Indiana Tribüne, Volume 22, Number 123, Indianapolis, Marion County, 22 January 1899 — Page 3
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Vornan von Llrihnr Zapp. (2. Fortsetzung.) Er beugte sich zu ihr hinüber und suchte ihrem Blick zu begegnen. Aber sie hielt ihr Gesichtchcn ganz gesenkt und antwortete nicht. Auch der junge Mann wagte nicht, seine Frage zu wiederholen und in dem angeschlagenen Zzvt fortzufahren, und so schritten sie eine Weile schweigend nebeneinander. .Harrn Bradley entschädigte sich für die mangelnde Unterhaltung durch den 'Anbli.t ihres anmuthiaen Profils, ihres starken Blondhaares und des Nackens, Im ihm die gesenkte Haltung ihres Köpfchens und der Ausschnitt ih. rer Sommeröluse enthüllte. Ihre Figur war klein und zart und fie sah fast noch wie ein Kind aus, obgleich sie, wi: er wußte, vor Kurzem ihr achtzehntes Jahr vollende! hatte. Ein Seufzer, den seine Begleiterin ausstieb, erregte die Aufmerksamkeil 'des jungen Mannes. Was haben Sie, Fräulein Gretchen? fragte er theilnahmvoll. Sie erhob ihr Gesicht zu ihm; ihre Augen schimmerten feucht. Ich bin so traurig, Herr Bradley. Traurig? Weil Ihr Papa .. . Sie nickte. Ja, weil Papa nun in den Krieg TOufc. Und Mama und ich bleiben ganz allein. Ach, Herr Bradley, Sie können glücklich sein, von Ihrer Familie geht niemand in den Krieg. Herr Bradley blickte nichts weniger als zufrieden drein. Im Gegentheil, seine Augenbrauen waren dicht aneindergerückt. Seine Augen sahen starr, in seinen Zügen drückte sich eine toe'rn liche Empfindung aus. Seine Lippen -preßten sich fest aufeinander. Nun öffneten sie sich ein wenig, um den zwischen den Zähnen hindurchzischenden Worten Raum zu geben: Ich schäme mich vor Ihnen, Fräulein Gretchen. Sie schämen sich? In des jungen Mädchens Mienen malte sich verständnißloses Erstaunen. Ich verstehe Sie nicht, Herr Bradley. Begreifen Sie denn nicht, daß ich Ihre Worte, als einen Vorwurf empfinden mr.ß, Fräulein Gretchen? AI einen Vorwurf? Jawohl, Fräulein Gretchen. Ihr Ipapa ist über zwanzig Jahre älter als ich und ist doch eigentlich so zu sagin ein Fremder, und ich bin jung und bin geborener Amerikaner und bleibe zu Hause, während die andern alle Dunkle Gluth schoß dem Sprechenden ins Gesicht; Schmerz und Scham zuckten um die trotzig aufgeworfenen Lippen. Sie müssen mich nicht für feig halitn, Fräulein Gretchen, begann er icn neuem. Wahrhaftig, ich ginge ja o Zern mit. Es ist allein der strenge Wille meines Vaters, der mich bisher zurückgehalten hat, mich zu melden. Als einziger Sohn, sagt er, dürfe ich mich nicht den Wechselfällen des Krieges aussetzen. Harry Bradley athmete heftig; seine Mgendschlanke Gestalt reckte sich straff in die Höhe, seine Hände ballten sich und seine Augen blitzten voll Trotz und Muth. Ich weiß nicht, stieß er .ungestüm hervor, ich weiß nicht, ob ich es aushal itn werde, hier zu bleiben, wenn ich die andern ausrücken sehe, und ob ich nicht heimlich Heimlich? Das junge Mädchen blickte ganz verstört zu ihm auf. Ihr Gesicht war ganz blaß geworden. Sie werden doch nicht, Herr Bradley! Warum sollte ich nicht, Fräulein 3retchen? Sie schluckte und würgte. Das dürfen Sie nicht thun, Herr Bradley. erklärte sie eifrig, und das Alut schoß ihr wieder in die Wangen. Sie würden sich doch damit gegen ihren Vater versündigen. Aber Sie. Fräulein Gretchen. Sie werden mich verachten, wenn ich bleibe. Ich? Gar nicht. Wieso denn? Ganz gewiß nicht. Sie sind ja doch noch so jung. Aber nicht so jung, um zu Hause bleiben zu dürfen, wenn Männer wie Ihr Vater in den Krieg ziehen. Das müssen Sie doch selbst sagen. Fräulein Gretchen. Sie antwortete nicht, sondern blickte schweigend vor sich hin. In ihrem Mienenspiel drückte sich eine lebhafte innere Bewegung aus. Ihre Augen blitzten, ihre Lippen öffneten sich und schlössen sich wieder, ohne einen Laut hervorzubringen; ihre Brust hob und senkte sich heftig, ihre Finger zuckten nervös und ariffen an ihrem Rock hin und her. Plötzlich richtete sie ihren flimmernden Blick auf ihn und sagte mit einer gewissen krampfhaften Entschiedenheit: Das sage ich gar nicht, ganz und gar nicht, Herr Bradley. Seinen Eltern muß man gehorchen, und heimlich, gegen den Willen Ihres Vaters davonzulaufen, wäre nicht schön von Ihnen, Herr Bradley, gewiß. Und alle Männer können doch auch nicht in den Krieg. Was sollte benn aus uns Frauen werden? Mama und ich, wir werden ganz, ganz verlassen sein, wenn sie nun aUt alle fortziehen in diesen garstigen, häßlichen Krieg. Von seinem Gesicht war ganz der unzufriedene, finstere Ausdruck von vorher gewichen. Ein Strahlen und Leuchten ging von seinen Augen aus; seine Stimme hatte fast einen jauchzenim Ton. Sie würden es also lieber sehen, Fräulein Gretchen, wenn ich hier bliebe? Sie antwortete nicht, sondern deutete cus daS Haus, vor dem sie jetzt angelangt waren. Ich bin am Ziel, Herr Bradley, sagte
sie hastig. Adkeu und besten Dank für Jhre freundliche Begleitung. Sie nickte und war vor ihm Hinwez und in das Haus hinein, ehe er sich noch zu einer Geg:nrede oder zu einer Handlung aufgerafft hatte.
