Indiana Tribüne, Volume 13, Number 268, Indianapolis, Marion County, 15 June 1890 — Page 2
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w mm D-W. . JMhiJlhXS.M azsasaja Mufsische Ceusttrcnrissitüttn. D?r russische Schriftsteller Iokufchkow rnössentticht in NusskrWcdonlosti" seine Erinnerungen an die russische Censu? der vierziger Jahre und erwähnt ganz besonders des Censors Krossouiski,' der damals in der russischen Literatur gleich einer Alles vor sich hinmähenden Epidemie wüthete. Folgende Leistungen charakterisiren diese Pestbeule der russischen Schriftsteller" damaliger Zeit. Ja einem Gedicht Stanzen und Elise" Zzatte der Censor folgende Verse: gestrichen und zur Begrünönz seines strengen VersahrnRandbemerknngen gemacht, die interezsant genug sind. 1) Ein himmlisches Lächeln verklärte 'tß Dein Gesicht. MViel zu, stark gesagt, lautete dieRandBemerkung des Zensors, ein Frauenzimmer ist nicht Würdig, daß ihr Lächeln hlminlksch gekannt n:erde.) :; p) Und schivgcno rühr zem All aus h Das ist eine Zweideutig ht, die nicht geduldet Werden darf.) . 3) Und Du rer stände ji, was meine Seele suchte. (Es müßte genau angegebkn werden, n?as eigentlich gesucht wird, da doch hier von der Seele die Rede ist.) (4 Was kümmert mich der Leute Meirjititg I Dein liebevoller Blick allein ''' Ist mir mehr werth, als das Weltall! 1$ M'iMJMXti .1 . n . ..?..,. C sJff, ; pm zu siarr gesagr ; aueroem meini der Verfasser ganz zu vergessen, daß es im Weltall auch Monarchen und Vehörden giebt, die man doch nicht niederer Umm darf, als den Blies eines Weibes.) 5) Wie wünschte ich in der Wüstenstille 5' An Deiner Seite selig hinzuleben! , fSolche Gedanken darf man überhaupt Mchk au-svrechcn ; daZ will soviel sagen, Daß der Dichter anfhören will, seinem Merrsche? dienen, bloß um nahe seiner
C. L-V , Vä:
MMelttbten zu leben ; außerdem kann man $ij$ie Seligkeit nur im Evangelium, aber ! ;nlch! bei einem Weibe finden!) ". 0) Sie wünscht' ich Dir mein ganze-? MMin zu weihen ! , (Was bleibt dann für Gott übrig?) Ip 7) Zu Deinen Fußen Nuhe finden, die Leier stimmen. llf-". (Für einen EKristen, gar ;u erniedrigend und fündhakt, zu den Fuen cincs Weibes zu sitzen.) Jf'M 1 Mnr ir iit tfhtm- kernt 5"ivnttti.nt
.ir;i!l,. ct . ' - - -- -- - --j fürchtend, Dich stet i seyen, xur :ü) allein Zu . . athmen, M Deinem Herzen, Theuerste, daZ Glück 'fli': " zu finden. 1 (tlffc diese Gedanken widersprechen -dem Geiste des Christenthums.) l D ie a r ö ß t e Ä l u m e der Welt ist nach W. Watson eine Aroidee, ro:lche auf der Insel Sumatra einheimisch fF'tfl. ' Doft'irurbe sie 1873 von Odoard o ' Veccari am Fn des Vulkans Singa(Previn: Padang) 4 Meter über dem Meeresspiegel entdeckt. Die Pflanze !Dreibt bis ;u" Vlüchezeit nur ein einziges Blatt, das A$ zu einer gewaltigen Größe h?ran!?ch''ett kann; iüeccat i n:aß ein ; Fundorte eln solches von 13 Meter Um;V,fai:g. Der dazu gehörige Blattstiel stellte eine Säule von 15 Meter Hohe und Meter Umfang dar, die sich oben in Drei schenkeldicke Aeste verzweigte. Ein , ' solcher Blattstiel gleicht im Tropenwalde einem blsttrindiaen. von Weißlichen
);. Flechten bewachsenen Baumstämme. Die !, den Blütheukolben umhüllende Blüthen'i scheide stellt bei ihrer Entfaltung einen l!Kn:achtigen, hellgrünen, oben weißen und MetZr breiten Trichter dar, dessen ; W,ssmmetglän;ende Innenseite tief weinroth Mgefürbt ist.' Der rshmKelbe .Blütheniolben wird bis 1,50 Meter' hoch und jjfcvtvhuittt einen durchdringenden Geruch HW-uach Fischteichen. Dieser ' Geruch lockt ganze Schwärme von Fliegen herbei, die . an dem Kolben entlanz bz in Den unte-
I if-v'tra Theil des Schttdek'.ttichters hinein-
krtkchen uno o cie uebertragung des Blüthen stauöes auf die Narben zur Be- , fruchtnng vermitteln. Samen von diefcr Pflanze wurde zur Zeit in den Warmhäusern des Marchese Bardo Corsi bei Florenz ausgesät und glücklich zur Wntwickelung gebracht. Ein kleines Mremplarde? aufgekeimten Pflanzen kam ?Ztt die königlichen' Garten von Kew, wo ,es nach zehnjähriger Pflege über dem Mmtwafferbecken der Victoria repia im Juni des vorigen Jahres zur Blüthe gelangte. Die ganze Entwicklung bis zur Älükhe nahm" somit 11 Jahre in Anspruch. ! Die Reise des ru s fischen Forschers Jancinzef im Gebiete des Se!lenga. der sich in den Baikalsee in SibiWien ergießt, ist eine außerordentlich erfolgreiche gewesen. Dem ?!eifenoett ist ..jl- , " ' i es vergonnr gewezen, nicyr nur puren Idlter Städte und Schlöster. sondern auch Inschriften auf Steinen und Grab faulen zu entdecken, aus denen sicherlich manches Lict auf die Mongolengeschichte des öMittekalters fallen wird. Die wichtigWen Entdeckungen wurden im Vereich des Qrson gemacht. In einem Thale fand man die