Indiana Tribüne, Volume 24, Number 263, Indianapolis, Marion County, 10 June 1901 — Page 7

Jndiana Tridnne, 10 Juni 1901.

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Weltmacht

Roman von M. S t a hl. (Fortsetzung) oevou nutzten die siarlen Arme Roderichs den Vater, der todtenbleich. mit wankenden Knieen an seinem Halse lag. Er suhlte die Gefahr und sein I eigenes, aufwallendes Gefühl unter- ' drückend, redete er ihm beruhigend zu. j Der alte Mann fand lanasam seine ! Selbstbeherrschung wieder und erholte , sich. Es war zu viel alter Junge stammelte er. die alten Nerven sind mürbe wenn Einen das Schicksal ! so zertreten bat und nun die Freude, die Freude!" Nun wird Alles gut. lieber, lieber Dater! Komm, fasse Dich. werde mir nur nicht krank jetzt fängt ja wieder ein neueZ Leben an für Dich, jetzt soll Dich nichts mehr anfechten!" Me gut dos klang! Es gibt Menschenworte, denen keine Himmelsmusi? gleich kommt. Kein Kraut und kein Saft auf Erden besitz: die Heilkraft, die ein Menschenwort hat. Der Ober.st richtete sich plötzlich straff auf. Es Zing ein Schein über sein verwittertes Gesicht, als käme die verlorene Jugend wieder. .Junge..'" rief er, seinen Sohn kräftig auf die Schul: schlagend, und seine Stimme klang wie ein Trompetenstoß. jetzt wollen wir's ihnen zeigen! Die Dellmenhorsts sind wieder da!" Mutter. Mutter!" jauchzte er gleich darauf durch das ganze Haus, ..wo hast Du Dich denn wieder verkrochen? Hörst Du denn nichts? Siehst Du denn nichts?" Und es wurde lebendig im alten Waldhofe. Mutter und Schwester. Knecht und Magd kamen aus den verschiedenstem 5cummern und Winkeln herbei, denn ein heller Ton war an ihr Ohr gedrungen. wie ihn das Bauernaus noch nie gekört, der Jubelton des Glücks. Und Krüper, der Dachshund, wie Hector. der Hühnerhund, die altem Getreuen aus Stockhausen, kamen end lich. aus dem Stalle befreit, in rasender Freude gesprungen, um ihren jungen Herrn zu begrüßen. Es war gut, tetz sie kamen, denn ihr fürchterliches G?kläff und Freudenge.heul und die Nothwendigkeit, sie abzuwehren und z.2 bändigen, half den Frauen etwas über die große, überwältigende Rührung des Augenblicks hinweg. Die Sonne hatte noch nie so hell geschienen und die Schwalben unter dem Dachfirst noch nie so fröhlich gezwitscher: für die Einwohner des Waldhofes, wie an diesem Tage. Valsr und Mutter ließen den Serjn gar nicht aus ihrer Mitte, und des Erzählens und Berichtens gab es kein Ende. Sie fanden ihn verändert und doch ganz den alten, lieben Jungen in ihm, der stets ihres Herzens Stolz gewesen. Man sah ihm deutlich den Sck'ic!salskampf an. den er auf Tod und Lcden gekämpft. Er war ein Mann a?worden, der die erste Jugendbluthe abgestreift. Etwas von dem Zauber und der Frische, von der unberübrten Äornebmheit und lieoenswürdig?n Sorgkosigkeit seiner früheren Schönheit war dabei verloren gegangen, dafür hatte er an Männlichkeit und Ausdruck des i Charakters, an dem Vollgefühl seiner Persönlichkeit und an Intelligenz gewonnen. Das Leben hatte ihn nicht umsonst tüchtig durchgerüttelt und geschüttelt. Alles in ihm und an ihm war zur Reife gekommen. Es tbat seinen Eltern wohl und kam schon fast einer Rehabilitirung gleich, daß er das Bauernbaus mit allem Zuvebör ..colossal gemüthlich" fand. Ja. es gefiel ihm so ausnehmend gut in dieser früh!ingsfrisch:n LändlicbZci: und Stille, daß er sofort beschloß, sein nothwendiges Gepäck aus dem Hotel der Residenz, in dem er mit Rauschmgks eingekehrt war. holen zu lassen und mindestens einige Tage bei den Eltern zu bleiben. ..Aber. Kind." wandte Frau von Dellmenhorst ein, wir können Dir ja gar keinen Eomfort bieten in die 'er mehr als mangelhaften Bauernwirthschaft. Und Du bist die großen Hotels gewöhnt." Gib mir eine Dachkackmer. Mutter, und eine Streu! Ich werde mich glücklich schätzen, den Hotels entronnen zu sein!" sagte Roderich lachend. Was glaubst Du denn? Da draußen in dem großen Arbeitskampfe verliert man die Abhängigkeit vn Aeußerlichkeiten ganz. Wenn man nicht erfriert, nicht oerhundert und nicht bei lebendigem Leibe gebraten wird, ist man ganz zufrieden. Alles Andere ist Nebensache. Für mich gibt es nun nach all' dem Gezerr und Lärm da draußen nichts Schöneres, als hier mit Euch im Walde

