Indiana Tribüne, Volume 24, Number 45, Indianapolis, Marion County, 2 November 1900 — Page 7
Jndimm Tribüne. Freitag, den 2, November 1900.
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Der Attstauberfricdl.
Rcan vo Fanny tfa l x e n t) a :n e r. (Forlsctzunci.) Der Walddaue? sah ein wenig vnschreckt aus. Glaub's, i6 glaub's: Aber ist doch frei sündhaft da! Die arystkn Verbrecher hängen sie beim Kops auf, 's Gericht und 's Gericht ist dock gescheit und träfe, was sich gehört und was einer verdient! Dasselb' wär' doch zu viel verlangt, 's Aufwä:t?hänqen!" ,;.Ua, na.'" protestirte der Riegelseder heftig, mit zornigen Gebärdn. lbwöktUhögNl thut sich manch einer, damit aus der Verzweiflung herauskommt so ein-in mußt aufwartshiingen. damit er in die Verzweiflung hineinkommt! Na. nxitzt. müßt' ich nicht ir.'s Zuchthaus dafür, dem Teixel da hätt' ich schon zehnmal das Haus angefündet! ..Jesus Maria!" Der Waldbauer bekreuzte sich. ..Du. so ein gottlos' Denken sollt' dick halt doch nicht anfechten! Da wurdst ja gerad' so schlecht wie der selber V ..Ah. was nicht gar!" schrie der anderc und fuchtelte mit seinen: dicken t?d in der Luft herum. Und wenn ich auf bcr Stell' zwei Leut' umdring', da bin ick noch zehnmal besser!" ..Marand Joseph!" Und der Waldbaues taumelte zurück und starrte den anderen voll Entsetzen an. ..Umbringen könnt'st zwei auf der Stell' ? Dasseidig' sollt'ft dir doch überkgen 's ging' dir an den Kragen!" ..Na. so lang wart' ich schon, bis du nimmer bei mir bist!" meinte jetzt der Riigelseder mit spöttischem Lachen. ,Duh grad . wenn ich ausiaä.ln r.ocrt . da Tand Ich auÄ was; ;C viel hab' ich schon selber auch noch. Aber der Waldbauer war niert völlig beruhigt. Er schielte manchmal noch zur Seite nack dem 'ctca de anu:;n wie im Mißtrauen. Der Riegelseder abcr ärgerte sich weiter. ..Wenn ich daran benf, daß TTT.:n Vetter, der Holbacher, noch leben thä:'. wenn der andere nicht gTwesen irär an die Gurgel möcht' ich ihm springen!" ..Probier's!" sagte eine tiefe glimme hinter den beiden. Es war einer hinter den zweien dahergewandert. der tiefe Schnee hatte sein Nahen verschlungen, nun stand er dich: hinter den beiden : der Anstauberfriedl. Mit stolzem kaltem Blick maß er den Riegelseder und sagte noch einmal: Probier! Da steh' ich ja." Und Nl'.t bellem Spottklang fügte n hinzu: .Vielleicht halt' ich auch still." Der Riegelseder stand kalkweiß da. der Zorn war noch in seinen Zügen, aber er rührte sich nicht. Ta machte der Rcserbauer eine w?gnx inende Gebärde mit der Rechten, um hierauf langsam weiter zu schreiten. Er war heute zum erstenmal nach irrchen langem Dabeimbleiben in ' die llfi geangen. Viele Wochen hindurch hatte ihn ein hestiger Rheumatismus gepeinigt, der ihn urplötzlich nach jenem aufregenden Tag. wo er im Schnetreiden da',ingewandert, üoerfallen. Für den Mann. d?r nie. seit er von sich wußte. einenTag krank gewesen, roaren die ersten Schmerzenstage schon cine Dual gewesen nicht so sehr um der Schmerzn willen, als wegen des ruhigen Dasitzens. des stillen Verhaltens, dem er sich hingeben mußte. Er. d?r die Unrube gewohnt war. Und gerade jetzt, wo er sich neben seinen sonstigen Plänen auch mehr wie je mit Ungelegenbeiten in seiner eigenen Wirthschaft abgeben mußte , jetzt war wie ein Verdammter an die Stelle gebannt und mußte den ungewohnten Schmeraen stille halten. Die Ungeduld hatte ihn oft üb?rmannt, und er war in Hast cnworgefahren, um mit Lauten heftiger Qual sogleich wieder zurückzusinken. Hätte er wenigstens die Hände rühren könn. :., da hätte er bccf) dem Fürlinger schreiben können wegen der Dienstleute, die brauchte, so aber mußte er warten warten. Selber kam er auch nicht, der fürlinger; er hatte blos