3. Auch Mister Äradlcy bekunoeie ;. nen Patriotismus. Er steuerte zu den Sammlungen, die 'in allen großen Städten der Union zur Beschaffung eines Privatfonds für Kriegs- und Sanitätszwecke stattfanden, im Namen der Firma eine sehr respectvolle Summe. Daß er noch ein übriges that und das ganze Officiercorps des De Kalb-Re-giments am Tage vor dem Aufmarsch zu einem opulenten Abschiedsmahl einlud, geschah auf Anregung seiner Tochter Carrie, die seit dem schon vor Jahren erfolgten Tode Mistreß Bradleys dem Hauswesen vorstand. Den Ehrenplatz rechts neben der Tochter des Hauses hatte Oberst von Galis inne. Der Officier fragte sich im Stillen, ob das nicht alles ein Traum sei. Vor wenigen Wochen noch in den Diensten des reichen Kaufmanns an unterster Stelle, heute der geehrteste Gast an seiner opulenten Tafel! Wahrlich. ein so jäher Wechsel der Verhältnisse war nur in diesem Wunderlande Amerika möglich! Freilich. Miß Bradley ließ ihm wenig Muße, seinen Gedanken nachzuhängen. Mit dem Eifer und dem Verständniß der gebildeten Amerikanerin, die sich auch für die politischen Verhältnisse ihres Vaterlandes interessirt. erkündigte sie sich nach dem Voraussichtlichen Verlauf des Krieges. Oberst Galis setzte ihr mit der Gründlichkeit des Fachmannes seine Ansichten auseinander. Der erste Theil des Feldzugs werde sich im Staate Virginia, auf dem Terrain zwischen der BundesHauptstadt Washington und dem Regierungssitz der Conföderirten, Rich mond, abspielen. Hinsichtlich der Dauer des Krieges lasse sich nur sagen, daß dieselbe aller Wahrscheinlichkeit nach eine ziemlich lange sein würde. Unter zwei oder drei Jahren würde man nicht davonkommen. Um so anerkennenswerther ist es, bemerkte Carrie Bradley, daß Sie. Oberst, und so viele Ihrer Landsleute so bereitwillig ihre Kräfte und ihr Leben der Union zur Verfügung stellen. Was mich betrifft. Miß Bradley. lehnte der Oberst das Lob ab, so ist das meinerseits kein Verdienst. Ich bin froh, daß sich mir eine Gelegenheit bietet, wieder zu meinem eigentllchcn Beruf zurückkehren zu können. Ich bin immer Soldat mit Le:b und Seele geWesen und den Krieg betrachte ich als mein eigentliches Lebenselement. Anders steht die Sache allerdings bei vielen andern meiner Landsleute, so zum Beispiel bei Mister Henning. Als Ingenieur ist er ja eigentlich ein Mann des Friedens, und wenn er nun Labo ratonum und Fabrik tin Stich laßt, um dem Aufruf Lincolns zu folgen, so geschieht das sicherlich aus rein idealen Motiven. Miß Bradleys Blicke richteten sich nach dem untern Ende der Tafel, wo neben ihrem Vater der erste Zeichner und Constructeur der Firma George C. Bradley seinen Platz hatte. Ein leises Roth trat ln ihre Wangen; über ihr schmales, sein aezeichnetes Gesicht mit dem geistig belebten Ausdruck glitt ein warmer Schimmer. O. ich finde es bewundernswerth von euch Deutschen, Oberst, sagte sie, daß ihr so ideal zu empfinden vermögt und daß ihr für das fremdeLand, das euch nur Gastfreundschaft gewährt,' euer Leben hinzugeben bereit seid. Viele Amerikaner konnten sich an euch Deutschen ein Beispiel nehmen. Wenn ich ein Mann wäre, mich hielte nichts zurück, ich könnte es nicht ertragen, mich als Eingeborenen von den Adoptlvsohnen meines Vaterlandes an Patriotismus übertreffen zu lassen. -Zur Linken der Sprecherin saß Joshua Cunningham. der Prokurist der Firma George C. Bradley. Der Kaufmann mit dem biblischen Vornamen war ein Mann von fünsunddreißig Jahren, aber der gelbliche matte Teint des magern knochigen Gesichts, das m ein merkwürdig spitzes Kinn auslief, in Verbindung mit der schlottrigen Haltung der langaufgeschossenen schmalbrüstigen Gestalt und dem dünnen. an den Schläfen schon weit zurücktretenden Haar, ließen ihn älter erscheinen. Joshua Cunningham rückte etwas unbehaglich auf seinem Stuhl. Die mit erhobener Stimme gesprochenen Worte seiner schönen Nachbarin klangen fast wie ein Vorwurf, den er nicht unerwldert lassen Ivollte. Sie vergessen. Miß Bradley, nahm er das Wort, daß sich der. Patriotin mus auch anders bethätigen kann, als daß man zur Muskete greift, die man nicht zu hundhaben versteht, und in der Armee mitläuft. Ich bin der Ansicht, daß der Kaufmann seinem Vaterlande viel besser dadurch dient, daß er seine Geschäfte betreibt, seineSteuern bezahlt und noch ein übriges von seinem Gewinn dem Staate zur Verfügung stellt. Ein