Indiana Tribüne, Volume 16, Number 339, Indianapolis, Marion County, 27 August 1893 — Page 7
Johann OrthS Briefe.
Mehr als drei Jahre sind verflossen. seit Capitän Johann Orth, der chemalige Erzherzog Johann von OesterreichToslanz. mit seinem Schiffe Genua Marghcrita" von La Plata aus die verhängnisvolle Seefahrt angetreten hat, Vk ihn und seine Gefährten einen: traurigen (inbe in den Stürmen an der Südspitze des amerikanischen Continentes cntaegenführte. Sein letzter Brief an einen Vertrauensmann in Wien war aus La Plata vom 12. Juli 1890 datirt und enthielt die folgende Stelle : Mein erster Capitän Sodich ist schwer erkrankt und muß daher zurückbleiben. Von meinen Ofsicicren möchte ich einen, weil er nicht sc:tüchtiq ist. an's Land bringen, den zweiten entlassen. Ich bin somit mein eigener Capitän und muß ohne Officiere die Reise um das Cap Horn herum antreten." Seitdem ist durch eifrige und sorgfältige Nachforschungen in den Gewässern der Magelhaensstrafte, des Feuerlandes und des Cap Horn, besonders durch die eigens zu diesem Zwecke unternommene Expcdi tion der österreichisch-ungarischen Corvette Saida" mit fast zweifelloser Gewiüheit festgestellt worden, daß die Santa Margherita" in den furÄtbaren Stürmen, die Anfangs August 1800 um das Cap Horn gewüthet h2tten, mit der ganzen Bemannung ihren Untergang gefunden hat, und deshalb ist auch in jüngster Zeit die Auszahlung der Versicherungssumme für das verlorene Schiff an die gesetzlichen Erben seines Besitzers erfolgt. Aus jener Zeit, in welcher Erzherzog Johann mit den Vorbereitungen zur Durchführung seines schwierigen Entschlusses beschäftigt war, liegt eine Reihe Briefe von seiner Hand vor. deren Inhalt in mehrfachen Beziehuno.en Licht über seine Absichten und Entwürfe verbreitet. Die Briefe waren an einen Künstler gerichtet, der inzwisehen auch durch einen frühzeitigen Tod hinweggerafft worden ist an den Landschaftsmaler Emil Schindler, mit dem Erzherzog Johann zu Anfang von 1889 bekannt und bald befreundet und vertraut geworden war. Um die genannte Zeit hatte Schindler von der Redaction des Kronprinenwerkes Oesterreich-Ungarn in Wort und Bild" den Auftrag erhalten. Zu einem umfangreichen Llussatze über die Küstenlandschaften und Inseln Jstriens, den Erzherzog Johann sür das Werk zu schreiben beabsichtigte, die illustrirten Zeichnungen zu liefern. Schindle bcgab sich daher im März 1889 nach Fiume. wo Erzherzog Johann damals lebte. Aus der gemeinsamen Thätigkeit bei den Studien in den istrischen Gewäsfern entwickelte sich ein Briefwechsel zwischen Erzherzog Johann uns Schindler. Das erste Schreiben, "oas aus niume vom 11. April 1889 datirt ist. lautet : Lieber Schindle? ! Gestatten Sie mir diese Anschrift, die am besten den Gefühlen entspricht, welche unser wohl nur kurzes Zusammenleben in mir erweckte. Ich danke Ihnen auch aufrichtig für die freundlichen Gesinnungen, die Sie mir brieflich aussprachen und welche glücklicherweise meine Unausstehlichkeit auf uns?rer Tour nicht zerstörte. Ich bin glcklich und stolz darauf., einem Künstler wie Sie nähertreten zu dürfen Mein Vetter Karl Stephan unternimmt demnächst auf seiner prächtigen großen Segelyacht Christa" eine Reise an die italienische Ostküste, nach Sicilien und Griechenland bis Piräus. Er erfuhr von mir, daß Ihnen eine solche Seereise von Interesse sein könnte, und beauftragte mich. Ihnen wissen zu lassen. daß falls Sie hierzu Zeit und Lust hätten er sich sehr freue würde. Sie bis Piräus zu führen und Ihnen zu Studien Gelegenheit geben vi können. Mein Vetter wäre mit swn Herren allein ; er ist sehr gescheit, überaus musikalisch und versucht sich allerdings ohne Erfolg auch in der Malerei. Telerzraphiren Sie mir. ob er Sie am IG. b. M. in Po!a erwarten soll oder nicht, ich habe ihn zu verständigen. Den sckiauernden Rossen schütte ick, noch etwa- Hafer vor. Es drückt Ihnen die Hand Ihr crge beucr Erzherzog Johann. FML. In einem weiteren ausführlichen Briefe aus Ossero ücm 15. Juni 1889. worin der Erzherzog dem Künstler Über einen Ausflug nach Süddalma--tien berichtete, deutete r bereits seine Pläne näher an. Er schrieb : Ossero. ccrn 15. Juni 1889. Lieber Schindler 1 Verzeihen Sie mit vor Allem, daß ich Ihnen aus drr Todtenstadt" schreibe und Ihnen brieflich Fieberkeim und Leichenaift )iukom7nen lasse. Der rößere Tkeil der Bevölkerung ist bereits niedergestreckt (es ist nämlich 'Mit tags mw die faulen Arbeiter der Cavanella liegen auf der Bärenhaut). Im Vertrauen darauf, daß Sie die !Kuf.c in Plankenöerq stark gemacht hat, inuthe ich Ihnen ntbtt der erdfahle" Erinnerung an D)ico noch einen zweiten Schreck zu : die Friedhof-Pho-tographie. Gnade für Unrechl ! Ich tröste mich bezüglich Beschränktkzeit meiner Gewässer mit dem Gedanken, daß mir die zukünftigen Gewässer vielleicht wieder zu weit werden könnten Daß Sie mit Gelbsucht zu kämpfen hatten, mit dem Biceps noch zu thun haben, eigentlich mit ihm nichts zu thun haben, hat mir sehr leid gethan. Ich hokfe. daß Ruhe. Luft. Grün und ein behagliches glückliches Leben Ihnen zum Schaffensdrangs auch die vollste freudigste Schaffenskraft sichern. In dieser hoffe ich Sie zu finden, wenn ich, durch Wien reisend, Sie mit Ihrer liebenswürdigen Erlaubniß in Ihrem Heim (in Planmberg) besuchen darf. Werden Sie