Ueberreste einer massiven BauAnlage, die mit Lehmmauern umzogen, aus denen ein Thurm von 12 Metern - Hohe emporragte. Diese Nuinenstalte ist nach Ansicht des Reisenden nichts anderes als der Ueberrest der berühmten Residenz Dschingischans des vielge- , suchten Karakormn. Der Prinz von Wales enthüllte jüngst das von den Ofsicieren und Mannschaftendes königlichen Geniecorps dem in Khartum gefallenen General Gordon in Ehatham gesetzte BronceDenkmal, welches Gordon auf einem Kameele reitend dastellt, wie er feine letzte ?Zeise durch dieWüste nach Khartum antritt. Sein Haupt ist mit einem Fez bedeckt und in der rechten Hand hält er einen Stock. Das Sockel trägt aus einem Medaillon folgende Inschrift: Charles George Gordon, vom könig.lichm Emiecorps, Ritter des Bathordcns, Generalmajor der britischen Armee. Mandarin von China, Pascha der Türkei, Generalgonverneur des Sudan. Er wurde geboren in Wool-' wich am 23. Januar 1833 und getödtet in Khartum am 6. Januar 1855. Er? richtet von dem Corps der königlichen Ingenieure." Der Herzog von Cambridge, der Kriegsminister Stanhope, Lord Wolseley und viele andere höhere Generake wohnten der Enthullungsfeier ii;:"" ';!.:''"- t bkl.M '
VomTanzs. Jedes Volk hat feine Nationaltänze, die dem Volkscharakter entsprechen, und selbst die von fremden Nationen angcnommenen Tänze werden dem Volkscharakter angepaßt. In unserer Zeit freilich, wo die Cultur jede Eigenthumlichkeit zu verwischen strebt, sind auch die
i mit den fremden Tänzen vsrgenvmmenen Veränderungen ntcht mehr so bemerkbar. In früherer Zeit jedoch waren die Unterschiede zwischen den Tanzwelsen der einzelnen Völker sehr bedeutend. In Frankreich hat tu Tanzkunst von jeher einen bevorzugten Platz eingenommen und die Tänze der Franzosen haben schon früh ihre Reife um die Welt gemacht. Im Jahre 1581 pflegte man in Deutfchlund den BslWq frances3, einen Tanz im 44 Takt mit Orgelmnsik. Ebenso gab es im Jabre 1577 einen Ballo Anglais, ebenfalls im 4i Takt. Neben den französischen hatten auch die heimischen Tänze ihre Geltung, und vom Heierlei des dreizehnten Jahrhunderts bis zum modernen Walzer dehnt sich eine lange Reihe beliebter Tänze, die meistentheils vom Lande in die Salons kamen und sich da eingebürgert haben. An den deutschen Fürstenhofen berrschte während des Mittelalters eine überaus steife Etiquette, die auch nicht verfehlte, ihren Einfluß auf die Tänze an den Höfen auszuüben. Nach dem Turnier fand ein Fackeltanz statt, wo jeder Ritter mit der Dame tanzte, die ihm einen Dank (Turnierpreis) gegeben. Es tanzten alle Fürsten, Grafen und Herren sammt den Rittern, und denen vom Adel, fo sonders die, so Dank und Kränze empfangen hatten, und that ein Jeder mit derselben Iran oder. Jungfrau einen Vortanz." Der Fackeltanz ähnelt unserer Polonaise, die von ihm abstammen mag, nur werden den Kolonnen Lichter und Fackeln vorgetragen. Es herrschte bei den Turnieren und den Hoftänzen großer Prunk. Eine Verordnung aus dem Jahre 1479, bei Gelegenheit des Turniers zu Landshut erlassen, gibt uns darüber Auskunft. Dieselbe lautet: w Nachdem jedem Ritter guten Sammct und Perlen zu tragen behalten (gestattet) ist, so haben wir doch hierin beschloffen, daß Niemand. Nocke oder Schauben mit Gold gkstickt, noch von gesticktem Sammet tragen soll, womit er sich auf diesem oder anderen Turnieren zu schmücken fürnehmen wollte. Wer des überführt wird, der soll von allen Edlen und Rittern verachtet sein, auch in dem Turnier zu keinem Vortanz oder Dank zugelassen werden. Durch die Hauptleut ist zu ordnen, wer die Tänze ausgeben, auch den Wein, das Konfekt und die Kerze halten soll." Das Tanzvergnügen war von kurzer Daucr und von Confekt und Wein versüßt, wahrscheinlich damit die Paare sich nicht zu sehr langweilten. Das Tanz? vergnügen wurde an den Höfen auch nicht zu allen Zeiten gleich gepflegt. Kaiser Friedrich III. wollte lieber das Fieber haben als tanzen", Siegmund dagegen war so tattzlustig, daß er während seines AusinthaltcZ in Straßöurg im Jahre 1414 von 150 Frauen aus deur Bett geholt wurde, mit denen er tanzen mußte. Da sie ihn barfuß entfühlt hatten, kauften sie ihm in der Korbergafse für sieben Kreuzer ein Paar Schuhe. Nach und nach kamen auch französische Tanze in Brauch. Die SanWutle, die Conrante, Bouree, der JJranleunS die Galliarde wurden immer beliebter nnd im siebzehnten Jahrhundert tanzte man bereits inDeutschland das Menuett. RlS eine Nachahmung der französifchen Üals ehauiptjtrcs dürfen die deutschen Bauernhochzeiten gelten. DaS Fürstenpaar stellte den Wirth und die Wirthin oar und die Hofdamen die Mägde. An Bauernburschen durfte es natürlich auch nicht fehlen, deshalb übernahmen Vt Kamknerherren diese Rolle. Friedrich August