. ?r. Perc empfiehlt die Bienenkur auch ffgen Muskelrheumatismus und gegen Nervenschmerz. " Der bakterienfrcic Zwcikampf. Eine geistreiche Verspottung des Duellunwesens in Frankreich leistete ) sich jüngst die Pariser Gazette Medicale." Das Blatt gibt sich dabei den Anschein, den Kämpfern gute Rathschlage für die beim Waffengang zu beobachtenden hygienischen Vorsichtsmahregeln zu ertheilen. Der schlimmste Feind sei bei den Zwettämpsen doch nicht der Gegner, sondern die Ansteckungsgefahr, nicht der Säbel oder Degen selbst, sondern die in eine etwanige Wunde hineingelangenden Bakterien. Allerdings habe man sich angewöhnt. die Degenspitze zu glühen, aber man könne doch nie wissen, wie tief sie etwa eindringen werde. Uebrigens hänge die Bedeutung der Wunde nicht lediglich von der Sauberkeit der Wasfen ab, sondern namentlich auch von der keimfreien Beschaffenheit der Zweikämpfer selbst und dessen, was sie auf dem Leibe tragen. Umgeben doch die Bakterien den Menschen stets in Millionen und warten nur darauf, daß sich ihnen eine Thür öffne, um sich auf ihr Opfer zu stürzen. Für den Zweikampf der Zukunft wird man nach dem Pariser Aerzteblatt folgende besondere Vorschriften erlassen müssen: Die Betheiligten müssen am Abend vor dem großen Tage für gründliche Abführung sorgen und ihre Verdauungswege durch antiseptische Mittel von etwanigen Keimen befreien; sie müssen nüchtern auf dem Platz erscheinen, ihr Körper mutz sorgfältigst geseift und gebürstet, mit Alkohol entfettet und auf's Gründlichste mit keimtödtenden Mitteln behandelt sein. Ferner dürfen sie sich nur in Kleider hüllen, die vorher in einem Brutschrank durch Hitze von allen Keimen befreit worden sind. Erst in solchem Zustande kann der Kämpf," sich mit einem Lächeln auf den Lippeu seinem Feinde stellen. Er wird nun. dank seiner Vorsicht, die größtmögliehe Aussicht haben, von einer etwanigen Verwundung durch einen ungeschickten Gegner keine bösartigen Folgen davonzutragen. Eigenartige Riesenlaudkarte. Auf dem südlichen Abhang des Hü gels, welcher der Philippinen-Ablhei-lung der Weltausstellung in St. Louis gegenüber liegt, läßt das Ackerbau-De-partement der Bundesregierung eine Karte der Ver. Staaten anlegen, die einen Flächenraum von 51-10 Acker emnehmen wird. Superintendent Brodie von dem Bureau für Pflanzen-Jn-dustrie des Departements ist seit Frühjähr mit der Ausführung des KartenProjektes beschäftigt. Zunächst wird die Küstenlinie der Ver. Staaten genau in ihren äußeren Umrissen angelegt und dann erfolgt die Abgrenzung der einzelnen Staaten und Territorien. Jeder StaSt und jedes Territorium wird in entsprechendem Gröhenverhältniß auf diefer eigenartigen Landkarte erscheinen und mit den Hauptprodukten der verschiedenen Gebietstheile bepflanzt werden. Bis vor Kurzem war die Küstenund Grenzlinie der Ver. Staaten von Oregon bis nach Pensacola, Fla., bereits hergestellt. Das ganze Kartenland von 5 1-10 Acker ist mit Hölzernen Abzugsröhren, um bei Regenfall dem Wasser gehörigen Abfluß zu geben, unterlegt worden.