aber das verstimmte Instrument bei sich brauchen können ? Ihr herzlich ergebener Erzherzog Johann. ?ML. Erzherzog Johann begab sich von Fiume nach Schloß Qrilj am Gmundner See. um sich dort seinen Studien für die Capitänsprllfung ungestört widmen zu können. Er konnte aber seine Absicht. Schindler in Plankenberg zu besuchen, nicht verwirklichen. Sein längeres Schweigen zu entschuldigen, richtete Erzherzog Johann den nachstehenden Brief an Schindler : Orth, am 2. September 1889. Lieber Schindler ! Gewohnt, mit der Thür in's Haus zu fallen, rufe ich Ihnen schon von Weitem und bevor ich noch Ihre Hand schütteln kann : Nichts von Allem, was Ihnen mein sträfliches Stillschweigen erphantasiren ließ ! Nichts von Verletzung, von Verstimmung, von Erkältung ! Verzeihen Sie mir !'" Nun habe ich Sie erreicht. Sie schauen zwar noch etwas verdutzt, legen aber doch Ihre Hand in die meine und las ni sich in gewohnter Liebenswürdig, keit das Folgende von mir erzählen : Es hat mir so unsäglich leid gethan, daß Sie glauben konnten, ich hätte die einmal zu Ihnen gefaßten Gefühle gewechselt, daß ich nicht mehr schreiben, sondern persönlich zu Ihnen tornmen wollte, um Ihnen zu sagen, daß. wenn ich Ihnen etwas Übel nehmen könnte. e gerade nur diese Verninthungei wären, wonach ich Ihren Augen furchtbar klein und alltagsdumm"crsch:inen mußte, vor Allem aber, um mir Ihre Entschuldigung zu erbitten und wieder einige angenehme Stunden mit Ihnen zu genießen. Dieser meiner Absicht thllrmte sich aber ein anderes Muß" entgegen. Dieses Muß" ist die am 16. d. Mts. von mir abzulegende Prüfung, welche mich zur Hcrbcirufung eines Zachprofessors, zur Naserei des Lernens, recte Sich-Eintrichtern-Las-sens, unter dem Hochdrucke dc2 nahen Termines veranlaßt hatte und mich auch jetzt jeder Möglichkeit des Abkommens beraubt. Ich lerne von 5 Uhr früh bis 10 Uhr Abends mit Summa dreistündige? Unterbrechung für MahlZeiten und notdürftigste Bewegung. Leider erwachsen auch in loco Pflichten, denen man nicht entgehen kann leider keine ehelichen, sondern nur sociale, als wie Besuche. Diners bei den vielen vacirenden Prinzen, Begräbnisse (Huyu u. dgl.). Nach Ueberwindung einer gewissen Scham legte ich denn die Schreiberlanze ein, und bitte Sie ganz formell um Verzeihung ob dieser Unart, mit der Hoffnung, daß Sie die mildernden Gründe würdigen werden. Es drückt Ihnen die Hand Ihr ergebener Erzherzog Johann. FML. Es war dies der letzte Brief, den Erzherzog Johann noch in seinerEigenfchaft als Mitglied des kaiserlichen Hauses an Schindler gerichtet hat. Nachdem er die Capitänsprüfung abgelegt hatte, leistete er auf alle WUrden und Rechte seiner Geburt Verzicht und verließ im October 1889 Oesterreich. Von Birstein, einem Schlosse des Fürsten Jsenburg in Hessen, schrieb er an Schindler folgenden Brief, der bemerkenswerthe Aufschlüsse über die Umstände seiner Entfernung aus Oesterreich enthält : Virstein. 28. December 1839. Lieber Schindler ! Wieder bin ich recht lange Antwort und Dank auf Ihre freundlichen Zeilen vom 16. September schuldig geblieben. Zu meiner Entschuldigung darf ich diesmal wohl anführen, daß doch Manches inzwischen mit mir vorgeganqen ist, was mich ziemlich ganz in Anspruch genommen. Nicht wahr. Sie meinten doch, ich werde die Pferde länger schauern lassen ? Sie waren zu
letzt gar zu ungeberdig. Der Morgen dämmerte auf und mit Schmerz zwar aber ich zerriß die Bande, die mich an eine unerträgliche Existenz fesselten. Um eines bitte ich Sie : Glauben Sie nicht auch, wie es Viele thun, daß Ich mit dem Abstreifen des Prinzen auch freiwillig dem Vaterlande den Rücken kehrte. Ein höherer Wille ist da im Spiele : Ich darf nicht in Oesterreich sein. Sie werden mir eiN.5N Act der Freundschaft erweisen, wenn Sie dort, wo Sie dieser irrigen Annahme begegnen, ihr entgegentreten. Ich habe den Artikel über iie Quarnero-Jnseln fertig gebracht, wage ihn aber nicht der Redaction eivzusenden. weil ich nicht weiß, ob man eine Arbeit, welche dem Erzherzog Johann zugedacht ist. von Johann Orth annimmt. Wollten Sie nicht die Güte haben, Arneth zu sondrren, ob mein Elaborat acceptirt wurde oder nicht. Natürlich wäre ich durchaus uicht gekränkt, wenn man mir ein ehrliches Nein sagt. Mit den aufrichtigsten Glückwünschen zum neuen Jahre