zu fein. Dies Bauernhaus ist ein Ju- j nugt's ihm auch auf die Dauer. Ich wel, und nichts thut mir mohler. als ; glaube, es ist ihm überhaupt Nebender grüne Blätterschatten da vor den j sache. Du wirst staunen, wie er sich Fenstern und die lieben Vogelstim- entwickelt hat. Wirtlich ein ganzer men." Kerl, ein Genie in seiner Art. Er Wulfhild. die bei seinen Worten ge- bleibt zwar immer der Plebejer, aber rade eingetreten war, sah ihn aufmerk- es ist etwas Machtvolles an ihm. So sam und besorgt an. Sie hörte eine ; einen findet man nicht alle Tage. Er gewisse Müdigkeit heraus, die den El- repräsentirt ja schon eine ansehnliche tern in ihrer Herzensfreude entging. : Capitalsgröße mit seinen zweieinhalb Und sie allein wußte den Grund. ' Millionen, aber wenn er so wevter All' sein Kämpfen und sein Erfolg macht, wird er noch eine Macht im hatten ihm doch den höchsten, schönsten Lan ... . ..

Prns rxs xtrxns, oas GtUS des Herzens nicht erringen können. Und wieder trat ihr das Bild der Jagd nach dem Glück ' vor Augen, das Bild von dem Phantom der lockenden Göttin, das auf der rollenden Kugel dem verzweifelten Jäger ent-

