Indiana Tribüne, Volume 21, Number 167, Indianapolis, Marion County, 6 March 1898 — Page 3

Mimen. Ein fröhlicher Roman von Wilhelm Hegclcr. (5. Fortsetzung.) Da nun das Dröhnen der Gong sie zum Essen rief, kehrten sie in's Hotel zurück. Nelly fuhr noch hinauf um Toilette zu machen. E vZÜrde sehr für ihren Geschmack sprechen' wenn sie .jetzt ein andres Kleid anzöge, dachte Peter. Aber Nelly Um in der schwarzen Kutte wieder, und ihr Erscheinen wirkte durchaus nicht als Sonnenaufgang auf ihn. Er war sehr schweigsam beim Essen, und ein Gespräch über die Verdorbenheit der Leipziger Jugend, in das ihn die alten Damen verwickeln wollten, kam nicht recht in Gang. Für den Nachmittag war ein Spaziergang nach einem Waldrestaurant geplant. Sobald die Zahlt d'hote beendet war, rüsteten sich die Damen zum Aufbruch. Wilde hätte gern noch eine Tasse Kaffee getrunken, ein Weilchen geruht, eine Cigarre geraucht. Aber den beiden alten Damen schien ein Marsch durch die Mittagshitze großen Genub zu versprechen. Fräulein Taube we nigstens sagte strahlend: Nun denken Sie nur. es sind zwanzig Grad im Schatten. Bei uns in Deutschland müßte man um diese Iahreszeit noch im Pelz gehen. Welch' ein gottgesegnetes Clia!" Der Weg ging an Weinöergen steil bergauf. Es war eine Hitze zum Umfallen. Peter verfluchte innerlich diesen ganzen verfehlten Tag. Nie in seinem Leben würde er wieder alte Bekanntschaften erneunn! Er ging mit Nelly voran. Nach einer Stunde Kletterns nahm kühler Wald sie auf. Große Buchen breiteten ihre mächtlgen Aeste aus, unter deren glatter Rinde der Saft des Frühlings gahrte und quoll, die mit Millionen durchsichtiger Blättchen behängt waren. w!e mit kleinen Wimpeln. Unwillkürlich schauten die beiden zurück. Da lag der See, die Stadt, die im Sonnenglanz sich nur ganz schattenhaft erhob. Der Lärm der Menschen, der dumpfe Wacnungsruf der elektrischen Bahn klangen zu ihnen herauf. Dann aber wurde alles still. Die alten Jungfern hatten sie aus dem Gesicht verloren. Eine andre Sprache, ein andres Flüstern erfüllte ihre Ohren. Linder Frühlingswind strich durch die Buchenkronen und gaukelte in den breiten Blättern der Kastanien. Da und dort schwamm über dem durchbrochenen Laubdach ein Stückchen blauer Himmel. Eine tiefe Träumerei hatte Wilde erfaßt. Er wäre nun gern, weitergegangen, ganz still für sich, von Niemandem gestört, keine Stimme hören), als nur die zahllosen und geheimnißvollen Stimmen dieses jungen Waldes, nichts sehend als das Tanzen der 'Sonnenflecken auf der schwarzen Erde, als die saftigen Blumen und Kräuter. Er hätte sich ganz vollsaugen mögen von dieser frischen, gewaltigen, reinen Luft, die aus den Urquellen der Natur strömte. Nelly ging nebenher und wagte das Schweigen nicht zu stören. In ihr hatte der Wald ganz andre Gefühle geweckt. Der Duft der Blätter, das Kosen des Windes machten ihre Seele schwellen, machten sie trunken machte ihr Blut schneller kreisen. Sie hätte schreien, tanzen, umarmen) springen mögen. Sie hätte mögen ein Pferd mausen! Sie hätte mögen den tollsten Streich ihres Lebens begehen. Am liebsten hätte sie den Kopf ihres Freundes genommen und ihn geküßt. Aber geküßt s). bis man die Besinnung derliert. Ihn geküßt und geküßt... Und dann davonlaufen auf Nimmerwiedersehen! Verschwinden, trauern, in Erinnerung leben oder besser noch, sich gleich in die Schlucht hinabstürzen, die neben ihnen gähnte. Es war eine sehr tiefe, nach oben schmale, unten sich erweiterndeSchlucht. Auf dem Grunde toste ein Gletscher bach, dessen polterndes Wasser noch Eis und Schneeschollen mit sich trug. Das Ufer drüben war sehr steil, bis zu halber Tiefe war es mit weichem Humus bedeckt, und in üppiger Vegetarion blühten dort Osterblumen, Leberblümchen und Schneeglöckchens Der Weg, ein schmaler, oft in den Fels gehauener Fußweg begleitete die Schlucht eine Strecke weit, machte dann einen großen Bogen und führte auf einer Eisenbrücke wieder über sie hin. Bis zu dieser Brücke war es für tüchtige Fußgänger eine Stunde. Fast mit dem Spiel der Sonnenfleckchen am Boden, die jedesmal, wenn ein Wölkchen vorbeiglitt, oder, ein Windhauch die Blätter zusammenwehte, erbleichten, dunkelten, dann wieder lustia flimmerten, fast ebenso