Krieg kostet Geld, Miß Bradley. sehr viel Geld. Habe ich nicht recht, Oberst von Galis? Gewiß! bestätigte der Oberst etwas steif und kalt, denn der Procurist der Firma war ihm immer ein höchst unsympathischer Mensch gewesen. Unser Krieg wird ganz außerordentliche Summen kosten, fuhr Joshua Cunningham. von dem geheimen Verlangen getrieben, sich in den Augen seiner schönen Nachbarin, der Erbin seines reichen Principals, zu rechtfertigen, fort. Bei uns in Amerika hat alleS riesige Dimensionen. Wir werden einen Krieg haben, wie ihn die moderne Welt noch nicht gesehen hat. Unser Staatenbund ist satt so groß wie ganz Europa. Nun denken Sie, welch einen
riesigen Kriegsschauplatz wir habei werden und welche Armeen nöthig sein werden, auf ihm zu operiren. - Bei den 375.000 Soldaten, die der Präsident aufgerufen hat, wird es nicht bleiben. Es werden noch weitere Hunderttausende ins Feld rücken müj' sen. . . Ein Zucken von Gerinaschäung
spielte um Carrie Bradleys MundWinkel und während ihre braunen Augen von Spottlust blitzten, warf sie un: Und da, meinen Sie, müsse man sich für das Vaterland in Reserve halten? Joshua Cunnigham war ein Mann von kluger, kühler Ueberlegung. und so gestattete er seinem Aerger keinen , verletzenden Ausdruck. Ich meine, erwiderte er ruhig, sich mit verbindlichem Lächeln seiner Nachbarin zuwendend, als seien ihre Worte (her ein Compliment für ihn gewesen als eine Malice, wir als Kaufleute sorgen dafür, daß Geld zum Kriegführen da ist. das Kriegführen selbst überlassen wir er trieb die Liebenswürdigkeit sogar soweit, sich gegen den Oberst zu verneigen den Herren Soldaten, die das besser verstehen, als wir wassenunkundige Kaufleute. Jeder an seinem Platze nütze dem bedrängten Vaterlande. Der Sprechende legte ein tönendes Pathos in seine Stimme und seine nüchternen grauen Augen bemühten sich etwas wie Begeisterung zu strahlen. Dann griff er zu seinem Weinglase, und es lag wohl eine geheime Absicht darin, daß er es gegen Harry Bradley erhob und diesem zutrank. Sicherlich wollte er seine Nachbarin aus ihren Bruder hinweisen, der ja auch im schlichten bürgerlichen Beruf blieb, während die andern ins Feld zogen. Wenn Joshua Cunnigham gesehen hätte, wie spöttisch die Augen seiner Nachbarin während diese? demonstrativen Handlung blitzten und wie sie nun zu Harry mit einem ganz andern Ausdruck hinblickte, strahlend und ihm im Stillen EinVerständniß zunickend es hätte ihm zu denken gegeben. Auch das Gespräch zwischen dem Hausherrn und seinem ehemaligen J,lgenieur an dem untern Ende der Tafel drehte sich um denselben Gegenstand. Ich begreife Sie nicht, Mister Henning. sagte Mr. Bradley leise zu seinem Nachbar, wie Sie so leichten Herzens Ihren Beruf, Ihre Stellung und Ihre Privatarbeiten aufgeben konnten. An Ihrer Stelle hätte ich. das Soldatwerden den andern überlassen,die nichts Gescheites verstehen, den armen Teufeln, die Handgeld nehmen und sich anwerben lassen, um zu ein paar Dollars zu kommen, die sie auf andere Weise nicht verdienen können. Ich bedaure Ihren Entschluß um Ihretwillen und auch in meinem Interesse. In Ihrem Interesse. Mister Brad ley? fragte der junge Mann erstaunt. Ja. Ich werde Sie sehr vermissen im Geschäft. Ich hätte Sie grade jetzt so nöthig gebraucht. Jetzt, wo Sie doch infolge des Krieges den Betrieb werden sehr einschränken müssen? Sie irren, Mister Henning, erklärte der Kaufmann überlegen. Der Krieg gibt im Gegentheil dem Geschäft neue Impulse. Freilich, die Fabrikation landwirthschaftlicher Maschinen wer den wir vorläufig nicht mehr so lebhast betreiben können wie bisher, dagegen werden wir Gewehre und Säbel fabriciren.' Der junge Mann sah seinen ehemallgen Chef erstaunt an. Ja, werden Sie denn das können, Mister Bradley? Wir werden es lernen, Mister Henning. Ein tüchtiger Kaufmann paß! sich den Zeitverhältnisien an. Ich hatte die Absicht, Sie nach Europa zu senden. Sie sollten dort die Gewehrfabrikation studiren und die erfordernchen Maschinen herüberbringen. Ich hätte JhnenZulage gewährt und Ihnen außerdem Tantiemen bewilligt. Sie sind kein Kaufmann, Mister Henning, sonst wüßten Sie,daß sichs überall ver, dienen läßt, auch im Kriege, man muß den rechten kaufmännischen Blick haben. Dietrich Henning zuckte mit den Achseln. Mister Bradley strich sich behaglich daS Kinn, unter dem ein schmaler Bart wuchs, der an