bitte ich, in denzselben die bisherigen Gesinnungen bewahren zu wollen Ihrem sehr ergebenen Johann Orth. In einem zweiten Briefe aus Wirstein vom 25. Februar 189 sind besonders jene Stellen bemerkenswerth, wo sich Johann Orth gegen die damals in Oesterreich vielfach verbreitete Me!nung verwahrt, daß er sich in einem auswärtigen Staate um eine Stelle im Seedienste bewerben wolle. Das Schreiben lautet : Virstein, am 25. Februar 1890. Lieber Schindler ! Von Enaland zurückgekommen, wo ich mit' Anderer Geld ein tüchtiges Segelschiff gekauft und befrachtet habe, sage ich Ihnen meinen herzlichsten Dank für Ihre lieben Zeilen vom j 9. Januar und für das mir erneuert i bewiesene Interesse, nicht minder für ! die freundlichen Schritte bei Arneth. , Noch bevor ich im Besitze Ihres Briefes j war. erfuhr ich von Dr. Haberler. daß man Johann Orth für unwürdig hält, unter den Mitarbeitern zu erscheinen.
nicht ohne eine Art Erstaunen darüber zu äußern, daß ich die Vorfrag: durch Sie stellen ließ. Was war natürlicher, als daß Wort- durch Bild" sondiren ließ ? Unter einem anderen Namen hätte ich vielleicht mitthun dürsen ! Ich war dumm genug, mich eigentlich schwer verletzt zu fühlen, und warf mein schon zur Absendung bereites Manuscript beim Fenster hinaus. Sie fragen nach meiner Stimmung: sie ist schlecht (ich meine, für mich UNangenehm), wenngleich unendlich viel besser, als zur Zeit, da ich in der Löwenhaut eingenäht war. Wenn ich ehrlich bin, so muß ich mir sagen, daß ich noch immer Narkose suckie. Die
Poesie der Freiheit, des Kampfes, der That sie muß erkauft werden durch unendlich viel Ueo-'rwindung. Bis man sich durch den ganzen Sumpf geschäftlicher Gemeinheit durchgerackert zum Gefilde, wo erst Manneswerth seinen Lohn findet Befriedigung schenkt, geht fürchte ich viel vom Menschen unter, wie immer, wo man Ekel gewöhnen muß. Leider muß ich verdienen, muß Ge'd machen, denn woher nehmen und nicht stehlend Ich hoffe aber doch, daß mein ..Psychometer" schließlich auf gei'unc" zeigen wird ; sagt doch schon das al:c Eouplet : Ja das gi-:i sich, ja das gibt sich." Wenn Sie einmal Zeit und Lust haben, mir erfahren zu lassen, in welch verschiedene? Weise man sich meinen Kopf zerbrochen hat. so wird mich dieses gewiß interefsiren. Ich wiederhole Ihnen die schon einmal mir erlaubte Bemerkung, daß ich nur für die Version, oder besser Erfindung, empfindlich bin, als ob ich meine Heimath verleugnen und Bürger eines anderen Staates werden wollte. Ich führe jetzt eine allerdings nicht leichte Eampagne. um mir mein Oesterreicherthum zu wahren, und wenn an der Bemerkuna Arneths etwas Wahres ist. daß nämlich die Stimmung gegen mich eine qereizte ist. so könnte dieses damit zusammenhängen. Was ich nicht für ProZecte. Propositionen, Ideen, Anfragen, Aeußerungen und ZZundgebungen verschiedener und widersprechender Art über mich habe ersehen lauen müf sen, kann ich Ihnen gar nicht schildern; meine Losuna bleibt : ehrliche Arbeit als treuer Lohn des Vaterlandes. Warum finden Sie als Adresse Birstein einen nicht genügend engen Begriff ? Gedulden Sie sich etwa noch einen Monat, und der Begriff wird enger, das heißt 239 Fuß lang und 37 ftuß breit sein, es wäre denn, daß eine ganz andere Dimension noch herauswüchse. Sollte nämlich das jetzige Weltbrandeln zu einem Feuer führen, so werde ich nicht beim Wasser bleiben. Vorläufig also noch hübsch : Birstein. Zum Schlüsse kann ich nicht umhin, mich über die Jncorrectheit Ihrer Anred? ernstlichst zu beschweren. Johann Orth darf nicht Hochgeboren genannt werden ; ich hoffe, Sie finden ein anderes Epitheton, welches mir etwas mehr Freude macht. Wissen Sie nicht welches ? Es drückt Ihnen herzlich die Hand Ihr ergebener Johann Orth. ' Ende März 1890 erhielt Schindler von Johann Orth. der inzwischen in England die Santa Margherita" gekaust hatte und eben im Begriffe war, mit derselben nach La Plata abzugehen, aus Chatham an der Mündung der Themse folgenden letzten Brief, welcher mit der nicht in Erfüllung gegangenen Hoffnung auf ein Wiedersehen schloß : Chatham. am 26. März 1890. Lieber Schindler ! Bravo ! Errathen ! Freudig und dankbar bewegt schüttle ich Ihnen die Hand. Es sind das nicht Worte, h .n wenn es mich überhaupt sehr freut, einem Manne als Freund zu gelten, der mir so werth ist, so weiß ich dieses in einem Augenblicke, da sich fast Alles von mir kehrt, doppelt zu schätzen. Es heißt zwar : Lasset die Todten ruhen. Doch drängt es mich, Ihnen zu sagen, daß das einstige Weh um meine in dem Wildbache ertränkte Arbeit gänzlich geschwunden iit, seitdem ich erfahren, daß Sie denn vom Professor sehe ich ab mit der Re-. recte Reuconstruction betraut" sind. Ich hoffe. Sie werden Gelegenheit haben, einmal der Frau Kronprinzessin erfahren zu lassen, daß ich nicht