Tic anstellt fro rotzvezierS. crn Berliner Tageblatt melde! sein .iorrespondeut in Konstalltino tel: Der Äroßvczier empfing dieser Tage eine politische Persönlichkeit bei sich die sich vorübergehend hier auf hält. LuS dem mir mitgetheilten Ge sprach bebe ich folgende Punkte her vor: Was halten Sie von der Lage in Macedonien?" fragte der Besucher. Sie ist sehr schlecht", antwortete der Großvczier. , ie Bulgaren Hetzen die Bevölkerung auf und ver suckln die vom Sultan ernstlich ge wollte Durchführung der Reformen zu hintertreiben." Fürcbten Sie weitere Massakres in Macedonien?" Sicherlich nein", war die Ant Wort, so gut, Wie der Sultan persön sönlich wäbrend der armen isch'.'n lln ruhen Befehle an die Malis zum Schutze aller Bedrohten gab, so ist das auch jetzt geschehen. Schon um nicht da Wohlwollen der Mächte m verscherzen, ganz besonders Deutsch' lands, auf das er den höchsten Werth legt." t fürchtet der Sultan die Albancsen wirklich?" fürchten ist nicht der richtige Ausdruck", erwiderte der Minister, aber er kennt ihre Tapferkeit, ihren Unabhängigkeitsdrang und ihre Räch sucht zu genau, um es nicht für das politisch klügste zu halten, sie an sich zu fesseln. Im Geheimen möchte er sich vielleicht ihrer gern entledigen, denn sie sind bestenfalls verzogene Kinder, die ihrem Vater über den Kopf zu wachsen droben." Sind Sie zuversichtlich betreffs der Durchführung des Reformwer kes?" Unbedingt, aber wir brauün Zeit und erwarten, Europa wird uns diese Zeeit gewähren." Also Kalten Sie rriegerischc Per. Wickelungen für ausgeschlossen?" Entschieden." Soweit das Gespräch. Wenn man auch an der Aufrichtigkeit !erid Po schas nicht den geringsten Zweifel be gn kann, scheint mir die Auffassung des Gronvezierc' doch recht optimi stisch. Rettor und Herzog. Der junge Herzog von Koburg-Go-tha ist ein geborener Engländer. Jetzt studirt er in Bonn. Der Rektor Zittelmann hielt anläßlich der Jmmatrikulirung eine Ansprache, aus der wir noch nachträglich die folgenden Umtu kenswerthen Stellen wiedergeben. Der Rektor wies auf die großen Rechte hin, die jeder Fürst ererbt, und auf die gloße Anhänglichkeit des deutschen Vclke an seine Fürstenhäuser als einen Schatz, der nicht nur ererbt, sondern erworben werden müsse. Die Zeit, bis die Regierung aus seine jungen Schultern gelegt werde, solle der Herzog zur Vorbereitung auf seinen Beruf benutzen. Der sei herrlich, aber auch schwer, und eine staatsrechtliche Vorbildung sei dazu erforderlich. Der Herzog habe seine erste Jugendzeit nicht in Deutschland verlebt; möge er das Gute der englischen Regierung in sich bewahren, aber ein deutscher Fürst das müsse er sich selber sag- n könne nur Der sem, der deutsch bis in's Inner st e sei. deutsch denke und deutsch fühle. In der Schule der deutschen Armee habe der Herzog schon strenge Pflichterfüllung gelernt, jetzt trete er in die eigenartige Schule der deutschen Universität, die Verbindung ernsten Strebens mi: heiterer Jugendfröhlichkeit, ein. Der Rektor sprach die Hoffnung aus, daß der Herzog hier Verständniß für alles Geistige und Achtung vor geistiger Arbeit erwerben möge, und schloß mit dem Wunsche, daß der fürstliche Siu dent auch einst von sich sagen könne, daß die Universität eine große erziehliche Wirkung ausübe. Sine furchtbare rabschrift. Auf dem Kirchhof zu Debreczin in Ungarn ist kürzlich auf einem Fami liengrabe ein Denkstein errichtet worden. der eine Inschrift trägt, wie sie grauenvoller wohl in der ganzen Welt nicht existirt. Es werden da in weniotn Worten entsetzliche, blutige Tra gödien innerhalb einer Familie geschildert. Die Grabschrift lautet: Hiei ruhen im Herren Josef Moricz senior, gestorben im 62. Lebensjahre. Er wurde von seiner Tochter erschosseir. Elisabeth Moricz, gestorben im 17. Lebensjahre durch Selbstmord. Sie hat ihre Mutter erschossen. Josef Morica junior, gestorben im 27. Lebens jähre im Kerker. Er hat seinen Vater erschossen. Die ewiae Barmherzigkeit sei ihren armen sündigen Seelen gnädig." Zu bemerken ist, dem Pester Lloyd zufolge, daß Josef Moricz junior nicht der Sohn, sondern der Neffe des Josef Moricz war. Einer alten Sitte ent sprechend traten am 19. Mai die Stän de des Fürstenthums Ostfriesland zu ihrer jährlichen Landrechnungs - Ver, sammlung zusammen. Bereits vor mehr als 600 Jahren war cs bei den Friesen Gebrauch, einmal im Jahre in der Mhe von Aurich unter dem Upstallsboom, welcher auf einem Thaler des Königs Georg v. dargestellt ist. zur Rechtsprechung s.ch zu versammeln' wozu Abgesandte aus allen ostfriesischen Landschaften sich einfanden. In früheren Jahren galten die Berathung gen der Bekämpfung innerer und äuße rer Feinde, heute dagegen ausschließlich dem Wohle der Landesangelegenbeiten.