von Sachsen veranstaltete 1723 zu Ehren Friedrich Wilhelm's I. von Preußen eine solche B.auerw:rthschaft, an der 24 Herren und Damen als Burschen und Mägde in verschiedenen Dorflrachten kostumirt theilnahmen. Ländliche, zu Quadrillen verarbeitete Tänze wurden getanzt und die Fürstin von Teschen nahm sich als Bäuerin ebenso gut aus, wie der König als Bauer. Eine besondere Sitte an deutschen Höfen war das Jncognitotanzen". Wenn eine Prinzcssin sich herabließ, mit einem ihr an Rang nicht gleichstehenden Herrn zu tanzen, 'so hatte sie eine Larve vor dem Gesichk, so lange der Tanz dauerte. Solches Tanzen mit Infenoribus nannte man ineognito tanzen. Nach und uach wurden auch die Tanzveranügungen, soweit es die Etikette erlaubte, weniger steif. Man tanzte das Menuett und zu ölnfang dieses Jahrhunderts bürgerten sich das Temvet, die Kegelquadrille, der Walzer und andere Tänze ein. Der Adel hat sich stets nach dem Hof gerichtet, aber seine Tanz festlich keilen aren weniger steif und weniger langwellig und auch nicht so trocken. Den Tänzern kam es auf ein Gesäufte" nicht an und ein guter ehrlicher öcausch" war auch keine Seltenheit. Die ganze freie Zeit, die ungefähr 24 Stunden täglich umfaßte, war der Jagd und dem Gelage gewidmet, wenn man nicht schlief oder sonst sich beschäftigte. Wenn sie aber bei besonderen Gelegenheiten, wie bei einer Hochzeit, tanzten, so war es ihnen Alles eins, ob sie tanzten oder am Humpen sich ergötzten. Die Patricier .der freien Reichsstädte hingegen pflegten mit Leidenschaft den Tanz. Jede Stadt hatte ihre Tanzstube, die mit der Trinkstube der .Herren verbunden war, und wo eS kein eigenes Tanzhaus gab, da hatten sie Erlaubniß, im Rathhause ihre Bälle abzuhalten. Jede Gelegenheit, besonders die Hochzeiten, wurden zum Tanzen benutzt. Wenn die Braut in's Bad geführt wurde, so schmauste uud tanzte man im Badehause. Zur Fastenzeit mußten mindestens zwei Geschlechtertänze arrangir werden. Dann ging man den Rath um Erlaubniß an, das Tanzvergnügen zu gestatte und einige junge Herren übernahmen es, bie Einladungen zu macben. In Augsburg trugen die Einladenden ein karmoisinrothes Atlaswamms, rothe Hosen mit rothem Doppeltasst durchzov . tä. -it..t. . 7' ucn uiia Hin ioicivcch cynuren vers iraurt Auf der linken Schulter hing. it i . J-rs. . r. . . . . , Unlicb wie die DolmanS, ein rothwolle-
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neö Mäntelchen, das bis zum Gurtes reichte. Als Kopfbedeckung diente ein mit goldenen Schnüren umwundener Kranz. Bei solchen Tänzen trugen die Damen Maskenkostüms, aber ohne Larve vor dem Gesicht, nur die vcrheiratheten Damen hatten einen dichten Schleier vor, und die Männer waren nicht blos für die eigene, sondern auch für die Ausführung derer verantwortlich, die sie mitgebracht haben, damit kein Zank, Hader, Schmäh- oder SchlagHändel" entstör. Für die Ordnung hatten die drei Stubenmcister zu sorgen, ihnen lag es ob. jeden Streit zu schlichleu und den Schuldigen zu bestrafen. Bei einer Hochzeit auf dem Geschlechterhause wurde wenig, aber gut gegessen und guler Wein getrunken". Der Schmaus dauerte nie länger als drei Stunden. Da ging Alles so herrlich und tugendiich zu, und durften nicht mehr als fünf Paar auf einmal tanzen, wegen der langen Schleif oder Schweif, so die Frauen an den Icöcken trugen, etliche Ellen lang. Manchmal wurde auch vor dem Essen getanzt. Aus der Kirche begab sich der Zug in die Herrenstube, und nachdem die Brautfühier und Kranzjungfern das Brautpaar beglückwünscht, thäte man nsch vordem Imbiß ein züchtig Tänzelein. Es durfte aber keiner einen Tanz anfahren oder führen, es wäre ihm denn von einem der Playmeistcr anbefohlen worden, oder eine Frau oder Jungfrau eingehändigt worden," Es gehörte zum Amt der PlatzMeister, Ordnung zu halten und den Manns- und Weibsperfonen ihrem Range gemäß einen Platz am Tischk anzuweisen. , Bei den Geschlechtern war das Tanz-, vergnügen Zehr beliebt. Sie pflegten die Lrasliarä, den öältarello, Pai&samezso, la Volte du toj. courantc du roy, den IrnpcriaV die ßourd belle Anglaise, Hoppeltanz, Hnpfaöff und wie die Tänze alle heißen mögen. Auch der Walzer, der schwäbischen Ursprungs zu sein scheint, wurde bald in ganz Deutschland sehr beliebt. Wie Hans von Schweinichen in seinem Neisetagebuch erzahlt, machten die Tänzer alles nach, was die Vortänzer machren. Wenn diese sich drehten, so durften die Tänzer sich auch .verkehren", und wenn sie sich herzten, so durfte der Tän--zer seine Tänzerin auch herzen. Damit dieses recht oft geschahe, wurden die Anführer bestochen. Junker Hans von Schweinichen befand sich sehr wohl dabei, denn wie gesagt, die Jungfrauen waren schön und gaben höfliche, auserlesene gute