den Rändern der beiden Backen, diese selbst freilassend, entlang lief. Lächelnde Selbstzufriedenheit glitzerte in den kleinen schlauen Augen des Kaufmannes. Der echte Geschäftsmann nimmt je den Prosit wahr, fuhr er gut gelaunt fort, unter dem Einfluß des genossenen Weines redseliger als sonst: sobald er nur eine Gelegenheit wittert, ein 3e schäft zu machen. Als vor Monaten die ersten Zerwürfnisse mit dem Süden begannen, als Süd-Carolina, Missis sivpi, Florida, Alabama ihren Austritt ai'.s der Union erklärten, und als dann die andern Südstoten folgten, wissen Sie. waS ich da tht? Nun? Die Spekulation schlägt zwar nicht in mein eigentliches Fach, aber es wäre doch gradezu eine Sünde gewesen, sich den Gewinn entgehen zu lassen. Ich sagte mir nämlich: der Streit mit dem Süden legt sür kürzere oder längere Zeit den Baumwollhandel brach, denn der Krieg unterbricht die Verbindung zwischen Nord und Süd und der letztere kann seine Waaren nicht exPorti ren. Ich sandte also nach allen grö ßern Plänen des Südens Agenten, die alle Baumwollwaaren aufkaufen mußten, deren sie nur irgend habhast werden konnten. Sie sollen mal sehen, wie die Nachfrage hier und in Europa steigen wird und wie' die Preise sürVaumwolle in die Höhe schnellen werden, je höher, je länger der Krieg dauern wird. Ich sage Ihnen, wenn der .Krieg nur ein Jahr anhält, muß mir diese kleine PrivatspeculationHunderttausende einbringen. : ES waren ehr gemischte Empsin
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düngen, mit denen der junge Deutsche seinen ehemaligen Principal von der Seite ans.ih.' und es war nicht grade Lewunderu' g, mit der ihn die osfenherzige Mittheilung des Kaufmanns erfüllte, der den Krieg allein von dem Standpunkte des Geschäftsmannes anzusehen schien und der mit kühlem Scharfsinn seinePrivatinteressen wahrnahm, während andern das Herz oc geistert pochte bei den großen politischen Fragen der Zeit. Mister Bradley belohnte sich mit einem trefen Zug aus dem vor ihm siehenden Glase und nahm von neuem das Wort. Wie gesagt, ich bedaure, daß Sie mir nun fehlen, und ich bin sicher, Sie hätten sich nicht schlechter gestanden, wenn Sie bei mir geblieben wären, selbst für den Fall, daß Sie schnell avanciren und das allerdings von unserer Regierung sehr nobel bemessene Gehalt eines Stabsosficiers beziehen. Dem jungen Deutschen schoß helle Gluth ins Gesicht. Sie irren, Mister Bradley. sagte er empfindlich, wenn Sie glauben, daß der Geldpunkt für mich maßgebend g,e Wesen ist. Nicht? Der Kaufmann sah seinen. Nachbar verwundert von der Seite cm. Nicht? Was denn sonst. Mister Heuning? , Einsach mein Gefühl, das mir sagt, es sei meine Pflicht, mich dem Ruf des Präsidenten nicht zu entziehen. Es har delt sich um den Bestand der Union, um die Existenz der Ver. Staaten, Mister Bradley. Und darum riskiren Sie Ihren Hals? rief der Kaufmann immer erstaunter. Sie als Fremder? Ich bin seit zwölf Jahren im Lande, Mister Bradley. erwiderte der Deutsche mit Wärme. Ich habe den Schutz und die Gastfreundschaft der Ver. Staaten genossen und eine angenehme Existenz hier gefunden trab bedachte Amerika als mein zweites Vaterland. Ich habe also ein Interesse arc der Erhaltung d:t Union. Das haben wi? alle, Mister Hen ning. Deshalb aber braucht man sich doch nicht der Gesahr auszuseken, von irgend einem Rebellenlümmel über den Haufen oder zum Krüppel geschossen zu werden. Ich sollte meinen, Sie sind zu schade zum Kanonenfutter. Das ist gut für arme Teufels die ohnehin ihr Leben nicht fristen können. Wir aber, die wir besseres verstehen, wir wollen zwar den Krieg bezahlen,, aber wir wollen ihn nicht selbst ausfechten. . . Apropos, Mister Henning was sind denn das für Experimente an denen Sie so fleißZa, arbeiten? Carrie erzählte mir, daß Sie während der letzten Wochen fast jede Nacht in Ihrem Laboratorium durchwacht haben. Auf der Stirn des Deutschur erschien eine Wolke und trüber Schatten glitt über sein Gesicht. Ich habe geglaubt, eme Arbeit, d mich schon seit Jahr und Tag be schästigt, zum Abschluß bringen zu können. Leider ist mir .das nicht gelungen. Eine Arbeit? sragte der Kaufmann interessirt. Auf des jungen Mannes von vielen Nachtwachen blassen Wangen, flammte eine Rothe auf. Es ist eine Idee eine eine Erfindung, antwortete er stammelnd vor Verlegenheit. Mister Bradley ruckte lebhaft aus seinem