rasch wechselten Sonne und Schatten in Nellys Gemüth. Wenn sie eben jauchzen, wollte, busckte der finstere Gedanke durch ihre Seele, daß der Tag, dieser Tag, den sie so sehnlich erwartet, bald zu Enoe sein würde. Es würde Abend sein, nichts von alledem, was sie geträumt, würde geschehen sein. Er ging, ein Salbfremder, wie er aekomroen. Kern Wort, das sie näher führte, kein Blick, der sie erwärmte, keine' Hoffnung, me; leicht nickt mal ein Wiedersehn . . . Der Tag wird um sein, und es wird sein, als wäre nichts aewesen. Sie riß einen Zweig vom Baum und streifte die grünen Blätter ab... So fallen meine offnunaen ab. sie sind verdorrt, eh' noch der Somm kommt. Manchmal betrachte sie ihn mit

Nchs

einem verstohlenen Blick. Ihr Herz zitterte, wie ruhig m er hinschritt, ohne sie zu sehen. Ihm zogen weite, allgemeine Gedanken ganz langsam durch die Seele. Eine wundervolle Mattigkeit erfüllte ihn nach der schlaflosen Nacht, eine große Freude an der stillen Einsamkeit. Die Welt schien ihm überflüssig, und er war damit zufrieden. Alles war Ruhe in ihm, Frieden und Einigkeit mit ihm selbst. Bisweilen merkte er, daß dies kleine Menschenkind an seiner Seite Kunde gab, daß es auch da wäre mit aller Hand Ansprüchen, mit Gefallsucht vielleicht, mit Haß, mit Liebe, mit tausend Nichtigkeiten. O du Wurm! dachte er. Laß mir noch eine Stunde meinen Frieden! Eine Stunde mein Schweigen! Nachher, dann können wir wieder schwatzen und Dummheiten produciren und Phrasen, so viel du willst... Wenn er merkte, daß sie nicht nach ihm schielte, streifte er sie mit flücht:gem Blick. Hier im Wald, wo es nur die. Toilette der Natur gab. störte lhr Kleid ihn nicht mehr. Und hier sah sie hübsch aus. Es lag etwas Rassiges in dem Gesicht, etwas Näthselhaftcs in den zitternden Nasenflügeln, ein ganzer Sack voll Ueberraschungen mochte sich wohl unter den'' wirren Locken bergen. Sie kamen an die Stelle, wo Ut Weg, breiter werdend von der Schlucht sich entfernte. Nelly blieb stehen und blickte hinüber. Sehen Sie mal die wunderschönen Blumen dort!" sagte sie. Oder haben Sie keinen Sinn für Blumen?" Doch... Aber welche meinen Sie?" Da, das blaue Voquet. Es sieht aus, als wenn dort ein Stück Lapislasuli läge." Was sind es für Blumen?"

Es müssen Sternenziane sein. Ich habe sie noch nie wild gesehen, nur unten :n Montreux, wo Kinder welche verkauften." Er lächelte und sagte: Wenn ich ein Romantiker wäre. würde ich hinüberspringen und glauben, man konnte dort mt blaue Wun derblume pflücken . . . Aber so ist mir die Geschichte zu halsbrecherisch." Ich mcchte Diese Blumen wohl ha ben," sagte Nelly, wie in Gedanken. Müssen es gerade diese sein, oder darf ich Ihnen nachher andre von derselben Sorte kaufen? Drese locken mich mehr. Aber Sie glauben doch nicht, daß ich da wirklich hinüberspringe?" Zugleich schaute er hinuter und fuhr zurück, denn da grinsten Felsen, mehr als genug, um sich den Schädel zu zerschellen. O nein! erwiderte sie, mit einem Lächeln, das ihm voll Verachtung schien. Warum nicht?" Ihr Gesicht verzog sich. Ihre Stirn runzelte sich. Die hellen Aug:n sprühten. Weil Sie langweilig, steif, gewoynlich, dumm, stolz und ebenso alltäglich wie die Herren von Millefleurs sind . . wollte sie antworten. Aber diese hitzigen Worte entfuhren ihr nicht, sondern sie sagte einfach: Weil Sie dazu viel zu vernünftig sind." Nun war er eben ein merkwürdiger Mensch. Wenn man ihn an seine Vernunft erinnerte, that er gewiß etwas Unvernünftiges. Es revoltirte dann stets eine geheime Macht in ihm. Und jetzt ehe sie, ehe er selbst sich's versah, hatte er an seine Huikrempe gegriffen und sauste über d:n gähnenden Abgrund weg. Mit knapper Noth erreichte er das Ufer, glitt, rutschte, stolperte mit allen Vieren und hielt sich im letzten Moment an einem Dornengestrüpp fest. Dann kletterte er zu dem Enzianbusch, um ihr den zu pflücken. Er drehte sich um da entfuhr ihm ein Ausruf des Schreckens. Er streckte die Arme weit aus, in dem rasenden Wunsche, sie möchten zehnmal so lang, zehnmal so stark sein. Und in seine ausgebreiteten Arme flog sie, die eine Sekünde vorher mit leuchtenden Augen über der bodenlosen Tiefe geschwebt war. Es gab eine furchtbaren Anprall. Aber er