wortbrüchig geworden, fondern daß Andere mich der Mitarbeiterschaft für unwürdig hielten. Ihren mir zugdachten Neid um die See würden Sie vielleicht einbüßen, wenn Sie zwei, dann anderthalb und schließlich drei volle Monate nur Himmel und Wasser sehen würden das bringt mir nämlich meine bevorstehende Reise. Sollien Sie es der Unbeständigkeit Ihres Neides vertrauen, so steht Ihnen die Saini Margaret" so heißt nämlich mein Schiff für die nächste Reise zu Diensten, vorausgesetzt, daß der liebe Gott mein Schiff und mich heimkehren läßt. In wenigen Stunden wird das schwer geladene Schiff ich führe Cement nach La Plata am Schleppiau eines Rnnoraueurs die schmutziggelbe Themse hinabgleiten und leid bei widrigem, schlechtem Wetter unicc Segel setzen über den Ocean einen Menschen an Vord, der alle einstigen Hoffnungen in's Meer versenkt und sich mit dem Bewußtsein bescheidet, daß er. vereint mit einer kleinen Schaar schlichter, aber braver Landsleute, einen ehrlichen Wea geht, eine Pflicht aegen sich selbst erfüllt ! Niemand begrüßt. Niemand begleitet uns, wir nehmen nur die Wünsche einiger treuer Seelen mit. die an uns in der Heimath senken. Auch die Wehmuth des Scheidens ist uns nicht vergönnt ; der Geldhunger der Makler gellt uns bis zur letzten Stunde in'S Ohr, und unter harter Arbeit erzittert nicht mehr die Seele, es fühlt sie nur der Leib, und dennoch jat das doch .seine Poesie, seinen un-
! sagbaren Zauber. Verstehen Sie die sen Widerspruch ? Gewiß ! ! A vrovos. Eirkovic. Photograph in
j Pola. hat Trabakclstudien bereit ; wenn Sie sich mit ihm m Aerdindung setzen wollten, so würden Sie dem fernsten über eine große Verlegenheit helfen nicht des Geldes, aber fcct Adresse . Und nun ein aufrichti ges. inniaes Ade ! Ich hoffe auch auf Wiedersehen. Vergessen Sie nicht Ihren ergebenen Johann Orth. Englands Lotsa)after beleidigt. Einen eigenthümlichen Zwischenfall in den französisch-englischen BeZiehungen bildet die Entfernung des Marquis Dufferin und Ava von sei nem Botschafterpostcn in Paris. Seine Abreise ist unter Umständen erfolgt, die auf tikfe Verstimmung hinweisen. Er hat nicht einmal die diplomatischen oder schlechthin gesellschaftlichen Formen besbachtet und z. B. weder bei Herrn Carnot noch auf dem Ministerium des Auswärtigen Abschiedsbesuche gemacht, waö um so stärker auffallen mußte, als er sich in den Häusern, in denen er vertraut verkehrt, nach dem Gebote guter Lebensart verabschiedet hüt. In den Londoner Blättern wird jetzt erklärt, daß Lord Dufferin für's erste an keine Rückkehr nach Paris denke, und zugleich der Grund angegeben, weshalb er kein Verlangen nach einem Pariser Aufenthalt trage. Dieser Grund ist nach der Versicherug der englischen Presse die Haltung der dartigenAlätter gegenüber dem Botschafter der Königin. Sie haben ihm vom er sten Augenblick an alle möglichen heim tückischen Pläne und unterirdischen Machenschaften zugeschrieben. Er sollte die Pariser Presse bestechen, Politiker kaufen. Spione besolden, gegen die französische Regierung Ränke schmieden. Noch zuletzt wurde behauptet, der Neger Norton sei nur ein Werkzeug des Lord Dufferin. Daß tägliche Beschimpfung. Verleumdung oder Verhöh nung eines fremden Botschafters gegen alle Satzungen des Völkerrechts verstößt unk eine Unanständigkeit ist. deren selbst Wilde sich nicht schuldig zu machen pflegen, müssen diejenigen Pariser Blätter, welche auf die gerechten Anklagen der Londoner Presse zu ant vZsrten suchen, zugeben; aber sie suchen die (schuld abzuschwächen, indem sie behaupten, daß nur zwei oder drei Blatter sich an dem Botschafter vergangen haben. Das ist aber eine grobe Unwahrheit. Nicht zwei oder drei Blätter. sondern mit Ausnahme des Jour. des Debats" und des Temps" alle, haben Lsrd Dusferin in rohester Weise unk unslblässig angegriffen. Es geht auch nicht an, die Leute, die den Botschafter verleumdeten und beschimpften. als Gassenjungen ohne Stellung oder Verantwortlichkeit hin'ellen. Nch nach der Abreise des Bol,a)asters unterschrieb der Senator Magnier im Evenement" mit feinem vollen Namen einen Leitartikel, in wachem er rund herau? erklärt, den Nortonschen Machwerken lägen echte Briefe desLord Dufferin zu Grunde und jene Papiere bcwiesen. daß der Botschafter die Gewohnheit habe, über Frankreich in den beleidigendsten und gehässigsten Ausdrücken zu sprechen. Wenn ein Senator sich in dieser Weise äußern kann, so ist es verständlch, daß es einer vornehmen Natur wie Lcrd Dufferin widerstrebt, auf dem Pariser Boden desBotschafteramtcs zu walten. Die Frage ist jetzt nur die, ob Lord Dufferin bald einen Nachfolger erhält oder ob Eng. land sich hier für's Erste überhaupt blos durch einen Geschäftsträger wird vertreten lassen wollen. Das wäre freilich eine Bestrafung der Negierung und des