Stuhl und drehte sich ganz zu seinem Nachbar herum. Er blickte ihn forschend und kopfschüttelnd an. Und davon sprechen Sie mir erst jetzt? Dietrich Henning formte mit seiner Rechten Brotkügelchen und heftete dabei seinen Blick auf den vor ihm stehenden Teller. Ich wollte Sie nicht mit meinen VorUntersuchungen, mit der unfertigen Idee behelligen, entschuldigte er sich. Vielleicht ließ sich der Gedanke überHaupt nicht realisiren. Ich wollte erst ein zufriedenstellendes Resultat vor mir haben, ehe ich überhaupt zu jemand davon sprach. Und nun? unterbrach Bradley. und seinen funkelnden Augen, der dunkeln Röthe seines Gesichts und der vornübergeneigten Haltung seines Körpers sah man die Spannung an, von der er beherrscht wurde. Und nun sehlt mir nur noch der letzte Schluß eigentlich eine Kleinigkeit, ohne die aber die praktische Verwendbarkeit meiner Erfindung in Frage gestellt wird. Der Kaufmann schlang seine Finger ineinander. Und Sie wollen nun Ihr unsertiges Werk im Stich lassen? Der Gefragte antwortete mit einem Seufzer, der ihm aus tiefer Brust herausftieg. Ich muß wohl, sagte er, da die höhere, dringendere Pflicht mich abruft. Mister Bradley konnte sich nicht fas. sen vor Erstaunen und vor Unwillen. Aber er hatte doch soviel Selbstbeherrschung, daß er', um nicht die Aufmerkkeit der. andern zu erregen, jedes in die Augen fallende Zeichen der ihn verzehrenoenUngeduld, Neugierde undSpannung unterdrückte und mit halblauter Stimme weitersprach. Und wenn nun Ihre Arbeit, daS Resultat mühsamer Forschungen und vielleicht jahrelangen Nachdenkens, verloren geht? Sie sind ein Mann, Mister Henning, und als solcher müssen Sie doch mit der Möglichkeit rechnen, daß Sie nun ja. möglich ist eben alles, daß Sie von diesem Kriege nicht mehr zurückkehren. Dietrich Henning lächelte. Diese Möglichkeit ist gewiß nicht ausgeschlossen, Mister Bradley, antroortete er, und sie schreckt mich durchauö nicht. Der Sprechende strich sich mit der Hand über die Stirn und sein Ge
sicht nahm einen tiefernsten Ausdruck an. Nur der Gedanke, daß meine Idee, das, was mir nach dielen vergeblichen Versuchen bereits geglückt ist. ungenützt bleiben soll, ist mir. unerträglich. Ich habe meine Idee, mit der so viele schwere Stunden muthloser Enttäuschung und so diele erhebende Momente verknüpft sind, zu lieb, als daß ich wünschen möchte, sie solle zugleich mit mir zu Grunde gehen. Und deshalb
.hatte ,ch. wenn Sie. Mister Bradley. mir die Gunst erweisen wollen, Ihnen gern meine Idee erläutert. Ich habe eine ganz eingehende Erklärung deS von mir construirten Apparates niedergeschrieben und die. dazu nöthigen Zeichnungen gemacht.' Am liebsten aber würde ich Ihnen den Apparat gern selbst vorführen, wenn es Sie interessirt ein halbes Stündchen würde wohl genügen Aber gewiß, mein lieber Mister Henning. Die Augen des Kaufmanns funkelten wie die eines Luchses, der eine Beute wittert. Gewiß interessin mich die Sache. Um was handeU es sich denn? Um ein? Neuerung beim Gebrauch des Telegraphen. Aber ich erkläre das Ihnen wohl am besten? im meinem Laboratorium.. Mister Bradleys Wenn Sie mir nachher, nach dem Dinereine halbe Swnve widmen wollenSehx gern. Und nun vrr sind wir schon über den Braten: hinaus, und ich muß, nun .wohl einen kleinen .Speech- zur. Begrüßung, meiner. Gäsie vom Stapel, lassen. Um neun Uhr das Diner hatte. mn fünf, seinen: Anfang genommen brachen die Gäste, auf. Mister Brad. ley und Hennina7. gaben den Officieren: daS' Geleit in die Vorhalle. Miß. Carrie hielt Dietrich. Henning-, der ihr ja als Hausgenosse näher stand" als die anderen Herren., noch im; Gespräch, zurück. Für den. Fall, daß ich Sie' morgen in du Frühe, nicht mehr sehen sollte.. Mister Henning, sagte sie,, will ich Ihnen gleich jetzt Lebewohl sagend und: Ihnen meine besten Wünsche, mit. auf, den Weg geben.. Möge Sie.' der Gott, der Schlachten in seinenSchutz nehmen, und mögen Sie. in nicht zu langer Zeit gesund und unverletzt zu. uns. zurückkehren. Carrie Bradley war. nichts weniger als sentimental der Charakter, ihrer Gesichtszüge. deutete eher auf, einen energischen,, entschlossenen. Sinn: und aus einen durchgebildeten Verstanwhin aber daß sie in dieser Minute, unter dem Einfluß einer tiefen. Gemüthsbewegung stand, das verriethen, sowohl der Ton ihrer Stimme wie der feuch!e Glanz ihrer schönen, großen, braunen Augen. Ich danke.Jhnen, entgegnete. Dietrich Henning, und hielt die Hand., die. sie ihm gereicht, mit festem Druck, im der seinen. ' Zugleich nehmen Sie. meinen herzlichsten Dank sür. alle. Freundlichtat, die Sie mir erwiesen, haben;, seit ichdie Ehre habe, Sie zu. kennen.. O, Herr Henning,, sagte die junge Amerikanerin, indem sie sich dabei, der deutschen Sprache bediente, die sie ziemlich geläufig fprach, WaS das betrifft, fo bin ich Ihnen viel mehr Dank schuldig all Sie mir.. Sie. haben mich gelehrt Ihre schöne Muttersprache und haben viel Geduld, gehabt mit. mir, wenn ich nicht konnte immer, begreifen so schnell., als ich wohl woWe.