ein paar Zeilen geschrieben, daß sich das Hillmeiergut wider Erwarten halte, daß für'- erste nichts au thun sei dabei. Der Reiserbauer hatte dem Mann durch den Stöffl oder die Loisl schreiden lassen wollen, allein keines der bei- ! den konnte schreiben. So war er sich selber überlassen; und seine Glieder versagten ihm den Dienst. Zum erstenmal. Und da a zum erstenmal war. in so langer Zeit j Niemale gewesen war da griff ihm j das ciickfiitö Gemüth. Er hatte kei- ' nen Arzt rufen lassen; wenn er nicht j von selber wieder qefund zu werden vermochte, so ja. so war es kein Schade um ihn. Er wurde wieder gesund. :e rüstige Natur, d'e er besaß, half sich fckon selber wieder heraus. Und kaum er wieder in die Höhe konnte, dielt es ihn auch nicht mehr daheim. 0 .stern hatten ihn die Schmerzen derlassen, heute mußte er die Luft schon probieren. Jagte es ihn daraufhin nicht in's Bett zurück, dann wollte er morgen davon. In vier Tagen verließen ihn die zwei Dienstleute; er mußte andere haben. cmnc Stunde weit war er gewandert. bis hin zum Fluß, und da noch eine Strecke hinunter; jetzt schritt er heimwärts. Und seit er das Gespräch
der dk:den VKTO vcrnrmmcn und sich stolz, unerschrocken d?m einen gestellt garte, da dieser eine aber in Feigheit wie ein erbärmlicher Wicht dagestanden, seither hatt: sich seine etnas ge fatgif Gestalt wieder doch ausgerichte:. Einmal reckte er di Arme vor sich l?in nie im Schwellen unc-,:stümer Juc.d-
kraft, und seine Brust athmete hoch aus. t v - . r V " Vr A IJTlff JUi UUU Clil UviJlA Ul-"iit. lUii j.,i. , die schimpfen konnten, schimpftn. ihrer. Haß. ihr Wuth in Worten hinausschleudern; wenn cs cuf's Handeln ankam. da waren sie nichts dazu. Ja. er war ein anderer. Ein B?ss:rcr nicht, nein, der rrar er nicht; 1 lachte laut auf, aber stärker war er. einer, der auch wicklich that, was er tirir. wollte! Er schritt schneller aus mit weiten Schritten ging er dahin. Er wollte daheim sein. Und er fühlt'? es. er würde gesund bleiben jetzt, die Glieder dehnten und reckten sich frei und frisch, da sollte es morgen dahin gehen. Und es ging dahin. Aber miß muthiger als er fortgefahren, fuhr er heimwärts, der Reiserbäuer. Mit dem Hillmeiergut ging es nicht nachWunsch. Da fand sich einer, der Mc Hypothek und die Schulden übernehmen wollte, und er hatte oas Nachsehen. Nachdem das in Richtigkeit war. hatte er das Suchen nach " Dienstboten begonnen. Es dauerte einige Tage, bis er passende Leute fand; endlich, hatte er drei gedingt; aber sie konnten erst Lichtmeß fort ron ihrem jetzigen Dienstort. Ta fuhr er voll Äerger heimwärts. Was that er nx in der Zwischenzeit? Die Thiere verlangten lx Futtr. ihre Pflege. Und das Haus sollte er es in Staub und Schmutz dahingehen lassen ? Nun er selber brachte nicht oie! hinein, und er war ia allein! Hätte der fürlinger von seinem eigena Hause fortkönnen für einige Zeit, er hatte midben den Verkauf des Gute- äbertrazen. wahrend er selber sich srobgemuth auf die Füße gemacht hätte. &on seinen anderen Hlf:rn wir keiner für den Berkauf seines Hauses zu brauchen, es fehlte jcbern die Gewandtheit, die giößereDosis Schlaufeit Es blieb ihm also nichts übrig, als wie die Tbiere aus feinen Ställen zu verkaufen, wenn es ihm nickt möglich war. den Knecht und die Magd zu ei nm Bleiben bis Licktmeß zu bewegen. Zh, wenn seine Schwester frisch und g?sund wäre, die müßte ihm aushelfen; aber die war seit zwei Jahren ern beiden Füßn gelähmt ; die konnte sich selber nicht helfen, mußte Mann und Scbn schalten und walten lassen, wie sie mochten. Und die schalteten und walteten nicht gut. das wußte er. Zweimal halte er bereits ausgeholfen, ein drittesmal hatte er es abgeschlagen, gl galt seiner einzigen Schwester, aber