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Arzt und Einbrecher. Der Arzt Dr. Steppe in Eleveland, O., wurde neulich in einer Nacbt durü' einen in seinem Hause herumwirtbschaftenden Einbrecher aus dem Schlafe geweckt. Steppe feuerte aus den frechen Eindringling, letzterer stieß einen lauten Schrei aus und sprang bur das Fenster. Die Polizei suchte die ganze Nachbarschaft ab, aber von dem anscheineno angeschossenen Einbrecher war nichts zu entdecken. In aller Morgenfrühe wurde dann Stevpe nach einem nicht fern gelegenen Hause zu einem gewissen Henry Miller gerufen, der zufällig eine Schußwunde erhallen hatte. Der Doktor fand, daß die Kugcl dem Mann in die Seite gefahren war, und er veranlaßte dessen Ueberführung nach einem Hospital. Während der Fahrt nach dem Hospital starb der Mann jedoch in der Ambulanz, und Dr. Steppe gab später die Erklärung ab, daß der Mann vor seinem Tode sich des nächtlichen Einbruchs schuldig bekannt habe. Gefährliche Schlafst e l l e. In St. Louis, Mo., wurde jüngst die Feuerwehr alarmirt, um einen Drahtspanner, den man schwer verletzt und in großer Gefahr wähnte, aus einem Netze von Leitungsdrähten, 30 Fuß über dem Seitenwege, herabzuholen. Eine zufällig vorübergehende Frau war zuerst auf ihn aufmerksam geworden und stieß einen gellenden Angstschrei aus, als sie den Mann erblickte. Bald samm'lten sich mehrere Hundert Neugierige an, und Jemand benachrichtigte die Feuerwehr. Rettungsleitern wurden angelegt, mehrere Feuerwehrleute stiegen empor, befestigten ein Tau um den Leib des Mannes. der. wie sich fpäter herausstellte, nur eingeschlafen war, und befreiten ihn aus seiner gefährlichen Lage. De? Mann, ein Drahtspanner, Namens Tanhey, erzählte, er habe zwei Tage und zwei Nächte lang ununterbrochen gearbeitet und sei schließlich von der Müdigkeit übermannt worden. Summarisches Versahr e n. Der Bürger Thomas Philipps und seine drei Söhne faßten letzthin Nachts in ihrer Wohnung in Wilkes. barre, Pa., einen Einbrecher ab, überwältigten ihn und berathschlagten dann, was sie mit ihm machen sollten. Um die Scheerereien mit Polizei und Richter zu vermeiden, beschlossen sie, ein kürzeres Versahren einzuschlagen und den Delinquenten sachgemäß zu vermöbeln. Das besorgten ste auf sc gründliche und unbarmherzige Weise, daß der arme Sünder nach beendeter Exekution jammernd und winselnd von der Vildfläche verschwand. Folgen einer Prophez e i u n g. Die Prophezeiung der Farbigen Ellen Jefferson. daß Pine Bluff. Ars., an einem Nachmittag um fünf Uhr von einem Tornado zerstört werden würde, hatte zur Folge, daß 40 Prozent der Bevölkerung die Stadt verließen. nnlich 8000 Farbige und auch eine ganze Anzahl Weiße. Die Geschäfte waren in Folge dessen fast ganz suspendirt. die Eisenbahnen aber machten dabei gute Geschäfte. Sie verkauften während der Wocbe für mehr als $3000 Billets nach benachbarten Orten. Prügel für Diebe. In Easton. Md., hatten zwei Knaben ein Stück Bleirohr gestohlen. Der Richter entließ die jugendlichen Spitzbuben unter der Bedingung, daß die Eltern derselben den Schuldigen eine gehörige Portion Schläge in Gegenwart des Sheriffs geben sollten. Dem Gerichtsbefehle wurde