- Und Sie können versichert sein,, daß, ich? nie vergessen werde die schönen. Stunden, die. wir gehabt haben,, als Sie mich einführten in den Geist, der Werke Ihrer großen Dichter. Ein Lächeln, halb schelmische halb vott Rührung, glitt, wie ein sonniger Schimmer über die Züge der Sprechen?den. während sie sortfuhr Und damit. Sie nicht vergessen mich,, will ich mir erlauben,. Ihnen eine lleine Arbeit, die ich selbst angefertigt habe, mit in den. Krieg zu geben. Und während der junge Mann, eine Bewegung freudigster UeberraschunA machte und während seine Augen leuchtend an jeder ihrer Gesten hingen, zog sie einen kleinen in Papier gewickelteu Gegenstand aus der Tasche ihreS Kleides. Es ist eine kleine, wie sagt man: Brieftasche, nicht wahr? Sie entfernte die Umhüllung und reichte ihm ein Portefeuille, dessen oberer Deckel mit einer Stickerei verziert war, die Dietrich Hennings Monogramm enthielt, und darüber zwei mit Goldfäden gestickte gekreuzte Säbel und danrutcr die Jahreszahl 1861. So oft Sie werden eintragen in die ses Büchlein das, was Sie erleben, werden Sie denken an mich. Das versprechen Sie mir, nicht wahr. Herr Henning? Der junge Deutsche war so bewegt, daß er nur stammelnd seinen Em pfindungen Ausdruck zu geben vermochte. O Miß Bradley. Sie Sie sind zu gütig. Auch ohne diese diese liebenswürdige Gabe würde ich Ihrer oft mit mit inniger Dankbarkeit gedacht haben. Er nahm das Portefeuille und betrachtete es mit flimmernden Augen, während eine Blutwelle heiß vom Herzen in ihm emporschoß bis zu den pochenden Schläfen hinauf. Seine Rechte, die -das Geschenk umfaßt hielt, machte eine unwillkürliche Bewegung in die Höhe, als wollte sie das Büchelchen zu den Lippen führen. Ab auf halbem Wege hielt die Hand an und rasch zwei Knöpfe seines blauen Waffenrocks öffnend. schob er das Portefeuille in die Brusttasche. ' Wie ein glückbringender Talisman soll mich Ihr Geschenk begleiten. Miß Bradley, sagte er und sah ihr, wie zu einem heiligen Gelübde, in die Au--gen. Dann wünschte ich. Herr Henning. entgegnete sie mit zuckenden MundwinIrin, daß tl auch die Kraft eines Ta-
NSmanS haben mochte, daß eö Sie behüte vor den Kugeln des Feindes. Sie reichte ihin noch einmal di: Hand. Und während er rasch die seine nach ihr ausstreckte, fühlte er. wie ein Tropfen heiß auf seine Finger fiel. Erfchrocken richtete er sich auf. Ihr Geficht war 'erblaßt, ihre Augen standen voll Thränen. Und nun fühl:e er plötzlich ihre beiden Hände auf seinen Schultern und während er sich unwillkürlich unter dem Druck ihrer Finger vornüberneigte, streiften ihre Lippen heiß seine Stirn. Wie ein elektrischer Schlag durchfuhr es den jungen Deutschen und er stand im ersten Augenblick wie betäubt. Als er recht zum Bewußtsein dessen, was ihm widerfahren, gekommen, war Carrie Bradley bereits von ihm hinweg. ' An der Schwelle zum Nachbarzimmer drehte sie sich noch einmal zu ihm um und grüßte' ihn noch einmal mit unter Thränen strahlenden AugM und mit einem letzten freundlichen Nicken ihres Hauptes. - Wie ein Träumender starrte er ihr nach;, als ihn plötzlich dle laute- Stim me Mr. Bradleys aus seiner VerzüöunF riß. Nun- Mister Henning, ich bin. be" reit. Kommen SieÜ Ich brennr vor Neugierde, Ihre Erfindung kennen zu. lernen