Worte. - Mit dem achtzehnten Jahrhundert erlosch der Glanz der Geschlechter und die Pflege des Tanzes ging in die Hand der Zünfte über und spater in die der Bürger. M. F ol tic in c ano. 111 i! Wft (h I Nach der Annahme der Wilson Bill: Bundessenator zu seinen Eoüegen: Nochmals, Jungens. die Gläser gefüllt. Das hindert ja tue Prohlblttonsabstlmmuna n, O i ,4 IIV, CiCERS Terzett durstiger Joroaer: Schnapp?, Wein, Bier in Masie dort (m Illinois). und nicht ein Tropfen für unl Probates Mittel. Ma schrieb das Jahr 1843. Die Schützengilde einer kleinen Stadt wollte sich gern ein Schützenhaus bauen, doch fehlte eS am Gelde! Kurz entschlossen mochte sich eine Deputation aus den Weg zum Sandesfürsten, um ihm die Bitte der Gilde ans Herz zu legen. Durchlaucht war aber als Knicker bekannt, doch wußte man auch, daß er nicht gerne lange Reden hören mochte. Diesen Umstand nun machten sich die Schützenbruder zu Nutze. Der Sprecher hielt in der Audienz eine dermaßen lange und langweilige Rede, daß dem Fürsten der Schweiß v,r Ungeduld ausbrach. Endlich war die Rede gehalten. Durchlaucht athmete erleichtert auf und fragte, ob noch sonst etwas anzubringen sel. Auf diese Weise hoffte er die läjtigen Besucher los zu werden. Rein, Durchlaucht, erwiderte der Obmann der Deputation, r? haben nur den Befehl erhalten die Rede noch einmal zu halten, falls unsere Bitte nicht erfüllt würde. Da sprang der Fürst entsetzt auf und rief: Icü bewil liae jalles, schweigtnur still!
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saMBacs.
Der Wunderdoktor von Cucugnan. Eine provencklische Fabet. Er befaß große Kenntnisse, der gute Doctor, denn er hatte viel gelernt, und doch wollte man in Eucugnan, wo er sich vor zwei Jahren niedergelassen, kein Zu.tränen zu seiner Kunst fassen. Immer traf man ihn mit einem Buche in der Hattd. Da sagten sich die Eucugnesen: Unser Arzt sann NichiS, absolut Sichts. Bon slüh bis spat und VOM Abcud bis zum Morgen liest cr. Wenn cr liest, fj ist das ein Beweis, daß er Nichts kann; kann er aber Nichts, so ist er ein Jgno-. rant." So philosophirtcn die guten Eucugnesen und hatten nun einmal kein Zutrauen. Ein Arzt ohne Kranke gleicht aber einer Lampe ohne CM. Und doch muß man sich das ärmliche Dasein verdienen. Der arme Teufel verdiente aber nicht einmal das Wasser, das cr trank. ES war Zeit, daß sich die Dinge an der ten. Sein Gürtel, den er bereits bis zum letzten Loch geschnallt, wurde ihn, wieder zu weit. Und je mehr der Magen knurrte, desto eifriger sann er über ein Mittel nach, das ihn aus feiner schlimmen Lage befreien könnte. Eines Tages ließ er in ganz Cucng: nan bekannt machen, daß seine Kenntnisje so groß, so mächtig seien, daß er nicht blös' im Stande wäre, Kranke aller Art zu heilen, was eigentlich ein Kinderspiel ist,' sondern euch Todte zu erwecken und zwar nicht frisch verstorbene Todle.sondeln alte nach ollen Regeln der Todtengrüberknnst begrabeneTodte. Ich werde sie auswecken, rief er voll Selbstbewasusein, am hellen Tage auf dem Kirchhofe vor Jedermanns Augen." Es glaubte rhm zwar niemand, aber die Ung'äublcn sagten sich doch: Was verlieren wir, wenn wir ihn auf die Probe stellen? Man muß ihn bei der Arbeit sehen. Er hat so viel gelesen! Und wie viele Erfindungen werden nicht alle Tage gemacht ! c.h ! Gehen wir hin! Vollbringt er das Wunder, so wollen wir ihm Veisall klatschen, wenn nicht, so wollen wir ihn mit Steinen zudecken, t'ann mag er seine Kunst nur an sich selher probiren. Man beschloß also, sich Sonntags Nachmittags aus dem rieehof zu rersamrneln, wo dann der Doktor einen, wenn nöthig, auch zwei Todte auferwecken sollte. Manche alle Jungfern sprachen sogar von neun oder zehn jungen Manncrn. Noch vor der festgesetzten Stunde war der Friedbof voll, wie die Kirche an einem schönen Ostertage, und ciki es zwölf schlug, drängte sich der Doktor, angethan mit einem schweren Tatar durch die Menge. Als er auf einem Picdestal Platz gekommen, grüßte, hastete und räufperte :r sich laut. Mein? Freunde, begann er laut, .ich habe Euch versprochen, einen Todten, uferstehen "zu lassen; ich werde Wort halten Ich erhebe meine Hand! Äitte, um Ruhe! es ist mir ebenso leicht, JaqueS oder Jean, wie Nation oder Vabeuu, Claude oder Simon aufzuerwecken. Wollt Ihr, daß Simon auferstehen soll? Wie nanntet ihr ihn doch? Simon Enbanie, der vor einem Zahr an einem bösen Schnupfen gestorhen ist? Vitte um Verzeihung, Herr Zauberer, rief Katharina, Simons junge Wittwe. .Er war gewiß tun braver Mann, der mich glücklich machte, und den ich beweinen werde, solange mir Gott die Augen im Kopfe läßt. Aber erweckt ihn nicht, denn am Ende des Monats lege ich die Trauer ab. da der lange Paskal mich heirathen will. Die