entsprochen, und die beiden Knaben haben versprochen, sich niemals wieder an fremdem Eigenthum zu vergreifen. Einstellung einer Dampf e r l i n i e. Die Elyde Dampferlinie hat den seit 30 Jahren bestandenen regelmäßigen Dampferdienst zwischen Philadelphia und Richmond. Va., aufgegeben und Newport News, Va., als südlichen Terminus dieser Linie bestimmt. Die Dampfergesellschaft begründet ihre Maßnahme damit, daß der Wasserstand im James River zu niedrig und die Fahrt den Fluß aufwärts nach Richmond zu lang sei. Verunglückte Studenten und Studentinnen. Die Studenten Bradley und Bohner von der Universität Heidelberg, )., sowie die Studentinnen Jda und Ada Abbott, Schwestern, kreuzten neulich Nachts in einer Kutsche das Eisenbahngeleise, als ein Zug herangebraust kam und die Kutsche zertrümmerte. Bradley, Bohner und Fräulein Jda Abbott erlitten tödtliche Verwundungen, Fräulein Ada Abbott kam mit leichteren Verletzungen davon. Automobil als Wahns i n n s u r s a ch e. Der Farmer Schad von Elyde, N. ?)., wurde kürzlich in der Dunkelheit durch ein großes Automobil arg erschreckt. Dasselbe fuhr hinter seinem Hause mit gro. ßer Geschwindigkeit hügelabwärts, mit gewaltigen Laternen versehen, die ein blendendes elektrisches Licht warfen. Bereits in einem Zustande von NervenZerrüttung befindlich, mutzte Schad dann mehrere Male einem Selbstfahrer ausweichen und wäre beinahe überfahren worden. Darüber verlor er den Verstand, so daß er nach einer IrrenAnstalt gebracht werden mußte.
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I Ausland AO4 n i iMi"'M' seltenen Muth, aber le:der auch ein bedenkliches Manko an Bescheidenheit, bekundet der Redakteur eines australischen Wochenblattes. Der Held der Feder offen, t seine eigene werthe Person als Preis für diejenige Dame, die ihm das beste Essay über die Vflichten der Hausfrau einsendet. Verdiente Zurechtweisung. Eine strenge Rüge mußten sich unlängst in Berlin vor dem Schöffengericht zwei Frauen für den Versuch, durch übermäßigen Staat zu imponiren, gefallen lassen. Es handelte sich um einen freundnachbarschaftlichen Hauszank unter Dreien mit nachfolgender Prügelei. Die erste Angeklagte, die für sich allein die eine Partei bildete, war einfach und solid gekleidet, die beiden anderen erschienen dagegen in auffallendem Ausputz. Während der VerHandlung kam zur Sprache, daß die eine Angeklagte die andere mit unreinem Wasser begossen hatte. Na, das wird Ihnen doch nicht gar so viel geschadet haben," meinte der Vorsitzende; denn daheim werden Sie sicher nicht so aufgedonnert gehen wie heute. Ich will Ihnen überhaupt etwas sagen: Es ist nicht schicklich, vor Gericht so übermäßig aufgeputzt zu erscheinen. Eine Gerichtsverhandlung ist eine sehr ernste Sache, und dazu kleidet man si anständig, aber einfach, nicht so, als wenn man in's Theater geht!" Die beiden Damen nahmen die Lektion schweigend hin. Durch die Eltern inden Tod getrieben wurde jüngsthin der 30jährige Arbeiter Schwerdtfeger in Pichelsdorf, Provinz Brandenburg. Er hatte seine gesammten Ersparnine, 1500 Mark, auf der Sparlasse seiner Heimathstadt in Westpreußen angelegt; das Sparkassenbuch befand sich in Händen seiner