4. In dem Seitenflügel des- Bradlch--schen Hauses hatte Dietrich sein:Lkbo ratorium. eingerichtet:. Hier hatte: erden größten. Theil seinerr Mußestunden, zugebracht;, hier hatte er geweihte,, unvergeßliche Stunden verlebt. hierc die intensivenSeelenbewegungen des Schö pfers kennen gelernt, der bald in einem: Zustande.- unwiderstehlicher- Muthlasig? keit an feinem Erfolge verzweifelt.bald' unter seligem Schauern des Entzückens sein Wert gelingen sieht!. Auf einem einfachen, massiven Holztisch, stand ein Apparat;, derr wie ein. Uhrwerk aussah. Begierig? trat' Mr.. Bradley herzn und betrachtete mit Jli--teresse den nie gesehenen Gegenstands, freilich; ohne dessen Bedeutung und Zweck, zu errathen. Forschend, lauernd sah er. den Erfinder von der Seiten an. Meirich Henning stand) mitten in' dem mäßig' großen Raum:. Sein Gesicht war- erhitzt, seine.' Augen strahl ten merkwürdig verklärte Wie aus einem Traum fuhr er auf, als Mn. Bradley. jetzt: das Wort, an ihn richtete. Ist das die Erfindung;, von der Sie mir sprachen, Mister Henning? Der Gefragte strich mit der Hand' über die Augen und trat dann mii einer hastigen Bewegung an. den Tischs. Ja, jawohl, Wister Bradley, antwortete er. Das ist der Copirtelegraph, von dem ich .Ihnen sprach. Copirtelegraph? wiederholte der. Kaufmann und nahm den Apparat mit. erneutem Interesse in Augenschein.. Nach einer Weile schüttelte. mit dem: Kopf. Offen gestanden, Mister Hm ning, sagte er, ich weiß nicht, was Sie unter der Bezeichnung Copirtelegraph verstehen. Dietrich Henning befand sich in einer widerspruchsvollen Stimmung. Es lag etwas Lässiges, Träumerisches in seinem Wesen. Dabei herrschte in seiner Brust ein Ausruhr derGefühle, ein. verworrenes. Stürmen und Drängen,, und am liebsten wäre er allein gewesen,, um sich auf sein Sofa zu. strecken und um in der Stille alles, was sich in der. letzten Viertelstunde so überraschend. er eignet und ihn in einen förmlichen Taumel versetzt hatte., ruhig zu üb denken. Das Herz schlug, ihm so heftig.. daß, er glaubte. Mister Bradley müßte eä hären. Wie Feuer brannte ihm auf, der Stirn dieStelle. die Car-.-rie Bradley! mit ihren Lippen berührt hatten Und während das Blut in ihm siedete und seine Phantasie arbeitet während eine- jauchzend jubilirende Stimme in seinem Herzen ertönte, sollte er nüchterne technische Erilärungen geben. Mr. Bradley legte sich das Schwergen deS jungen Deutschen in seiner Weise aus. Er hielt ä für die Scheu des Erfinders sein werthvolles Gc heimui preiszugeben. Nun. Mister Hemnng mahnte er und seiitt Stirn legte sich in Falten. Echten Sie mir nicht, daß Sie mir Ihre Erfindung erklären wollten? Ja. ganz recht, Mister Bradley. gab der junge Mann zurück und betastete noch einmal liebkosend mit zwei Fingern die geweihte Stelle auf seiner Stirn; dann athmete er tief und bemühte sich, Herr seiner geheimen Gemüthsbewegung zu werden. Wenn Sie mich in Ihr Vertrauen ziehen wollen. Mister Henning, mahnte der Kaufmann abermals ungeduldig, so dürste es die höchste Zeit dazu fein. Sie haben es ja ohnedies bis zur letzten Minute aufgeschoben. ' Mr. Bradley sah seinen ehemaligen Angestellten mit einer Verzerrung seiner GesichtsrnuZleln an, die wohl ein Lächeln bedeuten sollte. ; Endlich raffte sich der Erfinder zu einer Erklärung auf. Ich hoffte von Tag zu Tag, sagte er, daß mir die rechte Idee kommen würde, meine Arbeit zum Abschluß zu bringen. Vergeblich ! Und so bleibt mir nichts übrig, als mein Werk unvollendet im Stich zu lassen. Und was bezweckt dieser Copirtelegraph? (Fortsetzung folgt.) Immer gemüthlich. Ein Berliner kehrt spät in der Nacht von einer schweren Sitzung in' das eheliche Schlafgemach zurück. .Jotte doch," klagt die Frau, schon zwee Uhr! Schämst Du Dir denn jar nich, daß es schon so spät is?" Awer Liese, hab' Dir doch nich so. Wäre ick zu Haus jeblieben, na, denn wär' et doch jetzt alkurat so spät.-
Kür dle Küche. FrkSzösische Geflügel s u p p Von zwei Hühnern schneidek man Kopf, Flügel und Füße ab. putzt' diese sehr sauber und setzt sie mit den Hühnermagen, Lebern, etwas Suppen--grün, einer halben Zwiebel. Salz und dem nöthigen Wasser zu rmd läßt die Suppe ungefähr eine Stunde kochen. Danach seiht man die Briifo klar in einen Topf, thut drei bis ' vier ge-' schälte und länglich geschnittene Kar. toffeln hinein, dann die gleichfalls sein geschnittenen Leber und Magen nebst dem von den Knochen gelösten Fleische. Sind die Kartoffel weich (zerfallen dürfen sie nicht) so schöpft man ein wenig von der Suppe ab, mischt sie mit einem nußgroßen Stück Butter, einigen Eßlöffeln voll gutem Rahm, ei nem Kochlöffel voll Mehl und verquirlt dies in die Suppe, so daß diese seimig wird, jedoch keine Knollen entstehen, und läßt Alles nochmals auskochen, die Suppe ist dann fertig und schmeckt sehr gut. GanSragout. Eine Gans wird,, wenn sie rein ausgenommen und oeputzt, ist, roh in Stücke geschnitten, gefalzen und in einer Bratpfanne in heißer Butter angeröstet. 