Aufgebotesind schon erfolgt und die Brautgeschenke habe ich auch schon bekommen. Wenn das in arme Simon mit ansehen müßte,. Zürbe er vor Gram." j Es ist gut. daß Ihr es mir sagt, ftathariua ! Dann wollen wir die roth haarige Nanon lebendig machen, die im letzten Lichtmeßtag begraben worden- " Hütet Euch, Herr Zauberer," schrie JaqueS Lamell drohend, indem er die mit :inem Stein bewehrte Rechte erhob. Die Nanon war meine Frau. Zehn Zahre haben wir miteinander verlebt, für ich zehn Jahre Fegefeuer ; ganz Cucugau weiß eö. Mag sie zu meiner unv ihrer Ruhe bleiben wo sie ist. Sie war beißend wie spanischer Pfeffer,' starr köpsig wie ein Maulesel und eitel und dabei schmutzig; sie war eine Verschwenderin lind hatte eine Zunge! eine wahre Schlangenzunge, Herr, so daß sie die beilige Jungfrau und den heiligen Joseph zum Raufen hätte bringen können. Und 'doch ich kann nichtHalles heraussagen. Ab, mein Freund, man könnte och Ich warne Euch. Herr Zauberer," zrollte Jacques. Todte Frau, neuer Hut! Da mir Nanon drei Kleine hinterlassen hat, die mir, nebenbei gesagt, gar nicht ähneln, habe ich mich wieder verheirathet. Eure Mühe wäre also vergeb!ich, wie Ihr seht. Ah, ah, ich begreise, begütigte ihn ber Dokror. Es ist klar, daß Ihr nach bestandenem Fegefeuer auch noch die Hölle durchmachen müßtet. Ein Weib ist schon mehr als genug. Sich den langen Bart streichend, nickte er JacqueS Lamele verstandnißinnig zu und erhob seine Stimme von Neuem: Wie wäre es, wenn ich den Meister Veter auferwecken würde? Denn Einer nußdoch auferstehen! Meint Ihr deu Meister Peter von Mas:Viel? fragte Felix Dickfaust zozernd. .Gewiß, den' Meister Peter vonMasViel Z das war ein braver Mann. Es roar ein braver Mann, daß Gott ihm den ewigen Frieden schenke. Er war ein Heiliger, mein guter Vater! Erweckt ihn nicht, denn wenn er wiederkäme, würde ihm das Herz vor .Kummer brechen bei dem Streit, der zwischen den Geschwistern herrscht. Und er liebte doch den Frieden über Alles. Wir haben UNS nach manchem Faustschlag, nach mancher Rauferei und einem endlosen Preceß in unser Erbe, das aus einigen Stückchen Land bestand) getheilt. Jeder von uns hat einen Hausen Kinder und müssen sehen, wie wir uns durchschlagen.
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Zeder sucht, alles Waffer seiner Mühle zuzuführen." Es wäre also nicht möglich, daß ich ihn aufweckte?" ' Nein, nein." beeilte sich Dickfaust zu erwidern. Wenn er auferstünde, mü'ßten wir den armen Greis ein Monatsgeld aussetzen ; nichts wäre gerechtfcrtigter, als das. Die Jahre sind aber so schlecht, Herr Zauberer! Jhrwlßt wohl, die Seidenraupen thun Nichts, oder wenn sie was thun, so ist es das, daß sie sterben. Die Febenstöcke sind krank, das Getreide ist nicht anzubringen. Die Oliven haben Würmer: es regnet nicht; der Krapp ist werthlos. Na, meinetwegen! Gönnen wir dem armen Peter die Nuhe. Da ich aber' nicht gekommen bin, Perlen aufzureihen, und Ihr nicht um mir bei dieser Arbeit zuzusehen, null ich erwecken wen ! sagt fclber, wen ich erwecken soll. Meine arme Gatoune! Gebt mir meine arme Gatoune wieder," bat eine alte Frau unter Thränen. Der Wunderdoctor that, als ob er Nichts gehört habe und blickte sinnend vor sich nieder. Schon erhob sich ein Gcmurmel unter den Anwesenden, als ein junges Mädchen lebhaft ausrief: Laßt sie ruhen, Herr Doctor. Die arme, schöne Jungfrau that Recht, daß sie starb. Auf dem Todtenbett hat sie mir Alles vertraut dann haben wir sie mit dem Brautkleid und dem Myrthenkranz geschmückt. Meine arme Freundin sah aus wie eine Braut. Bleibe in der Erde, Du Heilige, denn der, welchen Du liebtest, ist mit einer Andern durchgegangen." Der gute Doktor wischte sich eine Thräne aus den Auaen und rief salbungsvoll: Ruhe m Frieden!" Auch die Augen der Anwesenden wurden naß. Ruhe in Frieden!" erscholl es leise von allen Seiten. Nach einer Kunstpause begann ser Wundermann: Auf die Dauer wird es mir lanezwcilig, hier unthätig- die Zeit zu verbnngen. Ich kenne Einen, der weder Frau, noch Kind, noch Schwester oder Bruder, sondenr nur das Beispiel seiner Tugend Allen, und seine paar Heller Eurem Hospital hinterlassen hat. Soll ich Euren Geistlichen, . den'Jhr Alle so geliebt und beweint habt, aufwecken?" Nein, nein," schrieen einige Betschwcstern. Thut es ja nicht, Herr Zauberer!" Und Dame Rousseline, die Mutter der Congregation fügte hinzu: Der liebe, gute Wcann! Wie alt und wie taub er war, taub wie ein Tops! Wenn man ihm in der Beichte schwarz sagte, verstand er weiß. Lassen wir ihn im Schoße Abrahams; wir haben an seiner Statt einen kleinen juugen Hirten erholten, der sehr gut aussieht! Er ist sehr lobenswert!), unser neuer Geistliche. Er singt wie eine Orgel, predigt