wankte nicht. Nur ein Stein kollerte dumpf hinab, drei-, viermal aufschlagend. Er umpreßte sie noch immer mit eifernem Griff wie um sich zu vergewissern, daß er sie wirklich hielt. Denn fein entsetzter Blick sah sie noch immer über dem gähnenden Abgrund. Er sah noch immer ihre Fuße frei in der le: ren Luft, und ihr erschreckend leuchtendes Auge und ihr räthselhaft heiteres Lächeln, als wäre dieser Sprung nichts . . . Dann endlich faßte er sich und stammelte: Sind Sie . . . verrückt?" Sie konnte nicht antworten, ihr Herz schlug zu sehr. Willenlos lag sie an seiner Brust. Dann machte sie sich frei und setzte sich, indem sie eine Epheuranke erariff. Sie versuchte auf ihr blasses Gesicht ein harmloses Läckeln zu legen und sagte etwas gezwungen: Ich dachte ... es wäre sehr hübsch, wenn... wir diesen kürzeren Weg nähmen, statt den gewöhnlichen." Und ohne ihn anzublickNi, begann sie die kleinen Sterne zu pflücken. Er blickte nachdenklich in die Tiefe, wo das Wasser schäumte und toste, und wo es nicht wilder tosen würde, wenn es ihre zerschellten Glieder mit fort risse, wie es jetzt Schneeschollen und morsche Aeste Mit fortriß. Die beiden kletterten nun langsam bergan. Er mußte sie oft stutzen. 0 klomm er voran, hielt sich an einer llti nen Tanne, die er umbog, und zog sie nach. Jedesmal polterte Erde oder ein

Stein, der auf die Felsen aufschlug, in

die Tiefe. Bis jetzt hatte tiefer Waldschatten sie umgeben. Als sie aber den Rand des Abhangs erreicht hatten, lag vor ihnen eine flammende Wiese, aelv wie eine Sonnenscheibe, über und über mit Narzissen Uäl.. Der Anblick und der Dust waren überwältigend. Sie warfen sich in das Blumenbeet und athmeten den Geruch ein. Nelly war sehr erschöpft. Aber sie fühße sich vollkommen glücklich. In diesem verwegenen Sprung hatte ihre ganze Erregung sich ausgelöst. Es war ja nichts geschehen. Kein Wort, das sie näher brachte, war gesprochen... Aber doch wird er an diesen Tag denken. An dies Abenteuer. Und dann wird er auch an mich denken! Eine Weile lagen sie still und siarrten in den Himmel, der tiesblau zu dem gelben Teppich stand. Dann begannen sie ein Gesprach. Er erzählte von seinem Drama. Es hieß Sonnenwende". Sie fragte nach dem Inhalt. Er schilderte irrn ausführlich, obgleich er noch mit Nemandem davon gesprochen. Er sprach zum erstenmal ernsthaft, nachdem er den ganzen Tag gelächelt. Sie hatten sich auf eine Bank gj setzt. Die Stellen im Gras, wo sie gelegen, bezeichneten zwei eingedrückte Löcher. Aber nach und nach richteten sich die Halme und Stengel wieder auf. Und die Waldwiese träumte weiter wie unberührt, in ihrem eignen leidlos-n, lautlosen Leben. Undurchdringliche Baumwände umrahmten sie, graue Felsklippen mit drohenden Sehne:Massen raaten darüber empor. Nur manchmal tönte eine Vogelstimme aus den tiefen Gründen, und unter ihnen im Schoß der Erde murmelte schwach hörbar das Wasser. Aber Peter und seine Hörerin waren dieser Umgebung entrückt. Eine ungeheure Stadt hatte sie aufgenommen, mit dicht aedrängten Häusern, in denen Menschenschicksale sich abspielten, fast zu gewaltig für die engen dumpfigen vier Wände. Es war ein Wirrwarr seltsamer Gestalten, die das Mädchen unheimlich berührten, es war ein jähes Aufeinander von Thaten, Schicksalen und sich widersprechenden Gefühlen, die sie alle selbst im Geiste Mit durchmachte, fortgezogen davon wie von einer Lawine, es war das ganze vielförmige, vielarmige Leben, wie es nur in der Großstadt sich entwickelt, wo ein Menschendasein an's andre stößt wie Grashalme auf einer Wiese. Nelly saß gebückt und hatte ihre Wangen aufgestützt. Manchmal fuhr sie in die Hohe und sah ihn an, der erregt auf sie einsprach. Dann waren sie einander so nah. daß ihr Athem sich mischte. Aber sie merkten voneinander Nichts, so lebten sie m den Menschen, die sie beide beherrschten. Als er fertig war, frug er nicht, wie es ihr gefallen. Jeden andern hätte er wohl um sein Urtheil gefragt. Aber ihr gegenüber hatte er zu sehr das Nachgefühl einer erschütternden Wirkllchkeit. Und auch sie mußte dies Gefühl haben. . Er schritt auf und ab wie in dem geschlossenen Raume seiner Werkstatt. Dann blieb er mit leuchtenden Blicken vor ihr stehen. Wie kommt es, daß