Landes für die Sünden feiner Presse, aber Sache des Landes ist eZ schließlich, seiner Presse die Gewöhnheiten gesitteter Menschen beizubringen. An Mtteln, seine Presse zu erziehen, fehlt es einem Publikum wahrhaftig nicht, vorausgesetzt, daß es wirkkich besser erzogen ist als seine Presse. t o m t s tt7"mrfü..flT Zu den fröhlichsten Eindrücken. d:e Zch von der letzten Generalversamm luna des Droauisten-Verbandes in Ei senach mitnahm, so schreibt ein Freund dem ft. W. T.," gehört die nach Erle diguna des ofsiciellen Progamms abgehaltene humoristisch? Droguisten gehilfen-Prüfung". Nach einigen ein leitexden Worten des Prüfungscom missars" erschienen die drei Prüf, linge" auf der Bühne und nahmen zu allgemeinem Vergnügen auf einer Schulbank Platz. Die Herren wurden mit den nöthigen Bemerkungen den. Auditorium vorgestellt: 1) Herr Peter Oleum aus Bremerhaven macht einen sehr raffinirten Eindruck. 2) Hen Kamill? Thee besitzt ein fehr einnehmendes Wesen. 3) Herr v. Senneö aus Alexandrien wird offenbar einen durchschlagenden Erfolg erzielen. Hier. auf begann ordnungsgemäß die PnU fung. Von den Fragen und Antwor-. ten. die hier mit der ernstesten Miene von der Welt gestellt und gegeben wurden, nur einige Proben. Was ist ad soluter Alkohol? Absoluter Alkohol ist derjenige Alkohol, den der Mensch absolut haben muß. Was ist .trocken, Destillation-? Trockene Destillation ist, wenn Jemand in eine Destille geht und kein Geld hat, sich Einen zu kaufen. Nenne einige Abarten des Ichthyols! Ichthyol, Du-thyol, Er-thyol.-Wie stellt man Rohrzucker her? Man nimmt Zuckerrohr und drehts einfach rum.. Nachdem die Herren Candidaten durch diese und ähnliche Antworten ihre höheren" Kenntnisse dargethan hatten, konnte es nicht fehlen, daß ihnen ein Zeugniß der Reife mit Auszeichnung gegeben wurde. Jsn?ö: iLa? ' lg? mr Smith: .Käse.- JoneS: .Wie ist ?" Smith: .Außettrdenilich Uß KMVHNi
Forschen na, der Ursache.
Von W. Wundlach. Wir rühmen uns, eine bochcultivirte GeseUschast zu sein und haben die Ueberzeugung, daiz nickt durch die wissenichastliche Forschung ungeheure Forl'chritte gemacht, scnoern daß auch die Prrdu te d:rielben bereis eine große .-lüreitllng gesunden babe n. Allerdings, wenn wir eine allgeme'ne Prüfung der Individuen aus ire Kenntnisse prüfen würden, so würde das Resultat fehr ungünstig ausfallen; wenn wir dagegen sehen, wie sich jeder ! Arbeiter die auf Grund Wissenschaftlicher Forschung gemachten Erfindun gen und Entdeckungen nutzbar zu machen weiß, dann werden wir sicher zu der Erkenntniß gelangen, daß die ttul tur der Gegenwart weit über diejenige früherer Jahrhunderte hinausragt. Wir sind also wirtlich Kulturmcnschen und sind es dadurch geworden, daß auf allen l5)esittungsstufcn die Menschen stets von dem innern Trange. sür jede Erscheinung und Begebenheit eine Ursache zu erspähen, erregt wurden. Wahrend aber die Forscher unscrer Zeit die Ursache auf natürliche Weise zu erklären suchen, konnten b t Menschen auf niederer Entwicklungsstufe einen solchen Weg nicht einschlagen, weil ihnen die Kenntnisse fehllen. Tie kindliche Anschauungsweise solchcr nicdrigstchendcr Böller, wie sie auch noch beute auf der Erde leben, schließt die Möglichkeit aus, die Kcgcn stände der sinnlichen Wahrnehmung anders als beseelt zu denken und diese Anschauung muß dahin führen, da man sich dieselben als die Anstifter solcher Unfälle vorstellt, lxren wahre Ulsache man nicht erkennt. Ter Häuptlinz einer Kafir-Horde, der Amarofa, iY.ittc von einem gestrandeten Anker ein Stück abbrechen lassen. Bcl) nachher starb der Mann, welcher seinen Befehl ausgeführt hatte und da nun eine ganze Reihe von Völkern aller Erdtheile, zu denen auch die Kafirn gehören, jeden Tod eines Menfchen übernatürlichen Ursachen zuschreiben, so genoß der verletzte Anker von jener Zeit an stets die Ehrsurchtsbezeugungen der Amarofa. Es sind sehr viele Beispiele dieser Art von Forfchungsreisenoen beobachtet worden und man erkennt an denselben, daß das schwachentwickelte Tcnkvermögen einen ursächlichen Zusammenhang solcher Begebenheiten, die der Zeit nach auf einander folgen, zu erkennen glaubt. ES ist also der Drang nach dem Erkennen der Ursache, welcher dann folgerichtig die göttliche Verehrung solcher Gegenstände' und damit den Fettischdienst schuf. Trotz allcdem stehen diese Gegenstände des Fetiischdienstes, welche sogar ihren Besitzer wechseln können, in sehr zweifelhaftem Ansehen, denn mnn z. B. dem Östjaken ein Unglück widerfährt, wirft er seinen Götzen zu Boden, schlägt, mißhandelt oder bricht ihn in Stücke. Ter Reger Guineas wählt sich vor jedem großen Unternehmen, wenn kein älterer und erprobter vorhanden ist, einen neuen Fetisch und worauf sein Auge beim Heraustreten aus dem Hause fällt, sei es ein Hund, eine Katze oder