wie ein Erzengel und führt seine Herde, wie es sich gehört." Was foll ich darauf erwidern! Wenn dem so ist, wollen wir uns anderweitig umsehen. Seht, hier ist ein kleines höl zerms Kreuz, das von Gras nnd Blumen verdeckt ist, als wollten sie dessen schwarze Farbe verdecken. Hier ruht ein Säugling ; kaum zehn Monate war das Kind alt geworden. Es wäre in der That eine Sünde, es aus seinem Schlummer zu stören ; es ist so glücklich, nicht in einer so selbstsüchtigen und seigen Welt zu leben, wo man zu hören bekommt was Ihr über mich, sagt, meine Freunde. Wenn Ihr aber wollt, daß ich das Kind erwecke, so soll es gefchehen." Herr Zauberer," bat da eine Alte weinend, die kleine Todte gehört uns: ich bin feine Großmutter. Meine Tochter säugte es noch und es sollte schon die Zähnchen bekommen, als es starb.- Ach, eS war so schon, so süß Gott hat es uns genommen: sein Wille geschehe. . . . Jetzt haben wir ein anderes: was uns der Himmel mit der einen Hand genommen. hat er uns Mit der andern zurückgegeben. Erweckt es nicht, denn meine Tochter hat nicht genug Milch für zwei und um ihm eine Amme zu halten, sind wir zn arm. Da sagte der Arzt: Genug für heute. Da Ihr mich heute das Wunder nicht' vollbringen lassen wollt, soll eS ein andermal geschehen, nicht, indem ich einen Todten erwecke, sondern indem ich Euch verhindere zu sterben." Höflich grüßend, entfernte er sich. Seit diesem Sonntag vollbrachte et Wunderkuren in Eucugnan. Er ließ die Todten in Ruhe, aber er rettete Manchen das Leben. Die Cucugneser hatten nun großes Zutrauen zu ihm, denn wenn er, sein Wort nicht gehalten hat, sagten sie,' fo sind wir schuld daran. Hier endet die Geschichte. Sie endet gut, wie Ihr seht. Eine köstliche Probe des deutschen Gelehrtenstils wird in folgenden Zeilen mitgetheilt: Im Winter 1849 bildete das Tagesgespräch in Berlin ein ; Meteor, welches im Kastanienwäldchen' neben der Hauptwache niedergegangen sein sollte. Tante Boß und Onkel Speuer" brachten lange tiefsinnige AbHandlungen über die wunderbare Erscheinung, bis endlich die chemische Untersuchung der aufgefundenen Masse ergab, daß man es mit dem gewöhnlichenStrontiansatz eines bengalischen RothfeuerS zu thun hatte. In der Kgl. Akademie der Wissenschaften gedachte der große SZatursorscher Ehren'berg dieser Begebenheit gelegentlich einer feierlichen Rede am 29. November in folgendem herrlichen Satze: Freilich erlaubte auch neuUch in Berlin der Mangel jeglichenZeugnisseS einer am Himmel fortbewegten beobachteten Feuer - Erfchesnung bei bevölkerten Straßen und die durch die nahen Schildwachen erlangten directen, Zeugnisse des alleinigen AufblitzenS von unten, einen in seinem Urheber nicht ermitteltkn, für ein Meteor .gehaltenen Muthmillen mit Rothfeucr im Verein mit der chemischen Analyse des Ruckstdes für solchen entscheidend anzuerkennen." Also wörtlich zu lesen in den Verhandlungen der Kgl. preußischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin von 1849, Seite 353 354. Wie übrigens die Entscheidungen des Reichsgenchts in Leipzig beweisen, ist eS seither mit dem Deutsch der Gelehrten nicht erheblich viel besser geworden.
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-ö ).",?WWZ Der Maler der Hände." ewk Crinneruns vk E. Nosst. . Bis zum Jahre 185 wurde alljährlich ron dem Athenäum in der guten Stadt Brügge ein Preis von fünftausend Gulden für das beste Bild inländifcher Maler als Prämie ertheilt ; auf dem alten berühmten Rathhaus befand sich die ans den preiSgekrontenStücken bestehendcVilder.llcrie, nicht reichhaltig, aber vollwerthig ! Weshalb sie im späteren Verlauf ausgelöst wurde, konnte unser Führer unS nicht erklären, dch als er meine Enttäuschung sah. da mich das Interesse für ein specielles Bild hingesührr hatte, rieth er uns. dem Großhändler V erden unsere Auswartung zu machen. Dieser Kennec und Km: l trenn? sollte sicher wissen, wohin die besten Stücke gekommen. Unser Besuch der alten niederländischen Stadt hatte eine kleineVorgeschichte. Mehr als ein Jahr vorher waren wir in London in einer jener antithetischen ?oire6n, wie sie Ende der Sechziger in der Hauptstadt Albions so sehr Mode waren. Daß ein Bischof neben einem Schauspieler, ein Whig neben einem Torr) saß, war hier das Gewöhnliche, selbst der Unterschied zwischen Adel und Talent, den die geistreiche MrS. TroLope fo haarscharf erklärte, hörte an der Tafel Sir Henry Bishop's af man konnte sein, was man wollte, nur mußten die Männer Geist, die Damen zum Mindesten Schönheit besitzen. In einer großen Gesellschaft bilden sich Staaten nn Staat. Bald war der Sessel einer reizenden Frau der Königthron, auf dem sie ihr Fächer-Scepter für ein Stündchen schwang, öfter noch bildeten sich Vasallen um