er hatte nach dem zweiten Wal sein- Helfens vernommen, wie sie sich zu einer Nachbarin geäußert hatte: ihr Bruder oätf ja blos fleißig gutzU' machen, daß man sie und ihre Familie verachte um seinetwillen. Da war ezu End' gewestn. e? hatte dem Schwager die Zhür verwiegen; damit er nicht schlechter wurde, vom Betreten seines Hauses." Seither hatten ihn seine Schwester und deren Leute als einen ..hartherzigen Teufel" verschrieen; aber von den Summen, die er bereits heryeliehen. wurdx keine Erwäbnung gethan. Zinsen brachte ihm auch keines. Die Augen des Mannes verloren für eine Weile den finsteren Ausdruck. S?o:t lugte aus ihnen, und um die Lippen spielte ein leises Lächeln. Nun gut. er hatte ja nie des Geldes wegen gelebt! mochten sie es behalten, wa sie von ibm hatten. Er hätte jetzt nur das eine als Cntglt gefordert, daß ihm die Schwester auf ein paar Wochen hi'l Haus gekommen wäre. Das hätte sie müssen, er würde sie schon gezwungen haben dazu, wenn sie gesund gewesen wäre! Aber so ! Er ließ dem Braunen die Zügel ein wenig locker, nahm seinen Hut vom Hops und legte ihn neben sich. Es wa? ihm unmenschlich" bxiß. Das kam wohl von der vielen Aergerei. daß ihm das Blut so warm zu Kopfe stieg! Da nun hatte er das Haus schon in Sicht. Es lag so still, so einsam da oben auf der Höhe. Wie ein abgstorlxner Hof. Nun ja. so würde es ja wohl balv damit stehen. All der schone, gute Grund, der sich da so weit herum ausbreitete und der dazu gehörte zu dern Hof dort oben auf halber Höhe, der würd? vertheilt fein unter viele andere. Und der Reiserbauernhof, der mebr wie ein Jahrhundert da oben in's Land geschaut, war gewesen. Es fuhr dem Mann, wie er das dackie. auf einmal wie ein Stich durchs Herz. Ja, sollte sich der Rheumatismus schon wieder anmelden? Genau so Sticke hatte er neulich beim Anfang da Krankheit gefühlt. Bah. er konnte sich doch jetzt nicht erkältet haben; seit vorgestern war ja das schönste Wetter, hell und warm wie an Frühlingstagen. Ta droben Png d Sonne am Dachfirst. An seinem eigenen Hause. Er schaute unverwandt derauf hin. Der Schnee lag in dicker Schicht auf dem Dache; die zwei Dienstboten hatten in der letzten Zeit denselben nicht Mehr entfernt; es gab zu viel andere Arbeit. Nun, wenn die Sonne eine Weile so sortschien. dann war er bald geschmolzen, der Schnee. Er würde theils abrutschen, theils zergehen und abfließen. Jetzt glitzerte er noch da den. wo ih die. So.nne traf, als wäre
er mit Stiberful'.ken deariut. ')a Auge that ihm weh davon, dem Reiser-' bauer. Er sah weiier hinüber, hinterm Haus hinauf, die Höhe empor. Dort hatte vordem der Wald gestanden, sein schöner Föhren- und Fichtenwald: ; jetzt lagen dort Schneemassen fußtief. So viel Scknee war doch noch nie in der Gegend gewesen, seit er denken ?onn:e. Ein schrecklich strenger Winter. der heurige. Um so eher würde er wohl ein Ende nehmen. Seit vorge- ; sttrn sprachen alle Anzeichen dafür. ..Hüoh!" Ter Weg machte eine ! scharfe Biegung, der Braune konnte ! das Wägelchen durch den tiefen Schnee,
der noch dazu jetzt im halben Zergcqen wie sumpfig war. fast nicht weiterziehen, zumal es jetzt eben stark aufwärts ging. Der Reiserbauer wandte alle Aufmerksamkeit dem Gesährt zu. Da nun ging es fchon wieder so halbwegs dahin. Er ließ den Blick wieder in der Gegend herumschweifen. Bor ferne, hart, wo die Höhe links sich : wellig hinüberzog, kam ein helles Fun- : lein herüber, dort rann ein kleines j Bächlein zu Thale nieder und ergoß sich unten in das Flüßchen. Oft sickerte es so dürftig dahin, daß man schon dal vor stehen mußte, wenn man etwas da- ' von sehen wollte; jedt mußte es ungewohnlich wasserreich fein, daß man es ; bis da herüber bemerkte. Es mußte : den Rand seines