Sie so zuzuhoren verstehen? Das macht mich staunen. Sie antwortete nicht. Sie dachte an die Vergangenheit und war glücklich über s'in Vertrauen. Er hatte den Gedanken: Dies Madchen müßte immer bei mir sein. In den Stunden, wo ich müde und schwach bin, wo ich nicht weiter kann und an dem Vorherigen zweifle. Man muß sich aussprechen. Man muß mit Menschen zusammenkommen. Aber wie iie begreift! Wie sie fühlt! Als wäre sie nichts Fremdes, sondern ein Theil von mir selbst ... Sie schwiegen und ließen ihre Gedanken nlit den Windwölkchen ziehen, die über den Bäumen auftauchten und hinter den Bäumen wieder verschwanden. Vor ihnen lag die Wiese, nicht mehr in gelbem Sonnenglanz, sondern in einem satten dunkeln Ton, so daß sich die schwefelfarbenen Sterne deutlich von dem Grün abhoben. Nun begann sie ihm zu erzählen, was den Inhalt ihres Lebens ausmachte. Als er dabei wieder leichtsinnig und überlegen lächelte, sagte sie, er solle das nicht thun.' Er solle sie ernsthaft anhören, denn sie hätte sich immr danach gesehnt, mit Jemandem darüber zu sprechen. Und glauben Sie, meine Armuih ist keine Einbildung. Ich bin wirklich arm. Arm wie eine Kirchenmaus. Sie können mich auf den Kopf stellen, es fällt nichts heraus. Deshalb werde ich auch Gouvernante." Sie Gouvernante?" ' Ich habe mich fchon nach einer Stelle umgesehen. Gouvernante oder Haushälterin oder irgend was, wenn ich nur auf eignen Füßen stehe." Haben Sie nicht Furcht vor einem solchen Leben?" Ich habe keine Furcht," sagte sie heiter. Jm Gegentheil, ich habe Luft, durch dick und dünn zu gehen. Lieber bei fremden Leuten trockenes Brot essen, als mich von meiner Tante chlka niren lassen." Er betrachtete sie eine Weile nach denklich mit aufmerksamen Blick. Er sah ihr sozusagen tief in die Augen, wobei ihm allerhand Verworrenes ein fiel. ' Halten Sie mich noch immer für m so emfaltlges und dummes Mad chen wie heute Morgen?" Nein, nein! Das thu' ich nicht.Dann gab er ihr die Hand. Von nun ab sprachen sie kein Wort mehr. Sie saß in sich versunken. Er ließ selnenBlick bald übe? sie hinschwelsen, bald über die Bäume, deren Kro vxu im Abendglanz err'ötheten.

(55 laa eine arone. wenn auch der-

schwiegeneHerzlichkeit zwischen den beicrn rr. m .r::cf ri - . vcu jurgc.i x.'tcuu;cn, cm KZuik jiiu i m . 4 ttz z5reun?uyai!. als hatten it mzit gemeinsam: Erlebnis!? hinter sich und eilten viel; aemeiniame Wetanun . . . Bei ihm erwachte vielleicht noch ein andres Gefühl, das wie der erste Keim einer Pflanze sein Herz zerspaltete und aus dem dunkeln Innern aufwuchs mit starken Trieben, mit betäubendem Duft. Er wußte nicht, was in der utlosen Stille mit ihm vorging. Er erschrack Nicht und wehrte sich Nicht, sondern gab sich ganz dem wunderbaren Adendsrieden hin, nach all den Wechselreichen und aufaereaten Stimmungen des-Tages. Als dann die beiden alten Jungfern über die Brücke keuchten, war er niedergeschlagen und empört über diese Störung. Die Alten batten wenia von der Schönheit des frühlingsjungen Waldes bemerkt. Mühselig waren sie dem Wege nachgeschlichen und hatten mt unvermeidliche Last der Millionen mitaeschleppt. Beim Tanz der Sonnenfleckchen hatten sie düstere Zukunftsbilder entworfen, und das Säuseln des Win,.s 3 n.nrjt vcw, vaä ronicgerix oer xjogci yaiicn n . ic i' f r sri r.- . ic in iyren morailicyen' icjpracneii nickt aestört. Sie batten sich beide gestanden, dak sie die Gesellschaft de2 jungen Menschen nicht für ungefährlich hielten, und daß es nicht schicklich sei, ihn mit Nelly allein zu lassen, wenn er auch der Neffe ihres verehrten Töchter-schul-Nettors Stnm war. Auch iekt musterten sie die beiden mit argwöhnischen Blicken und unterhielten untereinander geheime AugenSprache. .Da Beter sich aedrunaen fllblte etwas zu sagen, so meinte er. mit der Nebenabsicht Fräulein Felsche zu ärgern: JXhiz Nichte und ich haben schon sin Wiedersehen in Genf verabredet. Sie fahren ja auch hin, nicht wahr, und kaufen Nelly ein neues Kleid?" Was? Was?" sagte Tante Jda. ganz blaß werdend. Ein neues Klnd? Davon weiß ich nichts. Das Kind ist doch in Kirchbasel so reichlich ausgerüstet worden, daß s auf Jahre genug yat. Aber wer tragt denn hier Kirchbaseler Mode? Mit den Wölken mun man