ein anderes Geschöpf, das erwählt er zum Abgott, dem er sogleich Opfer dardringt. Einer besonderen Verehrung erfreuten sich Steine und vom Himmel gefallene Meteoriten und überall reicht der Fetischdienst in die neuen Religionen hin ein, in welchen sich Spuren desselben erhalten haben. Ter schwarze Stein, (ein Meteorstein) das größte Heiligthum der Mohamedaner in Mekka, soll anfangs hell geleuchtet haben, was sich jedenfalls auf das Herabfallen desselben a!s glühender Me:coc bezieht ; dann aber soll er j'ch wegen der Sündhaftigkeit des Menschengeschlecyts bald schwarz gefärbt haben. Auch die Baume wurden und wer den ncch hoch verehrt und der Baumdien?! war in früherer Zeit über die ganze (5rde verbreitet. Wo eine Eeder vereinzelt m Wcl5e aufragt oder wo sieben Lärchen eine besondere Gruppe bilden, naht sich ihnen der Samojede in ehrfurchtsvoller Stimmung ; dem Ostjakcn aber sind solche Bäume heilig. auf denen Adler mehrere Jahre nachcittönber - genistet haben. Eharlcs Tarmin fand auf dcm Pumpas unweit Patagoncs einen vereinzelt stehenden Aum. welchem die Indianer ihre Opfer darbringen. Unter den Thieren wurden am haufigften die Schlangen verehrt. Noch jetzt empfangen die Brillenfchlangen am Nagapanschmi-Feste offen kiche Verehrung'von den Brahmanen. Welcher Verehrung sich noch heute der sögenannte weiße Elephant erfreut, ist allgemein bekannt. Aber auch den Ouel len und anderen fließenden Gewässern wurde göttliche Verehrung gezollt und wir hören noch heute von dem hrili gen" Ganges und sogar von der l,eili gen Vewa'sprechen. Auch das Feuer, das Meer, die Wolken und alle anderen Naturerscheinungen wurden in ähnlier Weise verehrt'. Die Sonne gehört gleichfalls zu den Gegenständen göttlicher Verehrung, aber da sie nicht nur ein sichtbarer Körper, sondern auch der Sitz von Naturkräften ist, so führt der Sonnendienst hinüber zur Anbetung von Erscheinungen, die nicht mehr unmittelbar wahrgenommen, sondern nur nach ihren Wirkungen erkannt werden konnten. Bei Völkern, welch: Naturkräfte verehren, muh aber schon der Versuch einer Erklärung vorausgegangen sein und sie müssen lieswegen schon eine große geistige Reife cr langt haben, während gedankenlose Gemüther überhaupt nicht auf solche Untersuchungen sichj einlassen. Eine weitere sfr-lgeder Vergötterung der Kraft war, daß aus einem Zigenschaftsworte, welches ihr beigelegt wurde, ein Eigenname des Göttlichen entstand und aus diese Nnen ent wickelte sich wieder d Vorstellung ei nes persönlichen WesenS. welches dann alö die Ursache dtt Naturkraft be-
trachtet wurde. Daher sinden wir bei vielen Völkern:- die Vorstellung von Göttern, deren jeder einen Theil der Naturkräfte beherrscht. So sindm wir für den Mceresgott die Namen: Poseidon, Neptun, Aegir, den letzteren in den nordischen Sagen und den Krieg beherrschten: Mars, Minerva und Hildur und manche von den Göttern beherrschten zugleich noch :in anderes Reich, wie z. V. Minerva auch noch die Göttin der Weisheit und der freien Künste war. Wenn ab.'r die Vorstellung göttlicher Wesen m.nfchliche Zunge angenommen hat, so setzen sich mit der Mythenbildung fast immer die darstellenden Künste in ','ewegung und das sinnliche Abbild wird von der unwissenden Menge als ein
Abgott verehrt, der Wunderdinge ver richten kann. Sobald die Religion über die direkte Verehrung der NaturgegenstJnde hinausgeht, tritt auch in irgend einer Form der Priesterstand auf. 'i:lcher die Ursache der Erscheinungen z:: crklären berufen lst. Die Priester sind denn gewöhnlich im Volksglauben mit übernatürlichen Kräften begabt, n Indien nennt man sie Schamanen und ihre Verrichtungen bestehen außer dem PriesteraLlt hauptfächlich in Zauöerkuren; denn bei allen rohen Vlkern der Gegenwart oder der Verganzenhcit werden Krankheiten oder J,odfaß: nur'' Verzauberungen; zugeschrieben, gegen welche der Schamane seine geheime Kraft aufbieten muß. Ein anderer Erwerbszweig der Schamanen beruht auf der Gabe, in Äerkehr mit unsichtbaren Mächten, bisweilen mit den Geistern der Abgeschiedenen zu treten und von ihnen Offenbarungen über die Zukunft zu crlan zen. Auch der Medicinmann der Indianer gehört zu dieser Art von Pricstcrn. Der Opferdienst, welcher, wie vie- ' les zuvor Geschilderte in unsere eit hineinreicht und, nur in veränderter ioxm, unter den Kulturvölkern ncch ' eine große Verbreitung hat. besteht ! nicht nur in dem Darbrinqen des Opfers aus Dankbarkeit, sondern man betrachtet da die Gottheit als den beschenkten Theil, von welchem man : für die dargebrachten Gaben eine Gegenleistung erwartet. Wenn die homenschen Helden ihre unsichtbaren Beschützer anrufen, fo erinnern sie die- . selben an die vielen saftigen Opfer, ' welche sie? ihnen dargebracht haben. ' Auch die Wikinger , opferten ihrem ; Gotte Valder, um von ihm