kleinen Bettes erreicht haben. Der Reiserbauer wandte seinen Blick ' gleichgültig wieder davon ab und seinem Hause zu. Das lag jetzt ohne Sonnenschein da oben; völlig grau erschien ihm jetzt die Schneefläche auf dem Dach. Es ging jetzt stark aufwärts, und , nun erreichte er auch schon das Haus. Das Hofthor war geschlossen, der RieI gel aber nicht vorgeschoben. Er öffnete ! und lenkte dann das Gefährt hinein. Sakcrlot! Schlafen denn die zwei , Betts heut?" schalt er laut, um dann ; mit starker Stimme zu rufen: ..Stöffl! I Stöffl!" Aber der kam nicht; und auch die ' Loisl zeigte sich nicht. Still und ruhig blieb es im Hause, im Hosraum. Ta fuhr er mit dem Wägelchen in die Remise und schirrte das Pferd selbst ab. Als er die Stallthür öffnete, um das , Pferd an seinen Stand zu bringen. wieherten die zwei Füchse, die drinnen i standen, hell auf. Er nahm jedoch , keine Notiz davon, kettete den Braunen ; an und ging hinweg. Im Hausflur ! rührte sich nichts, es war kein Laut vernchmbar. Da faßte es ihn plötzlich i wie im Schreck er blieb gäh stehen. Stand etwa das Haus leer, allein? Waren die zwei Leute fchon davonge- ; laufen? Die Zeit war doch heute erst um. Ah. nein er sann eine Weile ; nach am Donnerstag war ja die Kündigung geschehen, und heute wa: Freitag. Wo hatte er denn seine Gedanken gehabt? Aber wegen des ein?n Tages! o eilig brauchten es die zwei j doch nicht zu machen. Er ging weiter, zur Wohnstube hin. Nun wollte er sich überzeugen, ob seine Vermuthung die richtige war. ob wirklich Niemand im Hause war. Gäh ritz er die Thür auf. Die Stube war leer. Nein, da vom Ofeneck kam einer hervor. ein kleines Männchen. Auf den Socken gehend, kam es schier lautlos daher. Ja. das war ja der Pühringer. der Bot'! Was hatte der da zu thun? ..Bist da?" fragte der Bote und blickte aus schier verängsteten Augen zu dem Bauer auf. ..Ich hab' dir dein Haus gehütet." ..So?" Ter Reiserbauer lackte aus. trotz des Zornes, der in ihm war. ..Bist mir ein schöner Hüter! Bor dir lies' auch keiner davon, mein' ich! Und überhaupt hast ja nicht einmal nachgesehen, wer draußen einfährt, da hätt' das ganze Bieh verschwinden können und du hälfst nichts gemerkt davon! Hälfst hinterher gesagt, sie hätten dich nicht gefragt, die Dieb', gelt? Wo sind denn meine Leus nachher?" Der andere machte große Augen, die einen verwunderten Blick hatten. ..Deine Leut? Ja. die sind's ja nicht mebr. Seit heut früh gehören sie dem Thalmoser im nächsten Ton." Ja so. Wann sind sie denn fort ?" Heut früh. Gestern hätten sie fchon im neuen Ort einstehen sollen, haben aber gewartet bis heut früh. Um neun Ubr. weil du noch immer nicht gek,mwen. sind sie davon." ..Sauberne Leut'! Das muß ich sagen!" schalt der Bauer. Die paar Stund' hätten sie auch noch nichts versäumt. So davonzulaufen, wenn kein Mensch im Haus ist nachher." ..Der Thalmoser hat ja schon geschickt heut früh, wegen was sie nicht kämen, die zwei. Der ist ein Vetter vom Stöffl und behält den auch noch in dc? Arbeit, wenn sich die zwei verheirathet haben. Das kleine Grundhäust kaufen sie sich, was seit einem Jahr dem Thalmoser gehört. Und da halt " Das interessirt mich gerad' nicht." unterbrach der Bauer den Sprecher. ' ..Wie kommst nachher du in's Haus? Das sag' mir!" Weil mich die zwei im Vorbeigehen bei meinem Häusl angeredet habe, ich oder mein Weib sollten dir derweil dein , Haus hüten. Wenn nicht heimgekommen wärst heut, wär' ich über Nacht dageblieben. Und wenrr's dunkel wird. ! kommt mein Weib und melkt dir die Küh' und thut 's Nöthige. Beim Tag j traut sie sich nicht herüber, wegen der Leut'! Sie fürchtet einen Buckel voll Schläg'. Denn frei glaubeir thust es nicht, was das für ein Gift und Gall' ist unter den Leuten?"