heulen, und wenn man jung ist. mutz man sich chic anziehen. Fräulein Taube sah den iunaen Mann vorwurfsvoll an. Diese frivolen Ansichten haben Sie gewiß nicht von Ihrem Herrn Onkel." Und ob! Als der noch zung war, da war er der flotteste Kerl. Natürlich nun, wo er alt und kahl . . ." Entsetzt fuhren die beiden in die Höhe. Kahl? Dieser Gre mit stlbernen Locken!" Peter schwieg erschrocken. Er hat eine Perrücke auf flüsterte er. Sie dürfen s ihm aber mcht wieversagen." Die Damen waren niederaesckmettert. denn der alte Sytxx hatte ieder eine silberne Locke zum Andenken geschenkt. Sie warfen einander funkelnde Blicke zu wie zwei Katzen, die Unrath wittern. Ais Peter am Abend das Schiff bestieg und unter dem sternenbesät?n Fimmel über das schlafende Wasser infuhr. da konnte er die leichten Gedanken des Morgens nicht wiederfinden. Du wirst doch nicht verliebt sein ! dachteer. In diese petitefllle. Denn das ist sie, welch' einen Dunst von Poe-, sie und Unsinn du auch um sie leaen' magst. Ein kleines Mädchen aus Kirchhasel, das aus lauter Dummheit über einen Abarund svrana. weil es ihn von einem Graben nicht unterscheiden konnte. O du wirst sie doch nicht lieben! Dessen bist du so gewiß, wie du weißt, daß du jetzt eine Cigarre rauchst und bei vollem Verstände bist . . Doch kaum war ihm der Gedanke an seinen Verstand entschlüpft, als er die Cigarre über Bord warf und mit zurückgelehntem Haupt in eine Welt von Träumen versank, die so glänzend und unermeßlich, so tief und geheimnißvoll war wie die Sternenwelt dieser Sommernacht. durch die er über schlafende Wellen hinfuhr. vrn. Lieutenant von Kalderhot hatte in Montreux das leichtsinnige Leben kennen gelernt, nachdem er als Officier fehr straff gehalten worden war. , Als er am Abend des Tages, an dem er seine Mutter begraben hatte, von der Höhe des schattendunklen Kirchhofs auf das in bunter Dämmerung verschwimmende Montreux binabsab. das so einladend dalag, voll unbekannter. Abenteuer und Genusse, da war neben der Trauer über den Verlust ein wundervoll prickelndes Gefühl über ihn gekommen, etwas geerbt zu haben und frei zu fein! . . . Zugreifen zu können, von Niemand gehindert, sich auszutoben, von keiner frommen aber langweiligen Stimme ermahnt. Zwei Tage später saß er beimChamvaaner und ließ sich von seinen neuen Bekannten Ren6 Bafch und Schmitz in den cercle des etrangers einfuhren Daß er dort beim Spiel viel Geld verlor, stimmte ihn fröhlich, denn es verhieß ihm Glück in der Liebe. Das ausgemergelte gramvolle Todtenant litz seiner Mutter war ganz verwischt von der lachenden üppigen Erscheinung der Frau Rose. Diese bemutterte ihn iekt. wie sie sagte. In Wirklichkeit aber hielt sie ihn zum Narren und genoß das Vergnügen, das ihre Eitelkeit viel mehr als die gemeine Liebe reizte, sich von ihm anbeten zu lassen. Sie machte ihn zu ihrem Schatten und eröffnete ihm ibre Seele. Der iunae Lieutenant fa sie: dabei und verliebte sich immer mbr. Aber plötzlich niste sie ab, indem sie

ihm, nur ein kurzes Billet ließ: daß die Pflicht sie rufe: Uebrigens sei die vergangene Zeit sehr hübsch gewesen und hätte vielleicht noch hübscher sein können. Doch, lieber Freund, es hat nicht seilen sein. Vchüt' Sie Gott, Sie hübscher Junge!" Als Kalderhot an diesem Abend mit seinen Freunden und dem stellvertretcnden Hoteldirector im Rauchzimmer zusammensaß, wurde er wegen Frau Rose etwas geneckt. Er ließ sich das gefallen und meinte, er würde die fchöne Frau schon einmal wiedersehen. We.in

er nach Berlin käme, wollte er ihren Mann besuchen. Da verzog der Director sein würdeVolles Gesicht zu einem wahren Galgenlächeln und sagte: Ich denke, der Herr Lieutenant haben sich von der Frau genug über den Löffel barbiren lassen, daß der Mann nicht mehr nöthig ist." Und nun erfuhr der enttäuschte Officier, was das ganze Hotel jetzt plötzlich langst zu wissen schien, daß Herr Rose ein Friseur sei. In dem vornehmenPalais Unter den Linden, von dem die Frau so viel erzählt hatte, lag zu ebener Erde der wohlbekannte Barbierladen, rmd all' die Ofsiciere aus den ersten Regimentern, die im Palais Rose verkehrten, hatten sich . dort den Schnurrbart stutzen lassen. Kalderhots Wuth war fürchterlich. Zuerst wollte