ein geistiges OberHaupt. Zu den besten Sprechern gehörte der damals mit großartigem Erfolg gastirende Tragode Forrest, eine imposante Erscheinung, dessen Augen sehnsüchtig und träumerisch in ein üngekanntes Reich der Schönheit und der Ideale ii blicken schienen. Es war mehr ein interessanter als schöner Mann, das Vollendetste aber, was ich je von menschlichen Formen erblickt habe, waren Edwin Forrest's Hände ihre Bewegungen konnten mich, stundenlang fesseln, und wenn man neben einer Physiognomie der Hand von einer Mimik derselben sprechen darf, dann war es hie? crlaubt ! Wie diese Hände b einer ruhigen Rede des Künstlers sich laug und still hingestreckt verhielten, bei einer Kontroverse aufzuckten und bei fcharfemDisput mitstritteu in ihren wellenförmigen Bewegungen! Wie anders sie, fromm in einander gefaltet, aussahen, als bei der drohenden Erhebung oder pathetischem Auöeinandersprcitzen l Sie haben wohl Interesse für schöne Hände?" fragte mich lächelnd mein Tischherr, der ebenso vorzügliche Kupferstecher als Schriftgelehrte Pater Rower, den ich auf des Tragöden Hände aufmerksam machte ; da rathe ich Ihnen, falls Sie einmal nach dem alten Belgium kommen, sich in Vrüzze auf dem Rathhaus, das Bild Lenz im Winter" anzusehen der kleine Felu, der Maler dieses Bildes, hat meiner Meinung nach das Höchste geleistet, was die menschliche Kunst in ZVikdergabe von Händen leisten kann. Sie werden denken, daß Raphael die frommen Hände unübertrefflich darstellte. NubeuS die sinnlich. tcöensfrohen, Rembrand die geistvollen! Gewiß, aber es giebt doch viele Abstufungen dazwischen, die in viel realeres Gebiet hinlioergreifen, z. A. die sittsame Han der häuslichen Jungfrau, die runde und doch arbeitsfeste der Hausherrin, die sorgenvolle Runzclhand der GwMUtter, das naive Patschhändchen des Kindes, dann wieder die feste Hand des Schützen, die grobstunliche des KriegmaM'.eS. die nervöse Hand der Ebatelawe, die weiche und doch markige des .Künstlers. Es gbt da Varianten ohne Ende. 9hm, auf diesem Bild, ein Familienball in der Scheune, an dem außer der GutsHerrschaft auch das Gesinde und Gaste verschiedenster Lebensstellung Theil nahmen. giebt es wohl keineHand,' die nicht hier in genialster Weisevertretcn wäre. Das ist es aber nicht Mein doch ich will Ihnen die Pointe nicht vorwegnehmen ! ' Ohne das Biidgcsehen zu haben, bat sie weniger Interesse; haben Sie es ' - r r r't -rrr c rende Geschichte, ein Beitrag zu dem Thema, wie Eett imSchwachen fortist ! Die Tafel wurde aufgehoben; wir kamen von einander, andere Sternr winkten, und ich sah nur den talentirten Pater im Fortgehen einen Augenblick, doch rief er mir nochmals zn : Also, Brügge Lenz im Winter" von C. Felu!" Ich verhcngte mich und. dentete aus meine Stirn: Ist bereits notirr." Er legte die Haud aus'sLerz: Wird auch dort uotirt werden !" Und nun waren wir. ertr" einen Ab siecher nach der alten Stadt machend, ar Ort und Stelle des mich oft quälenden Räthsels, und e3 war nur unserer Forschung entschwunden. Es aufzufinden, ließen wir, dem Rath des Cicerone sol, gcnd. uns bei Herrn Werden melden ein freundlicher Empsang wurde uns zr Theil, und als wir unsere Fragt gestellt, glitt ein herzlich -frohes Lächeln über seine breiten guten Züge. Da .hätten Sie zu keinem Anderen kommen dürscn. Alonsreur eb Alsäsme, denn ich bin der größte Verehrer diese Malers ; ich habe zu denjenigen gehört, die seiuem Bilde den Preis zuerkannten, und alS unsere Stadt 9 aus internen Gründen seine Galerie aufzab und wir uns direkt an Brüssel anschlpssen und Antwerpen unterstützten da gehörte zu den Bildern, welche ich für mich aussuchte und ankaufte, in erster Linie Felu's: Lenz !m Winter." Ich machte einen Freudensprung: So besitzen Sie es und wir werden es sehen?" . Der alte Herr nickte lächelnd und indem er voranging, bat er uns zu folgen; er schloß mehrere elegante Zimmea auf, die wir hinter ihm durchschritten, dann öffnete er, ' eine! schwere Fensterportiere und ließ daS volle Mittagslicht auf das Gemälde fallen. . Es fesscllte nicht, wie , ich erwartet, aus den ersten Blick über dem Gan-
nxer gelegen, so e? sauren ic aus oci Biographie des MalerS so wie so nur so viel, anädiae Frau es ist eine rüh-
im lag ein stumpfer Farbcnton, es war eines jener Bilder, in daS man sich vertiefen muß. dessen Eindruck dann aber unauslöschlich bleibt, ein Gemälde jener Art, von dem Goethe wie von jedem echten Kunstwerk sagt: Was glänzt, ist für den Augenblick geboren das Echte bleibt der Nachwelt unverloren." Und die Hände! Jede anders, und doch in ihrer Art schön! Pater Rowcr
yatte sie nch:,g classtslc,rt, gute, seine, fleißige, derbe, naive, sinnliche, schöne, Irede, geistreiche und arbeitöfrohe Hände.