Der Reiferbauer zuckte die Achfeln. inn sagte er kurz: Frag dein Weib,
T ob sie nicht bis Lichtmeß bei mir dableiben möcht'; da krieg ich erst andere Tienstleut'. und ich muß eins haben, das die Thier' wartet. Was sie zu Lohn haben will, das g:b' ich ihr. 's dauert ja nur eine gute Woche. Und wenn sie die Leut' fürchtet, ist's besser, sie bleibt gleich -derweilen im Haus, da i sieht sie keiner!" Damit ging er aus dr Stube. Als er sich umgezogen hatte und wieder in die Wohnstube trat, war der Pühringr nicht 'wehr da. Er war allein im Hause, der Anstaubefried!. Er setzte sich an den Tisch und stützte die Arme auf denselben, s kam ihm sonderbar vor. sein Alleinsein, die völlige Stille um ihn. So sonderbar, als müßte er gehen und sich Jemand holen! Tumm.r Gedanke! Der Reiserbauer konnte auch einmal allein beiden in seinem Hause. Der war doch keiner. der sich fürchtete vor Gespenstern otxr vor anderen Leuten! Lachend hieb er mit schwerer Faust aus den Tisch nieder. Unheimlich gellte j das Lachen und er stand auf. Er hatte ' noch nichts gegessen seit dem frühen Morgcn, da war nur sein hungriger i Magen schuld daran, daß chm fl lvunz derl'ch zu Muthe war. In der Küche draußen war gewiß , etwas zu sinden. Er ging hinaus. Und eine kleine Weile später brachte er i sich (selchfleisch und einen Krug Most , herein; ein Laib schwarzen Brotes i fand sich in der geräumigen Lade des großen Eßtisches. Während er nun aß und trank, lag : ein seltsam grübelnder Ausdruck auf ' seinem Gesicht. Aber er grübelte und sann, ohne recht zu wissen, was. Was ! ihm eben einfiel, das flüchtete so rasch wieder, daß er es gar nickt recht erzas- : sen konnte. Und plötzlich rückte er das Essen fort, zur Mitte des Tisches bin; er empfand plötzlich einen Ekel vor dem Css..m, er mochte nichts mehr. Er saß wieder eine Weile ruhig da. Eine geraume Weile. Dann sprang er auf und lief mit hastigen, großen Schritten ; bin und her. Das war doch nicht zum ' Aushalten, so ein verflixtes Alleini sein! Aber das 5erumlauf:n nutzte auch : nichts. Seine Schritte dröhnten ducch ' die Stube und machten die Stille, die sonst allenthalben herrschte, nur um so ! bemerkbarer. Mit einem Lau: des ties- ' sten Aergers sank er wieder auf die I Wandbank nieder. Er konnte ja in's ! Wirthhaus gehen, wenn ihm schon dies Alleinsein gar nicht paßte, aber was ; tbat er dort? Sollte er sich von den ! Leuten dort angaffen lassen und denen ! in's Gesicht sehen, die ihn haßten und ! ihm nun anthaten, was sie tonnten?! i Das wäre das rechte, ja! Er pfiff leise vor sich hin. dann lauter und lauter, und brach mit einemmal wieder ab. ; Das war ja gerade, als müsse er ein Getöse machen, weil er sich vor dem ! Alleinsein mit sich selber sürchtete. Nun ! schwieg er, saß still und ließ seinen Ge- ! danken freien Lauf. Neugierig war : er, was die Botin, die Pükringerin. sagen würde. Sie mußte bald kom- ! men jetzt; dunkle Schatten begannen in ! die Stube zu schweben und machten sie grau und dämmerig; der Abend san! i schnell hernieder. (Fortsetzung folgt.) m In Norwegen ha! die Frau siegreich ihren Einzug- in's aka- , demische Leben gehalten. D Unwtt l sität in Christiania ernannte das Frl. Christine