er die ganze Gesellschaft fordern. Da. das aber nicht, ging, tranken alle such einen gemeinsamen Rausch an. Doch zwei Tage lang war er ganz zerknirscht. Dnn er hatte geglaubt. diese anspruchsvolle und übermüthige Touettenkunstlerur sei. wirklich erne feine Blüthe, aus der aristokratischen Gesellschfat von. der er in seiner Provinzgarnison nur eine etwas Hausbackene Vergröberung kannte. Kurze Zeit, darauf, aber, erfuhr er etwas ebenso Unangenehmes. Bisher hatte er sich unmer. von dem Bankier seiner Mutter Geld kommen lassen, soviel, er brauchte Eines Tages schrieb er ihm, er möchte doch auch mal beiläufig die Höhe des. Capitals mittheilen. Da. erfuhr er zu seinem Schrecken, daß die erwartete Erbschaft nur etwa zehntausend Mrk betragen, und daß er davon Ul. der letzten Ze:t fast fünftausend ausgegeben hatte. Der junge Officier. war wie aus. den Wolken gefallen. Er starrte die Abrechnung an, die eine ziemliche Liste verlauster Papiere enthielt, und konnte nicht begreifen, wo das. Geld geblieben sei? Du hast es halt verhauen ... trostete er sich. Aber er konnte doch das ungewohnte Gefühl, ner schrecklichen Sorge nicht loswerden. Statt der. Operettenmelodien summte ihm immer der, Gedanke im Kopf: Wenn, ich muh mcht rrre, befinde, ich mich auf einer schiefen Bahn ... Zum erstenmal wieder stieg er den breiten Fahrweg zum Kirchhof von Clarens hinaus. Als er durch das Gitterthor eintrat, strömte ihm aus dem dunkeln Geäst der Cypressen, aus den grünen Decken von Epheu, die die weißen Marmortafeln halb verhüllten, das Gefühl eines unentrinnbaren Schmerzes entgegen. Vor ihm lag der Hügel seiner Mutter aufgeschüttet, schmucklos wie das Grab einer Namenlosen. Die spärlichen Kränze, welche dieVerwandten geschickt, waren verwelkt. Die Erdschollen lagen von der Sonne ausgedörrt in tiefen Furchen. Und ihm war, als bräche aus diesem nackten zerrissenen Erdreich der ganze Gram und die Sorge seiner vergessenen todtenMuttcr. Als er endlich ausbrach, dunkelte es bereits. Tief unter ihm lag das Thal. Wie wenn ein Weib zum abendlichen Fest sich mit ihren Brillanten schmückt, so blitzten in der coketten Stadt die ersten Glühlichter auf. Der gedämpfte Schall einer Hotelglocke klang herauf. Aber ihn lockte dieser Ruf nicht. Er hatte den festen Vorsatz, gleich morgen abzureisen. Heute Abend wollte er zum letzten Mal in's Rauchzimmer gehen. Eine heiße Luft herrschte in dem unterirdischenRaume. Reserendar Schmrtz saß melancholisch und schon etwas bezecht beim Bier. Ein fürchterlicher Alp faß auf ihm: er dachte an seine Schulden. Ren6 Vasch war sehr vergnügt. Er polirte eifrig seine nikotingelben Fingernägel und erzählte dabei sehr unglaubliche Geschichten von seinen vornehmen Verbindungen, von seinen enormen Bllderpreisen u. s. w Ge schichten, bei denen man nie wußte. wieviel daran wahr und wieviel gelo gen sei. Schmitz war heute in der Laune, alles sür Aufschneiderei zu nehmen. Denn vor einer halben Stunde hatte der Maler den Hoteldirector um zweihundert Francs angepumpt. - Als Kalderhot eintrat, schob Ren6 ihm sogleich seine silberne Tabaksdose hin. . Wie aeht's, lieber Freund? Drc hn Sie sich eine Cigarette." Kalderhot schob die Dose zurück und sagte kühl: Danke, passabel." . Darauf nahm er den Jndicateur, das Kursbuch, zur Hand. Sie wollen verreisen?" Ich denke nach Haus zurückzukeh ren." Aber sobald, doch noch nicht ?" Vielleicht schon morgen." Als in diesem Augenblick Jean ein trat, redete auch der ihm zu, doch ja noch zu bleiben. Kalderhot antwortete ausweichend. In seinem Innern aber war er fest entschlossen, am nächsten Tage d'.e Heimreise anzutreten. - Jean ließ sich vom Piccolo eine Flasche EiMtbier bringen, und eim

Weile saßen He vier Herren schweb sam bei ihrem Bier. Nach und nach wurde die Unterhaltung lebhafter. Man fragte Jean, was es Neues gäbe? Dieser versetzte, es seien wieder einige Dachnummern angekommen. Mit seinem biederen Hohn fügte er hinzu, daß nächstens daö Personal im ersten Stock untergebracht würde, damit es mehr freie Mansarden gäbe. ! Ihr nehmt hier aber auch Leute auf!" fagte Renö. Das ist ja der Abschaum des Publikums. Nicht drei anständige Menschen sind darunter." Erlauben Sie mal l" meinte Schmitz. Wenn. Sie sich selbst nicht ausnehmen, nehmen Sie hoffentlih uns aus." Selbstverständlich!" warf der DU rector ein. Gegen die Herren hier läßt sich nichts sagen. Alle Tage Sect.. Stets die Rechnung, glatt bezahlt." Dabei blickte er gutmüthig sein: Freunde an, die seit Wochen überhaupt keine Rechnung mehr bezahlt hattcn.. Dann legte er seine. Hände über dem S7).A1T'& llfnmm.M tvtSv sh!.fl t. t : . X