schnxbt. n cm.fcc.irv ct.. :i. ; , uiiuw yuyc iiy nv Freude." sagte Roderrch zu den Eltern, als diese das Zimmer wteder verlassen hatte, um in der Küche ein würdiges Festmahl vorzubereiten. Wie herrlich sie sich entfaltet hat! In allen Ländern und Zonen habe ich keine gesehen, die ich ihr zur Seite stellen möchte! Ich glaube wahrhaftig, sie wird selbst Rauschnigks exotische Schönheit derdunkeln: 2),ele Südländerinnen, wenn sie n.'ch so verlockend sind, tragen doch alle den Stempel einer niederen Rasse und entbehren des seelischen Zaubers. Es sind farbenprächtige Blumen ohne Duft, um den ganz abgedroschenen Vergleich zu gebrauchen. Dagegen solch ein Mädchen wie Wulfhild! Bei der ist ja Alles Duft und Seele!" So?" sagte der Oberst trocken. Ein bischen weniger Seele und mehr gesunde Vernunft wäre mir lieber. Setze Du -ax nur mal wieder den Kopf zurecht, die ist hier ganz entartet. 5?rauer.zimmn verlieren gleich die Dicection. so wie sie us ihrer Sphäre kommen. Und xx'mt äkunei nenne ich davon nicht aus, sie leistet jeder Thorheit von der Seite Lorchub." Frau von Dellmenhorst winkte ihrem Sohne heimlich mit den Augen zu und verließ das Zimmer. Der Oberst klagte nun dem Sohne seine ganze Leidensgeschichte, und Roderick wurde nachdenklich. Er sah ein, da. das alte Heim sich nicht nur äußerli., sondern auch innerlich völlig verand. batte. Der sociale Niedergang und die Noth hatten ihren Zrsetzungsproceß an diesem Familienleben vorzogen. Er hatte bei der Jugend den Charat'.r mit allen guten r.d Kehrseiten h:rausbödet und bei den alten Leuten die Altersschwäche gezeitigt, d. h. die Unfählgkeit zur Anpassung an r.ue Daseinsbediilgungen. Rodnich sprach jedoch beruhigend auf seinen Vater ein und versprach, die Schwester z sondiren und zu becinflusscn. Bis tief in die Nacht, nachdem di: Eltern längst zur Ruh. gegangen, sa--ßen die Geschwister plaudernd inWulfhUdß Stübchen beisammen, das Roderich für den Inbegriff aller Behaglich--Zeit und Poesie erklärte, für einen echten Märchen winkel. Vor den offenen Fenstern flüsterte der Nachtwind in dem alten Nußbäum, und auf den Simsen blühte ein ganzer Wald von frischen Frühlingsblumen. Wulfhild hatte das blonde Haar gelöst und lag in einem hellen Negliae in einem der alten, aus Siockhausen geretteten Prunksessel von derschossener. fadenscheiniger Pracht, w ihrem Lieblingsckchen. einer Epheulaube am Fenster, während Roderich, seine Eigarre rauchend, auf und ab ging oder sich zuweilen der Schwester gegenüber setzte. Ihr erstes Gesvräch drehte sich um Roderich hatte längst ihre Berheiva thung mit Normann erfahren und die erste Enttäuschung bereits in der Fer:.'.' durchgekämpft und ausgekostet. Aber nie war ihm der Schmerz um ihren Verlust so füblbar geworden wie jetzt bei der Heimkehr. Wie ist es möglich?" sagte er in äieser Bitterkeit zu seiner Schwester. Wie tonnte sie den alten GeldZrämer iÄhen mit der Liebe zu mir im He?zen? Die Frauen sind wirklich zu Alein fähig.!" Ich glaube. Du bist sehr ungerecht," erwiderte Wulfhild. Denkst Tu an unseren letzten Spaziergang im T'.octhausener Park? Wie ich Dir rieth, nicht obre ein erklärendes Wort von ibr zu ge.en. das ibr Halt und Hoffnung geden konnte für die Zukunft? Tu woll:est nicht, toallfcp Dich nicht binden und hast sie jahrelang ohne ein Zeichen Deiner Liebe und Treue gelassen." ..Ich konnte es nicht thun fuhr Rcder.cy auf, kennte es nicht mit meinem Gewissen verantworten! Meine Zukunft war ganz ungewiß, ganz Frage gestellt, und aU' die Ia.ie hindurch stand unser Schicksal auf des Messers Schneide. Ich habe es Euch natürlich möglichst verheimlicht, wie zweifelhaft unser Erfolg war. d. h. der große Erfolg, den ich haben mußte, um ein vermögensloses Mädchen heirathen zu können! Hauptsächlich Rauschnigks Heirath hat den Ausschlag gegeben. Aber siehst Du. ich hätte mich ja nie zu solch' einer Heirath entschließen können, ich dachte ein paar Mal daran, aber ich fühlte die Unmöglichkeit. Und Elfe hat es gekonnt!" Ich denke, Rauschnigks Hcirath ist eine Neigungssache?" fragte Wulfhild mit abgewandtem Gesicht. Nun ja. wie man's nimmt. Das Weib ist schön, das macht schon Jedem i Plaisir auf einige Zeit. Vielleicht ge

Das rann docd ein Jeder! Durch Heirath reich werden!" bemerkte Wulshild geringschätzig.