Bonneoie zum Conservator des Zootomischen Museums der Universität. womit zum ersten Male eine Dame feste Anstellung an der Univer- ; sität erhält. Es war eine ganze Anzahl männlicher Bewerber für den Posten vorhanden, aber das akademi- ; sche Collegium entschied sich einstimmig für die genannte Dame, die von 'Professor G. . Sars in eingehender Be- ; gründung empfohlen worden war. Frl. Bonnevie hatte schon praktische ' Proben ihrer Tüchtigkeit abgelegt, da l sie den Posten des Eonservators seit einiger Zeit stelloertretungsweise ver- ! waltete. EingrausigerAuftritt ereignete sich in dem kleinen Orte Bourg - Saint - Andol bei Pires in 1 Frankreich. Ein Löwenbändiger zeigte dort in einem Käfig die Künste seiner i Thiere. Ein Fleischergeselle des Ortes i ging die Wette mit mehreren Personen ein. daß er mit dem Tkierbändiger in 1 den Käfig eintreten, daselbst eine Partie Karten spielen und eine Flasche Champagner trinken werde. Die Ankündigung dieses Wagestückes hatte die j Bewohner des Ortes massendaft in die ; Menagerie gelockt. Der Fleischer ging : mit dem Thierbändiger in den Löwenj käfig, wo sich drei Löwen befanden. Er spielte seine Kartenpartie, trank seinen Champagner und gab noch eine Romanze zu. "welche er mit voller ! Stimme vortug. Die Löwen ließen sich das gefallen und blieben ruhig. ! Aber der Fleischer hatte vor dem Ver1 lassen des Käfigs die übermüthige .Jdee. einem der Löwen den Rest des ! Champagners in die Nasenlöcher zu gießen. Das vertrug dieser nicht. Er stürzte wüthend auf den Fleischergesellen los. warf ihn so heftig zu Boden. , daß der Mann eine Schulter brach, und bearbeitete ihn dann mit seinen Tatzen. Mit Mühe wurde der Unglückliche, besinnungslos und blutüberströmt, dem wilden Thiere entrissen. Das Publikum drängte schreckerfüllt dem Ausgange zu. wobei zahlreiche Personen mehr oder minder schwere Verletzungen erlitten. ,
Täglicher Marktbericht, u ' 2 '
Pichmarkt. Indianapolis Union Biehhöfc, 2. Nov Rindvieh. Auserlesene bis prima Stiere, 1350 Pfd. und aufwärts $5.25 Gute bis mittlere Stiere 1350 Pfd. und aufwärts 4.60 Auserlesene bis prima Stiere 1150 bis 1300 5.;:, 5.25 Pfd ! Gute bis mittlere 1150 bis 1300 Pfd. Stiere.. .. 'Mittlere öis gute Sticre 900 bis 1100 Pfd.... i Gute bis gewählte Rinder, '.vcilllere bis ante Rinder. 4.(50 5.25 4.15 4.00 4.00 3.65 4.50 4.50 3.50 3.25 ! Gewöhnliche leichte Rinder 2.75 !Gute bis gewählte Kübe.. 3.50 Mittlere bis gute Kühe. . 3.00 Gewöhnliche alle Kühe.. 1.50 ! Kälber 5.00 ! Schwere Kälber 3.00 3.15 4.25 q i 5.25 4.00 3.65 3.15 40 25 ! Prima bis fancy Erport Bullen Gute bis gewählte Scyläch3.25 ter Bullen 3.25 I Gewöhnliche bis guteBullen 2.50 ' Gute Kühe mit Kalb $30 e:vohttIlcheKube mit Kalb 15 Schweine. I Gute bis gewählte, mittlere und schwere. . . . .$4.70 4.' 4.70 4.70 4.;o 4.50 4.35 wcmttchte u. Ichw. Paclmg 4.00 Gute bis gewählte leichte 4.60 Gewöhnliche leichte 4.53 Pigs 3.50 Roughs 4.00 Schafe. Gute bis gewählte Lämmer 4.25 Gewöhnliche bis mittlere 4.75 Lämmer Gute bis gewählte Sckafe 3.00 3.00 4.00 3.50 2.75 3.00 3.00 Ordinäre bis gute Schafe 2.25 Steckers .... 1.50 , Bocke, ver 100 Pfd 2.00 Früchte und (Ye.nüse. Früchte. CiRonen, $4.50 für 300360. Äevfel. $2-$3 per Faß. Feigen. 