nruuwf. gufMUWUtU UiUJ flCliC VClUCJilt mit inner, llhrkette.. Plötzlich sagte er: Wtnn es die Herren mtereMrt. könnte ich ihnen eine, Neuiakeit mittheilen." Schießen Sie los. Director!" Was glauben Sie. wer hier im Hotel das meiste Geld, hat?" um's Himmelswmen!" saoie' Schmitz enttäuscht. .Nun. ianaen Sie auch oon solchem Zeug an.. Fragen. ie ueber,, wer das wenigste hat, d wüßte ich gleich 'ne Antwort. Das waren Sie wobl?" meinte Vasch voreilig. Ja, wenn Sie's mcht sind!." Jean lächelte gutmüthig. Vielleicht, hat der Liftiunae., nvck weniger... Aber nun. rathen Sie, wer das meisthat?." In seinem Gesicht: läcr eine aew:sse kitzliche Spannung, die aus dem Ve--wußtsein kam, daß seine Mittheilung wie eine Bombe, unter, die. L)err-n. platzen würde.. Wer.... hat...... das meiste. Geld?" wiederholte et, bei jedem Wort mit 1 einem fleischigen Finger, auf. den. Tisch klopfend. Dann fuhr.er.sich geschwind miv seinem Finger im Ohr herum, damit ihm auch ja keine Silbe entginge.. Bock die Herren zelaten wenia Lust zum Rathen. - Nur Schmitz fragte pytegmatlicy:. Ist es eine Frauensperson?" Jean nickte. Dann mache' icb ibr moraen tlnt? Antrag, d..h..wenn sie wirklich Geld hat." So klopfen. Sie bei! No- 96 an!: Die hat zwei Millionen." . Das große Wort, das ibm seit-zwei. Tagen beinahe das. Herz abgezwackt, war yerauZ. Aber.es verklang ganz wirkungslos. Nichts, von dem. Rado bum einer Bombe!"' Nur der-Referendar aab Antwort. Er formte, ganz langsam, einen, 'dicken Rauchkringel und sagte:. Blödsinn!" Aber da-, fuhr Jean in seiner- aanzcn-. Würde auf.. So wahr. Gott lebt., meine? Serren. No. 96 hat. zwei Millionen. Glauben Sie's oder glauben Sie's mcht!. Aber das müssen Sie mir. bezeugen,, dan ick bis jetzt immer gut informirt war. In reinem Detail habe ich mich geurt." Der. Maler nickte. Auch. Schmitz stimmte zu. Das. muß man demDirector lassen. Jede Schweinerei, die im Hotel passirt. weiß er zuerst. Aber diesmal, tst's. doch Schwindel." Jean--nickte die Achseln. Ich will mich nicht aufdrängen. Dann zog er seine Ubr heraus. - Entschuldigen mich die Herren ich. mutz, noch einige Rechnungen aus schreiben... Aber- es ist ttauria. fugte er hinzu, wenn em fo lauterer Eharacter wie ich, in Familienvater, sich den Ausdruck Schwindel gefallen: taflat mutz. Er warf die Thür hinter sich zm. Einen Augenblick später spranz Ren Basch ihm nach. Auf der kleinen Treppe hielt er fei nen ehemaligen College am Rock fest und smsterte ausgeregt: . Sie! ... ist das wahr mit 96?" Ekirenwort!" Da zerrte der Maler ihn am Arm, indem er seine Augen ausriß. daß das Weiße grell hervortrat. Warum haben- Sie's nicht mir al lein gesagt? Ich hätte Ihnen Provi sionen gegeben." Dann verschwand n im Cabinet. Der alte Kellner blieb verblüfft stehen. So'n Gauner!" brummte er, Fügte aber nach einer Weile hinzu ; Ich Esel!..." . Als einen Augenblick spater der Maler mit kühlem Gesicht wieder hereinkam. fand tr Scbmin in erreatem Ge' spräch mit - dem Lieutenant. Diesem war die Sache nicht so unglaublich vornekommen. Warum sollte dies bescherdene Mädchen nicht im Besitz einer Milliou sein? Daß sie einfach gekleir- V l jfc I k. - der ging, lpracy ioq nicyr oagegen. Zu HauS kannte r mehr Leute, die mit ihrem Geld nicht protzten. Uebrigenö begreife ich nicht, warum Sie sich fo aufregen? Was intereffirt denn uns die ganze Sache?" Aber Schmitz, der das Bier hinnnterspülte, zog sein GlaS vom Mund und fagte: Was uns das intereffirt? Zum Donnerveiter, sind Sie dem? ein Osficier? Waö uns das intereffirt?... Wissen Sie, lieber Freund, wem: daS mit den Millionen wahr ist, dann sii:bele ich noch morgen hin und mache dem Mädel einen Antrag. Und wenn ich'S schon moraen thue und nicht btS übermorgen warte, ist es bloß, damit Sie mir nicht zuvorkommen." . . . .. (Fortsetzung folgt.) ; 3, .