Hilfe auf ihren Kriegs- und Raubzügen zu crhalten. Mit dem Opferdienst, in welj chcr Form er immer bestehen mag, xt der Glaube verbunden, dan die ott heit die Naturkräfte nach Belieben ver fügen kann: denn es handelt sich da bei in der Hauptsache um ganz selbstsüchtige Dinge, nämlich: die Gottheit zu Gunsten der opfernden Person zu stimmen, damit sie alle Angelegenhüten zum Vortheile der letzteren regeln moae. Obgleich man auf der ganzen Erde keinen Volksstamm ohne religiöse An regungen und Vorstellungen antrifft, so ist der Ursprung der Religion doch nur, wie wir zu Anfang sagten, in dem Dränge zu suchen, sür jede Erscheinung und Begebenheit eine ursache zu erspähen. Ist diese Ursache nun eine nach ihrem Willen schaltende Macht, so wird man auch versuchen, sie iu:i eigenen Bestens günstig zu stimmen. Wenn wir nun auch der Uebereugung sind, daß sich in den religiösen Vorstellungen bis zur Gegenwart so Manches geändert hat, so ist doch die Vorstellung von einer nach ihrem Willen schaltenden Macht geblieben wie sie war. Gebete und Gesänge im besonderen, der göttlichen Macht gcweihten Häusern sollen diese Macht zu Gunsten der Gläubigen stimmen. Auch Opfer werden nach wie vor dargebracht, wenngleich sie oft genug nur in einer Wachskerze bestehen. Und wem ist es nicht bekannt, daß gläubige Seelen der göttlichen Macht eine Altardecke, einen .'silbnc Abendmahlskelch oder dergleichen Dinge versprechen und später auch abliefern für die Hilfe in der Noth, sei diese die Lrrettunq aus einer schweren Krankheit oder der glückliche Ausgang eines rerhängnißvollen Processes. Fast alle Kirchen haben derartige Schenkungen aufzuweisen. Entstanden aus dem Dränge, die Ursache, der Naturerscheinungen zu erspähen, bestehen die .'alten Lehren fort, nachdem die Ursachen auf eine natürliche Weise erklärt werden können. Aber", sagte man uns und wir sprechen dabei von gebildeten Leuten wir können uns doch so Vieles nicht erklären und sehen uns aus diesem Grunde genöthigt, an eine höhere Macht zu glauben." Wohl ist noch vieles zu erforschen und wird es immer sein; aber diel Naturw'.jsenschaften haben uns doch weit genug geführt, um zu erkennen, daß da, wo Wir leine Erklärung der Ursache sinden. dennoch eine natürliche Ursache vorhanden sein muß, welche nur noch nicht! entdeckt werdet konnte. Also weil Ihr keine natürliche Ursache sinden könnt, so haltet Ihr an dem in der Kindheit des Menschengeschlechtes geschaffenen Ersatz für das Unbekannte fest? Ja, die Wissenschaft ist fortzeschritten und hat in vielen Fällen die Ursache der Erscheinungen und Vorgänge erkannt und , dieselbe erklärt. Wir wissen heute, daß es ein Weltges:tz, die Allgemnä Schwere" gibt, welches keine 'willkürlichen.' Aenderungen zuläßt. Ebenso wissen wir. daß jede Erscheinung und Begebenheit ihre geschliche Ursache haben muß. Das Erkennen einer Ursache bringt uns wohl um einen Schritt weiter, führt , uns ober niemals zum tSnde der Er-, knntniß. Wir keimen znr das 2c
setz der Schwere, htfen auch in neuerer Zeit erfahren, das' die Schwcr aus einer in allen Körpcrn wirkenden Abstoßnng beruht; c'::x für die aöstoßecnde Kraft bcsitzcn wir lein: Kenntnift der Ursache. Jedesmal, wenn die Wissenschaft die Ursache einer Erscheinung entdeät. findet st: dieselbe auf natürlichem Wege in der Natur selbst und das zeigt uns. daß alle Vorgänge auf natürliche Ursachen beruhen. Wenn sie auch für das Gemüth vieler Menschen ein aus alter Gewohnheit entspringendes Bedürfniß ist. so vermag doch die Reliaion heute ebenso wenig wissenschaftliche Fragen zu erklären, u?U sie es früher konnte. Würden wir die Ursache der in den Körpern und deren Theilen enthaltenen abstoßenden Kraft erfahren, so würde doch die Ursache dieser Ursache wieder eine offene Frage sein, und so würde es bis in die Unendlichkeit fortceh.i. Ter Naturforschung eröffnen sich mit jeder Entdeckung neue Probleme und i5re Kräfte sind in der Vorstellung gebildete Menschen wirllich vorhanden und werden auch gleichmäßig aufgefaßt, sobald sie vollständig wie z. B. die Gravition erklärt werden können. Dagegen ist die religiöse Vorstellung Gefühlssache und bildet sich in jedem denkfbiz?n Individuum anders und zwar seinen Anlaqen entsprechend aus. Die Frage nach der ersten Ursache kann niemals gelöst werden, da jede Entdeckung einer Ursache wieder zur Folge hat. Und dann auch bei der Vorstellung eines überirdischem Wesens als erste Ursache drängt sich oft genug die Frage nach dem Ursprunge desselben auf, so daß der strenge Religionscifer es für nöthig hielt, eine solche Frage als sträflichen Unglauben zu untersagen. Die Wissenschaft aber hat nichts zu verbieten. Ihr bleiben immer Fragen zu lösen und ihr Forschen würde unendlich sein, wenn nicht der Menschheit ein zeitliches Ziel gesetzt wäre.