Die Heirath hat ihm ja nur die letz- i ten Wege geebne:. Das Geld hat er ! selbst erworben. Tu verstehst das nicht, es nützt nichts, wenn ich Dir erzählen wollte, was für ein aenialer. I tollkühner Speculant er ist, und wie seine souveräne Energie Alles zu seinem Willen zwingt! Ich denke, er wird morgen mit seiner Frau herkommen. Und nun sage mir Wulfhild. was ist das mit Dir und dem Vater? Ihr scheint in Conflicte gerathen zu sein, nach dem zu urtheilen, was er mir heute erzählte! Erzähle mir Alles! Papa hat mir verschiedene Andeutungen gemacht, die ich nicht ganz verstehe. Du hast doch nicht im Ernst die Abficht, zur Bühne zu gehen?" Ach. Roderich, der Conflict ist viel größer, als Papa weiß! Es ist seltsam, es quält ihn wie eine unbewußte Ahnung. Kann ich Dir mein Geheimniß anvertrauen? Willst Du mir versprechen. treu zu mir zu stehen, wie in guien. alten Tagen?" fragte Wulfhild. sich im Sessel aufrichtend, mit großen, bangen Augen. Du machst mich sehr neugierig, Schwesterchen! Sag' mir nur AUes. ich bin immer noch Dein guter Kämerad, der mit Dir durch Dick und Dünn geht!" Roderich setzte sich Wulfhild gegen ahn und legte die Cigarre auf das Fensterbrett. Er blickte mit zärtlicher Bewunderung seine Schwester an, die wie ein Bild aussah mil dem lang wallcnden, halb gelösten Blondhaar. ..'.ttodeiich Prinz Arnulf liebt mL', !- D0t einen Augenblick todtenstill im Zimmer, man hörte das Surren eiZ tachttaiters. der in das Milchglcslicht itx kleinen Lampe auf dem .ophaiilch taumelte. Die Hand des Bruders legte sich schwer auf den Arm der Schwester. Prinz Arnulf liebt Dich?" fragte er mit einem seltsam heiseren Ton in der Stimme. Wie kam er dazu? Als was liebt er Dich? Für einen Prinzen von B. gibt es nur ebenbürtige Heirat!en oder Maitreffen!" Wulfhild machte eine stolze Bewegung mit der Hand. ..Er will mich heirathcn er würde jedes Opfer bringen, mich heirathen zu können!" Roderich athmete tief auf. Er würde? Das ist ein dehnbarer Begriff. Wulfhild, Du bist mir die ganze, voUe Wahrheit schuldig. Um Gotteswillen, verbimliche mir nichts. Das ist eine furchtbar ernste Sache. Tu kannst Dich in jeder Beziehung auf mich verlassen." So höre" begann Wulfhild, und sie erzählte ihm wahrheitsgetreu den ganzen Hergang der Zkgebenheiten. Sie fing mir der Schilderung ihres Lebens und Strebens auf dem Waldhofe an, ihres verzweifelten Ringens, sich aus der Noth und Oede dieser eingeengten Existenz berauszuarbeiten. Ihre Bekanntschaft mit der Prinzessin und den heimlichen Verkehr mit den fürstlichen Geschwistern berichtete sie bis in alle Einzelheiten. Sie verschwieg nicht die Scene mit dem Prinzen, die ihm die Obrieige eingetragen, ebenso wenig die Baeguung am vorhergehenden Tage im Wlde. Roderich Icmschte mit der lebhaftesten Spannung. ..Gott sei Dankl" sagte er aufathmend zum Schluß. Ich habe mich nicht in Dir geirrt. Du hast Dich famos benommen. Aber ich sehe, ich bin zur rechten Zeit gekommen. Das ist eine sehr, sehr bedenkliche Sache! Gott, wenn das der Bater ahnte!'' Roderich" sagte Wulfhild mi: großem Nachdruck. Kann es Kindespflicht sein, sich den gänzlich überlebten und unhaltbaren Vorurtheilen eines Vaters zu opfern, der seine Unfähigkeit der neuen Zeit gegenüber erwiese hat?" Nein." erwiderte Roderich ohne Besinnen. Du kannst Dir denken, wie weit ich mich von dem Standpunkt der Eltern da draußen entfernt habe, wie ich aus allen alten Verhältnissen und Aorurtheilen herausgewachsen bin. Ich spreche Dir vollkommen das Recht zu. Deinen eigenen Weg zu gehen. Aber Kindespflicht ist es und bleibt es für uns Beide, so viel Rücksicht auf die alten Eltern zu nehmen, die sich nicht mehr ändern können, daß ihnen das Leben neben uns möglich ist. Sag' mir das Eine. Wulfhild: Liebst Tu den Prinzen?" Ob ich ibn liebe?" fragte Wulfhild und stützte das Haupt schwer in die Hände. ..Ich glaube überhaupt nicht an Liebe!" fuhr sie auf, und in ihren Augen flammte es. Er hat einen gewissen Zauber für mich, und es wäre eine ..Genugthuung, ihn zu heirathcn und auf diese Weise den alten, bösen Conflict zu lösen. Wäre es nicht ein Triumph, Roderich. wenn ich als Prinz Arnulfs Gattin Herrin von Ebersroda würde? Wenn die Dellmenborsts wieder die erste Familie im Lande würden?" Tu bist ehrgeizig. Kleine!" lä-chelte Roderich. Das ist auch eine von den alten, echt europäischen Schwächen, aber sie sind schließlich so alt wie die Menschheit, und selbst die freigeborenen Töchter der amerikanischen Repubiik kennen keinen größeren Ehrgeiz und keinen höheren Stolz, als die ErWerbung irgend einer unserer alten Fürstenkronen. Und doch mutz ich sagen. Du bist mir eigentlich zu schade für

d:eies tn:ellec:uell und moralisch min derwerthige Herzogshaus. Ich hätte Dich lieber an einer anderen Stelle gesehen. An der Seite eines hervorragenden Mannes z. B. eines unserer weltbeherrschenden Jndustriefürsten. die sich gern mit Töchtern aus alten Familien verbinden. Und ich habe immer gedacht. Du, gerade Tu, miißtesi einer echten, rechten Liebe sähig sein!" Wulfhild senkte das Haupt und schwieg. Die langen, seidenweien Haare fielen fast wie ein Schleier über ihr Gesicht. Schade." fuhr Roderich sinnend fort, indem er seine Cigarre wieder aufnahm, fo einer wie Rauschnigk. das wäre ein Mann, wie ich ihn Dir gewünscht hätte! Der hätte Dich wohl auch die Liebe gelehrt! Und Du paßtest als Weib viel besser zu ihm als diese geist- und charakterlose Puppe."