Aür die Mchc. LebermitReis. Für vier Per-

sonen nimmt man ein halbes Psund Reis und giebt diesen in eine Pfanne, in welcher em Löffel Butter sammt einer fein geschnittenen Zwiebel gelb geröstet ist. Nachdem der Reis etwas angezogen hat, füllt man mit Wasser auf, fo daß es darüber geht. So laßt man den Reis einige Zeit langsam kochen und giebt dann 14 Unzen frische Kalbsleber nicht geschnitten, in den Reis. Die Leber giebt dem Reis einen prächtigen Geschmack, undvird, ist sie genugend geschmort, m der Mitte der Platte, mit Reis umgeben, angerichtet. Kartofselpuddlng. 6 Eigelb werden mit einem Viertel Pfund Butter schaumig gerührt, drei Viertel Pfund geriebene Kartoffeln dazugegeben,.n m Wasser geweichter ui Zwie beln gedämpfter Weck daruntergethan. dann Salz, Muskatnuß, zuletzt vor dem Kochen der Schnee der 6 Eier beigemischt. Der Pudding, wird eine Stunde, lang gekocht, zuletzt, noch ein wenig im Ofen gebacken. Faft.nachtsl.uchl.e.ln Äuhre ein Viertel Pfund Butter leichr,. schlage 2 Eier hinein, nimm drei Viertel Pfund Mehl, etwas, laue, Milch und Salz dazu,, rühre den. Teig recht glatt, löse Preßhefe in einem Eßlöffel voll Milch auf, thue sie daran und lasse den. Teig aufgehen; fobald dies, geschehen werden mit. einem Lösfel Stückchen herausgenommen und auf ein Brett gelegt,, zweimesserrückcndick. ausgewellt, mit. einem Rädchen in. viereckige Stückegeschnitten,, in frischem, heißem Schmalz schön lichtgelb, gebacken, und mit Zucker, bestäubt.. Ap.fe.l.-Vettel:man. Mehrere. große Stücke, altgebackcnes Schwarzbrod werden, gerieben und mit einem. Viertel Pfund Zucker, 2. Theelöffeln, voll, gestoßenem Zimmt, sowie der auf Zucker abgeriebenen Schale, einer. Citrone, vermengt.. Damit wird dann der. Boden einer, mit Butter, bestrichenen Mehlspeisenform 2 Finger hoch bestreut; auf das Brod kommt eine Lage in Würfel oder, in dünne Scheiben geschnittener Aepfel, .die man überzuckert und mit saurem Rahm überstreicht.. Dann kommt wieder eine Lage Brod, eine Schicht Aepfel nebst Zucker und. saurem Rahm, bis.dieForm gefüllt ist;, obenauf kommt Brod, auf welches man ein. Stückchen Butter setzt und den übrigen sauren Rahm gießt, worauf man die Speise eine. Stunde lang bäckt und in der Form zu Tisch oiebt. S u P P e ü. l a F aud o n n e. Aus Rindfleisch, Kalbfleisch und einem Suppenhuhn kocht' man mit 3 Quart Wasser, und dem nöthigen Salz eine Fleischbrühe, dünstet in dieser Zeit 2 Pfund zweimal abgekochte, weiße Bohnen in leichter Bouillon weich und sireicht-sie dann durch ein Sieb. Man thut das Bohnenpüree in die helleKraftbrühe kocht es hierin. 33 Minuten und sireichi alsdann die- Suppe nochmals durch.. Beim Anrichten rührt man sie mit 3 in etwas süßem Rahm verquirlten Eigelb und 3 Unzen Butter ab. DieSuppe wird mit Brvdkrusten servirt.. Wiener Schnitzel. Von ei ner mürben großen Keule werdenSchnitzel geschnitten,, welche geklopft und' gesalzen werden-. Dann wendet man diese in Mehl, darauf in geschlagenem Ei und geriebener Semmel und bratet- sie in reichlich recht heißer Vutter goldgelb. Diec Schnitzel werden auf der Schüssel mit Citrvnenscheiben undKapern verziert-, sie müssen recht heiß, zu Tisch kommen-. - Weißer Wernpunsch. Man schütte in einen Kochtopf 1j Quart guten Rheinwein,. 2. Quart Wasser und 1 Quart Arac; dann giebt man- 1 Pfund Zucker und den Taft von drer Citronen und drei. Orangen dazu,, setzt Alles aufs Feuer und gieße, wenrr es zum Sieden kommt, rafch me Tasse starken, grünen Th daran, nehme den Topf weg und stelle den Punsch kalt. Man servirt ihn auf Eis. Russischer Punsch. Zehn Eidotter klopfe man mit ein Pfund Staubzucker, einer halben geriebeneu Muskatnuß und einem kleinen Kaffeelöffelchen voll gestoßenen Zimmt: ab, gieße fodann drei Viertel Quart guten Cognac und ein Quart besten Rahm dazu, schlage Alles eine Viertelstunde mit dem Schneebesen und seihe es dann durch ein Haarsieb. Berliner Jagd Punsch. Em Pfund Zucker, worauf das Gelbe einer Orange und einer Citrone abgerieben worden ist, werden mit einer halben Flasche Arak übergössen, derselbe wird angebrannt und so lange brennen gelassen, bis der Zucker geschmolzen ist. 1 Flasche weißer Wein, eine halbe Flasche Sherry und eine halbe Flasche Champagner werden dann Hinzugefügt; dieser Punsch wird heiß servirt. Ananas Pun sch. Von einer frischen Ananas werden die Spitzen der äußersten Schale abgeschnitten, worauf man die Frucht schält. Diese Schale wird mit einer halben Flasche Wein und einem halben Pfund Zucker zu einem Sirup gekocht, in welchen eine halbe Stange Vanille geworfen wird, und dieser wird nun bedeckt, kalt gestellt, dann durch eine Serviette gegössen, mit 1 Flasche Moselwein, einer Viertel Flasche Arak oder etwas mehr, nach Beliebet, auch mit einer halben Flasche Champagne versetzt, von neuem heiß gemacht und servirt. Es kann auch statt Champagner eine halbe Flasche guter Sherry zur Erhöhung des Wohlgeschmacks genommen wer den. Warmbier auf polnische Art. Ein Vint Bier, ebensoviel leichter Weißwein, Unzen Zucker, tm Stückchen Zimmer und Citronenschale werden zusammen eine Zeitlang am Feuer ziehen gelassen, ohne daß es kochen darf, dann durch ein Siebchen gegossen, mit 6 gelben Eiern fcau und senkt.