2025 kleine Zwiebeln gibt mau dazu, staubt einige Löffel, voll Mehl auf die Stücke und gießt, sodann 2 Glas Weißwein, einige Löffel Fleischbrühe und gute Jus daran deckt, den Deckel zu und dämpft die Gans etwa: 1 1 Stunden, bis die Stückchen gut weich sind, worauf man sie. in eine Kasserolle legt, die Sauce dicklich einkocht und auf die Stückchen gibt Man richtet das Ragout auf einer. Platte an legt Blumenkohl, Rosenkohl etc. und geröstete Vrotwürfel chen um dasselbe und gibt es zu Tisch. T.heep uns ch. Man reibt das Gelbe von vier Citronen an Zucker ab, drückt, den Saft, der Citronen dazu, gießt eine Kanne ausgebrühten Thee durch ein Tuch m eine Pfanne, giebt den. Zucker, an welchem die Citronen abgerieben wurden (ungefähr 1 Pfund), nach Geschmack auch etwas mehr dazu, und gießt ein Gill Arak dazu. Nun deckt man die Pfanne zu und läßt den Punsch über raschem Feuer, bis er in's Sieden kommt, dann wird er sogleich angerichtet. (Am besten durch ein feines Sieb oder reines Tuch geseiht.) K.crlbsb-ratenpudding. Neun. Unzen Kalbsbratenreste werden fein verwiegt,, eine fein geschnittene Zwiebel, und ein Eßlöffel gehackte, Petersilie. in zwei Drittel Unzen Butter gedämpft und mit. einem Ei zu einem Rührei bereitet. Zwei Unzen Butter wird schaumig gerührt, zwei Eigelb, 1 Unze geriebenes Brot, das Fleisch, Rührei, etwas Parmesankäse, Salz und Pfeffer und zwei Eßlöffel Rahm gut vermischt, mit. dun Schnee von zwei Eiweiß unterzogen, in eine bestrichene und bestreute Blechform gefüllt und eine Stunde im Wasserbad gekocht. Man servirt eine pikante Sauce extra dazu. G.e.dämp ft.ewilde Ente. Ist die Ente gut vorgerichtet und ausgenommen, wobei man darauf zu achhat;, daß anr Steiß die beiden Drüsen gleich entfernt werden (durch welche die Ente den thranigen Geschmack erhält), so kocht man sie zunächst etwas fy. schäumt sie und gießt alsdann die erste Brühe ab. Dann umbindet man die. Ente.' mit feinen Speckscheiben, bratet: sie. mit allerhand Gewürz, wobei dann, nach und nach die abgegossene Brühe.' wieder zugenommen wird, falls sie nicht allzufehr wilderig schmecken sollte Ist letztens der Fall, so muß man das Fett de? Entenbrühe fortlas-. senJst nun die Ente braun und ziem ziemlich weich, so thut man in die Bratensauce etwas Citronenschale, etwas Essiss, sowie gebräuntes Mehl, und fügt, etwas Zucker und Rothwein hinzn. Die Ente läßt man in derselben noch eine Weile tüchtig ziehen. Einfache Bowle. Man schneidrt, wenn die Bowle Abends getrunken werden soll, des Morgens die Schale .einer großen Orange mit einem scharsen Messer sehr fein ab, daß nichts vom Weißen dazu kommt. Diese Schalen fetzt man mit etwa einem Pint kalten Wassers im fest zuaedeckten Trinkglas an und laßt sie bis Nachmittags 3 Uhr gehen. Hierauf mischt man Wein und Zucker und gießt nach und nach, immer wieder versuchend, das stark nach Orangen riechende Wasser zu. Bleibt nun dieBowle fest zugedeckt bis Abends stehen, fo wird der Wein ganz vom feinen, höchst aromatischen Geschmack des Extraktes durchdrungen. Muß die Sache eiliger gehen, so kann man, außer dem Wasser, auch noch ein paar Schalen vorübergehend in die Bowle werfen. Dies muß aber vorsichtig geschehen, weil sie bei längerem Darin-, bleiben einen bitteren Geschmack geben. We Schale einer Orange reicht für 8 fflaschen leichten Wein. Spanferkel, polnisch. Ein schönes junges Spanferkel wird ausgenommen, der Rückenknochen und die
Rippen herausgeschnitten und mit Sauerkraut gefüllt. Dieses Sauer kraut wird zuvor weich gedämpft und kleingewürfelter Speck recht braun ge röstet, mit feinen Wachholderbeeren darunter gemischt. Ist das Spanferkel gefüllt, so wird es zusammengenäht, in seine natürliche Form gebracht, Ohren und Schwänzchen inPapier gehüllt und 1$ 2 Stunden im Backofen gut gebraten und recht heiß zu Tisch argeben. Den Fond löst man ab und servirt ihn ertra dazu. Marinirter Rostbraten. Die gut beklopften Fleischschnitten werden einige Stünden in eine Marinade von Provenceröl, Citrontnsaft, Pfeffer, Salz und Wurzelwerk gelegt, dann auf, dem Rost oder in der Pfanne in ihrem eigenen Saft rasch gebraten, mit dem Fond (Bratenscch) aufgegeben und mli glacirtcn Kartösselchen garnir!. i