121c-15c. Bananen, 1.50-1.75 per Bunch. T aiteln. Pcrst'che 51c-6c per Pfund. olu?nusse. 3.50-4.W per Hundert. Trauben, (5oncord, 8 Pfund Korb, 13c; Telaware und Niagara, ßrate von 4 Körben, 12c Birnen, hiesige. 75c per Bufhel. (5ranbcrries :.25 per Bushcl (irate. Quiticn, $1.00 per Buihel. drangen, mcrikanische, $4.50 per Box. Gemüse. Kraut, 90c per Faß. Zwiebeln, - panische $1.50 per (5rate: rothe Globe 50c per Bufhel ; weiße Globe $2.0 per Faß. Gelbe Rüben, 75c per Tutzcnd Bun ches. Kartoffeln, $1.25 ver Faß; prima Burbanls und runde weiße 45c per Bufhel; zum Beriandt gevackt, 5c mehr. .uß!ar:ost'eln-Ierfey $2.5 per Faß. Baltimore $2.00 ver Faß. Sommer-(KeIkrv, 15c per kl. Bunch. Salat 50c ver Büschel. -vinett. 40c per Bufckel. Weiße Rüben 40c per Büschel. (Geschlachtetes Pieh. Frisches Rindfleisch Weltliche Stiere 6-7c; hiesige Stiere 8-c; hiesige Rinder 350 bis 500 Pfund 71c-7c; hienge Kühe 400 bis 550 Pfund 7c; Kühe 550 bis 650 Pfund 7c; Stier Vorderviertel 7c; Stier Hinterviertel 10c; Rind Hinterviertel 9c; Rind Vorderviertel 6c; Kuh Vorderviertel 5k; i Kuh Hinterviertel 8c. Frisckes Kalbfleisch Kälberte; Hin- ! terviertel 12k; Vorderviertel 8c. Frifches Schaffteifch Lämmer per '1'so. 81c; Schafe 7k; Schenkel 91c; , Racks, kurz. 16c. Frisches Schweinefleisch. Loins s4:c ! 10c ; (5ottage Schinken 8c ; gehäu- ; tele Schultern 7k. frische Schinken, 18 Psund im Turchfchnitt, 10c ; Tender- , loins 15c ; Spare Ribs 6c. (Geräuchertes Fleisch. Sugar Cured Schinken (?rite Cuali tät: 20-18 Pfund lOc; 15 Pfund 11c; 12-10 Pfund 11k; Zweite Qualität Pfund 10jc; 15 Pfund lOjc; 12 Pfund 11c; 10 Pfund 11c. CaltfornOche ännkcn 6 bis 8 Pfund 7:: 10 btS 12 Pfund 7?c; bis 14 Pfund. Frühstück Speck Klarer Englisch
! Eured 11c; gewählter Sugar Cured Folgendes sind die Preise für Wagen1 131c; 6-7 Pfund im Turchfchnitt 13c; ladungen : ! 8 bis 9 Pfund im Turchfchnitt 13c: Ungewaschene mittelmäßige Woll 1 10 bis 12 Pfund im Turchfchnitt 18cf; 19-2"c; feine Merino 15-1 7c; unge- ; 5 Pfund im Turchfchnitt, fchmal, 12c; , reinigte, von 3c bis 5c weniger; ubcrue ' 6 Pwnd im Turchfchnitt, schmal, lijc. waschene 28-30c. Sveck, Engl. Gewählter, 8 bis 10 ! Pfund im Durchschnitt, 13; 10 bis Kohlen. j 12 Pfund im Turchfchnitt, 12lc. Tmne MZome SpeckKlare Seiten, 50 bis 60 Pf. j Anthracite $7.00 3.65 ! im Turchfchnitt, 9äc; KlareSeiten. 30 ' Rauch!o''e 4 50 2.40 ! bis 40 Pfd. im Turchfchnitt, c: Klare Jackson 4.00 2.15 ! Seiten, 20 bis 30 Pfd., 10c; Klare Pitlsburg 4.00 2.15 i Bellies. 25 bis 30Pfd.,9c; 18 bis 22 Raymond Citn 4.00 2.15 Pfd., I0;14bi5 1'' Pfd., 10Hc; Klare Winifrcdc 4.00 2.15 Rücken. 20 bis 25 Pfd., 9c; Rücken 12 Kanawha 4.00 2.15 1 bis 16 Pfd., 94c; Klare Rücken 6 bis 9 Rührig 3.50 1.90 Pfd., 11c. . lBrazil Block 3.50 1.90 Schustern, Engl. Cured 10 bis 20 Green County 3.00 1.65 Pfund im Turchfchnitt 81c; 16 Pfund Jndiana Lump 3.00 1.65 ! im Durchschnitt. 8c; 10 bis 12 Nsund Stack 2.00 1.15 ,8fc Bloßburg 5.00 2.65 Gepöckelte Schweinefleisch, Knochen- Lump Coke 11c per Bush. K2.75 per m r r. cm . . . m . . ä,. m J
loics ancy Ptg jfiy.oo; Klares Vean 19.00; Family 17.50; Short Clear 16.00; Rumpf 15.50.