Eltern. Er beabsichtigte sich demnächst zu ver hcirathen und ein kleines Geschäft zu errichten; darum reiste er nach seiner Heimath, um das Geld abzuheben. Dort wurde ihm aber die niederschmetternde Kunde, daß seine Eltern, die sich in schlechten Vermögensverhältnissen befinden, bereits das ganze Geld bis auf einen Rest von zehn Mark abgehoben und für sich verbraucht hatten. Vollkommen fassungslos traf er in Pichelsdorf wieder ein. Ein paar Tage später war er verschwunden. Aus dem Galltzwer See wurde bald darauf ein herrenloser Kahn vorgefunden, in dem Kleidungsstücke des Vermißten lagen. Einige Tage später fand man auch die Leiche des bedauernswerthen Mannes. Am Halse war ein Stiirt Eisen von 20 Pßund befestigt. Mitten auf dem Gatclper See hatte er sich während der Nacht in's Wasser gestürzt, um den Töd zu suchen. Jnfizirte Arnieedecken. An Bord des britischen Schulschiffes Eromwell" brach kürzlich eine Typhuepidemie aus; sieben Schiffsjungen erkrankten, von denen einer starb. Bi ber sanitätsärztlichen Untersuchung jdes Schiffes fielen die Decken, auf denen die Schiffsjungen schliefen, durch ihren Schmutz auf. Man untersuchte sie und fand, daß ste durch und durch mit Typhusbazillen verseucht waren. Es stellte sich heraus, daß diese Decken im südafrikanischen Krieg zur Unterläge für typhuskranke Soldaten benutzt und nach dem Frieden verkauft worden waren. Aber nicht nur die Decken an Bord des Schulschiffes, sondern Tausende andere sind vom Kriegsamte veräußert und eine Unmenge gefährlicher Typhusherde ist damit über ganz England verbreitet worden. Wen die Schuld für dieses Vorkommniß trifft, hat sich noch nicht herausgestellt. Die Stimme des GeWissens. Im Jahre 1896 brannten in Obergoldach im Schweizer Kanton St. Gallen drei Gebäude und eine Scheune aus bisher unbekannter Ursache nieder. Der Schaden betrug circa 32.000 Francs. Dieser Tage hat sich nun der Brandstifter, ein gewisser Gerder aus Rothenbuch im Kanton Bern, freiwillig der Polizei gestellt. Er hatte damals in betrunkenem Zustande ein brennendes Zündholz in das Stroh der Scheune geworfen, und war nicht mehr fähig gewesen, dem Feuer Einhalt zu thun. Die That wurde also nicht in böswilliger Absicht, sondern, wie es scheint, aus Fahrlässigkeit begangen. Nach dem Brand blieb Gerber noch drei Wochen in Goldach und zog dann weiter. bis ihn nach sieben Jahren das Gewissen plagte. Getäuschtes Vertraue,. Der angesehene 50jährige Rechtsanwall Matzen in Kopenhagen. Dänemark, erschien dieser Tage auf dem dortigen Polizeibureau und verlangte seine Festnahme, indem er bündig erklärte: Ich habe mir anvertraute Gelder im Betrage von rund 200,000 Kronen (etwa 564,000) verbraucht. Alle meine Versuche, die Verluste wieder Auszugleichen, sind gescheitert; jetzt kann ich nicht mehr." Dem Verlangen nach Jnhaftirung ist man nachgekommen und hat nun eine genauere Unterfuchunz eingeleitet. Die Geschädigten sind vu lfach sogenannte kleine Leute," deren Vermögensverwatter Matzen war. Er genoß bis zum letzten Augenblick den Ruf eines durchaus soliden Anwalts. Die beste 5 Cent Cigarre in der Stadt, Mucho'S Longfellow".
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