, itf historischen Spuren. Dieser Tage am 13. Juli war der hundertste Jahrestag der Ermordung Marats durch Eharlotte l)orday. Ein' sranzösischer Forscher. Herr Montorgueil. woüte in Paris den Schau plat) dieser historischen Begebenheit feststellen. Das Haus Mars ist schon lange demolirt. aber das Hotel de la Providcnce, in dem Charlotte Eorday abgestiegen war, ehe sie sich, in der Ab sicht ihn zu lödten, zu Marat begab, das Hvtel und das Zimmer No. 1 darin, wo sie die Er.larung an das französische Volt" geschrieben hatte, die wollte Montorgueil aufsuchen, und er berichtet nun im Eclair" in ergcte licher Weise von seinen Erlednien in der Rue Herold, der ehemaligen Rue des Vieur-Agustins, in welcher das Hotel gestanden hat: m Es gibt mehrere Wege, sich zu informiren: der nächste ist die Zeugenschaft der Tradition. Man tritt bei einem Faßbinder ein, der sagt: Sehen Sie, der Tabakhändler drüben, der ist die älteste Miethpartei der Strafe.Ter Tabakhändlcr hat kein Hotel de la Providence" gekannt, er hat sein Lebtag nichts von Eharlotte Eorda? gehört. Aber sein Nachbar, der Schuster. dcr ist schr stark in Geschichte. Ter brave Mann reißt sich von einem eben bearbeiteten Sliesel los und fragt uns, auf den Namen Eharlotte Eorday, ob wir nicht irren; er weiß nichts dergleichen und ist nahe daran, zu glauben, dan er sicher davon wüßte, wenn Eharlotte Eoroay wirtlich eristirt hätte. Aber gehen Sie doch." sagt er. in's Hotel de Mars. Tas hat schon im vorigen Jahrhundert erjstirt." Ter Hotelier kennt die Geschichte, cr hat niemals die Heldin vom 13. Juli beherbergt. Er glaubt, da sie aus dem Hotel de Nantes- ausgezogen ist nach den Bains de la Samaritaine." Tas erinnert uns an das Erlebnis Gustave Trouineau's, als cr das Haus Marat's suchte. Er fragt die Strafe ab. Marat! Marat! Kein Mensch kennt ihn: Aber, ja, dcr in einer Badewanne getödtet wurde!" In einer Äad.'wanne. warten Sie, da sollten Sie in die Rue de Paon sehen, da ist ein Badhaus...." Im Hotel de Nantes" ist man sehr entgegenkommend. Wollen Sie die Register einsehen, ob der Name nicht ein paarmal darin vorkommt? Sie sind sehr alt, volle vierzig Jahre!" In einem anderen Hytel wittert man eine delikate Affaire. Tie Frau erhebt sich und erklärt ent schieden: Wir hatten niemals ein Frauenzimmer dieses Namens! Was bat sie angestellt? Sie hat einen Mann umgebracht? O. die Damen, die bei mir lagiren, sind ganz ruhig: ich habe keine Mörder hier!. . Na türlich mußten nun andere Wege eingeschlagen werden, die schließlich ergaden, das das alte Hotel schon langt niedergelegz worden ist, um die Rue du Louvre du-chzubrechen. BcS Besitzes eines Balkbngitters von diesem Ho.el rühmt sich Jules Elaretie. Ter abgeführte Stadtftcrr. Ein Bauer geht mit sicb.'n Mädchen Ins Städtchen, Morgens in der Früh'; ' Zu dem sagt unterm Thor ein StadtHerr: .Meinst denn, wir brauchen so vie! Küh !" Warum denn soll ich das nicht mciutni Im Gegentheil, ich den'e grad'. Man könnt' dort so viel Kuh' woh! brauchen. Wo man solch' viele Ochsen hat!" Ein schmeicheln n q. Ce:i (zur Mutter einer schönen Tcchker,: Ich bin eine Waise, gnädige Frau. wollen ie nicht Schwiegermutterset bei mir vr.reten?