f ct, lic; Außekfetten Linien-
feiten 131c; Knöcbel 13c. Schmalz, in Ticrces, 1. Qualltät Bhl 2. Qualität Sßcz 3. Qualität Würste . Geräucherte Bratwurst 8c; Frankfurter 8c; Wienerwucst 8c; Knackwurst 8c; Bologna in Tärm'N 6zc, in Tuch 6c. Butter, Eier und weflügel. 5?ändler befahlen folgende Preise : Butter, frische. 11c Eier, 16c ver Dutzend. Hühner flfc, SpringChickens 6kPfb. Türken Hennen 7c, jun.ie Hähne 71. alte Hähne 5c; ßnien 6-8c; Gänse wer den verkaust zu 3.75-1.5 vor ?d. (Setreidc. ??ei!5N-??N 9 rother 7A nuf hit ü "v , i i. i. WM Geleisen, 74c von der Mühle ; Na. 3 rother 7o - 72c; Qklober 73c aus den Geleisen: Wagenweizen 73c. Korn-No. 1 weiß 37c; No. 2 weiß 37c; No. 3 weiß 37c; No. 4 w?iß 33-36.U; No. 2 weiß gemischt 3C4c; No. 3 weiß gemischt 364c; No. 4 weiß gemischt 321-34 4c; No. 2 gelb ZOZez No. 3 gelb 56s; No. 4 gelb 32 ,-34; No. 2 gemischt 36!c; No. 3 gemischt Mr, No. 4 gemischt 32-34 k; an Kolben 34c. Hafer-No. 2 weißer 24 4c; No. 3 weißer 23k; No. 2 gemischter 22j; No. 3 gemischter Sie 5eu-altes No. 1 Timothy 12.5013.00 No. 2 Timothy 11.00-12.00. Kaffee. Folgendes sind die Jndianapoli Prciie : Gewöbnl. bis guter 12c-18c; prima bis gewählter 20-22c. Fancy 26-27c; Golden Rio 23-26; Java 28-31:. In Packe ten: Vifofa $12.75, Lion 11.75, Jersev 18.26, (faracsls 13.25, Dillworth'S 13.25, Tutch )ava Blend 16.00. ?cul Pouch 12.25, Gates BlenÖeö Java 11.75. (tfroecrice. Zucker Tominocs H.32;: Snickzucker 6.47 ; pulversiner 6.17c; 583 pul verinrter 0.22c; Standard granulirter 6.07c; feiner granulincr 6.07c; granu lirter in 5 Pfund Säcken 6.17c; granu lirter in 5 Pfund Cartons 6.17c; extra feiner aranulirter 6.17c; Cubes 6.22c; Mold 6.22c; Confectioners' A 5.. 87c; 1 Columbia A-Keystonc A .567c; 2 Wind''orA-American A 5.62c; 3 Ridge wood A-Ccnlennial U. 5.67c; 4 Phönix A-Cal:fornia A 5.62c; 5 Empire AFranllin B 5.57c; 6 Ideal Extra Golden C-Kevnone B 5.52c: 7 Winofcr Extra C -American B 5.42c: 8 Ridg-. wood exira C-Centennial B 5.22c; 9 gelber erlra C-California B 5.17c; IC gelber C-Franklin erlra C 6.12c; 11 gelber-Keyüone extra C. 6.17c; 12' gelber-American enra (5 6.12c; 13 gel ber-(5entennial extra C 5.12c; 14 gelber -California extra C 5.12c; 15 gelber 5.12c: 16 gelber 5.02c. Einnemackte Früchte Blackberries, 3 Nlnd. $1.10; Peaclks Stand. 3 Pf., $2-2.25: Seconds 3 Pfund $1.50 $1.65; Pie $1.40-1.50; Ananas, Zlndard, 2 Pfund. $1.65-1.90; Seeonds, 3 Pfund. $1.25-1.45; grüne Bohnen, 3 Pfund Kannen. $1; Bahama Ananas $1.90-2.25; Gesiebte Erbsen $1.10-$1.75; frühe Iunt $1-1.25. Marrom 95c, eingeweichte 55c 80c; Tomatoes, 3 Pfund, 85c-$1.00;Zucker korn 80c $1.40; Apfelbutter, per Dutzend. 3 Pfund, 95c. Safe. Engros- Verkaufspreise, Jmportirtrr Schweizerkäfe 27c per Pfund; einheimischer Schweizerkäse 17c; Wisconsin Cream Käse 10c-12c; ?!ew York Cheddars 12k; einheimischer Limburger 12c; Brief 13c. Sämereien. Kausvrcise: Kleesamen, Rother, $l-$5.00; englischer, je nach Qualität $4-5.00; AIsyke 5-7.00; Alsalfa 5.50-6.00 per Bushel. Timothy $1.30-$1.40. Tctail-Preise : Kleesamen, alter, prima, $5.50; ! euer $5.00-6.50. Ä.lmotyy, gewählter $2.25; prima $2.00-2.10. Blue Gras, Fancy Kcntucky $1.20 per 12!uu)el; exira reines t)0-6oc per Bu'yel. Wolle. 25 Bushel. $1.50 per 12z Bushel. Zerkleinerter Coke 13e perBu. 53.25
per 25 Bu. $1.75 per 12Mu.