jede Art menschlichen Gefühls war in diese Hände gelegt; aber rührend wirktm auf mich die Hände eines jungen Mannes, der abseits vom Orchester an einer großen Tonne lehnend, beide Hände sehnsüchtig auf's Herz gedrückt hat und in stummer Trauer den Kops senkt. WaS fehlt Dir? kssr man versuch! zu rufen. Während ich, von dieser Gestalt an, gezogen, nicht von dem großen schmerz des Jünglings loskommen konnte, fühlte ich, wie mir heiß die Thränen in die Augen und ebenfo heiß der Wunsch im Herzen hochstieg, den ich zn einer Bitte formte: Ach, ich bitte, erzählen Ei uns doch etwas von dem Maler des Bits des ich hörte, es habe eine eigene Be wandtniß damit! ?" Herr Verden deutete auf den Trauri pen: Das ist des Malers SclbstportrZt. Es war im Jahre 1845, als aus Waennacrde ein Konkurrenzbild einlief dies hier Lenz im Winter." Die vorzügliche Gruppirung, das lebensvolle Suzet, die feine Zeichnung uns ebenso zarte Piusclfüyrung, die schönen Hände überall zogen mich und die Mei sten der Commission an. Nachdem wir die Ertheilung der Preise beschlossen und den Nansen des Malers erfahren, der, wie üblich, im verschlossenen Cou? vert beiliegt und erst spater auf die Lein wand gesetzt werden darf. schrieben, wir diesem ganz unbekannten Herrit Felu, er möge an einem bestimmten Tage, zu einer festgesetzten Stunde den erworbenen Preis von 5000 Cwlden und ein Ehrendiplom in Empfang nehmen. Zur bestimmten Stunde lir'; er sich melden; man ließ ihn vor unser Kollegium führen ein seh? bleicher zarter Mensch, im runden Radmantel. Ein junger Mann, der ihn begleitete, kennzeichnete sich durch feine AeAlichkcit sogleich als sein Bruder. Hier, dieser Jäger, der das Bauernmädchen im Tanze schwingt daS ist er vorzüglich getroffen! Wer von Ihnen ist der Maler dieses Bildes?" fragte der Präsident nnd blickte von einem zum anderen dr Brüder. Der Jäger trat vor. Tiefer hier, mein Bruder, ist es, meine Herren aber ich bin mit ihm geko:nzne:r. um den Preis in Ernpfang zn nehmen denn er selbst kann es leider nicht er hat keine Hände! Eharleö Fclu ließ den Mantel von der Schulter gleiten und sah unS mit feinen todttraurigen Augen an; am El lenbogen endeten die Arme ! Ich glaube, wir Alle drängten mit Mühe die Thränen zurück, und unseres Präsidenten Stimme zitterte, als er wieder anhuö: Und vsit vollendeten Sie das Gemälde?" Der Bruder antwortete statt seiner t Mit den Füßen! harleS. zeigte von fugend 'an viele Freude an Gemälden und bemalte schon mit fünf Jahren alle Stallthüren und Häuserwände. Der alte Male? Hellcmanns. der während des Sommers bei seinen Kindern in Wärmäde wohnte, wurde auf ihn aufmerksam und gab ihm, Unterricht mit acht Iahten konnte er mehr, als mancher Erwachsener. Da kam das Unglück EharleS ist auf einen Baum gestiegen, um ein Vogelnest im Ast zu zeichnen plötzlich bricht der Ast er liegt mit Aebrochenen Armen cm Boden sie mußten ampu. tirt werden, weil der Brand drohte!" BZir hatten den Beiden inzwischen Sef sel gebracht. Der Bruder bückte sich und streifte dem Maler die weichen Filzschuhe und die mit Fingern versehenen Strümpfe ab: Sehen Sie, meine Herren, was dre Energie emeS Menschen vermag l Langsam gewohnten sich die Füße daran, den Dienst der Hände zu verrichten, un glaubliche Geduld, Jahre der Uebung endlich ließen ihn über alle technischen Schwierigkeiten siegen. Er ist jet dreißig Jahre alt und hat seit mehr als zehn Jahren an diesem Gemälde gearbeis tet doch gelobt sei GotteS Güte! Die Herren haben ihn preisgekrönt und er ist glücklich wie nie seit jener Zeit! Und der gute Bruder schloß den Kunst ler in zärtlichem Stolz in seine Arme, und ihre Thränen vermischten sich uuteinander. Der Präsident überreichte ihnen das Diplom und den Ehrenpreis. Es war sonst Sitte, den jungen Talenten eine kleine Ansprache zu halten, hier verstummte das Gewöhnliche; doch sagte unser Präses: Man hat behauptet. Iraphael wäre auch dann der größte Künstler gewesen, wenn er ohne Arme geboren wäre Sie haben die Möglichkeit dieser Annahme bewiesen." Dann mannte er ihn und küßte seine bleiche Stirn, die vor ihm der Genius, aber auch schon der. Engel des Todes berührt hatte. Dies Gemälde blieb des Künstlers erstes und letztes Werk er ist bald da? rauf gestorben. Wir dankten dem edlen Mann für seine Güte und verabschiedeten uns ich war wie gebrochen erst jetzt verstand ich die Sehnsucht jener Jünglingshande auf dem kranken Herzen, und nur die Erinnerung an des Vaters Äusspruch: Wie stark ist Gott im Schwachen" tröstete mich in meinem Weltschmerz. Herr Werdeil ist in den sieSziger Iah, ren gestorben er war Junggeselle. Zeine Galene wurde von entfernten Verwandten unker den Hammer gebracht. Bei einer zweiten Anwesenheit in Brügge habe ich nicht er fahren tonnen, wohin das Bild gekommen. Man meinte, es sei entweder nach Paris oder nach Philadelphia verkauft;, vielleicht befindet eS sich im Besitze eines Uneingeweihten, der das traurige Schicksal des Künstlers Nicht kennt. Und nicht begreift, weshalb er der Waler der Hände ge worden l - . - ' :'A'- -:r
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