Wulfhild wars mit einer stolzen Bewegung das Haar zurück. Aber Roderich, eine Dellmenhorst heirathet doch keinen Parvenü! Ich wette, er trägt jetzt Brillar.tboutons im Cbemiset und eine daumdicke goldene Uhrkette. Nein, das könnte ich n aushalten !" Roderich lackte. Ganz so schlimm ist es nicht Du wirst ja sehen. Aber Dein Prinz will mir nicht recht in den Sinn. Im besten Falle ist er ein unbedeutender Jung! Na, vielleicht machst Du was aus ihm. das Zeug hast Tu dazu, und es kommt ja häufig vor. daß gerade hervorragende Frauen Nullen von Männern lieben. Aber vorsichtig muß diese Sache angefangen werden, sehr vorsichtig, wenn wir Katastrophen verhüten wollen. Laß mich nur erst jetzt mal das Terrain sondiren und mir ein Urtheil bilden, was da zu thun ist. Willst Du mir ein Versprechen geben? Das wäre?" Nicht mehr mit dem Prinzen unter die? Augen zusammen zu kommen!" Das Versprechen geb' ich Dir gern. Es war mein fester Vorsatz, es unter jeder Bedingung zu vermeiden. Ich rühre keinen Finger, um den Prinzen zu gewinnen! Wenn er mich nicht aus eigener Kraft erringt, wird er mich nie gewinnen!" Das ist recht! Mehr verlange ich nicht von Dir. Das ist der echte Frauenstolz! Wir müssen Vaters wegen sehr vorsichtig in dieser Angelegenheit sein. Alles andere besprechen wir morgen es ist jetzt späte Nacht. Ich denke, ich nehme Euch für's Erste eine schöne Wohnung in der Stadt." Ich bliebe den Sommer über lieber auf dem Waldhofe er ist mir lieb geworden." wandte Wulfhild zögernd ein. ienn sie erschrak bei dem Gedanken an ein Zusammenleben mit Rausche nigks in der Stadt. Das wollen wir Alles überlegen. Gute Nacht jetzt, Schwesterlein!" Noch lange nachdem ihr Bruder sie verlassen, saß Wulfhild am Fenster ! und träumte in die duftschwüle Frühj lingsnacht hinaus. Mit nem seltsam wonnigen Grauen lauschte sie den Stimmen der Nacht, die von dem großen. unergründlichen Lebensgeheimniß raunten und rauschten, wisperten und flüsterten. iortsevuna folctt.) , Der w a h re Grund. m Arzt ncfim es immer sehr übel auf, wenn man im Scherze von seinem Stande Schlechtes sprach. Ueber mich kann sich Niemand beklagen!" behauptete er einst. ..Ganz rechtlerwiderte ihm einer seiner Freunde, denn Du bringst Deine Patienten sämmtlich zum Schweigen!" Verleumdung. Sie hat Haare auf den Zäbnen." meinten einige Junggesellen, um Herrn 5. von seinem Heirathsprojekt abzubringen. Dieser aber ließ sich nicht abschrecken und machte denn auch bei seiner Auserwählten die angenehme Entdeckung, dak sie weder Haare noch Zähne besaß. Theodore F. Smither gk'Äicktrr und zuskrlässigrr Dachdecker, Aech- und .iesdächer, Tiicher von Asphalt und lilsonit. En.'.rosdändler in allen Arten vrach Materialien. Telephon . SDR Weft Maryland Strafte. süd:?k?tl. ESe von Senate Ave. und Aar?!a ,d 3tr Ottmar Keller, 217 Cst Washington Str. : Feine : Veine, (iquöre und Cigarren Srtra-Lunch ervirt aus Ord?r zu jeder Zeit öauvtuartier der Bäcker, Badender Aeyger und anderer Vereine. Telephon 327. Ädoloh Frey, (OH frt.dom Rtc0 üotary Public, Translator, Corresposdent etc . 970 Wett W&Inut II Q 'Jx Cw.

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